Literaturgefluester

2019-04-24

Vorbilder

Filed under: Buchpromotion,Schreibbericht — jancak @ 00:56
Tags: , , ,

„Wie geht es in der Schreibwerkstatt weiter?“, werden meine Leser vielleicht wissen wollen, die sich mit mir in der letzten Zeit durch die Frühjahrsneuerscheinungen gewühlt haben.

Da passiert sehr viel, da gibt es die Debuts, das realistische Schreiben der jungen Autoren und der großen schon bekannten Autoren, es gibt ein paar Krimis oder Thriller, die noch kommen werden und da ich ja das letzte Monat am Abend nicht weggegangen bin, habe ich gelesen und gelesen.

Am Morgen und am Abend jeweils eine Stunde, diesmal ohne Badewanne, geht auch, obwohl ich das ja am liebsten tue und dazwischen neben meinen Stunden habe ich die „Magdalena Kirchberg“ korrigiert.

Das tue ich jetzt schon sehr lang und immer wieder laut lesend und bin eigentlich jetzt schon soweit durch, daß ich es fast auswendig kann und immer wieder denke, daß ich jetzt endlich fertig werde, um dann doch noch einen Fehler finde, dann doch noch was korrigiere, was vielleicht doch nicht so stimmig ist, etcetera.

Am Mittwoch nach Oster fliegt der Alfred mit seinem Freund Karli nach Kuba und hat dafür schon viele Mitbringseln besorgt und ich bin am Überlegen was ich in dieser Zeit machen werde?

Als er vor zwei Jahren, glaube ich, in Amerika war, war ich ja sehr aktiv, bin mit der Ruth den öffentlichen Raum abgegangen, habe bei Annika Bühnemanns Kurzgeschichten-Challenge, die Szenen für „Besser spät als Wien erschrieben“ und bin auch sonst durch die Stadt flaniert, habe nach der Seestadt Ausschau gehalten und die erst im zweiten Anlauf gefunden, etcetera.

Voriges Jahr war es damit, glaube ich, ein wenig ruhiger, denn da wollte ich auch immer weg, das Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ und die vielen Fehler, die zu finden waren, hinderten mich daran und heuer?

Was werde ich heuer machen, wenn der Alfred in Kuba ist?

Die „Magdalena“ korrigieren, solange ich das muß, natürlich. Dann steht, wie ich es ja immer nach dem Fertigwerden machen, das Stadtflanieren an und da hätte ich auch, weil ich ja die letzten sechs Wochen kaum draußen war, auch einen Nachholbedarf.

Zum Recherchieren gibt es aber noch nicht sehr viel, da ich zwar schon eine vage Idee habe, was ich als nächstes schreiben will, aber das wird erst das übernächste Buchprojekt sein, weil ich ja als nächstes ein „Literaturgeflüsterbuch“ über meine Schreibberichte machen will.

Da habe ich die Artikel schon, sie sind im Blog nachzulesen, müßen aber für das Buch  angepasst werden, ob ich da schon zu weit bin, daß  mir das der Alfred herauskopiert und ich dann das Monat daran korrigiere, weiß ich nicht?

Sieht nicht ganz so aus, weil ja noch die vorher erwähnten Pläne, aber da muß ich  ohnehin noch die Probekapitel der dreizehn oder vierzehn Bücher einfügen, die seit dem Entstehen des Blogs entstanden sind und seit einigen Jahren habe ich mich ja auch bemüht, meinen Lesern im Blog kleine Einsichten in mein Schreiben, über meine Lieblingsbücher, die ersten Sätze, meine Themengebiete zu geben, etcetera, so daß da nach und nach ein kleiner oder auch größerer Einblick in meine Schreibwerkstatt entstanden ist.

Es gibt auch einen Querschnitt über meine Themengebiete, über die Kinderbücher, die depressiven Frauen, die bekannten Gestalten, die politischen Bücher, etcetera, so daß sich die daran Interessierten einen guten Einblick in mein Schreiben bekommen können.

In das realistisch psychologische sozialkritische Schreiben einer seit über fünfundvierzg Jahren erfolgfrei schreibenden Frau, die das aber seit ihrer Matura, im Mai 1973 beinah unverdrossen und wahrscheinlich auch verbissen unentwegt regelmäßig tut, so daß man vielleicht auch fragen kann, wie ich zu meinen Figuren komme und da schreibe ich wahrscheinlich keine wirklichen Schlüßelromane, habe aber meine Vorbilder, das heißt ich orientiere mich eigentlich immer an mir bekannten Personen, die ich dann in meine Texte sozusagen literarisiere.

Ich weiß nicht, wie das die anderen machen, aber wahrscheinlich orientiert man sich immer an irgendetwas und erfindet die Welt und auch die Charaktere, die in ihr leben, nicht neu.

Das macht dann manchmal Probleme, wenn man ein Buch herumreicht und sich dann die Betroffenen erkennen, wie es mir beispielsweise bei den „Schreibweisen“ mit meiner Freundin Bruni, das heißt der Hilde Langthaler, die ja am 22. Jänner gestorben ist, passierte, mit der mich  bis in die Neunzigerjahre wahrscheinlich, zusammen mit anderen schreibenden Frauen getroffen habe und meine Heldin Katharina, hat sie, glaube ich, gehießen, hat das in „Das Salz in der Suppe“, die im Erzählband „Schreibweisen“, meinem zweiten „Digi-Buch“ enthalten ist, auch getan und die Bruni war dann bös, als sie sich erkannte, obwohl ich  ja nicht über sie geschrieben habe, sondern sie nur als „Vorbild“ für die „zaghaft unenstschlossene Margarete“ nahm.

