Literaturgefluester

2020-08-24

Wieder ein Joe Berger Abend

Podium

Podium

Von den 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 gestorbenen Joe Berger habe ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren etwas gelesen und gehört, sein „Plädoyer für den Alkohol“ einmal in einer Abverkaufkiste gefunden und dann wieder etwas von ihm gehört, als die Wien-Bibliothek eine Ausstellung und ein Symposium über ihn machte.

Da wurden dann auch ein paar neue Bände seiner Werke herausgegeben und dann bin ich im Zuge der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl des ersten Wiener Lesetheaters wieder auf ihn gestoßen, weil die ihm jedes Jahr eine ihrer Veranstaltungen widmen.

Der 2013 verstorbene Rolf Schwendter hat das, glaube ich, so eingeführt, jetzt hat Christian Katt die Organisation übernommen und ich bin bei einigen der Veranstaltungen gewesen, denn ich mag das urige Original, das er gewesen sein muß, eigentlich sehr.

Heuer hat es sich eigentlich zufällig ergeben, daß ich beim Joe Berger Abend war, denn ich wollte die Sommermontage eigentlich in Harland verbringen, aber manchmal will der Alfred früher zurückfahren, so bin ich Ende Juni beim ersten Abend gewesen, dann bei der Andreas Okopenko- Aufführung, den ich eigentlich auch gern mag, sonst nicht, weil im Juli ja alternierend die Podiumsommerlesereihe im Cafe Prückl war und morgen feiert der Alfred in der WU seinen Abschied, weil er sich ja Ende August in Pension begibt, da hat es sich gut getroffen und das Wetter war auch wieder schön.

Publikum

Publikum

Viele Leute, die sich nicht vor Corona fürchten und eigentlich viele mir unbekannte Gesichter, am Podium Eva Filip, Gabriele Stöger, Claudius Kölz, Ottwald John, den schon erwähnten Christian Katt, der die Einleitung hielt und das mit der jährlichen Veranstaltung erklärte und Richard Weihs mit seiner Gitarre.

Dann begann es mit dem „Plädoyer für den Alkohol“, Richard Weihs sang einen der von Ernst Kölz vertonten Texte, Claudius Kölz die „Wiener Depressionen“ und Ottwald John improvisierte wieder in dem er eine einführung in seine Joe Berger Erinnerungen gab und schon spoilerte, daß er den Schweizer Jazzmusiker Mathias Rüegg dazu gewonnen hat, daß er im nächsten Jahr mit einigen Vertonungen auftritt.

Jetzt lobte Ottwald John die „Ironischen Zettel“ als bestes Berger Werk und erzählte, wie er die Bücher in einer Salzburger Buchhandlung gefunden, aufgekauft und dann entweder verschenkt oder teuer weiter verkauft hat.

Ansonsten gibt es von Joe Berger noch „Die Märchen für Konsumkinder“ „Die Märchen für die Satten und die Irren“ und dann das von Julia Danielcyck, die früher in der Wien-Bibliothek war und Thomas Antonic herausgegebenen Irosatexte aus dem Nachlaß „Hirnhäusl“, die bei „Ritter“ erschienen sind.

Ein interessanter schöner Sommerabend, eine gute Stimmung und auch viele Berger Fans, die ihre Erinnerungen austauschten.

2020-06-29

Beginn der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl

Daß der Veranstaltungsbeginn eher schleppend vor sich geht, habe ich schon geschrieben, so war ich zwar vor drei Wochen bei den „Wilden Worten“ im Amerlinghaus, aber maskenbedingt noch nicht in der „Alten Schmiede“ und das Programm der „Gesellschaft für Literatur“ habe ich mir in den letzten Tagen eher online gegeben.

Trotzdem geht es los, langsam und beharrlich, während die Corona-Zahlen wieder ansteigen, die Leute auf Demos Steine schmeißen oder sich am Donaukanal stauen, bin ich heute den ganzen Tag sehr viel herumgerannt. am Vormittag auf die Bank, da gibt es ja schon eine Szene aus meinem Corona-Text in diesem Blog zu finden, zu Mittag habe ich mit dem Alfred den Gastrogutschein, den die Stadt Wien jeden Wiener Haushalt zur Verfügung stellt, im Waldvieertlerhof eingelöst.

