Literaturgefluester

2018-08-28

Archipel

Jetzt kommt Buch drei der heurigen LL und eines, das ich, glaube ich, schon über ein Monat auf meinem Badezimmerstapel habe, Inger-Maria Mahlkes „Archipel“ und „Inger-Maria Mahlke-“ steht am Klappentext „ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt“ und ich habe die 1977 in Hamburg geborene Autorin, 2012 während ihres Auftritts in Klagenfurt beim „Bachmannlesen“ kennengelernt und 2015 ist sie dann, bei meinem ersten „Buchpreislesen“ mit „Wie ihr wollt“ auf der Shortlist gestanden.

Daß das Buch, das durch einen Zufall zweimal zu mir gekommen ist, auf der heurigen LL stehen könnte, habe ich vorausgeahnt und auf meiner eigenen Schätzung auch so vermerkt und jetzt nach dem Lesen und dem Ansehen einiger Videos, wo Booktuber ihre Meinung über den dBp zu Kenntnis bringen und darüber stöhnen, daß auf diesen Listen immer nur Bücher über Kriege und Familien in l` Art pour l` Art Manier stehen, kann ich dem zustimmen, daß, ich glaube, daß „Archipel“ ein typisches für den Buchpreis geschriebenes Buch ist.

Ob, die Leser dann sehr viel damit anfangen können und wieviele Leute es zu Ende lesen werden, ist eine andere Frage und da kann ich gleich hinzufügen, daß ich, die,  immer zu Ende Leserin, mir mit dem Buch etwas schwer getan habe und die letzten Seiten nur überflogen habe.

Denn Inger Maria Mahlke, die an ihrem Jahrhundertroman über eine Familie in Spanien sicherlich sehr lang gearbeitet und sehr sorgfältig recherchiert hat, hat im Sinne der „formalen Voranwagung“ einen besonderen Kniff gewählt. Sie erzählt ihre Geschichte rückwärts. Beginnt also am „9. Juli 2015 um vierzehn Uhr“ und endet vierhundertzwanzig Seiten später im Jahr 1919 mit dem Satz „Auf die Zukunft!“

Ein Kunstgriff für den Buchpreis könnte man so sagen und auch, daß Anna Weidenholzer für ihr noch nicht Buchpreisbuch „Der Winter tut den Fischen tut“, das gleiche gemacht hat. Aber da war der Stoff, es ging um eine arbeitslos gewordene Frau leichter zu erfassen. Hier, wenn eine Familiengeschichte von hundert Jahren erzählt wird, tut man sich schwer mit der Spannung, habe  wenigstens ich beim Lesen emfpunden, denn wie soll man die rückwärtsgewandt aufrechterhalten?

Es geht um eine Familie in Teneriffa, in der Stadt La Leguana, glaube ich und darüber hat ja auch Erika Kronabitter ein Buch geschrieben und dort kommt im Jahr 2015, die 1994 geborene Rosa, die Tochter von Felipe und Ana, im Anhang sind die handelnden Personen zum Glück angeführt, so daß man sich wenigstens daran ein bißchen orientieren konnte, aus Madrid, wo sie ihr Kunststudium abgebrochen hat, zurück.

Felipe ist der letzte „Bernardotte“, ein Historiker, der versucht hat, seine Geschichte kritisch aufzuarbeiten und daran scheitere, so daß er seine Tage jetzt nur mehr in seinem Club verbringt. Ana ist Politikerin und da gibt es gerade einen Skandal und es gibt auch noch einen 1919 geborenen Großvater, der und das finde ich originell immer noch in dem von katholischen Schwestern geführten Asyl, als Portier arbeitet, dabei viel fernschaut, aber aufpassen muß, daß die Dementen, nicht unerlaubt das Heim verlassen.

Das ist der erste Teil, der im Jahr 2015 spielt. Eine Hausangestellte namens Eulalia gibt es auch und es dreht sich auch sehr viel um die Frage, ob man in Zeiten der Krise, seine teuren Handtaschen nicht verstecken oder wie man mit dem Personal umgehen muß?

Und dann geht es, wie ich schon erwähnnt, sicher sorgfältig recherchiert und mit vielen Details ausgestattet, Kapitelweise zurück. Es geht zur Geburt Rosa in das Jahr 1994, die Beziehung zu Ana und Felipe werden erzählt. Die Großeltern kommen vor, Francisca und Elisio sind Felipes Eltern. Der Vater ist Militär und deren Eltern Ada und Lorenzo, Lorenzo ist Zeitungsherausgeber, während Julios Vater Apotheker ist.

Der zweite Weltkrieg, der Bürgerkrieg, etcetera werden dabei gestreift und in den einzelnen Familiengeschichten viele Details erwähnt, die zumindestens mir das Lesen sehr schwer machten und ich Mühe hatte, mich auszukennen.