Mit der Bruni bin ich  später nocheinmal zusammengestoßen, als Dieter Scherr in der „Eigenverlagsreihe“, die es in der Zeitschrift „Autorensolidariät“ schon lange gibt, ein Portrait von mir herausbrachte und dazu Fotos vorn mir haben wollte.

Ich habe ihm ein paar zusammengesucht und dann waren in dem Artikel zwei enthalten, wo ich mit der Bruni abgebildet war. Eines ist, glaube ich, auf einer „IG-GV-Sitzung“ entstanden, das anderer stammte aus einem Textheft, das der „Arbeitskreis schreibender Frauen“ herausgebracht hat.

„Warum bin ich so oft mit dir abgebildet?“, hat sie mich gefragt. Aber ich habe das ja gar nicht ausgesucht. So ist ein Streit daraus entstanden, über den ich dann „Im wilden Rosenwuchs“ geschrieben hat.

„Ja so kommt man zu seinem Themen!“, lasse ich in der „Magdalena Kirchberg“, die fünfundachtzigjährige erfolglose demente Dichterin Maria Mattuschek, die erst spät mit experimentellen Träumen berühmt werden, soll, sagen.

Die hat kein reales Vorbild oder ist vielleicht mein alter Ego und darüber habe ich, glaube ich, bei der letzten „Kritlit“ mit Wolfgang Helmhart gesprochen, daß ich gerne einmal darüber schreiben will, daß eine erfolgfrei schreibende Frau und solche kann man ja meinen Texten zu Hauff finden, erst in ihrer Demenz berühmt wird.

Die „Magdalena Kirchberg“ ist vielleicht auch ein „Alter Ego-Teil“ von mir und als ich meinen ersten „Nanowrimo“ die „Heimsuchung“ geschrieben habe, habe ich mich da an den Blogs orientiert, die ich damals gelesen habe und einiges von dem der Cornelia Travnicek entnommen, die ja damals gerne in Klagenfurt gelesen hätte,  sich auch an den Uni-Streiks beteiligt hat und gerne an der „Hochschule für Schreibkunst“ aufgenommen worden wäre, aber dafür als überqualifizert galt.

Es haben mir auch einige meiner Klienten als Vorbilder gedient und darüber habe ich mich ja einmal mit Friedl Jary vor langer langer Zeit unterhalten, als die mich für das Radio Österreich International interviewt hat und die mich fragte, was ich mir für mein Schreiben aus meiner Praxis mitnehme?

Nun die „Kerstin “ aus „Kerstins Achterln“ hat ein solches Vorbild, sowie die Sveti und die Sevim  aus  der „Frau auf der Bank“.

Es ist mir auch schon passiert, daß mich eine Klientin darauf angesprochen hat, was ja  ein wenig heikel ist und die Frage, habe ich auch genug entfremdet und keine Personenrechte verletzt?, aufwirft.

Das war  auch so, als ich „Paul und Paula“ geschrieben habe, wo es ja, um zwei Tanspersonen geht und das auch in meinen Blog berichtet habe. Da habe ich dann auch eine Zeitlang Schwierigkeiten gehabt, Gehard Ruiss von den IG-Autoren zu Hilfe gerufen, der mich diesbezüglich beruhigte und auch die Frage klärte, ob ich das Ganze „Paul und Paula“ nennen darf, denn da gibt es ja die „Legende von „Paul und Paula“ oder so und einen dementsprechenden Film gibt es, glaube ich, auch.

Da ich ja sehr viel und sehr politisch schreibe, komme ich um die entsprechenden Vorbilder auch da nicht herum. So gibt es im „Bibliotheksgespenst“ den Fabian Schulthes und das ist ein Patriot, der die Welt vor der „Überfremdung“ oder dem „Großen Ausstausch“ retten will und als ich die „Unsichtbare Frau“ geschrieben habe, habe ich für den Alfons Tratschke ja auch ein Vorbild gebabt, das mir sogar eine Rezension für das Buch geschrieben hat.

Da gibt es dann noch ein paar andere reale Personen, wie den Donald Trump, den Recep Erdogan oder den Minister Basti, der nächtens ja von der „Unsichtbaren Frau“ besucht wird und ein Vorbild für die Gerti Schuster, die literaturbefliessene Obdachlose, die der Ulrich Blumenberg in einem Obdachlosencafe, in dem die junge Schauspielschülerin Fraulein No, Figuren aus meinem nächsten Work on Progress, jobbt, gibt es auch.

Ich denke, es geht gar nicht ohne Vorbilder und so ist es wahrscheinlich auch wichtig, ihnen hier ein Denkmal zu setzen, obwohl die Romanpersonen dann natürlich ganz andere sind, als die, die mich auf diese Ideen brachten und spannend ist es wahrscheinlich auch, daß sich die Vorbilder dann vielleicht  gar nicht zu erkennen sind, denn im „Tod eines Jurymitglieds“, auch in den „Schreibweisen“ enthalten, was ja wieder der Versuch eines Krimis war, wo der Tod nicht durch einen Mord, sondern durch eines heruntergefallenen Ast, wie bei Ödon von Horvath in Paris passierte, geht das den „Allan Wilton-Hefterln“ nachempfundne Erimttlerteam von Tür zu Tür der Autoren, die für den Wettbewerb eingereicht haben,  wo Pia Moser Jurymitglied war und da hatte ich für jeden ein Vorbild und als ich die Erzählung, die ich auch einmal extra mit Elfriede Haslehner und der Bruni in einem Buch, daß das  nie zustande kam, weil wir uns über die Finazierung nicht einig waren, herausgeben wollte, dann Judith Gruber zeigte, sagte sie bei einem Kapitel: „Da habe ich gleich die Elfriede Gerstl“ erkannt.

