Literaturgefluester

2015-07-23

Durch die Hitze nach Herzogenburg

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Am Markt von St. Pölten hat es am Samstag eine Attraktion gegeben, eine Aktion mit einer Partnerstadt, Wilhelmsburg und Böhheimkirchen werden das auch einmal sein oder sind das schon gewesen, mit einem daraufhinweisenden Plakat, einer Musikkapelle, dem Bürgermeister und weil es diesmal Herzogenburg war, mit einer Abbildung des Chorherrenstiftes vor einem der Stände, Prospekte lagen auch auf, die zum Besuch in die Stadt an der Traisen lockten und ich fahre in meiner Sommerfrische, in den Osterferien etc auch immer gern einmal hin.

Diesmal bin ich, weil dort, wo man von der Traisen abzweigen muß, eine Baustelle war und keine Durchfahrt schon eineinhalb Jahre nicht dort gewesen. Also eine gute Gelegenheit sich das für diese Woche vorzunehmen, umsomehr da ja die Sandra Winter mit dem Andi Hermann ohnehin schon dorthin aufgebrochen bin und ich es mir extra verboten habe, die entsprechende Szene am Dienstag zu schreiben, weil ich mich in Stimmung bringen wollte.

Also gleich am Mittwoch, wenn es nur nicht so heiß wäre, schon seit drei Wochen Tropenhitze und Höchsttemperaturen an die sechunddreißig, siebenunddreißig Grad. Ich bin zwar nicht so wetterempfindlich und auch abgehärtet. Aber am Dienstag ist ein Klient nicht zu mir gekommen, weil er einen Hitzekollaps hatte.

Es wäre also vielleicht vernünftig gewesen, diese Monstertour etwas aufzuschieben, aber da ich ja nicht gern warte, schon gar nicht beim Schreiben und ich auch etwas bloggen will, nach einem relativ frühen Mittagessen aufgebrochen, um halb zwei, also noch während der Mittagshitze, aber vielleicht nicht mehr so ganz, eineinhalb Liter Zitronenwasser mitgenommen, Sommerkappel, weißes Leiberl, vorne mit einem Teddybär, das das Familienamt St. Pölten einmal bei einem der Hauptstadtfeste, die es, glaube ich, nicht mehr gibt, verteilte, aufgebrochen.

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Die Anna ist vorher mit ihrem Andi und dem Ouzo, das ist ihr aus Griechenland stammender Hund, der in meinem Sommerroman auch eine Rolle spielt, ist mir das doch eingefallen, als sie vor zwei Wochen da waren und ich die Doris Kloimstein im Cafe Schubert getroffen habe.

Losgefahren in der Sommerhitze und die Traisen war auch ziemlich leer, ein paar Badende an den Kiesstränden und im Wasser, ein paar Mähdrescher und ein Riesenlastwagen der Holz transportierte, denen ich ausweichen mußte und dann die, ich glaube vierzehn oder noch mehr Kilometer, vielleicht sind es zwanzig an der Traisen entlang.

Kurz vor Herzogenburg kommt ein Steg, dann muß man nach der Brücke abbiegen, an einem Kreisverkehr vor beifahren und ist bald am Hauptplatz, wo ich das Rad immer abstelle und zum Stift hinaufgehe.

Auch hier werden die Geschäfte immer weniger und die Sommerhitze war zu merken, obwohl eine Frau bei dem Modegeschäft, ihre Waren und ihre Kleiderpuppen nach der Mittagspause wieder hinausstellte.

Auch beim Stift war es leer, obwohl man dort sehr freundlich an einigen Schautafeln begrüßt wird „Grüß Gott, Führungen gibt es im Sommer um 9.30, 11.00. 13.30. 15 Uhr, die hätte ich gerade versäumt gehabt, und 16.30, Treffpunkt beim Spop bzw. Klosterladen!“

An den gehe ich dann immer vorbei und bei dem Tor hinaus, wo man auf die Straße kommt und es Bankerln zum Niedersetzen gibt.

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Da habe ich dann wieder vier Szenen in mein kleines Stadtschreiberbüchlein geschrieben,  „Kafkaesk“ war der Buchstabe „K“, denn das „H“ für „Herzogenburg“ war schon verschrieben. Beim „L“ ging es dann über das „Lesen“ bzw. den deutschen Buchpreis, denn über den schreibt die Sandra  ihre Diplomarbeit, der Lehrer Andreas Hermann interessiert sich dafür und ich tue das auch, will mich heuer im Langlistenlesen üben und überlege schon wer dann heuer auf dieser Liste, die am 19. August bekanntgegeben wird, stehen wird?

Bei den deutschen Autoren wäre mir fast nur Ralf Rothmann mit seinen neuen Roman „Im Frühling sterben“ eingefallen. Aber der hatte „Keine Lust auf die öffentliche Arena“ und ließ sich gar nicht erst nominieren.