Denn Erstens ist mir die spanische Geschichte nicht so sehr bekannt und dann wie schon erwähnt, rückwärts erzählt löst sich die Spannung auf, weil man Geschichten wahrscheinlich nur von hinten nach vorn und nicht umgekehrt erklären kann. Das Ganze aber ein raffinierter Kunstgriff ist, der die Literaturkritiker begeistert.

Ein buch also mit dem ich meine Mühe hatte, mir öfter die Frage stellte „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ und warum soll ich mich durch das Schicksal einer spanischen Familie und ihre Geschichte quälen?

Der Durchschnittsleser wird es, könnte ich mir vorstellen, so empfinden. Da das Buch offiziell erst vorige Woche erschienen ist, gibt es noch keine Rezensionen, auf die ich zurückgreifen kann.

Bin also gespannt, was die Booktuber und andere Kritiker dazu sagen werden und ob es auf die Shortlist kommt? Ich würde das, obwohl ich bisher nur zwei Bücher von der Liste gelesen habe, nicht vermuten und ich würde es jetzt auch nicht nicht mehr auf die LL setzen.

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2018-07-28

Finsterwalde

Jetzt kommt nicht nur vom Erscheinungsdatum ein brandtaktuelles Buch, sondern auch eines, das „relativ bald oder vielleicht zwei drei Jahre später“, spielt.

Also eines, wo es, wie im Klappentext steht „Die die EU nicht mehr gibt und überall in Europa die Politik von Nationalismus und Ausgrenzung bestimmt wird“ und eines das ich vom Kanal „Goldschrift“, der Berliner Lehrerin, die sich sehr für Bücher um den Holocaust interessiert, empfohlen bekommen hatte.

Max Annas „Finsterwalde“. Der Autor war Journalist, hat in Südafrika gelebt und schon einige aktuelle Politthriller geschrieben und Finsterwalde ist ein kleiner Ort in Ostdeutschland, eine ausgegrenzte Stadt, die in der sehr nahen Zukunft, die das Buch, das wohl eines für jüngere Leser ist, die die Spannung lieben und dennoch über die politische Lage nachdeknen wollen, behandelt, zu einem Lager umgewandelt wurde, wo die Schwarzen, die nicht rechtzeitig auswandern konnten, hingebracht werden.

Marie und und ihre zwei Kinder Kodjo und Antoinette sind dabei. Marie war Ärztin in Berlin und wollte die Stadt wegen der Beerdigung ihrer Mutter erst ein paar Tage später verlassen. So befindet sie sich jetzt hinter Absperrgittern und Zäunen in der aufgelassenen Stadt, oben fliegen die Drohnen vorbei und werfen Nahrungsmittel herab, draußen patrouilliert die Polizei und die Sicherheitsdienste.

Ein bedrohliches Bild und Max Annas weiß sehr geschickt mit der Spannung zu jonglieren oder übertreibt damit vielleicht sogar ein bißchen, so daß man mit dem Lesen fast nicht mehr mitkommt.

Maries Praxis ist also leer und muß wieder bevölkert werden. Dazu kommt schon ein Paar, Eleni und Theo, mit ihren Kindern aus Athen geflogen, denn die Leute vom bankrotten Griechenland werden offenbar in das leergewordene Berlin umgesiedelt.

Die Praxis und die Wohnung Maries wurde von den persönliches Gegenständen der früheren Besitzer geräumt. Marie hat trotzdem ihre Spuren in Form von ein paar Fotos hinterlassen, die Theo, der älter, als die Ärztin Eleni und auch nicht der Vater ihrer Kinder, sondern ein ehemaliger Radioreporter ist, findet und sich damit nach Finsterwalde auf ihre Spuren macht.

Was aber natürlich auch nicht so einfach ist, denn die Eingewanderten haben Fußfesseln abbekommen, die sie ein Jahr zur Bewährung tragen müssen und sie dürften sich auch nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes, wo auch überall die Polizei patroulliert, einmischen.

Theo, hat aber schon früher in Berlin gelebt und hier auch ein paar alte Freunde und die führen ihn dorthin, wo man die Fußfessel deaktivieren kann. So schleicht er sich langsam langsam während die Kinder im Kindergarten und mit Eleni bei einer Fortbildung sind, an Finsterwald heran und trifft dort bald auch auf Marie, denn die Leute im Lager, wo natürlich auch Gewalt herrscht und ein früherer schwarzer Polizist erschlagen wurde, müssen sich organisieren, halten Versammlungen ab und kommen so auf einen toten Priester und sein Handy, das ihnen zeigt, daß es in Berlin noch drei verlassene und in einem Keller versteckte Kinder gibt, die sie retten wollten.

