Literaturgefluester

2020-05-08

Rund um die Burg elektronisch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Das Festival „Rund um die Burg“, aus einem Zelt zwischen Burgtheater und Cafe Landtmann gibt es seit 1992. Da war ich mit der Betreuung meines Vaters sehr beschäftigt und habe es, glaube ich, wie auch das Rathaus Filmfestival etwas verspätet mitbekommen.

Dann bin ich aber hingegangen und habe mich auch bemüht, auch einmal, vor mir aus um drei Uhr früh dort zu lesen. Die freundliche Organisation hat es mir auch versprochen, gekappt hat es natürlich nicht und ich habe ebenfalls länger gebraucht, bis ich es geschafft habe, wirklich die ganze  Nacht, denn das war ja das Besondere an dem Festival, dort zu bleiben.

2009 gab es dann, glaube ich, schon die Gerüchte, daß das Festival abgeschafft werden soll. Das war dann nicht so, es wurden nur die Veranstalter und das Konzept gewechselt und jetzt gibt es „Rund um die Burg neu“, das dann nur mehr, glaube ich, bis Freitag Mitternacht und Samstag Mittag schon, wie ich Ursula Scheidle vorhin sagen hörte, seit  fast zehn Jahren.

Ein paar Mal war ich auch dort, habe darum gekämft, daß ich trotz des ausreservierten Burgtheater zu der Lesung von Otto Schenk durfte und auch, daß Andrea Grill, um Mitternacht lesen konnt, obwohl sich die Veranstalter nicht vorstellen konnte, daß dazu Leute kommen würden, aber wenn man von der Bel Etage in den Landtmann-Keller gehen muß, hat es etwas gedauert, bis man den Veranstaltungsort erreichte.

Die letzten Jahre war ich dann nicht mehr so oft dort, weil in Harland, weil bei Luis Stabauer am Attersee, etcetera.

Letzte Jahr bin ich nach meinem Knöchelbruch wieder hingehumpelt, aber früher weggegangen, weil mir die Ruth gesagt hat, daß keine Straßenbahnen am Ring fahren und ich auch sicher sein wollte, daß ich die letzte Bim nicht versäumte und heuer ja heuer ist alles anders, das Corona-Virus hat uns umarmt, keine Veranstaltungen mehr bis mindestens Ende Juni, vielleicht auch kein „Bachmann-Preis“, obwohl man den ja problemlos online veransgalten kann, dafür Online-Lesungen und jetzt auch „Rund um die Burg-digital“.

Eine tolle Idee die Literatur per Video ins Haus zu bringen, damit man den Anschluß nicht verpasst und die Autoren zu ihrem Honorar kommen, aber schon ein wenig seltsam, ein Festival zu besuchen, das „Rund um die Burg“ heißt und dann sieht man die Autoren in ihren Arbeitszimmer meistens vor dem Bücherregal, seltsam ja,  eine gute Idee, denn ich fürchte ohnehin, ich habe trotz der Online Lesungen und meiner Leseliste, den Anschluß schon ein wenig versäumt, obwohl ich ja auch den Leipziger Buchmesse- Onlinetag inhalierte.

„Rund um die Burg“ also digital am Freitag den achten Mai, der ja auch ein besonderer Tag ist, im Viertelstundenrhythmus online von zehn bis Mitternacht und alles, was das Leserherz erfreuen kann, ist vertreten. Ein Gewinnspiel gibt es auch, wo man drei Fragen beantworten muß, was kein Problem darstellt, aber die Teilnahmebedingen, die man gelesen haben sollte, waren zuimindestens zu dem Zeitpunk.t wo ich sie aufrufen wollte, nicht zu erreichen.

Beschäftigen wir uns also mit dem Leseprogramm, wo man zuerst Ursula Scheidle und einen jungen Mann vor einer Buchwand sah. Dann kam der Bürgermeister, der auch die Lesefreunde und den Wert der Literatur lobte.

Dann hat es mit Hugo Portisch, den beühmten Berichterstatter, der mit schon etwas zittriger Stimme aus seinen Lebenserinnerungen las und davon, daß er eine „Kurier-Sonderausgabe“ zu „Österreich ist frei!“ am Wiener Westbahnhof verteilen wollte, das aber ohne Genehmigung nicht durfte.