Gebackene Steinpilze sehr lecker und dann hatte ich leider bis zum sechs Uhr Stunden, so daß sich der Alfred für mich schon früher in den Gastgarten des Weinhauses Sittls gesetzt hat, damit ich dort einen Platz bekomme, während er auf das Sommerfest der kubanischen Gesellschaft gegangen ist.

Daß das Lesetheater seine Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl unbeirrt abhält, war für mich eine Überraschung und Manuel Girisch, der die erste Veranstaltung dieser Art organisierte, begann auch mit der Feststellung „Wir freuen uns, daß wir spielen dürfen!“, ein Satz der in Zeiten, wie diesen wo die Künstler immer noch um ihre Kunst kämpfen und es am Mittwoch auch einen Schweigemarsch für die Kultur geben wird, bedeutend ist.

Gar nicht soviele Leute in dem Gastgarten, ein Platz wär zu bekommen gewesen und ein Kaiserspritzer auch. Ottwald John, der den Petrus in Ödon von Horwarths „Himmelwärts“, spielte ist im weißen Bademantel eingeetroffen und das für mich unbekannte Horvath Stück war auch eher beklemmend.

Ödon von Horvath der am 1. 6. 1938 von einem Ast in Paris erschlagen wurde, hat mich schon als Studentin sehr beeidruckt durch seine starke Stücke, wie „Glaube, Liebe, Hoffnung“ oder „Geschichten aus dem Wienerwald“ die sehr dicht das Leben der einfachen Leute aus der Zwwischenkriegszeit dokumentierte und dieses eher unbekannte Stück, das zwischen der Ende, in der Hölle und im Himmel spielt, ist es auch.

1937 wurde es geschrieben oder aufgeführt, steht im „Wikipedia“ und da kommt eine Frau in den Himmel, währen ihr Mann in der Hölle schmort und das Töchterlein Luise Tag für Tag vor dem Eingan des Theaters sitzt, weil sie einen lyrischen Soran besitzt und dem Intendanten unbedingt vorsingen will. Der kommt nicht oder eher in die Hölle, wo er mit dem Oberteufel einen Pakt geschloßen hat und das Luiserl dann dem Teufel auch ihre Seele verkauft, um den künstlerischen Erfolg zu haben.

Sehr beeindruckend und bedrückend, man kann es gar nicht anders sagen. Claudias Kölz hat mitgelesen, Christa Kern und noch ein paar andere, Manuel Girisch bedankte sich beim Publikum, daß es sich getraute sich in den Gastgarten zu setzen und ich habe noch bei den sehr bevölkerten Bücherschränken eine beeidruckende Begegnung mit einem, der mich fragte, ob ich Harry Potter schon gelesen habe, gehabt und den Alfred dann auch noch von seinem Sommerfest in der Seisgasse abgeholt, so daß ich jetzt entsprechend müde bin.

Und das O- Töne Programm kann ich vermelden, wurde heute auch bekannt gegeben.

Am sechzehnten Juli geht es los und darauf bin ich sehr gespannt und auch wieviel Sommerleseabende im Weinhaus Sittls für mich geben wird, da ich da ja eigentlich in Harland sein will.

2019-08-19

Roda Roda-Abend

Lesetheater

Lesetheater

Ich würde die Montage im Sommer ja am liebsten in Harland verbringen, aber da gibt es auch die Sommer-Lesetheaterreihe im Weinhaus Sittl, bei der wir heuer schon das vierte Mal waren und heuer das erste Mal ein bißchen mit Regen.

