Literaturgefluester

2016-04-26

Preis der Literaturhäuser

Der „Preis der Literaturhäuser“ wird seit 2002 vom „Netzwerk der Literaturhäuser“ vergeben und am Freitag in Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ vorgestellt. so war ich einige Male dabei, als ihn Ferdun Zaimoglu, Judith Schalansky, Niklas Mahler, etcetera, gewonnen haben.

Ein Preis der mit vierzehntausend Euro dotiert und mit der Auflage verbunden ist, daß der Preisträger  eine Lesetournee in die Literaturhaäuser macht und ihn sozusagen abarbeitet oder seine Arbeiten vorstellt.

Es gibt dann immer einen Flyer wo die Lesungen in den Literaturhäusern angegeben sind. Berlin, Leipzig, Salzburg, Graz…

Wien war nie dabei, so daß ich in den letzten Jahren immer in Leipzig, wenn ich dort gewesen bin, danach fragte?

„Eine gute Frage?“, hat mir Silvia Bartl, als sie in Leipzig war, um den Büchertisch der GAV, als die dort die „Lyrik im März“ im „Ringcafe“ veranstaltete, zu betreuen.

Judith Schalansky hat es nicht gewußt, und der Herr, der voriges Jahr moderierte hat, mir erklärt, daß das Wiener Literaturhaus eigentlich die Dokumentationsstelle für neuere Literatur sei und deshalb nicht dabei, aber beitreten würde.

Jetzt ist es soweit und so hat Ulf Stolterfoht, der heurige Preisträger, heute in Wien Station gemacht.

Den Namen des 1963 in Stuttgart geborenen Preisträgers kenne ich von der „Praxis des Schreibens“ und die Literaturhauslesungen, die am 18. März im Literaturhaus Leipzig begonnen haben, scheinen sich so abzuspielen, daß sich der Preisträger einen zweiten Lyriker einlädt und mit dem dann liest und diskutiert.

Für Wien hat sich Ulf Stolterfoht, den 1963 Südtiroler Oswald Egger, auch ein experimenteller Lyriker, den ich schon mal in der „Alten Schmiede“ hörte, gewünscht und das Literaturhaus war sehr voll von jungen Leuten, die ich spontan für Studenten der Sprachkunst gehalten hätte.

Das das stimmte dürfte, hat Robert Huez, den ich seit langem wieder mal im Literaturhaus sah, bestätigt, denn Ul Stolterfoht scheint dort  zu unterrichten und Oswald Egger hat mit der Lesung seiner Gedichte begonnen, ein sehr sprachgewaltiges Langgedicht, wie mir schien, wo es um das Essen von Stuten und Fohlen, etc ging und ich mir als die humorlose realistische Schreiberin dachte, wer tut das schon oder man könnte sich auch nach dem Sinn des solchen fragen, aber das wurde erst später angesprochen.

Zuerst las der Preisträger, der auch einen Verlag hat, in dem er beispielsweise Oswald Egger verlegt und er las einige Gedichte, die sich mit der Lyrik beschäftigten.

„Immens starke Lesergewohnheiten zerstören  die Wirkkraft der Dichtung“, wenn ich richtig zitiere, worauf ein Gelächter durch das wahrscheinlich studentische Publikum ging und Gedichte, die er Thomas Kling und Oskar Pastior gewidmet hat.

Dann war die Lesung aus.

„Jetzt müssen wir sprechen!“, sagte Ulf Stolterfoht in Oswald Eggers Richtung. Ein langes Schweigen war die Folge, das Christl Greller, die neben mir saß,  als kreatives Schweigen benannte.

„Jetzt nicht mehr!“, antwortete Oswald Egger,  dann bezog sich Ulf Stolterfoht auf Oswald Eggers Landschaftsbeschreibungen, die ihm sehr gefielen und in denen er gerne leben würde, obwohl er nicht wüßte, ob er darin überleben könnte?

Oswald Egger widersprach und begann von dem Wunsch zu sprechen, seine Gedichte zu projezieren, dann würden einzele Worte verschwinden und wieder andere neue Gedichte entstehen.

Dann ging es über den Sinn der Dichtung.

„Wozu der Scheiß?“, fragte Ulf Stolterfoht, flapsig freundlich, was die Humorlose, als „Verarschung“ interpretierte.

