Literaturgefluester

2020-10-27

Diogenes- Frühjahrsprogramm und Priessnitz-Preis an Elias Hirschl

Als konsequente Maskenverweigerin sitzt man in Zeiten, wie diesen ja fast nur zu Hause und folgt damit ganz genau dem Aufruf der Bundesregierung, um trotz steigender Zahlen dem zweiten Lockdown zu gehen und fad ist mir dabei fast auch nicht, denn es wartet ja noch fast die ganze österreichisce Buchpreisliste, drei der Schweizer Bücher und zwei der Deutschen auf mich und die Veranstaltungenm die ja wahrscheinlich bald ohnehin gestoppt werden, kann ich mir ja per livestream ansehen und da gibt es ja ein Hin- und Herhoppeln, weil meist ein vielseitiges Angebot und da hatte ich mir für den Dienstag schon etwas angestrichen und vorgenommen, da heißt angestrichen hatte ich wieder mal zu wenig, mich aber auf die Verleihung des siebenundzwanzigsten „Priessnietz-Preises“ an Elias Hirschl sehr gefreut, denn der „Reinhard Priessnitz-Preis“ gehört ja den literarirschen Veransaltungen, die ich mir besonders gerne gebe.

Im Jahr 1998 bin ich, glaube ich, das erste Mal diesbezüglich im Literaturhaus gewesen, als er an Sabine Gruber vergeben wurde, dann erinnere ich mich an die Preisverleihung 2003 an Olga Flor und da war ich, glaube ich, vorher noch in der Hauptbücherei, weil dort die Elfriede Gerstl gelesen hat, ab dann war ich, glaube ich, jedes Jahr und habe ab 2008 darüber gebloggt, bis vor drei Jahren wo an einem meiner Lieblinge nämlich Hanno Millesi vergeben wurde, da wollte ich auch, hatte aber so viele Stunden, daß ich, als ich losstarten wollte, daraufgekommen bin, es ist schon dreiviertel acht statt dreiviertel sieben und ich bin zu Hause geblieben, Gustav Ernst hat mich, was mich besonders freut, vermißt und, ob er das auch heute getan hat, weiß ich nicht, denn mit Maske gehe ich ja nirgendwo hin, wie ich immer sage, habe es mir also über Livestream gegeben und da amüsiere ich mich ja immer, wenn ich die Autoren und die Veranstalter ihre Masken abnehmen sehe, aber eigentlich hatte ich mir ja etwas ganz anderes angestrichen, habe ich doch vor ein paar Tagen ein Mail vom Susanne Bühler vom „Diogenes-Verlag“ bekommen, die, weil Frankfurt ja heuer ins Wasser gefallen ist, zu einem digitalen Bloggertreff eingeladen hat, wo sie das Frühjahrprogram und einen Überraschungsgast präsentieren wollte.

„Mailt uns, wenn ihr könnt!“, hat sie geschrieben und ich habe „Ja!“, geantwortet und ein paar Tage später gedacht, da ist ja der „Priessnitz- Preis“, der heuer an den jungen Superstar, nämlich den 1994 geborenen Elias Hirschl vergeben wird, dessen „Hundert schwarze Nähmaschinen“, ich zwar nicht gelesen habe, aber auf der Buchpräsentation im Literaturhaus war, dort mit Anna Jung gelpaudert und Torte gegessen habe, wie ich mich erinnern kann, ja heuer ist alles anders und weil das Literaturhaus ja immer mit dem akademischen Viertel beginnt, konnte ich auch noch ein bißchen in das Bloggertreffen hineinsehen, nicht hören, denn mit dem Ton habe ich bei Zoom manchmal Schwierigkeiten. Aber ein Verlagsprogramm kann man sich ja ansehen und da habe ich bekannte Namen, wie Bernhard Schlink, Charles Lewinsky, etcetera gelesen, bevor der Stargast Joachim B. Schmidt sein neues Buch vorstellte, aber da stand schon Markus Köhle am Lesepunkt und der ist jetzt offenbar der Krisenmoderator, denn in der „AS“ habe ich ihm mit Antonio Fian der ja auch einmal den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat, gesehen, bei der Jaschke-Veranstaltung hat er moderiert und, ich glaube, auch bei der Veranstaltung, die statt einer anderen eingeschoben wurde.

