Literaturgefluester

2018-09-17

Dreitägige Romanwerkstatt

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:57
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Am Mittwoch ist der Alfred mit dem Karli schon wieder weggefahren. Eigentlich wollten sie nach Rumänien zur Romamusik, das ist dann nicht zustandegekommen, so daß sie auf Kroatien und Friaul umdisponiert haben und mit sozusagen zum Abschluß meiner Schreibvorbereitungsrituale, ein drei Tage Schreib Retrait Freitag bis Samstag beschert haben, auf das ich jetzt ja schon seit Juni, beziehungsweise dem Tag, als ich dem Alfred zum zweiten Mal das PDF zur „Unsichtbaren Frau“ schickte, vorbereitete, beziehungsweise praktizierte.

Denn ich habe seither, abgehackt und unterbrochen durch meine Stunden, den Schweiz-Aufenhalt und das Neusiedlerseeradeln schon circa dreiundsechzig Rohseiten, das sind siebzehn Szenen, beziehungsweise 31.508 Worte, ein zwei Drittel „Nanowrimo“, wenn man es so rechnen will, das Ganze mehrmals korrigiert und das Romankonzept, die Geschichte von der Pensionistin, die einen Roman schreiben will, das ins Netz stellt, dabei ihrer tochter Magda näherkommt und gleichzeitig die Geschichten ihres afghanischen Nachbarn, seiner Klientin Maria Mattaschek und der Supermarktkassiererin Nastasja St. ist eigentlich nicht so neu in meinem Schaffenswerk, sondern folgt eigentlich meinem Muster, ist aber trotzdem vage. Irgendwie weiß ich noch immer nicht so recht, welche Geschichte die Magdalena da erzählt und was es mit der Begegnung mit dem weißen Auto auf sich hat, in dem sie drei Personen sieht, die sie an ihren Geburtshelfer vor fünfunddreißíg Jahren, die Hebamme Sofia und den Psychiater Matthes Enck, der inzwischen schon gestorben ist, erinnern.

Das ist noch sehr vage und wenn ich an den Titel denke „Magdalena Krchberg schreibt einen Roman“, der ja einerseits sehr prägnant und eindrucksvoll ist, kommen mir gleich wieder die Zweifel, wen wird das interessieren, das ist viel zu wenig abgehoben und so weiter und so fort….

So habe ich beim freitägigen und samstägigen Korrigieren der fünfundsechzig Seiten, die ich bis dahin hatte, mehrmal gedacht „Das geht so nicht! Da bist du schon wieder in der Ecke!“

Dann kam mir die Idee, daß ich das Ganze viel viel spannender gestalten sollte und mehrere Wendungen in den Handlungsverläufen bräuchte. Ein paar davon habe ich auch schon, beziehungsweise haben sie sich, als ich Ende August meinen Recherchetag machte, so herauskristallisiert.

Denn eine Rolle spielt auch Magdas unbekannter Vater, der könnte am Schluß auftauchen ,Krebs haben und Kontakt zu seiner Tochter wollen und die drei im Auto waren Sofis und Rudolf Rösslers Tochter Ulla, die einen linken Freund hat, Parlmalmentssekretärin bei einem FPÖ-Politiker ist und mit diesen zu einer entscheidenen Auseinandersetzung fährt, als Magdalena sie sieht und daraufhin, um ihre eigene Geburt herumkreist…..

Ich habe jetzt dreiundsechzig Seiten und denke mehr denn je „Das passt so nicht! Das muß ich ändern! Da muß ich die vier Handlungsstränge nochmals schreiben und eine eigene Geschichte draus machen!“ und dachte auch, als sich das mit Alfreds Kroatienfahrt herausstellte und ich am Freitag keine Stunden hatte, da mache ich ein dreitägigen Schreibretrait.

Ich hatte schon etwa bis Szene zweiundzwanzig vorausgeplant, die mich jetzt aber auch nicht vom Sessel reißen und am Dienstag zwischen meinen Stunden die siebzehnten Szene geschrieben, von der ich auch nicht sehr befriedigt war.

Daß das regelmäßige Schreiben wichtig ist, habe ich zu Schreibbeginn, als ich da auf ein Zeitmanagementseminar von Jurenka Jurk aufmerksam wurde, herausgefunden, wußte aber schon, das ist bei mir nicht möglich.

