Literaturgefluester

2017-07-14

Sisis Vermächtnis

Der „Picus-Verlag“ hat ein Sommerbuch auf den Markt geworfen, in  dem es vielleicht für die Touristen oder für alle „Kaisertreue“, die es noch geben sollte, um ein Vermächtnis der Kaiserin Elisabeth geht.

Und da gibt es gleich einen Doktor Joseph Kaiser, das ist ein dreißigjähriger Jurist, ein schöner junger Mann und ein bißchen ein Muttersöhnchen, der kaisertreuen ehemaligen Gräfin Theodora und der tritt eine Stelle als Direktor einer österreichischen Kulturstiftung an.

Die gibt es, wie im Anhang steht nicht wirklich, so wie auch alle Personen und die Handlung erfunden ist.

Aber die Kaiserin Sisi mit den langen Haaren gab es wirklich. Von ihr zehrt, wie man sieht, nicht nur der Tourismus, sondern auch die Buchbranche und die war, wie ebenfalls im Anhang steht, 1875 zwei Monate in einem normannischen Fischerdörfchen und hat dort, wie eine Hofdame angeblich ausstreute, angeblich ein Kind zur Welt gebracht.

Das ist natürlich nur erfunden. Aber seit damals fließt jährlich ein Scheck von der Stiftung in das Dörchen, das eine schöne junge Tierärztin mit dem Namen Elisabeth hat und in einem Leuchtturm lebt.

Dort gab es einen Bürgermeisterwechsel. Ein junger Sozialist hat da den alten Arnoul verdrängt und der schreibt gleich einmal einen Brief an die Stiftung, um eine Erhöhung des Schecks einzufordern und das führt zu Komplikationen und zu der „amüsanten, schwungvollen,  überraschenden Handlung“, wie im Klappentext steht.

Denn Joseph Kaiser reist nun nach Beauport, lernt dort Elisabeth kennen und verliebt sich unsterblich in sie.

Zuerst wird ihm aber eine Komödie vorgespielt. Der ehemalige Bügermeister spielt Elisabeths Ur- oder Ururgroßvater, der zwar schon 1953 gestorben ist, aber jetzt als über Hundertjähriger aufersteht, denn an ihn,  den Retter der Kaiserin während eines Badeunfalls, ist die Zahlung ja gegangen.

Joseph ist zuerst befriedigt, telefoniert der Sekretärin, sie kann den Scheck ausstellen. Dann kommt er aber darauf, es war alles Betrug, denn sogar der Vater Elisabeths ist vor kurzem gestorben.,

Also kein Scheck und eine Nachricht an die Nationalbank, daß die Überweisung eingestellt wird. Noch bevor Rückforderungen an das Dörchen geht, gibt es dort aber eine Krisensitzung und Joseph wird informiert, er hat sich selbst, das heißt, seine Stiftung aufgelöst, dem Steuerzahler zwar viel Geld erspart, wird aber nun nie und nimmer mehr im öffentlichen Dienst eine Stelle finden.

Ein kleines goldenes Schlüsselchen, das Elisabeth, dem Geliebten schenkt, hilft weiter, denn die kaisertreue Mutter und ein Freund Josephs dringen in das Hofkammerdepot ein, wo der Schreibtisch des ehemaligen Stiftungsdirektors, der all das veranlaßt hat, steht und dort finden sie ein paar Briefe, wo drinnen steht, Elisabeth ist die Erbin und der Staat muß an sie ein paar Milliarden zahlen….

Es passieren noch die üblichen Verwirrungen und Verwicklungen bis zum Happyend und man hat, wie Adele Neuhauser am Buchrücken schreibt, einen sehr packenden Roman gelesen, den die beiden Autoren, Ulrike und Manfred Jacobs, eine Psychologin und ein Jurist schwungvoll geschrieben haben.

Kein Klischee wird ausgelassen und man wird ein paar Mal an die Wien Cartoons des „Holzbaum-Verlags“ erinnert.

Manche Details der Wienerischen Sprache erscheinen mir dabei ein wenig langatmig. Aber ich  bin wahrscheinlich auch nicht die richtige Adressantin für einen Sisi Roman.

Kaisertreu bin ich ebenfalls nicht, aber schmunzeln läßt es sich schon ein bißchen, wie es zugehen soll in Wien, wo der Bundeskanzler von seiner kaisertreuen Gattin dirigiert wird, Handküsse passieren und am Ende die neue Elisabeth von dem Geld des österreichischen Staates in der Normandie ein Therapieheim für autistische Kinder aufmacht, dem ihr Joseph, als Jurist vorstehen wird.