Jetzt hielt er jedenfalls eine blende übersprühende Laudation, wo er Elias Hirschl Zitate präsentierte, also, das was andere über den jungen Superhelden geschrieben haben, dann kam der auf die Bühne, wurde von einem maskierten Robert Schindel, Robert Huez und Gustav Ernst umringt, mußte für das Foto auch den verordneten Sicherheitsabstand einhalten und las dann drei verschiedene Texte vor, denn außer „Jung und Jung-Autor“ ist der junge Mann, der wie ich „Wikipedia“ entnahm auch das Gymnasium in der Rahlgasse nur zehn Jahre später, als die Anna besuchte, ja auch ein bekannter Poetry Slamer und er erklärte auch, daß er eigentlich einen seiner ersten Texte, den er im Literaturhaus gelesen hat, mitnehmen wollte, das hat er dann nicht getan, sondern während des Lockdown eines Text aus „Einstern-Amazon-Rezensionen“ unter dem Titel „Was Leser wollen… ,daß ihr Buch unbeschädigt ankommt, daß Kafkas Prozeß“ fertig geschrieben wird, etcetera, eteceta, geschrieben, der auch nur aus Zitaten bestand, dann kam ein Text, der in den „Koliken“, der Literaturzeitschrift von Gustav Ernst abgedruckt ist und ganz besonders interessant, ein Ausschnitt aus dem nächsten Roman, der sich, wie er sagte mit den „Jungen Konservativen Österreichs“, gemeint sind da wahrscheinlich die Identitären auf dem Weg zum Akademikerball befaßt, ein besonders lustiges Stück, wo die jungen betrunkenen Männer mit ihren Frauen im Taxi sitzen, Sekt verschütten, von der Antifa umzingelt werden und aus dem Auto die „Internatione“ brüllen.

„Freuen wir uns auf das Buch!“, sagte Robert Huez noch, verwies auf den Büchertisch und auf den Wein auf den man im Zeiten, wie diesen wahrscheinlich nur virutell mit dem jungen Autor anstoßen kann und ich habe auch nur ein Glas Wasser auf dem Beistelltischchen stehen, aber vorhin mit der Ruth telefoniert, die gestern auf einer Anti-Coronademo war, wo Masken verbrannt wurden, worüber sich „OE 24-TV“ heute sehr empörte und es auch Gegendemonstrationen gab.

2016-06-26

Von St. Aegyd und Wartholz

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Dieses Wochenende war wieder Wandern mit Alfred ehemaligen Lehrer und Schulkollegen angesagt, sozusagen Sladky 28, ich habe ja schon öfter darüber geschrieben.

Alfred hatte im Gymnasium einen jungen Turnlehrer, der mit seinen Schülern auf Wanderwoche ging. 2000 ist der dann in Pension gegangen, hat seine ehemaligen Schüler zu einem Diaabend eingeladen und seither gehen wir zwei Mal im Jahr vor und nach dem Sommer sozusagen mit ihm wandern und dazwischen treffen wir uns auf einen sogenannten Fototermin.

Freitagabend sind wir nach St. Aegyd am Neuwald zu der Herzerl-Mitzi, in deren Jausenstation wir Quartier nahmen losgefahren, das ist nicht sehr weit von St. Pölten, wenn wir auf den Göller oder den Hochschwab gehen, kommen wir dort vorbei und zweimal sind wir auch bis nach Mariazell zu Fuß gegangen, das erste Mal haben wir in St. Aegyd übernachtet, das zweite Mal sind wir gleich von dort losgestartet und die Herzerl-Mitzi ist eine urige Frau, die in ihrer Wirtsstube viele Lebkuchenherzen liegen hat, die sie  mit Zuckerglasur bespritzt und man sich von ihr Sprüche, wie „St. Aegyd grüßt die ganze Welt“ oder auch ein bißchen derber „Is dei Oade bled und zwida, sauf die auf der Wies nieder“, oder auch „Alles Liebe“, „Viele Grüße“, „Schatzi“, etcetera aufpritzen lassen kann.

In den Zimmern und den Ferienwohnungen gibt es Badeteppiche in Herzform, die Häferln haben ihreAufschrift und die Mitzi erzählte uns  von dem vierzig Quadratmeter großen Rekordherzen,
das sie einmal in St. Aegyd aufbaute und für einen guten Zweck spendete.

