Literaturgefluester

2020-04-28

Stern 111

Jetzt kommt das letzte Buch das ich von den für Leipziger Buchpreis Nominierten gelesen habe und das Sieger Buch der Belletristik Liste Llutz Seilers „Stern 111“.

Je vier Bücher von der Belletristiksschiene und vier der Übersetzungen habe ich gelesen. Verena Güntners „Power“ und „Die Sanftmütigen“ von Angel Igov habe ich nicht bekommen. Von den Sachbüchern habe ich nur die Andric-Biografie angefragt und von Lutz Seiler habe ich  das erste Mal etwas gehört, als er beim Bachmann-Preis 2007 gelesen und gewonnen hat.

Dann hat er mit „Kruso“ 2014 den dBp gewonnen, das Buch hat mir der Alfred einmal bei dem Lyon- Flohmarkt in St. Pölten zu Weihnachten gekauft, es steht auf meiner Leseliste fürs nächste Jahr und das Lutz Seiler eigentlich Lyriker ist, merkt man dem Buch, das wahrscheinlich sehr viel Biografisches enthält, an. So ist Lutz Seiler ja , wie sein Held Carl, 1963 in Gera geboren. Das Buch ist seinen Eltern gewidmet und es beginnt, daß Carls Eltern Inge und Walter, den Sohn 1989 kurz nach der Wende verlassen haben, um in den Westen zu gehen. Er soll in Gera bleiben und das Haus hüten. Carl, ein Maurer, der Gedichte schreibt, nennt das, das „Elternrätsel“, das die ihm mit dem Schiguli an die Grenze bringen ließen und dann mit dem Akkordeon und in Wanderkleidung  entschwunden sind.

Carl hütet das Haus nicht lang, sondern geht nach Berlin, das heißt er fährt mit dem Schiguli dorthin, verbringt einige Nächte in der Linienstraße, wo glaube ich, auch Kerstin Hensel wohnt oder wohnte und ich sie zweimal dort besucht habe. Er wurd vom sogenannten „Rudel“ aufgelesen, das ist eine anarchistische Künstlergruppe, die dort die Häuser besetzen, Werkzeuge klauten und eine Kneipe, die sogenannte „Assel“, hatte, wo glaube ich, auch Lutz Seiler einmal kellnerte und vorher war er in Hiddensee, was er in „Kruso“ beschrieben hat und beides kommt in dem buch auch vor.

Carl bekommt eine der besetzten Wohnungen, wird Kellner in der Assel, wo es eine Ziege namens „Dodo“ gibt. Er schießt zur Ergötzung der Gäste auch mit einer Kalaschnikow herum, trifft seine Jugendfreundin Effi wieder und fängt fast widerwillig zum Gedichteschreiben an. Das heißt, er ist nie mit ihnen zufrieden, wird aber doch entdeckt und verlegt und den Kontakt zu den Eltern, die eine Zeitlang durch Westdeutschland tingeln, eine Zeitlang bei einem syrischen Arzt wohnen, was Lutz Seiler in einem Interview betonte, er nicht erfunden hat, weil  das zu kitschig gewesen wäre, -gibt es vorläufig nur über Briefe, die er sich bei der Postfrau in Gera  nachschicken läßt und seinen Eltern nur zögernd schildert, daß er das Haus verlassen hat.

Die Eltern emigirieren schließlich nach Amerika. Walter, der Programmierer arbeitet dort für Hollywood. Carl besucht sie und erfährt von ihnen, daß sie schon einmal vor seiner Geburt über die Grenze und nach Amerika wollten, Bill Hailey ist schuld daran und der „Stern 111“, die Titelgebung ist ein Kofferradio, das in den Sechzigerjahren in der DDR üblich war.

Fünfhundert Seiten hat der Lyriker gebraucht, um seine Jugenderinnerungen und wieder einen DDR- und Wenderoman aufzuschreiben. Manches habe ich überflogen, manches sehr konzentriert gelesen. Ich hatte nur ein PDF, da das Buch, glaube ich,  wegen der durch Corona geschossenen Grenzen nicht angekommen ist.

Jetzt bin ich auf „Kruso“ sehr gespannt und auch was ich von Lutz Seiler noch lesen werde. Es gibt im Netz auch ein Video, wo er alle Orte in Berlin in denen das Buch spielt, begeht und ihre Geschichte erzählt.

2020-04-12

Allegro Pastell

Jetzt kommt das dritte Buch der Belletristik-Schiene des „Leipziger-Buchpreises“, „Allegro Pastell“, des 1983 in Frankfurt am Main geborenen Leif Randt, den ich durch seine „Bachmannpreis-Lesung“ kennenlernte und dessen „Leuchtspielhaus“ ich mir einmal aus einer Abverkaufsliste einer Traffik gezogen haben.

Ein Buch, das das Lebensgefühl der Dreißigjährigen spiegeln soll. Ein schrilles schräges Buch in dem seitenweise  Ausdrücke verwendet werden, die ich nicht verstehe, weil ich dafür wahrscheinlich dreißig Jahre zu alt bin, um das Lebensgefühl zu verstehen, wie die Bücher von Katrin Weissling etwa, vielleicht noch zugespitzer oder sachlicher erzählt bzw. beschrieben. Der Erzählton erinnert manchmal an die Streeruwitz und die ist, kleiner Trost für mich, ja, glaube ich, drei Jahre älter als ich.

Es geht um Tanja und Jerome. Sie ist eine Kultautorin und hat gerade ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert, das Buch spielt in mehreren Phasen von Frühling 2018 bis Sommer 2019. Er ist, glaube ich, Webdesigner und lebt  in Frankfurt, sie in Berlin. Sie führen also eine Fernbeziehung, besuchen sich also zu gewissen Zeiten, an gewissen Orten, trinken  Kaffee und feiern Partys, beziehungsweise, den Silvester in einer dafür gemieteten Hochhauswohnung, die für die Feier dreihundert Euro kostet und nachher aufgeräumt werden muß.

Sie haben nebenbei noch andere Beziehungen, so schreiben sie einander  Mails, skypen, chatten und interessant ist, daß Jerome, als sich Tanja zögernd „entschließt ihm zu fragen, ob er Lust hätte mit ihr im <oktober eine Woche auf die kanarischen Insel zu fliegen“, antwortet, daß er das  nicht könne, da er zu dieser Zeit Vater würde, es also ungünstig ist.

Vorher oder nachher wird noch, die Entscheidungsfindung beschrieben, die man offenbar derzeit macht, wenn ein Baby geplant ist oder sich schon angekündigt hat. Ist das nun gut oder schlecht für die C02 Belastung? Was kann man ihm bieten? Wie wird es das Leben einschränken?  und so weiter und so fort.

