Literaturgefluester

2015-07-29

Ein Sommernanowrimo

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:48
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Es ist soweit „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer  Literaturstudentinnen“ sind im Rohentwurf fertig. Hundertneun Seiten, achtundvierzig Szenen,  52 909 Worte.

Da werden durch die Korrekturen zwar noch einige wegfallen und am Schluß werden es wahrscheinlich wieder weniger als die fünfzigtausend sein, aber deutlich mehr als bei den letzten drei Nanowrimos, wo ich, glaube ich immer etwas anstückeln mußte, um die fünzigtausend hinzubringen.

Ohne Nanowrimo wäre ich früher fertig gewesen und hätte früher aufgehhört und auch der zeitliche Rahmen stimmt. Ich bin zwar auch ein wenig schneller, denn ich habe diese hundertneun Szenen in drei Wochen hingeschrieben, schaut man auf meine Nanostatistiken, sieht man ich habe zweimal früher angefangen und war jedesmal viel früher fertig.

Diesmal hatte ich die Idee nach Ostern glaube ich, da habe ich dann immer ein paar Notizen gemacht und am neunten Juni, bei der Schreibgruppe, dann einundviertel Seiten, den Anfang des Eingangskaitel sozusagen geschrieben und das Ganze dann bis zum fünften Juli liegengelassen, dann habe ich angefangen und geschrieben und geschrieben, drei Wochen lang bis ich am Samstag den 25. mit dem Rohentwurf fertig geworden bin.

Vorgestellt habe ich die ersten vier Szenen am Montag den 13. im „Read!!ingroom“ beim dortigen „Sommerfestival“ „Summa in der Stadt“ obwohl es ja eigentlich ein Sommerfrischenroman ist und das hat sehr gut geklappt.

Jetzt werde ich das Ganze einmal durchkorrigieren, es ist ja noch sehr unfertig, die letzten Szenen habe ich überhaupt nur hinuntergeschrieben  und dann wahrscheinlich vorläufig liegen lassen und erst einmal „Selmas Kopftuch“ fertig machen, bevor ich dann im November mit dem richtigen Nanowrimo und der „Nika Weihnachtsfrau“ beginne.

Ein bißchen schade ist, daß ich nicht die ganzen acht Wochen dazu brauchte, aber nicht wirklich, denn jetzt habe ich ja ab dem 19.August Zeit mich vielleicht wirklich an diesem Longlistenlesen zu beteiligen, irgendwie reizt mich das ja schon, am Samstag danach in den Thalia zu gehen und zu schauen, was ich finde.

Ich könnte ja vorher den Otto, wenn ich ihn bei der Slakdky Wanderung sehe, fragen, ob er die Bücher auch wieder liest und er mir sie vielleicht borgen könnte, ich kann auch eine Verlagsanfrage machen, ein paar werden schon zu mir kommen, vielleicht habe ich auch ein paar schon gelesen, sollte die neue Ruth Cerha dabei sein, das erste Buch steht auch auf meiner Leseliste.

Das wäre auch eine spannende Sommeraktion, die man vielleicht einmal machen sollte und jetzt wäre ich beim Schreiben nicht dadurch behindert.

Mal sehen es ist ja noch nicht soweit und es ist auch noch viel zu korrigieren, aber schön, daß es so gut klapppte, es war ein tolles Schreiben und eine sehr schöne Sommerfrischenbegleitung, die ich auch wirklich genossen habe.

Ich habe ja auch immer bei meinen Radausflügen kleine Textstückchen in mein kleines Stadtschreiberbüchlein geschrieben und bei meinen jeweiligen Schreibberichten veröffentlicht, so daß man das alles auch ein bißchen mitverfolgen kann, wie bei der Lesung, wie so ein Sommerroman entsteht, wem das interessiert, der kann das gerne nachlesen.

Es war ja auch ganz am Anfang, am neunten Juni, als ich die ersten in den zwanzig Minuten geschriebenen Seiten vorgelesen habe, die Frage, ob das jetzt ein Jahrhundertwerk oder eine Kurzgeschichte werden wird?

Der Klaus Khittl und der Robert Eglhofer haben es ja ein bißchen mit der „Strudelhofstiege“ verglichen und „Zu hochgegriffen!“, gemeint.

„Blödsinn habe ich gedacht, vier Studentinnen, eine in Harland, eine in Damaskus, eine in Donezk, eine in Athen und ein bißchen die politische Situation, das kann eigentlich eine leichte Sommergeschichte sein und auch sehr kurz werden.

Denn da war ich noch nicht sicher, wie weit ich mit der „Selma“ komme. Ich war auch nicht sicher, wieviel ich für die Lesung habe und habe mich da auch mit „Taubenfüttern“ vorbereitet und „Sommer am Wasser“ angegeben. Das war dann alles nicht nötig und es ist länger als erwartet geworden, schneller sowieso, aber das macht ma nichts nichts.

Jetzt werde ich also korrigieren und korrigieren, bis Ende Oktober oder auch noch nachher, wenn ich bisdahin nicht fertig werden sollte.

Ich denke, es ist eine nette Geschichte, einerseits leicht und locker und auch nicht so abgehoben, andererseits auch schwer und schwierig, die politischen Verhältnisse machen es ja dazu und es ist mir auch gelungen, jeder der vier Protagonistinnen eine eigene Geschichte zu geben. Das war ja ein bißchen Klaus Khittls und auch meine Befürchtung, daß ich das nicht schaffe und vor allem bei der Jelena Malatschuk bin ich lange im Dunklen geschwommen. Sie sitzt in Donezk gut und da gibt es keinen Strom und kein Wasser und schreibt über die Bertha von Suttner eine Dissertation, aber das kommt auch schon  im „Schutzengelchen“ vor, da heißt sie zwar Marija, aber sonst…

Dann ist mir der Professor Eberhard und der Heiratskatolog eingefallen und am Schluß bleibt sie zwar nicht in Donezk, sondern wird Deutschlehrerin in Odessa und da waren wir  schon am 9. Juli auf den ersten Seiten, daß die Sandra mit ihr dort einen Cocktail trinken will, vielleicht werden sie das im nächsten Jahr tun.

