Literaturgefluester

2019-02-18

Zweimal Schauspielhaus

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Der „Falter-Herausgeber“ Armin Thurnher feiert am einundzwanzigsten Februar seinen siebzigsten Geburtstag und das wurde am Sonntag mit einer Matinee im Schauspielhaus gefeiert.

Alfred, der das, glaube ich, durch Facebook erfahren hat, hat Karten bestellt und so sind wir heute in die Porzellangasse gefahren und waren so früh da, daß wir beobachten konnte, wie das Catering-Team, die Gläser in das Theater hineingetragen haben.

Es gab auch einen Büchertisch, denn statt einem Geburtstagsfrest hat Armin Thurnher, glaube ich, zu diesem Anlaß zwei Bücher geschrieben.

Das eine heißt „Seinesgleichen“ und ist eine Zusammenfassung seiner „Falter-Kolumnen“ von, glaube ich, 2000 bis heute, die er ja immer mit dem Satz „Und im übrigen bin ich der Meinung…“, schließt.

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Das wurde in der Matinee vorgestellt, das andere bei „Zsolnay“ erschienen, „Fähre nach Manhatten“, schildert seine Amerikaaufenthalte und langsam trudelten auch die Festgäste ein. Die „Falter-Redakteure“ Doris Knecht, Klaus Nüchtern, Florian Klenk, der, glaube ich, sein Nachfolger wird, habe ich gesehen, aber auch Josef Haslinger, Doron Rabinovici und. ich glaube, auch Helmut Peschina.

Wir haben unsere Plätze am Balkon gehabt, so daß wir gut auf die Bühne und auch das Publikum hinuntersehen konnte.

Siegmar Schlager vom „Falter-Verlag“ hat eröffnet und dann hat Armin Thurnher, bei dem ich schon bei einer seiner Preisverleihungen war, mit Franz Schuh vierzig Minuten lang über seine Kolumnen und auch das politische Geschehen diskutiert.

Und Detail am Rande, Siegmar Schlager hat zu Beginn den Bundenkanzler  mit Pause „Alfred Gusenbauer“, der das nach dem ersten Schwarz Blau eine Zeitlang war und in der ersten Reihe gesessen ist, begrüßt und davon handeln wohl auch die Kolumnen, von denen Armin Thurnher eine gelesen hat.

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Falsch, die hat von „Mozart“ und die Frage, ob er ein Deutscher war und ob die Deutschen ihn uns wegnehmen können, gehandelt und das leitet schon zu den Musikbeiträgen über, denn die hat es auch gegeben.

Die Geigerin Anette Bik hat zuerst Bach und Bernhard Gander gespielt und dann mit Armin Thurnher am Klavier  ein Stück aus einer Mozart-Sonate. Dann gab es noch einen Tango von Astor Piazolla gespielt von Anette Bik und Christian Heitler und dann wurde die Torte mit dem Cover des nächsten „Falters“, das seinen Chefredakteur mit seinem Bildnis feiert, auf die  Bühne getragen und Armin Thurnherr hat sich noch vorher bei den Menschen entschuldigt, die er in den letzten vierzig Jahren beleidigt, etcetera, hat.

Das betrifft mich nicht, aber ich habe früher öfter meine Texte an das Blatt geschickt, die nie genommen wurden. Das habe ich auch in der „Dora Faust“ so thematisiert und ganz früher, bevor ich noch meine Kassenverträge hatte, im „Falter“ öfter inseriert.

Es gab dann die  Brötchen, den Wein und den Sekt. Man konnte sich das Buch signieren lassen. Armin Thurnher, der in Vorarlberg geboren wurde, gratulieren und richtig „Happy Birthday, lieber Armin!“, wurde auch gesungen.

Anschließend haben wir wieder unseren Sonntagsspaziergang auf die Mostalm auf der Sophienalpe gemacht und da war interessant, daß ich, als ich im Auto das Radio und das „Ö1-Quiz“ aufdrehte, Armin Thurnhers Stimme hörte und er und sein siebzigster Geburtstag Rategegenstand war.