So kriecht Marie mit Kodjo und zwei jungen Männern durch die Gullies hinaus und treffen im Wald bald auf Theo. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt. Überall sind Polizeistreifen, Schüße fallen. Es gibt aber auch Widerstandkämpfer und Leute auf einem Bauernhof, die helfen und so werden die Kinder schließlich gefunden. Kodjo befindet sich auf dem Weg nach Dänemark, Theo kehrt zu Eleni und den Kindern und Marie ins Lager zu Antoinette zurück und die Leser sind vielleicht  in Zeiten, wie diesen, wo die jungen und die alten Rechten, jede Gewalttat  zu einem Bedrohungsszenario und Austauschszenario aufbauschen, die vielleicht, wenn wir nicht sehr aufpassen sehr bald in ein zwei Jahren oder früher zu  den geschilderten Zuständen  führen können, ein wenig ratlos und können nun überlegen, was zu machen ist, , daß solches doch nicht passiert.

2018-04-16

Alte Engel

Noch ein Debut, diesmal eines, das schon auf der „Blogger-Debutlonglist“ steht und das ich mir aus Leipzig mitgebracht habe. Simon Grimm vom „Rowohlt-Verlag“ hat es mir mit freundlichen Grüßen mitgegeben und mir auch ein bißchen was zu der Autorin und dem Buch erzählt, von der ich noch nie etwas gehört habe.

Mareike Schneider wurde 1881 geboren, lebt in Leipzig, studierte in Hildesheim und hat 2014 beim „Open Mike“ einen Preis gewonnen und dann würde ich noch vermuten, daß ihr erster Roman ziemlich autobiografisch ist.

Denn da geht es um Franka Raben, eine abgebrochene Kunststudentin, die mit ihrer Katze Käthe in das Haus ihrer Großmutter Marie fährt, um ihren Vater, der Maries Schwiegersohn ist, bei der Betreuung der alten Frau zu helfen.

Franka hat, wird angedeutet keine andere Wahl, weil keine Wohnung, die prekären Verhältnisse der Generation Dreißig wird wieder einmal thematisiert. Sie sucht sich auch einen Job und verkauft dann Brötchen in einer Billigbäckerei oder steht in der Kantine des Kulturhauses und das alles wird sehr skurril bizarr erzählt.

Mehr frech und rotzig, als poetisch, würde ich sagen und das Buch ist in drei Kapitel: Sommer, Herbst, Winter eingeteilt, die sich dann in jeweils mit einem bis drei Kreuzen markierten Abschnitten untergliedern. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Mareike Schneider, das wirklich komplett durchgehalten hat, daß ein Stern, die Vergangenheit der Großmutter, zwei Kreuze das Leben mit ihr und  drei die, prekäre Arbeitssituation und die Zukungsperspektiven der jungen Frau thematisieren. Es könnte aber so sein, vielleicht auch in anderer Reihenfolge.

Denn es geht in den über fünfhundert Seiten, in denen auch ein kurzer Anhang über die vogtlädische Sprache angefügt ist, denn die Oma kommt aus dem Vogtland und spricht noch diesen Dialekt, ein wenig ungeordnet zu.

Hier meine ich, hätte eine Kürzung und Straffung des Inhaltes und vielleicht eine Reduktion von hundert oder so Seiten genützt, denn es kann einem beim Lesen so vorkommen, als würde hier ungeordnet dahin erzählt.

Die Sprache ist frech und rotzig, hat durchaus originelle Wendungen, wie, wenn Franka ihrem Vater von der Herfahrt im Bus erzählt. Da saß sie mit dem Katzenkorb auf den Knien vor einer Frau, die sich darüber aufregte, daß man sowas ihrer Katzenallergie antuen könne.

Die Großmutter wird auch ein wenig rotzig frech geschildert. Sie ist Diabetikerin, ist blind oder stellt sich vielleicht nur so, jedenfalls hat sie die Augen ständig geschlossen, so daß ihr ein Zivi zugeteilt wurde, der sich um sie kümmern soll, den sie aber nur mit Keksen fütterte, so daß alles andere liegenblieb. So beschloß die Verwandtschaft, Hagen, der Schwiegersohn muß her. Die Mutter, die Wohnungsausräumerin ist, wollte oder konnte das offenbar nicht schaffen und Hagen, der auch ein origineller Mann ist und davon lebt, alte Sachen zu reparieren und seltene Plfanzen zu züchten, hat auch unkonventonelle Betreuungsmehthoden. Er baut im Winter aus dem Schnee auch einen Iglu und setzt die Oma dann auch einmal hinein.traße

Die Oma ist eine, die in der vogtländischen Sprache ständig schimpft und Hagetraßen immer noch detraßen „Moa“ nennt und Franka das „Madl“. Sie versteckt ihre Süßigkeiten an allen Ecken und Enden und schmatzt sie dann auf, während die Familie sich bemüht, ihr Diabetikeressen zu servieren.

Es geht aber auch in die Vergangenheit, der jungen Marie, die im World War II zwangsverpflichtet war. Ihr Haushaltsjahr bei verschiedenen Familien absolvierte. Sich dann mit dem Sohn der einen verlobte, der aber gefallen ist. So kam sie zu dem Opa in die DDR, der war Alkoholiker und meldete Oma vom Kindergarten, ihren Traumberuf, gleich ungefragt ab.