Also Annika Reichs „Die Nächte auf ihrer Seite“ vielleicht, aus der Schweiz Jens Steiner und bei den Österreicher der Arno Geiger „Selbstportrait mit Flußpferd“, Valerie Fritsch mit „Winter Garten“, Vea Kaiser, vielleicht auch Olga Flor „Ich in gelb“ oder Gertraud Klemms „Aberland“ Ruth Cerhas neues Buch wird in den Blogs auch sehr besprochen, Dana Gricorcea, Theresa Präauer…

Mal sehen noch ist ja etwas Zeit und ich mußauch noch eine Eleni Szene schreiben, die ist wieder in Griechenland und da könnte der Hund Ouzo verschwinden und eine Nachbarin hat gesehen, daß ein obdachloser Schwarzer, einer der Bootsflüchtlinge, die in Athen gestrandet sind, mit ihm spielte und ihn vielleicht mitnahm, um ihm aufzuessen, denn man hört und liest ja so viele fürchterliche Geschichten und bei „N“ wird die Fatama zum Psychiater bestellt, um ihre Traumatisierung zu beweisen und geht nach dem Besuch in die „Nationalbibliothek“ um bei Joseph Roth über die Wiener Küche „Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Apfelstrudel, Sachertorte, etc“ nachzulesen und wird da von einem alten Herrn, dem achtundfünfzigjährigen Gymnasiallehrer Werner Eberhard angesprochen, der vor einem Jahr seine Frau Karoline an einem Krebs verloren hat, deshalb sehr oft hierhergeht und jetzt will er auch für Fräulein Majatschuks Dissertation über Bertha von Suttner etwas heraussuchen und es ihr in die Ostukraine schicken.

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Nachher habe ich mir in einem der Cafes am Hauptplatz ein Zitroneneis gegönnt. Das können die Sandra und der Andi auch gleich machen, aber die konsumieren wahrscheinlich einen Eiscafe. Ich kaufte mir ein Stanitzel und beim Rückweg habe ich dann die Traisen fast nicht gefunden.

Dann hat die Rückfahrt  gut geklappt, jetzt waren auch mehr Jogger, Radfahrer, Nordic Walker unterwegs und ganz viel los war natürlich bei der „Seedose“ und beim Viehhofner See.

Nicht bei der Bücherzelle dort, die ist zwar immer voll mit Bücher, hat aber nicht soviele Interessten, so konnte ich darin wühlen und wieder nach einigen Doppelten greifen, was ich nächste Woche wieder zurücklegen werde und für den Alfi war auch etwas dabei „Warum die Männer nicht über ihre Gefühle reden und die Frauen so schlecht einparken können“.

Der wird jetzt bald sechzig und gibt dann ein großes Fest, auf das er sich schon lange vorbereitet und es war trotz der Hitze ein schöner Ausflug, den ich hoffentlich auch dementsprechend literarisch verwerten kann.

2015-07-18

Schreib- und Sommerfrischenbericht

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Der Montag und der Dienstag waren ein wenig hektisch. Vier Befunde, die Lesung, die noch vorbereitet mußte, Besuch der Linda, Besuch beim „Wolf“ und dann bin ich noch aufs Bezirksamt gegangen und habe für die Wien-Wahl im Herbst für „Wien anders“ unterschrieben und dem Manfred Lagler-Regall, der mein 1000 Kommentierer war, habe ich auch das versprochene Buch geschickt.

Da hat es mich ja sehr gefreut, daß ich in der Woche um meinen Bloggeburtstag, die fehlenden Zehn so schnell zusammenbekommen habe.

Der Gewinner hat mir zwar sehr direkt geschrieben, daß ihm lieber wäre, wenn ich seine Bücher endlich lesen und auf „Kathpedia“, „Read.me cc“, „Wikipedia“ oder bei mir bespreche.

„Amazon“ hat er dabei vergessen, aber er ist auch ein „Selbermacher“ , der noch das Wort „Eigenverlag“ verwendet. Das war zwar ein wenig kränkend, nach zweiundvierzig Jahre erfolglosen Schreibens und sieben Jahren bloggen darüber, habe ich mich aber schon daran gewöhnt, daß sich niemand für mein Schreiben interessiert und kann auch verstehen, daß das Egene wichtiger ist.

Aber die „Lektüre vor dem Schlafengehen“ liegt sowieso schon ganz vorne bei den Leseplänen. „Die alten und die neuen Häuser“ habe ich ein wenig reuig und ambivalent hervorgeholt, weil sie ja wirklich weit hinten gelandet waren, Andererseits werde ich ja nicht alles, was ich mir für heuer vorgenommen habe, schaffen und war bei der Durchsicht in schlaflosen Stunden dann auch erleichtert, da das zweite Buch eine Wiederholung, beziehungsweise Ergänzung des ersten, also schnell zu lesen sein wird.

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Die Post hat mich auch noch etwas verunsichert, als sie für das dünne Büchlein in dem orangen Kuvert plötzlich das doppelte Porto, als die letzten Male haben wollte und mir  erklärte, das wäre die Farbe des Kuverts und  am Mittwoch wieder auf das Land gefahren, um an meinen achtunddreißig Seiten Sommertext, den ich in der vorigen Woche wirklich flott vor mich hingeschrieben habe, weiterzumachen.

„Ist dir nicht fad?“, hat mich die Anna vor Jahren einmal bezüglich meiner Sommerfrischepläne gefragt.