Aber, daß man immer schauen soll, wenigstens ein bißchen am Ball zu bleiben und so beispielsweise immer das Notizheft bei sich zu tragen, in dem man Einfälle und Szene aufnotieren kann, halte ich sicher für eine wichtige Idee und versuche das auch zu praktizieren, weil ich damit mit meiner Hemmung meinem Hauptfeind und der inneren Stimme „Du kannst und kannst es nicht!“, am besten umgehen kann.

So kam also der Freitag, ich habe eingekauft, weil ich mir dachte, daß eine Art Buffet, ein Bruch in der Küche aufbereitet, wo ich mich bedienen kann, mich in die richtige Schreibstimmung bringen kann.

Wußte aber auch, ich muß wieder korrigeren, zwei bis dreimal habe ich das bisher getan, um in den Schreibfluß hineinzukommen, das habe ich am Freitag und am Samstag auch getan. Die fünfundsechzig Seiten auf dreiundsechzig gekürzt, das ist etwas woran sie einem bei „Nanowrimo“ abraten, es für mich aber nicht anders geht, war gestern, um sechs damit fertig und mit der Szene siebzehn noch immer nicht zufrieden und jetzt am Sonntag weitermachen.

Aber wie? Ich könnte mich hinter mein Heft klemmen und die fünf Szenen, die ich geplant habe, schreiben. Da wäre ja einmal die, wo der Steff der Nasti ein Stück Seife schenkt und sie beleidigt davon läuft. Dann die, wo die Ruth die Maria zur Vertragsunterzeichnung bewegen will, diese Geschichte muß ich auch noch ausarbeiten und brauche überhaupt, das stimmt schon, falls mir das jetzt jemand schreiben sollte, ein noch genaueres  Konzept, worüber ich eigentlich schreiben will?

Also das Heft hernehmen und zu Clustern anfangen. Die Charakterbögen habe ich schon, sie sind aber eher schlampig und flüchtig aufgefüllt. Also die Namen meiner Hauptpersonen aufschreiben und darunter die Szenenfolgen notieren. Wie ist das mit der Nasti und dem Steff, dem Momo mit derMagdalena und der Maria und wie ist das mit dem Vater, der Maria die die Ruth ihr aufzwingen will, die hat sich herausgestellt ist eine Freundin der Sofi Böhm, die von ihrem Rudolf schon geschieden ist. Die Magdalena kommt mit ihrer Tochter zusammen, wo sich am Schluß der Vater meldet und die Magda schwanger wird.

Eigentlich gar nicht so wenig und wenn ich mehr straffe und dichter schreibe, wird vielleicht etwas daraus. Und das wäre schön, wenn da auch von außen was kommt!

Das schreibe ich ja öfter und dann kommt der Uli und sagt „Machen Sie nicht so viele Flüchtigkeitsfehler und ziehen Sie die Muttern an!“ und ich denke „Ja, ein Lektorat würde die Fehler korrigieren!“

Sonst macht es der Alfred, es geht hier ja um den Rohtext und der sollte wahrscheinlich dichter sein und mehr von den depressiven Frauen weg, weil ich über die ja  wahrscheinlich schon oft genug geschrieben habe.

Aber man schreibt ja immer das und so gut, wie man es kann, immer denselben Roman hat Heimito von Doderer einmal gesagt und das machen ja auch die Longlistkanditaten und „Büchner-Preisträger“, die immer und immer von ihren Erlebnissen mit den Frauen, dem Älterwerden und ihren Krankheiten schreiben. Die lesenden Frauen kaufen es, die Kritiker schimpfen und die Literatur dreht sich vielleicht im Kreis, weil ja wirklich schon alles geschrieben wurde und ich denke immer öfter, wozu tue ich mir das an, wenn ich es ohnehin nicht kann? Aber ich kann es ja und habe schon über vierzig Bücher geschrieben, die man wahrscheinlich, ich gebe es schon zu, etwas straffen könne und ich versuche jetzt wieder den Kick in die Magdalena hineinzubringen und am Text zu arbeiten.

Meine Skepsis und Resignation, die ich dabei spüre, könnte mich dabei behindern. Aber ich glaube nicht, daß ich aufgebe, was ich ja sehr gut könnte, wenn ich in mein Badezimmer gehe, wo etwa dreißig Neuerscheinungen liegen, die ich in diesem Jahr noch lesen soll. Die hindern mich vielleicht ein wenig und so denke ich, nun gut, ich lese sie hinunter und bestelle mir dann nie wieder etwas und mache einen Bogen um die Schränke.

