Literaturgefluester

2017-07-16

Zuviel und zu flüchtig schreiben?

Das ist  ein Vorwurf, der mich nun schon seit über neun Jahren verfolgt und mit dem ich, obwohl ich es ja eigentlich sollte, nicht so ganz gelassen umgehen kann.

Denn eigentlich sollte es mir ja“wurscht“ sein, wenn Kommentare, wie „Wui ist das schlecht!“, kommen und denken, ich tue was ich kann und bemühe mich auch sehr, aber eigentlich ist mir die Rechtschreibung ja egal.

So sollte es vielleicht sein, ich bringe es aber doch nicht zusammen, weil ich, wie mein Kritiker Uli schreibt, nur gelobt sein will?

Da denke ich nur, aber schon ein bißchen und natürlich habe ich ein paar Rechtschreibfehler, weil ich schon in der Schule dachte, die sind ja egal und nun im Leben merke, den Kritiker und den Verlagen ist es das wahrscheinlich nicht und die Ersteren picken sie sich bevorzugt heraus und legen den Finger auf die Wunden, die Letzteren schreiben,die bewußten Absagebriefe oder reagieren überhaupt nicht.

Das kann mir nun seit 2000 egal sein, denn da mache ich meine Bücher selbst, seit 2008 blogge ich darüber und denke, das ist eigentlich toll, daß ich da seit neun Jahren mein literarisches Leben dokumentiere und für mich ist es das auch und da ich nun schon an die vierzig Jahre mehrmals in der Woche in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, etcetera gehe,  wahrscheinlich tausend ungelesene Bücher habe und auch noch so an die drei bis fünf Bücher im Jahr veröffentliche, kommt so einiges zusammen.

Daneben bin ich noch berufstätig, habe Familie, gehe wandern und auch sonst noch einiges zu tun, schlafen muß man auch und so plane ich für mein tägliches Bloggen eigentlich ungefähr eine Stunde ein.

So lange brauche ich, glaube ich, im Durchschnitt für einen Blogartikel, aber manchmal schreibe ich zwei oder auch drei am Tag, wenn ich auch noch ein Buch gelesen habe oder neben der Veranstaltung auch noch etwas über mein Schreiben berichten will.

Stoff also in Hülle und Fülle, wen interessiert das alles?, denkt sich vielleicht der Alfred, der ja meine Bücher geduldig korrigiert oder mein Kritiker Uli, der hat das einmal, glaube ich, so geschrieben.

Der Alfred meint eher, schreib nicht so viel, denn wer kann soviel lesen?

Aber wenn mir soviel einfällt, finde ich das  eigentlich schön. Mein Blog ist mein literarisches Archiv, schreibe ich immer und da finde ich es tolle, wenn ich so einfach nachschauen kann, was ich b eispielsweise am  zwölften Mai 2009 gemacht habe.

Ich korrigiere auch, wenn mir das der Uli nicht glaubt,  meine Blogartikel, mindestens, einmal nachdem oder bevor ich sie veröffentlicht habe.

Aber da sind dann noch immer Fehler drinnen, das stimmt, denn meine Texte korrigiere ich inzwischen ein paar Monate und manchmal so, wie in den  letzten zwei Monaten war es auch besonders hektisch.

Denn da habe ich ja beispoelsweise während meiner Strohwitwenzeit, während der Alfred mit dem Karli auf Urlaub war, auch ein drei oder vierfaches Programm gehabt.

So habe ich doch mit der Ruth den öffentlichen Raum erforscht, meine Bücher gelesen, bin in der Seestadt und im böhmischen Prater gewesen und habe auch noch bei Annika Bühnemanns zehn Geschichten Challenges mitgemacht, beziehungsweise da in zwei Monaten in achtzehn Geschichten mein neuen Werk geschrieben.