Wien und die Kaiserin Elisabeth ziehen immer und ich habe im ersten Moment auch gedacht, ich lese jetzt einen Sisi- Roman.

Aber nein, es geht um eine leicht lockere Liebesgeschichte mit allen Wien- und Österreichklischees, wie es die Touriten wahrscheinlich lieben oder lesen sollen und auch eine waschechte Wienerin mit dem sozialistischen Vater und der böhmischen Großmutter, die von kaisertreu und Wien-Kischee weit entfernt ist, aber sich am Beginn ihrer Sommerfrische in einer Sommerakademie mit „Gott, Kaiser und Vaterland“ und der Rolle die die jüdischen Soldaten dabei spielten, beschäftigte,  zum Schmunzeln brachte.

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2016-07-11

In die Sommerfrische

Nach dem „Bachmannpreis“, den „Literaturgeflüster-Feierlichkeiten“ und der „Sommerakademie“ geht es jetzt richtig in die Sommerfrische, die dieses Jahr eine andere und eine etwas verkürzte wird.

Nur noch von Donnerstagabend und da werde ich mir vorher die Ö-Töne anhören, die diese Woche im Museumsquartier beginnen werden, bis Dienstag früh oder auch Montag Mittag, wenn ich am Nachmittag vielleicht eine Stunde habe oder der Alfred zu seinen Betriebsratsitzungen muß.

Das, was ich „Sommerfrische“ nennen, die Tage im Haus in Harland bei St. Pölten, das ich sogar im vorigen Jahr in meinem „Sommerroman“ verewigt habe, haben sich bei mir so eingebürgert.

Ist es ja das Haus, das Alfreds Eltern bauten, jetzt baut die Anna mit ihrem Freund daneben, das Haus, das ihr Großvater vor cirka zehn Jahren für sie begonnen hat und, das ich auch in einem Roman vereweigt habe, fertig.

Ich komme ja erst seit 1983 oder so nach St. Pölten, ab da waren wir, glaube ich, die Wochenenden da, eine Zeitlang,  als ich meine Praxis in der Gumpendorferstraße hatte, sind wir sogar jeden Tag nach Wien gependelt, das war die Zeit, als ich auch meinen Vater pflegte, das hätte die Anna dann, glaube ic,h nicht mehr länger mitgemacht, so habe ich mir eine Praxis in der Reinprechtsdorferstraße gemietet, schließlich sind wir in die Krongasse gezogen und ich habe Praxis und Wohnung an einen Ort gehabt.

Wann ich mit der „Sommerfrische“ angefangen habe, beziehungsweise im Sommer Montag und Dienstag Praxis machte und den Rest der Woche in Harland verbrachte und das „Sommerfrische“ nannte, weiß ich  nicht mehr so genau.

2008, als ich zu bloggen angefangen habe, war es aber schon so und seither schreibe ich auch darüber, beziehungsweise versuche ich meine Sommer literarisch zu zelebrieren mit den Stadtschreibertexten, das sind Texte oder Glossen die in St. Pölten zum Beispiel über die Frequency, aber auch über unsere Ausflüge nach Melk zum Beispiel entstanden sind, auf die Idee im Sommer Sommerbücher zu lesen, bin ich glaube ich durch „Leselustfrust“, ein Blog, den es nicht mehr öffentlich gibt, den ich aber 2009 oder auch 2010 sehr intensiv verfolgte, gekommen. Meistens bin ich in den letzten Jahre Ende Juni auch mit dem jeweiligen Text fertiggeworden  und habe den Sommerfrischenbeginn quais mit Recherche- und Materialsuchtagen begonnen.

Heuer ist auch das ein bißchen anders, denn es gibt ja noch zwei Texte zum Korrigieren und zwar die „Nika“, die zwar eigentlich schon vor „Paul und Paula“ fertig werden sollten, so habe ich geglaubt, aber dann Fehler und Fehler gefunden.

Es kann schon sein, daß ich da ein bißchen lustlos korrigiere, weil in der Sommerhitze einen „Adventkaldender“ durchzusehen, ist ja nicht gerade passend, ich hoffe aber doch, daß ich bald damit fertig werde und, daß das Buch demnächst erscheinen kann.

Dann gibts wieder ein Foto von mir und dem Buch, vielleicht setzte ich mir dazu auch die Weihnachtsmannmütze auf, die der Alfred, der Anna mal aus London mitbrachte, als er dort bei einem Bewerbungsgespräch war.

