Literaturgefluester

2018-08-22

Schweizer Geschichten

Bücherschrank am Genfer See

Bücherschrank am Genfer See

Bern

Bern

So jetzt kommt der letzte Nachtrag von unserer Schweiz- Urlaubs- Zeltreise, nämlich drei Geschichten aus Urs Widmers „Schweizer Geschichten-Buch“, das ich einmal in einem der Wiener Schränke gefunden und mir also auf die Reise mitgenommen habe, denn das tue ich ja gern im Gastland Entsprechendes zu lesen und von dem 1938 in Basel geborenen und 2014 in Zürich verstorbenen Autor habe ich ja schon einiges gelesen und gehört.

Er war einmal zu Gast in der „Alten Schmiede“, da habe ich seinen Schreibstil sehr surreal und schwer zu verstehen gefunden, denn ich bin ja eine, die sich an den Texten immer festhalten und alles nachvollziehen will.

Ein paar Bücher habe ich von ihm gefunden und zwei auch schon gelesen.

2013 ist er mit seiner Biographie auf der Longlist gestanden und jetzt also ein kleines rotes „Diogenes- Büchlein“ im Gepäck. Rot das Cover, da gibt es dann einen weißen Berg und davor steht ein Männchen mit einem Alpenhorn und schlägt Blasen in die Luft und der Autor schreibt in dem 1978 erschienenen Erzählband, daß er jetzt schon sieben Jahre in Frankfurt lebt und in den Schweizer Geschichten, die Schweiz so beschrieben hat, wie er sie sehen würde, so daß sie für ihn wahr wäre.

Camp Eichholz in Bern

Camp Eichholz in Bern

Camp Eichholz in Bern

Camp Eichholz in Bern

Er hätte eigentlich über jeden Kanton eine Geschichte schreiben wollen, aber in einigen Kantons ist er noch nie gewesen. So gibt es dreizehn Geschichten in dem Buch. Drei davon habe ich, das habe ich schon geschrieben gelesen, so bleiben also noch genügend über für den nächsten Schweizer Aufenthalt und ich kann das Lesen des kleines roten Büchleins sehr empfehlen. Denn besonders, die letzte Geschichte, die ich im Auto gelesen habe, als wir Zürich schon verlassen haben, habe ich sehr sehr gut und sehr sarkastisch gefunden, so daß ich schon Lust auf das Weiterlesen, beziehungsweise auf einen weiteren Schweiz- Aufenthalt hätte, weil ja jetzt zuerst das deutsche und dann gleich das österreichische Buchpreislesen dran ist, so daß für das Schweizer Lesen wieder keine Zeit sein wird, aber das war ja schon und ich denke ich habe meinen Schweiz-Aufenthalt eigentlich sehr gut literarisch genützt und wem es interessiert kann hier meine Eindrücke und Impressionen nachlesen.

Bern

Bern

Kino am Kocher in Bern

Kino am Kocher in Bern

Die Geschichten dürften auch irgendwie zusammenhängen, so gibt es zu den ersten zwei auf jedenfall Verbindungen und in der ersten „Flug nach Zürich“, das habe ich schon geschrieben, geht der Erzähler, der zufälligerweise Schriftsteller ist und in Franfurt wohnt, mit einer dicken Frau und einem Pilot mit einem Ballon auf Reise nach Zürich, wo es auch ziemlich skurill zugeht und die Schweizer Zöllner sich die Frage stellen, ob man mit einem Ballon überhaupt in die Schweiz einreisen darf und sie ihn sicherheitshalber vorerst einmal konfiszieren.

Die Einreise ist dann aber doch gelungen, denn in Geschichte zwei, die in „Solothurn“ spielt, sitzen die drei in einer Wirtschaft, wo auch Karl und Otto hinkommen, zuerst über die vielen Ausländer schimpfen, dann eine Wirtshausrauferei beginnen und sich am Schluß wieder versöhnen und zusammen ihr Bierchen trinken.

Geschichte drei „Appenzell“ ist dann besonders ausgefuchst. Denn da geht der Bauer, während die Bäuerin strickt, hin und beginnt einen Brief zu schreiben.