Tanja hat auch eine depressive Schwester, die sich öfter in psychiatrischer Behandlung befindet, Tanja muß sich dann um den Hund kümmern, den sie eigentlich betreut.

Es ist also ganz schön kompliziert das Leben der überforderten Dreißigjährigen, die einerseits im Luxus leben, koksen, feiern, trinken, asiatisch essen, wie es ihnen gefällt, aber auch ihre Instragram und andere Homestorys auf ihre Seiten stellen.

Ronja von Rönne und Helene Hegemann haben auch darüber geschrieben und die leben, glaube ich, auch in Berlin, in dieser Kultstadt, die, wie ich in den rechten Videos höre, sich derzeit in Verfall befindet und gar nicht mehr so lebenswert ist.

Um der Schwester Sarah, die weinachtliche Heimreise nach Kiel zu den Eltern zu ersparen, veranstaltet Tanja, die Weihnachtsfeier in ihrer Zweizimmerwohnung, dafür bestellt sei bei „Amazon“ gebrauchten Weihnachtsschmuck und ich, glaube, asiatisches Essen. Der Vater, ein Arzt, hat zu süßliches Parfum, sie begrüßt aber ihre Mutter mit „Merry Christmas, Miss Douglas!“

Der Vater verläßt später auch die Mutter Ulla, eine Psychotherapeutin, um zu seiner Freundin nach Bremen zu ziehen und teilt das seiner Tochter mit und vorher kommt  noch eine interessante Stelle, nämlich eine Lesung im Literaturhaus Wien.

Das muß ich, die ich ja auch öfter darüber schreibe, natürlich besonders erwähnen und das Kapitel beginnt, daß sich Tanja während des Anfluges nach Wien „Entschieden hat sich nicht für dieses Stadt zu begeistern.“

Das sagt schon viel aus über das lebensgefühl und des Stil des buches. Weil der Flieger Verspätung hat, zahlt ihr das Literaturhaus das Taxi. Das wird  real schon so sein. Spannend ist dann, daß die Lesung im „gelben Scheinwerferlicht vor einem Bücherregal“, stattfand, wo ich mich dann fragte, ob Leif Randt schon jemals im Wiener Literaturhaus war, bevor ich seinen Namen nachgooglete und so erfuhr, daß er, 2016 dort in der Bibliothek den „Fried-Preis“ bekommen hat.

Daß die Hälfte des Publkums aus Studierenden „aus mutmaßlichgeisteswissenschaftlicher Fakultäten“, die andere Hälfte aus „Seniorinnen und Senioren aus mutmaßlich gehobenen Einkommenschichten“, bestehen, wird manchmal zutreffen, manchmal auch nicht und ich fragte mich, wie genau man ein Literturhaus kennen muß, um darüber zu schreiben?

Da kann ich mich  selber an der Nase nehmen, denn ich schreibe ja auch öfter über Orte, an denen ich nie persönlich war und es geht dann auch weiter nach der Lesung, wo die  Veranstalter mit den Autoren nachher essen gehen. Das tun sie im Literaturhaus machmal, das weiß ich. Der Leiter heißt aber Robert Huez und die Programmverantwortliche Barbara Zwiefelhofer und nicht  Beatrix.

Spätestens da habe ich aufgegeben ihn bei nächster Gelegenheit, wenn ich das Literaturhaus wieder besuchen kann, was wohl nicht vor dem Sommer passieren wird, darauf aufmerksam zu machen.

Vielleicht hat Leif Randt das auch  absichtlich so entfremdet, weil man das so macht oder vielleicht auch das Lebensgeühl beschreibt und man kann nicht nur in Zeiten, wie diesen, wo das hier Beschriebene momentan ja gar nicht möglich ist und sich der CO2-Haushalt durch die Krise vielleicht gerade erholt über das Buch nachdenken und ich weiß auch gar nicht, was ich darüber denken soll, außer, daß ich es interessant gefunden habe, aber, um es wirklich zu verstehen, wohl dreißig Jahre zu alt bin, was Leif Randt wahrscheinlich anmerken würde, aber man soll sich ja für alles interessieren und Tanja, füge ich hinzu, schreibt ja auch an einen Text über eine adelige Pflegerin eines Seniorenheims, weil ihre Großmutter dort verstorben ist.

„Leif Randt erzählt vom Gück. Von Tanja und Jermome, von einer Fernbeziehung zwischen Berlin und Maintal, von Badminton, idealen Zuständen und den Hochzeiten der anderen. Eine Lovestory aus den späten Zehnerjahren“, steht am Buchrücken, der, das sa auch interessant aus einem beigen Leinenband mit einem Rhombus artigen Sechseck besteht, also eigentlich nicht dem Zeitgeist entspricht.

2020-03-26

Die rechtschaffenen Mörder

Das zweite Buch der Belletristik-Schiene, des diesmaligen „Preises der Leipziger-Buchmesse“, der nicht dort vergeben wurde. Nach der Lyrik und dem Mondgedicht, folgt nun der beinharte Wenderoman oder die drei Variationen darüber, denn so einfach läßt sich das wohl nicht erzählen, wie durch einen DDR-Dissidenten und Lesemenschen ein Rechtsradikaler wurde, wie das in Ostdeutland wohl öfter passierte oder gerade passiert.

Autor ist Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, ich habe ihn nach der Wende, wie ich ja immer schreibe, bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ kennengelernt und einiges von ihm gelesen, einiges habe ich wohl auch noch ungelesen in den Regalen und von dem Buch, das den „Buchpreis“ nicht gewonnen hat, habe ich, bevor ich zum Lesen gekommen bin, schon einiges gehört, hat Ingo Schulze es ja, glaube ich, trotzdem in Leipzig und auf jeden Fall auf der Online-Buchmesse vorgestellt.

Drei Teile und ein wunderschöner Klappentext „Ich wollte eine Erzählung schreiben über das Lesen und die Leser und ich wollte fragen, ob man durch Lesen sein Leben verfehlen kann oder warum es Leser gibt, die plötzlich zu verraten scheinen, was ihnen ihr Leben lang wichtig war“, hat dort Ingo Schulze und dann geht es los mit dem ersten langen Teil und das ist wohl der Wenderoman, wie ihn der Leser sich vorstellt oder vielleicht auch das Lieschen Müller, weshalb sein Held der Dresdner Antiquar Norbert Paulini auch von einigen Amazon-Rezensenten, als naiv dargestellt wird.

Ich, die ich ja ebenfalls eine Vielleserin bin und mich jetzt auch durch die Corona-Krise lese, vielleicht um nicht verrückt zu werden und zu denken, ich wäre in einen dystopischen Roman, empfinde das nicht so und habe ja auch Bücherberge in meiner Wohnung und wahrscheinlich auch die fünftausend ungelesenen Bücher, von denen in dem Buch, glaube ich, irgendwo geschrieben wird.

