Literaturgefluester

2020-04-06

Murmeljagd

Filed under: Bücher — jancak @ 00:14
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Meine Ulrich Becher-Geschichte könnte meinen Lesern ja bekannt sein. Da bin ich einmal in den Neunzigerjahren, als wir noch in der Gumpendorferstraße wohnte, an der städtischen Büchereifiliale, die es glaube ich, nicht mehr gibt, vorbei gegangen, beziehungsweise vor der Schachtel der von dort ausrangierten Büchern stehengeblieben, denn damals war ich ja mitten in meiner Gratisphase und habe zwei Bücher von einem Ulrich Becher  „Kurz nach 4“ und „Und Nachtigall will zum Vater fliegen“ entdeckt und mitgenommen.

Auch angelesen aber bald damit aufgehört, denn wer bitte ist Ulrich Becher, den Johannes R. Becher kannte ich, ja und habe, glaube ich, die Kerstin Hensel auch einmal in dem Haus in der Berliner Linienstraße besucht, wo er angeblich ein Bordell besucht haben soll, aber der Ulrich?

Internet, wo man nachgooglen hätte können, gab es oder hatte ich noch keines und auch kein Literaturlexikon und der expressionistische Stil in dem die Bücher geschrieben waren, war auch nicht so meines.

2005 sind wir zu Utes Geburtstag einmal außer Buchmessezeiten nach Leipzig gefahren, in der Stadt spazierengegangen und dort beim „Hugendubel“ in einen „Aufbau-Taschenbuchabverkauf“ hineingekommen, da war. Darunter war ein Büchlein mit Briefen die der Verlag an Ulrich Becher, die sich auf sein „Kurz nach vier“ bezogen haben, waren dabei, das hat mich dann wahrscheinlich dazu animiert, das Buch 2010 doch zu lesen. Etwas später hat dann der „Arco-Verleger“, der das Buch neu herausgegeben wollte, meinen Blogartikel gelesen, die Briefe haben wollen und mir dann auf einer „Buch-Wien“, die Neuausgabe geschenkt, worüber ich sehr dankbar war.

Nicht, daß ich das Buch nochmals gelesen habe, das geht nicht bei meinen Bücherbergen, aber da waren endlich mal biographische Angaben drin, was ich bei den gefundenen Büchern leider vermißte.

Ich wußte damals aber schon, daß der 1910 in Berlin geborene und 1990 in der Schweiz verstorbene, der dazwischen auch in Wien gelebt hat, auch den „Bockerer“ geschrieben hat, den ich ja einmal im Volkstheater und später natürlich im Kino gesehen habe.

Den „Nachtigallenzyklus“ habe ich inzwischen auch gelesen und das Buch das Konstantin Kaiser über Becher hinausgegeben hat und 1910 als der Ulrich hundert wurde hat der „Schöffling-Verlag“ die „Murmeljagd“, die 1969 erstmals erschienen ist, nochmals herausgegeben, da hatte ich es wohl noch nicht so mit den Rezensionsexemplaren, jetzt ist die fünfte Auflage erscheinen und damit gleichzeitig, die „New Yorker Novellen“, die habe ich dann gleich mitbestellt, bin aber schon beim Auspacken daraufgekommen, das ist der „Nachtigallenzyklus“ minus einer Geschichte.

Es kamen also beide, der damals gefundenen Bücher inzwischen neu zu mir und ich muß sagen, ich war ein wenig ratlos bei dem über siebenhundert Seiten Buch, auf dessen Titel das Riesenrad prangt und wahrscheinlich nicht so begeistert, wie Eva Menasse, die das Nachwort schrieb.

Nun ja, ich bin ja eher eine realistische Autorin, wie ich immer schreibe, obwohl mich die Vor-Zwischen und Nachkriegszeit ja sehr interessiert, aber Ulrich Becher macht es seinen Lesern nicht sehr leicht, springt er doch von hinten nach vorn und wieder zurück. Kommt vom Hundertsten ins Tausendste, verwendet Dialekte, fremde Sprachen, literarische Anspielungen und wahrscheinlich noch viel viel mehr.

Aber in dem Versuch, das Ganze zusammenzufassen, spoilern ist hier wohl ohnehin kaum möglich. Da gibt es Albert Trebla, man beachte, daß der Nachname ein Anagram des Vornamens, auch etwas typisch Becherisches wahrscheinlich.

Der war im ersten Weltkrieg Soldat oder Offizier, wurde verwundet, war dann in Graz Sozialdemokrat und beim Februaraufstand aktiv, Journalist war er ebenfalls und, ich glaube, auch Jurist, wie sein Autor.

Als nach Österreich, die Nazis kamen, mußte er mit seiner Frau in die Schweiz fliehen, das heißt, er tat es mit den Schiern über die Grenze, die Frau Xane mit Freunden im Zug erster Klasse, sein Paß ist abgelaufen und jetzt sitzt er mit seiner Frau in zwei Zimmern in Engadin, wird vom Heuschnupfen geplagt, nimmt dagegen Tabletten und wird von Wahnvorstellungen oder auch von den Geschehnissen, um ihn herum, man schreibt das Jahr 1938, geplagt.

Man weiß das nicht so genau und bekommt das auch beim Lesen nicht so ganz mit, denn Becher hüpft ja, wie schon erwähnt, wirr herum im Zeitgescheheh und macht es seinen Lesern nicht leicht.

Sein bester Freund, ein Grazer Armenarzt, ist in Dachau oder auf dem Weg dorthin, umgekommen, da ihn zwei Nazibuben ein Messer in die Stirn stecken und der sich das Herausziehen verbat, weil er wußte, daß er das nicht überleben würde und sein Schweigenvater, ein Zirkusclown genannt Rosenvater, eine Anspielung auf Bechers Schwiegervater Roda Roda lehrt uns Eva Menasse, kommt auch im KZ auf höchst skurile Art um, die ich hier nicht spoiliern will, um ein etwaiges Lesevergnügen nicht zu zerstören und Trebla bemüht sich im ganzen Buch, das seiner Frau zu verschweigen, beziehungsweise weiß er nicht, wie er ihr das beibringen soll?

Er fühlt sich auch von zwei blassen blonden Burschen verfolgt, weiß nicht, sind das harmlose Murmeltierjäger, deshalb der Name des Buches oder wurden sie von seinem ehemaligen Kriegskameraden und jetztigen Gestapomann Laimgruber auf seine Spur gesetzt und so hetzen wir durch die siebenhundert Seiten, wo all das und noch viel mehr passiert.

Lesen würde ich empfehlen, in Zeiten, wie diesen die ja auch höchst verwirrend  sind, ist es vielleicht hilfreich sich auf Ulrich Bechers „Murmeljagd“ einzulassen und vielleicht einen, wie Eva Menasse in ihren Nachwort schreibt, leider zu Unrecht vergessenen Autor zu entdecken.