Die Eleni hat ihren Hund Ouzo gefunden, vielleicht bekomme ich den, der im Original sehr lieb ist, auf das Titelbild, sonst könnten es auch die Stadtschreibertexte tun oder Bilder von der Traisen, von Harland, etc.

Und die Fatma, die es schon in anderer Form in „Selmas Kopftuch“ gibt, hat auch ihre Geschichte bekommen, sie reist über Lampedusa nach Traiskirchen, lernt in der NB Professor Eberhard kennen und das alles kommentieren sie der Sandra nach Harland bei St. Pölten, die dort ihre Diplomarbeit über den deutschen Buchpreis schreibt und Andi Hermann kennenlernt.

Die Pflegehelferinnen Minka und Stefania, die jede auf ihre Art anders ist, gibt es auch, die demente Großmutter Therese Pühringer, die Eltern, die von ihrer Reise aus Paris, Madrid, Mexiko, San Diego, San Fransico und New York Ansichtskarten schicken und die Frequency und Sandras Ausflüge an der Traisen gibt es natürlich auch.

Ich habe vor, das nächstes Jahr, wenn es fertig ist in den Sidebar als E-Book hineinustellen, als meine Sommergeschichte, im Winter gibt es dann den Adventkalender, den ich im November im richtigen Nanowrimo schreiben will und bin sehr stolz auf mich, schade, daß es keiner merkt.

Aber vielleicht passiert das doch ein bißchen, habe ich ja viel darüber geschrieben und kann den Rest der Sommerfrische auch ein bißchen lockerer angehen, ein paar Ausflüge gibt es da ja auch, wollen wir ja den Hochschwab besteigen, noch einmal mit dem Herrn Sladky wandern und Alfreds Geburtstagsfest gibt es natürlich auch.

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2015-07-23

Durch die Hitze nach Herzogenburg

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Am Markt von St. Pölten hat es am Samstag eine Attraktion gegeben, eine Aktion mit einer Partnerstadt, Wilhelmsburg und Böhheimkirchen werden das auch einmal sein oder sind das schon gewesen, mit einem daraufhinweisenden Plakat, einer Musikkapelle, dem Bürgermeister und weil es diesmal Herzogenburg war, mit einer Abbildung des Chorherrenstiftes vor einem der Stände, Prospekte lagen auch auf, die zum Besuch in die Stadt an der Traisen lockten und ich fahre in meiner Sommerfrische, in den Osterferien etc auch immer gern einmal hin.

Diesmal bin ich, weil dort, wo man von der Traisen abzweigen muß, eine Baustelle war und keine Durchfahrt schon eineinhalb Jahre nicht dort gewesen. Also eine gute Gelegenheit sich das für diese Woche vorzunehmen, umsomehr da ja die Sandra Winter mit dem Andi Hermann ohnehin schon dorthin aufgebrochen bin und ich es mir extra verboten habe, die entsprechende Szene am Dienstag zu schreiben, weil ich mich in Stimmung bringen wollte.

Also gleich am Mittwoch, wenn es nur nicht so heiß wäre, schon seit drei Wochen Tropenhitze und Höchsttemperaturen an die sechunddreißig, siebenunddreißig Grad. Ich bin zwar nicht so wetterempfindlich und auch abgehärtet. Aber am Dienstag ist ein Klient nicht zu mir gekommen, weil er einen Hitzekollaps hatte.

Es wäre also vielleicht vernünftig gewesen, diese Monstertour etwas aufzuschieben, aber da ich ja nicht gern warte, schon gar nicht beim Schreiben und ich auch etwas bloggen will, nach einem relativ frühen Mittagessen aufgebrochen, um halb zwei, also noch während der Mittagshitze, aber vielleicht nicht mehr so ganz, eineinhalb Liter Zitronenwasser mitgenommen, Sommerkappel, weißes Leiberl, vorne mit einem Teddybär, das das Familienamt St. Pölten einmal bei einem der Hauptstadtfeste, die es, glaube ich, nicht mehr gibt, verteilte, aufgebrochen.

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Die Anna ist vorher mit ihrem Andi und dem Ouzo, das ist ihr aus Griechenland stammender Hund, der in meinem Sommerroman auch eine Rolle spielt, ist mir das doch eingefallen, als sie vor zwei Wochen da waren und ich die Doris Kloimstein im Cafe Schubert getroffen habe.

Losgefahren in der Sommerhitze und die Traisen war auch ziemlich leer, ein paar Badende an den Kiesstränden und im Wasser, ein paar Mähdrescher und ein Riesenlastwagen der Holz transportierte, denen ich ausweichen mußte und dann die, ich glaube vierzehn oder noch mehr Kilometer, vielleicht sind es zwanzig an der Traisen entlang.

Kurz vor Herzogenburg kommt ein Steg, dann muß man nach der Brücke abbiegen, an einem Kreisverkehr vor beifahren und ist bald am Hauptplatz, wo ich das Rad immer abstelle und zum Stift hinaufgehe.

Auch hier werden die Geschäfte immer weniger und die Sommerhitze war zu merken, obwohl eine Frau bei dem Modegeschäft, ihre Waren und ihre Kleiderpuppen nach der Mittagspause wieder hinausstellte.

Auch beim Stift war es leer, obwohl man dort sehr freundlich an einigen Schautafeln begrüßt wird „Grüß Gott, Führungen gibt es im Sommer um 9.30, 11.00. 13.30. 15 Uhr, die hätte ich gerade versäumt gehabt, und 16.30, Treffpunkt beim Spop bzw. Klosterladen!“

An den gehe ich dann immer vorbei und bei dem Tor hinaus, wo man auf die Straße kommt und es Bankerln zum Niedersetzen gibt.

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Da habe ich dann wieder vier Szenen in mein kleines Stadtschreiberbüchlein geschrieben,  „Kafkaesk“ war der Buchstabe „K“, denn das „H“ für „Herzogenburg“ war schon verschrieben. Beim „L“ ging es dann über das „Lesen“ bzw. den deutschen Buchpreis, denn über den schreibt die Sandra  ihre Diplomarbeit, der Lehrer Andreas Hermann interessiert sich dafür und ich tue das auch, will mich heuer im Langlistenlesen üben und überlege schon wer dann heuer auf dieser Liste, die am 19. August bekanntgegeben wird, stehen wird?