Mit der Katze gibt es natürlich auch Probleme , was wieder zu bizarren Szenen führt, wenn Franka versucht die schwarzgefärbte Katze in der Badewanne abzuduschen.

Ganz schwierig wird es zu Weihnachten. Da wird die Oma vorher, damit der Vater sich erholen kann, in ein Spital gebracht, das natürlich unterbesetzt ist und wo es ihr auch nicht gefällt. dann holen sie sie zu Weihnachten wieder ab, der Arzt ist trotz der Unterbesetzung dagegen und die Familie ist mit ihren selbstgebastelten Geshenken, die man früher „Aus der Not eine Tugend machen“ jetzt „recyclet“ nett, angekommen und auch mit den neunerlei Schnittchen, mit den man im Vogtland schon zu Weihnachten, das neue Jahr begrüßte.

Brot mit neun verschiedenen Aufschnitten, von denen man immer nur von jedes eines essen durfte. Das war früher ein arme Leute essen. Ein Brot mit Butter, eines mit Salz, eines mit Pfeffer, dann mit Pfeffer und Salz und so weiter und so fort, bis man satt gegessen war.

Jetzt gibt es natürlich viel bessere Aufstriche und als die Mutter mit den Platten kommt, muß sie sich über die Neffen und Cousins ärgern, die sich einfach gleich zwei der selben Sorte ergreifen und auf den Brauch pfeifen.

Weihnachten wird trotz des echten Weihnachtsbaumes, den Franka ihrer Oma schenkte, damit sie nicht immer im Plastikmüll leben muß, schrecklich, denn die Dilalyseschwester gibt ihr nur noch ein paar Tage und die Mutter steht schon am Dachboden und räumt sie Sachen aus, denn das ist ja ihr Beruf, während Franka das streng unterbindet.

Schließlich ist man eingeschneit, die Dialyseschwester kann nicht kommen und man diskutiert, ob man die Oma mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus bringen oder selber „Sterbehilfe“ leisten soll. Das sind die Stellen, wo die junge Frau vielleicht ein wenig übertreibt oder die Emotionen überschwappen. Aber ansererseits auch wahrscheinlich das, was man empfindet, wenn man mit zwanzig oder fünfundzwanzig  seine Großmutter beim Sterben begleiten soll.

Am Schluß gibt es das Begräbnis und die Pastorin lobt den Vater und Franka geht in ihren Erinnerungen in ihre Jugend zurück, wo sich alle manchmal mit Schneebällen auf einen Jungen stürzten, bis dieser am Boden lag und erzählt auch von den Aprilscherzen, die die Oma mit ihren beiden Töchtern machte, die ihr immer darauf hineinfielen und einmal, ein einziges Mal war es umgekehrt.

2018-02-24

Komm in den totgesagten Park und schau

Zu den momentanen Trends der Gegenwartsliteratur scheint die Dystopie zu zählen, die Beschreibung vom Niedergang einer Gesellschaft in einer rechtsradikalen Kultur, die in der Zukunf spielt, die wenn man genauer hinschaut, vielleicht sogar die Gegenwart ist.

Helmuth Kraussers „Weltmeisterschaft“ wäre so ein Beispiel, dann hat es vor kurzem einen Film im ARD gegeben, der die Flucht aus Deutschland nach Südafrika nach der Machtübernahme der Rechten zeigt, der die Identitären sehr erboste und mit Andre Kubiczeks neuem Buch, wird man wieder in eine solche Welt geworfen, wo man sich zuerst in der Zukunft glaubt und sich dann überlegt, ob es nicht vielleicht doch die nackte Gegenwart ist, die das Buch, wenn natürlich abgehoben und mit vielen Stilmitteln, wie beispielsweise Durchstreichungen im Text, die für mich nicht so ganz nachvollziehbar waren, beschreibt.

Von dem 1969 in Berlin geborenen Andre Kubiczek habe ich „Skizze eines Sommers“ gelesen, das 2016 auf der Shortlist des dBp stand, einen leichten Sommerroman, der die schöne Erinnerung eines Jugendlichen im Sommer 1985 in Potsdam, glaube ich, schildert, der von seinem ins Ausland reisenden Vater mit tausend Mark zurückgelassen wurde und der nun seine erste Liebe erlebt.

Die DDR war nicht so schön, sondern  eine Diktatur, der Held und vielleicht auch sein Autor Sohn eines Funktionärs konnte man so sagen. Erinnerungen können trotzdem positiv vorhanden sein und eine sturmfreie Bude mit viel Geld ist vielleicht sehr schön und auch jetzt geht es um die DDR beziehungsweise um ihre Lyrik.

Das Buch wird in drei Strängen erzählt, die von drei Personen Felix, Marek und Veit erzählt werden und, daß Kapitel beziehungsweise Teile Namen haben, scheint auch eine Spezifität der jüngsten Neuerscheinungen zu sein

Es beginnt dramatisch, der achtzehnjährige Felix der gerade sein Abitur hinter sich hat, sitzt vor Weihnachten in einer Hütte in der Tschechei hinter der deutschen Grenze und schreibt einen Brief an seine Freundin Nina in der er ihr die Ereignisse schildert, die im Laufe des Geschehens klar werden.