Da ist also Norbert Paulini, 1950, glaube ich, in  die DDR geboren und seine Mutter Dorothea war Buchhändlerin, beziehungsweise Antiquarin. Sie ist, glaube ich, bei der Geburt gestorben und der Vater sammelte all ihre Bücher in die zwei Zimmer, die er in der Villa Kate bewohnte, so daß der kleine Norbert auf Bücherbergen aufgewachen ist.

Zuerst nach der Schule etwas „Anständiges“ lernen sollte. Er war schon damals Vielleser, dann von Freunden vermittelt, eine Buchhändlerlehre machte und schließlich in der Villa sein Antiquariat aufzog, das, wie man vielleicht sagen könnte, die DDR zu etwas Besonderes machte, zu einem Hort des geistigen Widerstands, wo es Lesungen und Feiern in den Räumen gab und Paulini hier eine Menge Intellektuelle und Künstler kennenlernte. Doch dann kam die Wende und die schönen DDR- Bücher und vielleicht auch die etwas weniger schönen, wie die Honegger Biografien, ich schreibe das deshalb, weil ich vor circa vierzig Jahren eine solche, von einer Müllhalde gerette, geschenkt bekommen habe, wurden dorthin gekippt und niemand wollte mehr Paulinis schätze haben.

Die Bank gewährte keinen Kredit mehr, sondern zuckte nur die Achseln und die Frau, die Paulini geheiratet hat, eine Friseurin, entpuppte sich zuerst, als Stasi-Spitzel, später als Kapitalistin, die zwischen ihren drei Friseursalons hin- und herpendelte, weil alle nur von der Chefin frisiert werden wollte und Paulini versuchte sich zuerst als Kassier in einem Supermarkt. Dann flüchtete er mit seinen Restbeständen in die sächsische Schweiz und dort klopft eines Tages die Polizei bei ihm an. Denn es gab einen Anschlag an ein Asylheim und Paulini und sein Sohn wurden verdächtigt, die Täter zu sein.

So weit, so gut.

„Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär- oder zum Revoluzzer. Eine aufwühlende Geschichte, die uns alle angeht“, steht am Buchrücken.

Wenn es Ingo Schulze dabei belassen hätte, hätten wohl alle geschrieen, nicht schon wieder ein DDR-Roman, das wollen wir nicht hören, kitschig, aus, etcetera.

Also endet es nicht da, sondern es gibt einen zweiten und einen dritten Teil. Im Zweiten taucht ein Ich-Erzähler auf, der sich imTeil drei, als der Autor Schultze entpuppt, der Paulini einmal in seiner Villa „Prinz Vogelfrei“ wie er sich auch nannte, kennenlernte und dann einen Roman, beziehungsweise, die Novelle über ihn schrieb, die wir auf den ersten hundertsechsundneunzig Seiten gelesen haben und im Dritten sind dann Paulini und seine Weggefährtin Elisabeth Samten tot, bei einem Bergunfall vergunglückt und Schultzes Lektorin macht sich auf den Weg mit dem Nachfolger des Antiqarats zu sprechen und herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

Also drei deutungen, drei verschiedene Versionen des Geschehehn oder Perspektiven. Drei Wahrheiten und, daß die ja sehr verschieden sein kann, habe ich  erst kürzlich bei Daniel Zipfel gelesen.

Ein Buch, das mit gefallen hat, füge ich hinzu und ich wäre wahrscheinlich auch mit dem ersten Teil schon zufrieden gewesen.

So habe ich, muß ich gestehen, den Titel nicht ganz versctanden. Denn wer hat oder, wie hat Paulini jetzt ermordet?  Der Autor Schultze, wie das die Autoren mit ihren Figuren gerne tun?

Wieso dann das Plural?

Vielleicht kann  mir das einer meiner Leser erklären? Mein Stammleser Uli wird das Buch aber wahrscheinlich nicht gelesen haben.

2020-03-25

Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau

Buch vier der Übersetzerschiene der zum „Leipziger Buchpreis“ 2020 nominierten, den ersten Band der sämtlichen Erzählungen der 1929 geborenen brasilanischen Autorin Clarice Lispector, die in der Ukraine geboren wurde  und 1977 mit sechsundfünzig Jahren verstorben ist und von Clarice Lispector habe ich, glaube ich, vor einigen Jahren in der Sendung Ex Libris zum ersten Mal etwas gehört und dann auch später immer wieder ihre Bücher in Buchhandlungen liegen gesehen.

Jetzt habe ich das erste Mal etwas von ihr gelesen und bin überrascht, denn der Schreibstil ist wirklich ungewöhnlich, obwohl ich Erzählungen, wie ich immer schreibe, eigentlich nicht so mag.

Nominiert wurde natürlich nicht die Autorin, sonder der 1970 in München geborenen Luis Ruby, der das Buch übersetzt hat, das von dem  1976 in Texan geborene Benjamin Moser, herausgegeben wurde.

Die Erzählungen sind in mehrere Abteilungen gegliedert und am Schluß gibt es einen Anhang, wo unter anderen Clarisse Lispector darüber schreibt, wie ihre Erzählungen entstanden sind.

Die erste Abteilung sind die ersten Geschichten und fielen mir schon am Anfang durch die ungewöhnliche Themengestaltung auf, so erzählt in „Triumpf“ eine Frau, daß sie von ihrem Mann verlassen wurde, weil der sich von ihr beengtfühlte. Der ist Schriftsteller und sie liest ein zurückgelassenes Notizblatt, was sie mit Triumph erfüllt, weil sie danach weiß, daß er zurück kommt, weil sie die Stärkere ist, was man als Widerstand, der vor fünfzig oder siebzig Jahren unterdrücken Frauen gegen die Männer interpretieren kann. Die Stärke und die Schwäche ist ein wichtiges Thema und auch der Widerstand gegen das Mittelmaß.

Das kommt auch in „Obsession“ so vor, wo eine Frau von ihrer unauffälligen Kindheit erzählt. Sie heiratet dann einen Mann, ist eine Weile mit ihm glücklich, bis sie erkrankt und zu Erholung auf Kur in eine Pension geschickt wird. Dort lernt sie einen Mann kennen, zu dem eine seltsame Obsession beginnt und bei ihr wie sie schreibt „Ihr Erwachen als Mensch  und Frau“ beginnt.

Sie verläßt, was zu erwarten war, ihren Mann. Später dann den Liebhaber, der sie sie ja sehr herablassend behandelt, kehrt zu ihrem Gatten zurück und trotzdem ist nachher nichts mehr wie es vorher war.

Zehn mit Ausnahme der „Obsession“, eher kurze „Erste Geschichten“, die von den unterschiedlichsten Beziehungsmustern handelt, da geht es um einen „Fiebertraum“, um eine Frau, die ihren Mann schließlich doch nicht verläßt, „Briefe an Hermengardo“ geschrieben von einer Idalina und von einem  jungen Mädchen, namens Tuda, das sich ratsuchend in die Sprechstunde einer Dr. B. begibt.