„Sehr interessant!“, habe ich gedacht, denn an die hatte ich da gar nicht gedacht, aber inzwischen, wie ich vielleicht zu Bedauern meiner Leser spoilern möchte, vergessen, wer mein tatsächliches Vorbild war.

Bei den anderen Kapiteln würde ich das wahrscheinlich noch zusammenbringen.

Werbeanzeigen

2017-06-15

Von den Fortsetzungsgeschichten zum Roman?

Ich habe ja meine Schreibcamppläne, beziehungsweise meine Strohwitwenzeit bis jetzt sehr gut, wie geplant verbracht und alles Vorgenommene eigentlich punktgenau erfüllt.

Das WienBesichtungsprojekt, die Pfingst-Bücherkastentour, die „Blogbusterleseproben“, die Spontantexte bei der öffentlichen Raumbeschreibung mit der Ruth und auch mit meinen Fortsetzungsgeschichten beziehungsweise Annika Bühnemanns Schreibchallenge.

Jetzt bleiben mir noch drei Tage bis der Alfred wiederkommt und da werde ich morgen Freitag doch zu der „Schundheft-Party“ der Margit Heumann hingehen und ansonsten fleißig Praxis machen, während ich heute und auch den Samstag für meine Fortsetzungsgeschichten reserviere.

Da den ganzen Tag zu Hause bleibe und Marathon-Geschichten schreibe, beziehungsweise in der Badewann meine eigenen Bücher weiterlesen werde.

Die, die meinen Blog regelmäßig verfolgen, werden sich erinnern, daß ich im April, als ich noch am „Bibliotheksgespenst“ korrigiert habe, schon den Plan hatte, jetzt nicht wieder schnell schnell mit etwas, nämlich mit der Idee von der Frau, die jeden Abend in der Pizzeria sitzt und dort ein Glas Wein trinkt, anzufangen, dann in ein paar Wochen den x-ten Text über eine depressive Frau vollende, der dann als fünfundvierzigstes selbstgemachtes Buch erscheint und niemand schaut es an und höchstens ein Kritiker schreit „Nicht schon wieder soviel sinnlosen Content!“

Aber was ist die Alternative, habe ich überhaupt eine? Die die mich und meine schon über dreitausend Artrikel länger lesen, wissen, daß ich, wenn ich was Neues anfange, immer gern schreibe, jetzt nehme ich mir aber wirklich und ganz ehrlich ein Jahr Zeit dazu und bin dann in den besagten paar Wochen fertig.

Was ja eigentlich toll ist, wenn das so gut geht. Ich will aber auch, ganz ehrlich, mehr Aufmerksamkeit und nicht immer ganz am unteren Rand stehen, die Erfolge der anderen miterleben, während sich bei mir kein Hund rührt, wenn ich beim neuen Buch ein Gewinnspiel mache oder um eine Rezension ersuche.

Wie ich die Aufmerksamkeit bekomme weiß ich nicht, hätte ich doch gedacht, das Bloggen wäre eine gute Möglichkeit dazu und, ob es wirklich nur an den Flüchtigkeitsfehlern und den falschen „s“ liegt, würde ich eigentlich auch bezweifeln, was aber dann?

Das Jammern natürlich, das ist schon klar, daß das meine Leser vielleicht nicht immer hören wollen und der Erfolg liegt auch im Tun, schreiben die anderen Blogger und haben damit Erfolg, also habe ich mir die Monate Mai und Juni zum Recherchieren und Ideensammeln vorgenommen, die oben schon erwähnten Pläne gemacht, die Bodenseeradfahrt mit der Ruth und das öfentliche Schreibprojekt mit ihr sind noch dazu gekommen und auch, was ebenfalls sehr hilfreich war, Annika Bühnemann Schreibchallenge zehn Geschichten in einem Monat, nämlich bei ihr, der Juni, zu veröfentlichen. Da hat sie zwar erst zwei hineingestellt und wer sonst noch an der Aktion mitmacht ist mir auch nicht ganz klar, weil ich ja nicht bei Facebook bin.

Ich habe aber schon im Mai damit angefangen, weil ich mir ja schon im vorigen Jahr dachte, es ist eine gute Idee vielleicht erst einmal mit Geschichten anzufangen.

Da habe ich dann auch, noch angeregt durch meinen Kritiker Uli und das „Werfel-Symposium“, die „Stipendiatin“ geschrieben und dann nach dem ich vom Bodensee wieder zurückwar, den diesmal einzigen Reisetext, denn ich habe ja eigentlich wieder ziemlich bald, nachdem die Fenster geputzt und die „das Bibliotheksgeschpenst“ fertig war, mit dem neuen Projekt angefangen.

Vielleicht kann ich da nicht anders. Also die Figurenbögen für die Mathilde, ihre Zwillingsschwester, des Moritz Lichtenstern, ihrer Tochter Lily und da ist dann auch noch die Slavenka Jagoda dazugekommen, die ich eigentlich als Text für mein „Literaturgeflüster feiern“ mit dem ich meine Strohwitwenzeit begonnen habe, geplant hatte, aber jetzt denke, die macht ihr Stipendium in New York am österreicchischen Kulturinstitut, wo die Lily Kuratorin ist und einen Blogroman über eine unsichtbare Frau will die Lily vielleicht auch schreiben, aber da muß ich noch konzipieren.