Da sind die vielen Ausstreichungen und Durchstreichungen in dem Brief, wie gesagt, ein Stilmittel das ich nicht ganz verstehe und mir nicht ganz logisch erschien. Es ist aber sehr spannungswgeladen, denn Felix befindet sich offenbar auf der Flucht in dieser Hütte. Der Freund seines Vater mit dem er dort ist, hält sie dort gefangen, sie haben die Handies weggeworfen, verdunkeln die Fenster, heizen ein, es stinkt, der Freund ist paranoid und verläßt nur einmal in der Woche die Hütte um einzukaufen.

Nach und nach erfährt man was geschah, durch Felix und dem Vater Marek, der auch einen Brief an seinen Sohn schreibt, um ihm näher zu kommen, während Veit sich sozusagen durch das Leben trinkt.

Der Vater Marek ist Professor für Literatur, von seiner ersten Frau und seinen Kindern Laura und Felix schon lang getrennt. Er hat eine zweite Frau mit zwei Kindern und Mareks Geschichte beginnt, als er vom Pförtner des Jugendamtes zusammengeschlagen wurde, das ihm wegen der Verletzung der Sorgfaltspflicht der beiden adoptieren Töchter bestellt hat.

Es ist schon ein dystopes Bild, in dem Marek sich nicht wehren kann. Dann fährt er auf die Uni, hält seine letzte Vorlesung über die DDR-Lyrik vor der Sommerpause. Geht dann in sein Sprechzimmer in den Keller, wo er sowohl seinem Assistenten Veit Stark, als auch die dunkelhäutige Studentin Noa Snow, die eigentlich Karoline Schmidt heißt, begegnet.

Von Felix erfahren wir dann, daß er vor dem Abi mit seinen Klassenkameraden auf eine Demostration nach Köln fuhr. Mit Nina und mit Sascha, der offenbar ein Nebenbuhler war, der ihm als Nina ihn einen Nazi nennt, auffordert, das Auto eines Burschenschaftler abzufackeln.

Deshalb ist am Cover des Buches  und auch darin immer wieder ein brennendes Streichholz, ähnlich wie bei dem Buch von Ronja von Rönne zu sehen.

Er tut es, versteckt sich eine Woche und als er Nina doch besuch,t um nachzuschauen, wie es ihr geht, entdeckt er sie in den Armen Saschas und als noch eine Aufforderung von der Polizei kommt sich zu melden, haut er nach Berlin zu seinem unbekannten Vater ab, von dem er vorher im Antiquariat ein altes Reclambüchlein mit DDR-Lyrik gekauft hat, daß der Vater herausgegeben hat.

Gedichtanfänge von DDR-Gedichten sind öfter auch die Kaptielanfänge und Veit Stark ein paranoider Llooser, der lustig vor sich hinsäuft, der Assistent von Marek hat ein zweijahres Stipendium, um an dieser Lyrik zu forschen beziehungwweise seine Dissertation darüber zu schreiben. Das geht nicht sehr gut, denn Veit läßt seine Wohnung verkommen und postet auch Hassnotizen im Internet. Bei einer begeht er dabei den Fehler sein Profil zu enttarnen, was ihn in Ängste stützt und er bekommt dann auch ein Mail von Noa Snow, das ihn in große Aufregung versetzt.

Sie möchte aber nur ein Interview mit ihm machen, bezeihungweise eine Seminararbeit über ihn schreiben. So bahnt sich  eine zarte Liebesbeziehung an, die darin gipfelt, daß Veit mit ihr das Sommerhäuschen seiner Schwester besuchen, beziehungsweise ihr die Plattenbausiedlung zeigen will, in die er aufgewachsen ist.

Mareks Ärger mit dem Jugendamt verdichtet sich indessen, die Sozialarbeiterin taucht mit dem Schlosser und einer Polizistin unerwartet zum Hausbesuch auf, als Marek noch betrunken von der Nacht mit Veit ist und die Tochter Bibi, die Schule schwänzete.

Das ist eine der eindruckvollsten Szenen in dem Buch. Die Schilderung, wie Bibi, in der Schule von einem Mitschüler verletzt wurde Die Direktorin dem Vater aber erklärt, sie wäre von der Rutsche gefallen, weil der Schüler Sohn von einflußreichen Eltern ist, die die Schule leicht einmal verklagen und Recht bekommen und als Marek dann versucht, Mails an den Vater zu schreiben, bezichtigt ihn der des Stalkings.

Er gibt auf, seine Frau Adriana macht aber weiter, so daß die Schule das Jugendamt schickt und als Marek noch Veit davon erzählt, bricht der mit ihm zu der Wohnung der Sozialarbeiterin auf, wo es dann zu einem Unfall kommt.