Da habe ich ja am Ende meiner Strohwitwenzeit ein eigenes Marathonwochenende gemacht und bis fünf Szenen an einen Tag geschrieben. Die hatte ich dann als der Alfred zurück kam fast fertig und, als ich sie mir durchgelesen habe, fand ich sehr viele Flüchtigkeitsfehler drinnen.

„Uje, uje!“,, habe ich gedacht und das Ganze kurchkorrigiert. Am darauffolgenden Donnerstag aber noch einmal drei Texte geschrieben und für die war dann keine Zeit mehr, denn da kam ja zuerst das Sladky-Wochenende, Ute und Andreas aus Leipzig, die Sommerakademie, der Bachmannpreis, die Sommerfrische und einen neuen Computer, wo die Maus immer weghüpft und ganz woanders ist, wo sie eigentlich sollte, habe ich auch.

In den letzten Wochen war es also sehr hektisch, ich habe an die drei Artikel gleichzeitig geschrieben, bin mit meinen Büchern eine Woche im Voraus und bin erst am Freitag dazugekommen, meine achtzehn Geschichten im Text durchzugehen und zu schauen, ob ich mich damit begnüge oder versuche zu einem langen Roman umzuarbeiten.

Da habe ich dann auch die Fehler gefunden und gedacht, ich muß  noch einige Geschichten korrigieren, denn die habe ich jetzt ja im Blog und dann kam der Uli mit seinem fingierten oder auch echten Facebookaccount, wo er sich über einen aufregt, der sich über einen Absagebrief beklagt, meinte, das hätte mit meinen fehlerhaften Texten zu tun, die ihm nicht gefallen würden und ich dachte zuerst, das kann mir doch egal sein, dann, ich muß meine Fehler korrigieren und als ich dem neuen Pressesprecher vom „Picus-Verlag“ meine „Sisis-Vermächtnis-Besprechung“ schickte, meinte der ganz freundlich, ob ich vielleicht noch einmal die Flüchtlingkeitsfehler durchschauen könne?

Uje und ja das stimmt und wenn man allein drei Dinge gleichzeitg im Kopf hat, passieren eben Fehler, die ich nicht so schlimm finde, die anderen aber schon und, der Blog ist ja meine Visitenkarte stimmt, andererseit auch ein Archiv und mein literarisches Gedächtnis.

Langer Schreibe kurzer Sinn, die letzten drei Fortsetzungsgeschichten sind korrigiert, auch die Besprechung, über die „Angekommen-Geschichte“ muß ich noch drüber gehen und meine Fortsetzungsgeschichten sind jetzt auch im Manuskript korrigert.

Die Skavenka Jagoda ist in New York angekommen und will über Lily Schmidts Blog ihre Dissertation schreiben. Im Blog bleibgt sie in Wien und forscht über Eja Augustins dreitausend Blogartikel und das Ganze hat jetzt vierundfünfzig Seiten und 21 685 Worte.

Die Reihenfolge stimmt, glaube ich, in etwa. Die Szene am Albertinaplatz habe ich noch ergänzt und weil ich in Harland keinen Drucker habe, muß ich bis Dienstag warten, bis ich mir das Ganze ausdrucken kann und wahrscheinlich wird es wieder so in etwa bleiben.

Ein paar kleine Ergänzungen und Einfügungen werden wohl noch kommen. Vielleicht auch noch ein paar Szenen, aber sonst bleibt es wahrscheinlich eine eher kurze Geschichte, die ich nach Schreibimpulsen geschrieben habe und das habe ich  als sehr spannend empfunden.

Und genau, fehlerfreier und verständlicher will ich natürlich werden. Das nehme ich mir wiedereinmal vor, aber keiner kann  aus seiner Haut heraus und ich bin nun mal eine Schnelle, zumindestens beim Schreiben, beim Gehen und beim Wandern bin ich eher langsam und ich finde es  eigentlich sehr schön, daß ich in zwei Monaten in achtzehn Geschichten zu Scheibimpulsen wieder eine ganze Geschichte geschrieben habe, die ich nun natürlich korrigieren muß und auch schauen werde, daß sie im Blog einigermaßen fehlerfrei sein wird, weil das ist ja auch ein Experiment, daß man das Buch schon vorher im Blog finden und den Schreibprozeß daher ganz von Anfang an mitverfolgen kann.