Am Montag sind wir wieder in die Porzellandgasse gepilgert, da  die „Alte Schmiede“ dort ihre „Schmieden-Debatten“, macht, einen gesellschaftlicher Diskurs, den Walter Famler schon bei der letzten „Literatur im Herbst“ ankündigte und bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung, die  1950 in London geborene Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak mit dem 1960 geborenen Rechtsanwalt und Abgeordneten der ehemaligen Loste Pilz, Alfred J. Noll zum Thema „Sprache und Recht“ miteinander diskutieren ließ.

Wir waren wiedermal, um zu unseren Zählkarten zu kommen, früh daran, so daß wir vorher bei einem Glas Wein und einem Bier in der Kantine saßen, wo früher, noch unter der alten Direktion Gustav Ernst seine Kolik-Lounges machte, die es jetzt nicht mehr gibt.

Aber die „Alte Schmiede“ hat öfter ihre Programme im Schauspielhaus und dort wird nicht nur der „Subutex“, sondern auch Robert Menasses „Hauptstadt“ aufgeführt und so sind wir zum zweiten Mal, diesmal im Parterre in der dritten Reihe, die ersten zwei waren für die Vips, wie beispielsweise Peter Rosei, die dann gar nicht erschienen sind, reserviert und so ein politischer Diskurs ist ja in Zeiten, wo die Rechten, die die Welt verdrehen wollen, über die Linksfaschisten schimpfen und Multikulti für gescheiterthalten, sehr interessant und wichtig und ich erhoffe mir dann immer Antworten auf meine Fragen, wie gehe ich mit der politischen Situation um? Sitze dann da, höre gebannt zwei Stunden den höchst fundierten Reden zu und frage mich am Ende, was weiß ich jetzt mehr?

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Daß die Rechten das Internet erobert haben, wußte ich schon, daß man wahrscheinlich mehr und besseren Linkspopulismus braucht auch. Aber Peter Pilz wurde ja deshalb von den Grünen hinausgeschmissen und es war auch sehr interessant zu hören, daß Alfred Noll, die Grünen für nicht links hält. Das sehen der Blogger Uli und die Identitären, glaube ich, anders und, daß man sich selbst ermächtigen und seinen Weg in Zeiten, wie diesen weitergehen soll, ist wohl auch etwas dem ich mich anschließe und was ich gerne unterschreibe.

Es wurde auch wieder ein Kleinverlag präsentiert, in denen die Bücher der zwei Diskutanten präsentiert wurden und das der Sprachwissenschaftlerin „Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse“ erschien mir besonders interessant. Das des Rechtantwaltes „John Locke  und das Eigentum“ vielleicht wenigher und beim Hinausgehen habe ich Thomas Northoff gesehen, von den anderen Debattenbesuchern habe ich nur wenige gekannt.

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2015-02-24

Kolik-Lounge mit Dramatik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:15
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Zum dritten Mal Kolik-Lounge  diese Zusammenarbeit, die Gustav Ernst mit dem Schauspielhaus eingegangen ist, wo er, ich weiß nicht, wie oft im Jahr, junge oder auch ältere Autoren, die in seiner Zeitschrift publizieren, lesen läßt,  das Schauspielhaus stiftet dazu ein paar Flaschen Wein und im Anschluß kann man sich die älteren „Kolik-Exemplare“ nach Hause mitnehmen und das neue um fünf Euro kaufen.

So funktioniert in Wien und wahrscheinlich auch anderswo, der Literaturbetrieb, aber nein, woanders muß man inzwischen zahlen, im Literaturhaus Salzuburg kostete der Eintritt zu O. P. Ziers Buchpräsentation, wie er mir am Samstag erzählte, acht euro, trotzdem waren hundertzwanzig Leute da und die Veranstaltung mußte in einem zweiten Raum übertragen werden.

Heute hat er in der Gesellschaft für Literatur gelesen und ich habe mir das zuerst auch angestrichen, da ich aber aus Präsentationsgründen, um die Leser, die ich nicht habe, nicht zu langweilen, vermeide ich es zu Veranstaltungen zu gehen, wo ich das Buch schon kenne und so bin, ich als das Mail von Gustav Ernst kam. in Richtung Schauspielhaus losgestapft.