Ist mir nicht, denn Lesen in der Badewanne, Radfahren an der Traisen ist ja schön und mein Sommerroman treibt mich auch voran, beziehungsweise heizen da ja auch die politschen Ereignisse, die heuer wirklich rasant auftreten, an.

Da ist vom Sommerloch heuer  keine Spur und es war nur etwas schwierig, nach den zwei turbulenten Arbeitstagen wieder in den Plot hineinzukommen.

Bin aber zuerst in den Traisenpark gefahren, habe für die Schwiegermutter zum Geburtstag und für mich je eine Packung Meeresfrüchte, statt der üblichen Katzenzungen, in der „Schokothek“ gekauft, in der Seedosen-Telefonzelle gab es für die Oma zwei der von ihr gewünschten „Reader`s-Digest-Sammelbände“, für mich gab es zwei Bücher wo ich nicht sicher war, ob ich nicht schon hatte.

Aber Paul Austers „Sunsetpark“ habe ich noch nicht gelesen., Wolfang Katzers „Yellowstone“ habe ich schon in Wien gefunden, die Schwiegermutter ist aber eine begnadete Krimileserin und Juli Zehs „Corpus Delicti“, das ich mir am Samstag vom Alfred doppelt kaufen lief, habe ich in den Schrank hineingelegt.

Ja langsam verliert man den Überblick und auf den Blogs wird heiß über Literatur diskutiert. So werden auf der einen Seite die Buchpreisblogger auf der dbp Facebookseite vorgestellt, auf der anderen wurde die  „Hotlist“, die alternative Buchpreisliste der unabhängigen Verlage, die es seit einigen Jahren als Ergänzung zum dBp gibt vorgestellt, da kann man seine Kanditaten wählen, das einzige Buch, das ich von dieser Liste kenne, war das Graphic Novel „Irmina“, das mir sehr gut gefallen hat.

Buzzaldrin berichtete über eine Büchersendung und verlost ein paar Bücher davon, sie hat aber einen so großen Zugriff, daß ich wahrscheinlich nicht bei den Gewinnern bin, dafür habe ich vor zwei Wochen beim „Bücherschmaus“ den Clemens Haipl gewonnen, den ich  schon gelesen habe, obwohl ich gar nicht so genau wußte, daß ich da bei einem Gewinnspiel mtmachte, als ich über meinen Besuch in der neuen Buchhandlung bloggte.

Nach dem leicht griechischen Mittagessen, gebratene Melanizani mit Joghurt, Reis und gebratene Tomaten in Zwiebel und Knoblauch, versucht wieder in den Text zu kommen, die  dreizehnte und vierte oder fünfte Sandra Szene geschrieben. Da wechselt sich die Sandra ja immer mit jeweils einer ihrer Freundin ab und die war, bevor ich nach Wien zu den Lesungsvorbereitungen gefahren bin, an der Traisen schwimmen, beziehungsweise ist sie auf einem Badetuch mit einem Buch dort gelegen und wurde von der Pflegehelferin Stefania, die ihre Oma im Rollstuhl dorthin fuhr, besucht und ein Mail von der Eleni, ob sie sie mit ihrem Freund besuchen darf, wenn sie mit einem Hundetransport nach Wien kommt, ist auch gekommen. Der Anschluß, den ich gefunden habe war dann, daß die Sandra wieder nach Hause fährt und mit der Großmutter beim Fernsehen ein wenig plaudert und in der nächsten Szene, die ich am Mittwoch geschrieben habe, plant die Eleni mit dem Gioros ein paar Tage mit ihrem Hund Ouzo nach Wien zu kommen, beziehungsweise drängt sie Giorgos  den doch ein paar Stunden in seiner Wohnung zu besuchen und da ihr der Vater ein paar Kondome gegeben hat, kann ja nichts passieren.

So geht es weiter in der Sommerfrische, Radfahren, Mittagessen und dann am Nachmittag zwei Szenen auf der Terrasse schreiben.

Am Donnerstag war als Radtour wieder Wilhelmsburg geplant, wo es sich  an der Traisen sitzen läßt und bei einem beim „Spar“ gekauften Cafebecher und einem Croissant vom „Penny“ ein paar Szenen in das „Stadtschreiberbüchlein“ schreiben käßt und die Sandra kann  dann auch die „Sommer am Wasser-Tour“ wiederholen, in der Seedosen-Telefonzelle ein paar Bücher finden, ist sie ja sicher auch eine bibliophile Frau, auf die Aussichtswarte steigen und vielleicht begegnet ihr da, statt einem Kind auf den Schultern seines Opas, ein junger Mann, der ein bißchen mit ihr flirtet, während die Fatma, die inzwischen in Lampedusa angekommen ist, sich von Frau Leila und ihrem Enkel trennt und sich nach Wien durchschlägt und die Jelena hat ja auch ein Mail geschrieben und gefragt, was Sandra von den Heiratskatlogen hält?

