Literaturgefluester

2017-10-01

Die Hauptstadt

Buch fünfzehn der dBpl und das vierte dortige Shortlistbuch sowie das zweite der österreichischen Liste, ja allmählich nähere ich mich dieser an, Robert Menasses“Hauptstadt“, der sogenannte Brüssel-Roman, der eigentlich keiner ist, was man aber wahrscheinlich erst nach dem Lesen erkennt und ich sage es gleich, ein tolles Buch. Ich bin ja kein Menasse- Fan, den ich oft als sehr zynisch empfand und bei Sitzungen auch erlebte, wie er andere angriff oder fertigmachte.

Gelesen habe ich schon etwas von ihm, ich glaube, den „Don Juan“ und dann noch etwas, aber nichts gebloggt und bei Lesungen und Veranstaltungen habe ich ihn, weil ja Wiener und ehermaliger oder noch immer Stammgast des „Sperls“ auch öfter erlebt. Er geht auch gerne zu Preisverleihungen und spricht dort dien Bürgermeister oder andere Größen auf Skandale an, also ein interessanter Mann und was ich jetzt erst enrtdeckte, ein genialer Autor, denn das Buch, in dem es  genau genommen, um gar nichts geht, hat mir sehr gut gefallen.

Wenn ich so den Blogprognosen folge, bekommt Franzobel den bBp, dann würde ich Robert Menasse den Öst wünschen, obwohl, Franzobel muß ich wie Doron Rabinovici, der mir wahrscheinlich auch sehr gut gefallen wird, erst lesen.

Mein viertes Shortlist Buch unds zweite das mir dort gefällt, mit den ersten beiden hatte ich es nicht so und die anderen zwei sind sehr verschieden.

Marion Poschmanns lyrisches Prosastück, das sehr poetisch,auch einiges anprangert, Robert Menasse realistisch politisch, satirisch, sarkastisch, also etwas, was ich vom Sarkasmus abgesehen, sehr mag und auch so schreiben möchte und so finde ich es sehr toll, daß neben den vielen „Midlifemännerkrisengeschichten“, da auch was handfest Politisches auf der Liste steht, weil ich ja selbst auch so zu schreiben versuche und mit meiner „Unsichtbaren Frau“ auch gerade wieder dabei bin.

Es ist aber auch ein Buch über das Sterben und den Tod, was ich erstaunlich fand, denn Robert Menasse ist ja eigentlich noch ein junger Mann, ein paar Monate jünger als ich, also in der Blüte seines Lebens und er jongliert auch gekonnt und zynisch mit den Genres.

So würde ich „Die Hauptstadt“ als EU-Krimi bezeichnen und Auschwitz, der Holocaust, diese ewigen Themen, gibt es auch.  Robert Menasse trägt sie vielleicht zu Grabe, denn er letzte Auschwitz Überlebende stirbt ja in dem Buch und kommt daher der EU für ihre Jubiläumsfeier abhanden.

Aber zuerst geht es ja um das Schwein, das es vielleicht nicht wirklich gibt und sich letztlich als ein Phantom herausstellen könnte, das da durch Brüssel rennt.

Der Prolog fasst schon schön alle <hHauptpersonen zusammen, denn denen begegnet ja das Schwein und passiert jetzt viel oder nichts in Brüssel?

Beides natürlich, denn der letzte Auschwitz-Überlebende David de Vriend zieht in ein Altersheim, vornehm Seniorenrsidenz genannt und auch darüber macht sich Robert Menasse,  gehörig lustig.

„Wir wollen doch, daß es uns gut geht!“, sagt Schwester Josephine, die nicht als solche genannt werden will,ständig und entpuppt sich am Schuß doch als mitfühlende Frau und nicht, wie der Drachen oder der Inbegriff eines neuen Pflegeskandals, wie wir ihn in Österreich ja jetzt wieder haben.