Christoph Kotanko hat ein neues Kreisky-Buch über den „Kultkanzler“ geschrieben und Wolfgang Paterno über seinen nie gekannten Großvbater, der als Widerstandskämpfer gehängt wurde. Wie lebt man mit einem solchen „Großvater ohne Kopf,“ wie Wolfgang Paterno das nannte, der eine Familienlegende ist, der einen aber nie über den Kopf streichen wird?

Rafik Schami, der syrische Autor, der glaube ich in Deutschland lebt und schon einmal Gegenstand der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“ war, die ja die „Rund um die Burg-Organisatoren“ auch veranstalten, las eine Geschichte über seineMutter, die sich vor dem Meer fürchtete.

Lisz Hirn, die Philosophin habe ich während der Krise schon mehrmals aus ihren Buch „Wer braucht Superhelden?“ lesen oder diskutieren gehört.

Dann kam die Krimiautorin Maria Publig, die ich zwar nicht kenne und auch noch nichts von ihr gelesen, aber ihre Visitenkarte zu Hause habe, weil sie mir der Alfred gab, als er die Buchhandlung der Lisa, die einmal auf die Anna aufpasste, besuchte und die Autorin dort gerade anwesend war.

Jetzt saß sie in ihrem Garten, wahrscheinlich im Waldviertel, begrüßte ihre Zuhörer, wünschte ihnen alles Gute und stellte ihnen ihren neuen Krimi „Waldviertelfuch vor“.

Dann kam Georg Biron, der schon bei den von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes- Veranstaltungen“, die auch bald kämen, aber  nicht mehr von mir organisiert heuer auch ausfallen. Er las über einen Krieg, den er im Libanon erlebte und sich dabei an seinen Vater erinnerte, der ihm einmal am Graben oder auf der Kärtnerstraße niedergeißen hat, als dort ein Flugzeug über ihren Köpfen brauste.

Lucia Leidenfost las aus ihren neuen Buch „Wir verlassenen Kinder“ und forderte die Zuhörer auf, es zu kaufen, ich habe es aber schon gelesen und Martin  Mucha, der, glaube ich, auch einKrimischreiber ist, las aus „Diamantencollier“ und veranstaltete ein privates Gewinnüpiel dabei. Wer weiß an welchen Ort das Buch spielt, soll sich beim Verlag melden und bekommt dann ein Geschenk, ich habe aber noch nichts erkannt.

Die 1987 geborene Anna Herzig machte für ihren „Herrn Rudi“ besonders viel Werbung und bekannte sich auch dazu, daß ihre besten Freunde Männer sind.

Daniel Zipfels „Wahrheit der anderen“ habe ich genauso, wie Peter Simon Altmanns „Das Andere“ schon gelesen, während mir Andreas Schindls „Die Verspätung“ unbekannt war, aber auch von einem verstorbenen Großvater und den Kriegserinnerungen handelt.

Ebenso schon gelesen Katja Jungwirths Buch über ihre Mutter und das habe ich ja bei den „Corona-Lesungen“ kennengelernt und mir gleich bestellt.

Dann gings mit Thomas Brezina, Silja Topfstedt, Michael Schottenberg und Erich Schleyer in die Kinderschiene.

Thomas brezina hatte, glaube ich, in „Alarm, Schulspuk“ eine neue „Knickerbocke-Folge“, während Silja Topfstedt ein Kindersachbuch über den Umgang mit dem Müll hatte und Michael Schottenbertg, der ehemaligen Theaterdirektor, der in seiner Pension auf Reisen geht, habe ich bei der letzten“ Rund um die Burg“ als Autor kennengelernt, daß der auch „Schotts schönste Tiergeschichten“ geschrieben hat, war mir neu und Erich Schleyer ist ja ein bekannter „Geschichtenerzähler“ und dockte an die Streitigkeiten an, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona Krise, in der man sich ja nicht streicheln darf, entstehen können.

Dann kam Monika Helfer mit ihrer „Bagage“, von dem ich schon sehr viel gehört habe und dann noch ein schon gelesenes Buch, nämlich Simone Hirths „Loch“.

Raoul Shrott mit dem ich schon einmal im Naturhistorischen Museum war, hat eine „Geschichte des Windes“ geschrieben.

Die1952 geborene britische Schriftstellerin Hilary Mantel, hat auch ein Buch bei der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“.