Da wir schon am Vormittag nach Wien gekommen sind, ich von der Post ein Buch-Paket, Ildiko von Kürthys „Es wird Zeit“, abholen mußte und von der Anna auch eine Kaffee-Gutschein für das „Sonnentor-Geschäft“, in der Neubaugasse bekommen habe, bin ich um vier Uhr, als ich meine Mails erledigt und die Wäsche aufgehängt hatte, losgegzogen und habe die Gelegenheit gleich für eine kleine Bücherkastentour genützt, hat doch Elsiabewth von „Leselustfrust“ auf Instagram gepostet, daß es am Ceija Stojka-Platz einen neuen Bücherschrank gibt, der sieht fast genauso aus, wie der in der Grundsteingasse, ob er von Frank Gassner oder von jemanden anderen ist, weiß ich nicht, ich bin aber noch in die alte Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße gegangen, die vor dem Geschäft immer ein paar Kisten hat, wo es eigentlich sehr oft ein Euro Buch gibt oder jeweils eines und das was ich mir heute dort kaufte war Svena Leibers „Das letzte Land“, jetzt muß ich das alles noch lesen und als ich um drei viertel Sechs das Weinhaus Sittl betrat, hatte Susanna Aschner gerade alles besetzt.

Ich habe aber trotzdem einen ganz guten Platz erhalten und bin eigentlich kein Fan des Alexander Friedrich Ladislaus Roda Roda, der eigentlich als Sandor Friedrich Rosenfeld 1872 in Mähren geboren wurde, aber seinen jüdischen Namen verbergen wollte.

Am 20. August 1945 also ziemlich zeitgleich ist er in New York gestorben und war der Schwiegervater von Ulrich Becher von dem ich ja schon einiges gelesen habe und war ein Kabaretist und Autor von humoristischen Romanen, was ich ja nicht so unbedingt mag, trotzdem kann ich mich erinnern, daß ich schon einmal bei einer Veranstaltung im Literaturhaus war und es war dann gar nicht so lustig, wie ich erwartet habe, sondern eigentlich ganz interessant oder aphoristisch.

Eine Dame ist auf ihre vier Buchstaben hingefallen, ich habe nachgerechnet und gedacht aha „Popo“, denn eigentlich wären es ja fünf, das war dann auch die Pointe und ein Militär konnte sich den Namen eines neuen Leutnants der Fintern hieß, nicht merken, die Eselbrücke war dann Hintern mit F und der Kommantant brüllte „Leutnant Farsch!“ und so weiter und so fort.

Es gab eine Pause und danach fing es an leicht zu regnen, so daß der Programmablauf beschleunigt wurde und ich wieder ein bißchen in die Humoristik der Vergangenheit eintauchen konnte, obwohl ich ja nicht so unbedingt ein Fan der Verarschung der Monarchie bin, aber dann war es wie schon geschrieben nicht so arg und in zwei Wochen, wo es wieder einen Joe Berger Abend geben wird, beziehungsweise ein Fest zu seinem achtzigsten Geburtstag, werden wir wahrscheinlich noch einmal zum Abschluß der Lesetheater Sommerlesereihe gehen.

2019-07-29

Löwenfest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Löwenfest[

Löwenfest

„Wiener Allerlei – Allerlei Wiener“, steht am Programmzettel der Sommerlesereihe des Lesetheaters, Veranstalter ist Ottwald John und der hat bei den letzten Malen, als wir im Weinhaus Sittl waren, sehr geheimnisvolle Andeutungen diesbezüglich gemacht.

Von einem „Löwenfest“ und seinem tausendsten Mond hat er gesprochen und dem ersten Gedicht Grillparzers, das er da vortragen wird, so daß ich schon eine Ahnung hatte, daß es sich bei der Veranstaltung, zu der ich eigentlich gar nicht hinzugehen, sondern in Harland bleiben wollte, aber der Alfred hatte bezüglich unserer Schweizreise noch einiges zu erledigen, um seinen Geburtstag handeln würde.