Sonst wird es im Blog aber so bleiben. Ich meine die nicht chronologische Reihenfolge und auch das, was ich im Text korrigiere, weil es nicht zur Handlung passt, denn da sind es ja achtzehn Geschichten, die die Vorstufe zu der Erzählung, die es dann in Buchform geben wird, bildeten.

Ein wenig weniger hektischer wird es jetzt auch wahrscheinlich werden, denn es ist ja Sommerfrische, die Veranstaltungen sind bis auf die Sommerreihen aus, aber wenn dann in einem Monat das Buchpreislesen anfängt, besteht wahrscheinlich wieder ein bißchen Druck, aber das macht mir ja Spaß und war in den letzten Jahren, glaube ich, auch nicht so fehlerhaft und wenn ich mir den Text durchlese und einen Fehler finde, bessere ich ihn auch aus, das verspreche ich.

Sonst werde ich, glaube ich, so bleiben,  wie ich bin, viel schreiben, viele lesen, mich sehr bemühen und wahrscheinlich auch weiter darüber jammern, daß es mir nicht gelingen will, in den Ligteraturbetrieb hineinzukommen, vielleicht, weil ich zu flüchtig und zu wenig abgehoben bin oder  auch zu realistisch und offen schreibe?

Advertisements

2016-07-23

Unverständlich schreiben

Filed under: Glosse — jancak @ 01:54
Tags: , ,

Ich blogge hier ja meistens ziemlich unbemerkt dahin, bekomme durchschnttlich in der Woche einen Kommentar und meinen „Gefällt-mir-Stammliker“ habe ich jetzt auch verloren, so daß ich mich  manchmal ein bißchen einsam fühle, aber einige Kommentare,  neben den aufmunternden, die es auch gibt, wie, daß es, das ziemlich schlechteste von allen Schlechten ist, was ich hier verfaße, daß ich desinteressiert und uninteressant schreibe, viele Fehler mache, noch immer, daß mit scharfen ß schreibe und nicht zu verstehen bin, habe ich schon bekommen.

Nicht sehr oft, in den letzten acht Jahren, die ich blogge, gerade ein oder zwei Handvoll solcher Meldungen würde ich mal schätzen und zwei Damen, die mich ein bißchen provozieren oder aufziehen wollten, habe ich auch gehabt, was mich  immer etwas irritiert und ich nachträglich, wie ich bin, auch immer und immer wieder, vielleicht damit es nicht vergeßen wird, erwähne und nach Anerkennung jage ich auch,  bin ein wenig frustriert, daß ich sie nicht bekomme und ich die Handvoll regelmäßiger Kommentierer, die ich im ersten Jahr hatte, verloren habe. Derzeit kommentiert nur Manfred Lagler-Regall ziemlich regelmäßig und die liebe Ruth schickt mir  gelegentlich Kommetare.

Ansonsten herrscht hier das große Sommerloch, was  es in der Politik mit der wiederholt werden müssenden Präsidentenwahl, dem Türkeiputsch, den Anschlägen in Frankreich, eterera, derzeit nicht gibt.

In den letzten Tagen habe ich aber einen regen Mailwechsel mit einem Kritiker geführt, der mich wieder einmal darauf aufmerksam machte, daß ich „Schlechtes, unverständliches Zeug!“, schreibe und meinte, daß meine Erfolglosigkeit daher komme, daß ich nicht schreiben könne und ich daher nie und nimmer  einen Verlag finden werde und ich alle diesbezüglichen Hoffnungen und, die nach Preisen und Anerkennung, füge ich hinzu, getrost aufgeben kann!