Nun mir war er bekannt und meine Blogleser können sich auch gern in meine Becher-Geschichte einlesen und sie weitergeben.

2020-02-17

Chaya

Filed under: Bücher — jancak @ 00:37
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Nun kommt ein Debut von 2017 das es nicht auf die Bloggerdebut-Shortlist geschafft hat und das mir der Alfi bei „Literatur und Wein“ in Göttwein kaufte, das wahrscheinlich könnte man Memoir sagen, obwohl es sehr verdichtet ist, der 1964 in Teheran geborenen Kathy  Zarnegin, von dem ich jetzt gar nicht sagen kann, was mich an dem Buch so sehr interessierte, daß es mir kaufen ließ.

Das es die verdichtete Lebensgeschichte der Autorin ist, die mit vierzehn Jahren in die Schweiz gekommen ist und dort als Lyrikerin lebt, habe ich, glaube ich, gar nicht mitbekommen und das Ganze wahrscheinlich für einen interessanten Roman gehalten, es ist aber wirklich ein interessantes Buch, das manchen Islamhasser und Verfechter der großen oder kleinen Austauschtheorie sehr zu empfehlen ist.

Dabei stammt Chaya, ob sie das Alter Ego ihrer Autorin ist, ist aus dem Text nicht so genau herauszubekommen, aus einer jüdischen Familie. Der Vater hatte aber zwei Frauen, die ältere hatte von ihm sechs Kinder, die jüngere, Chayas Mutter, drei, Chaya und ihre zwei jüngeren Schwestern und die war eine Zeitlang Krankenschwester, bevor sie den Vater kennenlernte und mit ihm auf Europareise gegangen ist.

Die Jugend Chayas war sehr unbeschwert, die Eltern offenbar Freigeister, so gab es eine nicht verheiratete Nachbarin, mit der und deren Liebhaber, die Eltern philosophische Gespräche führten und die Kinder waren selbstverständlich dabei, bis sie am Boden eingeschlafen sind.

Weil Englisch als die Weltsprache galt, obwohl die Eltern es nicht sprachen, wurde Chaya auf eine englischsprachige Privatschule geschickt, obwohl oft das Geld nicht da war, die Schulgebühr zu bezahlen.

Der Vater war oft auf Reisen und brachte dann schöne Geschenke mit, später lernte Chaya auch Italienisch und wurde, als in Teheran die politischen Unruhen begannen und ihre Schule geschlossen wurde, von den Elten zu Verwandten in die Schweiz geschickt.

Sie kam nie mehr oder nur auf Besuch nach Teheran zurück, lernte Deutsch und begann bald ihre Gedichte in dieser Sprache zu schreiben, studierte Philosophie, statt wie von den Eltern gewünscht, Medizin und gründete sehr bald eine Gedichtagentur, das heißt, sie druckte Gedichte auf Poster und wenn man die kaufte, konnte man das Copyriht dazu erwerben und hatte das Gedicht sozusagen, wie einen Miro für sich.

Nebenbei ging sie putzen und jobbte in einer Sprachschule, bis sie mit ihrer Agentur erfolgreich wurde und sich die Redaktionen und Fernsehanstalten um sie rissen und im ihre Freunde und Liebhaber, David und Eric, mit denen sie mehr oder weniger tiefsinnige Gesrpäche führt, geht es auch.

Im <klappentext steht noch etwas, daß das Mädchen aus dem Orient Europa staunend erobert, wie einst Zazie in der Metro, so habe ich das Buch nicht empfunden, obwohl ich das Vorbild nicht gelesen habe.

Es sind eher sehr poetische Detailstücke in denen das Ganze aufgegliedert ist, so wie etwa die Geschichte, in der sie in ein Geschäft geht und von dem geschwätzigen Verkäufer  einen Anorak aufgezwängt bekommt, in dem sie aussieht wie ein „unter adipositas leidender Kanarienvogel“, was ich für eine sehr schöne Formulierung halte oder die von der Sekretärin in der Sprachschule, in der sie arbeitet, deren Besitzer, interessanterweise auch zwei Frauen hat.

Aber das ist wohl nur ein Detail am Rande in dem sehr poetischen und interessanten Buch.

2019-12-21

Unhaltbare Zustände

Nun geht es in die Schweiz zum Schweizer Lesen und zu Buch drei des „Schweizer Buchpreises“ nämlich Alain Claude Sulzers „Unhaltbare Zustände“ der schon 2012 mit „Aus den Fugen“ auf der Schweizer Liste gestanden ist, das Buch habe ich im Sommer in Locarno gelesen, das neue habe ich nach Basel mitgenommen, bin aber neben der „Buch-Basel“ und dem siebenten „Nanowrimo“ und der Stadtbesiichtigung nicht zum Lesen gekommen und nun habe ich das Buch gelesen, das ein sehr langsames altmodisches ist und das mich mehr beeidruckt hat, als das von dem Künstler der plötzlich den Konzertsaal mitten im Spiel verläßt, obwohl es wahrscheinlich, um einen ähnlichen tragischen Ausnahmezustand geht und der 1953 Geborene, den ich auch bei der Lesung im Volkshaus Basel hörte, wohl ein Meister darin ist.

Ein sehr langsames und altmodisches Buch, das im jahr 1968, wo sich alles änderte und das neue Leben in die Schweiz und da wohl in die Stadt Bern mit dem Bärengraben eintritt und auf dem Münster die Vietcongfahne gehießt wird, spielt und da von einem älteren wohl sechzigjährigen Schaufensterdekorateur handelt, der im „Quatre Saisons“ schon seit Jahrzehnten für die Gestaltung der Schaufenster zuständig ist.

Ein etwas altmodischer Herr, unverheiratet, der bis zu ihrem Tod bei seiner Mutter lebte, ein wenig schrullig wohl, wie ihn Sulzer, der ja auch schon über sechzig ist, sehr gekonnt, aber wohl auch sehr klischeehaft schildert.

Nun holt ihm die neue Zeit, die er nicht mehr versteht ein und er wird durch einen neuen Schausfensterdekorateuer ersetzt, der lebende Figuren, sprich Schauspielschüler in die Schaufenster setzt und Robert Stettler bleibt über und zerbricht daran, gibt es ja auch keine Frauen in seinem Leben, die Mutter ist tot, sondern nur eine Liebe oder Schwärmerei zu einer Rundfunkpianistin namens Lotte Zerbst, wohl auch schon eine ältere Dame. Ihr schreibt er Briefe und fängt auch Bier zu trinken an und sie, die in ihrer Jugend von ihrem russischen Klavierlehrer mißbraucht wurde, wäre wohl auch nicht abgeneigt, ihn zu treffen.