Auch in der nächsten Abteilung, der, der „Familären Verbindungen“ geht es weiter mit den kleinen feinen,  oft auch sehr rätselhaften und überraschenden psychischen Veränderungen, die vor allem die wahrscheinlich unterdrückte Mittelschichtfrau der damaligen Gesellschaft betrifft.

So bleibt die namensgebende Heldin in ihrem Tagtraum plötzlich im Bett liegen, worauf sich ihr Gatte ihre Veränderung mit einer Krankheit erklärt. Als sie dann mit ihm und einem Geschäftsfreund in ein Restaurant essen geht, betrinkt sich sich unmäßig, während der Geschäftsfreund unterm Tisch zufällig oder nicht ihr Bein Berüht.

Eine andere Dame fährt mit ihren Einkäufen in der Straßenbahn nach Hause, sieht da einen Blinden Kaugummi kauen, was sie in einen seltsamen Ausnahmezustand versetzt, so daß das Netz hinunter fällt, die Eier, die damals noch in Papier verpackt wurden, zerbrechen und sie auch die Station, wo sie eigentlich aussteigen sollte, verpaßt.

Eine Henne, die für das Mittagessen des Hausherrn bestimmt war, fliegt davon. Die Köchin schaut ihr verdutzt nach und wir erinnern uns, daß das Buch in Zeiten geschrieben wurde, wo jeder bessere Haushalt noch ein Dienstmädchen hatte.

Dieses soll in einer anderen Geschichte, der Freundin ihrer Hausfrau die Rosen überbringen, die diese vorher am Markt kaufte, dann aber darüber hadert, ob sie sie nicht besser für sich behalten hätte sollen?

Und ein Geburtstagsfest gibt es auch, wo die Söhne und die Schwiegertöchter samt ihren Kindern zu einer neununachtzigjährigen Jubilarin kommen und dann nicht so recht wissen, was dabei anfangen sollen, was diese mit feinen Humor kommentiert.

Makaber die Geschichte von der „Kleinsten Frau der Welt“, in der auch von Kindern erzählt wird, die mit einer Toten spielten, weil sie keine Puppen hatten.

Die kleinen feinen Beobachtungen, der seelischen Zustände des Menschens können schon manchmal skurille Züge annehmen. Bleiben wir also bei den familiären Verbindungen, die, füge ich hinzu, auch manchmal etwas surreal und seltsam sind.

Ein Abendessen in einem Restaurant beschrieben, von den „Anfängen eines Vermögens“, sowie von dem „Verbrechen des Mathematiklehrers“, erzählt, bevor es in die dritte Abteilung, in die „Fremdenlegion“ geht.

Das sind schon einmal „Sofias Dramen“, eine umgekehrte „Lolita-Geschichte“ sehr beeindruckend, man sieht Clarisse Lispector hat ein Talent alles umzudrehen und mit der Absurdität zu spielen, was auch noch später vorkommen kommen wird.

Hier ist ein neunjähriges Mädchen in ihren Lehrern verliebt und will ihn, nicht ganz leicht zu verstehen, dadurch retten, in dem sie ihm ihren Haß ausdrückt.

„Im Brechen der Brote“, geht es, wie schon der Titel vermuten läßt, um das „Essen und in den „Affen“, die übrigens wahrscheinlich Brasilien bedingt, in dem ganzen Buch öfter vorkommen. Hier kauft einer eine Äffin, „Lisette“, genannt, wie das damals offenbar üblich war,  mit Rock und Ohrringen ausgerüstet für sich und seine Kinder und muß sie dann in der Tierklinik mit Sauerstoff behandeln, beziehungsweise verenden, lassen.

„Die Henne und das Ei“, ist noch einmal extra hintergründig, mutet doch die sehr lange Geschichte, zuerst fast, wie ein philosophischer Dialog, etwa, was zuerst da war oder wichtiger ist, an, bevor es sich wieder, um den Ausdruck einer menschlichen Seele oder fast, um ein psychotisches Geschehen, dreht, wie die Psychologin deuten würde.

In der „Reise nach Petropolis“ wird eine obdachlose Frau hin- und hergeschoben.

„Die Lösung“ ist eine Geschichte über zwei Freundinnen, wo die eine auf die andere mit einer Gabel sticht, nachdem sie sie“Fette Kuh!“,  genannt hat und in der fünften Geschichte wird fast spielerisch über das Geschichtenschreiben erzählt, während ich auch nach zweimaliger Lesung die Namensgegebung der titelgebenden Geschichte nicht ganz verstanden habe, in der es  um eine Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Küken geht, aber ja, Tiere spielen in den manchmal  sehr surreal anmutenden  Geschichten eine große Rolle.

Dann gibt es noch ein paar Texte, die mit „Ganz hinten in der Schublade“ übertitelt sind. Da ist ein Drama dabei und eine Eröffnungsrede und ich kann sagen, daß ich über manche Geschichten eher hinweggelesen habe, während mich manche  wegen ihres ungewöhnlichen Tons und ihrer ungewöhnlichen Erzählweise sehr beeindruckt haben.

„Clarisse Lispector ist eine Ikone weiblichen Schreibens. Diese vierzig Erzählungen neu und teilweise erstmalig ins Deutsche übertragen, zeigen ausdrücklich Virtuosität, Poesie und Humor „einer der geheimnisvollsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts“, hat Orhan Pamuk, der Nobelpreisträger von 2006 am Buchrücken geschrieben und ich füge hinzu, Clarisse Lispektor ist für mich eine unbedingte Entdeckung, so daß ich über die Buchpreisnominierung, ohne die das Buch vielleicht nicht zu mir gekommen wäre, sehr dankbar bin.

2020-03-03

Middlemarch

Nun kommt wieder ein Buch das für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert wurde, George Eliots „Middlemarch“, die eigentlich Mary Anne Evans hieß und von 1819-1880 in England lebte, also vor kurzem ihren zweihundersten Geburtstag feierte, weshalb es das Buch auch in zwei deutschen Ausgaben, eine von „dtv“, eine von „Rowohlt“ herausgegeben gibt, die von „Rowohlt“ steht auf der Nominierungsliste und wurde von Melanie Walz übersetzt.

In England gilt George Eliot, neben Jane Austen wahrscheinlich, als die Klassikerin und das Buch wurde, glaube ich, auch vor kurzem zum „Buch des Jahres“ oder so gewählt.

Ich habe, glaube ich, in der Schule von George Eliot im Englischunterricht gehört, aber bisher noch nichts oder nicht viel von ihr gelesen.