Wie bitte? Aber deren Antrag auf ein Visum und ein Forschungssemester in Wien, damit sie ihre Dissertation über Bertha von Suttner weiterschreiben kann, wurde schon wieder abgelehnt. Da erzählte ihr eine Freundin von einem Heiratskatalog, in dem man sein Foto stellen und einen Mann in Österreich, Deutschland oder wo auch immer finden kann und vielleicht findet die Jelena, da einen pensiopnierten Deutschlehrer mit dem sie wegen ihrer Großmutter, die sie nicht verlassen will, wenigstens in Briefwechsel bleiben kann.

So weit so what, dreiundvierzig Rohseiten und 20 277 Worte gibt es derzeit schon und es flutscht wirklich flott dahin. Daneben schaue ich mir „You Tube-Filmchen“ über Griechenland, Donezk und die Flüchtlingssituation an, um mich über meinen Stoff zu informieren und das Coverfoto für „Selmas Kopftuch“ gibt es inzwischen auch.

Die schöne alte Puppe meiner Mutter mit den langen Zöpfen, der habe ich ein grünes Seidenkopftuch aufgesetzt und wahrscheinlich bekommt sie zu Weihnachten, die rote Weihnachtsmütze und dient als Cover für die „Nika Weihnachtsfrau“.

Ja, so dümpelt es dahin und während ich es auf der „Selfpublisherschiene“ mit der Handvoll Zuhörer und wenn es hoch kommt drei „Gefällt mir Kommentare“ in der Woche tue und mich mit alten Büchern im „Longlistenlesen“ übe, werden anderswo die Preise vergeben.

Wer heuer den „Veza Canetti Preis“ bekommen wird, weiß man offiziell noch nicht, zumindest habe ich das im Netz noch nicht gefunden, im Vorjahr hat das die Olga Flor sehr rasch auf ihrer Seite bekanntgegeben.

Der oder die Erich Friedpreisträgerin wird auch erst im September verlautet, aber Reinald Goetz konnte man vorige Woche lesen, der der sich beim Bachmannlesen mit der Rasierklinge ritzte, mit „Abfall für alle“ und „Klage“ ein früher Blogger war und 2012 mit „Johann Holtrop“ auf der Longlist stand, wird der neue Büchner-Preisträger sein. Den „Reinhard-Priesnitz“ Preis 2015 wird für mich überraschend, die zweite „Alpha-Preisträgerin“ Anna-Elisabeth Mayer, erhalten, hätte ich die doch nicht für so experimentell gehalten.

Aber Anna Weidenholzer ist ja auch „Priessnitz-Preisträgerin“, dafür bekommt eine Lyrikerin nämlich Barbara Hundegger den „Anton Wildganspreis“ 2014, denn der wird ja immer ein Jahr verspätet, wahrscheinlich auch im Oktober vergeben und ich werde weiterschreiben, beziehungsweise in die Badewanne lesen gehen.

2015-07-08

Zu Doris Kloimstein ins Cafe Schubert

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Die erste Sommerfrischenwoche ist vorbei und die zweite hat mit ein bißchen Regen begonnen, ganz so heiß, wie in der  ersten, die durch das „Bachmannhören“ sehr rasant gewesen ist.

Ein bißchen bin ich zwischendurch Rad gefahren, einmal zum Einkaufen zum „Lidl“, einmal nach Wilhelmsburg und da sind in das kleine Büchlein vom Tag des Buches, das es jetzt das dritte Jahr in Folge gibt, ein paar Textbrocken bezüglich „Der wunderbaren Sommererlebnisse der prekären Literaturstudentin Sandra Winter“ entstanden.

Die ersten eineinhalb Textseiten sind in der Juni-Schreibgruppe beim „Sommerschreiben“ entstanden und dann ist das Ganze erstmals liegengeblieben und ich habe an „Selmas Kopftuch“ korrigiert, mich aber entschloßen pünktlich in der Sommerfrische mit dem Sommertext zu beginnen, den Klaus Khittel in der Schreibgruppe  als viel zu ehrgeizig konzipiert gesehen hat.

Am Freitag als ich nach Wien zur Lesung bezüglich des Wiedner Hauptstraßen Straßenfestes gefahren bin, habe ich mir die Texte für die Lesung bezüglich des Sommerfestivals am nächsten Montag vorbereitet, die eineinhalb Seiten, der „Sandra Winter“, dann was aus „Tauben füttern“, „Sommer am Wasser“, wie mein Lesungstetitellautet und dann noch den Beginn der „Miranda“.

Die eineinhalb Seiten habe ich dann am Montag korrigiert und hätte weiterschreiben wollen, aber irgendwie war alles weit weg und ich habe erst einen Anlauf gebraucht, bis ich die eineinhalb Seiten auf sechs ergänzt und die Sandra Winter nach Harland nach St. Pölten fahren habe lassen.

Dort sitzt sie dann mit der slowakischen Pflegerin Minka und der dementen Großmutter beim Fernsehen und sieht den Bericht über das Referendum der Griechen bezüglich des Einsparkurses, denkt an ihre Freundin Eleni und der ist dann die zweite Szene gewidmet.