Ihr „Jeder Tag ist Muttertag“, das ja gut zum kommenden Sonntag passt, habe ich aber noch nicht gelesen. Jetzt las sie auf Englisch aus „The Mirror and the light“, das auf Deutsch ganz einfach in „Spiegel und Licht“ übersetzt wurde.

Dann kam wieder eine Bekannte, nämlich Bettina Gärtner, die ich regelmäßig bei Veranstaltungen sah, die vier Stellen aus ihrem bei „Droschl“ erschienenen Roman „Hermann“ las.

Dann wurde es wieder lustiger, denn Robert Sommer, der ehemalige Sportchef der Kronenzeitung, nicht zu verwechseln mit dem „Augustin-Herausgeber“, den ich schon im Vorjahr bei „Rund um die Burg“ kennenlernte, hat ein Buch namens „Doktorspiele“ geschrieben, die er als satirisches Verständnis über den Arztbesuch und die Einstellung der Österreicher versteht und kündigte gleich sein nächstes Buch an, das im Herbst erscheinen wird, an.

Danach gings um leichtes Lesen, beziehungsweise um einen Text von Franz Kafka, der auf das A2- Leseniveau übersetzt wurde. Was ja sehr interessant ist und viele Fragen aufwirft. Denn einerseits ist es ja wichtig die Freude am Lesen durch Verständlichkeit zu wecken, aber ob man in einen literarischen Text eingreifen darf,  bin ich mir nicht ganz sicher.

Dann gings zu den Krimis, die ja wahrscheinlich auch eher leicht zu lesen sind und zu Claudia Rossbachers elften Steiererkrimi „Steirerstern“, ein paar der anderen Bücher habe ich ja schon gefunden, bin aber, eh schon wissen, noch nicht so an das Lesen gekommen, obwohl Claudia Rossbacher, wie sie sagte, schon weiter an ihrer  Serie schreibt.

Dann kam der Statistiker  Klemens Himpele mit seinem Buch „Statistisch gesehen“ und gab Daten, wie das mit der Sterberate, dem Geburtsgewicht und den Seuchen Pest, Grippe, Cholera, etcetera, so ist.

Dann kam der „Eine Stadt-ein Buch-Autor“  Stewart o`Nan von 2017, der wieder auf Englisch aus „Henry Himself las.

Dann gings um „Moleküle“, beziehungsweise um die Biografie die Ursel Nendzig über die Biochemikerin Renee Schröder geschrieben hat, die die beiden Frauen im Gespräch vorstellten.

Dann kam wieder eine Familiengeschichte,  in der 1957 geborene Günther Zäuner, die Kriegserlebnisse seines Onkels Manfred bei der „Editon Roesner“ erscheienen, erzählt.

Der Kabarettist Joesi  Prokopetz hat auch ein Buch „Alltag ist nicht ein Tag im All“, geschrieben, das allerlei Erlebnisse, sowie auch Gedichte enthält.

Dann kam ein Gespräch zwischen Ursula Scheidle und der 1979 geborenen kurdisch-türkischstämmigen Fernsehmoderatiorin Eser Akbaba über ihr Leben beziehungsweise ihr Buch „Sie sprechen ja Deutsch!“, in dem sie über das Aufwachsen als Gastarbeiterkind erzählt.

Die nächste Autobiografie kam dann gleich von der 1943 geborenen Chris Lohner „Ich bin ein Kind der Stadt“, das ist zwar der Titel eines Wildgans-Gedicht „die Leute meinen und spotten leichthin über unsereinen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat“, trifft aber wahrscheinlich für viele zu.

Dann folgte die Juristin und Krimiautorin Eva Rossmann, von der ich fast alle Krimis gelesen habe, mit einem Dialog zwischen einen TV-Kommentator und einer Reinigungsfachfrau, die in einen Keller eingesperrt sind und sich miteinander unterhalten, ein Text, der  in der nächsten „Eine Stadt – ein Buch- Anthologie“ erscheinen soll.

Den amerikanischen Bestsellerautor John Strelecky „Das Cafe am Rande der Welt“, habe ich auch vor einem Jahr bei der letzten „Rund um die Burg“ kennengelernt, jetzt gab es wieder ein Gspräch mit Ursala Scheidle auf Englisch mit ihm über seine Bücher und jetzige Situation.