Ich weise meine Leser dann auf das Buch hin, sie können es aber gleich vergessen, beziehungsweise notieren, daß es das gibt und stattdessen beispielsweise das „Sommerbuch“ bestellen, das ja eigentlich auch der vorige Teil der „Flüchtlingsstrilogie“ ist und die „Nika“ dann im Dezember lesen, da weise ich im Blog sicher darauf hin, beziehungsweise wird ein paar Schnäppchen daraus geben.

Die Hauptkorrekturarbeit wird die „Berührungen“ oder „Nicht Berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ betreffen, wo ich gerade bei Szene siebzehn bin und vielleicht auch ein bißchen dabei trödle, obwohl mir der Text, der eigentlich aus deiner Schreibblockade oder einem sich zu schnell in einen Text hineinstürzen entstanden ist, eigentlich ganz gut gefällt.

Aber das fortwährende Fehlersuchen ist ja nicht gerade lustig und dann kommen auch die Gedanken, „Das ist nicht gut genug!“, Wenn ich daraus ein Gewinnspiel mache, meldet sich wieder niemand, der das Buch gewinnen will!“, „Damit komme ich nie auf die Longlist, weil ich es ja selber mache!“ etcetera….

Mit dem Herumschicken habe ich vor einigen Jahren aufgehört. 2000 ist glaube ich mein erstes Selbstgemachtes Buch erschienen, bis 2004, das war das „Tauben füttern“ habe ich, glaube ich, noch trotzdem ein Expose an die Verlage geschickt, dann schrittweise damit aufgehört und jetzt lasse ich meine Bücher, wenn sie fertig sind, nur mehr fünfzigmal drücken und „vermarkte“ sie auf meinen Blog, wo sie, glaube ich, ziemlich unbemerkt dahinschlummern, was natürlich ein bißchen schade ist und deprimiert, so daß ich  manchmal in Krisen komme, obwohl ich aus Kroatien  wieder die Idee für einen Roman mitgebracht habe, an den ich mich machen werde, wenn ich mit dem Korrigieren der „Berührungen“ fertig bin.

Wenn ich den Sommer herumtrödle und noch den September und den Oktober dazu brauche, geht es sich eigentlich für den „Nanowrimo“ gut aus, aber dann schreibe ich im November einen „Sommerroman“, was zwar nicht passt, aber auch nichts macht, denn im vorigen November habe ich ja über den Dezember geschrieben.

Ein wenig ist es schon schwerig oder ungewöhnlich, so abseits des Literaturbetriebs zu schreiben und ich bin auch nicht wirklich sicher, ob ich es mir so ausgesucht habe.

Habe ich ja in den Achtziger und Neunzigerjahren sehr viel und regelmäßig herumgeschickt, wahrscheinlich ein bißerl patschert und ziellos und die unverlangt eingesandten Mansuskripten hört man ja auch immer, haben keine Chance, so war es bei mir auch.

2000 hat mir der Alfred die „Wiener Verhältnisse“, sozusagen zum Geburtstag geschenkt.

„Wow!“ habe ich gedacht.

„So schön, so schnell so billig!“

Bis dahin habe ich ja immer gehört, daß man nie und unter keinen Umständen seine Bücher selber machen darf, das hat sich jetzt geändert, die Selfpublischer laden, glaube ich, sehr selbstbewußt ihre Bücher bei „Amazon“ hoch, vermarkten sich  selbst, schreiben Rezensionen und erzählen  von ihren Verkaufserfolgen, beziehungsweise füllen sie in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Hallen.

Überlegt, ob ich meine Bücher auch auf Amazon hochladen soll, habe ich schon, es aber bisher nicht getan und die Vermarktung auf meinen Blog scheint nicht wirklich zu funktionieren, obwohl ich mich eigentlich sehr bemühe und bei „Paul und Paula“ jetzt sogar ein professionelles Cover habe.

Das war auch eine Idee vom Alfred. Ich habe dagegen meine Bücher, die sie mir bei „Wikipedia“ hinausgestrichen haben, wieder eingetragen und nach dem „Bachmannpreis“ sogar gedacht, daß ich wenn ich mit  „Clarisse, Klara Claire“ früher fertig bin, vielleicht einen zwanzig Minuten Text schreiben soll, ihn ein bißchen hochstilisiere, auf Fehler korrigieren lasse und  an die“ Bachmann-Juroren“ auch ohne Verlagsempfehlung schicke.