Ottwald John, den ich ja schon lange als Mitwirkender des Lesetheaters kenne, habe ich ergooglet, wurde am 30. 7. 1942 in Lind im Drautal geboren, wird also morgen siebenundsiebzig jahre alt, machte seine Schauspielausbildung bei Elfriede Ott, der Lebensmenschin von Hans Weigel, die ja vor kurzem gestorben ist, Conny Hannes Mayer und Ilse Scheer und war von 1972 bis 1980 Mitglied bei den Komödianten, bis 2005 war er  bei der Gruppe 80 und seit 1990 ist er auch Mitglied des Lesetheaters und bevor ich ihm als solches kennenlernte, habe ich ihn wahrscheinlich schon als Studentin bei den obigen Bühnen gesehen, ohne ihn namentlich zugeordnet zu haben.

Ottwald John

Ottwald John

Erwin Leder

Erwin Leder

Bei seinen Lesetheateraufführungen bin ich wahrscheinlich unzählige Male gewesen, kann mich an die legenäre vom „Professor Bernhardi“ im Amtshaus im zweiten Bezirk erinnern, bei den Poet Nights macht er regelmäßig mit, bei der Sommerlesereihe und und an die Veranstaltung  „In Memorian  Ernst Kostal“ habe ich im Gedächtnis und so bin ich auch wieder um fünf, nachdem wir in Wien angekommen sind, zum Lerchenfelder Gürtel marschiert, vorher habe ich mit der Ruth telefoniert und sie gebeten für mich einen Platz zu reservieren und als ich gekommen bin, waren sowohl schon die Christa U., mit der ich die Hauptschule besucht habe da, als auch die Ruth, die Hilde Schmölzer, Heidi Hagl, Angelika Raubeck und wieder und und…

Am Lesetisch ist es dagegen ziemlich leer gewesen, bis der Jubilar mit seinem Strohut erschien und gleich einen Auftrittsapplaus erhielt und ich habe  mitbekommen, daß es sich um eine ziemlich improvisierte Veranstaltung handelte, allerdings kein Soloauftritt von Ottwald John, denn Erwin Leder, ebenfalls Lesetheatermitglied wurde  am 30. Juli 1951 in St. Pölten geboren, feiert also morgen seinen achtundsechzigsten Geburtstag und dann nahm noch ein jüngerer Mann am Lesetisch statt, der mit Ottwlad John Ausschnitte aus dem Nestroy Stück „Der gutmütige Teufel oder die Geschichte vom Bauern und der Bäuerin“ brachte, das eigentlich schon am ersten Juli von Renate Woltron aufgeführt wurde.

Es war  eine Doppelconferance könnte man so sagen, Erwin Leder brachte Couplets von Georg Kreisler und Karl Valentin, während Ottwald John von seinem Leben erzählte, seine Ex-Frau und den Lehrmeister Conny Hannes Meyer begrüßten, die auch im Publikum waren, von seiner Großmutter erzählte und auch davon, daß Klaus Uhlich die Laudatio halten sollte, der aber einen Unfall hatte und sich derzeit auf der Intensivstation befindet.

Ein interessanter Abend, wenn auch eine eher untypische Lesetheateraufführung.

Ottwald John hielt sich aber auch an den ursprünglichen Titel des Abends, zitierte immer wieder die typischen Wiener, erzählte von seiner Großmutter, brachte  auch ein Gedicht von der berühmten Kaiserin Sisi und der Mond, der offenbar auch eine Rolle in seinem Leben spielt, kam dabei auch immer wieder vor.

Am Schluß trat dann noch ein Freund mit einer selbstgemachten Ode und einem Mond auf, den er als Anhänger Ottwald John überreichte und ich wünsche Ottwald John, der seit einiger Zeit in Baden in der berühmten „Künstler helfen Künstler- Residenz“ wohnt und der mich einmal, wenn ich mich nicht irre, vor vielen Jahren sozusagen schwarz bei einer Theater am Spittelberg-Aufführung zuschauen hat lassen, alles Gute, hoffe ihn noch bei vielen Lesetheateraufführungen zu sehen, obwohl ich dort ja  gar nicht so oft hingehe, weil ich mich eher für Romane und Erzählungen als für  das Theater interessiere.

