Literaturgefluester

2017-01-06

Astronauten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Jetzt kommt eines der Weihnachtsbücher von 2015, nämlich Sandra Gugics Debutroman „Astronauten“, deren literarischen Karriere ich ja auch von Anfang an verfolgen konnte.

1976 als Tochter von serbischen Gastarbeitern geboren hat sie 2008 den EXil-Literaturpreis gewonnen, dann war sie beim Klagenfurter Literaturkurs, hat in Wien und in Leipzig Sprachkunst studiert, im letzten Jahre den „Priessnitz-Preis“ bekommen, Hans Weigel-Stipendiaterin ist sie auch und 2015 ist bei Beck ihr Debutroman „Astronauten“ erschienen.

Da war ich bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“ und habe da mit den Episoden von sechs Menschen die in einem Sommer über eine Stadt ziehen, gar nicht so viel anfangen können.

„Na ja!“, habe ich mir wahrscheinlich gedacht oder „Ein typischer Debutroman!“.

Ich habe auch versucht ihn mir zu bestellen, aber bei „Ch. Beck“ ist das schwer ein Mail zu schreiben und so habe ich  das Buch voriges Jahr auf meine Geburtstagsliste geschrieben und gemeinsam mit Cornelia Travniceks „Junge Hunde“ vorige Weihnachten bekommen.

Und Tiere spielen in dem Roman, der wieder keiner ist, sondern eine Andeinanderfolge voll Sprachkunst erzählter Episoden über sechs Menschen, die einen Sommer in einer Stadt verbringen. Sich miteinander vermengen, sich wieder verlieren, alle irgendwie einsam sind, wie der Klappentext verrät und den ersten schönen Satz „Gott ist ein Astronaut“ gibt es auch, den wir  in dem Buch auch noch öfter wiederfinden und ich habe mich ja vor der Präsentation gefragt, wieso Sandra Gugic dazugekommen ist ihr Buch so zu nennen?

Bei Birigit Birnbachers „Debut „Wir ohne Wal“ hat es mich ja gestört, daß dieser Roman eine Aneinanderfolge verschiedener Erzählungen ist, die eigentlich nicht viel mit sich zu tun haben. Hier gibt es keinen Plot und keine Handlung, aber Ereignisse und auch Verknüpfungen und das ist eigentlich etwas, was meinem Schreiben sehr ähnlich ist und ich es mit dem „Frühstücksprojekt“ auch gerade probiere.

Aber natürlich Kritiker, aufgepasst, meine Sprache ist nicht so schön und auch nicht so frisch modern, bin ich ja schon über sechzig, aber Sandra Gugic ist auch schon vierzig, hat aber einen sehr frischen Ton und bei „Amazon“ habe ich gelesen, daß das Besondere an dem Buch ist, das jede Person ihre eigene Sprache hat.

Warum geht es jetzt werden meine Leser jetzt schon ungeduldig fragen? Also da sind sechs Menschen, fünf Männer eine Frau, Darko, Zeno, das sind zwei Jugendliche, die wahrscheinlich aus Serbien oder sonstwo aus Exjugoslawien kommen oder dort ihre Wurzeln haben, Alen ist der Vater von Darko, Alex ein drogensüchtiger Kleinkrimineller aus guten Haus, wie im Klappentext steht, Niko ist Polizist und Mara ist eine Künstlertochter.

Die verleben jetzt ihren Sommer in drei Teilen, verknüpfen sich, verlieren sich und erzählen oder erleben auch sehr schöne Geschichten. Mara, die Künstlertochter ist die Meisterin darin, ihre erste Szene beginnt in einer Galerie. Da geht sie mit ihrer Schulklasse hin und dort hängt offenbar auch ein Bild, auf dem ihr Vater ihre Mutter malte.