„Wozu tut man sich das an, ein Gedicht nach dem anderen zu schreiben?“

Nun man gewinnt den „Preis der Literaturhäuser“ beispielsweise damit,  geht ein paar Monate auf Lesereise und stellt seine Gedichte ein paar Leuten vor, die sie beispielsweise nicht als „Scheiß“ empfinden. So war auch ein Teil der experimentellen Szene Wiens, wie Brigitta Falkner, Herbert J. Wimmer, dann noch Monika Vasik und Christl Greller, ganz zu schweigen von mir, gekommen.

„Haben wir jetzt genug geredet und sollen wir noch was lesen?“, fragte Ulf Stolterfoht nach einer Weile und erzählte  von einer seiner Lesung in Ostberlin, wo er vier Gedichte ankündigte, worauf der Veranstalter aus dem Off „Allerhöchstens zwei!“, büllte.

Die hat er dann gelesen, die von Drogenerfahrungen handelte und morgen geht es in Literaturhaus Graz, wo Jan Wagner, der Gewinner des Leipziger Buchpreises“ vom letzten Jahr der zweite Leser ist und gestern waren sie in Salzburg, wo Ulf Stolterfoht mit Franz Josef Czernin gelesen hat.

Da wurde, hat er mir gesagt, das Gespräch, das man heute vielleicht ein wenig unvorbereitet nennen könnte, moderiert.

Eine Studentin hat diese Art der Moderation als sehr angenehm und locker gefunden. Ich bin da ja  vielleicht ein wenig humorloser, ernsthafter und angespannter und hätte mir vielleicht auch eine etwas konkreter Antwort erwartet, wie man dazu kommt „Ich esse Stuten, ich esse Fohlen!“ zu dichten und habe ja auch erst am Montag eine sehr gut moderierte Lesung eines experimentellen Dichters gehört.

In Wien muß man zwar keinen Eintritt zahlen, zehn Euro hätte ich mir „einen Scheiß“ aber nicht kosten lassen. Ganz abgesehen, daß das eine Vorstellung eines Literaturpreisträgers wahrscheinlich nicht ist.

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2016-03-21

Leipziger Buchmessenreport

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany

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In Leipzig war ich jetzt seit wahrscheinlich 1998, anders als in Frankfurt, wo ich nur 2000 und 2002 war, so an die zehn bis fünzehnmal. Seit 2009 blogge ich darüber, seit dem vorigen Jahr als akkredierte Bloggerin sohzusagen offiziell.

Man könnte auch lakonisch sagen, ich kann jetzt gratis hinein und die Bloggerlounge für Treffem, beziehungsweise fürs Kaffeetrinken benützen und gewohnt haben wir wieder, wie seit Anbeginn bei den Hundertmarks am Schmetterlingsweg.

Wie es war?

Spannend und, wie erwartet auch ein wenig frustrierend, obwohl eigentlich alles klappte, beim „Aufbau Verlag“ bin ich zu einem Sektempfang zurechtgekommen, in der Bloggerlounge habe ich mit Tobias Nazemi gesprochen, Mara Giese habe ich die Hand gegeben,  mit Olga Martinova und Olek Jurew im selben Messerestaurant zu Mittag gegessen, im „Leipziger Literaturinstitut“ war ich auch und eine Menge Bücher habe ich  ebenfalls aus Leipzig mitgebracht, wann ich die wohl lesen werde? Aber wieder schön der Reihe nach:

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Am Mittwoch sind wir am Morgen mit den Auto losgefahren, haben am Abend, während die Messe in Gewandthaus eröffnet wurde und der „Preis für europäische Verständigung“ an den Historiker Heinrich August Winkler vergeben wurde, mit den Hundertmarks zu Abend gegessen und sind am Donnerstag losgezogen.

Mit der Akkredierung gab es diesmal keine Probleme und so bin ich bis zum Mittagessen ersteinmal so ziemlich planlos durch die Hallen gezogen.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn als ich in der Halle vier das „Österreich Kaffee“ erreichte, hat gerade Ilse Kilic, von der ich eigentlich dachte, das sie am Mittwoch bei der „Lyrik im März“ in Wien lesen wird ihr neues „Ritter-Werk „Das sich selbst lesende Buch“, das, glaube ich, auch von einer Ilse Kilic handelt, vorgestellt und ich habe mich hingesetzt und ihr zugehört. Sie hat dann von mir wissen wollen, wo ich in Leipzig wohne und mir erzählt, daß sie auch eine Stunde Fahrtzeit hat. Dann habe ich beim „Amazon Kindle Publisher Stand“ ein paar Bücher eingesammelt oder war das erst am Freitag?