„Kann es sein, daß Sie zwar schreiben wollen, es aber schlicht und einfach nicht können?“, hat er mich gefragt und ich habe pflichtgemäß geantwortet „Mag sein!“, da ich  solche Kritiken öfter bekomme. Andererseits schreibe ich dafür dann eigentlich wieder zu viel und auch zu lang.

Denn ich habe das Schreiben nicht,  wie die meisten in der Schule gelernt, sondern bin schon mit diesen Kenntnissen in die erste Klasse gekommen, weil, als meine Mutter ein Jahr früher, ich bin ein Novemberkind, mit mir zur Anmeldung ging, haben die mich dort wegen Sprachfehler nicht genommen, sondern wollten mich in eine Sonderschule für Sprachverzögerungen schicken.

„Mein Kind kommt in keine Sonderschule!“, hat  meine Mutter geantwortet und ist mit mir ein Jahr lang zu einem Logopäden gegangen, der mir offensichtlich nicht nur das fehlende „R“  und „S“ oder, was immer damals nicht stimmte, sondern auch das Lesen und das Schreiben beibrachte und, ich glaube, ich habe schon in der Volkschule in meiner Freizeit Aufsätze geschrieben, die ich dann mit Stolz meiner Lehrerin zeigte und in der Hauptschule ein Krippenspiel.

In der Straßergasse habe ich zwar die Frau Professor Friedl mit meiner fehlerhaften Rechtschreibung, denn die war mir damals sehr egal, geplagt, aber, daß ich später schreiben und Psychologie studieren will, habe ich schon zwei Jahre vor meiner Matura gewußt und das habe ich auch ausgeführt, nur leider nicht oder weil ich vielleicht zu fehlerhaft und unverständlich schreibe, den literarischen Erfolg, der mir, wie, meine Leser wissen, sehr wichtig ist, gehabt.

Daß ich „unverständliches Zeug“ schreibe, würde ich eigentlich nicht glauben, obwohl ich schon solche Rückmeldungen bekommen habe, ich bin eher, hätte ich gedacht, zu einfach, zu wenig abgehoben, zu realistisch, etcetera.

Nun gut, ich habe also 1973 mit dem literarischen Schreiben angefangen, die erste Erzählung vollendet, bin dann prompt in eine Krise geraten, denn untertags studieren und am Abend und in den Ferien ohne Rückmeldungen schreiben, Schreibschulen hat es damals nicht gegeben und Kontakt zur Szene hatte ich ebenfalls nicht, war nicht so einfach.

1976 oder 1977 habe ich dann  eine Geschichte „Die Einladung zum Tee“ verfaßt, mit der ich wieder zufrieden war und sie dem Gerhard K. und der Monika Jensen gezeigt, die beide gefühlte Stunden darauf herumdozierten, wie schlecht der Text nicht sei!

Die Monika hat mich  aber trotzdem in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, wo ich in Kontakt mit Marie Therese Kerschbaumer, El Awadalla, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Christa Stippinger, Erika und Bärbl Danneberg etcetera kam, gebracht.

1986 habe ich um Aufnahme in  die GAV, dem größten österreichischen Autorenverein angesucht, 1987 haben sie mich genommen.

1980 habe ich, glaube ich, mit „Güler will kein Kopftuch mehr“, den Preis für ein nicht geschlechtspezifisches Kinderbuch gewonnen, das dann auch 1982 den „Kinderbuchpreis der Stadt Wien“ bekam und bei „Jugend und Volk“ verlegt wurde.

Den „Körner Preis habe ich bekommen und ich habe angefangen meine Texte herumzuschicken, sowie die Verlage, wie ich meinen würde, mehr oder weniger patschert, angeschrieben.