Der Vater ist inzwischen verschwunden, die Mutter irgendwie seltsam depressiv, sitzt am Boden und betet ihren Guru an und Mara geht zu ihrer Therapeutin und da denkt sie sich Geschichten aus, nämlich, daß die Theraueutin nicht in das Institut, Anstalt darf man die Klinik, wo die Therapie stattfindet, nicht nennen, weil sie einen Hund überfahren hat, den begräbt sie dann nachts und ein Fuchs kommt und gräbt ihn wieder aus und Eichhörchen überfallen überhautpt die Stadt, dringen bis zur Schmerzgrenze in einen Supermarkt ein, man sieht, wirklich sehr schöne Bilder.

Es spielt aber auch die Kriminialität eine große Rolle, der drogensüchtige Alex und Zeno, dem von seinem Vater immer wieder angedroht wird, zurück nach Serbien oder sonst wohin gebracht zu werden, der halbgepackte Koffer steht immer im Zimmer, drehen krumme Sachen, der Polizist Niko soll vermitteln, während der Taxisfahrer Alen seinen Sohn deshalb im Sommer bei sich hat, weil der Großvater, wo er sonstwohnt im  Sterben liegt, Krebs hat und man ihm das nicht sagen darf.

Darko ist in Mara verliebt, die beginnt aber obwohl noch minderjährig ein Verhältnis zu Alen, sitzt in seinem Taxi, faltet Füchse oder fotografiert und am Schluß fahren alle irgenwohin und wir haben einen sehr poetischen Debutroman, einer sehr poetischen Autorin gelesen, die eine sehr moderne Sprache hat, die im Gedächtnis bleiben wird, obwohl nicht alle „Amazon Rezensenten“ dieser Meinung sind.

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2016-11-19

25 Jahre Literaturedition NÖ und 25 Jahre Hans Weigel Literaturstipendium

Heute also der große Festakt im Palais Niederösterreich, dem ehemaligen Landhaus der NÖ Regierung in der Herrengasse, auf das Gabriele Ecker schon bei ihrer September Veranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“ hingewiesen hat und da bin ich ich, glaube ich, schon einmal 2008 wahrscheinlich, als Cornelia Travnicek und Magda Woitzuk die Stipendiaten waren, später nicht mehr und da wurden, glaube ich, die NÖ Preise auch in St. Pölten vergeben und da komme ich ja unter der Woche nicht hin.

Heute also das große Fest mit einem großen Programm und auch vielen bekannten Gesichtern im Publikum, die ganze heimische, beziehungsweise niederösterreichische Autorenschaft war angetreten und Sandra Gugic und Margit Mössmer, die neuen Stipendiaten habe ich gleich beim Eingang gesehen, als da noch der Sekt verteilt wurde und man sich die Publikationen der Editon NÖ ansehen können.

Gabriele Ecker ist ja das Herzstück der Edition und Leiterin der NÖ-Literaturabteilung und sie habe ich in den neunziger oder späten achtziger Jahren, als noch Gerhard Winkler ihr Vorgänger im Amt  war und es noch keine Literaturedition gegeben hat, kennengelernt, denn da habe ich auch meine Frauenlesung in St. Pölten gemacht und das Selbstmordbuch vorgestellt, aber da war schon Barbara Neuwirth ihre Karenzvertreterin und ich habe ja, weil schlechte Kritiken mit meinen „Hierarchien“ auch nie ein Stipendkium des Landes NÖ bekommen.

Dann sind wir auch ganz nach Wien gezogen und ich habe mich bezüglich St. Pölten und NÖ nicht mehr beworben und bin erst wieder in das Landhaus gekommen, als Cornelia Travniceks „Asche meiner Schwester“ erschienen ist, das ich mir erschnorrte und von da ab besuchte ich Gabriele Ecker häufig auf ihrern Stand bei der Buch-Wien, um mir ein paar Bücher abzuholen und sie wundert sich, glaube ich nicht mehr, daß ich vier Tage lang von früh bis spät dort zu finden bin.

Jetzt feierte die Literaturabteilung also ihre fünfundzwanzigjährige Umstrukturierung mit einem großen Fest und einer Publikation „Auserlesen-25 Jahre Hans Weigel Literaturstipendium“, die Barbara Neuwirth herausgegeben hat und, um das Lesen ist es bei  der Veranstaltung auch gegangen.

