Literaturgefluester

2017-07-11

Das Challenge-Fortsetzungsgeschichtenprojekt

Die zwei Monate Schreib- und Recherchevorbereitung mit der ich unter anderen den Mai und den Juni verbracht habe, sind vorbei und nun liegen achtzehn Fortsetzungstexte, die ich größtenteils nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen, beziehungsweise  bei zwei Schreibgruppen geschrieben habe, vor mir.

Zur Erinnerung, irgendwann im März, April oder vielleicht auch schon früher, als ich noch am „Bibliotheksgespenst“ korrigierte, bin ich daraufgekommen, daß ich als nächstes eine Geschichte über eine Frau, die jeden Abend in einer Pizzeria ein Glas Wein trinkt,  schreiben möchte, denn ich komme, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ oder auch der „Gesellschaft für Literatur“ nach Hause gehe an einer Pizzeria vorbei und da habe ich oft eine ältere Dame sitzen sehen.

Nun ja, nun gut und nicht die erste Geschichte einer depressiven Frau aus meiner Feder, da habe ich  schon einges bei meinen inzwischen schon über vierzig selbstgemachten Büchern, das dann so gut wie unbeachtet geblieben ist und ich dachte dann auch „Uje, nicht schon wieder über eine depressive Frau und nicht schon wieder mit einer Idee anfangen, dann  ein paar Wochen korrigieren, in ein paar weiteren Wochen damit ertig sein und es gibt das fünfundvierzigste oder sechsundvierzigste Buch, keiner schaut es an und nur mein Kritiker Uli schreibt vielleicht „Nö, das interessiert mich nicht!“

Um das zu vermeiden kam dann die Idee zuerst mit dem Recherchieren anzufangen, also in Wien herumgehen und Idee und Einfälle sammeln und vielleicht vorher Skizzen und Studien schreiben, bevor ich mit der Romanarbeit beginne.

Dazu kam dann ganz zufällig Annika Bühnemanns zehn Geschichten Projekt, die im Monat Juni zehn Gescichten veröffentlichen wollte, dazu aufrief und  auch die entsprechenden Schreibimpulse gab, die ich für mich sehr brauchbar fand.

Im April bin ich, glaube ich, mit dem Korrigieren der Dorothea Wewerka fertig geworden, da hatte ich dann schon die Idee mit den Zwillingsschwestern, dem verheimlichten Kind, dem Moritz Lichtenstern in Berlin, der Lily in New York, etcetera und in der Mai Schreibgruppe habe ich dann die erste Szene nach Annika Bühnemanns Impuls über einem Süchtigen zu schreiben, der seiner Sucht nicht nachgehen kann, begonnen.

Dann habe ich bevor wir an den Bodensee gefahren sind, noch schnell zwei oder drei weitere Szenen geschrieben, bin dann zurückgekommen, der Alfred ist mit dem Karli nach Berlin geflogen, ich bin mit der Ruth in den öffentlichen Raum gegangen, habe das „Blogbusterleseprobenbuch“ gelesen, mein Literaturgeflüster gefeiert, bin in die Seestadt und in den böhnmischen Prater gegangen und habe dann ziemlich zu ende meiner Strohwitwenzeit mit zwei Tage Zeit für einen Fortsetzungsgeschichtenmarathon genommen.

Habe zu den Schreibimpulsen entlang meinem Handlungsfaden, die Personenbögen hatte ich schon ausgefüllt, Szene für Szene geschrieben, habe vorgehabtr das bis Ende Juni zu machen, bin aber schon nach dem Szenenmarathon draufgekommen, daß ich eigentlich mit meinem Roman oder es ist wahrscheinlich wieder nur eine längere oder vielleicht auch kurze Erzählung, wie das „Haus“, das „Schutzengelchen“ oder „Paul und Paula“ im Großen und Ganzen fertig bin, noch ehe ich mit dem richtigen Schreiben begonnen habe.