Von der Esoterik ging es dann zur Psychotherapie, beziehungsweise zu der 1944 geborenen Rotraud A. Perner, die mich einmal vor vielen Jahren in einer Volkshochschule angepflaumt hat, weil ich ihrer Meinung nach mit der kleinen Anna zu antiautoritär umgegangen bin, die ein  Kapitel aus ihrem Buch „Aufrichten!“, vortrug.

Mit dem Sachbuch, beziehungsweise der1939 geborenen ehemaligen Burgschauspielerin Erika Pluhar, die inzwischen schriftstellerisch tätig ist, ging es dann gleich weiter, las sie doch einen Text aus ihrem bei „Residenz“ erschienen Essayband „Die Stimme erheben“, man beachte den ähnlichen Titel zum Perner-Buch, aus dem sie den 2002 erscheinenen Text „Starke Frauen am Theater“ und dann noch einen aus 2009 mit dem Titel „Ein perfekter Tag“ las.

Dann kam Michael Köhlmeier mit  seinen „Märchen“ und las eines von einer  „Traurigen“, die nur lachen konnte, wenn die anderen für sie böse Taten taten, das sehr verstörend war.

Dann kam Günther Neumanns Roman „Über allem und nichts“, der von einer Pilotin handelt und ebenfalls bei „Residenz“ erschienen ist.

Dann kam noch einmal Thomas Brezina, der ja, wie er sagte auch Bücher für Erwachsene schreibt und eine „Freude Notfallsapotheke“ hat, wo er einen Tip gegen das Jammern gab und von einer hundertjährigen Frau erzählte, die sich statt das zu tun, immer etwas hat, auf das sie sich freuen kann. wenn das nur so einfach wäre denke ich und bin skeptisch, ob das in Zeiten, wie diesen, wirklich so einfach gelingt.

Elisabeth Klar, die anschließend dran war, habe ich schon im Februar in der „Gesellschaft“ aus „Himmelwärts“ lesen gehört, ein Buch das mir auf Grund der gehörten Stellen, vielleicht besser gefallen könnte, als „Wie im Wald“ mit dem ich meine Schwierigkeiten hatte.

Dann gings schon um zehn wirklich zur Kriminacht, die es bei „Rund um die Burg-alt“, glaube ich, immer nach Mitternacht gab und Andreas Pittler von dem ich „Chuzpe“ gelesen habe und ihn auch auf mehreren Lesungen hörte, ist mit seinen historischen Krimis inzwischen bis1978 und auch zum Fußball gekommen. Der Text ist wieder eine Geschichte, die in der schon erwähnten Anthologie enthalten sein wird.

Gerhard Loiblsberger, auch ein historischer Krimischreiber hat mit „Alles Geld“ der Welt einen Wirtschaftskrimi geschrieben, der vom Börsenkrach von 1873 handelt.

Manfred Rebhandl, den ich glaube ich einmal in Leipzig kennenlernte und mit dem ich auch schon vor dem offenen Bücherschrank gelesen habe, stieg mit seinem Bademeisterkrimi  „Sommer ohne Horst“, der im Ottakringerbad spielt, wieder in die Gegenwart  ein  und wünschte am Schluß alles Gute und natürlich bessere Zeiten, wo man sich wieder eincremen und miteinander ins Wasser springen kann.

Und der mir bis dato unbekannte Bastian Zach hatte wieder einen historischen Krimi, der1876 im Wiener Prater spielt, von dem er Spannung bis zum Schluß versprach.

Dann folgte ein weiterer Krimiautor nämlich Stefan Slupetzky aber nicht mit seinem „Lemming“, den ich ja bei den „Wilden Worten“ hörte sondern mit  „Bummabunga“, eine Geschichte, die er, wie er betonte, schon im Jänner geschrieben hat, obwohl sie von einer Pandemie handelt, die man mit Schnaps bekämpfen kann, – wieder  ein Vorgriff auf die schon erwähnte Anthologie zur nächsten „Eine Stadt-ein Buch-Aktion.“

Das war die Krimischiene, dann folgten noch Tex Rubinowitz,  der „Bachmannpreisträger“ von 2014, der das Szeneleben der neunzehnhundertachtziger Jahre beschrieb und T. C. Boyle, der mit „America“, der Stadt Wien auch ein Buch schenkte und das war es dann von zehn Uhr früh bis Mitternacht eigentlich intensiver als früher und jetzt raucht der Kopf vor all der vielen Neuererscheinungen, quer durch den Gemüsegarten, der Literatur, wie ich es ja sehr gerne mag.