„MOCATHECA“, vier junge Frauen haben musikalisch eingeleitet und auch immer zwischendurch gespielt. Reinhard Linke führte durch das Programm und ein Podiumsgespräch mit Gabriele Ecker, Isabella Feimer, die im Vorjahr Stipendiatin war, Gerhard Ruiss von den IG Autoren, der vor kurzem einen „Würdigungspreis des Landes NÖ“ bekommen hat und Barbara Neuwirth, wo es auch, um das Thema „Auserlesen“ und das, was das Land NÖ für seine Literaten tut und, wie sie sie fördert, ging.

Dann kam Peter Turrini, der Kärtner, der in Retz lebt, auf die Bühne und las sein Stück „Mein Freund Stefan“ aus der „Weinviertler-Atnhologie“ vor, die vor allem, die Landesrätin Barbara Schwarz, die den Landeshauptmann vertreten hat, stark beindruckte.

Jedenfalls hielt sie ein Plädoyer für das Lesen, schwärmte, daß man das schon den Kindern im Kindergarten beibringen sollte und erzählte, wie sehr sie durch Arno Geigers „Der Alte König in seinem Exil“ und eine Gedichtesammlung aus der ihr immer ihre Mutter vorgelesen hat, beeindruckt wurde.

Sie forderte dann zum Mut zum „Zweitbuch auch“ und behauptete der Trend geht in diese Richtung, ich erlebe zwar eher das Gegenteil, habe aber nachweislich mehr als zwei Bücher und schon wieder eine elendlange Leseliste, so daß ich höchstwahrscheinlich heuer nicht mehr zu meinem Viucki Baum-Schwerpunt kommen werde.

Dann kamen schon die Stipendiuaten an die Reihe, Urkunden wurden überreicht, Fotos geschoßen, dann sollten sie je zwei Minuten Proben aus ihrem Werk geben. Die bedankten sich vorerst dafür, daß sie jetzt ein Jahr lang Luft zum Leben und keinen Druck mehr haben würden und lasen dann ein bißchen Probeaus ihren Werken, an denen sie schreiben werden.

Margit Mössner, die ich schon im Sommer bei den O-Tönen hörte, schreibt an einem Roman, der in Südamerika spielt und Sandra Gugic, die vor kurzem erst den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat, also schon ein bißchen Luft haben müßte, einen der „Die Farbe und der Raum der Zeit heißt“ und eine Frau schildert, die von ihrem Zimmer aus zusieht, wie unten auf der Straße ihr Eigentum und Besitz weggetragen wird.

Dann gabs den sogenannten Empfang, das heißt ein Buffet mit warmen Essen, Rinderbraten, Hendelschnitzel, Salaten, Gemüsen und dann noch süßen Desserts, etwas was heute, wo man meistens mit ein paar Brötchen abgespeist wird, schon sehr sehr selten ist.

Ich habe mein Teller an einem Tisch mit zwei jüngern Leuten, leergegessen, mit denen es  eine eher unschöne Diskussion gab, daß sie keinen Präsidenten mit gelben Zähnen, der einmal die Kommunisten wählte, wollten.

Nun ich will dageben keinen Burschenschatler und glaube, daß man immer noch auf die Straße gehen kann, ohne gleich von ausländischen Flüchtlingen vergewaltigt und ausgeraubt zu werden und eine Dia-Prnjektion mit Bildern der NÖ Preisträgern und Literaten gab es auch.

2016-10-25

Priessnitz-Preis an Sandra Gugic

Nach der GAV-GV und Frankfurt geht es gleich munter weiter mit der Veleihung des Reinhard Priessnitz Preises, den es seit 1994 in Gedenken an den am 27.Oktober 1945 geborenen und am 5. November 1985 verstorbenen Dichters, gibt und, den ich, glaube ich, seit der Zeit als Sabine Gruber ihn gewonnen hat mehr oder weniger regelmäßig verfolge. Seit ich blogge glaube ich eher mehr und bemühe mich auch hinzugehen.