Zweiundvierzig, glaube ich, bei den „Hierarchien“, das war Ende der Achtziger-Anfang der Neunzigerjahre, dann habe ich schon damals beim Hofrat Unger, der damals dafür zuständig war, um einen Druckkostenzuschuß angesucht, um es selber zu machen, das aber auch Jack Unterweger von der „Edition Wortbrücke“ geschrieben, der es dann herausbrachte.

Weitergeschrieben, ein paar Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien, Verlag keinen mehr gefunden, bis ich es  ab 2000 selber machte und jetzt schon an die vierzig selbstgemachte Bücher, die ich mir zu je fünfzig Stück beim „Digitaldruck.at“, früher in anderen Druckereien drucken lasse.

Etwas, was früher eher unmöglich war, dann kam aber das „Book on Demand“ und das Selfpublishverfahren und jetzt machen es sehr viele selber, wenn sie dann auch ihre Bücher eher bei „Amazon“ einstellen.

Der Stein des Anstoßes zu dem Mail, daß ich nicht schreiben kann, war auch mein Kommentar im „Literaturcafe“, bezüglich der Debatte, daß die Raubkopierer, den Selfpublishern sehr schaden würden, etwas, das ich nicht so kritisch, sondern eher lockerer sehe, weil ich mir eigentlich  nicht  vorstellen kann, daß die Selfpublischer wirklich so viel verdienen und ihre Bücher so oft gelesen werden, daß die Raubkopierer sie um vierstellige Eurobeträge brächten.

Das habe ich kommentiert, sehr schnell,  mit vielen Kommafehlern und sehr unverständlich offenbar, wie der Kritiker meinte, der in seinem Mail einige Blogartikel von mir, in denen ich, wie ich sehr gern tue, über mein erfolgloses Schreiben jammerte, verlinkte und mich darauf hinwies, wie man sie besser und verständlicher schreiben kann.

Er würde, hat er noch geschrieben, meine Kommentare gern im Literaturcafe lesen, weil ihm meine Fehler, das „Gruseln“ beibringen, so wie man als Kind verbotenerweise Horrorfilme sieht und die Hand dann vor Entsetzen vor die Augen legt, es aber dennoch nicht lassen kann!

Ein starker Tabak und  sicherlich sehr kränkend, denn ich will ja, wie die meisten Aufmerksamkeit und Erfolg, bemühe ich sosehr und dann höre ich immer wieder oder doch gelegentlich, daß ich nicht schreiben kann!

Ich werde offenbar damit leben müßen und bin auch schon dabei das zu tun!

Meine vierzig selbstgemachten Bücher sind ja solche Selbsthilfereaktionen und auch mein inzwischen schon über achtjähriges Bloggen, denn da schreibe ich  jeden Tag über die Bücher die ich lese, die Veranstaltungen, die ich besuche und ich gehe  wahrscheinlich auch schon über vierzig Jahre mehrmals in der Woche zu Literaturveranstaltungen und natürlich auch über mein Schreiben und noch vieles andere.

Da bin ich inzwischen auch sehr selbstbewußt und habe wahrscheinlich wirklich das Gefühl, ich kenne mich gut aus, was den anderen, wenn das dann noch mit ein paar Fehlern garniert wird, höchstwahrscheinlich auf die Nerven geht und zu Kommentaren, wie die oben zitierten führt!

Trotzdem frage ich mich immer noch, warum man eigentlich  fehlerlos schreiben muß, bevor man bloggen, kommentieren, veröffentlichen, etcetera, darf?

In Zeiten, wie diesen darf oder kann das jeder und kann  auch mit Rechtschreibfehlern seine Bücher publizieren (ein Lektorat ist natürlich zu empfehlen) oder bloggen und da kann man natürlich geteilter Meinung sein und ich bin das, ganz ehrlich, auch.