„Was schreibst du da?“, will die Bäuerin wissen und er antwortet „Ene Steuererklärung!“

Bern

Bern

Sie nickt und strickt. Er schreibt aber einen Lebesbrief, den er dann in den Briefkasten steckt, als er zurückommt, ist die Frau nicht mehr da. So zieht er seine Liebesbriefe aus der Unterhose und schaut sich in den Alben, die Bilder seiner Geliebten an. Von oben kommen Stöhngeräusche. Er wundert sich und denkt, die Frau hört sich das Hörspiel an. Es kommt aber der Briefträger und knöpft sich die Hose zu. Der erzählt etwas von einem Brief, den er vom Finazamt bringt. Die Frau kommt auch und der Briefträger erzählt dann dem Paar welche Schweinereien, die verheirateten Leute ihren Geliebten schreiben würden. Er weiß das,  denn er ist ja der Briefträger. Dann verabschiedet er sich, geht zumPostkasten und steckt den Brief, den der Bauer an seine Geliebte geschrieben hat, ein.

„Der Bauer nickt Er räuspert sich. Der Briefträger ist eine Sau!“ ,sagt er „Immer redet er von so Sachen.“

So endet fast die Geschichte und ich habe das Buch im Auto weggelegt und nach Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ gegriffen. Zum Lesen von Elisabeths Junkers „Villa“ und den anderen Schweizer- Bücher, die ich noch in meinen Regalen liegen habe, bin ich nicht mehr gekommen.

Aber mal sehen, vielleicht komme ich wieder in die Schweiz, wo ich mir die Schweizer Geschichten dann mitnehmen und zu Ende lesen kann. Literarisch interessant und anregend ist es immerhin und Urs Widmer offenbar viel viel ausgefuchster, als es Thomas Küng in seinen „Gebrauchsanweisungen“ war.

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2018-08-19

Der Schweiz-Urlaub

Sonnenuntergang am Bodensee

Sonnenuntergang am Bodensee

Zurück vom Urlaub melde ich mich wieder mit meinem mehr oder weniger literarischen Reisebericht aus der Schweiz, dem Land, das sehr schön und sehr teuer ist und in das es mich ähnlich, wie nach Holland und Skandinavien immer wieder hinzieht und mich auch sehr interessiert.

Es war mein sechster Schweiz-Aufenthalt, bin ich doch 1972 mit meinen Eltern, als die mich während meines drei monatlichen Pflichtpraktikum im Hospitz Hotel in St. Christoph besuchten, einen Tag dort gewesen und da kann ich mich erinnern, daß mein Vater Züricher Gschnetzeltes gegessen hat, weil das einer ja tun mußte, meine Mutter, meine Schwester und ich, aber Würstchen, Rösti oder Suppe, was mich offenbar so beeindruckt hat, daß ich es immer noch erwähne.

1984 haben wir die Ingrid aus der DDR am Plattensee mit der kleinen Anna besucht und da einen Schweizer, der wohl eher die DDRler, als uns eingeladen hat, besucht und waren da auch Zürich und als wir uns entschloßen, da das  Geschnetzelte zu essen, war es schon zwei vorbei und daher die Essenszeit vorüber.

Wir haben aber, kann ich mich erinnern, der Anna einen Kinderwagen dort gekauft. Dann waren wir einmal im Tessin, 2005 als mich die Erika Kronabitter zu der Text und <kritik Werkstatt auf die Silvretta-Höhe eingeladen hat, sind wir vorher in Grindlwald auf einem Campingplatz gewesen und sind auf den Spurren eines Courths-Mahler Romans nach Interlaken und sogar mit der Jungfraubahn gefahren und im vorigen Jahr mit der Ruth bei unserer Bodenseerundfahrt auch ein paar Mal dort, beziehungweise sind wir auch während der Schifffahrt lustig hinundhergehoppelt.

Über meine literarischen Schweizerlebnisse habe ich schon ein bißchen was geschrieben und mir auch einen Sack voll Schweizer Literatur eingepackt, als wir vor einer guten Woche losgefahren sind.

Zuerst nach Bregenz, wo wir auf einem Campingplatz am See übernachteten und einen Tag vorher hat mich ein Klient, als ich ihm sagte, daß ich nächste Woche auf Urlaub und in der Schweiz fahren werde gefragt, ob ich den an den Seen verbringe?

„Nein!“, habe ich geantwortet und die Städte Genf, Bern, Zürich aufgezählt, denn, die habe ich auch dem Alfred genannt, als er mich fragte, wohin ich in der Schweiz denn möchte?