Die Ideen mit den Zwillingsschwestern, wo die eine von den Eltern der anderen vorgezogen wurde, dem Kind der Mathilde, von dem Moritz nichtś weiß und, daß der ihr von der Natalie weggeheiratet wird, hatte ich schon bald im Kopf und da kamen auch die Schreibimpulse, der Annika Bühnemann bezüglich ihrer Challenge, die ich sehr produktiv fand, zum Beispiel die von der Geschichte über einen Süchtigen, der seiner Sucht nicht nachgegehn konnte, das war meine Auftakt Projekt Geschichte, die ich bei der Mai-Gruppe geschrieben haben. Dann folgten glaube ich noch zwei, bevor wir nach Bregenz fuhren, die, wo sich der Moritz mit der Mathilde beim Begräbnis ihrer Schwester trifft und ihr sagt, daß er mit ihr abhauen und von vorn anfangen will und die, wo ein Kind erfährt, daß ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind, das ist die Lily und so habe ich schon im Mai ein paar Geschichten eingestellt.

Ich will ja eigentlich mein eigenes Projekt machen und gar nicht so bei einer Challenge, wo ich mich auch nicht angemeldet habe, mitmachen und das war inzwischen bis Ende Juni einfach bezüglich meines vorhandenen Konzepts Szenen sammeln und damm im Juli schauen, ob ich daraus einen Roman machen kann und, daß ich das will, war schon sehr bald klar und noch etwas ist mir aufgefallen:

Das Schreiben war bei mir ja manchmal etwas mühsam, wenn ich es zwar wollte, aber eigentlich nicht so recht wußte worüber?

Das ist mir bei  den „Berührungen“ das letzte Jahr so passiert und da haben mir die „Wurfgeschichten“ ein bißchen  geholfen.

Beim „Bibliotheksgespenst“ war das auch so, daß ich lange ohne Konzept geschrieben habe, was ja auch meinem Kritiker aufgefallen ist.

Dem fällt ja alles Schlechte an mir auf und das Gute vielleicht gar nicht, aber es stimmt, wenn man ungefähr weiß worüber man schreiben will und sich dann einen Impuls nimmt und einfach eine Szene darüber schreibt, dann wird das sehr spannend, wahrscheinlich, weil man da immer ein paar Lücken, beziehungsweise was nicht Gesagtes dabei hat.

So schreibe ich beispielsweise derzeit nicht chronologisch, sondern, das, was mir zu dem Impuls, Annika Bühnemann verwendet inzwischen bevorzugt Bilder, einfällt.

Neun Mathilde Geschichten, wenn ich sie so nennen will habe ich inzwischen, wenn man das „Angekommen“ mit der Slavenka Jagoda mitrechnen will, fünf davon wurden im Mai,  vier im Juni veröffentlicht.

Im Mai habe ich, was die zehn Geschichten-Challenge betrifft, sieben Texte im Blog veröffentlich, fünf Mathilde, dann den „Grenzverkehr“ und die „Stipendiatin“, weil ich die fünfnzehn öffentlichen Raum-Geschichten. die in den letzten Wochen entstanden sind, nicht als Ganzes im Blog veröffentlicht habe.

Bis Ende JMuni will ich noch weiter so ungeordnet Szenen nach einem Bild oder einem Impuls dazu schreiben, ganz halte ich mich da auch nicht nur an die Annika Bühnemann.So ist die Angekommen-Geschichte, glaube ich nicht nach einem Motiv und, daß ich die Mathilde mit dem Moritz am Albertinaplatz zusammenkommenlassen will, war ein Einfall, den ich aus dem öfentlichen Raum Projekt übernommen habe.

Die habe ich in der Juni Schreibgruppe geschrieben, da hat der Klaus Khittl wieder die Themenverfehlung beanstandet, aber gut, ich will ja die Schreibgruppe zum Romanszenenschreiben verwenden, was die anderen, was mich ein wenig wundert, gar nichtso wollen, denn ich denke ja, daß es spannend sein könnte zu sehen, wie da ein Roman entsteht?

Ist es offenbar nicht, für mich war es das aber schon und in meiner Strohwitwenzeit war ich mit meinen Wien- Herumrenn- Projekten und meiner Praxis auch so beschäftigt, daß die Fortsetzungsgeschichten bis jetzt eher nebenbei passierten..

Obwohl ich noch im Mai eine nach einem Bild Impuls wo ein einsamer Bahnsteig zu sehen ist geschrieben habe, da steht der Moritz und bekommt den Brief von Natalies Anwalt, daß die Lily seine Tochter ist und auf den Satz „Ich habe nie etwas Unvorhergesehenes getan, bis heut nicht“ ist mir die „Wiedergutmachung“ eingefallen.

Die habe ich am Pfingstmontag geschrieben, bevor ich mich mit der Ruth getroffen haben.

Und heute und Samstag, dann den ganzen Tag Szenen schreiben und dannh bis Ende des Monats sehen, wie weit ich damit komme?

Ein paar Impulse habe ich schon vorbereitet und danach wird wahrscheinlich doch ein Roman aus dem Ganzen entstehen.

Ich weiß noch nicht so genau, ob ich zu der tradionellen Schreibweise zurückkehren werde oder damit weitermache, daß ich mich nach meinem Konzept eher lose von Szene zu Szene hantle. Das hat schon etwas an sich und der Nebeneffekt ist, daß meine Leser. wenn sie wollen, noch  ein bißchen intensiver meine Schreibarbeit verfolgen können, wie aus den Fortsetzungsgeschichten ein Fortsetzungsroman werden könnte.

Das heißt nicht ganz, denn Ende Juni werde ich wahrscheinlich aufhören, die Szenen direkt in den Blog zu stellen. Das wird vielleicht zuviel, habe ich ja jetzt schon Sorge, daß in den nächsten Tagen sehr viele Artikel erscheinen könnten und meine Leser schreien dann „Nicht soviel, hör auf damit, nicht so viel sinnloser Content!“

Aber sinnlos ist der ja nicht, auch wenn jetzt in den Geschichten noch einiges unlogisch ist und die Reihenfolge auch nicht stimmt.