Neues und auch unbekannte. Einige der Bücher habe ich ja schon gelesen und sicher wieder einen Einblick bekommen, was sich diesen Frühjahr und Sommer im Wiener Literaturbetrieb tut und schön, daß man so eine Veranstaltung auch online veranstalten kann.

Bei der „Literatur und Wein“, wo Stefan Slupetzky schon öfter gesungen hat, gab es das ja nicht, nur meinen Online-Bericht und da fällt mir ein, daß ich ja, auch wenn es nervt, am Schluß , wenn ich da schon nicht lesen durfte, auch ein wenig Werbung für mich selber machen kann, also die „Vorschau auf mein neues Buch“, das ja am Dienstag erscheinen soll und auch auf die Lesungsvideos, die es von mir gibt, kann ich, auch wenn es keine Neuerscheinungen sind, für die die es interessiert, wieder hinweisen und jetzt gute Nacht,  das Weiterlesen vom „Kanzleimord“, das ich eigentlich noch vorhatte, lasse ich lieber aus.

Alle Videos kann man, das will ich noch erwähnen, auch bei you tube finden und nachhören.

2019-04-27

Rund um die Burg – Lesefest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 15:14
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Das „Rund um die Burg-Festival“ , das im September von Freitag sechzehn Uhr bis Samstag sechzehn Uhr Nonstop in einem Zelt zwischen dem Burgtheater und dem Cafe Landtmann, stattfand, gibt es, glaube ich, seit den Neunzigerjahren.

Ich habe eine Zeit gebraucht, bis ich regelmäßig hingegegangen bin und bis ich es wirklich rund um die Uhr zu schaffen, habe ich auch einige Anläufe gebraucht. Nich aber dann immer mit Kaffee, Proviant, warmer Kleidung, etcetera, ausgerüstet und habe die Nacht im Zelt verbracht.

Dann gab es Bestrebungen, daß das Festival abgeschafft werden sollte und es wurde dann  vom „Echomedia Haus und Helmut Schneider übernommen, die es verkürzten und neu organisierten.

Seither dauert es nicht mehr nonstop von vier bis vier, sondern geht am Freitag nur bis Mitternacht und am Samstag nur am Vormittag und auch die Veranstaltungen im Cafe Landtmann und in der Belle Etage, die es das erste Mal gegeben hat, gibt es nicht mehr. Dafür einmal eine Lyrikbim und weil wir ja jedes zweite wochenende in Harland sind, bin ich jetzt schon einige Jahre nicht mehr dort gewesen.

Aber heuer ist es sich  ausgegangen, meine Veranstaltungspause damit zu unterbrechen und so bin ich am Freitag nach einem Kurzbesuch beim sozialen Buchladen „Book4live“ am Freitag ohne Wasserflasche und Proviantpaket mit der Straßenbahn hingefahren und  mich wieder ins Veranstaltungsgeschehen gestürzt, das ich, ich schreibe es gleich, weil ja bezüglich meines Knöchelbruchs ein wenig angeschlagen, diesmal nicht bis ans Ende, das heißt, bis Freitag zwölf ausgehalten habe, sondern schon früher abgebrochen habe.

Das Programm wird immer noch vom „Echomedia Haus“ und von Helmut Schneider, der ja auch „Wien live“ herausgibt, gestaltet, es gibt das Zelt zwischen Cafe Landtmann und Burgtheater, das vom „Buchkontor“ betreut wird. Es gab auch einige Gratisbücher und Büchergoodies, denn das „Echomediahaus“ ist ja sehr engagiert und organisert außer dem Lesefestival, wie es jetzt heißt, auch den „Vorlesetag“, die „Eine Stadt- ein Buch-Aktion“ und anderes mehr und so lag das „Vorlesebuch“ zur „Vorlesetag“ am Büchertisch auf und eröffnet wurde das Festival wieder durch den SPÖ-Politiker Ernst Woller, der einmal, glaube, ich als es noch „Rund um die Burg“- alt gegeben hat, Julia Rabinowitchs „Spaltkopf“ aus der Tasche gezogen  und darauf hingewesiesen hat.