Bei den deutschen Autoren wäre mir fast nur Ralf Rothmann mit seinen neuen Roman „Im Frühling sterben“ eingefallen. Aber der hatte „Keine Lust auf die öffentliche Arena“ und ließ sich gar nicht erst nominieren.

Also Annika Reichs „Die Nächte auf ihrer Seite“ vielleicht, aus der Schweiz Jens Steiner und bei den Österreicher der Arno Geiger „Selbstportrait mit Flußpferd“, Valerie Fritsch mit „Winter Garten“, Vea Kaiser, vielleicht auch Olga Flor „Ich in gelb“ oder Gertraud Klemms „Aberland“ Ruth Cerhas neues Buch wird in den Blogs auch sehr besprochen, Dana Gricorcea, Theresa Präauer…

Mal sehen noch ist ja etwas Zeit und ich mußauch noch eine Eleni Szene schreiben, die ist wieder in Griechenland und da könnte der Hund Ouzo verschwinden und eine Nachbarin hat gesehen, daß ein obdachloser Schwarzer, einer der Bootsflüchtlinge, die in Athen gestrandet sind, mit ihm spielte und ihn vielleicht mitnahm, um ihm aufzuessen, denn man hört und liest ja so viele fürchterliche Geschichten und bei „N“ wird die Fatama zum Psychiater bestellt, um ihre Traumatisierung zu beweisen und geht nach dem Besuch in die „Nationalbibliothek“ um bei Joseph Roth über die Wiener Küche „Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Apfelstrudel, Sachertorte, etc“ nachzulesen und wird da von einem alten Herrn, dem achtundfünfzigjährigen Gymnasiallehrer Werner Eberhard angesprochen, der vor einem Jahr seine Frau Karoline an einem Krebs verloren hat, deshalb sehr oft hierhergeht und jetzt will er auch für Fräulein Majatschuks Dissertation über Bertha von Suttner etwas heraussuchen und es ihr in die Ostukraine schicken.

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Nachher habe ich mir in einem der Cafes am Hauptplatz ein Zitroneneis gegönnt. Das können die Sandra und der Andi auch gleich machen, aber die konsumieren wahrscheinlich einen Eiscafe. Ich kaufte mir ein Stanitzel und beim Rückweg habe ich dann die Traisen fast nicht gefunden.

Dann hat die Rückfahrt  gut geklappt, jetzt waren auch mehr Jogger, Radfahrer, Nordic Walker unterwegs und ganz viel los war natürlich bei der „Seedose“ und beim Viehhofner See.

Nicht bei der Bücherzelle dort, die ist zwar immer voll mit Bücher, hat aber nicht soviele Interessten, so konnte ich darin wühlen und wieder nach einigen Doppelten greifen, was ich nächste Woche wieder zurücklegen werde und für den Alfi war auch etwas dabei „Warum die Männer nicht über ihre Gefühle reden und die Frauen so schlecht einparken können“.

Der wird jetzt bald sechzig und gibt dann ein großes Fest, auf das er sich schon lange vorbereitet und es war trotz der Hitze ein schöner Ausflug, den ich hoffentlich auch dementsprechend literarisch verwerten kann.

2015-07-21

Mit rasender Geschwindigkeit

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Mit rasender Geschwindigkeit geht es weiter, könnte man so sagen, habe ich gestern meiner Freundin Ruth Aspöck gesagt, als wir uns wieder am Rathausplatz beim Filmfestival getroffen haben.

Wir waren heuer das erste Mal dort, den Karlsplatz habe ich auch ausgelassen, sondern an zwei Montagen „Alte Schmiede“ und vorige Woche, die Lesung beim Sommerfestival im „Read!!ingroom“ und dort habe ich die ersten vier Szenen aus „Den ereignisreichen Sommererlebnissen“ gelesen, obwohl ich eine Woche vorher nur ein cirka eineinviertel Seiten langes Expose oder Einleitung dazu hatte, die ich beim Sommerschreiben in der Schreibgruppe im Juni im Cafe Ludwig, das nicht mehr so heißt, geschrieben habe.

Damals hatte ich, glaube ich, achtunddreißig Rohseiten und ich weiß gar nicht, wieviele Szenen, jetzt habe ich fünfundsiebzig Seiten, 36122 Worte, dreißig Szenen und das ungefähre Konzept im Kopf und wenn ich am Abend wieder in die Sommerfrische gehe und dann jeden Tag, wie vorige Woche zwei Szenen schreiben, ab Sonntag bin ich schneller geworden und gestern nachmittag ist dann vor sich hingaloppiert, kann es passieren, daß ich nach drei Wochen schreiben mit dem Rohkonzept ertig bin und den Nanonimo knapp unter- oder überschritten habe und dann den Rest des Sommers Zeit das Ganze zu korrigieren, beziehungsweise „Selmas Kopftuch“ was das ja noch nicht zur Gänze ist, fertigzumachen.

Schnell, schnell, könnte man sagen und manche meiner mehr oder weniger wohlwollenden Kritiker sagen auch „Sei nicht so schnell, schreib nicht so viel, das kann man doch gar nicht alles lesen, achte mehr auf Qualität!“, etc, aber ich glaube inzwischen, das tun sie weil ihnen zu mir nicht viel anderes einfällt und ich das ja selber von mir schreibe, das ich sehr schnell bin und das ist gut so, das glaube ich inzwischen auch.

Jedenfalls  ist es sehr schön die Sommerfrische heuer mit einem Sommerroman zu verbinden, in dem es, um genau diese Sommerfrische geht. Um das Radfahren an der Traisen, das Lesen in der Badewanne, das Schreiben auf der Terrasse, am Samstag ein Würstel am Markt, am Sonntag ein Spaziergang auf die Rudolfshöhe, solange die dort noch nicht auf Urlaub sind.

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Da passiert nicht sehr viel, das ist langweilig, könnte man so sagen, aber wenn man sich meine fünfundsiebzig Seiten Rohtext so ansieht und das kann man ein bißchen wenn man auf den jeweiligen Schreibberichten, die kleinen Texte in dem kleinen Stadtschreiberbuch, in das ich mir bei meinen Fahrten, immer ein paar Szenchen aufnotiere, sieht man, es passiert doch sehr viel.