Denn auf der einen Seite bin ich immer noch der Meinung, wie damals, als ich in die Straßergasse ging und, die Frau Professor Friedl ins Schwitzen brachte, weil sie mir wegen meiner Rechtschreibfehler nur ein „Sehr gut minus“ geben konnte und ich mir dachte „Was hat sie nur, das ist doch in Ordnung?“

Auf der anderen Seite, habe ich dann doch einen Perfektionismus, der mich dazu bringt, daß ich, so wie gerade jetzt, bei den „Berührungen“ meine Texte Wochen und Montate lang korrigiere, damit sie endlich fehlerlos werden und ich  die gewünschte Anerkunng bekomme, was dann doch nicht klappt.

Und ich denke auch, man sollte sich bemühen, fehlerfrei und verständlich zu schreiben, verstehe  aber nicht wirklich, warum ich „daß“ jetzt mit zwei „ss“ schreiben soll, wenn ich es doch in der Schule so lernte? Und so tue ich es auch nicht.

Ich bin auch ein wenig schlampert und wahrscheinlich auch ein bißerl legastehen, wie ich immer schreibe, eine umtrainierte „Linke“ halt, wie man das damals vor fünfundfünfzig Jahren, als ich in die Schule kam, so machte und das mißfällt meinen Lesern und weil man ja im Internet offen und ehrlich sein darf, kommen dann Kommentare und Mails, wie oben und werfen mich zurück, beziehungsweise, denke ich, inzwischen, ich muß  lernen damit zu leben und habe auch mit meinem Kritiker, der sich sehr bemühte, mir zu zeigen, wie ich verständlicher schreibe und mir den Rat gab, viel zu lesen, eifrig kommentiert.

Aber ich lese ja sehr viel und da manchmal auch ebenfalls Unverständliches, was dann die Bücherblogger reizt und  das auch  regelmßig auf die deutsche Buchpreisliste kommt.

Es ist vielleicht auch ein bißchen verwirrend, daß die Romane, die bei den Literaturwissenschaftlern, den höchsten Wert haben, wie die von Proust, James Joyce, Arno Schmidt, zum Beispiel, als eher unverständlich gelten und von den wenigsten gelesen werden, obwohl man in den Literaturseminaren davon lernt und seine Diplom- oder Bachelorarbeiten, wie das jetzt heißt, darüber schreibt.

Ich vergleiche mich natürlich nicht mit Arno Schmidt und habe ihn, als ich ihn gelesen habe, auch nicht verstanden und mich dafür entschieden, mich jetzt kein Jahr damit zu beschäftigen, sondern,  das Buch nur zu überfliegen und das in meinen Blog auch so zu berichten und auch das Leseverhalten ändert sich.

Es können immer weniger Leute lesen. Die Schulen werden inzwischen von vierzig Prozent sekundären Analphabeten verlassen, so daß es inzwischen  „Leichter  Lesen-Bemühungen“ gibt.

Dazu kommen dann auch die Migranten und die Flüchtlinge, die unser Sprachverhalten verändern werden und das war heuer auch beim „Bachmannpreis“ besonders ersichtlich, daß da zwei Autoren gelesen haben, die nicht in das übliche „Literatururinstitutsniveau“, passten, nämlich die Facebookautorin Stefanie Sargnagel und der Israeli Tomer Gardi, der wenn ich es richtig vertanden habe, nur gebrochen Deutsch spricht.

So heißt jedenfalls der Roman, der bei „Droschl“ erscheint oder schon erschienen ist und der Text, den er las, war in dieser gebrochenen Sprache, die inzwischen viele Migranten zumindest am Anfang, haben werden und die werden dann, wenn sie beispielsweise kommentieren, das vielleicht auch fehlerhaft tun und ich bin ja eine, die sich wünscht, daß alle schreiben sollen, so gut, wie sie es können und sich  diesbezüglich Toleranz und Offenheit wünscht!

So verstehe ich eigentlich nicht, daß man keine Rechtschreibfehler haben darf oder dann nichts mehr veröffentlichen und kommentieren sollte, weil dann  sehr viel verloren geht und ich eigentlich schon glaube, daß der Weg das Ziel ist.