Es ist ein Preis, den das BUMUK oder, wie das jetzt heißt stiftet, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und er ist für eher jüngere Autoren gedacht.

So hat ihn die 1976 in Wien geborene Sandra Gugic heuer bekommen, deren literarischen Werdegang ich schon länger, als der Laudator Sebastian Fastenhuber verfolge, der die Teilnahme beim „Klagenfurter Literaturkurs“, 2009 als Bekanntheitsgrad angibt, aber vorher hat sie, glaube ich, schon beim „Exilpreis“ gewonnen und seither kenne ich auch ihren Namen und sie hat mir bei den „Heimsuchungen“ auch ein bißchen als Vorbild für die Barbara Winter gedient, das heißt eigentlich nicht, denn die hat ja einen Vampirroman geschrieben und ist daher dem Vorbild Viktoria Schlederer geschuldet, aber Sandra Gugic hat, glaube ich die „Leodinger Akademie“ absolviert und wurde dann in den ersten Jahrgang der Hochschule für Sprachkunst aufgenommen, während Cornelia Travnicek, als zu „überqualifiziert“ abgelehnt wurde und das ist unter anderen ein bißchen das Thema der „Heimsuchung“.

Sandra Gugic ist, glaube ich, auch bei den ersten zweiten oder dritten für mich sehr berühmten „Textvorstellungen“ der Angelika Reitzer aufgetreten und war einmal beim „Kolilk-Slam“ in der „Gesellschaft für Literatur. Sie hat dann, glaube ich, auch in Leipzig studiert, wohnt jetzt  unter anderen in Berlin, hat den „Open Mike“ gewonnen, von der Stadt Wien ein Stipendium bekommen und den Roman „Die Astronauten“ geschrieben, den ich mir voriges Jahr zu Weihnachten wünschte und den ich jetzt endlich nachdem ich meine Leseliste entrümpelt habe, demnächst lesen kann.

Eine mir sehr bekannte Autorin also, deshalb habe ich mich auf die Preisverleihung auch sehr gefreut, obwohl ich gar nicht sicher war, ob ich pünktlich eintreffen kann, weil ich um sechs ein Erstgespräch hatte.

Es ist sich dann aber sogar so gut ausgegangen, daß ich vorher im Bücherschrank noch Theodora Bauers „Das Fell der Tante Meri“ finden konnte.

Peter Henischs „Suchbild mit Katze“ und Ann Cottens Versroman leider nicht, ich konnte mich bei Robert Huez aber beschweren, daß heuer das „Fried Symposium“ zeitgleich mit der „Literatur im Herbst“ stattfindet, das literarische Publikum also spaltet und im Gegensatz zum Vorhjahr, wo Anna Elisabeth Mayers Vater regelmäßig Hof gehalten hat, waren heuer eher wenige Leute da.

Die Eltern Gugic, glaube ich, schon und auch die beiden Juroren und wahrscheinlich ein paar Freunde und interessanterweise der ORF, der mitfilmte und nach der Veranstaltung beim Wein die Preisträgerin interviewte.

Zuerst eröffnete aber Robert Huez und begrüßte, dann las Gustav Ernst eine kurze Begründung vor, der Laudator lobte den Roman und wies auf die sehr politische Sandra Gugic hin, die inzwischen einen Blog „Nazis und Goldmund“ betreibt, wo es jede Woche einen kritischen Text gegen den Rechtsruck und beispielsweise, die neuen Wahlplakate von Norbert Hofer gibt.

Dann wurde der Preis überreicht, die Urkaunde und ein Päckchen in dem sich vermutlich die „Priessnitz Gesamtausgabe“ befand, Robert Huez oder war es Gustav Ernst wiesen in ihrer Ansprache auch darauf hin, daß der Preis ein kleiner Beitrag wäre, die Leute wieder zu lesen von Reinhard Priessnitz zu bringen und Sandra Gugic las  ein Kapitel aus den „Astronauten“ und dann noch einen kurzen Text, der auch in den „Koliken“ erschienen ist.