Jetzt hatte er John Streleckys „Cafe am Rande der Welt“ in der Hand und ein Motto gibt es bei „Rund um die Burg“ inzwischen auch, das diesmal „Heimat“ war und so lag auch ein Gratisbuch zur „Österreichischen Migrationsgeschichte“ auf und der mir bisher unbekannte Stargast John Strelecky ein hagerer Herr mit Jeans und einen großen Hut, wurde, als ich das Zelt betreten habe, gerade fotografiert und interviewt.

Eröffnet hat aber nicht er, sondern Armin Thurnher vom „Falter“, der seine „Fähre nach Manhatten“ in einem Gespräch mit Helmut Schneider vorstellte und ein paar Stellen darauf gelesen hat. John Strelecky hat nicht gelesen sondern sich mit einer Dama auf Englsich unterhalten und dann kam Verena Mermer mit ihrem „Autobus Ultima Speranza“ aus dem sie schon im Literaturhaus gelesen hat.

Danach Tanja Raich, die ja nicht nur das Literaturprogramm bei „K&S“ macht, sondern jetzt einen Debutroman namens „Jesolo“ herausgegeben hat, in dem es um eine Schwangerschaft beziehungsweise, um die Geburt eines Kindes geht.

Auch bei Doris Knecht neuen Buch, die ich schon bei „Rund um die Burg“ alt gehört habe, geht es um eine Familiengeschichte, beziehungsweise um eine Reise nach Vietnam, denn da reist ein getrenntes Paar ihrer psychisch kranken Tochter nach, die offenbar dorthin verschwunden ist.

Emmy Werner, die Theaterprinzipalin vom Volksstheater, die inzwischen achtzig ist, stellte im Gespräch mit Helmut Schneider ihre Memoiren vor, dann kam Marco Dinic, der, glaube ich, gerade einer der Jungstars ist, der wahrscheinlich auch bei den O-Tönen lesen wird, der seltsamerweise in seinem Debut „Die guten Tage“ auch eine Autobusfahrt und zwar nicht nach Rumänien, sondern nach Belgrad schildert.

Helmut Schneider interviewte dann den Kurier-Karikaturist Michael Pammesberger und danach betrat Günter Kaindltorfer alias Güther Wels mit seinem „Edelweiß“ die Bühne, den ich schon bei der „Buch-Wien“ hörte. Da war es halb neun, sehr windig  und ich sehr erschöpft, so daß ich mich bei der Frage Günter Kaindlstorfer an die Organisatoren, ob das Zelt auch sturmdicht sei, entschloß aufzubrechen und nach Hause zu gehen beziehungsweise mit der Straßenbahn zu fahren, also Maria Jelenko, Marlen Schachinger, Michael Laczynski und auch Laura Freudenthaler versäumte.

Am Samstag bin ich dann wieder hingefahren, da war aber das literarische Programm vorbei, denn die Highlights, die da folgten, waren zwar Autoren mit teilweise klingenden Namen, die aber nicht unbedingt das geschrieben haben, was mich so besonders interessiert, obwohl das „Heimat-Buch“ der Elsbeth Wallnöfer, wo sie nachwies, daß das Heimatgefühl immer ein subjektives ist und meistens etwas mit Armut und Ausgegrenztwerden zu tun hat, ganz interessant war.

Dann kamen Benjamin Swiezinsky und Max Gruber, die eine Graphic Novel über den Architekten Karl Schwanzer geschrieben haben und dann noch ein Volkstheaterdirektor, nämlich Michael Schottenberg, der jetzt, wo er das nicht mehr ist, viel auf Reisen geht und seinem Verlag statt einer Autobiografie drei Reisetagebücher lieferte und behauptet, daß man sich mit Menschen in Burma und in Vietnam sehr wohl unterhalten kann, ohne Englisch, Deutsch oder die Landessprache zu sprechen. Da könnte er sich vielleicht täuschen und das nur glauben, wende ich vorsichtig ein oder füge hinzu, daß er offenbar auch Dancing Star geworden ist und dann bin ich wieder einerNamensverwechslung aufgesessen, denn bei Robert Sommer denke ich natürlich an den vom „Augustin“ und nicht an einen „Kurier- Sportredaktuer“, es gibt aber einen solchen und der hat ein Buch über einen Olympiasieger, namens Roman Hagara geschrieben, der auch anwesend war, mir aber nichts sagt und am Schluß traten noch die mir ebenfalls unbekannten Franziska Waltz und Claus Schönhofer auf, die aus einem Buch gelesen haben, das erst im September erscheinen wird und zwar sollen da zwei Drehbuchautoren, ein Drehbuch für einen „Tatort“ in sechs Wochen für den ORF schreiben. Da die Frau sich aber ans andere Ende der Welt begibt, müßen sie sich darüber in Mails austauschen, was sehr lustig war. Die Leuten lachten und ich habe gedacht, daß das Schreiben vielleicht doch nicht so einfach und so lustig ist und  bin nach Hause gegangen.