Vor zwei Jahren im April war ich das erste Mal da und war von der Athmosphäre begeistert, Ekatharina Heider hat gelsenen, ich bin mit einer älteren Dame ins Gespräch gekommen, habe ihr, glaube ich, das gerade frisch erschienene „Kerstins Achterl“ gezeigt und Gustav Ernst um sein gerades Neues „Grundlsee“ angeschnorrt, das heißt, er hat meine Adresse aufgeschrieben, Gerlinde Tamerl hat es mir dann geschickt, weil „Haymon“, der mir eine Zeitlang alle seine Neuerscheinungen als E-Book schickte, damit aufhörte und Gustav Ernst hat, glaube ich, inzwischen wieder ein neues Buch, aber wie schreibe ich immer, ich muß nicht alles lesen und kann das auch gar nicht.

Dann war ich einmal in der „Alten Schmiede“ habe Luis Stabauer dort getroffen und bin mit ihm in die Porzellangasse marschiert, da hat Antonio Fian sein „Polkrates-Sydrom“ vorgestellt, das dann im Herbst augf die dbP-Longlist kam.

Jetzt war Antonio Fian im Publikum, Luis Stabauer ist neben Friedrich Hahn gesessen und Gustav Ernst begrüßte die „Damen und die Herren, die Freunde und die Freundinnen, sowie die Autoren und Autorinnen, die sich im Publikum versteckten“.

Ob er mich mitmeinte, weiß ich gar nicht, aber natürlich, ich bin ja auch Autorin, zumindest hat mich die ältere Dame, die ebenfalls sehr viel zu Veranstaltungen geht, gestern Abend in der „Alten Schmiede“ dafür gehalten.

Gustav Ernst sagte dann noch etwas von drei Flaschen Wein, die das Schauspielhaus dem Publikum zur Verfügung stellte, die man sich nachher holen konnte und kündigte  die Literaturwissenschaftlerin Daniela Chana an, die in der „Kolik 63“ einen Text hat und sie hatte mehr, nämlich noch einen zweiten mit dem Titel „Porzellangasse“, den sie am Nachmittag geschrieben hat und sie hatte auch einen Osterhasen, dem sie ihre Stimme lieh und ihn beim ersten Text, wo es um eine Tauchlehrerin in Kreta ging, immer hochhielt, wenn von der die Rede war.

Im zweiten Text, wo die Ich-Erzählerin ihren Körper aus dem Fenster wirft, ging es gleich um den Hasen und der zweite Autor, Stefan Reiser, war überhaupt Dramatiker, kein Schauspieler, wie er Gustav Ernst ausrichten ließ, er führte aber ein Kurzstück auf und zog dabei gleich eine Zuhörerin ein, obwohl er das vielleicht gar nicht so geplant hatte.

Die dritte Leserin war Ann Cotten, die ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ hörte, sie kam zu spät, weil sie vorher noch jemand vom Bahnhof holen mußte und las Gedichte, ein paar kürzere und ein längeres und das handelt von einer Zugsfahrt, wie sie erklärte, aber eigentlich von einem Ritt auf einem Wildschwein, also auch ganz schön dramatisch, obwohl Ann Cotten keinen Osterhasen hatte, kein diktiergerät und auch keine so laute Stimme, wie Stefan Reiser.

Nachher an der Bar, wo man die drei Flaschen leer trinken konnte, habe ich noch Radek Knapp und Nika Pfeiffer gesehen, also wirklich sehr viele Autoren und Autorinnen und drei „Kolik Nummern“, davon eines mit dem Bildnis der Friederike Mayröcker am Cover, habe ich mir auch nach Hause genommen und Luis Stabauer hat mir erzählt, daß sein nächstes Buch demnächst erscheint, er auch in zwei Wochen nach Leipzig fährt und eine Schreibgruppe im Cafe Jelinek, wo demnächst Texte vorgestellt werden, gibt es ebenfalls.

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