David de Vrien,d der ehemalige Lehrer, der damals seinen Eltern und seinem Bruder im Zug nach Auschwitz, gerade noch entsprang und deshalb lebenslange Schuldgefühlen, begibt sich langsam in die Demenz und auch das wird von Robert Menasse sehr schön beschrieben.

Show not tell, liest der Zyniker etwa Schreibratgeber? Denn da liegt das Notizbuch, das die untersuchende Psychologin ihm bei seinem Einzug vorsorglich übergibt, im Eiskasten und das Wort vergessen wird kein einziges Mal erwähnt, zumindestens in diesem Strang nicht, denn es gibt ja noch andere. Den des Mordes der Anfangs passiert und der dann auf höhren Befehl und Auftrag vertuscht wird und daher einfach verschwindet und wir wissen das ganze Buch lang nicht, wer da eigentlich ermordet wurde?

Oder doch, die katholische Kirche hat es sich zum Auftrag gemacht, die isamistischen Attentäter, bevor sie morden können, selbst zu eliminieren. Ein ehemaliger Priesterzögling führt das aus und tut dabei irgendeinen Fehlgriff, so daß er auch verschwinden muß und dann gibt es ja das Schwein, das durch Brüssel rennt und natürlich auch die Schweinebauern und die Schweinelobby und Martin Susmann, der Sohn eines österreichischen Schweinebauers, der studieren konnte und jetzt in Brüssel in einer Kulturkommission sitzt, soll ein sogenanntes Jubiläumsprojekt vorbereiten.

Aber vorher fliegt er nach Auschwitz zu er einer Gedenkfeier. Zieht sich dafür so warm an, daß er im Flugzeug schwitzt, wie ein Schwein und dort bekommt er die geniale Idee in dem Projekt Auschwitz als den Ursprung der EU zu demonstrieren und den letzten Überlebenden zu präsentieren.

Aber auch dieses Projekt wird untergaben und Fenia Xenopoulou, die griechische Zypriotin, will eigentlich weg aus der Kulturkommission, denn sie will ja Karriere machen und dafür ist die Kultur ein zu unwichtiges Ressort.

Dann gibt es noch einen österreichischen Professor, der auch als Experte in einem Think Tank sitzt und über die Krise der EU referien soll. Er kommt auch auf Auschwitz bei seinen Überlegungen und reist ab und wir haben uns durch vierhundert Seiten herrlichen Zynismus gelesen, so daß ich RoberrtMenasse den einen oder den Sieg, obwohl er mir persönlich, wie schon beschrieben,  zu zynisch ist, von Herzen wünsche.

Ein tolles Buch, in dem es um alles und nichts und daher auch ein bißchen, um die europäische Union, die ich ja auch nicht so mag, geht und interessant ist auch, daß „Literaturlärm“ bei ihrer „Buchpreisbücher-Vorstellungsrunde“, das Buch als zu politisch ablehnte und Mariki Fallwickl, eine der offiziellen Buchpreisbloggerinnen scheint beim Lesen damit auch nicht weiter zu kommen.

Nun mir hat es gefallen und ich habe dasLesen sehr genossen, werde mich jetzt an das letzte LL und das letzte SL der deutschen Liste machen, die ich noch habe und mir den Lehr und den Nolte und dann noch die Peschka vielleicht zum Geburtstag wünschen und mir die zwei anderen fehlenden Buchpreisbücher, wenn es geht, beim Literaturhaus-Flohmarkt, um ein paar Euro kaufen, da mir Bücher zum Normalpreis ja zu teuer sind.

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2017-09-26

Romeo oder Julia

Buch dreizehn der LL und Buch zwei der kurzen Liste und das ist interessant, denn das dreizehnte Kapitel spielt in Gerhard Falkners „Romeo und Julia“, der schon im vorigen Jhr auf der LL gestanden ist, eine besondere Rolle.