Achtzehn Geschichten habe ich jetzt im Blog, die, glaube ich, wenn ich sie chronologisch ordne und vielleicht noch das eine und das andere ergänze, die Slavenka Jagoda muß ich noch nach New York statt nach Wien schicken,  den ganzen Handlungsbogen abgeben.

Den Ordnungsversuch habe ich jetzt gemacht, das Ganze dann kopieren, einzeln durchgehen und ergänzen in den Sommerfrischenwochenenden im Juni und August,  schauen, wie lang das Ganze wird, was noch geht, etcetera, aber die Geschichte hat sich, glaube ich in den zwei Schreib- und Recherchemonaten eigentlich von selbst geschrieben.

Ich verlinke jetzt die einzelnen Artikeln, so, wie ich glaube, daß sie in der Reihenfolge passen, wie ich sie mir dann kopieren und mit dem Ergänzen und Korrigieren beginnen will.

Ob es so ganz stimmt, weiß ich nicht, werde aber weiter berichten und meine Leser konnten mich diesmal direkt beim Schreiben beobachten, das Entstehen der Erzählung hautnah erleben und spannend wird es dann auch noch sein, wie weit sich die einzelnen Geschichten, dann vom Buchtext, den es ja wahrscheinlich wieder geben wird, unterscheiden.

Ich werde auch bei den Kapitelüberschriften bleiben und das Ganze wird „Besser später als nie“ heißen, was auch die Kapitelüberschrift der letzten Geschichte ist. Ja und richtig, ein Nachwort, wo das Ganze dann auch im Buch erklärt werden wird, soll es natürlich auch noch geben.

  1. Arbeitstitel: Sucht
  2. Wiedergutmachung
  3. Das Geheimnis
  4. Eine Frau auf Reisen
  5. Angekommen
  6. Das Gespräch
  7. Der Brief
  8. Eine unerwartete Aufforderung
  9. Ein verpatzter Valentinstag
  10. Die Verwechslung
  11. Erkenntnis am Hochzeitstag
  12. Mathildes Entscheidung
  13. Schwesternliebe
  14. Schneeflockentreiben
  15. Vergangenheitsbewältigung
  16. Der Traum
  17. Arbeitstitel: Denkmäler
  18. Besser spät als nie
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2017-05-26

Von der Seestadt zum Museumsquartier

Eine aktive Phase meiner zweimonatigen Textrecherche- und Geschichteschreibezeit hat begonnen, als der Alfred am Donnerstag früh mit dem Karli in das Flugzeug nach Amerika gestiegen ist, um dort dreieinhalb Wochen zu bleiben und ich habee speziell für das erste „freie“ Wochenende sehr viel vor.

Mich selbst, beziehungsweise das Literaturgeflüster ein bißchen feiern, auf Einkaufstour gehen, obwohl ich mir da ja am Freitag im Traisencenter und am Samstag in St. Pöltenschon ein bißchen was zum Anziehen gekauft habe und Geschichten-, beziehungsweise Romanstudien schreiben.

Da bin ich Dank Annika Bühnemanns Schreibimpulsen ja schon fleißig unterwegs und habe bereits drei Geschichten, bezüglich meiner einsamen Pizzeria-Frau und ein ungefähres Handlungskonzept, das ich zwar, nach dem ich die Marlene Streeruwitz gelesen habe, nicht so besonders fetzig finde, habe ich auch und vor mit den Schreibimpulsen bis Ende Juni weiterzumachen. Fortetzungsgeschichte für Fortsetzungsgeschichte schreiben und dann schauen, wie weit ich damit gekommen bin.

Daß ich für ein neues Konzept durch Wien spaziere, zum  Friseur gehe und wenn nötig, mir auch was zum Anziehen kaufe, ist  nichts Neues. Da bin ich ja schon einmal im Oktober mit der U2 in die Seestadt Aspern hinausgefahren, habe dort aber eigentlich nur eine Baustelle gefunden, obwohl ich im MUSA ja von einem diesbezüglichen Schreibprojekt gehört habe, es auch eine eigene Buchhandlung gibt und mir ein E.A. Richter auch einmal sagte, er würde dort wohnen.