Wie es auch beim “ Ohrenschmaus“, dem Literaturpreis für „Menschen mit Lernschwierigkeiten“, so gang und gebe ist, daß da  keine Rechtschreibfehler zählen und der wird  heuer ganz prominent im Rahmen der „Buch Wien“ vergeben und nicht, wie bisher, Anfang Dezember am „Tag der Behinderung“ und da wünschten sich die Intitatoren schon vom Anfang an, daß die Autoren auch beim „Bachmannpreis“ lesen dürfen.

Sie werden es wahrscheinlich nicht können, weil die meisten Texte keine Länge von zwanzig Minuten haben und die meisten Autoren auch nicht selber lesen, was man da ja tun muß.

Es ist aber, habe ich,  heuer in Klagenfurt gehört, das einzige Kriterium dort auftreten zu können, ein Text in deutscher Sprache, der nicht einmal gut sein muß.

Das hat Klaus Kastberger, so verlautet, der Tomer Gardi  eingeladen hat und er hat es sicherlich nur getan, weil er der Meinung war, daß der Text gut ist.

Das wirft uns aber, denke ich, an die Ausgangslage zurück, daß sehr viele Leute schreiben wollen, es auch irgendwie können, aber nur vierzehn beim „Bachmannpreis“ lesen düfen und daher auch sehr ausgewählt werden. Die Literaturinstitute suchen aus, die Verlage tun es und „Die Lektoren würden stöhnen oder zu lesen aufhören, wenn sie meine Texte sehen!“, hat mein Kritiker gemeint.

Mag sein, ich habe ja außer bei den zwei Fachbüchern, keinen ẃirklichen Verlag gefunden, schreibe aber schon seit über vierzig Jahre, habe inzwischen über vierzig Bücher selber publiziert, die der Alfred lektoriert und die ich selber monatelang auf Fehler überprüfe, obwohl ich das eigentlich nicht will und inzwischen gibt es auch für die übergebliebenen anderen bei „Amazon“ die Möglichkeit zu publizieren, was wie ich  immer höre,  ein großer Erfolg sein soll.

Weil ich sehr viel und auch über den Tellerrand lese, habe ich auch solche Bücher gelesen und bin eigentlich beim Lesen nicht sehr anspruchsvoll, sondern eher tolerant und so verstehe ich auch das meiste, außer Arno Schmid und Richard Obermayr, könnte ich jetzt frech einwerfen, aber das ist eine andere Liga und so schreibe und blogge ich auch weiter.

Nerve, wie ich fürchte, meine Leser machmal mit meinen ewigen Jammern, daß ich es nicht und nicht in den Literaturbetrieb schaffe, die sich dann vielleicht damit rächen, daß sie „Was wollen Sie, gute Frau, könnte es nicht daran liegen, daß sie einfach schlecht und unverständlich schreiben?“, ausrufen.

„Vielleicht!“, muß ich dann wohl antworten.

Aber ich bemühe mich doch sehr, habe schon sehr viel geschrieben und gelesen und denke auch, daß man das, was man gern und viel tut, irgendwie kann!

Werde mich aber, ich verspreche es, bemühen, bei meinen Kommentaren aufzupassen und sorgfältiger zu sein.

Und meine Blogartikel korrigiere ich auch immer wieder, obwohl es natürlich vorkommt, daß ich Fehler übersehe und die sollten nicht sein, das stimmt schon. Aber der Weg ist das Ziel und vielleicht ist das, was eine, die so lang und so unermüdlich schreibt, doch nicht so uninteressant?

Und so werde ich wahrscheinlich weiter für mein „Recht zu schreiben“, kämpfen und würde mir auch Anerkennung, Geduld und Verständnis meiner Leser wünschen, aber das ist wohl in Zeiten, wie diesen, wo immer mehr Leute schreiben und immer weniger lesen, vielleicht wirklich ein bisserl naiv!

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.