Denke, wenn ich das denke „Das wäre fein!“ und weiß schon, daß ich das nicht tun werde. Genauso wenig, wie das Schreiben aufgebe, auch wenn es mich zunehmend nervt, jetzt endlich wirklich zu begreifen, daß nie etwas daraus werden wird, obwohl es ja schon ist und die Geschichte der Magdalena Kirchberg eigentlich ganz spannend sein könnte, wenn ich sie vielleicht ein wenig straffe. Mal sehen, ob mir das und das Clustern, das ich mir für den Nachmittag vorgenommen habe, gelingt, habe ich mich gefragt und dann sehr schnell vier Szenen geschrieben, so daß ich jetzt bei dreiundsiebzig Seiten, 36.666 und einundzwanzig Szenen bin.

Geclustert habe ich nicht so sehr, das liegt mir glaube ich nicht wirklich, habe aber wieder ein paar Ideen, am Ende geht die Ulla mit dem Heiner Link essen, Jens kommt dazu, es kommt zum Crash, Heiner fährt die beiden aber mit seinem Auto hin.

Die Magdalena freundet sich mit der Maria an, das Buch kommt heraus, Magdalena geht zur Präsentation, Maria schimpft und Magdalenas Roman bzw. Blog endet damit, daß Hannes Wolf sich meldet, von seiner Krebserkrankung erzählt und wieder Kontakt zu Magdalena und seiner Tochter haben will. Magda weigert sich, kommt aber zu Magdalena auf Besuch mit Max und erzählt ihrer Mutter, daß sie schwanger ist und die Nastasja kommt mit ihren Steff zusammen. So weit ist  der vorläufige Handlungsstrang jetzt gespoilert. Wie weit ich mit meinen  dreiundsiebzig Seiten schon bin, weiß ich nicht so genau. Ich schätze über der Hälfte und wie es mit der Handlung weiter geht und zu welchen Änderungen in den Verläufen, es kommt, wenn ich jetzt wieder unterbrechen werde, ist sicherlich sehr spannend.

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2018-08-29

Zurück zum Roman

Ich habe ja vor meinem Urlaub über das Zeitmanagement und über die Regelmäßigkeit geschrieben, die wichtig ist, um mit dem Schreiben weiterzukommen und habe bis dahin auch zehn Szenen und über dreiundvierzig Seiten geschrieben und das ist eigentlich ganz flüßig vor sich dahingegangen, obwohl ich noch immer nicht so genau weiß, wie das jetzt eigentlich mit dem Roman der Magdalena Kirchberg ist?

Es geht um ihre Pensionierung und ihre Beziehung zu ihrer Tochter, die in Graz lebt und mit der sie über den Roman wieder in Kontakt kommt. Der knüpft sich an die Begegnung mit dem Auto und den drei Menschen, zwei Mänern und eine Frau, die darin sitzen und die  die Magdalena an ihren Gnäkologen, ihre Hebamme und den Psychiater, der  sie damals besuchte erinnerte. Dann gibt es die Figur des Heimhelfers Mono, die der Supermarktkassiererin Nastasja und die Maria Mallatschek, die  erfolglose Dichterin, die plötzlich Erfolg hat weil sie in der Demenz experimentell zu schreiben anfängt, gibt es auch.

Das ist das Gerüst und es ist noch sehr vage, denn ich bin durch den Urlaub natürlich wieder aus dem Schreiben herausgekommen. Habe da das Manuskript gar nicht mit, sonder nur ein Buch mitgenommen, in das ich Ideen, die eventuell kommen könnten, hineinschreiben wollte.

Aber weil das graue Buch in das ich das bisherige Konzept aufnotiert hatte, fast voll war, habe ich ein neues mitgenommen und das war das rote Buchtagebuch, das ich einmal in einem Schrank gefunden habe, in das man eigentlich die Bücher aufschreiben sollte, die man liest, verliehen hat, sich wünscht, etcetera.