Basel ist mir dabei, glaube ich, nicht eingefallen oder habe es mit Bern verwechselt, so daß wir noch eine Destinationsmöglichkeit für einen zukünftigen Urlaub hätten und an Seen, dem Zürcher- und den Genfer  haben wir unseren Urlaub sehr wohl verbracht, denn am nächsten Tag, den Samstag sind wir nach Genf gefahren, da haben wir in Bern schon mal Halt gemacht und dort Mittag gegessen und sind mit den Schweizer Preisen bei der geschnetztelten Leber, schon in Berührung gekommen, das Berner Geschnetzelte, habe ich, wie das Zürcher, das es im Mondseer-Rosenberger, der auch nicht gerade billig war, ausgelassen.

In Genf war es dann schwierig zum Camp hinzukommen, weil alles wegen dem Feuerwerk, das am Abend stattfand, abgesperrt war, so daß der Alfred sehr fluchte und sogar in eine Fußgängerzone hineingefahren ist.

Der Campingplatz lag ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, am See, so daß man direkt hingehen und banden oder Bootfahren konnte, aber ich bin ja keine Schwimmerin. So haben wir uns zwei Tage lang, die Stadt angesehen und ich habe auch ein bißchen versucht, meine Französisch Kenntnisse aufzufrischen, denn Genf liegt ja in der Französischen Schweiz jenseits der Röstigrenze, wie mich die mitgenommenen Reiseführer belehrten und dann gang es am Dienstag über einen kurzen Trip nach Frankreich, um auf der anderen Seite des Sees entlangzufahren über Fribourg, wo wir ein sehr gutes und mit zwanzig Franken auch sehr billiges Menu auf einer Restaurantterrasse einnahmen, nach Bern fuhren, wo der Campingplatz diesmal  an keinem See aber direkt an der  Aare lag, so daß wir am nächsten Tag am Fluß entlang in die Stadt marschierten, obwohl wir ein Bern Ticket hatten, aber ich liebe Stadtspaziergänge und da sind wir auch an einigen offenen Bücherschränken vorbeigekommen, die es im Gegensatz zu Zürich in Bern sehr reichlich gab und es gibt auch einen „Weltbild-Laden“ in der Hauptstraße, den ich eigentlich für sehr uninteressant gehalten habe, aber der Alfred blätterte in einen Reiseführer, so bin ich in den Keller zu den reduzierten Büchern und dann wieder hinauf und hoch einmal hinunter gegangen, weil da ein großer Abverkauf angekündigt war und da waren die Bücher mit Punkten markiert, die mit einem roten kosteten fünf Franken, es gab aber auch ein paar ein Franken Bücher und da war Franz Hohlers „Immer höher“ und Peter von Matts „Das Kalb von der Gotthardpost“ dabei, so daß ich meine Schweiz-Kenntnisse auch in Zukunft auffrischen kann, aber eigentlich war ich da schon im deutschen Buchpreisfieber, denn die deutsche Longlist wurde ja am vierzehnten August bekanntgegeben und da sind wir gerade in Bern eingetroffen.

Daß ich da wieder etwas erstaunt oder enttäuscht war, wie sehr sie von meiner eigenen Schätzung abwich, werde ich noch genauer beschreiben, aber Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ war dabei und das lag auch auf dem Abverkaufstoß mit dem roten Punkt.

Nun ja es ist eine Frühjahrsneuerscheinung und Bücher haben offenbar ein sehr schnelles Ablaufdatum und da Arno Geiger ein Vorarlberger und kein Schweizer ist, hatte ich auf der Rückfahrt gleich mein erstes Buchpreisbuch zu lesen.

Wir besuchten aber noch die Bücherkästen, wo sich auch noch einiges Schweizerisches  fand und am Abend gab es auch eine Freiluftkino-Aufführung mit einem Überraschungsfilm, so daß wir auch da noch ein bißchen das Schweizer Kunst- und Sommer Feeling genießen konnten, obwohl ein Quentin Tarantino-Film gezeigt wurde.

Am Donnerstag sind wir dann nach Zürch gefahren und da lag der Camp wieder am See und war im Gegensatz zu dem in Genf sehr voll, weil der Platz auch für Tagesgäste offenstand, so daß sich die Zelte dicht aneinander befanden und vor einem am See die Leute badeten und die Kinder spielten.