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Zwei Szenen, zehn Seiten und 4154 Worte habe ich jetzt und noch einige Pläne. Als nächstes fährt die Sandra Einkaufen zum Lidl, kauft griechisches Joghurt und griechische Antipasti, dann bekommt sie ein SMS, von Fatma Challak, ja die kennen wir schon, ihr Bruder Fahrid ist von der IS erschossen worden. Da haben die Eltern sie in ein Boot gesetzt und sie ist jetzt auf den Weg nach Lampedusa, beziehungsweise nach Wien, denn sie hat ja an der deutschen Schule in Damaskus maturiert und Eleni Soualaki, die prekäre Literaturstudentin aus Athen, jobt in einer Hundefängerorganisation und verliebt sich da in einen kleinen Hund namens Ouzo.

Der ist autobiographisch, beziehungsweise heißt der, den die Anna und der Andreas seit einiger Zeit haben so, kommt aus Griechenland und die waren jetzt alle drei auch in Harland und am Samstag habe ich mir bevor ich mit dem Rad zum Markt gefahren bin, um dort das obligatorische Würstl bzw. einen Toscana Burger zu essen, mit der Doris Kloimstein vereinbart, sie am Mittwoch, um zehn im Cafe Schubert zu treffen.

Das haben wir schon einmal gemacht, vor einigen Jahren, damals bin ich durch das Frecency Treiben gefahren, habe mich geärgert und dem Bürgermeister einen Brief geschrieben und Manfred Lagler-Regall, einer meiner eifrigen Kommentator, den ich regelmäßig bei den Osterspaziergängen der LItGES treffe, hat mir da das erste Mal geschrieben und er ist auch, Tusch und ein Hoch an ihn, mein tausendster Kommentar, denn ich habe es wirklich geschafft, seit meinen Geburtstagsartikel die gewünschten zehn Kommentare zusammenzubekommen.

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Jetzt kann ich auch der Ruth auf ihren 999 Kommentar antworten, denn ich wollte nicht die Tausendste sein und mit der Doris Kloimstein, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in einem Hochhaus in St. Pölten kennengelernt habe, die lange Zeit die Obfrau der LItGES war und jetzt auch eifriges Mitglied unserer Schreibgruppe, gab es dann auch ein eifriges Plaudern. Zum Beispiel über den Roman, den sie gerade plant, zwischendurch wurde sie immer wieder von einigen Bekannten angesprochen, denn St. Pölten ist ja ein Dorf und die Doris eine bekannte Person.

Am Markt haben wir sie auch schon einmal getroffen und einmal war ich mit ihr während der Sommerfrische auch mit ihr griechisch essen und anschließend mit Brigitte Schramm, die ich zufällig getroffen habe, im Cinema Paradiso, Cafe trinken. St. Pölten ist ein Dorf beziehungsweise Landeshauptstadt und ich nütze die Sommerfrische auch immer gerne zu literarischen Begegnungen, obwohl ich dort nicht so viele Leute kenne und es im Sommer auch kein Literaturprogramm zu geben scheint.

Aber jetzt habe ich  vor einen Roman über die Sommerfrische zu schreiben, einen Sommerroman über die prekären Erlebnisse einer Studentin und ihren drei Freundinnen, die aus prekären Orten wie Athen, Damaskus und Donezk kommen. Da bin ich jetzt wieder zuversichtig, daß ich das kann, obwohl ich es irgendwie nicht schaffe, die anderen auf mein Schreiben aufmerksam zu machen.

Die dritte  und die vierte Szene, die der Sandra und der Fatma Challaki werde ich demnächst schreiben und dann mit den „Erlebnissen einer Anarichistin in Griechenland“ in die Badewanne steigen.

Dieser Sommer kann interessant werde, auch wenn es jetzt stark regnet und ich infolgedessen im Wohnzimmer zwischen den beiden Bücherregalen statt auf der Terrasse sitzen und die Linda aus Amerika werden wir am Montag auch treffen und deren Sohn Niklas war ja, glaube ich oder habe ich gehört mit der Milena Michiko Flasar einmal befreundet.

2015-07-01

Sommerfrischenbeginn

Ab Mittwoch geht es wieder in die Sommerfrische, die ich ja seit einigen Jahren im Sommer im Juli und August in Harland bei St. Pölten mache, meine Praxisstunden zusammengelegt und dann am Dienstagabend hinaus aufs Land, um dort zu schreiben, zu lesen, Rad zu fahren etc. Seit sieben Jahren blogge ich nun und feiere am Freitag „Sieben Jahre Literaturgeflüster“ und da habe ich die Sommerfrische, die ja meine Art des Stadtschreibertums ist, auch immer erwähnt, vor zwei Jahren habe ich mich dann zur „inoffiziellen Stadtschreiberin von St. Pölten erklärt“, das kleine Büchlein genommen, daß es seit einigen Jahren auch am Tag des Buches gibt, in das man etwas hineinschreiben kann und da meine Stadtschreibergeschichten und Impressionen vermerkt und das dann fein verlinkt. Lesemarathone habe ich auch veranstaltet und alles, was mir in dieser Zeit in St. Pölten aufgefallen ist, aufgeschrieben, die Führung mit dem Bürgermeister beispielsweise, den Besuch am Markt, etcetera.