Was lag also näher als den Versuch zu wiederholen, obwohl ich ja ein bißchen skeptisch war, was ein Touristentag mir für mein Pronjekt bringt und da am Donnerstag ja Feiertag war, fiel das Einkaufen auch aus oder wird am Samstag nachgeholt.

Ein bißchen hatte ich Angst, daß mir nach zwei drei Stunden die Lust ausgeht, da in Wien herumzuspazieren, so habe ich mir in der vorigen schlaflosen Nacht, Gedanken gemacht, was das bringen könnte?

Daß ich wieder die Seestadt suchen werde, das war schon fix und ich hatte auch vor dort zu essen, neben dem Mc Donald`s nehme ich ja auch ganz gern einen Asia Snack, wie Beispielsweise ein Nudelbox mit Huhn. Aber das bringt nicht viel für mein Projekt und ist nichtr unbedingt literarisch. Denn große literarische Einblicke werde ich in Aspern oder in der U-Bahn nicht machen, obwohl ich am Mittwoch Michael Hammerschmid auf einem Scooter getroffen habe, als ich in die Spengergasse ging und als ich das letzte Mal von Aspern kam oder war das nach der Buch-Wien Pressekonferenz zu der Frau Führer mich einmal eingeladen hat, Stephan Eibel Erzberg, der mir sagte, daß er zum Arzt gehen müße.

Die literarischen Begegnungen passiren ja eher, wenn ich in die „Alte Schmiede“ oder ins Literaturhaus gehe und auch da nicht wirklich, denn da stehe ich meistens daneben und schaue zu, wenn sich die anderen begrüßen und Küsschen auf die Wangen drücken, aber in der Phantasie läßt sich ja einiges herstellen und da passiert derzeit auch einiges in Wien und anderswo. So wurden ja am Mittwoch, die heurigen „Bachmannpreiskanditaten“ bekanntgegeben. Also könnte ich Karin Peschka in der Seestadt treffen, wie sie sich auf ihren Text vorbereiten und vielleicht sogar schon das obligarorische Filmchen dreht oder Katja Gasser könnte ich an der alten Donau sitzen sehen, wo sie in ihr Handy oder Laptop schaut, um sich die neuen dBp-Kanditaten auszusuchen und Klaus Nüchtern und Petra Hartlieb sitzen daneben und tue das für den östBp.

Das ist ja interessant und da bin ich schon neugierig, obwohl man diese Vorschauen, wenn man viel Zeit und Geduld hat, auch selber machen kann und ich auch immer im August meine diesbezüglichen Tips abgebe.

Also gut, sehr literarisch ist ein Touristen-Spaziergang durch Wien höchstwahrscheinlich nicht, ich kann aber etwas darüber schreiben und vielleicht auch schon Beobachtungen bezüglich mein neues Konzept machen, das ja sowohl in Berlin, als auch in Wien und New York spielt und wahrscheinlich drei Handlungstränge hat.

Da ist der Ex Verleger Mortitz Lichternstern, der nach dreißig Jahren, seine Jugendliebe Mathilde Schmidt wiedertrifft und erfährt, daß er ein Kind mit ihr hat. Er hat auch Angst an Parkinson oder Alzheimer zu erkranken, weil das auch seinem Vater und Großvater so passierte oder weil ihm in letzter Zeit, statt der schönen Gedichte, wie vorher, lauter kindische Versreime einfallen.

So fährt er nach Wien zum Begräbnis seiner Ex Frau, von der er seit siebenundzwanzig Jahren geschieden ist und lädt Mathilde ein mit ihr in seinem Bus einfach wegzufahren.

Die weiß nicht recht, ob sie das angebot annehmen soll, reflektiert aber ihre eigene Familiengeschichte. Se war ein unerwünschter Zilling und wurde immer hinter ihre Schwster Natalie die ihr auch Moritz weggenommen hat, gereiht und dann gibt es  noch Lily und die könnte, außer daß sie in New York das österreichische kulturinstitut kuratiert, auch einen Blog betreiben oder eine Dissertation schreiben in der sie solche erforscht und da ist mir gestern eingefallen, daß ich ja auch eine Stipendiatin nehmen könnte, die ihre Recherchen auf den Spuren einer Bloggerin oder eines Blogpreises macht.