Da habe ich dann die Longlist hineingeschrieben und die Bücher die ich in der Schweiz gelesen habe und als einzige Idee ist mir nur gekommen, daß ich vielleicht doch in die Vergangenheit der Magdalena hineingehen könnte. Da war ja einmal die Idee, daß sie während der Geburt oder vorher eine Schizophrenie entwickelt haben könnte und sozusagen ein zweites Leben hat, das in der Geschichte, in dem Roman wieder auflebt. Das habe ich dann verworfen, in der Schweiz gedacht, daß ich es wieder aufleben lassen könnte, bin aber damit doch nicht weitergekommen, wie ich auch nicht weiß, ob ich dem Rudolf Rössler, dem OA und der Sofia Böhm, der Hebamme eine eigene Geschichte geben könnte, daß die geheiratet haben und geschieden sind, erzählt zwar der Matthes Enck, der Psychiater, der Maria Mallatschek und die wird vom Momo betreut und der erzählt es dann der Nachbarin und so könnte der Roman entstehen, von dem ich ich bisher ein vages Gerüst und mehr oder weniger vage Ideen haben.

Daß das regelmäßige Schreiben hilft, am Ball zu bleiben, glaube ich theoretisch, führe es aber durch meine Beruftätigkeit nicht so praktisch aus und, daß sich Handlungsverläufe durch Unterbrechungen verändern können, habe ich auch schon geschrieben, bevor ich auf Urlaub gefahren bin.

Das war dann auch ein bißchen so, denn zwei Szenen hatte ich ja noch geplant, die, wo die Nastja mit dem Phil, der jetzt Stefan Hager heißen wird, im Amerlinghaus nach dem Konzert etwas tringt und dann die, wo der Matthes, die Maria besucht, obwohl er eigentlich schon gestorben ist und ihr erzählt, daß Rudolf Rössler, Sofia Böhm geheiratet hat, inzwischen aber wieder von ihr geschieden ist.

In den ersten Tagen nach meiner Rückkehr hatte ich auch keine Zeit mich dem Roman zu widmen, denn jetzt ist ja auch das Buchpreislesen angesagt. Ich habe die Verlage angeschrieben, meine Urlaubsartikel geschrieben, meine Stunden in Wien bis Donnerstag gemacht und als ich dann am Freitag in Harland weiterschreiben sollte, wollte, könnte, habe ich nicht recht gewußt, wieder getrödeltund Viedos geschaut, aber gewußt, daß ich die vierundvierzig Seiten langsam langsam durchkorrigieren muß, um wieder in den Stoff hineinzukommen.

Das ist jetzt getan, Szene elf und zwölf sind geschrieben und, wie es mit dem Roman der Magdalena Kirchberg weitergeht, weiß ich noch immer nicht so genau.Will aber am Freitag ohnehin noch eine Recherchetg einlegen und  danach kann ich dasGanze dann langsam langsam konzipieren und vielleicht bekommen, die drei im Auto noch ihre eigene Geschichte und, wie das mit der Magdalena wird, fällt mir vielleicht auch noch ein.

2017-01-18

Ein Büchner-Preisträger in der Alten Schmiede

In der „Alten Schmiede“ stellte heute der „Büchner-Preisträger“ von 2004, der 1943 geborene Wilhelm Genazino seinen neuesten Roman, Kurt Neumann meinte, es wäre eher eine Erzählstruktur „Außer uns spricht niemand über uns“ vor und es war gar nicht so voll, wie am Montag bei Georg Stefan Troller.

Das ist auch etwas, was ich nie verstehen werde, habe Wilhelm Genazino einmal bei einer der Studentenlesungen im Literaturhaus  und einmal bei der „Literatur und Wein“ in Göttweig gehört.

Im Publikum saßen Leute, die behaupteten, daß sie alle seine Werke gelesen hätten, wobei mir einfiel, daß ich gar nicht wußte ob ich einmal was gelesen habe, in meinen Regalen habe ich aber „Die Liebesblödigkeit“, „Ein Regenschirm für alle Tage“ und auch den dritten Teil der von Kurt Neumann erwähnten „Abschaffeltrilogie“  – „Falsche Jahre“,  stehen und „Mittelmäßiges Heimweh“ habe ich gelesen, aber offensichtlich schon wieder vergessen. Dagegen ist mir in Erinnerung, daß es mich in Göttweig sehr störte, daß die Leute während der Lesung so laut gelacht haben, ich habe. glaube ich. den Autor am Signiertisch darauf angesprochen, ob er diese Stellen auch so lustig gefunden hätte. Er hat glaube ich, „nein“, gesagt, vielleicht war das aber nur die Höflichkeit des Autors, denn Kurt Neumann hat in seiner Einleitung auch die Komik angesprochen und während der Lesung  mehrmals geschmuzelt.