Allein der Zufall spielt dagegen, das geplante Schostakowitsch-Konzert, das sie in seiner Stadt geben soll, wird wegen dem Einmarsch in die CSSR abgesagt und als sie dann doch kommt, um Chopin zu spielen, findet sie seine Adresse nicht und er hat da schon längst seinen Abgang, sprich letzten großen Coup geplant.

Das ist wieder etwas dramatisch und ich würde das wohl eher banaler schildern, aber Stetter, der seinem Widersacher vorher verfolgte und auch einen Denuziationsbrief an die Geschäftsleitung schrieb, als er ihn mit ein paar jungen Leuten aus seiner Wohnung gehen sah, auch das ist vielleicht ein bißchen dick aufgetragen, reagiert am Ende viel moderner, als der strahlendene Konkurrent, als er sich nämlich nackt in in das Schaufenster setzt und dadurch einen wahren Auflauf erregt.

Blöd ist nur, daß er damit wahrscheinlich nicht nur in die „Irrenanstalt“ kommt, sondern, daß Lotte Zerbst auch an dem Schaufenster vorbei geht und entsetzt über den „armen Irren“ ist, wie sie ihm später in einem Brief mitteilt.

Einen Prolog und einen Epilog, gibt es auch und ich habe ein spannendes Buch gelesen und bin wieder ein Stück weiter in die Schweizer Literatur  eingedrungen und habe vielleicht auch von Alain Claude Sulzer, den ich, wenn ich mich nicht irre, 1996 kennenlernte, als ich da einmal nach Klagenfurt zum „Bachmannpreis“ als Zuschauerin gefahren bin, etwas mehr erfahren.

2019-08-16

Luxusurlaub in Locarno

Camping Delta

Camping Delta

Piazza Grande

Piazza Grande

In den letzten zwei Jahren sind wir ja in der Schweiz gewesen, im Vorjahr haben wir unseren Urlaub in Genf, Bern und Zürich verbracht, 2017 sind wir zu Ruths siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee geradelt und haben dabei auch öfter die Schweizer Grenze passiert und vor cirka fünfundzwanzig Jahren sind wir im Tessin gewesen und dabei zufällig zum Locarner Filmfestivial zurechtgekommen, daß es jetzt schon zweiundsiebzig Jahre gibt.

Den Film „Jamie und der Riesenpfirsich“ oder so haben wir gesehen und das hat den Alfred offenbar so beeindruckt, daß wir heuer unseren gesamten Urlaub in Locarno verbracht haben, dort auf dem Campingplatz unser Zelt aufstellten und uns einen Seniorenpaß für die Grand Piazza kauften, so daß wir uns jeden Abend dort ein oder zwei Filme anschauen konnten.

Vom siebten bis siebzehnten August dauert das Festival. Wir sind am ersten August am Nachmittag losgefahren, meine Büchertasche war gepackt, ich habe auch schon einen Artikel über die Schweizer Bücher geschrieben, die ich mir dorthin mitgenommen habe und so sind wir, während ich Thomas Meyers „Wolkenbruch“ zu lesen angefangen habe, bis zum Dreiländereck gefahren, haben dort in dem Hotel übernachtet und am nächsten Tag weiter über Italien bis nach Locarno gefahren und die Schweiz ist sehr schön und sehr teuer, aber für einen Urlaub oder Sommerfrische ist, glaube ich, gerade das Tessin sehr gut geeignet, kann man dort doch, was wir auch machten, die Pässe hochfahren und die kleinen Dörfer mit den alten Häusern, die es wahrscheinlich schon sehr lange gibt, anschauen.

Man kann nach Ascona fahren auf den Monte Verita hinaufspazieren oder das Rad hinaufschieben, wie wir es machten und sich dort das Freiluftparadies der Künstler, die vor hundert Jahren den veganen Lebensstil und den freien Sex betreiben wollten.

Hermann Hesse hat dort, glaube ich, auch zwei Jahre gelebt und sich dann in Montagnola niedergelassen, wo es heute ein Literaturcafe und ein Hessemuseum gibt, das wir auch besuchten.

Blick auf Ascona

Blick auf Ascona

Ein paar Mal sind wir mit der Seil- und Zahnradbahn auf einen Berg, den Monte Bre, den Monte Generosa  gefahren und ein bißchen spazierengegangen, die Wassefälle besucht und die alten Kirchen mit den besonderen Fresken besichtigt, zu Mittag Toast oder Polenta gegessen oder einen Käse-Schinkenteller und am Abend immer zu den Filmen, auf den großen Platz, wo es sehr international zuging und sich das Italienisch, das im Tessin gesprochen wird, mit dem Deutsch und dem Französisch, den zwei anderen Schweizer Sprachen, mit dem internationalen Englisch vermischte. Habe Hugos und Sangria getrunken und dabei dem intellektuellen Treiben, den Einlaß der Schikeria, beziehunsweise den Frauen mit den eleganten Kleidern und den hohen Stöckelschuhen zugesehen.

Das war sehr interessant und vielleicht auch etwas anstrengend jeden Abend, ein bis zwei Filme anzuschauen und sind meistens erst nach Mitternacht, manchmal ist es sogar zwei oder drei uhr früh geworden, am See entlang zum Campingplatz hinausgewandert, der wieder, wie in Zürich und Genf, direkt m See lag.

Regenreste

Regenreste

So hat es dort auch Enten und viele Spatzen gegeben, die in dem Restaurant, das es gleich nebenan gab und in dem man sehr gut Frühstücken konnte, direkt an dem tisch kamen und die Bröseln, die man ihnen zuwarf, begierig aufpickten.

Geregnet hat es natürlich auch  und so sind im Zelt, die Matrazen und meine Kleider in der Reisetasche wieder gehörig naß geworden und einige Male hat es auch auf der Grande Piazza, wo die Vorführungen stattfanden, sehr geregnet.

Ein Mal haben wir uns die Filme in dem Kino angeschaut, wo sie als Ausweichquartier auch immer gelaufen sind und gelesen, beziehungsweise Bücher gefunden, habe ich natürlich auch sehr viel.

Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“, habe ich schon erwähnt. Da bin ich jetzt darauf gekommen, daß ich das Buch, was ich nicht wußte, offenbar zweimal in meinen Regalen stehen habe. Vielleicht ist eines aber auch nur eine Leseprobe.