Ich denke, das ist vielleicht etwas ganz Neues und eine Mischung zwischen Blogroman und aktiver Romanentstehung, das Experiment das durch das Bloggen möglich ist und am Ende wird, sofernein Roman aus dem Projekt entsteht, das Ganze wieder selbst herausgegeben und mit einer Vorschau veröffentlicht.

Da habe ich auch eine neue Idee, auf die mich Annika Bühnemann gebracht hat, die schon beim „Bibliotheksgespenst“ wirksam werden wird, sofern meine Leser mitmachen, was wahrscheinlich das Problem sein wird.

Denn da möchte ich eine Leserunde machen, das heißt zuerst wieder eine Vorschau, wie gehabt, mit drei Fragen, wo man das Buch gewinnen kann.

Die löse ich dann, wenn das Buch da ist auf und stelle nochmal fünf Bücher zur Verfügung, für die, die es lesen  und mir einen Kommentar dazu schreiben wollen, so daß wir einen kleinen Austausch machen können.

Das werde ich ab jetzt immer anbieten, obwohl die Rückmeldung bei meinen Gewinnspielen ja eigentlich Null  ist. Aber wer will, kann sich schon jetzt an den bis jetzt neun vorhandenen Bloggeschichten festlesen und mir einen Kommentar dazu schreiben.

Würde mich freuen wenn einmal etwas anderes kommt, als „Sie plappern, sind trottelig und haben einen sinnlosen Content!“, denn das ist, ich schreibe es noch einmal, meine Mathilde-Geschichte wahrscheinlich nicht, sondern ein neues interessantes Blogprojekt, zu dem ich aber auch meine Leser brauche, damit das Ganze ein Austausch werden kann.

2017-06-06

Wiedergutmachung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:14
Tags: , ,

„Ich habe noch etwas Unvorhergesehenes getan. Bis heute!“, hatte Natalie gedacht und ertappte sich dabei, daß sie sich mit der Hand über ihre Stirn fuhr und dann durch das kleine Zimmer schaute, das ihr im Hospitz am Weissensee, das sie seit einiger Zeit bewohnte, zur Verfügung stand.

Sie würde es nicht mehr lange bewohnen, das sah sie an den Blicken ihrer Ärzte, wenn sie morgens zur Visite, obwohl das hier nicht so hieß, ihr Zimmer betraten und mußte, ob der Verlegenheit, die sie darin sah, fast ein wenig lachen.

Denn sie machte das nicht verlegen und war das genausowenig,  wie das  nichts Unvorhergesehene in ihrem Leben vorgekommen war. Bei ihr und da war sie stolz darauf, war alles geplant und durchdacht geschehen.

Obwohl der Krebs natürlich nicht. Den hatte sie nicht eingeplant und der hielt sie jetzt fest, hatte sie in das Hospitz  gebracht und würde  sie nach ihrer Ärzte Meinung, wohl auch bald veranlaßen, dieses zu verlassen. Das heißt, da würde sie nicht selber gehen. Da würde man sie schon aus diesen hinaustragen und dann in Wien, am Zentralfrieddhof, im Grab der Eltern, auch das hatte sie geplant und ihren Notar veranlaßt, das für sie zu organiseren, begraben werden. Und der, Dr. Balthasar Höllmoser, er hieß wirklich so, da konnte sie nichts dafür und sie hatte ihn auch nicht seines Namens wegen ausgesucht, hatte verständnisvoll genickt und  sehr vorsichtig hinzugefügt, daß es Zeit wäre, alles noch nicht Erledigte zuerledigen, wenn noch etwas offen sein solle.

„Aber daran brauche ich Sie wohl nicht zu erinnern, gnädige Frau, Frau Doktor Lichtenberg-Schmidt!“, hatte er noch hinzugefügt und, wenn sie es nicht verhindert hätte, wohl wirklich und wahrhaftig ihre Hand geküßt.

Sie hatte es verhindert. Denn sie war nicht sentimental. Hatte  kühl und  beherrscht „Selbstverständlich, Herr Doktor, keine Sorge, da müssen Sie nichts befürchten!“, gewantwortet und jetzt lag sie in ihrem Hospitzbett umgeben von Apparaten, Schläuchen und Medikamenten, erwartete ihren Tod und hatte nachzudenken, ob  noch etwas Vergessenes  zu erledigen war?

Das hatte sie, früher, als sie noch in ihrer Praxis in der Tautenzienstraße tätig war, immer zu ihrem Patienten so gesagt, denn sie war Zeit ihres Lebens mit Leib und Seele Psychoanalytikerin gewesen und hatte höchstwahrscheinlich doch etwas vergessen.

Denn sonst hätte sie nicht mit vierundsechzig der Krebs eingeholt, der ihrem Leben bald ein Ende machen würde, sagte man doch, daß er nur kam, wenn man etwas verdrängte und, daß das nicht passierte, damit hatte sie sich ihr ganzes Leben befaßt.

Bei den anderen hatte sie das getan, denn sie war eine perfekte Analytikerin gewesen. Das sagten ihr auch ihre Feinde nach und trotzdem mußte es so sein, daß sie etwas vergessen hatte. Sonst wäre das kleine Schalentierchen, ihr Pankreatzerl, wie sie es mehr oder weniger liebevoll zu nennen pflegte,  nicht gekommen und hätte sie von innen aufgefressen.

„Wenn Sie etwas zu erledigen haben, gnädige Frau, Frau Kollegin, wäre es jetzt an derZeit dafür!“, hatte auch Dr. Wallner, der Primar dieses Hauses heute morgen zu ihr gesagt, ihr dann die Hand gedrückt und sich verlegen nach der Oberschwester gewandt, die ihn begleitet hatte, um mit dieser hüstelnd und verlegen das Zimmer zu verlassen.