Mehr als in den Mist werfen oder mir einen Brief schreiben, daß sie den Text leider ohne diese Empfehlung nicht bewerten können, werden sie nicht tun und auch das wahrscheinlich nicht, weil ich ja im „Literaturcafe“ hörte,“ die Juroren sprechen ihre Autoren vorher an und verlassen sich nicht auf das Eingesandte“.

Nun ja, früher habe ich mich auch, um Stipendien beworben und bei Preisen eingeschickt, in den letzten Jahren habe ich mich eher auf das Literaturgeflüster konzentriert, da auch Textbeispiele eingestellt, so daß die meisten meiner Texte veröffentlicht sind, auch wenn sie keiner liest.

Also in der Sommerfrische, die ja eigentlich nur mehr aus dem Freitag, denn das Wochenende ist ja mit Markt und Rudolfshöhe sehr eingeteilt und der Montag wegen meiner Praxisstunde und Alfreds Betriebsratssitzungen nicht immer ganz vorhanden, so fleißig, wie möglich korrigieren, dazwischen mit dem Rad in Richtung Ochsenburg oder St. Pölten fahren, bei der „Seedose“ den „Bücherschrank“ durchsuchen, auf den Aussichtsturm steigen und beim „Spar“ in Wilhelmsburg aus dem Hunderter, den ich mir wieder in die Umhängetasche gesteckt habe, ein Kipferl und einen Becher Kaffee kaufen.

Ob dabei neue Stadtschreibertexte entstehen werden, weiß ich noch nicht, „Stadtschreiberbuch“ gibt es jedenfalls keines, nur das das ich in der Woche vollgeschrieben habe, als ich acht Tage lang das „Literaturgeflüster“ feierte, weil es seinen achten Geburtstag hatte.

„Sommerbücher“ gibt es auch zu lesen, beziehungsweise zwei Stöße, den in Harland über dem Bett, da ist jetzt gerade der „Brave Soldat Schwejk in „Arbeit“, dann werde ich Elfriede Vavriks „Nackbadestrand“ vorziehen, denn das bilde ich mir zumindestens nach dem Titel ein, ist vielleicht auch ein Sommerbuch und in Wien warten noch der Richard Wagner, das ist nicht der Komponist, sondern der Exmann der Herta Müller  und die Ruth Schweikart, bevor ich hoffentlich endlich zu meinem „Vicki Baum – Schwerpunkt“ komme, von dem ich ja immer schreibe und auf den ich mich schon sehr freue.

Aber dann ist  es wahrscheinlich schon August und da wird ja am dreiundzwanzigsten, die heurige Longlist des dBp begkanntgegeben und am  sechsten Sepember, wenn die „Sommerfrische“ schon vorüber ist, folgt heuer erstmals die des österreichischen Buchpreises und da will ich ja auch die Verlage anschreiben,  mitlesen und darüber bloggen.

Also wird es sicher wieder ein schöner Sommer, wenn auch ein wenig anders und vielleicht ein bißchen Wien- zentrierter, was ja auch nicht schaden kann, weil die Ö-Töne vielleicht schon einen Vorgeschmackt auf die kommenden Buchpreislisten geben. Ich bin also gespannt und werde darüber berichten…

2016-07-08

Der Sommer ohne Männer

Mein heurigen Sommerbuch, der 1955 in Minnesota geborenen Siri Husvedt, Ehefrau von Pau Auster, von der ich die „Zitternden Frau“ und, ich glaube, noch etwas gelesen habe, habe ich vor ein paar Jahren um Weihnachten bei einem Abschlußverkaufs in St. Pölten bekommen.

Siri Husvedt, die sich in ihren Arbeiten, sehr auf Psychologisches zu beziehen scheint, schreibt darin von der Mitfünfzigerin, Mia, einer Schriftstellerin, die von ihrem Ehemann plötzlich eine „Pause“, wegen einer seiner Assistentinnen, wie Siri Husvedt ironisch schreibt „verordnet“ bekommt.

Das stürzt sie in eine Krise, bringt sie in die Psychiatrie, sowie zu einer verständnisvollen Therapeutin, so daß sie daraufhin beschließt, ihren Sommer bei ihrer Mutter und deren gleichaltrigen oder älteren Freuninnen zu verbringen, sowie einen Literaturkurs zu geben, der von sieben Schülerinnen besucht wird.