Eigentlich rasend viel mit unaufhaltsamer Geschwindkigkeit in diesem prekären Europa, wo man heutzutage, wenn man das Radio zu den Nachrichten aufdreht, hört, in Griechenland wird die Mehrwertssteuer erhöht, Frau Merkel oder Herr Feymann sind für oder gegen die Hilfspakete, auf jedenfalls ist das der Herr Strache, als Oppositionspolitiker wohl dazu verpflichtet und im Erstaufnahmelager von Traiskirche schlafen die Asylwerber am Boden, weil die Politiker zwar schön reden, aber sich auf keinen Verteilungsschlüßel, eigentlich ein fürchterliches Wort, einigen können und meine prekäre Studentin Sandra Winter, die den Sommer in der Sommerfrische im Harlander Hause ihrer Eltern verbringt, damit die Eltern inzwischen durch Mekiko und Amerika fahren können, aber jemand den beiden slowakischen Pflegehelferinnen der Großmutter ein bißchen auf die Finger schauen kann, hat inzwischen einen Freund gewfunden.

Auf der Aussichtswarte beim Viehofener See, hat sie den Deutschlehrer Andi Hermann kennengelernt, weil der in ihrem Fahhradkorb Bücher gesehen hat, die sie in der Telefonzelle bei der „Seedose“ fand und weil sie ihre Diplomarbeit über den deutschen Buchpreis schreibt, hat sie ihn gleich interviewt, nachher fährt sie mit ihm nach Herzogenburg, um sich das Chorherrenstift anzusehen.

Auf diese Idee kam ich am letzten Samstag, als am Markt Prospekte von dort auflagen und vor einem der Stände die Kirche im Legostil ein bißchen nachgebaut war.

Aber sie fährt nicht gleich, denn vorher war sie zwei Tage in Wien, denn dorthin sind Eleni und Giorgos mit ihren Transporter und fünfzig griechischen Hunden gefahren und haben zwei Nächte in ihrem WG Zimmer übrnachtet, den Stephansdom, Schönbrunn und den Prater haben sie sivch angeschaut, sind mit dem Riesenrad gefahren und haben für die jeweiligen Großmütter einen Sack Mozartkugeln gekauft, dann ist  Sandra noch mit dem Auto ihres Vaters nach Traiskirchen gefahren, denn Fatma ist dort angekommen, wird von drei afrikanischen Asylwerbern ein bißchen bedrängt, bekommt Schweinefleisch serviert und muß in einem Zelt schlafen und weil sie ja Germanistik studieren will, beschließt sie, wenn sie nach Wien darf und sie wird dann auch zu einem Psychiater bestellt, um ihre Traumatisierung zu beweisen, in die NB zu gehen, sich dort Joseph Roths „Radetzkymarsch“ ausheben zu lassen und dort nachzulesen, wie das so mit der Wiener Küche, dem Tafelspitz, der Sachertorte, den Kirschenknödel, den Apfelstrudel und so ist.

Dort trifft sie dann auf Werner Eberhard, das ist ein achtundfünzigjähriger Deutschlehrer, seit einem Jahr verwitwet, weil seine Frau Karoline an einem furchtbaren Krebs verstorben ist, was ihn in eine tiefe Depression fallen ließ, aus der er sich durch einen Heiratskatalog herauszuretten versucht und so sitzt er da, um für Fräulein Majatschuks Dissertation über Bertha von Suttner ein bißchen zu recherchieren und ihr die Ergenisse nach Donezk zu schicken, denn die kann dort nicht hinaus, erstens stirbt ihre Großmutter selbst gerade an Krebs, zweites wurde ihr Antrag auf ein Visum und ein Forschungssemester nach Wien  abgelehnt.

Passiert doch sehr viel in der Sommerfrische in Harland in St. Pölten und ich finde es sehr spannend  so flott zu schreiben, schade nur, daß sich niemand dafür interessiert, eh schon wissen.

Blöd, aber man soll erstens niemanden zu seinem Glück zwingen und zweitens könnte ich ja im nächsten Jahr, wenn das Sommerbuch  fertig ist, dieses in den Seitenbar als E-Book stellen und wer es will, kann es sich kostenlos hinunterladen,  lesen und vielleicht sogar besprechen.

Bei Manfred Lager-Regalls Büchern habe ich das inzwischen getan, alle zwei auf einmal und wiedermal die Feststellung gewacht, das man, was ich ohnehin schon wußte, jedes Buch wertschätzend, wohlwollend und achtsam besprechen kann.

Das für die, die meinen, man könnte meine Bücher nicht besprechen, man könnte es vielleicht versuchen und Sigrid Höllrigl hat meine Besprechung ihres „Odysseus“ inzwischen entdeckt und verlinkt, es tut sich also ein bißchen oder auch sehr viel in den Sommerlöchern und meine Freundin Ruth Aspöck mit der ich mich gestern lang unterhalten habe, während wir auf das Konzert aus dem Amsterdamer Conertgebouw, also auch ganz schön international, gewartet haben, ist gerade von der Schreibwerkstatt, die sie in Strobel unter der Organisation von Erika Kronabitter machte zurückgekommen.

2005 war die noch in Vorarlberg und ich dabei, jetzt waren es die Ruth, der Robert, die Patrizia Brooks, die Sisi Klockner, die Karin Ivancsics hätte, glaube ich, auch kommen sollen und haben an ihren Werken gearbeitet und dann daraus vorgesesen.

Und zur „Poetnight“ habe ich mich inzwischen auch angemeldet. Da könnte ich wieder ein Stückchen aus dem „Schutzengelchen“ lesen, obwohl ich noch gar nicht so genau weiß, wann die ist.

2015-07-18

Schreib- und Sommerfrischenbericht

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Der Montag und der Dienstag waren ein wenig hektisch. Vier Befunde, die Lesung, die noch vorbereitet mußte, Besuch der Linda, Besuch beim „Wolf“ und dann bin ich noch aufs Bezirksamt gegangen und habe für die Wien-Wahl im Herbst für „Wien anders“ unterschrieben und dem Manfred Lagler-Regall, der mein 1000 Kommentierer war, habe ich auch das versprochene Buch geschickt.