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Locarno und Ascona

Locarno und Ascona

Einen zweiten Band wird es auch bald geben und das Buch wurde auch verfilmt und ebenfalls in Locarno gezeigt. Allerdings nicht auf der Grande Piazza und amTtag sind wir in die Berge gefahren, was in einem Werbefilm der täglich auf der Grande Piazza gezeigt wurde, auch propagiert wurde. Wandern, schwimmen und am Abend mehr oder weniger schick bekleidet auf die Piazza Grande gehen und sich bei einem Hugo oder einem Sangria, Aperolspritz wurde, glaube ich, auch sehr viel getrunken, die Filme ansehen. „Das ist ein Luxusurlaub!“, hat der Alfred ein paar Mal geschwärmt.

Nach Lugano und nach Luino sind wir auch gefahren, das letztere Städtchen liegt in Italien,  auch heuer haben wir die Grenzen mehrmals gewechselt,  die Wochenmärkte angesehen, uns durch die Käse- und die Wurstsorten durchgekostet und sind einmal auch auf ein Castello hinaufgeklettert. Zweimal bin ich mit einem Buch am See gelegen, das Schwimmen liegt mir ja nicht sehr, das heißt, ich kann es nicht, weil ich mit sechs Jahren fast ertrunken wäre, habe aber den Kindern mit ihren Schwimmtieren und auch den Paragleitern zugesehen.

Sehr interessant so ein Schweizurlaub. Sommerfrische pur, könnte man so sagen, obwohl es auch woanders Festivals gibt.In Salburg beispielsweise, die berühmten Festspiele  und da sind wir  am Rückweg auch vorbei gefahren und haben im Radio von dem Überfall an einem Juwelier gehört und vorher im deutschen Eck, sind wir  sehr lang im Stau gesteckt.

Das war also unser Urlaub 2019. Jetzt geht es noch zwei Wochen mit den Sommerfrischenwochenende in Harland weiter und im November werden wir dann noch einmal in die Schweiz und da zur „Buch Basel“ und der Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ fahren.

Bin schon gespannt, ob da „Wolkenbruch II“ auf die Shortliste kommt und jetzt werde ich mich bald dem deutschen Buchpreis widmen, wo ja nächste woche die Longlist vergeben wird.

Das heißt, ich bin gespannt, ob da Gertraud Klemms „Hyppocampus,“ das ich gerade lese und das mir, ich kann es gleich verraten, sehr gut gefällt, auf die Long- oder später sogar auf die Shortlist kommen wird?

2019-08-10

Eignermönchundjungfrau

Filed under: Bücher — jancak @ 11:05
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Diesen  2004 bei dtv erschienenen Erzählband des 1961 in Frankreich geborenen Alex Capus, der in der Schweiz und in Italien lebt, habe ich, natürlich wegen seines Titels, der ja sehr eindeutig auf die Schweiz anspielt, auf unseren Locarno-Urlaub mitgenommen und wurde dann ein bißchen enttäuscht, denn die Schweiz spielt in den Geschichten eher eine untergeordnete Rolle, geht es doch, das ist zumindestens dem Beschreibungstext zu entnehmen, um den skurillen Alltag der Generation Dreißig.

Das stimmt, glaube ich, auch nicht so ganz, denn vieles bezieht sich, glaube ich, auf Alex Capus und ist wahrscheinlich seinem Lebenslauf zu entnehmen. Es kann also sein, daß er zum Zeitpunkt des Entstehens der meisten Geschichten,  es sind neunzehn, um die Dreißig war und sie haben oft auch einen Helden, namens Max dessen Freunde dann auch in anderen Geschichten wiederzufinden ist.

Beginnen tut es mit „Etwas sehr sehr Schönes“ und diese Geschichte habe ich, wenn ich mich nicht irre, Alex Capus einmal bei „Rund um die Burg“ lesen gehört, sie ist aber auch in einem Extrabändchen enthalten, das sich in meinen Regalen befindet.

Ich habe relativ viel von Alex Capus angesammelt, aber, glaube ich, noch nicht so viel gelesen und die Geschichte handelt davon, daß sich seine Mutter oder die des Ich-Erzählers, als wohlbehütete Lehrerin auf den Weg nach England aufmacht, um dort einen Sprachkurs zu besuchen, dort aber nie hinkommt, weil sie während des Zwischenstops in Paris seinen Vater kennenlernt.

Dann gibt es ein paar Schulgeschichten und auch ein paar skurille und da wäre vor allem, die dem buch denTitel gebende zu erwähnen, denn da will einer nach Bern reisen, kommt aber dort nie hin, weil er sich vorher von seinen Winden geplagt, praktisch in Luft auflöst.

Das ist wahrscheinlich der Stil Capus, daß er, wie ja auch dem Klappentext zu entnehmen ist, den Alltag immer wieder Skurilität verleiht, so gibt es eine Kellnerin, bei der der Max immer sein Frühstückshörnchen einnimmt, aber einmal ist sie nicht da, weil sie am Abend arbeiten mußte.

Da wurde sie von den Gästen mit Bier bespritzt, flüchtet davor in einen Keller mit einigen Weinflaschen, wirft die Tür irrümlich zu und, als der Llokalbesitzer ein paar Tage später seine Putzmaschine holen will, findet er sie betrunken vor.

Und so weiter und so fort, könnte man so sagen, wenn man sich durch das Buch durchliest, mehr oder weniger skurille Geschichten, die mit einem losen Band zusammengehalten werden und daher im Stil eigentlich recht ähnlich dem Episodenroman von Alain Claude Sulzer ist, den ich vorher gelesen habe.

Der Unterschied ist, daß das Buch nicht auf der Schweizer Buchpreisliste gestanden ist und jetzt sollte ich wahrscheinlich auch meine anderen Capus Bücher lesen. Aber wann komme ich dazu?

2019-08-04

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Filed under: Bücher — jancak @ 06:31
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Das Debut des 1974 geborenen Werbetexters und Redakteurs Thomas Meyer  war 2012 für den „Schweizer Buchpreis“ nominiert. Da war ich im Literaturhaus als dort die Kanditaten aus ihren Büchern lasen und das Buch, das ich dann später in einem der Schränke fand, hat mich sehr beeindruckt. Jetzt habe ich in meinem Bibliothekskatalog gesehen, daß ich es dort zweimal eingetragen habe. Also hätte ich es doppelt gefunden. Das erste Mal müßte schon länger her sein, ich kann mich nicht erinnern, aber vielleicht war das Erste eine Leseprobe, die ich mir ja gerne zusammensammle.