So war es gewesen. So ging es in diesem Hospitz zu, das ihr wegen der hervoragenden ärztlichen und  auch psychologischen Betreuung von ihrem Freunden empfohlen worden war, als es so weit war, daß sie ein solches brauchte.

Sie mußte, wenn sie daran dachte, fast ein wenig lachen, kam doch der Gedanke in ihr hoch, sowohl Doktor Höllmoser, als auch Doktor Wallner, eine Psycnhoanalyse zu empfehlen. Aber dazu war es wohl zu spät. Sie könnte, auch wenn sie wollte, keine solche mehr an ihnen durchführen und hätte das  auch früher aus den sogenannten ethischen Gründen abgelehnt.

„Also ich haben noch nie etwas Unvorhergesehenes getan, bis heute….“, nocheinmal denken, sich dann einen Schwung geben, mit der Hand nach der Halteschlaufe, die es an ihrem Krankenhausspezialbett gab, greifen, um sich an dieser hochzuziehen, und ihr Nachtkästchen errreichen.

Sie mußte es tun, jetzt ihren Grundsatz brechen, wenn sie ohne Schuldgefühle gehen und sich in Wien im Grab der Eltern auf diese Art und Weise eingegraben werden wollte. Mußte sie? Sie mußte natürlich nicht. Hatte noch nie etwas gemußt, denn sie war Zeit ihres Lebens eine willesnsstarke Frau gewesen, die gewußt hatte, was sie wollte und so wollte sie es auch heute. Würde es tun, obwohl sie sich noch gestern wahrscheinlich nicht vorstellen hatte können, daß sie an Mathilde und Moritz einen Brief schreiben wollte, um sich bei ihnen zu entschuldigen.

Und Lily, deren Tochter, die, wie sie wußte, als Kuratorin im Kultutinstitut in New Yorkt tätig war und außerdem noch bloggte, würde sie auch schreiben, hatte das Mädel doch, wenn sie richtig informierit war, keine Ahnung, wer ihr Vater war und die beiden, Mathilde und Moritz würden sie wohl mit Recht hassen.

Aber das tat nicht weh und hätte sie auch früher nicht belastet. Denn sie war, wie schon erwähnt, immer eine willensstarke Frau gewesen, die wußte, was sie wollte. Das war schon als kleines Mädchen,  in der Wiener Wohnung, in der sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester Mathilde aufgewachsen war, so gewesen, die nur ein Kinderzimmer hatte.

Ein Kinderzimmer, daß die Mutter liebevoll für das  kleine Töchterchen, das sie erwartete, geschmückt und hergerichtet hatte. Eine Wiege hatte sie gekauft, die Wickelkommode, die Strampler und die Windeln, das erste Spielzeug, wie das wohl in vorsorglichen Familien so war und dann war nach ihrer Geburt, nicht bloß die Nachgeburt, sondern eine halbe Stunde später auch  Mathilde, von der Mutter vollig unerwaret aus ihr herausgekommen und hatte, die Eltern, die nur ein Kind wollten, überrascht und weil sie zufälligerweise, die erste war, die aus der Mutter Schoß gezogen wurde, hatte sie von der Angelegenheit profitiert.

Denn die Eltern hatte sie in die Wiege gelegt. Für Mathilde war wohl noch schnell ein zweites Bettchen aus einem Trödelladen angeschafft worden. Sie hatte, die von Freunden der Familie geschenkten und gebrauchten Strampler zum Anziehen bekommen, während die Mutter weiterhin nur „Für meine Tochter!“, in den Kinderboutiquen kaufte und zu Weihnachten hatten auch nur für sie Geschenke unter dem Christbaum gelegen, während Mathilde, die zu spät gekommene, Zeit ihres Lebens nur mitgelaufen war.

„Das ist ungerecht!“, hatte sich diese später, als sie das schon konnte, zwar beklagt, war aber an der Sturheit ihrer Eltern abgeblitzt, die sie verständnislos angeschaut und ungerührt gewantwortet hatten, daß sie sich nur ein Kind gewünscht hatten und auch nur eines leisten konnten.

Das war nicht nur ungerecht. Das war auch grausam, das wußte die Psychoanalytikerin und jedes Jugendamt würde auch sofort einschreiten und den Eltern enerrgisch klar machen, daß so etwas nicht ging und absolut verboten war. Aber damals war es gegangen und es war auch niemanden aufgefallen, daß die Eltern Zeit ihres Lebens so taten, als ob sie nur eine Tochter hätten und die zweite übersahen.

Sie hatten sie, das mußte sie dazufügen, nie mißhandelt. Mathilde hatte immer ausreichend zu essen bekommen, aber sie hatte die abgelegten Kleider, der Kinder ihrer Freunde getragen und zu Weihnachten und zu Geburtstag höchstens eine Tafel Schokolade oder ein Unterhemd geschenkt bekommen, während für Natalie, die Kerzen brannten und es war auch immer klar gewesen, daß Natalie studieren und Mathilde in die Hauptschule gehen würden, denn „Mehr können wir uns nicht leisten!“, hatten die Eltern freundlich gesagt, wenn sich Mathilde wieder einmal darüber beschwer hatte.

Das war ungerecht, ganz klar, aber es war nicht ihre Schuld. Das war ebenfalls klar und das war auch das Thema ihrer Lehranalyse gewesen und daher konnte das Pankreatzerl nicht kommen. Denn sie hatte sich nicht eingemischt, weder in der einen noch in der andern Richtung. Sie hatte Mathilde weder gequält, noch sie bei den Eltern verteidigt. Sie hatte einfach die guten Gaben ihrer Eltern angenommen und es eigentlich auch ganz selbstverständlich gefunden, daß sie, weil sie die Erste war und kein Geld zur ein zweites Sudium vorhanden, studierte.