„Daniel Deronda“ habe ich auf meiner Leseliste und in meinen Regalen und jetzt habe ich mich eineinhalb Wochen durch das über tausend Seiten lange Werk gewühlt. Ich habe die E-Book-Ausgabe gelesen, die fast zweitausenzweihundert Seiten hat, also ein sehr dicker Wälzer, wo ich mir wieder die Frage stellen kann, wieviele Leser jetzt nach den Neuübersetzungen greifen und sich durch das englische Kleinstadtleben von 1830 wühlen werden? Nicht sehr viele, glaube ich, obwohl es zu empfehlen wäre, denn diese Mariy Anne Evans war wohl eine sehr emanzipierte Frau, die unverheiratet mit einem verheirateten Mann zusammenlebte oder zumindest mit ihm liiert war, die journalistisch und übersetzerisch tätig war, von Emily Dickinson und Virginia  Woolf sehr gelobt wurde und sich unverhohlen gegen die Unterdrückung der Frau einsetzt und das auf eine sehr ironische Art und Weise tut.

„Middlemarch – eine Studie über das Leben in der Provinz“ heißt das Buch, das aus acht Teilen besteht und, glaube ich, zuerst als Fortsetzungsroman gedacht war.

Die Hauptprotgonistin ist eine Dorothea, die mit ihrer Schwester Celia bei ihrem Onkel Mister Brooke lebt, der auch ihr Vormund ist. Das Buch beginnt, daß Dorothea den Schmuck der Familie betrachtet, den sie, weil fromm und ernsthaft, nie tragen wird und dann an ihre etwas leichtlebendigere Schwester verteilt. Dann verheiratet sie sich, vielleicht etwas unverständlich, würde ich sagen, an einen wesentlich älteren Gelehrten, einen Pfarrer, der jahrelang an einem Werk arbeitete, das er nie vollenden kann. Er stirbt und hinterläßt ein Testament, das beinhaltet, das Dorothea ihr Erbe verliert, wenn sie seinen Cousin Will heiratet, den sie auf der Hochzeitsreise in Rom kennenlernte und sich in ihn verliebte, worauf der knöcherne Ehemann eifersüchtig wurde.

So könnte man es etwas flapsig zusammenfassen. Dorothea schwört sie nie zu verheiraten und trägt, sie ist zu diesemZeitpunkt, glaube ich, einundzwanzig, für eine Zeit die Witwenhaube, wie das damals üblich war, dann vertauscht sie sich mit einer etwas leichteren und interessiert sich sehr dafür, wie sie Gutes tun, ihren Besitz verwalten und sich, wie  damals üblich für die Armen einsetzen kann?

Celia hat inzwischen einen Sir James geheiratet und den kleinen Arthur geboren. Es gibt mehrerer Pfarrer, die wohl damals die Provinz dominierten, den Arzt Dr Lydgate, der aus Paris kommt, vieles verändern und reformieren will, die Kapitel über die Medizin scheinen mir auch sehr modern geschrieben oder übersetzt, wird von der Rückständigkeit der Menschen in der Provinz gehindert, hat es schwer eine Praxis aufzubauen und verschuldet sich sehr schnell, weil er die schöne Rosamond, die Tochter des Bürgermeisters Vincy heheiratet hat, die sehr oberflächig und sehr anspruchsvoll ist, beim Reiten ihr Kind verliert und auch mit Will flirtet oder ihm ihre Liebe gesteht, die er aber, weil in Dorothea verliebt, standhaft vefrweigert.

Ihr Bruder Fred, der eigentlich Pfarrer werden soll, ist auch ein Leichtfuß und verschuldet, wird  vom Vater gezwungen fertig zu studieren, aber die Verwalterstochter Mary auch eine der sehr energischen Frauen in dem Buch, in die er verliebt ist, will das nicht, so steigt er in die Fußstapfen ihres Vaters und alles wird nach den schon erwähnten tausend bis zweitausend Seiten gut, denn Dorothea bricht die Konventionen, heiratet ihren Will, verzichtet auf Besitz und Erbe und noch ein paar andere Personen, wie einen korrupten Banker, der erpresst wird und ein Familiengeheimnis, um Will gibt es auch.

Ein interessantes Buch, das mich manchmal wieder ein bißchen an die Courths-Mahler, die ich ja früher viel gelesen habe, erinnert, aber die Stellung der Frau und, die Art wie George Eliot oder ihre Übersetzerin darüber schreibt, ist auch sehr spannend.

„Ich frage mich, ob irgendein Mädchen auf der Welt seinen Vater für den besten Mann der Welt halten kann“, fragt Mary Garth beispielsweise ihren Vater, als er ihr eröffnet, daß sie vielleicht doch bald ihren Fred heiraten kann.

„Unfug deinen Ehemann wirst du für besser halten!“, antwortet der darauf.

„Niemals“, sagte Mary, die in ihren gewohnten Ton zurückfiel. „Ehemänner sind eine untergeordnete Klasse von Männern, die man zur Ordnung rufen muß!“

Sehr fortschrittlich für das frühe neunzehnte Jahrhundert, in dem gerade die Eisenbahnen gebaut werden und es daher vorkommt, daß die Bauern, Arbeiter, die gekommen sind das zu tun, zusammenschlagen, weil sie um ihre Zukunft fürchten.

Auch sehr aktuell und könnte an die gegenwärtigen Zustände und Aufstände erinnern, so daß das Lesen allen, die sich die tausend bis zweitausend Seiten zurtrauen, sehr zu empfeheln ist.

Man brauchte wahrscheinlich einige Zeit dazu, bekommt aber auch einen ausführlichen Anhang, der Übersetzerin dazu mit, die in das Leben und in die Rezeption einführt.

Motti gibt es zu den siebenundachtzig Kapitel, der acht Teile jeweils auch und Fußnoten, die einen auch noch weiter in das frühe achtzehnte Jahrhundert und in die englische Gesellschaft einführen können, wenn die bei einem E-Book nur nicht so schwer zu lesen wären.

Jetzt kann ich mich an eine andere <neuerscheinung, nämlich an Cornelia Travniceks „Feenstaub“ machen und der Übersetzerin alles Gute für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ wünschen und hoffen, daß ich demnächst dorthin fahren werde, was ja wegen der Corona-Hysterie die momentan herrscht, nicht so selbstverständlich ist.

2020-02-27

luna luna

Nun kommt das erste Belletristik Buch das heuer für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert ist. Das ich mich für den, beziehungsweise dessen Bücher bisher nicht sonderlich interessierte, aber schon einige gelesen habe, habe ich schon geschrieben, aber das Interessante am „Leipziger Buchpreis“ ist vielleicht, daß da Bücher nominiert werden, die in Frankfurt keine Chance haben.