Egal, man vergißt ja soviel, obwohl ich mir brav alles in in mein rotes Büchlein aufgeschrieben habe und bin dann auch irgendwann beim „blauen Sofa“ gelandet, wo Nora Gomringer gerade mit Begeisterung von ihrer lesenden Mama erzählte, dann kam Heinz Strunk an die Reihe, der mit der „Der goldene Handschuh“ ja für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war.

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Ulf Stolterfoht

Ulf Stolterfoht

Dann kamen Joe Lendle und Tilmann Rammstedt auf das „blaue Sofa“ um über ihr „Morgen mehr“ Projekt zu erzählen. Ich habe mich aber mit dem Alfred zum Essen getroffen und danach habe ich mich bald in die Glashalle gesetzt, um bezüglich der Preisverleihung nichts zu versäumen.

Mit meinem Presseausweis hätten sie mich wahrscheinlich auch durch das Absperrband durch gelassen, aber auch so habe ich gut gesehen und war nah daran und kann jetzt gleich verkünden, daßn der Kategoerie Übersetzung Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von  Bora Cosic „Die Tutoren“ und bei den Sachbüchern,  Jürgen Goldstein für seine Biografie „Georg Forstner. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“ gewonnen hat.

Bücher, die mir nicht viel sagen und auch die in der Abteilung Belletristik waren für mich nicht so bekannt.

Da war, wie schon erwähnt Hein Strunk, der in den Blogs sehr gelobt wurde, nominiert, dann Marion Poschmann mit einem Lyrikband, Roland Schimmelpfennig  und Nis  Nomme Stockmann mit „Der Fuchs“, das wurde in den Blogs auch besprochen und dann noch der mir völlig unbekannte Guntram Vesper mit seinem Opus Magnum „Froburg“, der den Preis auch gewonnen hat.

Das ist ein Herr über siebzig und „Froburg“ ist ein Städtchen in der Nähe von Leipzig, wo er, glaube ich, auch aufgewachsen ist.

Jörn Dege

Jörn Dege

Thomas Podhostinik

Thomas Podhostinik

Also eine große Überraschung und damit bin ich dann in die Halle vier zum „Österreich-Empfang“ gegangen, wo es diesmal Schnitzeln zum Wein gegegeben hat, wurde doch der neue „Österreichische Buchpreis“, für den sich die Verlage nun bewerben können und der am Vorabend der nächsten „Buch Wien“,  vergeben wird, angekündigt.

Selbupublischer und Selbstverlage dürfen sich natürlich nicht bewerben, aber bloggen kann und werde ich natürlich darüber und interessante Gespräche hat es am Stand auch gegeben. Wir haben sogar den früheren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gesehen, den ich allerdings fast nicht erkannt hätte.

Am Freitag ist es dann weitergegangen. Diesmal bin ich, glaube ich, in der Halle fünf, bei den „Kindle Selfpublishern“ gesessen und habe einer jungen Frau mit schwarzen Hut und bunter Bluse zugehört, die aus ihrem Buch „Tieffliegende Liebe“ las, das von einer Fritzi handelt. Sie nennt sich Charly von Feyerabend, was wohl ein Pseudonym sein dürfte und  um zwölf hat es dann ein Bloggertreffen in der Bloggerlounge gegeben, dann habe ich wieder den Alfred getroffen und Tilmann Ramstdet diesmal auf der Bühne des „Literatucafes“ versäumt.

Dann ging es wieder nach Österreich und zu einer Lesung von Karin Ivancsics neuem Buch und bei den Rumänen bin ich auch zu einem Empfang zurechtgekommen, wo der Messedirektor war, Dana Grigorcea und wahrscheinlich noch eine Menge anderer wichtiger Personen, beim „Aufbau Stand“ habe ich dann mit Frau Seiler gesprochen, Robert Misik und Ronja von Rönne gesehen. Dann war es schon Zeit für das „blaue Sofa“, wo es diesmal wieder am Abend eine „blaue Stunde“ gab, am Freitag zum Thema „Flucht, Angst und Integration – Stößt Europa auf seine Grenze“, denn das war heuer das Messe Spezialthema. Danach wurde der „Preis der Literaturhäuser“ an den eperimentellen Lyriker Ulf  Stolterfoht vergeben, der diesmal auch im „Wiener Literaturhaus“ lesen wird und irgendwo in der Glashalle gab es einen Chor, wahrscheinlich auch zum Thema Freiheit und Integration, der so laut war, daß man den Preisträger und den Moderator nicht mehr recht verstanden hat.