So weit so gut und so habe ich am Donnerstag zuerst nach einem guten Frühstück in der Badewanne „Yseut“ fertiggelesen und bin dann ohne Wasserflasche, das Wetter war ja nicht so schön und ich wollte auch nicht so viel schleppen, aufgebrochen. Das heißt, mit der U2 in Richtung „Seestadt“ gefahren, nur leider ist mein Zug nur bis zur „Aspernstraße“ gefahren. So hbin ich da ausgestiegen, habe mir eine kleine, „All you can eat Nudelbox“ vom Buffet zusammengesucht, die auf einer Bank gegessen und bin dann zwei Stunden auf der Suche nach der Seestadt herummarschiert, bin durch Kleingärten und Neubauten gegangen, bis ich wieder am Ausgangsort angelangt war.

Die Seestadt will sich von mir nicht entdecken lassen, könnte man so sagen, so bin ich am Rückweg beim Museumsquartier ausgestiegen und erlebte dort eine Überraschung, nämlich einen veganen Biomarkt, mit Gratiskostproben, grüner Tee und veganer Austrich wurde verteilt. Man konnte koste und so habe ich schon einen kleinen Vorgeschmack, auf das Buffet, das ich mir ja heute machen will, wenn ich meine Recherchen zu Hause weitermachen möchte und so läßt sich ein Feiertag auch angenehm verbringen und die Touristenströme dabei vermeiden, denn nach Schönbrunn, in den Prater, zur Stephanskirche oder in die Hofburg, wollte ich nicht wirklich marschieren.

Das habe ich schon vor ein paar Jahren gemacht, als ich, als „Strohwitwe“ einen „Pfingstmarathon“ durchführte und dabei Marlene Streeruwitz „Verführungen“ las. Einen Pfingst- oder Lesemarathon werde ich aber nächste Woche wieder machen, dabei vielleicht meine eigenen Bücher lesen und die Termine für den öffentlichen Raum, den ich ja mit der Ruth erforschen will, habe ich mit ihr auch schon abgemacht.

2016-06-02

Brasilien

1936 ist Stefan Zweig über Einladung des PEN-Clubs zuerst nach Argentinien, danach nach Brasilien gekommen, wo er von dem Land sehr beeindruckt und dort auch schon sehr bekannt war, so daß er, als er dann auch aus London emigirieren wollte und es in Amerika nicht aushielt, sich 1941 mit seiner zweiten Frau Lotte in Petropolis ein Haus für ein halbes Jahr mietete, wo er im Februar 1942 mit ihr Selbstmord beging.

Im September 1941 ist „Brasil – Pais do Futora – Brasilen- ein Land der Zukunft“ erschienen, in dem der vom Krieg und den Zuständen in Deutschland  Zerrüttete, seiner neuen Heimat ein Denkmal setzte, das er als „Paradies“ empfand und „Brasilien wird immer eine Zukunft haben“, als Schlußwort schrieb, was der Herausgeber, des bei S. Fischer erschienenen Bandes, in seinem Nachwort, angesichts der heutigen Zustände ein wenig revidieren mußte.

Ich  habe mich jetzt durch meine Recherchearbeit für meine „Berührungen“ in denen sowohl Stefan Zweig, als auch Heimito von Doderer, als Figuren eines Theaterstück und auch als Betrachter auf der „Wolke“ eine Rolle spielen, in Stefan Zweig eingelesen und auf den Band „Brasilien“, ein Spätwerk, wie die „Schachnovelle“ und die „Welt von Gestern“, bin ich nur durch Zufall, beziehungsweise durch den Film „Vor der Morgenröte“, der heute in die Kinos kommt und den ich mir nach meiner Rückkehr aus Kroatien anschauen kann, gekommen und, wie ich mich vor einem Jahr mit dem „Mexiko“ das Egon Erwin Kisch in seiner Emigration erlebte, beschäftigt habe, reise ich jetzt durch das Brasilien der Neunzigdreißiger und frühen Vierzigerjahre, das heute sicher anders ist, aber durch die scharfe Analyse Stefan Zweigs, dem europaischen Denker, seine beeindruckenden Spuren hinterläßt.