Voriges und vorvoriges Jahr bin ich auch mit meinen jeweiligen Texten am Sommerbeginn fertig geworden, so daß ich jeweils etwas Neues beginnen konnte und heuer ist es ebenso oder eigentlich nicht ganz.

Denn genau genommen bin ich mit dem Korrigieren von „Selmas Kopftuch“ noch nicht fertig und ich fürchte, ich habe zumindestens die Frau Nowotny noch einmal falsch darin stehen, aber da ich ja schon seit einiger Zeit vorhabe, beim nächsten „Nanowrimo“ einen Adventkalender mit einer „Nika Weihnachtsfrau“ zu schreiben, ist mir zu Ostern die Idee gekommen, im Sommer in der Sommerfrische mit einer Sarah Sommer oder Sandra Winter dasselbe zu machen, dafür habe ich mich gleich beim Sommerfestival im „Read!!!ingroom“ zum Lesen am 13. Juli angemeldet, was ein bißchen vorwitzig war, da schon einen ganzen Roman zu haben, bei der letzten Schreibegruppe, ist aber das Eingangskapitel entstanden und da hat der Klaus Khittel „bemängelt“, das das ein Szenario für ein Jahrhundertwerk, wie etwa die „Strudelhofstiege“ werden könnte, obwohl ich dachte, ich schreibe das nur die Monate Juli und August, hole mir beim Radfahren oder bei den Seen oder an der Traisen die Ideen und bin dann, wenn ich wieder nach Wien zum Volksstimmefest zurückkehre damit fertig, ganz egal, wie lang das jetzt ist, könnte auch nur eine Kurzgeschichte werden, wenn ich vielleicht erst im August mit dem Korrigieren fertigwerden sollte.

Jetzt denke ich, ich fange am jeden Fall am Mittwoch damit an und da werde ich, wie im letzten Jahr mir selber auch ein bißchen lobend auf die Schulter greifen, mir vielleicht wieder eine Laudatio halten oder die Texte vorbereiten, die ich am Dreizehnten lesen will, aber das mache ich vielleicht doch besser in Wien, denn da habe ich eine Stoppuhr, die Bücher und kann mir das „Sommer am Wasser“  ausdrucken, aber nach St. Pölten könnte ich radeln und mir vorher einen Fünfziger das Sommerfrischenhonorar für die Croissants oder Donuts, die ich mir beim Radfahren kaufen könnte, in die Tasche stecken und am Abend beginnt ja auch die Eröffnung des Bachmannwettbewerbes, der heuer wahrscheinlich ein sehr spannender werden wird, weil die Ronja von Rönne, diese dreiundzwanzigjährige junge Frau, deren erster Roman im nächsten Jahr erscheint, ja sehr  provkant vorher angetreten ist, aber auch die Michaela Falkner, die Valerie Fritsch, die Nora Gomringer etc sehr starke Stimmen haben.

Das werde ich mir dann wieder über das Internet geben, am Donnerstag in Harland, am Freitag am Vormittag in Wien, denn am Nachmittag ist da ja, wenn es nicht regnet, das Wiedner Hauptstraßenstraßenfest, wo ich nach dem lieben Rudi lesen werde und da meinen siebenten Geflüster-Geburtstag auch prominent feiern werde, mit einem Glas Sekt oder Rotwein, etc.

Dann hinein in das Schreiben, in die Geschichte der prekären Studentin Sandra Winter und ihren drei Freundinnen, Eleni aus Athen, die sich  jetzt vor dem Bankomaten anstellen muß, um ihre täglichen sechzig Euro herauszubekommen, beziehungswweise Griechenland, wenn ich dann darüber schreibe, vielleicht schon zusammengebrochen ist, Fatma Callaki aus Damaskus, die in Traiskirchen auf dem Boden schlafen muß, weil sich die Länder nicht auf eine menschengerechte Unterbringung von Flüchtlingen einigen können und Jelena Majatschuk aus Donetz, wo es wahrscheinlich auch  nicht gerade lustig ist, hineinspringen.

Bis Ende August habe ich damit Zeit und es gibt ja auch zwei literarische Ereignisse, die meine Sommerfrische beginnen und auch beenden, Beginn ist der Bachmannpreis, das habe ich schon erwähnt, enden tut es dann vielleicht schon Mitte August, wenn die Longlist des DBp verkündet wird, aber da gibt es heuer auch Erneuerungen, beziehungsweise Vorverschiebungen, denn einige Blogger haben sich da ja vor zwei Jahren zusammengetan und das Longlistenlesen verkündet, daß sie heuer schon am 29. Juni offiziell auf der dBp Seite verkündigten und sich als Bloggerjury betrachten.

Sieben wurden da ausgewählt, offiziell zu bloggen, die anderen können, wie ich einmal  behaupte, das, wenn sie wollen, inoffiziell tun und ich werde das auch, auch wenn ich nicht vorhabe, wie der Otto mir die zwanzig Bücher zu besorgen und sie hinunterzulesen, weil ich das wegen meiner langen Liste, auf der ja noch einige dBp Bücher der letzten Jahre stehen, nicht kann.

