Literaturgefluester

2017-11-11

Literarisches Geburtstagsfest

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Csilla Bekes

Csilla Bekes

Auf die Idee meinen Geburtstag mit einer Lesung zu feiern, bin ich, glaube ich, 1987 gekommen.

Vorher gab es  die Idee von einem literarischen Salon, aber dafür ist mein Freundes- und Bekanntenkreis zu klein.

So fing ich an zu meinem Geburtstag meine Freunde einzuladen und ein paar Autoren und habe selber auch gelesen und mache das jetzt schon das dreißigste Jahr.

Das heißt zwei oder dreimal habe ich es ausgelesen, weil ich stattdessen ein Praxiseröffnungsfest machte.

Zuerst habe ich die Frauen aus dem Arbeitskreis schreibender Frauen dazu eingeladen, Elfriede Hasehner,  Hilde Langthaler, dann ist die Ruth dazugekommen, Arthur West hat, glaube ich, auch ein paar Mal bei mir gelesen. Später Judith Gruber-Rizy, einmal Elfriede Gerstl und einmal Cornelia Travnicek, eine reine Männerlesung hat es auch einmal bei mir gegeben. Hilfe Schmölzer hat in den letzten Jahren gerne bei mir gelesen, Lidio Mosca Bustamante, Rudi Lasselsberger, Franz Blaha und und….

Am besten ist wahrscheinlich eine Mischung von schon neuen und schon bekannten Autoren und so ist es diesmal  auch gewesen, habe ich ja Anfang Oktober, wo ich mir schon die ersten Gedanken, wen ich heuer einladen könnte, die Ruth hatte ich schon gefragt, an den Rudi gedacht und an  Margit Heumann, die mir in der letzten Zeit ihre zwei letzten Bücher schickte,  ich bei ihrer „Schundheftparty“ und den „Wilden Worten“ war, ein Mail  von einer Psychiaterin Zürich bekommen, daß ich sie  zu einer Lesung mit Musik einladen soll.

Margit Heumann

Margit Heumann

Eva Jancak

Eva Jancak

Da habe ich zunächst einmal abgesagt, denn ich organisiere ja außer für die GAV keine Lesungem, dann habe ich mir das Datum angeschaut, an dem sie in Wien ist, zwischen neunten und zehnten November und ich dachte, aha, sie geht auf die Buch-Wien, da könnte ich sie eigentlich treffen und dann, daß sie  ja auf meine Lesung kommen könnte und habe angefragt, ob sie auch auf eine rein private Lesung kommen will.

Also hatte ich vier, mit mir fünf Autoren, habe die Einladungen ausgeschickt und immer ein paar  in der Tasche gehabt, um sie spontan übergeben zu können.

Der Alfred hat wieder das Buffet gemacht und bin heuer wieder wie im letzten Jahr bei der „Buch-Wien“ gewesen. Da ist  am Nachmittag, als ich bei einer Lesung im Literaturcafe war, Robert Eglhofer auf mich zugekommen, der mit Doris Kloimstein dort war, mit denen bin ich dann in die Krongasse gefahren.

Das hat ein bißchen länger gedauert, so daß die Ersten schon da waren, als ich eingetroffen bin.

Nach und nach kamen die anderen, ich hatte diesmal, weil in den letzten Wochen soviel zu tun war, auch keinen rechten Überblick, wer kommen wird. Es sind auch viele erschienen, die sich nicht angemeldet hatten und nach halb acht ist es  losgegangen.

Als Erstes hat die Ruth gelesen, die dafür einen eigenen Text geschrieben hat, der vielleicht ein bißchen an ihr vorletztes Buch angelehnt war. Es ist jedenfalls, um das Leben einer Kassiererin in einer Kantine gegangen, die ihren Arbeitsalltag schilderte.

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Publikum

Publikum

Dann kam die in der Schweiz lebende  Csilla Bekes, die mit musikalischer Untermalung Ausschnitte aus ihrem Buch „Der verheerende Tausch“ las, in dem es um eine Psychiaterin und eine Prostituierte geht, die ihre Rollen tauschen. Ich habe das Buch schon gelesen, die Besprechung wird nächste Woche erscheinen.

Auch Margit Heumanns Buch vom Paul und Emma habe ich schon gelesen. Margit Heumann hat einen Teil von der Geschichte mit der Organtransplantation vorgetragen und ich habe bei meinem neuen Buch nur die Fahnen vorzeigen können, die ich noch durchsehen muß, aber die Fabian-Szene gelesen, die ich schon beim Volksstimmefest und gestern bei der „Poet-Night“.

Als letztes kam der Rudi und der hatte auch ein neues Buch, nämlich ein Gedichtbändchen mit dem Namen „Idylle“.

Aus dem hat er aber nicht gelesen, sondern zwei Texte aus der „Wieser-Linz-Anthologie“ und dann noch einen Text über das „Scheißen.“

Ja, der Rudi ist sehr direkt. Das Büchlein hat er mir geschenkt und außerdem habe ich noch ein paar andere Bücher bekommen. Franz  Blaha hat mir einen „Storchenkalender“ geschenkt, Hilde Schmölzer ihre „Schöne Leich“, die bei „Haymon“ wieder aufgelegt wurde, ansonsten diesmal viele Bonbons.

Von der Anna einen sechzig Euro „Buch-Gutschein“, was ich mir ja sehr wünschte und den ich wahrscheinlich gleich morgen in der „Messebuchhandlung“ einlösen werde, Blumen, Wein und und….