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Sie war auch einige Mal in Berlin bei der grünen Woche mit ihren Herzen und erzählte uns von ihren Pannen und  mußte gerade sie für eine Hochzeit Herzchen in Tischkartenform mit den Namen der Erwarteten bespritzen, was sie dann bis in die Nacht und auch am Morgen während des Frühstücks betrieb.

In dieser urigen Umgebung haben wir den Freitagabend verbracht, am Samstag ging es auf den Gippel und als wir am Nachmittag zurück waren und ein paar die Fußballspiele ansehen wollten, gab es viel Betrieb im „Holzhof“ in dem es auch einen Heurigen im ehemaligen Kuhstall gibt. Es gab auch kurzfristigen Regen und am Abend viel selbstgemachte Musik, die die Gruppe mittels Ziehharmonia, Waschbrett, etcetera herstellte und die Gäste an den anderen Tische, wie einen kleinen Buben anzog, der sich „Yellow Submarine“ wünschte, eifrig mitsang und von seinem Vater dabei fotografiert wurde.

Heute ging es noch zu einem kleinen und einen großen Wasserfall und dann ins Gasthaus Perchthold in St. Aegyd zum Mittagessen, in dem wir bei unserer ersten „Mariazell-Wallfahrt“, ich bin nicht religiös und bin nicht aus diesen Gründen dorthingegangen, nächtigten und während all das stattfand und ich nur ein paar Seiten in meinem Sommerbuch, die Sonnwendfeiern gab es gleichzeitig auch, Siri Husquedts „Ein Sommer ohne Männer“ las, fand andernrorts die  Literatur statt.

Noch nicht „Bachmannpreis“ in Klagenfurt, obwohl die ja gestern ihren neunzigsten Geburtstag hatte, sondern der „Wartholzer Literaturpreis“ lief von Donnerstag bis Samstag, wen ich mich nicht irre, in einer Kirche in Wiener Neustadt ab und das ist eine Änderung, denn der Wartholzer Literturpreis, der eigentlich nach dem Schloß Wartholz an der Rax genannt wird, gab es bisher, glaube ich im Jänner oder Februar.

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Das ist ein eher kleinerer österreichischer Literaturpreis, man kann seine Text hinschicken, sechshundert Leute haben das heuer getan, ich nicht und habe das, glaube ich, auch nie, zwölf Text wurde ausgewählt und ihre Autoren, bei denen heuer Cornelia Travnicek, Robert Prosser, Katharina Tiwald, Jürgen Lagger, Josef Kleindienst, Didi Drobner, Marlen Schachinger und Ursula Wiegele von den mir bekannten Österreichern waren, durften sie, live, wie in Klagenfurt den Juroren Günter Kaindlsdorfer, Olga Flor, Angelika Klammer und den mir unbekannten Germanisten Wynfried Knefelder, sowie einem zahlenden Publikum vorlesen.

Gewonnen, habe ich Cornelia Travniceks- sowie der Wartholz Seite entnommen die Deutsche Susanna Mewe, sowie Robert Prosser, der hat den NÖ und den Publkumspreis bekommen. ein paar kleinere Preise, sowie Stipendien wurden auch vergeben.

Soviel Öffentlichkeit, wie der Bachmannpreis hat der Preis, glaube ich, nicht, aber Andrea Winkler hat ihn einmal gewonnen, Christian Steinbacher, Karin Peschka und und und an mir geht er wieder einmal vorbei, beziehungsweise informiere ich mich im Internet darüber und dort habe ich auch erfahren, daß Sandra Gugic, die ehemalige Exil-Preisträgerin und Sprachkunst-Absolventin in Herbst den „Priessnitz-Preis“ bekommen wird.

Ja, so läuft der österreichische Literaturbetrieb, an mir läuft er leider vorbei, aber das „Literaturgeflüster“ wird ja demnächst acht Jahre alt und das ist  ein Grund zum Feiern und das Wanderwochenende war wieder einmal sehr schön, obwohl es ein paar persönliche Differenzen gegeben hat und an dem „Nein“ der Briten zur EU und an den verlorenen Fußballspielen haben wir wohl auch noch zu kiefeln.

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