Es gibt auch eine Zeittafel, um die Geschichte des Landes, das von den Portugiesen, deshalb spricht man auch Portugisisch und nicht Spanisch, wie in manchen Romanen, die Stefan Zweig gelesen hat, behauptet wurde, erobert wurden und Stefan Zweig, der durch den Krieg Traumatisierte, lobt in seinem Vorwort, die Freundlichkeit der Brasilaner, die durch ihre Geschichte total vermischt sind und keine Rassentrennung kennen, so daß die Weißen mit den Schwarzen und den Braunen ganz selbstvcerständlich nebeneinander gehen, sich umarmen und befreundet sind.

So freundlich und friedfertig war das wohl doch nicht so ganz,  obwohl die Portugiesen im sechzehnten Jahrhundert mit den nackten Ureinwohnern, die außer Holz, das man nicht gut transportieren konnte, keine Schätze zu besitzen schienen, nicht viel anfangen konnten.

Später entdeckten sie aber das Gold, den Zucker, den Kaffee, den Gummi, die Portugiesen siedelten sich in Brasilien an, schickten auch ihre Jungfrauen und Huren hin, was dann auch zu der Vermischung führte, sowie, die Sklaven die von Afrika importiert wurden.

Also wieder trotz der Freundlichkeit der Brasilianer eine Geschichte der Gewalt und auch das Kapitel der Wirtschaft ist eine der Ausbeutung. Die Braslianer durften selbst aus der Baumwolle keine Stoffe machen, sondern mußten sie importieren und ihre Kleider kaufen, der Kaffee wurde zu Spekulationszwecken ins Meer geworfen etcetera. Das dritte Kapitel ist die Kultur des Landes gewidmet und da lobt Zweig wieder die Freundlichkeit und den Stolz der Einwohner, die lange Analphabeten waren, so hat sich die Kultur auch erst sehr spät entwickelte.

Denn der Samba kam ja von den Sklaven aus Afrika, die ersten Romane und die ersten Opern wurden erst sehr spät geschrieben, wie auch die Schulbildung und die Universitäten sehr sehr spät eingeführt wurden und Stefan Zweig, als er nach Braslien kam, wie einst bei seinem Besuch in Russland, die Straßenbahnschaffner und die Arbeiter in ihren Pausen stolz mit einem Buch in der Hand lesen sah.

Dann gehts nach Rio de Janeiro in diese wunderschöne Stadt am Meer, wo frühmorgends alle Passagiere auf den großen Schiffen mit ihren Ferngläsern und Kameras stehen um die Einfahrt nicht zu versäumen, wo man statt der Freiheitsstatue den „Pao de Acuar“, den Zuckerhut sieht, es gibt in der Stadt nach französischen Modell, dem großen Vorbild nachempfunden, einen großen Boulvard und außerdem die „Favelvas“, die „Negerdörfer“, wie man damals noch schreiben durften, die wie Stefan Zweig bedauert, „morgen“ vielleicht schon verschwunden sind, die für ihn aber, obwohl ihre Bewohner sehr arm waren, einen großen Reiz ausmachten.

Die Städte  San Paolo, eine moderne zukunftsträchtige Stadt, wie Zweig steht, in dem alle hasten und es wenig Romantik, dafür aber eine Schlangenfarm, ein Museum mit ausgestopften Papageien und eine große Strafanstalt gibt und Bahia, die Zweig während eines Rundflugs kennenlernt und eine religiöse Prozession miterlebt, werden besucht und der Amazonas erlebt.

Es gibt ein Kapitel über den Kaffee, den ja die Türken nach Wien gebracht hat, in Brasilien wird man zu jeder Tageszeit zu einem Tässchen Kaffee eingeladen und schlürft das schwarze starke Getränk, wie Likör hinunter. Die ehemaligen Goldgräberstädte und die modernen Minen und noch vieles anderes, werden besucht oder ausgelassen.