Ich habe mir aber die beiden Streeruwitz-Bände nach Halrand mitgenommen und werde sie als Lektüre zu der Sandra Winter lesen und dann die Harland Bücher hinunter und weil ich in den letzten Monaten ohnehin sehr schneckenlangsam beim Lesen war, werde ich da, habe ich mir vorgenommen, jetzt etwas schneller sein und in der Sommerfrische einiges aufholen.

Also wieder große Pläne für den Sommer und die „Selma“ liegenlassen oder zwischendurch Korrigieren oder nachher ist ja egal, weil es außer mir ohnehin  niemanden interessiert und der Alfi  noch beim Korrigieren von „Im Namen des Vaters“ ist und da auch nicht viel weitergeht.

Aber einen schönen Sommer und einen schöne Sommerfrische, zumindestens habe ich das vor und werde, weil meine Reisen, das Radfahren durch Deutschland, das Leipzigwochenende, der Kurztrip an den Attersee, das erste Wanderwoche und der erste Ungarn-Aufenthalt mit der Oma, der Anna und dem Andi schon vorüber ist, da auch nicht gestört werden.

Das heißt ein zweites Wanderwochenende wird es noch geben und Alfreds sechzigstes Geburtstagsfest und hoffentlich auch schönes Wetter, obwohl mich der Regen bekanntlich nicht sehr stört.

2015-06-29

Europa Erlesen-Salzkammergut

Filed under: Bücher — jancak @ 00:13
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Der „Wieser-Verlag“ hat ja die „Europa-Erlesen-Reihe“, wo eine Reihe von europäischen Städten, Gegenden, etc, literarisch vorgestellt werden und die man, wie in den Vor-oder Nachworten empfohlen, bestens dafür geeignet sind, sie zu den jeweiligen Reisezielen als passende Lektüre mitzunehmen.

Der liebe Rudi Lasselsberger hat mir einmal das „Linz-Bändchen“, wo, glaube ich, ein Text von ihm enthalten ist, geschenkt und vor ein paar Wochen lag eine Reihe dieser Bände vollkommen neu und unbenützt, im Bücherschrank und so habe ich zugegriffen und da ich mir vor einigen Jahren angewöhnt habe, meine Reisen mit den entsprechenden Büchern zu begleiten, habe ich  das Bänchen eingepackt, als wir zu Sladky 27, 28 oder 29 aufgebrochen sind, weil ich dachte, das geht jetzt ins Salzkammergut, was, wie mich Hubertus Czernin, der Herausgeber, belehrte, nur zum Teil stimmt, denn das Tote Gebirge, liegt zwar im steirischen Salzkammergut, aber die ausgewählten Texte bezogen sich hauptsächlich auf Bad Aussee, Bad Ischl, das Ausseerland, etc und durch Bad Aussee, sind wir bei der letzten Sladky-Wanderung durchgefahren, als wir von der Rinnerhütte kamen, aber dort wollen wir von der anderen Seite, erst beim nächsten Sladky hinauf.

Egal. Die Salzkammergutlektüre hatte ich schon vorige Woche eingepackt, als es kurz zu Luis Stabauer an den Attersee ging, da allerdings einSalzkammergutbuch von Alfred Komarek, das ich dann nicht gelesen habe.

Auf den Berg habe ich gedacht, ist aber das kleine „Wieser-Bändchen“ handlicher, was dann so auch nicht stimmte, weil ich zum „Tauplitz-Haus mit dem Auto hinfahren konnte und einige der Gruppe mit Reisetaschen angekommen sind.

Ich habe, als ich gesehen habe, daß es mit Peter Altenberg und Alexander Lernet-Holenia beginnt, das Lesen dann am Freitagbabend unterlassen, es aber am Samstag nach der verregneten Tour auf den Tragl wieder aufgenommen und das Buch auf einen Zug ausgelesen, beziehungsweise, durchgeblättert.

Herausgeber ist, der 2006 verstorbene Hubertus Czernin, das Bändchen ist 1998 bei „Wieser“ herausgekommen, der sich im Nachwort outet, daß er seine Kindertage jedes Jahr mindestens zwei Monate im Salzkammergut, das ja bestens geeignet für die Sommerfrische war und ist, verbrachte und beginnen tut der Band mit einem Text von J. A Schultes, der 1809  „Über die vorteilhafteste Art das Salzkammergut zu bereisen“ schrieb und da „Gmünden“ „St. Gilgen“, „Ischel“, den „Hallstädter-See“ etc, erwähnte.

Wirklich spannend wurde es  bei Alexander Lernet-Holenias,  1897-1976, „Hochwasser im Salzkammergut“, als der „Es regnet tagelang und nächtelang. Die Zimmer stehen leer.  Die Autobusse aus Tölz und Berchtesgaden bleiben aus. Des Ortes Vizebürgermeister, selbstverständlich SPÖ hat schon erklärt: Wenn das so weitergeht, so glaubt er doch noch an Gott, und seis auch nur, um ihm die Schuld an der verregneten Saison zu geben…“

Dazwischen habe ich den Alfred mit dem Otto Lambauer über die nächste Wahl und die FPÖ diskutieren gehört und gedacht, daß ich Lernet-Holenia bisher offensichtlich falsch einschätzte und weitergelesen.

