Literaturgefluester

2019-04-02

Königspark

Weiter geht es mit den Frühjahrsneuerscheinungen und es bleibt gleich beim Thema „Gewalt gegen Frauen“, denn das scheint derzeit sehr aktuell zu sein, hat nicht nur FernandaMelchor, die ja heute ihr Buch in der Hauptbücherei vorstellt, einen Roman darüber geschrieben.

Nein, auch der 1961 in Köln geborene  Schriftsteller und Kulturjournalisten  Paul Ingendday, der lange als Korrespondet in Madrid gelebt hat hat ein Buch über die Zwangsprostitutionen und den Straßenstrich, den es in einem Teil des Madrider „Casa de Campo“ gegeben hat oder noch gibt, geschrieben.

Bas Buch ist bei „Piper“ erschienen und wurde in Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ vorgestellt, da habe ich mir das Gespräch mit dem mir bisher unbekannten Autor, der aber schon einmal für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war und auch den „Aspekte-Preis“ gewonnen hat, angehört und der hat erzählt, daß er mit seinen Kindern immer in einem der Restaurants des „Königsparkt“, schön an einem See gelegen, essen war und dort in Kontakt mit dem Straßenstrich gekommen ist.

Er hat begonnen die Frauen zu interviewen, dann einen Zuhälter erfunden,  und dem Buch, das von der Zwangsprostitution erzählt, auch eine Handlung gegeben.

Denn da ist Nuria, eine etwas dreiundzwangijährige junge Frau, eine Kampfsportlerin und Radfahrerin, die ihre Schwester, als sie ein kleines Mädchen war, verloren hat. Eines Tages war die ältere Isa verschwunden.

Daß sie nach Madirid in einen Escort-Service gegangen ist, hat sich erst später herausgestellt. Jetzt fährt Nuria nachts mit ihrem Fahrrad durch den Park und beschützt oder kümmert sich als eine Art Sozialarbeiterin, um die Mädchen. Sie wird dabei von dem Zuhälter Rico, der das ganze organisert, bezahlt und einen Journalisten gibt es auch, der für seine Zeitung, ähnlich wie Paul Ingdendaay aufdecken will.

Viele der Mädchen sind Zwangsprostiutierte, aus Afrika, Osteuropa, etcetera, die erst ihre Schulden abarbeiten müssen und von den „Wächtern“ überwacht und geschlagen werden.

Eine davon ist die Marokannerin Hadeel, die sich mit einem der Travestiten anfreudet. Nuria, die inzwischen in Kontakt mit ihrer Schwester gekommen ist, die mit dem Zuhälter zusammenlebt, geingt es, sie und andere Frauen zu befreien. Endlich kümmert sich die Polizei um das Ganze und alles wird wieder gut, könnte man so sagen.

Ja, richtig, die Handlung ist ein bißchen gewollt und konstruiert. Erfüllt aber wahrscheinlich ihren Zweck in den Straßenstrich und seine Umstände einzuführen und so ist es ein spannendes Buch, das sehr viel über die Gewalt an Frauen, die ja derzeit ein großes Thema ist, aufzeigt und  eine Facette, die es dabei gibt, sehr genau schildert.

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