Literaturgefluester

2017-08-06

Edelweißboden, Weisenblasen, Hauermarkt

Ich habe in meinen letzten beiden Wochenendberichten ja ein bißchen von der Gefahr der Eintönigkeit geschrieben, wenn ich da am Wochenende in Harland sitze, mit dem Rad in Richtung Wilhelmsburg oder St. Pölten fahre, dort am Markt mit dem Alfred ein Würstl esse und am Sonntag die Rudolfshöhe ersteige.

Dieses Wochenende war etwas anders und das finde ich sehr schön, obwohl ich mich ja gerne an meinen Ritualen festhalte, aber nur an der Traisen herumradeln, während die Anderen ihre Urlaube am Mittelmeer, Amerika oder woanders mache, ist vielleicht doch ein wenig wenig, obwohl ich ja ein Reisemuffel bin und die Monate Mai und Juni während da der Alfred in Amerka war ohnehin in Wien als sehr intensiv und aufregend empfunden habe.

Aber da kam ja vor einiger Zeit vom Gunther von der Wandergruppe, mit der wir ja immer am Anfang und am Ende des Sommers auf die Berge gehen, ein Anfrage, ob wir mit ihm nicht auf den Edelweißboden wandern wollen?

Das ist eine Wiese in der Nähe von Tragöß, also in der Hochschwabgegend, wo wir ja auch cirka einmal im Jahr hinaufwandern und das erste Mal, als ich mit dem Alfred am Hochschwab war, das war, glaube ich, zu  Pfingsten 1983, waren wir auch in Tragöß und am grünen See.

Am Edelweißboden war ich aber noch nie und nach einigen Hin und Her haben wir auch zugesagt. Denn es ist ja derzeit sehr heiß und das Wetter auch nicht so beständig. Aber dann sind wir am Freitagnachmittag losgefahren. Vorher war ich mit dem Rad noch in Wilhelmsburg und habe beim „Spar“ für die Schwiegermutter zwei Stück verbilligten Marillenkuchen eingekauft. Dann sind wir los in ein Örtchen namens Etmißl, wo wir übernachteten. Das taten der Gunther mit seinem Hund und der Doris auch und mit denen gingen wir dann in ein tolles Gasthaus mit einem tollen Grill.

Grüner See (bei Tragöß)

Grüner See (bei Tragöß)

Ich habe, da ich am Abend ja nur sehr wenig esse, ein Wildschweinsulz probiert, die anderen aßen Grillteller, dann wurden wir fast vom Regen und vom Gewitter überrascht und hörten am Morgen auch von der Wirtin, daß in der Nacht die Feuerwehr ausrückte, weil der Bach übergangen war.

Am Samstagmorgen war es aber wieder schön, so wanderten wir auf den Edelweißboden, das ist eine Wiese, wo man die Edelweiß zu Hauf sehen, aber nicht pflücken kann. Wurden da auch ein bißchen vom Regen überrascht, aber nicht sehr und es war auch sehr spannend, den am Boden liegenden Männern zuzuschauen, wie sie da die Edelweiß fotografierten. Denn wir haben uns, bevor wir aufstiegen noch mit dem Hans, der Monika und der Christa getroffen.

Den Otto Lambauer, meinen literarischen Verstärker, der mir am Anfang meines Blogs ja viele Kommentare sandte und auch ein paar meiner Bücher rezensierte, haben wir erst zu Mittag im Almwirtshaus Hiaslegg getroffen, da er eine Knieoperation hatte und nicht mitgehen wollte.

Wir sind aber mit ihm und einigen anderen nach dem Essen nach Tragöß gefahren, weil dort am Nachmittag das sogenannte „Weisenblasen“ stattfand und das war sehr lustig.

Denn da standen rund um den See Blasmusiker und spielten ihre Weisen, beziehungsweise spazierten sie rundherum, so daß man von allen Seiten die Volksmusik hören konnte.

Einen Dudelsackpfeifer gab es auch.

Dann sind wir nach Harland zurückgefahren, ein Teil der Wanderer ist noch dort geblieben, aber an dieses Wochenende gibt es ja nicht nur das „Weisenblasen“, sondern auch in Wagram an der Traisen den Hauermarkt, beziehungsweise das Kellegassenfest, wo wir schon zweimal hingeradelt sind und wir auch heuer auf ein Blunzlgröstl und Marillenknödel oder so machen wollten.

Aber leidet hat es am Sonntagmorgen sehr geregnet, so daß das ins Wasser gefallen ist, wir zu Hause geblieben sind, der Alfred Kartoffelpuffer machte und ich Meredith Winters zweiten Liebeskrimi in einem Zug gelesen habe.

2015-07-26

Durch die Wachau

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse,Reisebericht — jancak @ 19:30
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Ich mag ja das Donauradfahren und habe schon einige diesbezügliche Touren gemacht.

Als die Anna klein war, sind wir mit ihr zweimal mit dem Zug nach Passau gefahren und mit dem Rad zurück, das erste Mal sind wir, glaube ich, bis Melk gekommen, das zweite Mal überhaupt nur bis Ybbs.

Dann kam die Dichterradkarawane der Ruth Aspöck, da ich ich an einem Vormittag nach Osterm, glaube ich, zuerst war die „Ohrenschmaus-Pressekonferenz“ im Radiokulturcafe mit dem Alfred nach St. Pölten gefahren, dann mit dem Zug und den Rädern auch nachYbbs und  weiter, zehn Tage lang bis Regensburg.