Dann gabs wie schon erwähnt, Wein, Wasser und Saft zum Anstoßen und ich gratuliere der Preisträgerin natürlich sehr,  wünsche mir von ihr noch viele schöne Bücher und bin gespannt, was es noch alles über sie zu bloggen und zu berichten geben wird.

2016-03-31

Lesart mit Episodenroman

Mit dem „Lesart Autorenprojekt“ ist es gleich weiter und vom Keller in den Schmiedenraum gegangen, denn heute stellte Angelika Reitzer ein neues und ein ein wenig älteres Buch vor. Auf beiden steht Roman geschrieben, es geht aber um Episoden. Angelika Reitzer nannte es, glaube ich, auch Ensemble und stellte die 1952 aus Vorarlberg geborene Eva Schmidt vor, die wie sie erklärte, seit den Neunzigerjahren keinen Roman mehr geschrieben hat.

Der Name Eva Schmidt erscheint mir bekannt, ich bringe sie mit dem alten „Residenz-Verlag“ in Verbindung, ihr neues Buch, wo Roman darauf steht und vieleicht keiner ist, ist auch bei „Jung und Jung“ erschienen.

„Ein langes Jahr“ heißt es und darum scheint es auch zu gehen.

Im Programm steht etwas von einem Jungen, der keinen Hund haben darf und einen alten Mann, der sich einen kauft und die beiden kommen zusammen.

Es scheint in dem Jahr und in dem Buch aber auch, um viel anderes zu gehen, das in einer kleinen Stadt mit einem Hochhaus und Reihenhäusern angesiedelt ist.

Eva Schmidt las ein paar Kapitel vor, die, wie sie sagte, vielleicht gar nicht so viel miteinander zu tun haben und wieder interessant im Vergleich zu gestern, wo es ja auch um den Jahreszyklus zu gehen schien, es gibt die Ich- und die Er- oder Sie- Perspektive und Episode reiht sich an Episode, während die Stadtbewohner am Balkon stehen und die darunter liegenden Reihenhäuser beobachten, wo ein Ehepaar Oswald wohnt und ein junger Strizzi scheint sich in Abwesendheit des Bewohners in eine Wohnung zu schleichen, Fernsehserien zu sehen und Bier zu trinken, das habe ich vor längerer Zeit schon bei Michael Köhlmeier gelesen und der kommt ja auch aus Vorarberg.

Es geht um einen Obdachlosen namens Wolfgang, den die Ich-Erzählerin manchmal mit Geld unterstützt und ihm Arbeit anbietet, die er aber nicht annimmt, um ein Kind das einen Unfall hat und die Erzählerin daran erinnert, das ihr Kind auch gestorben ist, obwohl sie eigentlich ihr ganzes Leben mit ihm lebte, um einen Jungen, der die ausgezogene Mutter besucht und in die Wohnung zurückbringt und dann kam Sandra Gugic mit ihren „Astronauten“ vor einem Jahr erschienen und ich habe die 1976 in Wien geborene Autorin serbischer Eltern, nicht nur in der „Gesellschaft“ daraus lesen gehört, sondern das Buch auch ganz oben am Harlander Lesestapel liegen und  habe die Autorin auch in den ersten oder zweiten Textvorstellungen mit Angelika Reitzer, die damals noch einen klingenden Namen hatten und die ich ein bißchen zu sammeln cersuchte, gehört.

Sandra Gugic, die ja einmal bei den „Exil-Preisen“ gewonnen hat, dann sowohl am „Institut für Sprachkunst“, als auch am Leipziger Literaturinstitut studierte, den Open Mike gewonnen hat und ich sie auch im MUSA hörte, lebt, jetzt in Wien und in Berlin und ihr Buch handelt von sechs jungen älteren oder jüngeren Menschen, ich glaube, in einem Sommer in einer Stadt wie Berlin, Darko, Zeno, Mara, Alen, Niko und Alex und diesmal fiel mir besonders die moderne Sprache der Autorin auf, die inzwsichen auch schon bald zu den Vierzigjährigen zählt.