Dann kam das Buffet das wieder sehr gut schmeckte, Brötchen, Lungenbraten in Blätterteig, Spinatstrudel, Topfen-Apfel-Traubenstrude, Mandelkuchen, Obst und noch viele Gespräche und es war wieder einmal ein sehr schönes Geburtstagsfest und eine interessante Lesung.

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2015-08-18

Willi auf ein Wort

Nach der „Absurden Menschheit“ wird es, bevor es an das Longlistenlesen geht, noch einmal schwierig, denn jetzt ist Band  4, 5, 6, der Williologie „Willi auf ein Wort- eine Retourkutsche“, selbstgemachtes aus dem Loma-Verlag, des lieben Rudi Lasselsberger an der Reihe und ich habe mir mit „Willi auf Kur“ und „Willi, wo bist du?“, ja schon ein bißchen schwer getan.

Das steigert sich nun, denn der 1965 geborene GAV-Kollege, experimentelle Autor und zeitweiliger Leser und Kommentator des Literaturgeflüsters, macht es mit seinem schrägen Humor, seinem Hang zur Selbstdarstellung und Performance einer nicht leicht und so geht die Retourkutsche im dritten weißen Willi Bändchen im rasanten Monologstil voran.

Jetzt ist zwar nichts mehr handgeschrieben, bis auf die Zeichnungen und Illustrationen, die es zwischendurch immer gibt, trotzdem ist das Lesen nicht einfach, denn man könnte sagen, das Wort des Willis, ist ein wahrer Monolog, ein Wortrausch in dem Sinn, daß es auf den hundert Seiten ohne Innezuhalten vorwärts geht und das bezieht sich auch auf die Satzzeichen und Abteilungen, die gibt es in dem Buch nicht, auf die nimmt der Rudi keine Rücksicht und so wird da über die Zeilen geschrieben und ich dachte nur meine Leser finden meine Sprache manchmal unverständlich.

Da wird von Hochdeutsch in den Dialekt geschwankt und wieder zurück und der Willi, der liebe Bub des Rudi Lasselsberger, der seinen Weg vornehmlich durch den fünften Wiener Gemeindebezirk von der „Bunten Kuh“ ins „Little Stage“ beispielsweise macht, hier manchmal der Friederike Mayröcker in der Zentagasse begegnet oder auch der Wiener Gruppe, H. C. Artmann zum Beispiel, wobei der sich wieder zwischen den Zeilen verliert, schwankt vom hundertsten ins tausendsten, da wird von der Politik, schwarz blau und auch vom Alfred Gusenbauer erzählt und dann wieder vom Winnetou und den Fernseh oder Filmaufnahmen deselben, während die Vroni, die Kellnerin in der „Bunten Kuh“, das Bier auszappt und der Rudi oder der Willi seine Sprachspielereien betreibt:

„Aber ist er deshalb ein  Schoshone? Oder ein Appatsche?, Kommantsche? Oder was  sonst auch immer? Was ist mein Bub? Sollen wir auch wer fra die Vera fragen? Wer?  was? wen? wie? Identität? 6 Sinn? Egal? Weiß nicht? Auf jeden Fall: Danke , ja, danke Mama“ Dankee ja?“

Man sieht vielleicht schon, es ist nicht leicht mit der Retourkutsche, der realistischen Schreiberin und Leserin wird es vom lieben Rudi so gar nicht gemacht.

Obwohl es ein Nachwort gibt:

„Ja jetzt in Ruhe die Brillen absetzen, den Tequila, köstlich mit Zitrone und Salz, nach wie vor, ja und das Notizbuch ein Randerl weglegen, ja auch den schwarzen Stift, der Gestalt am anderen Ende der Theke zuprosten. Willi, mein Bub, öffne das Gatter, laß die wilden Pferde los. Ja, und da kommt auch schon Fury, der schwarze Hengst, er hat dich gehört.“

Dann gibts noch ein Inhaltsverzeichnis, einen Lebenslauf mit der Werkangabe, das heißt den  „loma Bänden“, die bis 2012 erschienen sind.

Was es dann von Rudi Lasselsberger gibt, außer den „Krankenstand“, den ich Ende des letzten Jahres gelesen habe und wie weit er mit seiner „Williologie“ schon gekommen ist, weiß ich eigentlicht nicht so genau, hier reißt meine Information ab, hat er mir ja einmal einen ganzen Schwung seiner Bände gegeben, die ich nach und nach auf meiner Leseliste auflese, so daß ich gar nicht sagen könnte, was mir in seinem Werk außer „Franz in Linz“ noch alles fehlt.

Anfang des Sommers habe ich jedenfall mit ihm im „Lesegarten“ gelesen und da hat er auch gesungen und im „El Speta“, das in dem Buch auch erwähnt wird, habe ich mit ihm gelesen, beim Volksstimmefest, der Poet Night, auf meinen Geburtstagsfest und und, denn es gibt ja offenbar zwischen  dem experimentellen Performator, der schon Mal auf der Toilette seine Gstanzerln singt oder Mozartkugeln durch die Gegend schmeißt und der realistisch schreibenden Autorin Berührungen, nicht nur, daß wir beide in der GAV-Mitglied sind und unsere Bücher beide selbst verlegen wahrscheinlich.

Jedenfalls habe ich den Rudi, glaube ich 1987 in Linz kennengelernt, als er damals im Jägermayerhof Stadtschreiber wurde und treffe ihn gelegentlich in der „Alten Schmiede“, bei den GAV-Veranstaltungen und gelegentlich schreibt er mir auch einen Kommentar oder übergibt mir seine Bücher, so daß ich zumindest teilweise, wie ich mir einzubilden glaube, eine Rudi-Spezialistin bin.

 

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