2008, als ich schon darüber bloggte sind wir mit den Hundertmarks und am Anfang auch mit dem Robert und der Ruth nach Passau geradelt und mit Zug und Schiff wieder zurück.

2011 machtenwir einen Tagesausflug zu „Glatt und verkehrt“ nach Rossatz und sind die Marillenmeile entlang gefahren und das haben wir, glaube ich, 2008 auch schon so gemacht, haben bei der Lisl Wagner-Bacher gegessen und dann sind wir, glaube ich, bis Melk geradelt, ein paar Ausflüge zum Donaugasthof nach Traismauer waren auch immer drinnen und heur sind wir während unseres Urlaubs von Ulm nach Regensburg geradelt und haben uns dann auch noch ein Kabarett in Würzburg angesehen.

Die Donau ist also ein wichtiger, auch literarischer Erholungspunkt für mich, in der Sommerfrische komme ich eher nur bis Traismauer und gelegentlich nach Melk, denn meistens wandern wir am Sonntag auf die Rudolfshöhe, die macht aber Mitte Juli bis Mitte August Urlaub und so war es heuer wieder so weit.

Um neun weggeradelt zum Bahnhof von St. Pölten, der  jetzt neu und umgebaut ist, dort, wo man die Fahrkarten kauft, heißt es jetzt „Reisezentrum“, man fährt mit dem Lift zum Bahnsteig, der Alfred begann die Räder zusammenzuklappen, denn da kann man mit jeden Zug fahren, bracht nicht reservieren und nicht extra zahlen. Ein älterer Herr schaute zu, zeigte sich interessiert an Gewicht und Preis und erklärte, dann daß er sein Rad immer in den Keller trage und daß das recht mühselig sei.

Der Zug kam an, es gab viel Platz und einige Japanerinnen, die sich unterhielten.

Prinzersdorf, Loosdorf, dann kam schon die Durchsagestimme „Next stop, Melk!“  und alle stiegen aus. Ganze Japanergruppen strömten zu dem Stift, ein paar Radfahrer gab es auch und wir wählten die weniger befahrene Seite, die wo man dann nach Dürnstein die Fähre nehmen muß.

Aber erst waren wir an Aggstein essen, da waren wir schon ein paar Mal im Winter mit der Schwiegermutter. Jetzt gab es viele Tische im Garten, es war halb zwölf und schon etliche besetzt.Ich bestellte Rindfleisch mit Dillfisolen sommerlich leicht serviert und wollte dann, was ich bei den Wachauradausfügen im Sommer immer mache, ein Marillenknödel. Aber wir saßen etwas abseits, die zwei Kellnerinnen und der Wirt wuselten vorbei, nahmen Bestellungen auf, brachten Getränke und ließen unsere Teller stehen, so daß es zwei Stunden dauerte bis die Knödel kamen und dann losgefahren, die Marillenmeile entlang, aber die waren schon eher abgeeret, dafür ließen sich ein paar Zwetschken entdecken und bei Rossatz setzten wir auch wieder über, mit einem kleinen Boot, wo man zu den Tickets einen Gutschein für den Eissalon in Dürnstein bekam, wenn man zwei Kugeln kauft, ist die dritte gratis, also hatte ich einen riesig Schüßel und zum ersten Mal, glaube ich Marilleneis, war sehr gut.

„Die Qualität von den Italienern, die Freundlichkeit von den Österreicherin, der Fleiß von den Ungarn!“, lautete der Werbespruch.

Viele Ausflügler stellten sich an, das Geschäft lag gleich bei der Schiffsanlegestelle, sowie beim Aufgang in den Ort und zur Ruine. Es wurde auch Wein verkauft, so wählte der Alfred einen Riesling und der Heurigenbesuch fiel aus.

Nach dem fragte mich dann ein älterer Herr, kurz vor Krems.

„Keine Ahnung, ich bin hier fremd, nur auf der Durchfahrt, aber ich nehme an, Heurigen gibt es hier überall!“

In Krems Stein wohin wir dann bald kamen, gibt es welche, das weiß ich von von meinen frühen Werbefahrten, denn die brachten mich dort immer hin, inzwischen kommen wir auch öfter nach Krems, denn da wurden früher ja die „KramerPreise“ vergeben, ist das Literaturfestival „Literatur und Wein“ und in der Strafanstalt waren wir diesen Frühling auch zweimal, im April und in Krems selbst ist die Galerie auf der Landstraße, wo die Ruth Aspöck ihre Lesungen macht, also auch ein Krems Bezug und durchgeradelt, bis zum Bahnhof, da war dann noch eine gute halbe Stunde Zeit, also auch die Japaner beobachten und die anderen englisch sprechenden Touristen. Es gibt erstaunlich viele von ihnen, junge, ältere, Kinder, Frauen mit Strohhüte, aber auch Leute in Lederhosen und Dirndl, das sind dann meistens keine Japaner, obwohl ich solche auch schon gesehen habe.

Zurück mit dem Zug, über Herzogenburg, wo ich letzte Woche auch schon war und das letzte Stück von St. Pölten wieder mit dem Rad zurück.

Durch das Rumpeln über das Katzenkopfpflaster, das es in Krems gibt, haben die meisten meiner aufgeklaubten Marillen und Zwetschken nicht überlebt. Es waren ohnehin nur wenige, der Rest, der es tat wurde dann zermatscht und mit Sekt zu einem Getränk vermischt, das ich ganz in Anlehnung an den schönen Ausflug „Wachau-Cocktail“ nennen will.

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