Idyllisch schön war es aber auch und wir sind  in der Altstadt herummarschiert, die berühmte Bahnhofstraße auf und abgegangen, bei Sprüngli und beim Coop Schokolade für die Anna eingekauft, die dann im Auto heute ein bißchen weich wurde.

Zweimal haben wir das Zürcher Geschnetzelte und einmal Fisch bei „Fischers Fritze“ am Campingplatz gegessen. Die Buchhandlungen, ich glaube, fünf oder sechs Stück haben wir auch besucht und dabei auch wieder etwas Österreichisches eingekauft.

Ein paar Mal Hugo getrunken, um sich auszuruhen und ein internationales Theater Spektakel an der Landiwiese, zwischen bem Bürkliplatz und dem Camp gelegen, gab es auch, wo wir zwar ein paar Tage brauchten, um uns hinzutrauen, aber am Samstag ein paar schöne Tanz und Pantomineaufführungen verfolgten und auch für „Reverend Billy und seinem Chor“ abstimmen konnten, der für den Publkumspreis nominiert war.

Heute sind wir dann mit einem Sack voller Bücher, ich kann es ja nicht lassen und einem erweiterten Schweizbild über den Arlberg zurückgefahren, wo wir in St. Christoph Mittaggesessen und Bergkäse gekauft haben. Hin sind wir über München  und also nicht ganz so schön gefahren und jetzt geht es los mit dem Buchpreislesen, obwohl die Schweizer  Literatur  auch sehr interessant ist, aber da ist ja auch ein Schweizer, nämlich Adolf Muschg nominiert und dessen Buch habe ich in einigen Buchhandlungen liegen gesehen.

2018-08-15

Genfer Impressionen

Filed under: Reisebericht — jancak @ 10:14
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Eichhörnchen am Camp

Eichhörnchen am Camp

Camp am Genfer See

Camp am Genfer See

An einem Samstag im August nach Genf fahren, um dort ein verlängertes Wochenende an einem Campingplatz am See zu verbringen.

Das war Alfreds Plan und so sind wir Samstag früh von einem Campingplatz bei Bregenz nach dem Frühstück, das aus Croissants und Automatencafe bestand und wir vor dem Campinglädle, denn in Bregenz spricht man auch schon ein schweizerisches Deutsch, genossen und dabei beobachteten, wie sich einige Männer schon um acht Uhr früh ihr Bier reinzogen, los und durch die Schweiz gefahren.

An Rorschach, wo wir vor einem Jahr mit der Ruth und der Erika Kronabitter mit dem Rad nach Bregenz gefahren sind, vorbei über Bern, wo der Alfred, der nicht in einem Autobahnrestaurant essen wollte, Halt machte, das Auto in der Rathausgarage abgestellte und wir dann in den Rathauskeller eingefallen sind und ich statt dem Berner Geschetzelten, die geschnetzelte Leber mit dem Speck-Rösti gegessen haben, dann kam die Sprachgrenze, nämlich der sogenannte Röstigraben, der laut den Reiseführerbüchern, die ich zwischendurch gelesen habe, keiner ist und wir fuhren am Nachmittag durch die Stadt und der Alfred fluchte, weil ihm die Genfer Polizei nicht dorthin fahren ließ, wo er laut Navi sollte, weil wegen dem großen Feuerwerk am Abend schon alles abgesperrt und umgeleitet war.

Camp in Vesenaz/Genf

Camp in Vesenaz/Genf

Camp am Genfer See

Camp am Genfer See

Irgendwann sind wir dann doch am Camp beim See gelandet, wo der Alfred schon seinen Premiumplatz am See bestellt und angezahlt hatte. Direkt ein paar Meter vor uns, wo wir das Zelt aufstellten, der See, mit einer Kette abgetrennt und da schwammen oder paddelten die Camper. Enten watschelten herum und auf dem großen Baum beimZelt spielten die Eichkatzerl fangen.

Vor der Rezeption fand die „Mercedes-Sommertour“ statt, das heißt Wasserbälle lagen wahrscheinlich für die Kinder zur freien Entnahme bereit und vor einem Grill verteilten zwei jungeLeute in weißen T-shirts Würstchen, fragten auf Deutsch, nicht auf Franhzösischt „Is die guat?“, die Kinder und die Erwachsenen, die sich dafür antellten und wir fuhren nach dem Genfer Überraschungsessen,  mit dem Bus in die Stadt, der weil das Feuerwerk das Ereignis, wie wir bald erfahren sollten, war, schon sehr voll war.