Sie hatte sie nach dem Gymnasium Medizin studiert, während Mathilde nach der Hauptschule und dem neunten Pflichtschuljahr in einem Haushalt, als Mädchen für alles gegeben wurde. Dort hatte sie sich dann gewehrt,  hatte die Handelsakademie besucht und war als Verlagssekretärin nach Berlin gegangen.

Da war sie schon mit ihrem Studium und der Lehranalyse fertig und hatte, weil das auch ein Thema dieser war, obwohl sie sich eigentlich nie sehr für ihre Zwillingsschwester interessiert hatte und sie bereitwillig aus ihrem Leben gelassen oder verdrängt, wie ihr Lehranalytiker bedächtigt meinte, auf seinen Rat nach Berlin begeben, um sich mit der Schwester auszusprechen.

Völllig emotionslos hatte sie das, wie sich sich erinnert hatte, getan und dort hatte sie Moritz kennengelernt, der als junger Lektor in dem Verlag arbeitete, in dem Mathilde Sekretärin war, während sie nach einer Praxis suchte, die sie sich in Wien einrichten hatten wollten.

Dann war alles anders gekommen. Aber das war nicht Unvorhergesehen, denn, daß sie sich, als Mathilde in Moritz Leben eingeschlichen hatte und diesen erst nach der Hochzeit ihren wahren Namen sagte und kalt „Selber schuld, wenn du das nicht bemerktes!“, hinzugefügt hatte, war von ihr geplant gewesen und auch Mathilde hatte sie kaltblütig und wohlüberlegt vor die Tatsache gestellt, daß sie Moritz heiraten würde, die daraufhin schlagtartig Berlin und den Verlag verließ und nach Wien urückgegangen war, während Natalie nach Berlin übersiedelte und ihre Praxis in der Tautenzienstraße errichtete. So war es geplant und es war auch nicht ihre Schuld, daß Moritz sie nach drei Jahren verlassen hatte und sich von ihr scheiden ließ oder doch natürlich war es so gewesen. Das wußte sie schon. Aber sie hatte nur mit vollen Händen nach dem, was ihr das Leben bieten konnte, gegriffen und wenn das der Grund war, daß das Pankreatzerl sich bei ihr eingeschlichen hatte, konnte sie es auch nicht ändern.

Konnte nichts, als würdevoll sterben, was sie, wie sie sowohl mit Dr. Wallner, als auch mit dem Notar besprochen hatte, auch tun würde und die hatten ihr  geraten, das Unerledigte zu erledigen und das würde sie auch tun, dachte Natalie entschlossen und merkte, daß ihre Hände zitterten, als sie nach dem Briefpapier griff und zu dem Kuverts, die in der Lade laden, um an Moritz und an Mathilde zu schreiben, um sich bei ihnen zu entschuldigen, obwohl sie das nie vorgehabt hatte und sich wirklich und ganz ehrlich, bis heute auch nicht schuldig fühlte, daß sie sich an Mathildes Stelle in Moritz Leben eingeschichen hatte und sie bei den Eltern nichts gegen ihre Bevorzugung unternommen hatte.

2016-04-03

Vorbereitungen

Wie geht es weiter mit der Romanarbeit, werden meine Leser vielleicht fragen? Bruchstückhaft und zögernd, kann ich antworten. Denn eigentlich weiß ich noch immer nicht, über was ich schreiben will und ob ich das kann, beziehungsweise überhaupt darf, ist ja eine Frage, die ich immer noch nicht ganz beantwortet habe.

Beziehungsweise labouriere ich, nachtragend, wie ich bin, an der Reihe von Erfahrungen, wo ich beispielsweise Ende der Siebzigerjahre meine „Einladung zum Tee“ zwei Freunden zeigte und an der Antwort, daß das nicht gut ist, noch immer kiefle, beziehungsweise rate, warum sie so gekommen ist?

Denn die Geschichte war wahrscheinlich so gut oder schlecht, wie Anfängergeschichten halt sind und wenn mir jemand eine solche zeigte, würde ich  antworten „Toll!“ und dann vielleicht hinzufügen, was mir dazu einfällt oder ich einwenden könnte.

Dann kam der „Arbeitskreis schreibender Frauen„, das Herumschicken zu Verlagen und Stipendienvergabe, bis circa 2000, dann kam der Alfred mit dem ersten „DigiBuch“ zum Geburtstag, das sich inzwischen auf achtundreißig selbstgemachte  ausgeweitet hat, da war zuerst auch immer zu hören, daß man das nicht darf und daß, das „llegale“ Bücher wären. Dnn kam das „Selbstpublishing“ was seither boomt und Buchmessenhallen füllt, aber von der Literaturwelt wahrscheinlich doch nicht anerkannt wird. Ich stelle meine Bücher nicht auf „Amazon“ aus mehreren Gründen, Unsicherheit, etcetera, sondern lasse sie mir immer noch zu fünfzig Stück drucken, trage sie in der Handtasche herum, beziehungsweise promote ich auf meinen Blog, den ich seit 2008 betreibe.

Seither hat sich viel geändert und ich bin nach meinem Buchmessensurfen auf den Blog und die You tube-Kanäle der Annika Bühnemann, einer achtundzwanzigjährigen jungen Frau, die es ein bißchen wie die Mae aus dem „Circle“ betreibt, also jeden Tag ein Video über sich dreht, in dem sie erzählt, was sie so treibt, gestoßen.