Als wir vor einem Jahr in Zürich bei „Orell Füsseli“ waren, war es dort unter den „Züricher Autoren“ ausgestellt und ich habe mich wahrscheinlich geärgert, daß ich es nicht als Lektüre mitgenommen habe. Das ist mir jetzt als wir nach Locarno zum Filmfestival furhren, nicht passiert und ich habe auch mitbekommen, daß im September ein neuer „Wolkenbruch“ erscheint. Den habe ich schon bestellt und der Film des ersten Teils „Wolkenbruch`s Wondrous Journey into the Arms of a Shiksa“, der im Vorjahr gedreht wurde, ist in Lokarno auch gelaufen, allerdings nicht auf der Piazza Grande, so habe ich mich in das Buch nur auf der Hinfahrt durch Italien eingelesen und es hat mich sehr beeindruckt, obwohl der Inhalt eigentlich nicht so neu ist und es sicher schon viele Parodien zu diesem Thema gibt.

Die Sprache in der Thomas Meyer sein Debut geschrieben ist, ist aber sehr beeindruckend und macht das Lesen sehr spannend, obwohl ich gar nicht sicher bin, daß es das original Jiddisch ist, in dem es geschrieben wurde, weil das wäre  wahrscheinlich nicht so leicht zu lesen. Es gibt aber ohnehin ein Glossar im Anhang, in dem dann zwar nicht alles verzeichnet ist, es ist aber durchaus spannend den Lebensweg, des in der orthodoxen Züricher jüdischen Gemeinde aufgewachsenen Mordechai, genannt Motti, aufgewachsenen Wolkenbruchs, der eine ihm sehr vereinnahmende Mame hat, die ihn unbedingt mit den jüdischen Mädchen verkuppeln will, nachzuverfolgen.

Der Vater hat eine jüdische Versicherungsgesellschaft in dem er alle Juden der Gemeinde als Kunden hat, es gibt zwei ältere Brüder, einen Arzt und einen Biologen, die schon ihre Familie haben, der Vater ist eher indifferent und verzieht sich bei Familienstreitigkeiten eher hinter seine Zeitung, denn Motti hat ein Problem.

Er will die jungenjüdischen Damen mit denen ihn seine Mutter verkuppelt will, nicht, das heißt mit einer versucht er sich gegen die Initiativen der Mütter zu verbünden, diese Stelle hat Thomas Meyer im Literaturhaus gelesen, denn er hat sich längst in die nicht jüdische Studentin Laura verliebt und versucht nun seinen eigenen Weg zu gehen, den er in dem schon erwähnten Jiddisch oder der Mischung daraus erzählt.

Weil die Mutter zuviel redet, während sie mit ihm im Auto fährt, gibt es einen Unfall, wo seine Brille zerbricht. Er geht zum jüdischen Optiker, der ihm die ewig gleichen Modell vorlegt, die ihm aber nicht gefallen, so kauft er die neue Brille bei einem „goj“ oder „gojete“, was die „Mame“ aber auch die übrigen Familie in Aufregung versetzt.

Er betrinkt er sich bei einer Familienfeier, die Familie schickt ihm darauf zum Rabbi, der aber auch eher unorthodeoxe Heilungsmöglichkeiten hat denn er schickt ihn nach israel zu seinem eher liberalen Onkel, dessen Frau istTherapeutin, so wird Wolkenbruch dort „entjungfert“, der Onkel und die Tante kaufen ihm auch eine Jeans, damit er nicht immer seine schwarz- weiße „jüdische Uniform“ gtragen muß.

Damit gekleidet traut er sich auch Laura anzusprechen, die ihn darauf in eine Party in ihre WG eindlädt. Da weiß er zuerst gar nicht, was das ist, wird dann von einem Mitbewohner zu seinem ersten Joint eingeladen und kommt nach der Nacht mit Laura erst am nächsten Morgen nach Haus, wo ihn schon, die besorgten Eltern und die Polizei erwarten, die Mutter verstößt ihn. Der Vater verzieht sich hinter seine Zeitung und fragt ihn nur, ob er genug zu Essen hat, als er  die Firma, wo er zwei Tage in der Woche arbeitet, verlassen muß.

Er hat und auch schon ein Zimmer, das er aber bald wieder verliert und ob es mit seiner Laura klappen wird, ist zu Ende des Buches auch nicht ganz klar, aber vielleicht wird der zweite Teil „Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin“ diese Frage beantworten.

Vielleicht noch ein Detail, die „Volkshaus-Buchhandlung“ in der ich mir im Vorjahr Antonio Fians Buchpreisbuch von 2014 aus einer Abverkaufskiste zog, kommt auch in dem Buch vor. Da trifft sich in dem dazugehörigen Likal der Motti nämlich mit seiner Laura, beziehungsweise kauft er sich dort ein Buch.

2019-07-28

Reisevorbereitung literarisch

Filed under: Büchergeschichten,Reisebericht — jancak @ 00:19
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Nachdem wir ja heuer unfallsbedingt nicht nach Leipzig und auch nicht nach Essen gefahren sind, geht es dieses Jahr noch zweimal in die Schweiz und zwar in Kürze ins Tessin zum Filmfestival nach Locarno, wo wir  schon vor etwa zwanzig Jahren einmal gewesen sind. Das heißt, da wollten wir ins Tessin fahren, sind dort zufällig in Locarno gelandet, wo gerade das Filmfestival stattfand, haben einen Film gesehen und auf einer Pressekonferenz zufällig, glaube ich, Anthony Quinn. Zumindest habe ich von ihm noch eine Karte in der Harlander Küche hängen.

In Sils Maria, wo der Nietzsche seine Sommer verbrachte, sind wir auch bei einem Vortrag gewesen und im Vorjahr auf Bücherschrank- und Buchhandlungstour in Genf, Zürich und Bern. Da haben wir Basel ausgelassen, als mich der Alfred fragte „Wo willst du überall hin?“, habe ich darauf vergessen, aber in Basel gibt es ja die „Buch-Basel“ in November, wo in einem Theater der Schweizer Buchpreis, den es seit 2008 gibt vergeben wird und da wollte ich schon immer mal hin.

So haben wir geplant zum sechsundsechzigsten Geburtstag diesmal kein Fest zu machen, sondern nur Mittwochabend und am Donnerstag zur „Buch-Wien“ zu gehen und dann mit einem Nachtzug in die Schweiz und die „Buch-Basel“, die ich schon angeschrieben habe und die, offenbar keine Messe, wie in Wien, sondern ein Literaturfestival ist zu besuchen und am Sonntag früh uns die Verleihung des Schweizer Lliteraturpreises anzusehen.

Das verbinde ich natürlich mit dem Schweizerlesen und damit habe ich ja schon im Vorjahr angefangen und mir aus Bern auch gehörig Literatur mitgenommen, weil dort die Bücherschräke ja sehr reichlich fließen und Schweizer Veranstaltungen gibt es in der „Alten Schmiede“ etcetera ja immer auch in den Wiener Schränken läßt sich immer wieder etwas Schweizerisches finden, so daß ich mit der diesbezüglichen Literatur gut eingedeckt bin und nur in meinen Regalen suchen muß, was ich mir diesmal mitnehme.