Interessant, interessant und noch ein bißchen Literatur rundherum, so habe ich Armin Baumgartner, der ja einmal das Literaturprogramm im „Litte stage“ organiserte beim Hingehen vor der Kärtnerstraße getroffen, im „Morawa“ durch den ich wieder durchgegangen bin, wurde schon alles für die Lesung von Andrea Maria Dusls neuen Buch „So geht Wien“ vorbereitet und die Autorin zu ihrem Bücherstapel geführt und der Nobelpreisträger von 2002, Imre Kertesz, ist heute morgen sechsundachtzigjährig gestorben.

2015-02-12

Vom Recherchieren zu Sandra Gugic

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:47
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Es war dann gar nicht sicher, ob ich heute meinen Recherchetag machen kann, da ja der Lüfter abzuholen ist und danach muß ich meine Diagnostik eintragen und die Veronika fertigkorrigieren, so daß die Arbeit am neuen Roman warten muß.

Das wird aber erst ab morgen gehen und so konnte ich heute mit  meinen Notizheftchen und einer Wasserflasche aufbrechen und rein in den Recherchetag bezüglich der „Bibliophilin“, die ja inzwischen ihre Bücher austragen statt sammeln wird.

Weil ich dort noch nie war, habe ich beschlossen zum neuen Hauptbahnhof zu gehen und mir den anzusehen und den habe ich dann fast nicht gefunden, weil ich dachte, er wäre dort, wo der Südbahnhof gewesen ist, aber dort ist nur eine Baustelle mit Plakaten, die auf den kommenden Campus hinweisen.

Dann habe ich ihn gefunden und dort gibt es auch Plakate, die darauf hinweise, daß der Hauptbahnhof ein Lebenshof, also ein Ort zum Kommunizieren, Einkaufen, etc, ist, allerdings keiner zum Schlafen oder vielleicht zum Aufwärmen, denn wenn man, wie ein Sandler aussieht, kommt die Polizei und rüttelt einen wach und stellt Strafmandate aus.

Nun gut, das war schon eine schöne Impression für mein zweites kleines Stadtschreiberbuch und die Idee, daß die Yasmit mit dem jungen Integrationsminister in Verbindung tritt und dem vielleicht SMS mit tausendundeiner Nachtgeschichten schickt, habe ich schon gestern gehabt.

Danach ist mir eingefallen, daß ich vielleicht zum Reumannplatz auf der Suche nach den dafür in Frage kommenden Jugendlichen gehen könnte und das war auch sehr interessant und dann das habe ich mir auch vorgenommen, am „Deuticke Verlag“ vorbeizugehen, um mir den mal anzusehen, gab es da kurzem in München bei „Hanser“ einen Bloggertag, wo sogar die Pressesprecherin, die sich einmal über meine Leseliste gewundert hat, von Wien dorthin angereist ist.

Und danach habe ich gedacht muß ich unbedingt in die Blutgasse schauen, denn heute ist ja ein sehr historischer Tag und nicht nur der, wo der Opernball stattfindet und für das andere große Ereignis, das heuer fast an mir vorbeigegangen wäre, war ich in der VHS in der Arthaberplatz und aus dem Reumannhof haben sie ja damals, glaube ich, auch geschossen.

Danach um bezüglich Thekla und Yasmit zu recherchieren setzte ich mich in den „Morawa“ und habe gedacht, nehme ich meine zwei kleinen roten Heftchen, die noch von der „Buch-Wien“ stammen und beim „Morawa“ ein paar Bücher und schreibe mir ein paar Sätze heraus, die die Yasmin, der Selma schicken könnte und da bin ich auf den neuen Houellebecq „Unterwerfung“ gestoßen, der im Jahr 2022 spielt, wo es in Frankreich eine muslimische Regierung gibt und habe mich in zwei Stunden durch das Buch gelesen.