Das heißt, vorher habe ich mich noch ein bißchen am Büchertisch herumgetrieben, um herauszufinden, was ich gestern versäumt habe.

Ein paar, der da lesenden Autoren habe ich auch nicht gekannt. Ein paar andere schon, so habe ich mir das im Herbst erscheinende Buch der Marlen Schachinger schon bestellt und das erste der Laura Freudenthaler habe ich immer noch in meinem Bücherstapel liegen und sollte von mir, wie alle anderen dort liegenden Bücher bald gelesen werden.

Es war aber trotz der Abspeckung des „Rund um die Burg-Festival“, ich vermiße da immer noch die rund um die Uhr Lesenächte und hätte auch selber sehr gern und meinetwegen, um drei Uhr früh dort einmal gelesen, interessant und der Literaturbetrieb, Freunde, hat mich wieder, obwohl ich es sehr langsam angehen und das Gehen erst wieder üben muß.

2015-06-20

Rund um die Burg, stark verkürzt

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:08
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Das Literaturfestival „Rund um die Burg“, das es, ich glaube, seit 1991, vierundzwanzig Stunden lang von Freitag sechzehn bis eigentlich Samstag siebzehn Uhr gegeben, hat mich immer sehr fasziniert, obwohl ich es, trotz einiger Versuche, leider nicht schaffte, dort einen Lesetermin zu bekommen, dafür ist es mir gelungen, die letzten Jahre Nonstop dort zu bleiben, gibt es ja leider nicht mehr in seiner „alten Form“.

2010 gab es die Gerüchte, daß es eingespart werden soll, dann gab es noch die Zwanzigjahrfeier im alten Stil, danach übernahm „Wien live“ die Präsentation, das erste Mal, noch im Herbst, aber mit Otto Schenk im Burgtheater und zwei Lesebühnen, in der Belle Etage, dem ehemaligen Salon Zuckerkandl, sowie im Keller des Cafe Landtmanns und im Cafe Landtmann selbst mit abwechselnden Programmen, so daß man ständig hin und her rennen mußte. Das Nonstopprogramm um war weg und als von der Belle Etage, leicht verspäter in den Keller zur letzten Veranstaltung, um ein Uhr früh kam, kam mir Andrea Grill entgegen, da sie angeblich keine Zuhörer hatte und das Theater war schon zugespert.

2013 war die Veranstaltung dann schon im Juni und noch etwas kürzer, aber mit zwei Bühnen, bzw. einem Zelt mit der Literatur und die Sachbücher in der Belle Etage, eine Kinderbim gab es, glaube ich, auch und im letzten Jahr, glaube ich, nur das Zelt und dafür die Lyrikbim und heuer stand das ganze unter einem Motto, nämlich Wien, obwohl das dann gar nicht so stringent eingehalten wurde und einer, wie sie mehrmals betonte, Piefke als Moderatorin nämlich der Schauspielerin Elke Winkes, die sich sehr bemühte, ständig auf die Sponsoren und darauf, daß man deshalb gratis das Festival besuchen dürfe, hinwies, sich aber selber einige Bücher reservieren ließ und die auch kaufte.

Zuerst gab esaber einen Kaffee beim Ö! Wagen und weil meine vier Uhr Klientin arbeiten mußte, konnte ich sogar pünktlich kommen und die Eröffnung mit Stadtrat Mailath- Pokorny miterleben. Dann wurde ein GeorgDanzer Buch vorgestellt, „Große Dinge, Erlebtes und Erzähltes“ mit Christian Schwarz und Andy Zahradnik und ich brauchte eine Weile, bis ich mitbekam, daß der Liedermacher schon vor acht Jahren, nämlich am 21. Juni 2007 an Lungenkrebs verstorben ist.