Franziska Gesternberg

Franziska Gesternberg

Janko Marklein

Janko Marklein

Zu den Brezeln gab es diesmal nur Weißwein oder Wasser, aber ich hatte mein Glas Rotwein schon bei den Rumänen getrunken und außerdem noch etwas vor, hatte mich doch Jörn Dege, der mir auch die „Doppelte Biografieführung“ geschickt hat, zur „Institutsprosalesung“ ins „Leipziger Literaturinstitut“ in die Wächterstraße, neben der amerikanischen Botschaft gelegen, eingeladen, wo Thomas Podhostinik, Franziska Gesternberg, Janko Marklein, Luise Boege, Kristina Schilke und Sascha Macht, alles Absolventen, ihre neuen Romane vorstellten und in einer Vitrine konnte man die anderen Bücher berühmter LL-Studenten, drunter die von Clemens Meyer, Sasa Stanisic, etcetera, bewundern.

Am Samstag ist es weiter mit einem kurzen Kennenlernen von Martina Gercke am „Meet und Greet Stand“ und einem längeren Gespräch mit Tobias Nazemi in der „Blogger Lounge“ weitergegangen.

Ich habe Anna Jung und Nellja Veremej die ihr neues Buch „Nach dem Sturm“ am Stand der „Unabhängigen“ vorstellte, gehört und Ronja von Rönne am „blauen Sofa“ versäumt.

Da bin ich gerade zum „Krimi Speed Dating“ zurechtgekommen, wo Dora Heldt, Sebastian Fitzek, Friderich Ani, und Elisabeth Herman ihre neueren und älteren Krimis vorstellten und an sich gegenseitig verschenkten, zurechtgekommen und bin am Abend nicht mehr zu einer Lyrik Lesung mit der Ute ins Cafe Tunichtgut gegangen, sondern am Schmetterlingsweg verblieben und den Sonntag habe ich hauptsächlich vor dem „blauen Sofa“ verbracht, hat da ja Michael Kumpfmüller seinen neuen Roman „Die Erztiehung des Mannes“ vorgestellt. Ich habe die offenbar Bestsellerautorin  Theoa Dorn und ihren „Faust-Roman“ „Die Unsterblichen“ kennengelernt und Antje Ravic Srubel hat, glaube ich. auch etwas über „Transgender“geschrieben.

Luise Boege

Luise Boege

Kristina Schilke

Kristina Schilke

Dzevad  Karahasan ist mit seinem neuen Roman „Der Trost des Nachthimmels“ weit in die Vergangenheit zurückgegangen. Dann wurde es wieder voll, denn dann kam Sarah Kuttner mit ihrem Hund, sprach über ihre neues Buch „180 Grad Meer“ und beantwortete, die Kritikerfrage, die ich auch auf den Blogs schon hören konnte, ob das was sie da schreibt, denn literarisch ist, mit ihrer wahrscheinlich bekannt sehr lockeren Art „Es ist das. was ich kann!“ und bekam sehr viel Apllaus dafür.

Dann bin ich ich zum Mittagessen in die „Blogger Lounge“ gegangen, habe mir dort kein Frankfurter, sondern ein  Paar Wiener Würschen, denn die heißen dort so, gekauft und es war etwas leerer, hat es ja anderswo, eine große Blogger Konferenz gegegen, wo auch Mara Giese ihren Blog vorstellte, für die man aber dreiißig oder sechzig Euro zahlen hätten müssen.

Dann bin ich noch ein bißchen durch die Halle drei gewandert, habe mich bei dem toskanischen Stand, wo es Wurst, Wein und Käse gab,  ein bißchen durchgekostet, die angeboteten Bibeln und christlichen Bücher verschmäht und bin dann wieder zum „blauen Sofa“ gewandett, wo „Fünfundzwanzig Jahre Leipzig liest“ mit Clemens Meyer, Kerstin Hensel und Jan Böttcher gefeiert wurden.

Dann gings  zur Ulrike, die ja um die Zeit ihren Geburtstag hat und heute sind wir mit zwei vollen Büchertaschen zurückgefahren und ich kann mein Resume ziehen, beziehungsweise mich bei den anderen Blogs so umsehen, wie die die Leipziger Buchmesse erlebten und, daß El Awadalla, die erforderten sechtausend Unterschriften nicht zusammenbekommen hat und daher nicht die nächste österreichische Bundespräsidentenin werden kann, hat mich ein bißchen enttäuscht.

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Sascha Macht

Sascha Macht

Es gibt aber viel zu Lesen und in Leipzig habe ich Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“, ein Fund aus dem Bücherschrank durchgenommen, von deren großen Erfolg, ich auf einer der Fachkonferenzen, die es für Buchhänderschüler, beziehungsweise  Studenten gab, ebenfalls hören konnte.

 

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