Literaturgefluester

2018-06-30

Nobels Testament

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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Jetzt könnte eigentlich, wie ich es beim Schreiben ja immer gerne mache, ein wenig Rechercheliteratur, für mein „Work in Progress“, das heißt die „Unsichtbare Frau“ kommen, geht es da doch in einem Seitenstrang, um den Nobelpreis für Literatur und seine Vergabe, kommen.

Aber Erstens geht es in Liza Marklunds „Nobels Testmament“ um den Nobelpreis für Medizin, wie ich erst beim Lesen daraufgekommen bin, da ich das 2006 erschienene Buch, da ich den NB selbstverständlich für den für Literatur gehalten habe, schon immer haben wollte, Liza Marklund wahrscheinlich 2007 in Leipzig auch daraus am blauen Sofa lesen hörte und das Buch vor ein paar Jahren im Schrank gefunden und es auf meine heurige Liste gesetzt habe und da ist es dann während des Entstehens der „Unsichtbaren Frau“ gestanden und gestanden und ich habe gar nicht daran gedacht, es für Recherchezwecke vorzuziehen.

Erst jetzt, da ich mit dem Korrigieren hoffentlich schon bald fertig bin und dem Alfred sogar schon am Sonntag, ein allerdings noch sehr fehlerhaftes Manuskript gesendet habe, bin ich darauf gekommen, daß ich das Buch, wie ich es auch sehr gerne mache, als Sommerlektüre, ein Krimi ist ja leicht und sommerlich, vorziehen könnte und jetzt habe ich es gelesen und bin ein bißchen verwirrt, denn es war zwar einerseits sehr spannend, andererseits auch eine ziemlich kunterbunt zusammengewürftelte Geschichte, wo fast alles und jedesThema verarbeitet wurde.

Von der 1962 gebobrenen schwedischen Autorin, habe ich, glaube ich „Primetime“ gelesen, ein Buch, daß mir meine Freundin Elfi einmal zu einem meiner Geburtstagsfeste mitbrachte und „Mias Flucht“, wo es um einen angeblich oder wirklich authentischen Fall geht und „Prime time“ hat mir, glaube ich, schon nicht so gefallen. Wahrscheinlich habe ich es auch sehr verwirrend gefunden.

Annika Bengtzon ist die Hauptfigur. Sie ist eine Journalistin im Abendblatt und weil es eine ganze Annika Bengtzon Reihe gibt, und „Nobels Testament“ irgendwo in der Mitte angesiedelt ist und „Primetime“ 2002, erschienen, wahrscheinlich auch, ist es nicht so leicht zu lesen, weil sehr viel von den vorigen Krimis offenbar vorausgesetzt wird und man sich nicht auskennt.

Es beginnt mit der Nobelpreisgala, da tanzt Annika Bengtzon mit einem Journalisten der Konkurrenz und dann wird sie angerempelt. Ein Schuß fällt und der Nobelpreisträger für Medizin, der gerade mit der Vorsitzenden der Kommission tanzte, wird ermordet.

Annika hat gar nicht so viel gesehen, nur die gelben Augen des „Kätzchens“, der Auftragskillerin, wird aber trotzdem von der Polizei verhört und bekommt, was ich ein wenig unlogisch finde, ein Redeverbot. Noch unlogischer ist allerdings, daß sie daraufhin für ein halbes Jahr beurlaubt wird und, daß das, was auf den ersten hundert Seiten passiert, eigentlich nicht sehr spannend ist.

Im zweiten Teil im Mai geht es dann weiter. Da ist Annika, die sich mit ihrem Mann Thomas einem Juristen, der im Ministerium für die Terrorismusbekämpfung zuständig ist, ständig streitet und auch Alpträume hat, weil er sie offenbar in einem der vorigen Teile betrogen hat, in ein Haus an den Stadtrand gezogen, das sie sich von dem Geld kaufte, daß sie offebar auch in einem vorigen Fall, als Finderlohn bekam. Dort hat sie einen „verrückten“ Nachbarn, der ständig mit der Polizei droht, wenn sie ihr Auto vor dem Haus stehen läßt, aber mit seinem in ihren Garten fährt und in diesemauch einen Maibaum aufpflanzt. Ihre zwei Kinder werden im neuen Kindergarten gemobbt und ihr Mann ist auch nicht da, weil er für die Terrorismusbekämpfung neue Überwachungsgesetze ausheckt, die ihr ein Dorn im Auge sind.

Es wurde auch in ihrer Redaktion umstrukuriert, die Büros verkleindert, die Mitarbeiter ausgelagert und eigentlich denkt sie, sie bekommt den golden Handeshake angeboten, wird aber als freie Tagesreporterin im Mai wieder angestellt und da geht es dann mit dem Fall los, denn es werden hintereinander, die Mitarbeiter des Karolinska Instituts, dessen Direktorin, das ermordete Nobelpreismitglied war, ebenfalls ermordet.

Dazwischen geht es noch um sehr viel Kleinkram. Der Nachbar pudelt sich auf, als Thomas seinen Chef und seine Kollegen zu einem Abendessen einlädt. Er macht seine Frau lächerlich und ich wundere mich nur, wieso sie sich entschuldigt und nicht die Polizei holt, wenn er mit seinem Autor in ihren Garten fährt. Dann fällt Kalle, der Sohn im Kindergarten noch von der Schaukel. Ein Arschlochkind hat ihn huntergeschubbst und Anika geht wütend hin, und droht ihm an, es umzubringen, wenn es das noch einmal tut.