Ich  habe beim ersten Lesen des Titels wohl ich auch  „Romeo und Julia“ gelesen und vielleicht gedacht „Hej, das gibt es ja schon!“

Aber Romeo und Julia sind ein berühmtes Liebespaar, das unbedingt zusammenkommen wollte, das aber durch Intrigen nicht konnte. Heute ist das aber anders, denn da trennt man sich. Da läßt Romeo schon einmal seine Julia zurück, um sich einen Literaturpreis abzuholen oder für ein Jahr nach New York zu gehen und Julia rächt sich dann, in dem sie Romeo entsetzlich stalkt und zum Schluß natürlich beim Fassadenklettern in die Tiefe stürzt.

Aber natürlich das ist alles nur Phantasie und der 1952 geborene Lyriiker versteht es vortrefflich daraus  einen Shortlistroman zu machen, der vielleicht sogar den Preis gewinnt, wie eine Vloggerin vermutet, die das Buch aber nicht beendet hatte, weil es ihr zu sexistisch und zu freauenfeindlich war.

Dafür hat sie sich allerdings einige Male entschuldigt, denn der Schsundsechzigjähjrige ist ja ein sehr sympathischer Mann, wie sie merhmals betont und noch hinzufügte, daß er, weil sie das Buch abgebrochen hat, jetzt sicher den Preis bekommt.

Das weiß ich nicht so genau und bin, was den Sexismus betrifft wohl auch ein wenig abgebrühter, als die jüngere Frau, denke mir nur, schon wieder ein Mainstreambuch mit schöner Sprache, wo einer künstlerisch 1a seine Midlifekrise schildert, aber was interessiert mich das?

Das Buch hat aber schon etwas Interessantes, etwas, was für mich unter das Neue oder vielleicht das Berührende fallen würde, was ja jeder „gute Roman“ haben muß.

Es beruht auf einen wahren Vorfall. Das tut zwar wahrscheinlich jeder Roman, aber Gerhard Falkner spricht das offen in einem Interview an und hat das dem Buch auch als Nachsatz angefügt.

Daß ihm bei einem Kongreß in Innsbruck wirklich einmal seine Schlüßel und seine Notizbücher in seinem Hotelzimmer gestohlen wurde und, daß dort auch eine verwirrte Frau ihr neugeborenes Kind aus dem Fenster warf, was für ihn Anlaß war, diese Geschichte zu einem Roman zu verarbeiten.

Das Buch, das ich ja ziemlich spät lese, hat für mich auch eine Vorgeschichte, denn „Literaturlärm“ hat es bei ihrem „Longlist-Rundgang“, ja als eher uninteressant bezeichnet. Mir erschien die Vorschau aber ziemlich spannend und so freute ich mich auf das Lesen und das tat besagte Vloggerin, die dann später abgebrochen hat, auch und mir erging es beim Lesen fast ebenso.

Das heißt, ich habe nicht abgebrochen, das tue ich ja nie, bin aber über das erste Kapitel gestolpert, weil es mir viel zu konstruiert und abgehoben geschrieben erschien.

Das wird später besser und man kommt in das Buch hinein, das in drei längere und einem kurzen Teil geschrieben ist, die alle Städtenamen tragen. Innsbruck, Moskau, Madrid, Berlin.

Man sieht, die Shortlistschriftsteller kommen viel herum und werden überall von den den Goethe- und andere Instituten eingeladen, fahren zu Kongreßen und Festivals, wohnen dort in großen Hotels und saufen und vögeln sich durch die Veranstaltungen.

Das ist für mich nicht wirklich neu, obwohl ich ja an der anderen Seite sitze. Es ist aber, wie auch einige andere auf der LL, ein sehr gelehrtes Buch.

Anspielungen aus  Literatur, Kunst und Musik fliegen herum und Kurt Prinzholrn, so heißt der Held, hat auf seinen Kongreßen auch zwei Bücher mit, wo er nicht zu lesen kommt und ich rätsle jetzt herum, welches anderes Longlistbuch es war, wo der Protagonist, da gibt es ja auffällige viele Universitätsprofessoren und Schriftsteller, zwei Bücher mithatte.