Man sieht, das buch ist sehr gewalttätig, denn auch Noa wird in der ehemaligen Plattenbausiedlung niedergeschlagen und verletzt, so daß alle drei einen Fluchtgrund haben, die sie in die tschechische Hütte brachte, wo Veit und Marek sich niedersaufen, Felix sich zu Weihnachten, nachdem sie sich ein halbes Jahr versteckten,  aber davon lösen kann und ins Leben zurückkehrt. Das Buch endet mit einem Brief Ninas, wo sie ihre Sicht der Dinge und den Freund als verrückt erklärt.

Sehr eindrucksvoll und spannend diese Dystopie, die eigentlich davon erzählt, daß es seit dem Niedergang der DDR eigentlich um nichts besser geworden ist. Gewalt und Terror herrschen, die Mittelschicht vor sich hinsumpert und die sogenannten Looser von den sogenannten Besserverdienenden nieder und fertiggeklagt werden.

Eigentlich gar nicht so viel von Realität entfernt, wenn man wahrscheinlich auch noch nicht gleich vom Pförtner des Jugendamts niedergeschlagen wird und ein Teil der Gewalt auch durch den Alkohl entsteht, der wahrscheinlich für sehr viel  verantwortlich ist und dagegen, als Kontrast steht die DDR-Llyrik. Die Gedichte von Sarah Kirsch, Rainer Kunze und auch Johannes R. Becher, dem ehemaligen DDRKulturministers, der vielleicht auch nicht so gewaltfrei war, das ich sehr interessant finde.

Den Titel des Buches, kann ich noch anmerken, habe ich auch nicht ganz verstanden, da das Buch ja in der hütte der Schwester Veits, in das die drei, sich nach ihren Gewalterlebnissen fluchtartig zurückgezogen haben, und eigentlich in keinen Park spielt, wenn man nicht die ehemalige und jetzt niedergerissene Plattenbausiedlung in der der paranoidgewaordene Veit aufgewachsen ist, dafür hält. Aber vielleicht ist das auch ein Gedichtanfang und am Buchrücken kann man noch lesen, daß Andre Kubiczek eine „Vater-Sohn-Beziehung im Ausnahmezustand schildert – und übertrumpft unsere absurde Wirklichkeit nicht durch überdrehte Volten, sondern zeigt fabelhaft, wie sich die Apokalypse tänzelnd nähert.“

Das zweitere befürchte ich fast auch, von der Vater-Sohn Beziehung war dagegen nicht viel zu merken, beziehungsweise wurde sie in Whisky und Bier ersoffen.

2016-10-09

Skizze eines Sommers

Buch sechzehn und das fünfte der SL ist ein Sommerbuch und führt in die DDR, in den Sommer 1985, wo wir mit der kleinen Anna auch dort waren und ich mich noch an ein Plakat in Ost-Berlin erinnern kann, das den Kindern schöne Ferien wünschte.

Rene wohnt in Potsdam und wird gerade sechzehn, das heißtm er hat die Schule abgeschlossen und kann sich jetzt für eine Lehre oder die erweiterte OS entscheiden, beziehungsweise wird er dorthin delegiert und ist so alt, wie der 1969 in Potsdam geborene Andre Kubiczek, der sich an diesen Sommer erinnert und wahrscheinlich seinen Freunden dieGeschichte erzählt.

Die Schule ist fertig, der Geburtstag steht bevor, die Mutter ist vor einigen Jahren, vielleicht an Krebs, das Trauma wird umschifft und nicht besonders erwähnt, gestorben und der Vater, offenbar ein Universitätsprofessor, darf für sieben Wochen in Genf an einer Friedenskonferzenz teilnehmen.

Da hat vorher die Staatspüolizei, die Nachbarn besucht und sich nach dem Lebenslauf erkundigt, die haben es Vater und Sohn gemeldet und offenbar nicht Negatives erzählt, so kauft sich der Vater einen kanariengelben Trenchcoat und läßt sich vom Chauffeur nach Schönefeld fahren und der Sohn, der nach den Ferien, weil er auch  einen vorteilhaften Lebenslauf hat, in ein Internat kommt, wo er die „Organisation der materiell-technischen Basins“ studieren soll-.

Der ist zwar  nicht so angepasst, sondern liest mit seinen Freunden Baudelaire und andere dekatente Dichter, deren Bücher man nur ausnahmsweise in den Volksbuchhandlungen kaufen kann, kleidet sich schwarz und ärgert, die jungen Lehrerinnen, weil sie zwar nicht aufpassen, aber trotzdem gute Schüler sind, so daß sie ihnen nichts anhaben können.

Aber noch sind Ferien, die Bude ist  sturmfrei, Rene soll zwar die Hälfte der Ferien im Harz bei den Großeltern verbringen, hat aber nicht viel Lust dazu und der Vater hat ihm tausend Mark, „kein Geld der Welt, sondern Mark der DDR“,  für den Monat seiner Abwesenheit und dann nochmal zweihundert, als Geburtstagsgeschenk hinterlassen.