Sie gibt ihnen die Aufgabe über die „Grauslichkeiten“ und ihre Widersprüche zu schreiben, führt selbst ein Sextagebuch in dem sie ihre Vergangenheit erforscht, freundet sich mit ihrer Nachbarin und ihren zwei kleinen Kindern an und bekommt seltsame Briefe von einem Mister Niemand, der vielleicht, wie sich herausstellen wird, eine Missis ist.

Die Schülerinnen beginnen Alice, weil sie ein bißchen anders, eine Streberin oder so, zu mobben, werfen ihre blutige Binde voll Abscheu auf den Tisch, fingieren ein Date und die Lehrerin, die von ihrer Tochter Daisy inzwischen aufmunternde Briefe bekommt, das Dad schlecht aussieht und von seiner Pause weg ins „Hotel“ gezogen ist, veranstaltet in der Schreibgruppe zuerst ein Rollenspiel, dann wird ein gemeisamer Text verfaßt, mit dem alle leben können.

Eine der mütterlichen Freundinnen wird auf die „Alzheimer-Station“ abgeschoben, die andere erleidet einen Schlaganfall und Boris beginnt schließlich Briefe zu schreiben, in dem er seine Änderung gelobt und sieben Punkte anführt, die er in Zukunft beachten wird, von besser kochen und im Kühlschrank nachzusehen, ob auch genügend Milch da ist, das er Mia immer lieben wird, was ihr das wichtigste ist,  am Schluß kommt er selbst und die Midlife- oder Krise des die des Älterwerdens  ist überstanden und das Leben geht weiter bis in den Tod…

Einen theoretischen Excurs über das Geschlechterverhältnis und, ob Frauen denken können, gibt es auch und das ist es was die „Amazon-Leserinnen“ an dem Buch beanstanden, der fortwährende Excurs in die Psychologie-Psychiatrie und die Verwendung der entsprechenden Fachausdrücke.

Mich, die ich ja in der Psychologie zu Hause bin, stört das weniger, als Roman würde ich den „Sommer ohne Männer“ trotzdem nicht bezeichnen und eigentlich auch nicht als ein Sommerbuch.

Es ist ein Excurs über das Leben und da,s was einer Frau zwischen fünzig und sechzig so passiert, der Mann betrügt sie vielleicht, die Mütter werden alt und sterben, die Töchter flügge,  die jungen Ehefrauen werden vieleicht auch schon von ihren Männern betrogen oder geschlagen und die Kinder weigern sich zu sprechen oder tun das mit Phantasiefiguren, während es bei den Pubertierenden ADHD Verdacht gibt und die halbe Klasse Ritalin schluckt.

Ja, das Buch spielt in Amerika und wurde von einer amerikanischen Schriftstellerin geschrieben, so kommt der Sex natürlich vor und Dr. Freud.

Daß die Mädchen ihre Binden heutzutage noch in der Klasse verlieren, halte ich eher für anachronistisch, mir ist das, glaube ich, mal passiert, da werden wohl eher falsche Nackfotos und Hasspostings ins Facebook gestellt.

Im Writerstudio habe ich gelernt, daß solche Romane wohl mehr Personal Essays oder literarisch aufbereitete Memoirs sind. Noch etwas kommt bei Siri Hustvedt, der Frau eines berühmten Schriftstellers hinzu. Sie kommuniziert auch mit ihren Leserinnen, spricht sie an, gibt Ratschläge, etcetera. Das Ganze ist auch eher zusammenhanglos in kleinen oder größeren Minitaturen, die manchmal nur ein paar Sätze lang sind, geschrieben.

Zeichnungen gibt es auch und so könnte man sagen, daß ich ein interessantes künstlerisch aufgearbeitetes amerikanisches Buch über das Leben und, das was einer Frau zwischen fünzig und sechzig so passiert und in abgewandelter Form, mein Mann hat mich nicht verlassen und kauft die Milche und die Orangen auch regelmäoig sein, auch mir passierte.

2016-06-24

Sommerwende

Der Sommer ist jetzt doch herangekommen und da geht es ja bei mir immer nach Harland nach St. Pölten in die Sommerfrische, die heuer, das habe ich ja schon geschrieben, ein wenig anders werden wird. Ist der Alfred ja seit einem halben Jahr in Altersteilzeit, das heißt Montag und Dienstag zu Hause und so werde ich heuer auch drei Praxistage machen und am Donnerstagabend sozusagen zu einem Sommerfrischenwochenende bis Montag Abend oder Dienstag früh, nach Harland fahren.

Die Sommerfrische hat bei mir ja Tradition, denn damit hat ja vor fast acht Jahren mein Blog angefangen, nach dem Bachmannpreis, der damals noch Ende Jini war, heuer ist er das wieder und beginnt am nächsten Donnerstag, so daß ich ihn heuer in Wien und in Harland aufder Terrasse erleben kann.