Da hat es mich ja sehr gefreut, daß ich in der Woche um meinen Bloggeburtstag, die fehlenden Zehn so schnell zusammenbekommen habe.

Der Gewinner hat mir zwar sehr direkt geschrieben, daß ihm lieber wäre, wenn ich seine Bücher endlich lesen und auf „Kathpedia“, „Read.me cc“, „Wikipedia“ oder bei mir bespreche.

„Amazon“ hat er dabei vergessen, aber er ist auch ein „Selbermacher“ , der noch das Wort „Eigenverlag“ verwendet. Das war zwar ein wenig kränkend, nach zweiundvierzig Jahre erfolglosen Schreibens und sieben Jahren bloggen darüber, habe ich mich aber schon daran gewöhnt, daß sich niemand für mein Schreiben interessiert und kann auch verstehen, daß das Egene wichtiger ist.

Aber die „Lektüre vor dem Schlafengehen“ liegt sowieso schon ganz vorne bei den Leseplänen. „Die alten und die neuen Häuser“ habe ich ein wenig reuig und ambivalent hervorgeholt, weil sie ja wirklich weit hinten gelandet waren, Andererseits werde ich ja nicht alles, was ich mir für heuer vorgenommen habe, schaffen und war bei der Durchsicht in schlaflosen Stunden dann auch erleichtert, da das zweite Buch eine Wiederholung, beziehungsweise Ergänzung des ersten, also schnell zu lesen sein wird.

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Die Post hat mich auch noch etwas verunsichert, als sie für das dünne Büchlein in dem orangen Kuvert plötzlich das doppelte Porto, als die letzten Male haben wollte und mir  erklärte, das wäre die Farbe des Kuverts und  am Mittwoch wieder auf das Land gefahren, um an meinen achtunddreißig Seiten Sommertext, den ich in der vorigen Woche wirklich flott vor mich hingeschrieben habe, weiterzumachen.

„Ist dir nicht fad?“, hat mich die Anna vor Jahren einmal bezüglich meiner Sommerfrischepläne gefragt.

Ist mir nicht, denn Lesen in der Badewanne, Radfahren an der Traisen ist ja schön und mein Sommerroman treibt mich auch voran, beziehungsweise heizen da ja auch die politschen Ereignisse, die heuer wirklich rasant auftreten, an.

Da ist vom Sommerloch heuer  keine Spur und es war nur etwas schwierig, nach den zwei turbulenten Arbeitstagen wieder in den Plot hineinzukommen.

Bin aber zuerst in den Traisenpark gefahren, habe für die Schwiegermutter zum Geburtstag und für mich je eine Packung Meeresfrüchte, statt der üblichen Katzenzungen, in der „Schokothek“ gekauft, in der Seedosen-Telefonzelle gab es für die Oma zwei der von ihr gewünschten „Reader`s-Digest-Sammelbände“, für mich gab es zwei Bücher wo ich nicht sicher war, ob ich nicht schon hatte.

Aber Paul Austers „Sunsetpark“ habe ich noch nicht gelesen., Wolfang Katzers „Yellowstone“ habe ich schon in Wien gefunden, die Schwiegermutter ist aber eine begnadete Krimileserin und Juli Zehs „Corpus Delicti“, das ich mir am Samstag vom Alfred doppelt kaufen lief, habe ich in den Schrank hineingelegt.

Ja langsam verliert man den Überblick und auf den Blogs wird heiß über Literatur diskutiert. So werden auf der einen Seite die Buchpreisblogger auf der dbp Facebookseite vorgestellt, auf der anderen wurde die  „Hotlist“, die alternative Buchpreisliste der unabhängigen Verlage, die es seit einigen Jahren als Ergänzung zum dBp gibt vorgestellt, da kann man seine Kanditaten wählen, das einzige Buch, das ich von dieser Liste kenne, war das Graphic Novel „Irmina“, das mir sehr gut gefallen hat.

Buzzaldrin berichtete über eine Büchersendung und verlost ein paar Bücher davon, sie hat aber einen so großen Zugriff, daß ich wahrscheinlich nicht bei den Gewinnern bin, dafür habe ich vor zwei Wochen beim „Bücherschmaus“ den Clemens Haipl gewonnen, den ich  schon gelesen habe, obwohl ich gar nicht so genau wußte, daß ich da bei einem Gewinnspiel mtmachte, als ich über meinen Besuch in der neuen Buchhandlung bloggte.

Nach dem leicht griechischen Mittagessen, gebratene Melanizani mit Joghurt, Reis und gebratene Tomaten in Zwiebel und Knoblauch, versucht wieder in den Text zu kommen, die  dreizehnte und vierte oder fünfte Sandra Szene geschrieben. Da wechselt sich die Sandra ja immer mit jeweils einer ihrer Freundin ab und die war, bevor ich nach Wien zu den Lesungsvorbereitungen gefahren bin, an der Traisen schwimmen, beziehungsweise ist sie auf einem Badetuch mit einem Buch dort gelegen und wurde von der Pflegehelferin Stefania, die ihre Oma im Rollstuhl dorthin fuhr, besucht und ein Mail von der Eleni, ob sie sie mit ihrem Freund besuchen darf, wenn sie mit einem Hundetransport nach Wien kommt, ist auch gekommen. Der Anschluß, den ich gefunden habe war dann, daß die Sandra wieder nach Hause fährt und mit der Großmutter beim Fernsehen ein wenig plaudert und in der nächsten Szene, die ich am Mittwoch geschrieben habe, plant die Eleni mit dem Gioros ein paar Tage mit ihrem Hund Ouzo nach Wien zu kommen, beziehungsweise drängt sie Giorgos  den doch ein paar Stunden in seiner Wohnung zu besuchen und da ihr der Vater ein paar Kondome gegeben hat, kann ja nichts passieren.

So geht es weiter in der Sommerfrische, Radfahren, Mittagessen und dann am Nachmittag zwei Szenen auf der Terrasse schreiben.