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

Überall drängten sich die jungen und auch älteren Menschen, saßen im Gras oder an der Kaimauer, Buden, wo man Bier, Drinks, Süßigkeiten und auch Essen kaufen konnten, waren aufgestellt. Wir spazierten durch das Gedränge, erfuhren, daß das Feuerwerk, um halb zehn beginnen würde und fanden dann auch ein Plätzchen auf einem Mauerstück.

Das Feuerwerk war sehr  imposant, Musik und Reden gab es auch, die Stimmung gut, obwohl ich denke, daß wir vom Zeltplatz das Ganze wahrscheinlich in einer ruhigen Atmosphäre auch sehr gut gesehen hätten, wohl aber nicht die Stimmung dieses Genfer Volksfestes mitbekommen hätten, so daß das Gedränge im Bus bei der anschließenden Heimfahrt wohl einzurechen war.

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

In Genf in Erwartung des Feuerwwerks

Die nächsten zwei Tage noch ein bißchen in der Stadt und am See herumspaziert, in ein berühmtes Messergeschäft gegangen und dort  den Uhrenverkauf an ein japanisches Paar beobachtet, die englischsprechende Verkäuferin brachte Proben, erklärte, räumte die Schaustücke dann weg und holte ein Köfferchen um an der ausgesuchten Uhr dann herumzuschrauben und zu hämmern. Einmal Pizza gegessen und einmal Mozarella mit Tomaten, als wir in einem schönen Gasthausgarten vor einer schönen buchhandlung verspätetet Alfreds Geburtstag feierten, denn Genf befindet sich jenseits der Röstigrenzi, obwohl das, wie schon beschrieben, wohl ein Vorurteil sein dürfte, aber ein Genfer Rösti, stimmt, habe ich nirgendwo gesehen.

Buchhandlung in Genf

Buchhandlung in Genf

Bücherschrank am Genfer See

Bücherschrank am Genfer See

Dafür aber an der kulturellen Bademeile, an der wir auch vorübergekommen sind, so etwas, wie einen offenen Bücherschrank. Ich habe neugierig darin gewühlt, obwohl ich wegen der Sprachgrenze sehr viel Französisches erwartet habe und wurde nicht enttäuscht, sehr viel Readers Digst und ein Comic, die Stimmung aber war gut und Genf sehr schön.

Das Henri Dunant- Denkmal, dem Begründer des roten Kreuzes haben wir gesehen, im Universitätspark sind wir herumspaziert und irgendwo wurde auch die Kaiserin Sisi 1898 ermordet.

Rousseau-Denkmal in Genf

Rousseau-Denkmal in Genf

Wohnhaus von Jean Jacques Rousseau

Wohnhaus von Jean Jacques Rousseau

2018-08-14

Gebrauchsanweisung für die Schweiz

Filed under: Bücher — jancak @ 08:51
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Gerechtigkeitsgasse in Bern

Gerechtigkeitsgasse in Bern

Der Alfred kauft mir ja vor unseren Reisen literarische Führer oder Gebrauchsanweisungen für die jeweiligen Länder.

So steht Thomas Küng „Gebrauchsanweisungen für die Schweiz“ mit einem Cover aus lauter Petit Fois mit dem Schweizer Wappen schon lange auf meiner Leseliste.

Denn ich schaue mir die Bücher immer erst dann an, wen ich mich schon in dem entsprechenden Land befinde und die Schweizer sind auch sehr nationalbewußt, haben überall ihr Schweizer Kreuz hängen. Es gibt nur wenige Länder mit einer viereckigen Fahne belehrte mich das Buch oder war es das „Auftritt Schweiz- Lesebuch“, das ich auch in meinem Gepäck hatte.

Es ist ein viersprachiges Land, Deutsch, Franhzösisch, Italienisch und Rätoromanisch und die Schweizer sprechen auch gar kein Deutsch sonder Schwyzer Dytsch, hängen überall ein „li“ an, das „Lädeli“ zum Beispiel, aber wenn man „Fränkli“ sagt, sind sie beleidigt, belehrt der 1956 in Zürich geborene Hörspielautor, Musikjournalist und Filmemacher, seine deutschen Leser, denn an sie scheint das Buch vorwiegend gewendet.