Es kamen dann Texte von Fritz von  Herzmanofsky-Orlando und Peter Altenberg offensichtlich begnadete Salzkammergut Sommerfrischler und Hilde Spiel ist dort offensichtlich auch öfter gewesen.

Ihr Text  „Dieser See ist blau“ ist offensichtlich ein Romanauszug aus „Verwirrung am Wolfgangssee“ und Barbara Frischmuth, die 1941 in Altaussee geboren wurde und glaube ich, dort wieder lebt, ist mit einem Auszug aus ihrer „Klosterschule“ vertreten, ein Buch das ich vor längerer Zeit gelesen habe und in Altaussee waren wir einmal, als die Anna ganz klein war und haben in dem Gasthau, wo wir geschlafen haben, prompt Barbara Frischmuth getroffen.

Sonst waren wir ein paar Mal am Grundlsee, sind dort um den See herumgegangen, beim letzten Sladky-Treffen, sind wir dorthin abgestiegen, die Litera-Mechana hat dort eine Autorenwohnung, wo Gertraud Klemm und die Ruth vor kurzem waren, ich aber wahrscheinlich nicht eingeladen werde, weil mein literarisches Ouvre ja angeblich zu klein ist.

Gustav Ernst hat auch ein Buch darüber geschrieben und ich habe in meinem doch vorhandenen selbstgemachten Werk in „Lore und Lena“, die Lore mit ihrer wiedergefundenen Mutter auch auf die Sommerfrische nach Altaussee oder Bad Aussee geschickt.

Aber weiter im Buch:

Carl Zuckmayer war offenbar öfter im Salzkammergut und hat das „Baden und Schwimmen im Wallersee“ beschrieben und von Franz Carl Ginzkey gibt es eine „Sonate vom Attersee“ und da war ich ja kurz letzte Woche und habe mir von dort Luis Stabauers „Atterwellen“ mitgenommen, die ich vielleicht zum nächsten Sladky-Treffen als Lektüre mitnehmen könnte, wenn ich das Buch nicht zulange auf meiner elendslangen Leseliste stehen lassen und den Komarek nicht auf einen Berg hinaufschleppen will.

Von Alfred Komarek von dem ich ja die „Villen der Frau Hürsch“ gelesen habe, gibt es auch einen Text über „Aussee und die Ausseer und  Gerhard Zeillinger, der 1964 in Amstetten geburen wurde, gibt in seinem Text „Ischl“, das er „zu seinen frühen Kindheitserinnerungen zählt“, einen hervorragenden Einblick über die Sommerfrischler dort, erwähnt Lehar und Perutz und die, die in Auschwitz ermordet wurden und daher nach 1945 nicht mehr nach Ischl kommen konnten, von wo sie 1938 vertrieben wurden.

Er erwähnt auch den Kaiser, seine Villa und seine Jagdleidenschaft, beziehungsweise, die Anzahl der Gemsen und Hirsche, die er geschossen hat.

Ein sehr interessanter Text und sehr zu empfehlen, wenn man sich einen Eindruck über die Sommerfrische im Salzkammergut machen will und dann gibt es natürlich Karl Kraus, der mich mit seiner „Ischler Esplanade“ auch sehr überraschte.

Jakob Wassermann , 1873-1934, von dem einige Texte im Buch enthalten sind, dürfte im Salzkammergut begraben sein und dazu passt sehr gut Christoph Ransmayrs Text „Der Totengräber von Hallstadt“, wo er diesen, beziehungsweise den Friedhof dort beschreibt, wo man Totenschädel „bewundern“ kann.

Friedrich Torberg und Hermann Bahr haben Texte und von Robert Schindel gibt es einen Auszug aus „Gebürtig“, das ich auch gelesen habe und der  1937 als Jutta in Amstetten geborene Julian Schutting hat einen langen Text über die „Oktobertage in Altaussee“, den ich vieleicht noch gründlicher lesen sollte, um ihn ganz zu verstehen.

Da ich mich ja bald in meine Sommerfrische nach Harland in St. Pölten aufmache, hätte ich dazu Gelegenheit, aber nein, lieber nicht, denn da gibt es ja die Harlandbücher auf der Leseliste und das Projekt über die „Prekären Sommererlebnisse der Sandra Winter“, das ich dort angehen will.

Das „Wieser-Bändchen“ ist aber auf jeden Fall allen, die sich auf Sommerfrische nach Hallstadt, Bad Aussee, Bad Ischl, an den Attersee, Mondsee oder sonstwohin gegeben wollen, wärmsten zu empfehlen.

Man kann sich ein bißchen einlesen, in die längst vergangene österreichische Literautur und auch ein paar aktuelle Dichter, wie beispielsweise Andreas Tiefenbacher, den ich, glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, kennenlernte.

Die Texte sind, wie zu bemerken, oft Romanausschnitte, so daß man sich an die Lektüre der ganzen Bücher machen könnte, was im Sommer und in der Sommerfrische auch zu empfehlen ist.

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