So hat doch 2015 Jan Wagner mit einem Lyrikband gewonnen, ob das heuer der 1984 in Überlingen geborenen Maren Kames mit ihrem Langgedicht „luna luna“ ebenso geht, weiß derzeit wahrscheinlich nicht mal die Jury, die Konkurrenz zu Lutz Seiler, Ingo Schulze, den großen Romanciers und Leif Randt bzw Verena Günter ist aber wahrscheinlich groß und ich muß sagen, ein sehr schönes Buch aus dem kleinen „secession-Verlag“, das wahrscheinlich sonst an mir vorbei gegangen wäre, das auch locker für den „Preis der schönsten Bücher“ nominiert werden könnte.

Denn ein schwarzer Leinenband, silbrig steht „maren kames luna luna“ am Cover. Dann kommen rosa Zwischenseiten mit dem Klappentext zur Tetbeschreibung: „Luna Luna ist ein dunkler Text. Rasant, rasend und atemlos spricht er von tief innen aus dem weit offnen Gaumenraum heraus. Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmache und den Bären, den sich eine aufbindet, um sich gegen den Wind zu schützen“  und den biografischen Angaben und dann weiß auf schwarz gedruckt in konsequenter Kleinschrift in drei oder vielleicht noch mehr Teilen, das Langgedicht, das zumindestens bei mir mehr einen optischen Eindruck machte, als daß ich wirklich verstanden hätte, um was es hier geht.

Aber das ist wohl bei den Gedichten überhaupt und bei den experimentellen Texten im speziellen so.

Die drei Teile haben die Titel:

„1 scheiße und einskatz“ 2 krieg (wieso) 3 liebe (wieso)

und dann kann man Zeilen lesen, wie

„habe mir einen bären aufgebunden, am rücken, gegen den wind, aber es kommt keiner (kein wind° und niemand) und liebt mich“ im ersten Teil.

Eine Gans aus Pappmache und der bewußte Bär tauchen, wie im Klappentext auf und immer wieder eine Mathilda. Es gibt immer wieder eingestreute graphische Seiten, Fußnoten und einen Soundtrack gibt es am Schluß auch.

Immer wieder englische Texte, auch ein bißchen was auf japanisch.

Im zweiten Teil wird Schillers „Ode an die Freude zitiert:

„seid umschlungen, millionen

diesem kuß der ganzen welt

brüder überm sternenzelt

muß ein lieber vater wohnen“

„sind das prognosen oder gebete“ schreibt wohl Mares Kames dazu.

Helene Fischers „atemlos durch die Nacht in der Inszensierung von Christoph Marthaler, auf der Volksbühne Berlin, 2014 folgt erst später.

Gereimt wird manchmal auch ein bißchen:

„die band packt ein, es regnet hämmer, es regnet nägel,

und es stimmt, es ist zeit

für all die waisen, all die züge, die entgleisen“

Am Schluß gibts den schon erwähnten Soundtrack und eine Danksagung „Für meine Mama, unsere katzen und Clowns (=Opa, Oma, Opa u. Oma). und bezüglich Maren Kames kann ich noch erwähnen, daß sie 2014 beim Literaturkurs in Klagenfurt war und außer ihren „Hypnotischen Nachtgesang“, wie deutschlandfunkkultur.de, das Langgedicht nennt, auch noch „halb taube halb pfau“, 2016 ebenfalls bei „Sesession“ veröffentlicht hat.

Bei „Amazon“ gibt es derzeit zwei Einträge. Eine mit fünf Sternen bewertete, während ein anderer „Schade ums Geld“ geschrieben hat. Dem kann ich nicht zustimmen, denn es ist ein sehr schönes, sehr poetisches Bändchen, für mich eine Entdeckung. Mal sehen, wie es Maren Kames in Leipzig geht? Ich wünsche ihr jedenfalls viel Erfolg!

2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2018-03-15

Leipziger Messeimpressionen I

Am Mittwoch sind wir also nach Leipzig zu den Hundertmarks gefahren und am Donnerstag hat die Buchmesse begonnen. Ich bin wahrscheinlich circa das zwanzigste Mal in Leipzig und kann mich erinnern, daß wir das erste Mal in den Neunzigerjahren gefahren sind.

Da war noch Traude Korosa bei den IG Autoren und hat mir einen Kaffee gegeben, Walter Baco hat eine Österreichschiene veranstaltet und Milo Dor hat mich nach dem Weg gefragt und wir sind seither nicht jedes Jahr, aber ziemlich regelmäßig nach Leipzig gefahren.

Mal kürzer und mal länger und seit 2015 lasse ich mich als Bloggerin akkreditieren und inzwischen ist auch alles regelrecht geplant. Ich habe schon ein paar Verlagstermin und Bloggertreffs ausgemacht und einige Fixpunkte, die ich gern besuchen wil. Sonst lasse ich mich eher treiben  und so begann es auch heute.

Ziemlich genau um zehn sind wir eingetroffen und ich bin den Vormittag in der Halle 5 herumgeschlendert. Habe Malte Bremer vom Literaturcafe angesprochen und ihm die zwei Bücher gezeigt, die ich in meiner Tasche hatte. Er will sie besprechen und mir sein Urteil darüber sagen. Mal sehen, ob er länger als dreißig Sekunden braucht, um sie in den Mist zu befördern. Daß er sie aber genommen hat, ist schon fein, denn die meisten Blogger winken  schon hier ab und sagen „Selfpublischer nein, damit können wir uns nicht beschäftigen, denn das stiehlt uns unsere Lebenszeit!“

Ich habe aber einen Teul des Vormittags in der Selfpzulkischerzone der Halle fünf verbracht, habe mir  einige Lesungen und eine Diskussion angehört, bis ich den Alfred getroffen habe, um mit ihm Mittag zu essen.

De Restaurants auf der Messe sind mir schon von den letzten Jahren bekannt, man muß sich wie in den DDR-Zeiten einen Platz zuweisen lassen, dann bekommt man eine Speisekarte und die Kellner wuseln herum, sehen einen aber dabei nicht an, so daß es ziemlich anstrengend ist, bis man die Bestellung abgeben kann.

Dann geht es schnell und das Essen ist auch recht gut, es hat aber ziemlich lange gedauert, sodaß ich die Verleihung des „Alfred Kerr-Preises“ bei den unabhängigen Verlagen versäumte.

Das heißt, ich bin nur zum Sekt und den Croissants zurechtgekommen, habe die Ursula Seeber dabei gesehen und dann war es schon bald Zeit mich in die Glashalle aufzumachen, um zur Verleihung des  „Leipziger-Buchpreises“ zurechtzukommen. Da habe ich auch einige Zeit gebraucht daraufzukommen, daß ich mit meiner Akkredidierungt in die heiligen abgegrenzten Hallen hineingehen kann, vorher bin ich immer draußen gesessen und ganz früher naiv ein Buch lesend so lange drinnen, bis sie mich vertrieben haben.