Dann gibts das Blogjubiläum und was zu feiern, denn ich habe die letzten Jahre die Sommerfrische meistens auch mit Sommerbüchern, Sommerschreiben, ja einmal sogar mit einer selbsternannten Stadtschreiberprofession begonnen, denn bei mir ist alles selbstgemacht und so stecke ich mir seit ein paar Jahren auch einen Zwanziger oder Füünffziger in meinen Rucksack, wenn ich auf meine Radtouren nach Traisen, Wilhelmsburg oder Herzogenburg gehe, um mir einen Kaffee zu kaufen, ein Kipferl oder ein Donat.

Den offenen Bücherschrank bei der“Seedose“ gibt es ja auch, leider ist meine Bücherliste so lang und zugepfstert, daß ich nicht mehr so einfach miteinem Buch daraus auf Lesetour gehen kann.

Aber der „Sommer ohne Männer“ wartet in Harland ohnehin als Sommerbuch auf mich und mit einem solchen habe ich auch im letzten Jahr meine Sommerfrische nach dem Bachmannpreis begonnen, das heißt genaugenommen mit einer Lesung beim Sommerfestival im „Read!“!ingroom“ und dann habe ich mich auf die Terrasse gesetzt und „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen geschrieben“, die jetzt fertig geworden sind und die ich, meinen Lesern, wenn sie ein Sommerbuch suchen, auch empfehlen kann.

Ansonsten werde ich vermutlich zumindestens zeitweise an etwas völlig atypischen korrigieren, nämlich dem „Adventkalender“ und den werde ich dann höchstwahrscheinlich auch als mein neues Buch irgendwann vorstellen. Man kann sich ja den Artikel mit dem Bildchen von der Puppe mit der Weihnachtsmütze anschauen, eine kurze Notiz machen und dann zum Sommerbuch übergehen, denn ich stelle die „Nika“ im Dezember dann ohnehin nochmals vor und werde nur der schönen Ordnung wegen, auf das Buch, wenn es fertig ist, hinweisen.

Die Hauptarbeit werden dann ohnehin  die „Berührungen“ sein, die ich im Sommer korrigieren werde und dann wird es heuer noch zwei Änderungen geben, die erste ist nicht ganz so neu, denn wenn ich übernächste Woche Dienstag bis Donnerstag in Wien bin, kann ich ja zwei Tage zur Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte in die WU gehen und da dann auch mit dem Alfred Mittagessen, aber das habe ich auch schon an früheren Sommer so gemacht.

Neu werden die Ö-Töne sein, denn die sind ja ab dem vierzehnten Juli am Donnerstag und die werde ich mir geben und erst dann nach Harland fahren.

Ansonsten gibt es wahrscheinlich auch die Filmfestivals, da habe ich mich noch nicht so genau nach dem Programmen erkundigt und  im August, das mache ich dann zum zweiten Jahr das Buchpreisbloggen und wenn ich dazwischen in der Sommerfrische oder auch in Wien mit meinem Vicki Baum Schwerpunkt weitergekommen bin, wäre das sehr schön.

Das ich, wieder vielleicht  ein bißchen verrückt, dann zum Nanowrimo eine Sommergeschichte, nämlich die, die ich mir aus Kroatien mitgebracht habe und die am Campingplatz von Trogir spielen wird, ist auch eine Neuerung oder ein Schreibeplan, aber vielleicht komme ich schon im September ode3r Oktober dazu, das ist ja abhängig, wie lange ich  zum Korrigieren brauche.

Dazwischen werden wir im August für ein Wochenende nach Innsbruck fahren, weil der Alfred da Karten für ein Konzert gewonnen hat, ein Fest wird dann auch geben.

Dann komme ich Ende August zurück nach Wien, der Alfred fährt mit dem Karli allein nach Japan, ich gehe aufs Volksstimmefest und habe hoffentlich wieder einen schönen ereignisreichen Sommer verbracht, mit dem ich in mein „neuntes Literaturgeflüsterjahr“ starten werden, das, wie man sieht sowohl Stabilität als auch Veränderungen aufzuweisen hat, also fleißig schreiben und fleißig lesen, als selbsternannte Stadtschreiberin oder Literaturgflüsterfeiererin, denn das will ich mir heuer eine ganze Woche lang geben, ist egal und ausmalen in der Krongasse steht auch irgendwie noch an.

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