Für den November habe ich ja ein zusätzliches Bücherlesen angedacht und geplant mir die fünf Schweizer Buchpreisbücher zu bestellen und dort zu lesen und für den Sommer habe ich, als ich den „Schweizer Buchpreis“ nachgegooglet habe, schon einiges gesehen, was dort einmal auf der Liste stand und ich inzwischen gefunden habe und lesen möchte.

Da habe ich im Vorjahr in Bern gleich einen großen Fund gemacht, als wir eigentlich nur zufällig in die Weltbild-Buchhandlung und da in den Abverkaufskeller gegangen sind, denn da gab es nicht nur das frisch gekürte deutsche Longlistenbuch, nämlich Arno Geigers „Drachenwand“ um fünf Franken, sondern nein, um je einen, auch zwei Schweizer Bücher, nämlich Franz Hohlers „Immer Höher“ und das 2012 nominierte „Kalb vor der Gotthardpost“ von Peter von Matt. Beide Bücher habe ich noch nicht gelesen, werde sie aber heuer nicht mit nach Locarno nehmen, weil sie in Harland stehen und wir wahrscheinlich von Wien losfahren, aber da habe ich  inzwischen inzwischen Thomas Meyer „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ das auch 2012 auf der Liste stand, gefunden und Alain Claude Sulzers „Aus den Fugen“, ebenfalls 2012 nominiert.

Beide Bücher werde ich wahrscheinlich mitnehmen und dann noch Catalin Dorian Florescu „Jacob beschließt zu lieben“, 2011 nominiert, das kürzlich in einem der Schränken lag.

Vom „Wolkenbruch“ kann ich anmerken, daß es da inzwischen eine Fortsetzung gibt, das müßte ich mir erst bestellen, aber da ja im Herbst wahrscheinlich an die fünfzig Bücher auf mich warten, sollte ich das vielleicht nicht tun und von Alain Claude Sulzer kann ich gleich anmerken, habe ich auch noch „Privatstunden“ in Wien stehen und werde es einpacken und dann wahrscheinlich endlich einen Martin Suter, der ja auch Schweizer ist und zwar ist mir da „Der letzte Weynfeldt“, in die Hände gefallen, ich habe von ihm wie auch von Alex Capus ja inzwischen merhere Bücher gefunden, von Capus nehme ich „Eignermönchund jungfrau“ mit, was vom Namen, glaube ich, schon einmal gut passt und dann noch Peter Stamms „Nacht ist der Tag“ von dem ich lange glaubte, daß es 2013 auf der deutschen Liste stand, ist es nicht, dafür hat Peter Stamm von dem ich ja schon einiges gelesen habe, 2018 den Schweizer Bp mit „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ gewonnen.

Ein Buch, das ich erst finden muß, dafür habe ich mir aber noch einen Adolf Muschg, nämlich „Das gefangene Lächeln“ vorbereitet. „Löwenstern“, werde ich, wie viele andere Schweizer Bücher oder Bücher von Schweizer Autoren zurücklassen.

Aber sieben Bücher reichen für die vierzehn Tage, wo wir in der Schweiz sein werden höchstwahrscheinlich, da wir ja dort sehr viel ins Kino, beziehungsweise auf die Freilichtbühne gehen werden und wenn nicht, vielleicht gibt es auch dort einen Bücherschrank oder eine Buchhandlung. Da bin ich zuversichtlich und da fällt mir ein, daß ich als wir das letzte Mal im Tessin waren, in den Buchhandlung auch Hermann Hesse entdeckt haben, der ja, glaube ich, dort lebte und von dem habe ich seine Facebookeintragungen, die  natürlich nicht von ihm selbst, sondern ein Gag sind, gefunden, die ich ja eigentlich, wenn ich sie in meinen Regalen nur finden würde, auch mitnehmen könnte und und …

Es warten auf meiner Liste aber noch einige Juli und August Neuerscheinungen. Die vom Juli hoffe ich vor unserer Abreise noch auslesen zu können, die vom August, darunter die neue Mareike Fallwickl werde ich  nach der Rückkehr lesen und dann wahrscheinlich gleich die neuen deutschen Buchpreisbücher anfragen und bevor es im November in die Schweiz geht, kommt noch ein ausführlicher Artikel über den „Schweizer Buchpreis“, was dort schon nominiert war und  ich davon gelesen habe und da kann ich gleich verraten, daß das einiges ist, weil es ja oft Bücher sind, die schon vorher auf der deutschen Liste standen.

2018-12-02

Julia Sommer sät aus

Filed under: Bücher — jancak @ 00:49
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Zwischen dem Bloggerdebut-Shortlistlesen geht es weiter mit der Herbstleseliste und einem Buch, das ich mir, wenn ich es im August schon gehabt hätte, in die Schweiz mitnehmen  und es beispielsweise in Zürich am See lesen hätte können, ist es doch der dritte Tel der „Menschlichen Regungen“ von Tim Kröhn, dieses Crowdfounding-Projekt, wo ich schon die ersten zwei Teile „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ und „Erich Wyss übt den freien Fall“ gelesen habe, wo es wieder um das Miets- oder Genossenschaftshaus in der Züricher Röntgenstraße und seine Bewohner, beziehungsweise und vierundsechzig weitere Gefühle von „Adrettheit“ bis „Zuverläßigkeit“ geht, die man sich mit ein paar dazu passenden Wörter wünschen konnte und der 1965 geborene Tim Krohn schreibt dazu eine Geschichte über diese Hausbewohner und bettet sie in den Roman ein.

„Lesegenuß pur- aufhören kommt nicht in Frage“, hat „SFR Kultur“ auch unter die Ankündigung der zwei vorangegangenen Bücher geschrieben.

Ich denke, daß die Geschichten der elf Hausbewohner die aus den Studenten Pit und Petzi, sowie Moritz Schneuwig bestehen, der Schauspielerin Selina May, der Lektorin Julia Sommer mit ihrer ziemlich verzogenen Tochter Mona, Hubert Brechbühl dem ehemaligen Tramfahrer, dem alten Herrn Wyss und dem griechischen Hausmeisterpaar Costa inzwishen vielleicht ein wenig beliegbig wirken und sich schon wiederholen, beziehungsweise hat man das vorige vielleicht schon vergessen oder Band eins und zwei nicht gelesen und hat deshalb Schwierigkeiten einiges zu verstehen, finde das Ganze aber trotzdem interessant, weil es ja ein ähnliches Projekt, wie mein „Besser spät als nie“ ist“, wo ich ja auch aus Schreibimpulsen einen Erzählung zusammengestellt habe und Tilmann Rammstedts  „Morgen mehr“ , ist auch irgendwie so ähnlich ungewöhnlich entstanden.