Diesmal klappte es aber und ich habe sogar einen schönen Platz bekommen und von den fünfzehn nominierten Büchern,  je fünf in den Kategorieen Sachbuch, Belletristik, Übersetzung habe ich nur eines bekannt, nämlich Josuah Cohens „Buch der Zahlen“, das dann aber nicht gewonnen hat, denn der Preis für die beste Übersetzung ging an Sabine Stöhr und Juri Durkot für Serhij Zadahrs  „Internat“, den Sachbuchpreis hat Karl Schlögl gewonnen und der Preis für Bellestritik ging an Ester Kinskys „Hain“.

Danach gab es Sekt und Brezeln, ich habe mir ein Glas genommen, mich damit kurz an den Tisch gestellt, wo schon Daniela Strigl stand, den Sekt ausgetrunken und dann hinauf zum Österrreich- Cafe, wo es wieder den traditionellen Empfang mit Wein und seit einigebn Jahren Schnitzelstücken gegeben hat.

Nette Gespräche und ich habe bei den IG Autoren und bei Walter Famler auch nach den neuen „Hammer“ gesucht, wo meine und Ruths Texte zur „Kunst im öffentlichen Raum“ enthalten sind, den es schon seit zwei Tagen gibt, in Lleipzig aber offensichtlich nicht, beziehunsweise sind die dreißig Exemplare, die Walter Famer mit hatte schon alle weg.

Nun gut, macht ja nichts, Kurt Neumann hat mir ja das PDF geschickt, das der Alfred schon den Hundertmarks, Bozena Anna Badura und seiner Cousine Hannelore samit Familie, die wir am Dienstag Nachmittag besuchten. zeigte und jetzt ist der erste Messetag beendet und ich bin entsprehcend müde und erschöpft. Morgen wird es wieder weitergehen, weil ich diesmal ja meinen Laptop mithabe und daher täglich bloggen kann.

2016-03-21

Leipziger Buchmessenreport

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany

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In Leipzig war ich jetzt seit wahrscheinlich 1998, anders als in Frankfurt, wo ich nur 2000 und 2002 war, so an die zehn bis fünzehnmal. Seit 2009 blogge ich darüber, seit dem vorigen Jahr als akkredierte Bloggerin sohzusagen offiziell.

Man könnte auch lakonisch sagen, ich kann jetzt gratis hinein und die Bloggerlounge für Treffem, beziehungsweise fürs Kaffeetrinken benützen und gewohnt haben wir wieder, wie seit Anbeginn bei den Hundertmarks am Schmetterlingsweg.

Wie es war?

Spannend und, wie erwartet auch ein wenig frustrierend, obwohl eigentlich alles klappte, beim „Aufbau Verlag“ bin ich zu einem Sektempfang zurechtgekommen, in der Bloggerlounge habe ich mit Tobias Nazemi gesprochen, Mara Giese habe ich die Hand gegeben,  mit Olga Martinova und Olek Jurew im selben Messerestaurant zu Mittag gegessen, im „Leipziger Literaturinstitut“ war ich auch und eine Menge Bücher habe ich  ebenfalls aus Leipzig mitgebracht, wann ich die wohl lesen werde? Aber wieder schön der Reihe nach:

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Am Mittwoch sind wir am Morgen mit den Auto losgefahren, haben am Abend, während die Messe in Gewandthaus eröffnet wurde und der „Preis für europäische Verständigung“ an den Historiker Heinrich August Winkler vergeben wurde, mit den Hundertmarks zu Abend gegessen und sind am Donnerstag losgezogen.

Mit der Akkredierung gab es diesmal keine Probleme und so bin ich bis zum Mittagessen ersteinmal so ziemlich planlos durch die Hallen gezogen.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn als ich in der Halle vier das „Österreich Kaffee“ erreichte, hat gerade Ilse Kilic, von der ich eigentlich dachte, das sie am Mittwoch bei der „Lyrik im März“ in Wien lesen wird ihr neues „Ritter-Werk „Das sich selbst lesende Buch“, das, glaube ich, auch von einer Ilse Kilic handelt, vorgestellt und ich habe mich hingesetzt und ihr zugehört. Sie hat dann von mir wissen wollen, wo ich in Leipzig wohne und mir erzählt, daß sie auch eine Stunde Fahrtzeit hat. Dann habe ich beim „Amazon Kindle Publisher Stand“ ein paar Bücher eingesammelt oder war das erst am Freitag?

Egal, man vergißt ja soviel, obwohl ich mir brav alles in in mein rotes Büchlein aufgeschrieben habe und bin dann auch irgendwann beim „blauen Sofa“ gelandet, wo Nora Gomringer gerade mit Begeisterung von ihrer lesenden Mama erzählte, dann kam Heinz Strunk an die Reihe, der mit der „Der goldene Handschuh“ ja für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war.

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Ulf Stolterfoht

Ulf Stolterfoht

Dann kamen Joe Lendle und Tilmann Rammstedt auf das „blaue Sofa“ um über ihr „Morgen mehr“ Projekt zu erzählen. Ich habe mich aber mit dem Alfred zum Essen getroffen und danach habe ich mich bald in die Glashalle gesetzt, um bezüglich der Preisverleihung nichts zu versäumen.

Mit meinem Presseausweis hätten sie mich wahrscheinlich auch durch das Absperrband durch gelassen, aber auch so habe ich gut gesehen und war nah daran und kann jetzt gleich verkünden, daßn der Kategoerie Übersetzung Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von  Bora Cosic „Die Tutoren“ und bei den Sachbüchern,  Jürgen Goldstein für seine Biografie „Georg Forstner. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“ gewonnen hat.

Bücher, die mir nicht viel sagen und auch die in der Abteilung Belletristik waren für mich nicht so bekannt.

Da war, wie schon erwähnt Hein Strunk, der in den Blogs sehr gelobt wurde, nominiert, dann Marion Poschmann mit einem Lyrikband, Roland Schimmelpfennig  und Nis  Nomme Stockmann mit „Der Fuchs“, das wurde in den Blogs auch besprochen und dann noch der mir völlig unbekannte Guntram Vesper mit seinem Opus Magnum „Froburg“, der den Preis auch gewonnen hat.

Das ist ein Herr über siebzig und „Froburg“ ist ein Städtchen in der Nähe von Leipzig, wo er, glaube ich, auch aufgewachsen ist.

Jörn Dege

Jörn Dege

Thomas Podhostinik

Thomas Podhostinik

Also eine große Überraschung und damit bin ich dann in die Halle vier zum „Österreich-Empfang“ gegangen, wo es diesmal Schnitzeln zum Wein gegegeben hat, wurde doch der neue „Österreichische Buchpreis“, für den sich die Verlage nun bewerben können und der am Vorabend der nächsten „Buch Wien“,  vergeben wird, angekündigt.