Es geht um den kleinen Mann, hat er glaube ich, eingeleitet, daß Genazino in einer Werkreihe, Trilogie, etcetera darüber schreiben würde, meinte, daß die Erzählstruktur an Becket mahnen würde und erzählte dann von einer Carola mit der der Ich-Erzähler befreundet sei, sich im Laufe des Romans aber von ihr trennen würde und, daß die eine Marathonläuferin, zur Alkoholikerin wird und sich dann, glaube ich, auch umbringt.

Friedrich Hahn sollte den Autor später fragen, ob ihm das nicht leid täte, seine Figuren sterben zu lassen, was er, glaube ich,  auch verneinte und er las das erste und das siebente Kapitel.

Ein Mann geht spazieren könnte man so sagen und macht dabei seine Alltagsbetrachtungen, er ist Rundfunksprecher, offenbar nicht sehr erfolgreich, denn Carola schlägt ihm vor, sich arbeitslos zu melden, das ist aber unter seiner Würde, beziehungsweise will er vom Arbeitsamt nicht umgeschult werden und im ersten Kapitel geht er durch die Stadt und in eine Pizzeria, beobachtet einen Marathonlauf, bei dem auch Carola, mit der er nicht zusammenlebt, teilnimmt, was er nicht wußte, er beobachtet ihr Tatoo und noch verschiedenes andere und im siebenten Kapitel beschließt Carola sich von ihm zu trennen.

Dann konnte man Fragen stellen und es gab diesmal eine sehr intensive Diskussion, die sich auch, was ich sehr interessant fand, weil ich mich ja derzeit intensiv damit beschäftigte, um das Schreiben, beziehungsweise, um die Einfälle geht.

Kurt Neumann fragte, glaube ich, wie der Autor zu seinen Einfällen kommt? Der antwortete, daß man das nicht wisse, soweit ist die Wissenschaft noch nicht und selbst Einstein hat das noch nicht erforscht. Er hat aber immer einen Zettel und einen Stift bei sich und schreibt alles, was ihm so begegnet und ihm interessant erscheint, auf.

So ein Heftchen habe ich auch in der Tasche, schreibe aber weniger intensiver, als ich eigentlich sollte oder wollte und Wilhelm Genazino scheint sich ganze Aktenordner mit diesbezüglichen Stichworten anzulegen, die er dann dementsprechend verwendet, was ich sehr interessant findet.

Eine Dame lobte die Beobachtungen und den Blick von Außen, wie Genazino beispielsweise den Blick in die Pizzeria beschreibt und ein anderer wollte wissen, ob es eigentlich einen Kommentarband gibt, was Genazino wieder verneinte und meinte, daß das eher etwas für Germanisten sei, die Leser solche Bücher aber nicht kaufen würden.

„Ich hoffe es sind hier keine Germanisten!“, setzte er hinzu. Lautes Gelächter, also offenbar doch sehr viele, aber Genazino ist ja selber Germanist, hat das, sowie Soziologie und Philosophie studiert und wird sich weiter mit der Sprache bemühen und seine Einfälle zu Romanen machen und ich habe und das ist vielleicht interessant, mir aus der Lesung mitgenommen, daß ich vielleicht meine  einundvierzig Szenen, die ich inzwischen habe, sprachlich überarbeiten sollte und mir vielleicht von Genazinos Sprachgewalt ein Vorbild nehmen, denn da habe ich heute, fürchte ich, ein bißchen vor mich hingeschluddert.

Ich bin zwar mit meinem Rohkonzept fast fertig und die Therese ist von Salzburg nach Berlin gefahren, aber vor allem da könnte ich die Szenen noch besser ausarbeiten und die Therese im Brecht Haus beispielsweise entsprechende Erlebnisse machen lassen. Wenn es mir da gelingt vielleicht einundvierzige farbige Kurzgeschichten daraus zu machen, hätte mein Roman sicherlich gewonnnen.

Mal sehen, ob es mir gelingt. Ich habe es jedenfalls vor und werde mit dem Rohkonzept demnächst fertig sein. Vier Szenen fehlen mir, glaube ich, noch und derzeit stehe ich bei 43 435 Worte beziehungsweise über achtundachtzig Seiten. Wenn ich die letzten Szenen, die sehr kurz geworden sind, durch genauere Details noch entsprechend verlängere, komme ich vielleicht auch auf das Nanworimoformat, die Rohkonzeptzeit würde entsprechend stimmen.

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