„Vom Schreiben leben“ nennt sich ihr Blog, sie schreibt ChickLits und jetzt auch einen Thriller und gibt Seminare übers Schreiben, wo ich mir denke, „Wui, als ich so alt war, hätte ich mich das nicht getraut und auch nicht gekonnt!“, hat mir JuSophie, meine zweite Kritikerin, die ich vor einigen Jahren hatte, ja immer signalisiert, daß ich längst nicht so gut für einen Publikumsverlag, eine Rezension, das Schreiben oder was auch immer bin.

Die Selbstpublisher nehmen das lockerer, beachten ihre fünf sechs Punkte, im Wesentlichen, einen Plot, Figurenführung, ein professionelles Cover, ein Lektorat und dann kann man bei Annika Bühneman einen Managementkurs besuchen, wo sieerklärt, wie das Vermarkten geht.

Damit habe ich wahrscheinlich meine Schwierigkeiten, weil ich beim Vermarkten meiner Seite nicht sehr erfolgreich bin und mir daher, wenn mir wieder jemand sagt „Schreib nicht so viel, was jetzt schon drei Bücher im Jahr!“, die Selstpublisher sehen das anders, für sie scheinen drei bis fünf zum absoluten Soll zu gehören, denke, daß das Feedback jetzt von der anderen Seite kommen sollte, tut es aber nicht.

Also bleibt mir nichts anderes über, als auf meine schon vorhandenen Bücher zu verweisen und ansonsten weiterzuschreiben und versuchen besser zu werden, was auch Annika Bühnemann rät und mehr als logisch klingt.

Also am Karfreitag habe ich nach dem Flop vom Gründonnerstag eine Szene im Himmel Beziehungsweise im Cafe Wolke geschrieben, wo sich Stefan Zweig und Heimito von Doderer mit dem Fräulein Anne trafen, mir anschließend Stefans Zweig „Welt von gestern“, „Das Tagebuch der Anne Frank“ und ein „Heimito von Doderer Buch“ herausgesucht und nach Wien mitgenommen.

Dann bin ich wegen den diversen Osterspaziergängen und Osterausflügen nicht mehr zum Weiterschreiben gekommen und auch in meiner Praxis war, da ich ja wegen Leipzig und den Osterferien, fast zwei Wochen nicht in Wien war,  ordentlich zu tun, die Abrechnung zu machen, Büromateralien und verbilligte Ostersüßigkeiten einzukaufen, etc.

Die „Wikipedia-Einträge“ von Zweig, Doderer und Anne Frank habe ich mir aber ausgedruckt und bin jetzt auf zehn Personen gekommen, für die ich einen Charakterbogen ausfüllen werde.

1 Anna Augusta Augenstern- ausgebrannte bzw. depressive Schriftstellerin

2.Hildegard Hadringer – ihre Protagonistin, die sie auf Weltreise schicken will, aber nicht genau weiß, ob sie das darf

3. Zarah Bashrami – Germanistikstudentin mit iranischen Wurzeln, die das Stück über den 12. Februar geschrieben hat und mit Zoran Simic und Jurij Abrahamovic probt und eine Dissertation über Anne Frank schreibt

4. Zoran Simic, 26, in Sarajewo geboren, 1991 oder 1992 mit den Eltern nach Wien gekommen, studiert Theaterwissenschaft oder ist arbeitslos, will eine Schauspielerausbildung machen und wurde vielleicht abgelehnt, ist vielleicht in IS Gefahr und hat auch ein paar radikale Ansichten

5. Jurij Abrahamovic, 27, mit seinen Eltern vor zehn Jahren aus Russland oder der Ukraine nach Wien gekommen, Schauspieler, Theaterwissenschaftsstudent

6.Heimito von Doderer- wird von Zoran gespielt

7.Anne Frank – Zarahs Dissertationsgegenstand

8. Stefan Zweig – die drei sitzen im Himmel im Cafe Wolke, am siebenten Himmelsbogen und beobachten das Geschehen auf der Welt unten, beziehungsweise kommen Doderer und Zweig in dem Stück von Zarah Bashrami vor und über Anne Frank schreibt sie eine Dissertation

9.Theo Hardenberg, bekannt aus der „Frau auf der Bank“ – Psychiater im AKH und Anna Augusta Augensterns Psychotherapeut   und als neue Figur

10. Angie Schutzengelchen oder Angela Engel, 35, Anna Augustas Nichte und Sozialarbeiterin, die sozusagen als retender Engel auftritt und sie aus ihrer Depression  oder Schreibblockade herausholen kann.

Und darüber Geschichten oder einen Roman schreiben, irgendwie ungedordenet das Ganze wachsen lassen,  Zeit lassen, schreiben oder auch nur darüber bloggen, wie ich es schon einige Male getan hat und daziwschen meine anderen zwei Bücher, den „Adventkalender“ und „Paul und Paula“ für das es jetzt ein professionelles Cover gibt, auch eine Idee vom Alfred, ich selber halte nicht so viel davon. Gebe aber zu, daß ich bei achtunddreißig selbstgemachten Büchernschon nicht mehr weiß, was ich dafür fotografieren lassen oder zeichnen soll, fertig werden lassen, die „Flüchtlingstrilogie“ vielleicht promoten, zu Veranstaltungen gehen, lesen, da habe ich ja inzwischen wieder einige Störungen auf meiner Leseliste durch ein paar Rezensionsanfragen und Bücherangebote, die auch kommen und mich auch auf Seiten, wie „Vom Schreiben leben“ umsehen, die tröstlich sind, weil alles, was ich da höre, durchaus logisch klingt und ich auch zum größten Teil schon lange umsetze und trotzdem geht es bei mir nicht und ich stehe, wie beispielsweise Freitagabend im Literaturhaus daneben und sehe zu, wie sich alle küssen und von ihrem demnächst erscheindenen Romanen erzählen.

 

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.