Selbupublischer und Selbstverlage dürfen sich natürlich nicht bewerben, aber bloggen kann und werde ich natürlich darüber und interessante Gespräche hat es am Stand auch gegeben. Wir haben sogar den früheren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gesehen, den ich allerdings fast nicht erkannt hätte.

Am Freitag ist es dann weitergegangen. Diesmal bin ich, glaube ich, in der Halle fünf, bei den „Kindle Selfpublishern“ gesessen und habe einer jungen Frau mit schwarzen Hut und bunter Bluse zugehört, die aus ihrem Buch „Tieffliegende Liebe“ las, das von einer Fritzi handelt. Sie nennt sich Charly von Feyerabend, was wohl ein Pseudonym sein dürfte und  um zwölf hat es dann ein Bloggertreffen in der Bloggerlounge gegeben, dann habe ich wieder den Alfred getroffen und Tilmann Ramstdet diesmal auf der Bühne des „Literatucafes“ versäumt.

Dann ging es wieder nach Österreich und zu einer Lesung von Karin Ivancsics neuem Buch und bei den Rumänen bin ich auch zu einem Empfang zurechtgekommen, wo der Messedirektor war, Dana Grigorcea und wahrscheinlich noch eine Menge anderer wichtiger Personen, beim „Aufbau Stand“ habe ich dann mit Frau Seiler gesprochen, Robert Misik und Ronja von Rönne gesehen. Dann war es schon Zeit für das „blaue Sofa“, wo es diesmal wieder am Abend eine „blaue Stunde“ gab, am Freitag zum Thema „Flucht, Angst und Integration – Stößt Europa auf seine Grenze“, denn das war heuer das Messe Spezialthema. Danach wurde der „Preis der Literaturhäuser“ an den eperimentellen Lyriker Ulf  Stolterfoht vergeben, der diesmal auch im „Wiener Literaturhaus“ lesen wird und irgendwo in der Glashalle gab es einen Chor, wahrscheinlich auch zum Thema Freiheit und Integration, der so laut war, daß man den Preisträger und den Moderator nicht mehr recht verstanden hat.

Franziska Gesternberg

Franziska Gesternberg

Janko Marklein

Janko Marklein

Zu den Brezeln gab es diesmal nur Weißwein oder Wasser, aber ich hatte mein Glas Rotwein schon bei den Rumänen getrunken und außerdem noch etwas vor, hatte mich doch Jörn Dege, der mir auch die „Doppelte Biografieführung“ geschickt hat, zur „Institutsprosalesung“ ins „Leipziger Literaturinstitut“ in die Wächterstraße, neben der amerikanischen Botschaft gelegen, eingeladen, wo Thomas Podhostinik, Franziska Gesternberg, Janko Marklein, Luise Boege, Kristina Schilke und Sascha Macht, alles Absolventen, ihre neuen Romane vorstellten und in einer Vitrine konnte man die anderen Bücher berühmter LL-Studenten, drunter die von Clemens Meyer, Sasa Stanisic, etcetera, bewundern.

Am Samstag ist es weiter mit einem kurzen Kennenlernen von Martina Gercke am „Meet und Greet Stand“ und einem längeren Gespräch mit Tobias Nazemi in der „Blogger Lounge“ weitergegangen.

Ich habe Anna Jung und Nellja Veremej die ihr neues Buch „Nach dem Sturm“ am Stand der „Unabhängigen“ vorstellte, gehört und Ronja von Rönne am „blauen Sofa“ versäumt.

Da bin ich gerade zum „Krimi Speed Dating“ zurechtgekommen, wo Dora Heldt, Sebastian Fitzek, Friderich Ani, und Elisabeth Herman ihre neueren und älteren Krimis vorstellten und an sich gegenseitig verschenkten, zurechtgekommen und bin am Abend nicht mehr zu einer Lyrik Lesung mit der Ute ins Cafe Tunichtgut gegangen, sondern am Schmetterlingsweg verblieben und den Sonntag habe ich hauptsächlich vor dem „blauen Sofa“ verbracht, hat da ja Michael Kumpfmüller seinen neuen Roman „Die Erztiehung des Mannes“ vorgestellt. Ich habe die offenbar Bestsellerautorin  Theoa Dorn und ihren „Faust-Roman“ „Die Unsterblichen“ kennengelernt und Antje Ravic Srubel hat, glaube ich. auch etwas über „Transgender“geschrieben.

Luise Boege

Luise Boege

Kristina Schilke

Kristina Schilke

Dzevad  Karahasan ist mit seinem neuen Roman „Der Trost des Nachthimmels“ weit in die Vergangenheit zurückgegangen. Dann wurde es wieder voll, denn dann kam Sarah Kuttner mit ihrem Hund, sprach über ihre neues Buch „180 Grad Meer“ und beantwortete, die Kritikerfrage, die ich auch auf den Blogs schon hören konnte, ob das was sie da schreibt, denn literarisch ist, mit ihrer wahrscheinlich bekannt sehr lockeren Art „Es ist das. was ich kann!“ und bekam sehr viel Apllaus dafür.

Dann bin ich ich zum Mittagessen in die „Blogger Lounge“ gegangen, habe mir dort kein Frankfurter, sondern ein  Paar Wiener Würschen, denn die heißen dort so, gekauft und es war etwas leerer, hat es ja anderswo, eine große Blogger Konferenz gegegen, wo auch Mara Giese ihren Blog vorstellte, für die man aber dreiißig oder sechzig Euro zahlen hätten müssen.

Dann bin ich noch ein bißchen durch die Halle drei gewandert, habe mich bei dem toskanischen Stand, wo es Wurst, Wein und Käse gab,  ein bißchen durchgekostet, die angeboteten Bibeln und christlichen Bücher verschmäht und bin dann wieder zum „blauen Sofa“ gewandett, wo „Fünfundzwanzig Jahre Leipzig liest“ mit Clemens Meyer, Kerstin Hensel und Jan Böttcher gefeiert wurden.

Dann gings  zur Ulrike, die ja um die Zeit ihren Geburtstag hat und heute sind wir mit zwei vollen Büchertaschen zurückgefahren und ich kann mein Resume ziehen, beziehungsweise mich bei den anderen Blogs so umsehen, wie die die Leipziger Buchmesse erlebten und, daß El Awadalla, die erforderten sechtausend Unterschriften nicht zusammenbekommen hat und daher nicht die nächste österreichische Bundespräsidentenin werden kann, hat mich ein bißchen enttäuscht.

20160319-142621

Sascha Macht

Sascha Macht

Es gibt aber viel zu Lesen und in Leipzig habe ich Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“, ein Fund aus dem Bücherschrank durchgenommen, von deren großen Erfolg, ich auf einer der Fachkonferenzen, die es für Buchhänderschüler, beziehungsweise  Studenten gab, ebenfalls hören konnte.

 

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