Warhscheinlich war es „Das Singen der Sirenen“, denn „Die Kieferninseln“ muß ich noch lesen. Aber da habe ich schon gehört,  kommen auch ein Forschen und Bücher vor. Soviel nur zu dem Neuheitsanspruch der „guten Bücher“ und jetzt zurück zum Plot.

Kurt Prinzhorn reist also zu einem Schriftstellerkongreß oder Festival, das ist nicht so ganz klar und wird auch, glaube ich, doppelt benannt, nach Innsbruck und wird dort gestalkt.

Das heißt, in seiner Badewanne liegen lauter schwarze Haare, das Notizbuch und die Schlüßel sind weg und niemand glaubt ihm das sorecht.

Dann reist er weiter nach Moskau, weil er dort wieder auf einen Schriftstellerkongreß erwartet wird. Dort werden kleine Zettelchen in sein Hotelzimmer geschoben. Er logiert in einem Riesenhotel am roten Platz, wo man sich mit einer Schlüsselkarte ausweisen muß, um in sein Zimmer zu gelangen. Die Prostiutierten schmieren aber die Wächter und wecken dann früh Morgens die westlichen Touristen auf und Prinzhorn macht und das ist eine sehr schöne Schilderung, die Bekanntschaft mit einem streundenden Hund, den er „“Raskolnikov“ nennt.

Für den stiehlt er die Wurst vom Frühstücksbuffet und wenn man beim Frühstücken nicht aufpasst, zieht einem die Servierin Olga, die vollen Frühstücksteller weg. Man sieht, der Lyriker hat schöne Bilder und schiebt sie in seinem Stalkerkrimi, wo der mittelalteSchriftsteller sich durch seine Lesungen vögelt und säuft, auch immer wieder ein.

Er beginnt sich auch dem Rätsel auf die Spur zu begeben, sieht in dem Hotel mehrmals eine Frau mit Kapuzenjacke auftauchen und wird von ihr, als er weiter nach Madrid zu einem Vortrag und zu seiner Freundin Elsa reist, auch nicht verschont.

Er trifft die Verfolgerin, die Julia, die zwanzig Jahre später eine Pistole auf ihren Romeo richtet, weil er sie schmählich verlassen hat, in einer dunklen Gasse. Sie schießt aber noch nicht auf ihn, denn wir haben ja gelernt, in einem Roman muß alles spannend sein. So dringt sie erst einen Tag später in das Hotelzimmer ein, als unser Kurt Prinzhorn sich schon wieder in Berlin befindet. Dort erwartet ihn dann auch die Polizei und fragt ihn nach seinem Alibi, beziehungsweise zeigt sie ihm eine Postkarte, die des Rätsels Lösung ist, das ich zwar, weil das Ganze ziemlich kompliziert aufgebaut ist, nicht so ganz verstanden habe, obwohl andere Vlogger meinten, daß sie das Ende durch seine Banalität enttäuscht hätte.

Gerhard Falkener, glaube ich, ist aber sehr gewifft und versteht es, gekonnt seine Leser zu narren und ich muß schon schreiben, obwohl ich das mit den vögelnden Schriftsteller schon hundertmal gelesen habe, daß das Buch durchaus spannend war, vorallem weil Falkner offenbar versuchte, die Krimiform hineinzubringen, was bei einem Shortlistbuch, ja, glaube ich, als ziemlich unstatthaft gilt.

Also wieder ein Spiel der Ironie und noch etwas hätte ich jetzt fast vergessen, in Innsbruck taucht auf einmal unter lauter mir unbekannten und daher für fiktiv gehaltene Schriftstellernahmen Robert Schindel auf, aber vielleicht habe ich die anderen trotz meines weiblichen Lerserinneninteressen nicht erkannt. Was weiß man schon so genau und ich wünsche Gerhard Falkner für das Gewinnen natürlich alles Gute und werde mich jetzt an die drei anderen SS machen, weil ich den Lehr, der ja wahrscheinlich auch ganz gute Chancen habe, noch nicht bekommen habe.

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