Am Donnerstag war als Radtour wieder Wilhelmsburg geplant, wo es sich  an der Traisen sitzen läßt und bei einem beim „Spar“ gekauften Cafebecher und einem Croissant vom „Penny“ ein paar Szenen in das „Stadtschreiberbüchlein“ schreiben käßt und die Sandra kann  dann auch die „Sommer am Wasser-Tour“ wiederholen, in der Seedosen-Telefonzelle ein paar Bücher finden, ist sie ja sicher auch eine bibliophile Frau, auf die Aussichtswarte steigen und vielleicht begegnet ihr da, statt einem Kind auf den Schultern seines Opas, ein junger Mann, der ein bißchen mit ihr flirtet, während die Fatma, die inzwischen in Lampedusa angekommen ist, sich von Frau Leila und ihrem Enkel trennt und sich nach Wien durchschlägt und die Jelena hat ja auch ein Mail geschrieben und gefragt, was Sandra von den Heiratskatlogen hält?

Wie bitte? Aber deren Antrag auf ein Visum und ein Forschungssemester in Wien, damit sie ihre Dissertation über Bertha von Suttner weiterschreiben kann, wurde schon wieder abgelehnt. Da erzählte ihr eine Freundin von einem Heiratskatalog, in dem man sein Foto stellen und einen Mann in Österreich, Deutschland oder wo auch immer finden kann und vielleicht findet die Jelena, da einen pensiopnierten Deutschlehrer mit dem sie wegen ihrer Großmutter, die sie nicht verlassen will, wenigstens in Briefwechsel bleiben kann.

So weit so what, dreiundvierzig Rohseiten und 20 277 Worte gibt es derzeit schon und es flutscht wirklich flott dahin. Daneben schaue ich mir „You Tube-Filmchen“ über Griechenland, Donezk und die Flüchtlingssituation an, um mich über meinen Stoff zu informieren und das Coverfoto für „Selmas Kopftuch“ gibt es inzwischen auch.

Die schöne alte Puppe meiner Mutter mit den langen Zöpfen, der habe ich ein grünes Seidenkopftuch aufgesetzt und wahrscheinlich bekommt sie zu Weihnachten, die rote Weihnachtsmütze und dient als Cover für die „Nika Weihnachtsfrau“.

Ja, so dümpelt es dahin und während ich es auf der „Selfpublisherschiene“ mit der Handvoll Zuhörer und wenn es hoch kommt drei „Gefällt mir Kommentare“ in der Woche tue und mich mit alten Büchern im „Longlistenlesen“ übe, werden anderswo die Preise vergeben.

Wer heuer den „Veza Canetti Preis“ bekommen wird, weiß man offiziell noch nicht, zumindest habe ich das im Netz noch nicht gefunden, im Vorjahr hat das die Olga Flor sehr rasch auf ihrer Seite bekanntgegeben.

Der oder die Erich Friedpreisträgerin wird auch erst im September verlautet, aber Reinald Goetz konnte man vorige Woche lesen, der der sich beim Bachmannlesen mit der Rasierklinge ritzte, mit „Abfall für alle“ und „Klage“ ein früher Blogger war und 2012 mit „Johann Holtrop“ auf der Longlist stand, wird der neue Büchner-Preisträger sein. Den „Reinhard-Priesnitz“ Preis 2015 wird für mich überraschend, die zweite „Alpha-Preisträgerin“ Anna-Elisabeth Mayer, erhalten, hätte ich die doch nicht für so experimentell gehalten.

Aber Anna Weidenholzer ist ja auch „Priessnitz-Preisträgerin“, dafür bekommt eine Lyrikerin nämlich Barbara Hundegger den „Anton Wildganspreis“ 2014, denn der wird ja immer ein Jahr verspätet, wahrscheinlich auch im Oktober vergeben und ich werde weiterschreiben, beziehungsweise in die Badewanne lesen gehen.

2015-06-09

Sommerschreiben

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 23:27
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Heute war wieder einmal Schreibegruppe, Westbahn-Spontan, jetzt von Peter Czak organisiert, nachdem Ruth und Robert, die Gruppe mit der Abschlußlesung eigentlich beenden wollten, wegen mir und meiner vierzehntägigen Harland-Fahrten vom Freitag auf dem Donnerstag verlegt, der letzte Donnerstag passte aber auch nicht, denn der war ein Feiertag und da wäre ich nur ungern gekommen und heute hatte ich um sechs eine Stunde eingetragen, so daß es ein wenig hetzig wurde und ich mit dem Bus gefahren bin, was auch nicht wirklich schneller war, weil der 13 A jetzt wegen der Fußgängerzone in der Mariahilferstraße einen großen Umweg macht.

Trotzdem habe ich mich auf die Gruppe schon gefreut, denn ich hatte wieder ein geeignetes Thema, nämlich Sommer oder Sommerfrische, denn ich nütze ja die Gruppen ganz gern für meine Schreibanfänge, beziehungsweise das Szenenschreiben bezüglich des jeweiligen Work on Progress und jetzt korrigiere ich zwar noch an der Bibliophilin bzw. an der Selma, habe aber schon einen Sommerplan, nämlich die Sommererlebnisse einer prekären Studentin, namens Sandra Winter, die sie mit ihren Freundinnen Eleni in Athen, Fatma Challaki, die von Damaskus nach Wien flieht und Jelena in Donetz verbindet, das will ich in der Sommerfrische schreiben und weil ich mich offenbar immer ein bißchen verschätze, habe ich mich damit nach Ostern für das Sommerfestival im „Readingroom“ und zwar am 13. Juli angemeldet, obwohl ich bald dachte, da werde ich noch nichts haben, macht ja nichts, ich habe ja noch andere Sommertexte, schließlich ist es nicht meine erste Sommerfrische, aber jetzt dachte ich, könnte ich mit dem neuen Werk beginnen, das heißt einen Anfang hinlegen, nachdem mir am Wochenende ja die drei anderen Handlungsstränge eingefallen sind und da habe ich ja auch schon ein bißchen Vorarbeit, eine ukrainische Studentin kommt ja schon im „Schutzengelchen“ vor und die „Fatma Challaki“ erscheint in der Bibliophilin, aber gut, das Aufbauen ist für eine Schnellschreiberin mit eher kürzeren Texten auch ganz nützlich und so war ich nur gespannt, ob die Gruppe nicht schon angefangen hatte, als ich das Cafe, da gab es eine Überraschung, weil es nicht mehr „Ludwig“ sondern „Fortuna“ heißt, aber sonst gleichgeblieben ist, betrat.