Rene schwimmt also in Geld, das er getreulich mit seinen Freunden teilt, die heißen Dirk und Michael und waren mit ihm in der Klasse, sowie Mario, der ist erst vierzehn, schaut aber, weil er einen libanesischen Vater hat, viel älter aus und hat, worum Rene ihn beneidet, unschlagbaren Erfolg bei den Mädchen, den er gehörig aufsnützt.

Rene geht es also gut und kann den Sommer genießen, so trinkt er mit den Freunden die sieben Flaschen „Napoleon“ aus, die die Großmutter immer den Vater schenkte, fängt zu rauchen an und natürlich interessieren ihn die Mädchen, die ganz besonders.

Da gibt es eines, von der er den Namen nicht weiß, später erfährt er, daß ihre kleine Schwester Fritzi heißt, er trifft sie an seinen an sich einsamen Geburtstagstag, wo die Freunde ihn scheinbar vergessen habe, so daß er sich, um sechzig Mark, die Baudelaire-Ausgabe, die in der Volksbuchhandlung hinter Glas aufgereiht steht, kauft, auf einer Bank am Keplerplatz und  verabredet sich mit ihr für den nächsten Tag in der Jugenddisco trifft.

Dort geht einiges schief, denn Mario kommt dorthin mit seiner Freundin Connie und stellt ihm eine Bianca vor.  Sie und Connie werden eine Lehre beginnen und werden daher, von den „dekatenten Intellktuellen“ als Proletarier bezeichnet.

Rene ist aber trotzdem von ihrem tollen Busen hingerissen, es kommt zu einem Kuß oder eine Umarmung,  das Mädchen ohne Namen, kommt nicht zum ausgemachten Date und fährt am nächsten Tag mit ihrer Familie in die Ferien.

So bleibt Rene gar nichts anderes über, als mit Bianca eine Beziehung aufzunehmen und sich mit ihr in einem Gasthaus am See zu treffen, bis auch sie in die Ferien fährt und Potsdam langsam leer wird.

Rene sollte zwar zu seiner Großmutter, fährt aber mit Mari in das Kuhdorf wo Conni das Haus einer Tante hüten soll. Sie werden dort zwar in der Nacht von einem Volkspolizisten auf einer Bank mit dem „Napoleon“ aufgegriffen, der entpuppt sich aber als Connies Onkel und bringt die beiden zu ihr.

Eine  Blutschwester hat Rene vorher auch noch gefunden, die intellektuelle Rebecca, eine Künstlertochter, in die sich sowohl Dirk, als auch Michael verlieben und nun soll Rene entscheiden, wer von ihnen die meisten Chancen bei ihr an.

Sie hat aber nur  schwesterliche Augen für Rene und fährt auch in die Ferien und als die vorüber sind, trifft Rene das Mädchen ohne Namen, das ihn  verrät, daß sie Vicotia heißt und eine große Liebe in der letzten Ferienwoche beginnt.

Ein leicht zu lesbares Buch, mäkeln die „Amazon-Rezensenten“, die offiziellen Buchblogger sind begeistester und der Autor dementierte, glaube ich, daß es in dem Buch um die DDR geht und meinte, daß die eher nur Staffage oder Nebenprodukt wäre und ich denke , daß ich jetzt mein viertes Shortlistbuch gefunden habe, bin beigeistert von der leichten Ironie mit der Kubiczek über die DDR-Schikanen drüberwischt und meinte, daß man auch im Jahr 1985, wenn man jung war, viel Geld und eine sturmfreie Bude hatte, sein Leben genießen konnte.

Wahrscheinlich ist wieder viel Autobiografiesches dabei, auch wenn es der Autor bestreiten sollte und denke, daß für mich die DDR, die mich ja sehr interessiert, schon sehr greif und sichtbar war, auch wenn 1985 auch im Westen die Schulabgänger wahrscheinlich rauchten, Kognac tranken und sich für Mädchen interessierten.

Im vorigen Jahr habe ich ja auch ein Buch über die DDR Jugend gelesen und dieses beschreibt die Szene der HO- Läden und der Volkspolizisten sehr dicht, zeigt aber auch, daß man trotzdem widerständig und kritisch sein konnte, auch wenn Rene, dem intellektuellen Künstlervater, der ihn aushorchen will, stolz erzählt, daß er ein echter Kommunist werden wird.

„Andre Kubiczek erzählt wunderbar einfühlsam und hintergründig von jeder Zeit, die auf ewig die beste unseres Lebens bleibt“, steht am Buchrücken und die war offenbar für Rene oder auch für Andre  Kubiczek auch in der DDR möglich.

2016-09-06

Der Weg der Wünsche

Nun kommt Buch fünf der dBp LL, ich muß schnell lesen, bevor die österreichische Liste bekannt gegeben wird, durch die ich mich ja auch wühlen möchte.