Danach kam ein Buch aus dem „Echo Media Verlag“ von einem Autor namens Wolfgang Schwarz, offenbar ein Celebritiesmanager, der sowohl Naomi Campell, als auch Stephanie vom Monaco nach Wien brachte und sich dann mit ihr besoff, bis es literarisch wurde und Gustav Ernst mit seiner „Unmöglichen Aussicht“ folgte.

Der las nur kurz, so daß Clemens Haipl mit seinen „Fifty Shades of Wien“, von dem ich schon ein „Holzbaum-Buch“ gelesen habe, noch gar nicht anwesend war, dann aber seinen Applaus mitbrachte und in fünfzig kurzen Kapitel seine Wien-rlebnisse schilderte, die er bei Einkäufen in Baumärkten, Spielzeuggeschäften, etc,machte.

Wilfried Steiner folgte mit einem Krimi „Die Anatomie der Träume“, wo es um einen Roman über Sigmund Freud ging, der für das Theater dramatisiert werden solltre und dann ging es noch einmal um das Theater, nämlich um Markus Muliar, dem Enkel vom Fritz, der sich in seinem Buch mit dem Großvater auseinandersetzte und vorher das Publikum fragte, wer es schon gelesen hätte?

Ein paar meldeten sich, ich hätte das nur bei Karin Peschkas „Watschenmann“ tun können und bei Martin Amanshauser „Falsch reisen“, hätte ich Helmut Schneider, den Kurator oder Programmdirektor, wie ihn Elke Winkens, glaube ich, nannte, gern gefragt, was die Reisegeschichten mit Wien zu tun haben?

Martin Amanshauser hat mich aber sehr beeindruckt, als er die Leute, die hinten beim Eingang mit den Weingläser in der Hand standen, es gab einen Heurigen, aufforderte, Platz zu nehmen, weil er sonst nicht lesen würde. Das hätte ich beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ auch  tun sollen.

Manfred Rumpl, von dem ich ‚Zirkusgasse“ und den Krimi „Jäger auf Hasenjagd“, den mir einmal Helmut Schneider zweimal schickte, weil ich „Wien live“ einen literarischen Tip gegegeben habe, folgte mit einem Roman über Einstein und Erwin Schrödinger in Amerika, wo ich den Bezug zu Wien auch nicht so ganz herstellen konnte, aber daraufgekommen bin, daß ich den 1960 in der Steiermark geborenen Autor, obwohl er mir durch sein Werk sehr bekannt ist, offenbar noch nie bei einer Lesung gesehen habe.

Danach kam die Erotiknacht oder das musikalische bzw. das unanständige Programm, nämlich die Präsentation des bei „Haymon“ erschienenen „Unanständigen Lexikon“, wo die Journalisten Christoph Winder und Robert Sedlaczek, offenbar alle Fäkal- und Sexualausdrücke des deutschen Sprachraums zusammengesammelt haben und daraus ein Kabarettprogramm machten, das sie gemeinsam mit Gabi Schuchter, Christian Spatzek und Markus Vorzellern an der Harmonika, präsentierten.

Das heißt, sie führten eine Szene aus der Josefine Mutzenbacher auf, sangen Stanzerln und Volkslieder bzw. boten sie die Mozart Kanons a la Jandl auf.

Das war sehr lustig und interessant, während ich mit Otto Brusattis Streifzug durch sein noch nicht erschienenes Buch „Das musikalische Opfer“ nicht so viel anfangen konnte.

Dann kam die Kriminacht in dem verkürzten Programm, nämlich Andreas Pittler, der sich einmal bei mir für meine ständige Berichterstattung bedankte mit seinem, ich glaube, siebenten Bronstein-Roman „Goodbye“, der im Jahr 1955 spielt und einen inzwischen pensionierten Major Bronstein beim Saufen, bezeihungsweise beim „Reblaus“ singen, schilderte und Christian Klinger stellte  seinen Text aus dem „Tatort Naschmarkt“ vor.

Das wars für Freitag. Am Samstag wird es literarischer von elf bis zwei mit Wilhelm Pevny, Isabella Straub, Elfriede Hammerl, Vladimir Vertlib und Tex Rubinowitz weitergehen, aber da werde ich in St. Pölten bzw. in Seewalchen am Attersee bei Luis Stabauers Buchpräsentation sein.

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