Und am Schluß meint Zweig nach seiner wahrscheinlich ersten Brasilienreise: „Aber dann besinnt man, da der Motor anhebt zu rattern, um uns fortzutragen, wieviel Dank man schon schuldet für Glück und Gewinn dieser Wochen und Monate. Wer Brasilien wirklich zu erleben weiß, der hat Schönheit genug für ein halbes Leben gesehen.“

Man sollte also hinfahren in das moderne Brasilien, das inzwischer sicherlich ganz anders ist, aber vorläufig habe ich mich ja auf Kroatienurlaub begeben und werde darüber wahrscheinlich auch einiges zu berichten haben.

2016-01-21

Romanerweiterungsrecherche, Dichtfestschnuppern und Familienessen

„Paul und Paula“ habe ich jetzt durchkorrigiert, war gar nicht soviel zu ergänzen, denn der Paul hat eigentlich gestimmt, sie läßt sich Pauli nennen, wird aber in der „Villa“ als Paul angeredet und das steht auch in ihren Papieren. Die Kollegin vom „Sigmund Freud Museum“ heißt jetzt Irmi Engländer und der Kollege, Stefan Zöhringer und das Ganze hat jetzt 23.477 Worte und nur einundzwanzig Szenen, denn da gab es einen Nummerierungsfehler und wurde an meine Testleserin Gloria G. geschickt.

Jetzt stellte sich natürlich die Frage, kann ich das irgendwie noch erweitern, damit ein Roman in einer „ordentlichen Länge“ daraus wird und obwohl ich eigentlich skeptisch war, denn erstens war ich darin nie sehr gut, zweites kommt es mir in der Kürze sehr dicht, knapp und klar vor, bin ich am Nachmittag losgezogen, um ein bißchen was einzukaufen und mir vielleicht auch diesbezügliche Gedanken zu machen.

So bin ich in den „Freßnapf“ gegangen, wo ich vor Weihnachten mit der Anna war und dort eine Verkäuferin gesehen habe, wo ich nicht sicher war, ist das jetzt ein Mann oder eine Frau oder war die Frau vielleicht einmal ein Mann und ansonsten in den „Kik“, um mir eine Jeans und zwei leichte Leiberln zu kaufen und dann über die Bücherschränke und den „Thalia“ in die Hauptbücherei, um da vielleicht mein Konzept zu erweitern.

Das ist nicht gelungen, im „Wortschatz“ hat es aber Jonathan Franzens „Unschuld“ gegeben, leider habe ich mir das schon vom Karli zum Geburtstag schenken lassen und dann dachte ich, gehe ich in die „Alte Schmiede“, weil es da wieder ein „DichtFest“ gab, allerdings nur kurz, denn für viertel neun, war ich mit der Anna in einem Restaurant in der Gumpendorferstraße verabredet, weil sie dem Alfred zu Weihnachten einen diesbezüglichen Gutschein für ein „Hotpot-Essen“ zum Geschenk machte.

Auf den Weg in die „Alte Schmiede“ bin ich über die Mariahilferstraße gegangen, wie schon im Oktober und Dezember zu den „Nika-Recherchen“ und da in ein Geschäft hineingefallen, um mir Hose zu kaufen.

„Alles 14.90!“, stand auf dem Tisch, wo sie lag, eine schöne schwarze Strechjeans, also damit zur Anprobe und bei der Schlange warten, dann bin ich draufgekommen, auf dem Stück, das passte, stand 39.90 und nichts von der Ermäßigung, also wieder zurück, eine mit Ermäßigungspickerl suchen, zum Glück gab es die Gleiche in der passenden Größe und nochmals anstellen. Da hatte ich das Pech hinter ein vielleicht syrisches Paar mit Kinderwagen und sehr vielen Stücken zu geraten, die sehr gut Deutsch konnten und mit den Verkäuferinnen verhandelten, weil man nur sechs Stück anprobieren konnte, sie hatten aber achtzehn. Dauerte also eine halbe Stunde, bins ich dann die 14.90 Hose hatte und eine schöne Alltagsbeachtung, die vielleicht in einen meiner Romane kommen könnte und bin damit fast zu spät in die „Alte Schmiede“ gekommen, wo ich mich hinten gleich beim Eingang setzte und Christine Huber zuhörte, die die diesmal fünf Lesenden, die das ohne Pause tuen sollten, vorstellte.