War noch nicht so, denn es waren erst  Robert Eglhofer, Peter Czak und Klaus Khittl da, der jetzt auch gelegentlich teilnimmt, die Doris Kloimstein saß noch im Zug nach Wien, von Ilse und Fritz wußte man nichts bestimmtes und die Ruth hat mich schon vorige Woche angerufen und abgesagt, weil sie zum fünfzigjährigen Maturatreffen nach Linz gefahren ist.

Das Thema Somme wurde, als dann die Doris eintraf, auch allgemein akzeptiert, obwohl die meisten anderen sagten, da würde ihnen nichts einfallen und dann ging es los.

Ich wußte ja diesmal ganz genau, was ich schreiben würde, die Sandra Winter wird von ihrer Mutter, die Psychotherapeutin ist, eingeladen, ihren Sommer in dem Harlander Haus zu verbringen, weil sie der Vater zu einer Weltreise überredet hat und weil die Sandra eine prekäre Studentin ist, kann sie nicht nach Athen, Damaskus oder Odessa fliegen, sondern muß aufs Land, um die zwei Pflegehelferinnen aus Kosice, die den dementen Opa betreuen, unterstützen, sie packt gerade ihre Koffer bzw. rucksack, denkt, daß das öd und langweilig wird und stellt dabei die drei anderen Handlungsstränge vor.

So weit so gut. Ich habe beim Vorlesen zwar sehr gestottert, weil ich meine Schrift, wenn ich schnell schreibe, nicht immer lesen kann, werde es aber jetzt ins Reine übertragen und am 13. im „Readingroom“ vorstellen, vielleicht gabt es dann schon eine zweite oder dritte Szene, sonst kann ich von dem Projekt erzählen und dann in der Sommerfrische schreiben und da will ich den Text dann auch entsprechend weiterentwickeln, was ich mir sehr spannend vorstelle.

Die Ruth mag ja nicht sehr, wenn ich in der Schreibgruppe meine Romane schreibe, sie war aber nicht da und das Feedback, das mir Klaus Khittl gab, war sehr hilfreich und professionell, der kann das, glaube ich gut, wenn er auch sehr kritisch ist und sich dadurch vielleicht selbst blockiert, er meinte aber, das wäre eine Szenario für einen Jahrhundertroman, vielleicht störte ihm die viele Sozialkritik, aber gerade die ist wichtig, aber natürlich muß ich das alles jetzt sehr gut recherchieren und das ist vielleicht mein Schwachpunkt, daß ich dann immer irgendwo zwischendurch steckenbleibe und ich habe während des Vorlesens gedacht, vielleicht habe ich in dem Eingangskapitel schon zu viel verraten, in dem ich gleich alle Handlungsstränge, die Fatma, die Eleni, die Jelena und die Minka, bzw. die Stefania, die zwei Pflegehelferinnen einführe, es war aber ein guter Beginn.

Jetzt kommt die Arbeit und es ist auch ein gutes Gefühl, damit in den „Readingroom“ zu gehen und auch etwas in Harland zu haben, an dem ich arbeiten kann, wenn ich Radfahre, mir in Wilhelmsburg ein Kipferl kaufe oder in St. Pölten zum „Thalia“ gehe, das wird diesmal meine Sommerschreibwerkstatt.

Den anderen ist dann auch etwas eingefallen, Klaus Khittl, die „Sommer Pause“,  Doris Kloimstein hat zwei Stimmen über ihre Gebrechen diskutieren lassen, Robert Eglhofer sich als Sommerhasser entpuppt und Peter Czak hat einen exellenten Führer durch die Wiener Bäder hingelegt, der sich vielleicht veröffentlichen läßt.

Spannend, spannend, was und wieviel in zwei Stunden, bzw.. zwanzig Minuten konzentrierten Schreibens entstehen kann. Jetzt geht es dann in die Sommerpause, weil ich die Donnerstage im Juli und August nicht in Wien bin und daher erst im September an der nächsten Gruppe teilnehmen werde, aber vielleicht kann ich dann schon etwas präsentieren.

Ich bin jedenfalls gespannt und heute habe ich mein fertiges „Schutzengelchen“ herumgezeigt, während ich das letzte Mal ja nur das „Dummie“ mithatte.

2015-06-06

Schreib- und Lesungspläne

Die „Bibliophilin“ oder wie es jetzt heißen wird „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“ ist jetzt Szene für Szene durchkorrigiert. 37 447 Worte, beziehungsweise siebenundsiebzig, das heißt eigentlich fünfundsiebzig Seiten inkusive Titel und der Angabe, daß die Buchzitate aus der „Romantherapie“ bzw. dem „RezeptOmaten“ stammen, sind es geworden.

Eine „Fritzi-Szene“ ist noch hinzugekommen und wird jetzt Seite für Seite korrigiert und derzeit sieht es wieder so aus, als würde ich jeden Moment, beziehungsweise jeden Durchgang fertig werden.

Das täuscht, ich weiß, das Fehlertäufelchen ist hartnäckig und sitzt im Detail, einige Wochen werde ich wohl schon noch brauchen und habe diesmal auch detailierte diesbezügliche Pläne.

Ursprünglich habe ich ja geplant, daß ich bis Anfang November dafür brauchen sollte, damit ich gleich den „Nanowrimo“ mit der „Nika-Weihnachtsfrau“ beginnen kann.

Dann kamen aber die Ideen für das Sommerschreiben in der Sommerfrischer mit der Sarah bw. Sandra Sommer beziehungsweise Winter, um das mit den sprechenden Namen nicht allzu durchsichtig zu machen.

Das ist eine prekäre Studentin, etwa um die zwanzig, die im Sommer statt um die Welt zu reisen, in das Haus ihrer Eltern, das sich etwa in der Gegend um Phyra, Harland oder Wilhelmsburg befinden könnte, auf Sommerfrische begibt. Dort gießt sie vielleicht die Blumen, läßt sich von der Milka, Theresa oder Stefanie der vierundzwanzig Stunden Betreuung ihres Großvaters oder Großmutter etwas von dem Elend der jungen Pflegehilferin in der Einsamkeit des Landes vorjammern, fährt Rad, geht im Ratzersdorfer See schwimmen und kommunziert per Skype und Internet mit ihren ebenfalls sehr präkär lebenden Freundinen, wie beispielsweise Eleni in Athen, Jelena in Donetz, die vielleicht Germanistik studiert und eine Diplomarbeit über die alte Berta schreibt, Fatma Challaki aus Damaskus, die vielleicht gerade in Wien um Asyl ansucht und so weiter uns so fort.