„Der Weg der Wünsche“ des 1963 geborenen Akos Domas, der mit Vierzehn mit seinen Eltern über Italien und England nach Deutschland emigirierte, ist, wie ich in diversen Blogs gelesen habe, die „enttäuschende Variante“, der erwartetenden „Flüchtlingsbucher“, denn diese Flucht aus Ungarn, die hier beschrieben wird, ist vierzig Jahre her und wahrscheinlich mit den heutigen Flüchtlingsdramen und dem politischen Geschehen, um die Frau Merkel und den Herrn Hofer, nicht so wirklich zu vergleichen.

Trotzdem für mich interessant, denn ich interessiere mich ja für die ungarische oder von Ungarn geschriebene Literatur und Akos Doma ist auch als Übersetzer tätig und ich habe von ihm noch nie etwas gehört, habe ich geglaubt und dann Samstag Nacht, als ich in meiner Panik, das alles nicht zu schaffen, die ungelesen bleibenden 2016 Bücher aus dem Badezimmer räumte, die alte Leseliste löschte und aus Platzmangel einen Teil der aktuelleren Bücher für 2017 wieder hineinräumte, fiel mir plötzlich der Name Akos Doma ins Auge, denn vor einigen Monaten bin ich wohl nach einem Buchhändler oder Rezensenten zum „Wortschatz“ gekommen und da stand neben Petra Hartlibs „Wunderbarer Buchhandlung“ auch „Die allgemeine Tauglichkeit“ eines Akos Domas darin.

Der deutsche Buchpreis sorgt also immer wieder für Überraschungen und es war, wie auch schon Marina Büttner, die das Buch schon gelesen hat, schrieb, ein leicht und schnell zu lesendes Buch, das zu den Geburtstagsfeierlichkeiten einer Budapester Familie im Jahre 1972 oder so hineinführt.

Die Torte wird schon angeschnitten, alle warten auf den Vater Karoly, der den Kindern Bori und Misi eine Überraschung versprochen hat.

Die ist ein Hund mit Namen Krapek und während sich die  Kinder, der achtjährige Misi, die fünfzehnjährige Bori, die von ihrer Großmutter einen Talismann, ein Pfauenauge geschenkt bekommt, noch darüber freuen, schmieden die Eltern schon Fluchtpläne.

Denn die Mutter soll nach dem Sommer nicht mehr an ihr altes Institut zurück können, sondern irgendwohin in die Pampa versetzt werden, der Vater der in Deutschland gearbeitet hat, schwärmt von einer Anstellung dort und so fahren sie mit vollgepackten VW-Käfer, an den Plattensee vorbei. Daß man nie lügen soll, ist auch ein Thema des Buches, alle nehmen sich das vor, doch die politischen Umstände erlauben es nicht.

So geht es nicht an den Plattensee, sondern nach Jugoslawien und von dort über die italienische Grenze in ein Flüchtlingslager, wo es Ratten und schmierige Wände gibt, so geht die Mutter, die etwas Italienisch spricht zum Diretttore, dem Lagerleiter, um bessere Umständie für die Familie und Ausreisepapiere zu bekommen.

Das kostet natürlich etwas und die Mutter ist schließlich bereit den Preis zu zahlen, der fünfzehnjährigen Tochter wegen, die ihr Sorgen macht, denn sie verschwindet nachts und auch sonst zu einem Atila, und der, stellt sich später heraus, war von der ungarischen Staatsicherheit und sollte das Mädchen nach Jugoslawien zurückbringen, damit die Familie ihr folgt.

Sie war auch schon auf dem Schiff, der in einem Abfalleimer eines römischen Cafes  gelandete Talismann, rettete sie aber daraus und der kleine Misi plaudert in der Nacht in dem Zimmer, wo alle schlafen, auch noch das Geheimnis aus, was er im Zimmer des Direttore gesehen hat. Das führt zu Komplikationen, als die Familie dann über den Gotthardpass in das ersehnte Deutschland fahren will, aber, wenn man davon ausgeht, daß der Roman, ein Teil des Erlebten seines Autors ist, ist die Flucht wohl geglückt.

Marina Büttner fragte sich, wieder sehr kritisch, warum es auf die Longlist kam?

Nun die geschilderte Flucht ist nicht sehr aktuell, der Stil trotz Rückblendungen eigentlich linear, aberg enau und gründlich und experimentell, was mir sehr angenehm ist, ist es auch nicht, denn ich habe mich, in den Zeiten, wo wir regelmäßig mit der Schwiegermutter nach Bük ins Bad zur Wellness fuhren, ja für die ungarische Literatur sehr interessiert.

Dieses Interesse ist geblieben und von einer Flucht aus Ungarn nach Österreich, die allerdings noch zwanzig Jahre früher erfolgt ist, habe ich ja bei meinem letzten Ungarnaufenthalt gelesen.

Und jetzt gehts ans Lesen der Anna Weidenholzer, die, wie ich inzwischen erfahren habe, nicht auf die öst. Buchpreisliste kam.

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