Vor eineinhalb Jahren habe ich das bezüglich „Brüderschaft“ mit Daniel Kehlmanns „F“ in der Buchhandlung Kuppitsch auch einmal gemacht.

Da bleibt nicht wirklich viel vom Inhalt hängen, aber ich habe jetzt ein paar Seite Sätze, die ich dann zwar nicht zitieren werde können, aber eine gute Rechercheidee ist das. glaube ich. gewesen. En paar Skizzen hatte ich mir schon vorher gemacht und ein bißchen mit der „Schneeflockenmethode“ notiert, was und wie ich dann schreiben will.

Zwar nicht alle Schritte, da bin ich eher für das freie Planen, aber jetzt habe ich mal ein Grundgerüst, mit dem ich wahrscheinlich anfangen werde, wenn ich mit „Im Namen des Vaters“ fertig bin und dann erst wieder weiterrecherchieren, wenn ich anstehe und neues Material brauche.

Dann war es schon sechs und ich bin ganz langsam in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo Sandra Gugic ihren Debutroman „Astronauten“ vorstellte und deren literarischen Werdegang habe ich ja sehr intensiv verfolgt.

Schon von dem Tag, wo sie bei der „Edition Exil“ gewonnen hat, dann ihre Aufnahme in den Hochschullehrgang für Sprachkunst, ihre „Alte Schmiede Lesung“ mit Angelika Reitzer, ihre „Kolik-Lesung“ in der Gesellschaft, die Ursula Ebel, die die Veranstaltung einleitete, ebenfalls erwähnte.

Sandra Gugic hat dann auch in Leipzig studiert, 2013 den Open Mike gewonnen, jetzt scheint sie teilweise in Berlin zu leben, hat aber ein Staatsstipendium bekommen und auch eines der Stadt Wien, denn ich habe sie im vorigen Jahr im „MUSA“ gehört.

Die Gesellschaft füllte sich bald mit vielen jungen Leuten, von denen ich vermute, daß auch einige Sprachkunst studieren oder studiert haben und der Roman „Astronauten“ beginnt mit dem Satz „Gott ist ein Astronaut hat mein Vater“ gesagt und handelt von sechs Personen, die einen Sommer in einer nicht genannten Stadt verleben, die zueinander in irgendwelchen Beziehungen stehen, aber alle in der Ich-Perspektive von sich erzählen und offenbar auch so eingehüllt und isoliert, wie die Astronauten sind.

Drei Jugendliche und drei Erwachsene und das Ganze hat drei Teile und verschiedene Kapitel, wie Ursula Ebel einleitete  und dann las Sandra Gugic einige Szenen von drei Personen aus dem ersten Teil.

Dann gabs ein Gespräch, wo es viel um die Entstehung und den Schreibprozeß gegangen ist.

Ich hätte ja auch fast gefragt, wieso das Buch „Astronauten“ heißt? Ursula Ebel hat es für mich getan, bzw. wissen wollen, was der Verlag zu diesem Titel sagte, ob er ihn gleich akzeptiert hätte? Was Sandra Gugic bestätigte, ihre anderen Vorschläge wären bewußt schlechter gewesen, weil sie ihn haben wollte.

Spannend, spannend auch die Frage, warum und ob es wenige Romane mit Jugendlichen Helden gibt, was Arno Geiger offenbar in einem Interview bezüglich seines neuen Romanes behauptete.

Ich glaube aber auch, daß die jungen Autoren sich vermehrt mit jungen Protagonisten beschäftigen und einer aus dem Publikum wollte natürlich wissen, welche der sechs Personen Sandra Gugic sei?

Eine Frage, die ich auch schon öfter hörte und die mich manchmal irritiert. Sandra Gugic antwortete aber sehr gelassen, daß ihr alle Personen gleich lieb seien und, daß in jeder etwas von ihr steckt, weil man ja nur über das, was man kennt und einen beschäftigt, schreiben kann.

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