Diese Idee exklusiv der drei Freundinnen, von denen vielleicht inzwischen schon Geschichtenteile vorhanden sind, ist mir um Ostern gekommen, dann bin ich in den “ Reading!!!Room“ gegangen, um mir meine Bücher, die ich bei meiner Lesung 2009 dort zurückgelassen habe, abzuholen, bzw. sie dem freien Büchertausch zu übergeben.

Da habe ich mich dann gleich für das Sommerlesen „Summa in da Stadt“ angemeldet und habe gedacht, „Eine gute Idee, da lese ich dann gleich Sandra Sommer oder Winters prekäre Sommererlebnisse vor!“, tatsächlich eine gute Idee, nur leider bin ich ein bißchen ungeduldig, beziehungsweise schnell und habe mich nicht, wie beispielsweise Kurt Raubal für Anfang September angemeldet, um dann schön das Rohmansukript, fünfzig Minuten soll ich, glaube ich, lesen, zu präsentieren, sondern für den 13. Juli.

Da werde ich dann vielleicht noch nichts haben, ist mir später eingefallen und mit dem Korrigieren möglicherweise noch gar nicht fertig sein.

Macht eigentlich nicht wirklich etwas, denn ich habe ja schon einige Sommertexte, die ich  präsentieren könnte und inzwischen steht der Titel auch schon fest „Sommer am Wasser“ wird er heißen und da habe ich ja einen diesbezüglichen Text, der glaube ich, 2012 entstanden ist, und „Taubenfüttern“ ist zwar, glaube ich, nicht unbedingt im Sommer entstanden, spielt aber am Donaukanal und die prekär beschäftigte, beziehungsweise arbeitslose, Lehrerin Veronika Schätzmeister verbringt ihren Urlaub am Balkon ihrer kleinen Wohnung, gibt aber vor in Italien zu sein und das „Schutzengelchen“ ist eigentlich auch ein Sommerbuch, nämlich im Vorjahr in der Sommerfrische entstanden.

Also lese ich daraus die fünfzig Minuten und dann begebe ich mich in die Sommerfrische und schreibe an den heurigen Sommertext. Ein kleiner Haken ist dabei, nämlich die Idee, daß der Text am Ort entstehen könnte, also ich fahre mit dem Rad herum und schreibe die Sandra Szenen ad hoc, einiges, das was in Athen, Donetz, Damaskus oder in der Fuchsthallergasse spielt, müßte ich noch extra recherchieren, wenn ich aber zulange für das Korrigieren brauche, geht sich das nicht aus, habe ich befürchtet und gedacht, daß ich dann halt im September oder Oktober in Wien recherchiere und schreibe. Jetzt denke ich, es könnte sich ausgehen oder ich könnte sogar früher fertig werden und mich dann noch ein bißchen darauf vorbereiten.

Mal sehen, wie es wird, eine Reihe von Lesungen, wo ich hauptsächlich das „Schutzengelchen“ präsentieren möchte, stehen auch am Programm.

So vielleicht die Lesung am Wiedner Hauptstraßen-Straßenfest am 3. Juli, da habe ich zwar noch keinen Termin, habe nur am Dienstag den Buchhändler kennengelernt, in dessen schönen Garten mit Kastanienbäumen, die Lesungen stattfinden sollen, da ist dann auch gleichzeitig das Bachmannlesen in Klagenfurt und eigentlich sollte ich schon mit der Sommerfrische beginnen, könnte aber ein guter Start sein, am 13, das ist ein Montag, lese ich dann im Reading!!!Room, wie es sich ergibt, denn wenn ich früher fertig bin, habe ich vielleicht sogar schon eine Textprobe und am 5. 9. sollte oder könnte ich mit dem Rohtext fertig sein, da ist dann das Volkkstimmegest, und das passt das „Schutzengelchen“ auch zum heurigen Thema.

Ein Einfall für das Cover der „Bibliophilin“ ist mir heute auch gekommen, denn, wenn das dann etwa das achtunddreißigste Selbstgemachte ist, gehen schon die Ideen aus, ich habe aber eine schöne alte Porzellanpuppe von meiner Mutter, die 1915 geboren wurde, also wahrscheinlich aus den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts stammt, mit Zöpfen und einem altmodischen Kleid, das meine Mutter genäht hat, die Stickerin war, wenn ich der ein Kopftuch umbinde, könnte das vielleicht ganz originell bzw. vieldeutig sein.

Mal sehen, die Ideen sind reich und ich freue mich auf das Sommerschreiben, die Handlungsstränge mit der Griechin Eleni im präkären Athen, der Jelena in Donetz und der Fatma Challaki, die ja aus der „Bibliophilin“ stammt ist mir heute gekommen, dem Fenstertag, wo mir fast alle meine Klienten abgesagt hatten, so daß ich Zeit für das Korrigieren bzw. Planen hatte.

Da müßte ich zwar viel recherchieren, bzw. die zwei Streeruwitz Bücher beim Lesen vorziehen, denn die handeln, glaube ich, ja auch vom prekären Griechenland.

Spannend, spannend also die Sommerpläne mit der Sommerfrische und wenn ich gut damit vorankomme, kann ich September und Oktober daran korrigieren und im November mit der „Nika Weihnachtsfrau“ anfangen, die auch eine prekäre Studentin ist.

Also Pläne für das Sommer und das Winterschreiben, ja ich bin sehr schnell und die Sterbehilfegeschichte, auch ein Einfall vom vorigen Sommer und ein Produkt des letzten Nanowrimos könnte sollte auch langsam fertigwerden. Die Vorschau dazu gibt es ja schon und wer Lust hat, die diesbezüglichen Rätselfragen zu beantworten, kann das Buch, wenn vorhanden gewinnen und für die Sandra Winter bzw. die Nika Weihnachtsfrau, denke ich mir, wenn es passt dann wieder die entsprechenden Vorschaufragen aus.

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