Tim Kröhn sammelt  weiter Gefühle und Menschen, die sich eines aussuchen und von ihm etwas schreiben lassen und das Buch beginnt trotz des Titels zu Neujahr, ich glaube es ist 2002, nine elefen spielte schon im vorigen Band eine Rolle. Da feiern alle Silvester, der griechische Hausmeister verbringt diesen bei einer seinen Gartenkundinnen, seine Frau bleibt eifersüchtig zurück und dann wird es allmählich Frühling und das Gartenprojekt, das auch schon im Vorband gestartet wurde, soll angegangen werden.

Die Hausmeisterin übergibt Julia Sommer die Aufgabe, weil deren kleine Tochter begeistert davon ist, also wird geplant und gewünscht, wie man den Hof gestalten könnte, die Genossenschaft, beziehungsweise der alte Erich Wyss, der im zweiten Band seine Frau Gerda verloren hat, jetzt immer ihre Kleider trägt und ihre Urne im Gärtchen nicht bestatten darf, macht das aber zu nichte.

Das projekt wird also aufgegeben, die Hausbewohner legen sich ihre Pflanzen also selber am Balkon an, Adamo Costa, der seinen Job als Rettungsfahrer im Vorband verloren hat, geht, wie schon geschrieben, auf den Züricherberg gärtnern und macht Efegenia eifersüchtig und der alte Erich Wyss hält, wie mein Jonathan in der „Unsichtbaren Frau“ auch Zwiegespräche mit seiner Gerda, die ihm rät, sie endlich loszulassen, so läßt er ihre kleider vom Balkon flattern, beziehungsweise stellt er sie mit ihrem Gebiß vor die Tür zur freien Entnahme, bandelt mit einer Friseurin an und fährt schließlich mit einem Schiff aufs Meer um die Asche dort zu verstreuen.

Ein Musikproekt gibt es auch, wo Herr Brechbühl, Pit und Petzi und eine Studentin namens Bettina verwickelt sind. Vorher fährt Pit noch mit Petzis Mutter auf Kreuzfahrt, Selina bekommt und das finde ich eine sehr rührende Stelle Besuch von einem Wiener Burgschauspieler, mit dem sie eigentlich ein Projekt durchziehen wollte, aber mit ihm stattdessen ins Schwimmbad geht. Julia Sommer fährt mit Mona auf eine Insel mit Schloß und so weiter und so fort mit den verschiedensten Gefühlen, die mir manchmal zu aufgesetzt waren, vielleicht aber auch leicht und locker zu lesen sind.

2018-10-21

Alte Feinde

Wieder ein Buch aus der dritten oder vierten Kategorie meiner Herbstleseliste, diesmal ein Krimi und spannend, weil ich mich ja vor kurzem mit der Schweizer Literatur beschäftigt habe, einer von der 1967 in Zürich geborenen Petra Ivanov, die mehrere Jahre in den USA gelebt hat und mit „Alte Feinde“, den zehnten Fall der Flint – Cavalli Reihe vorlegt.

Regina Flint ist eine Schweizer Staatsanwältin, ganz habe ich nicht verstanden, was die bei einem Mordfall recherchieren, dachte ich doch eher, die träten erst bei den Gerichtverhandlungen auf. Aber vielleicht ist das in der Schweiz anders und Bruno Cavalli,  ist ein Erimttler mit indianischen Wurzeln und in diesem Fall gibt es auch noch Spuren zum amerikanischen Bürgerkrieg, 1861 oder so.

Ganz schön verwirrend, da in diese Reihe einzusteigen, könnte man so sagen und war auch so, denn während der ersten Kapitel schwirrte mir der Kopf und ich habe mich bei der Namensvielfalt nicht ausgekannt.

Aus diesem Grund hat mir wohl der Verlag freundlicherweise Band 1, „Fremde Hände“, der 2005 erschienen ist, dazugeschickt. Da meine Leseliste aber solang ist und ich beim dBp erst bei Buch zehn, habe ich das Lesen aufgeschoben und umgekehrt angefangen, was wohl auch den meisten Lesern passieren wird, wenn sie das buch kaufen oder geschenkt bekommen und bin nach und nach mit der Handlung vertraut geworden.

Für besonders spannend würde ich sie wegen der oben erwähnten Gründe nicht halten und dann versucht  „Petra Ivanov gehört zur Elite unter den zeitgenössischen Krimiautoren“, steht am Klappentext, die gelobte Autorin noch, was ich immer höre, daß man das nicht soll, die Genres miteinander zu verbinden.

So gibt es drei Handlungsstränge und wahrscheinlich brauchen auch die Leser, die die ersten neun Bände kennen, vielleicht etwas, um in die Spannung zu kommen, denn zuerst sind wir in North Carolina und dort  wird Bruno Cavalli, der halbe oder ganze Indianer, dazu braucht man wohl das Vorwissen, der in Zürich mit Regina Flint lebt, ermittelt und ein Kind von ihr hat, hingeschickt, um beim Fall des Blasrohrmörders zu ermitteln.

Da hat nämlich einer im Reservoir einige Leute umgebracht und man braucht einen Vermittler, der sich mit den Indianern auskennt und dann waren die Opfer auch noch alle mit Bruno Cavalli bekannt. Das nächste Opfer soll die Krankenschwester Emma werden, die seine Mutter pflegt, so geht er am Beginn mit ihr essen, wird angeschossen und taucht für die nächsten hundert Seiten oder so unter.

Genauer ausgedrückt, das ist im April passiert, während in Zürich im August, Regina hat da von Cavalli schon monatelang nichts mehr gehört, ein Albert Gradwohl mit einer Flinte erschoßen wurde, die im amerikanischen Bürgerkrieg verwendet wurde. Der stellt sich heraus, ist ein Enkel oder Urenkel eines Heinrich Wirz und das war eine real gelebt habende Person. Ein Schweizer, der nach Amerika auswanderte und im Bürgerkrieg Kommandant eines Lagers war und erschossen wurde.

Die Waffe aus der geschossen wurde, wurde im Bürgerkrieg verwendet, es wurde aber vor einger Zeit auch eine andere Nachfahrin des Heinrich Wirz von einem Nachfahren der Gegenseite erschossen und der dritte Strang geht in den Bürgerkrieg hinein und wir erfahren seitenlang von Personen, die damals dort tätig waren. Das denke ich, wird die meisten Krimileser, die ja Spannung wollen, nicht so interessieren und ich brauchte, wie schon geschrieben, lang in die Handlung hineinzukommen.