Also gehöre ich gar nicht zur Zielgruppe, habe es aber trotzdem gelesen und es war auch interessant, so einiges über das Schweizer Wesen zu erfahren, wenn mir auch das Buch, das, glaube ich, gar nicht so neu war, an manchen Stellen zu aufgesetzt lustig war, wenn Küng den Deutschen erklärt, sich ja nicht mit den Schweizern im Verkehr beispielsweise anzulegen, weil sie einem sonst anzeigen, Strafzettel, etcetera verteilen können.

Die Schweiz ist auch sehr teuer belehrt er seine Leser. Im Restaurant zahlt man gern das Doppelte und Dreifache, was man in deutschen Wirtshäusern gewohnt ist, auch das haben wir erfahren.

Aber für eine Woche werden Sie es schon aushalten!“, meint Küng, der das Buch mit einem deutschen Mitautor, nämlich Peter Schneider geschrieben hat. Auch das stimmt genau, nach zweimal Zürcher Geschnetzeltes, einmal um sechunddreißig, einmal um vierzig Franken, habe ich mich dann am Arlberg an den billigeren Wurstsalat gehalten.

Der Gründer des Roten Kreuz

Der Gründer des Roten Kreuz

Er gibt Einblicke in das Schweizerdytsch, erklärt Redewendungen und was sie gerade nicht heißen, erklärt, daß man keine Volkshochschulkurs fürs Rätoromanische vor dem Urlaub besuchen braucht, weil das ohnehin kaum jemand kann, erklärt das Bankwesen und das „Jassen“, das ein Schweizer Volkssport zu sein scheint und so geht es durch das Buch, wo man einiges Neues, einiges, was man wohl ohnehin schon wußte, erfährt und wie erwähnt, ich fand den Gastland Leipzig von 2014-Auftritt, der auch in einem Alphabet durch das Schweizerische Wesen führt, besser. Habe da oder dort erfahren, daß es den Wilhelm Tell gar nicht gegeben hat, obwohl ich an einem Zürcher Wirthaus die Aufschrift sah, daß der dort genau, wie Goethe gern verkehrte.

Es gibt Kapitel über das Essen und das Trinken und „Müsli“ darf man nicht sagen, weil damit das Mäuschen gemeint ist, aber wie bestellt man dann sein Frühstück, das, wie auch irgendwo steht, in den Fertigmischungen so angeboten wird, daß sich der Bircher wohl im Grabe umdrehen würde.

Es geht um das schulwesen, die Schweizer schicken ihre Kinder nicht so gerne in Privatschulen erklärt der Autor und um die Politik des Herrn Blocher, gibt im letzten Kapitel dann Anweisungen, was man seinen Gastgeber, wenn es einem gelingt, von einem Schweizer eingeladen zu werden, zum Essen mitbringen soll?

„Und schließlich: Sind Sie bei Schweizern eingeladen oder gehen mit Ihnen ins Restaurant, so müssen sie keine anderen Höflichkeitsregeln als in Deutschland beachten, einzig die: Die Schweizer haben Freude daran, wenn man mit Ihnen vor dem ersten Schluck Wen anstösst. Dazu sagt man schlicht „Prost“, blickt dem Gegenüber in die Augen und nennt noch einma den Namen. Das ist auch einer der Momente, wo Sie, wenn Sie wollen uind den Eindruck haben, dass Ihre Freunde auch wollen, Duzis machen können. „Ich bin der Peter. Prost Beat.“

Und das ist dann der Beginn einer wundervollen Freundschaft!“, meint der Autor wieder etwas belehrend und schließt hiermit seine Anweisungen und ja richtig, daß die Schweizer“komische“ Namen wie Beat, Urs oder Retro tragen, wurde auch erwähnt und wir, füge ich hinzu, waren schon vor über dreißig Jahren bei einem Schweizer eingeladen, den wir am Plattensee kennengelernt haben, als wir dort Alfreds DDR- Freundin Ingrid besuchten. Er hat uns ein oder zweimal bei sich schlafen lassen und einmal in ein Restarant eingeladen. Ob wir ihm eine Flasche Wein oder Mozartkugeln mitgebracht haben, kann ich mich nicht mehr erinnern.

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