Markus Lindner, Johannes Tröndle, Sonja Harter, Erwin Enzinger und Stefan Schmitzer. Den 1970 geborenen Markus Lindner, der drei Zyklen mit den Namen „Animalia etc“ hatte, wo er zum Beispiel ein Kalendarium 12. Dezember, 20 Dezember etcetera, sowie eine Speisekarte verlas, habe ich gehört und den Beginn von Johannes Tröndles „kurze Gedichte sind besser/ bezahlt“, eine Anspielung an die Tarfpoltik des ORF, wie Christine Huber in ihrer Einleitung betonte.

Sonja Harter hat sich in ihren Gedichten, glaube ich, auch auf die Realbedingungen der Schreibenden bezogen, aber da bin ich schon in Richtung Gumpendorferstraße gegangen, um mich mit dem alfred, der Anna und dem Andreas zu treffen, Dum Sums, Fleisch und Meeresfrüchte Suppenfondue und Kokuskugeln zu essen und am Donnerstag werde ich mir nochmal die Videos, die von Christoph  bzw. Christina Vivenz im Netz gibt, ansehen und dann mit der  intensiven Korrigerarbeit meines ersten Kurzromans oder längeren Erzählung von diesem Jahr beginnen, mit dem ich eigentlich zufrieden bin.

2015-10-22

Nanowrimo-Recherche mit Anton Blitzstein, ohne Anna Weidenholzer

Da meine zehn Uhr Diagnostik heute ausgefallen ist, konnte ich den Tag wieder zu einer Mariahilferstraßenrecherche nützen, denn da wird die Nika Horvath, nicht Richter im Dezember als Weihnachtsfrau verkleidet stehen und Zuckerln, beziehungsweise Flugblätter verteilen und im November werde ich das schreiben.

Täglich mindestens 1600 Worte, beziehungsweise jweils einen Tag, damit werde ich auch heuer ein bißchen regelmäßiger schreiben und nicht schon am Tag fünf fertig sein.

Ich kann die Geschichten ja länger werden lassen. Aber Schluß ist der vierundzwanzigste beziehungsweise der einunddreißigste Dezember und damit mir das Ambiente zwischen dem Kaufhaus Gerngroß und dem ehemaligen Herzmansky, wo sich das Ganze abspielen wird, vertraut ist, ist es gut, da ein bißchen herumzumarschieren.

Im Gerngroß war ich jetzt schon einmal und am Montag auch am Westbahnhof, denn die Flüchtlinge werden ja auch ihre Rolle spielen und so bin ich wieder die Straße hinuntergelaufen, habe in einem Asia Shop Nudeln gegessen, eine große Portion sogar, kleine hat es nicht gegeben und beim Mc Donald Kaffee getrunken.

Dann packte mich die Mittagsmüdigkeit, beziehungsweise tat ich mir schwer mit der Planung der Krimihandlung. Denn da wird ja in derPraxis einer Therapeutin, die Leiche eines Klienten am Klo gefunden, aber ist jetzt Nikas Schwester oder deren Freundin die Therapeutin?

Dazu müßte ich in den „Dreizehn Kapiteln“, wo das ja schon vorkommt, nachschauen und das Buch hatte ich nicht mit.

Also nach Hause und da, oh Freude habe ich die Einladung zum „Alpha Literaturpreis“ am siebzehnten November vorgefunden.

Da habe ich zwar schon alle drei Bücher der Finalisten, die dort vorgestellt werden, gelesen und wer den Preis gewinnt, glaube ich, auch zu wissen, aber schön, daß das klappt, jetzt müßte mir noch die Frau Müller von der „Buch Wien“ antworten und mich auf alle Listen setzen, damit ich auch da bloggen kann, die Frau Führer macht ja nicht mehr die Pressearbeit.