Man erfährt aber, glaube ich, auch erst auf Seite zweihundert oder so, daß die beiden Fälle zusammenhängen und, daß Regina dadurch nach Amerika und auf die Spuren von Bruno Cavalli, dessen alter Feind, ihn wie schon der Titel, sagt, ihn verfolgt und nun alles, um ihn herum Ratzebutz auslöschen will, gelockt wird.

Was nicht so einfach ist, denn Bruno Cavalli ist sehr gewitzt, allerdings ist das FBI auch nicht so ohne und, wie die Schweizer Polizei mit dem FBI zusammenarbeit, habe ich auch nicht ganz begriffen, hat also Verräter und Unterläufer und so passiert sehr viel auf  dreihundersiebzig Seiten, bis alles klar ist, und Regina und Bruno mit ihren Kindern wieder in die Schweiz zurückreisen und weiter ermitteln können.

Auffällig in dem Buch sind, wie die Überwachungsmethoden geschildert werden, mit denen gearbeitet wird.

Da könnte einer das Gruseln kommen und auch die zarten Hinweise, wie Petra Ivanov, den Polizistenalltag beschreibt.

Bruno Cavalli ist monatelang in Amerika und hat den Kontakt zu seiner Familie verloren und kann ihr nur versteckte Hinweise geben, in dem er ein Handy klaut, in Zürich einen Asia-Imbiß anruft und dort Erbsen und Reis für Lily bestellt, weil die das gern verzehrt und, die wird von einer spanischen Tagesmutter betreut, so daß sie spanisch zu sprechen anfängt und Regina sich immer öfter nur telefonisch erkundigen kann, wie es ihr geht, weil sie ja mit der Aufklärung ihrer Fälle beschäftigt ist.

Das hat mich, muß ich gestehen, mehr beeindruckt, als die Ereignisse im amerikanischen Bürgerkrieg, obwohl Petra Ivanov in einem Video-Clip, glaube ich, sagte, daß sie auf einer ihrer Armerikareisen, ein Monument dieses Schweizers gesehen hat, das sie auf die Idee brachte, dieses Buch zu schreiben und ihm ein Denkmal zu setzen.

2018-08-17

Berner Bücherkastentour

Filed under: Büchergeschichten,Reisebericht — jancak @ 12:05
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Bern

Bern

Bern

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Die Stadt Bern, die heimiche oder offene Hauptstadt der Schweiz, scheint auch in Sachen Bücher ganz vorn zu liegen, wenigstens was die Bücherschränke betrifft, denn zwei hat der Alfred in „Wikipedia“gefunden und eine „Kornhaus Tauschkreis-Initiative“ scheint es auch zu geben, denn da gibts zwei mit Anleitung ausgeschriebene Bücherkästen an der Aare und im ehemaligen Bürgerspital, wo man die Bücher mitnehmen, aber auch vor Ort lesen kann und ich dann relativ neue Bücher von Silvia Bovenschen, Julia Franck, Elisabeth Strout und natürlich auch etwas Schweizerisches, wie das Büchlein von Dragica Rajcic, die ich glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ hörte und das „Senter Tagebuch“ von Angelika Overath einer in Deutschland geborenen aber in der Schweiz lebenden Autorin, die auch im „Auftritt-Gastland Leipzig-Lesebuch“ von 2014 erwähnt wird, fand.

Bern

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Bücherschrank in Fribourg

Bücherschrank in Fribourg

Aber Schweizerisches habe ich kurz danach auch im der Abverkaufsteilung der „Weltbild-Buchandlung“ in der Getreide- oder Kramgasse gefunden, nämlich Peter von Matts „Das Kalb vor der Gotthardpost“ und Franz Hohlers Kletterbuch „Immer höher“, um einen Franken.

Dafür hatte Arno Geigers „Unter der Drachenwand“, einen roten Punkt und kostete daher fünf Fränkli, aber das, habe ich gelernt, darf man nicht sagen. Fünf Franken also für das neue Longlistenbuch und, daß es auf der Buchpreisliste steht, habe ich dem Verkäufer erst gesagt, als es der Alfred schon bezahlt hatte „Wissen sie ohnehin-!“, aber der hat auch beim zweiten Mal mein österreichisches Deutsch wahrscheinlich nicht verstanden.

Der erste „offizielle Bücherschrank“ befand sich dann im Universitätsviertel, da stand auch etwas darauf um welche Initiative es sich dabei handelt und außer mir gab es da auch andere Anwärter, die sich dafür interessierten. Sehr voll mit Bücher mit und ohne den „Kornland- Aufkleber“ und mit der schon vollen Büchertasche habe ich mich dann zuerst vor das „Haupt Atelier 14 B“ am Falkenplatz, der kleinen feinen Buchhandlung, gesetzt, später, als der Alfred von dort hinauskam, bin ich auch hinein, habe auf die Frage, ob ich „Luaga?“, möchte, „Nur schauen!“, geantwortet und sowohl die Elisabeth Wandeler-Deck also auch F. Ms „Pathos und Schwalbe“ gefunden, „Bleib bei mir“ lag da, das neue „Picus-Buch“ vom Felix Kucher und was die Buchpreisliste betrifft, das Schweizerische von Adolf Muschg und Gianna Molinari.

Bücherschrank Falkenplatz Bern

Bücherschrank Falkenplatz Bern

Bücherschrank Lagerweg 12, Bern

Bücherschrank Lagerweg 12, Bern

Sehr schön, sehr fein und dann ging es nach dem Essen, wo wir in einer sehr hektischen Pizeria am Hauptplatz landeten, wo sie nach uns, dann alle Tische reservierten, offenbar, um in die Siesta zu gehen, zu dem zweiten angegeben Bücherschrank, der eigentlich aus den  ehemaligen Briefkästen aus einem offenbar besetzten Haus bestand. Wir waren also im Alternativviertel Berns gelandet. Brot lag in einer Schachtel und in den Kästen nichts für mich Interessantes An Nicolas Sparks und Ludmilla Ujutzkaya auf Ungarisch kann ich mich aber noch erinnern. Nebenan gab es ein Loklal, den „Wartsaal“, wo sich die jüngern und älteren Alternitiven trafen, ich meinen Hugo trank und einem älteren Herrn beim Telefonieren zusah.

Bern ist eine Bücherstadt, denke ich und werde mich über das Arno Geiger Schnäppchen wohl immer freuen und die Anektdote munter weitererzählen. Leider haben wir  in Zürich keinen „Weltbild-Laden“, wo sie sie im Keller die anderen Frühjahrsnomierungen abverkauften, mehr gefunden.

Lokal "Wartesaal" in Bern

Lokal „Wartesaal“ in Bern

Bücherschrank im Generationenhaus in Bern

Bücherschrank im Generationenhaus in Bern

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