Da kann man diskutieren, ob das nicht vielleicht ein bißchen übertrieben ist. In einem Roman muß das alles sein. Ich weiß, da kann man nicht einfach sagen „Du pass auf, ich will nicht, daß du meinem Kind was tust!“

Es wirkt aber und es wird auch noch ein Kleinterrorist abgeschoben und Anika zerstreitet sich mit ihrem Thomas endgültig, bevor die Molotows Cocktails in ihr Haus fliegen. Sie die Mordfälle aufgeklärt hat und mit den Kindern flüchten kann und begreift, daß er nicht widerkommen wird und was den Alfred Nobel und sein Testament betrifft. Richtig darum geht es natürlich auch. Da werden E-Mails geschrieben, die über sein Leben und seine Beziehungen zu Frauen, wie beispielsweise der Berta Kinsky, nicht der Baronin von Suttner, Auskunft geben und auch, um eine schöne Vatermörderin aus vorigen Jahrhunderten, über die Alfred Nobel offenbar wirklich ein Theaterstück geschrieben hat.

Spannend und geheimnisvoll der Schwedenkrimi, obwohl ich micht die ganze Zeit fragte, wieviel, die vielen Themen, die da hineingepackt wurden und da habe ich jetzt noch gar nichts über die Stammzellenforschung an der im Karolinska Institut geforscht wurde und um die Intrigen und die Machtspielchen, die es dort gibt, geschrieben, miteinander zu tun haben?

Wahrscheinlich ist das Buch trotzdem unterhaltsam und angenehm zu lesen und die schwedische Krimiautorin versteht ihr Geschäft, obwohl sie, wie ich gelesen habe, ihre Anika Bengzton Reihe inzwischen beendet hat.

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2017-12-21

Das Mädchen und die Fremde

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42
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Jetzt kommt nach Heinrich Böll, der Dichterrepublik und den Weihnachtsgechichten ein Thriller, mit dem man sich ja auch zu Weihnachten hinwegiebern kann, der zweite Emma Sköld-Krimi, der  1978 geborenen Sofie Sarenbrandt, dem neuen Krimistar aus Schweden möglichweise, „der seine Protgonistin nicht schont“, wie die Autorin im Klappentext verspricht und stimmt, tut sie wirklich nicht, obwohl ja eigentlich gar nicht so viel passiert.

Denn dieKrimialkomissarin liegt nach einem Reitunfall im Koma und wacht da nach fünf Monaten das erste Mal auf, das wird in über hundert kurzen Kapiteln von verschiedenen Personen erzählt und Irrtum es passiert natürlich doch sehr viel, das Meiste allerdings im Kopf der Protagonistin, die sich nach dem Aufwachen darüber wundert, daß Baby Ines schon so groß geworden ist  und sie ist auch überzeugt, es war kein Unfall.

Das glaubt ihr natürlich keiner, nicht ihr Vater, der pensionierte Hauptkommissar, nicht die Schwester Josefin und auch nicht der Lebenfgefährte Kristoffer, der inzwiwchen auf Vaterurlaub ist, um sich um die Kleine zu kümmern, aber irgendwie doch arbeitet, so daß er nur sehr wenig Zeit im Krankenhaus verbringt und die kleine Ines, was niemand wissen darf, seiner früheren Freundin Hillevi anvertraut, deren Kind gestorben ist und die deshalb auch lange in der  „Klapsmühle“ war.

So erwacht Emma also und schickt, den Kollegen Nyhlen los, um für sie zu recherchieren, während sie langsam wacher und wacher wird und  schon aus der Intensivstation hinausdarf und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Nyhlen findet am Unfallsort ein Kettchen, das Kristoffer, als er mit der Kleinen doch einmal kommt, als das von Hillevi erkennt und mißtrauisch wird und den Fall des toten Polizisten, an dem Emma bevor der Unfall passierte, gearbeitet hat, will sie auch wieder aufnehmen.

Nyhlen bringt ihr auch die Akten ins Kankenzimmer, die verschwinden aber und Hillevi, die weltsamerweise in dem Krankenhaus auch als Putzfrau arbeitet, es gibt in dem buch sehr viele Wendungen und Spannungsbögen, schleicht herum und drückt ein Kissen auf Emmas Mund, die schon die ganze Zeit eine Frau in ihrem Zimmer sieht.

Es kommt zu einer Hinrblutung und Nyhlen den Emma, als sie davon wieder aufwacht, zu Kistoffer schickt, findet den tot in der Wohnung und die kleine Ines ist verschwunden.

Nyhlen wird nun selbst vom Vater und vom Vorgestzten verdächtigt und die labile Hillevbi, die sich nicht mit der Polizei anlegen will, bringt das Kind auch zurück und am Ende ist dann wieder alles anders.

Zweimal wird das Kissen noch auf Emmas Mund gedrückt, es war ganz anders, als erwartet oder unerwartet spannend, denn jetzt weiß ich nicht, ob diese Serie weitergehen wird?

Denn eigentlich, wenn ich es recht verstanden habe, ist die Heldin ja gestorben, weil sie zuviel entdeckte und eine der wenigen aufrechten schwedischen Polizistinnen ist. Das kann aber nicht wirklich sein, weil Serien ja auf länger angelegt sind, wurde in dem Buch auch schon an ein paar früheren Stellen behauptet und der erste Band „Das Mädchen und der Mörder“ offenbar mit einem ähnlichen Cliffhanger endete.

Der dritte Band ist also vielleicht schon angelegt oder in Schweden bereits erschienen.

Ich habe die Geschichte in einem Zug gelesen und in der Badewanne auch sehr angefeuchtet, die vielen falschen Fährten haben mich aber auch ein wenig geärgert.

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