Also war ich ein bißchen beschäftigt und abgelenkt und um drei ging es wieder auf die Mariahhilferstraße oder in die Nähe, nämlich zur Vernissage von Anton Blitzsteins Hausbildern „Vom Luftschloß zum sozialen Wohnen“, im Nachbarschaftszentrum in der Bürgerspitalgasse und der, der ja jetzt GAV-Mitglied ist und morgen seine Antrittslesung in der „Alten Schmiede“ hat, hat mich dorthin eingeladen.

Jetzt gehe ich zwar nicht mehr sooft zu Vernissagen, aber diesmal machte ich eine Ausnahme und in diesem Nachbarschaftszentrum bin ich auch schon vor Jahren mit meiner Freundin Elfi gewesen.

Es sammelten sich bald die Leute, der Josef, ebenfalls GAV-Mitglied, wie ich glaube, ein paar Damen, die meisten mit Anton Blitzstein bekannt, der ein grünes Mousse au Chocolat stiftete, mit Kürbiskernöl und weißer Schokolade gemacht, nicht mit  Spinat, wie ich vermutete.

Schmeckte sehr gut und es gab auch eine Führung durch die Real-und Fantasiebilder, die in  zwei Räumen ausgestellt waren.

Anton Blitzsteins Katzen habe ich mir ja schon einmal angeschaut und im Otto Wagner Spital hatte er auch eine Ausstellung, als die dort ihr Jubläum feierten, dann habe ich ihn persönlich bei den „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ kennengelernt und ihn einmal auch als Leser zu meinem Geburtstagsfest eingeladen.

Aber er ist mehr Maler, Autodidakt, wie er in der Einleitung erwähnte, als Literat und seine Wohnhausbilder sind sowohl Abbildungen des Wassertumrms, des Karl Marx Hofes, der Kirche am Steinhof, als auch Phantaiebilder, zum Beispiel ein Katzenhaus, in dem er gerne wohnen würde.

Die Ausstellung war bald erklärt, eine Führung hat es auch gegeben und dann hatte ich noch einige Stunden Mariahilferstraßen Flanieren vor mir, denn ich wollte ja am Abend ins Literaturhaus gehen.

Einige prägnanten Impressionen, nämlich wahrscheinlich syrische Familien, die mit Sack und Pack vielleicht ins Kolpinghaus zogen oder beim Cu.A Winterkleidungt einkauften, hat es auch gegeben.

Ich bin ja sehr ungeduldig, so habe ich meine Runde dann bald wieder abgebrochen und gedacht, schaue ich noch ein bißchen länger zum Bücherschrank, bevor ich ins Literaturhaus gehe, wo Anna Weidenholzer im Gespräch mit Fritz Ostermayr, dem numehrigen Direktor der „Schule für Dichtung ihre Musikvorlieben vorstellen würde.

Der soll in meinem Adventkalender zwar nicht so vorkommen, obwohl es da schon einen „Bücheradventkalender“ gibt, aber immerhin, sich dort ein bißchen hinzusetzen, alles anzuschauen und sich ausruhen kann nicht schaden, dachte ich, habe dann auch den ersten Dimitre Dinev, noch in der „Edition Exil“ erschienen, gefunden und einen Konzeptband von Judith Fischer, auch GAv-Mitglied und als ich überlegte, ob ich für die Schwiegermutter ein paar Edgar Wallace-Krimis mitnehmen soll, sprach mich ein älterer Mann an, sagte, daß er zwar keine Zeit zum Lesen hätte, sich den offenen Bücherschrank aber gerne einmal anschauen wollte.

Dann ging ich zurück zum Literaturhaus, es war dreiviertel und noch alle Türen zu, wie vorhin und erst jetzt bemerkte ich den Zettel mit der Mitteilung, daß die Veranstaltung wegen Erkrankung ausfällt, aber nachgeholt werden wird.

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