2019-07-15

Nestroy im Weinhaus Sittl

Da der Alfred heute wieder eine Betriebsratsitzung hatte, sind wir wieder zu der Sommerlesereihe ins Weinhaus Sittl gegangen, um ums vom ersten Wiener Lesetheater eine Nestroy-Aufführung geben zu lassen.

Irgendwie passen die Wientage mit den Sommerlesereihen ja ganz gut zusammen, am Montag Weinhaus Sittl, aber da sollte ich eigentlich in Harland sein, am Dienstag im Juli Cafe Prückl und am Donnerstag die O- Töne, da bleiben für den Mittwoch nur der Rathausplatz oder das Filmfestival am Karlsplatz über, sofern es eines gibt.

Und Nestroy mag ich eigentlich sehr, obwohl ich ja keine große Theatergeherin bin, habe ich als Schülerin und Studentin, glaube ich, recht viele seiner Stücke gesehen und wir waren auch vor zwei Jahren mit der Ute und dem Andreas bei den Nestroy-Spielen in Schwechat. Da hat Ottwald John einen Hausherrn gespielt, jetzt hat er bei der von Christa Kern kuratierten Veranstaltung der „Beiden Nachtwandler oder das Notwendige und das Überflüßige“, auch einen bankrotten Vater gespielt, der seine beiden Töchter gegen Geld verkuppeln will.

Ein eher selten gespieltes Stück, ich weiß nicht, ob ich es schon einmal gesehen oder gelesen habe. Der Titel ist aber sehr bekannt und war eigentlich das Motto das die Schülerin oder Studentin aus ihrer philosophischen Phase ins Leben mitgenommen hat, auch wenn sich das inzwischen vielleicht ein bißchen verwischt hat und ein berühmtes Zitat habe ich auch daraus erkannt, daß ich gerne öfter mal zitiere „Ich denke von allen Menschen das Schlechteste, selbst und mir und ich habe mich noch selten getäuscht!“

Sonst war mir die Handlung von dem Nachtwandler, der durch sein Auftauchen einen reichen Herrn vor einem Einbrecher rettet, der ihn daraufhin glücklich machen will, was aber nicht gelingt, weil die Ansprüche mit den Gelegenheiten steigen, ziemlich unbekannt und Nestroy, ja Nestroy ist sehr moralisch und es ist eigentlich ein starkes Stück, das viel über die Menschheit aussagt, daß der Seiler, glaube ich, Sebastian hieß, war dann ein Gag, der eigentlich gar nicht so hineinpasste, die Leute aber zum Lachen brachte, mich aber ein bißchen störte, habe ich es doch bekanntlich nicht so sehr mit der Ironie, es war aber gut, wenn ich schon nicht in Harland Radfahren konnte, mir wieder einmal einen Nestroy zu geben oder in Erinnerung zu rufen, da ich da ich ja außer im Sommer oder zu den „Frauen lesen Frauen-Aufführungen“, nicht so oft zu Lesetheateraufführungen gehe.

Außer Christa Kern und Ottwald John haben noch Manuel Gierisch,Renate Woltron und Thomas Macek , die ich von den Poet-Nächten kenne mitgelesen, während mir die anderen Darsteller eher unbekannt waren und der schöne Bidermayergastgarten des Weinhaus Sittl war des schönen Wetters wegen auch sehr voll und der Hof ist auch so stilecht, daß man sich vorstellen könnte, daß Johann Nestroy auch hier gespielt haben könnte.

2018-08-01

Zum letzten Mal lebenslang

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:20
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In die Podiums-Sommerlesereihe, die Christa Nebenführ, wie sie betonte, heuer zum letzten Mal kuratiert und die im nächsten Jahr von Birgit Schwaner fortgeführt werden wird, bin ich ich dieses Jahr nur dreimal gekommen.

Beim Auftakt mit Ljuba Arnautovic, Harald Darer und Barbara Keller in die „Alte Schmiede“, dann war ich einmal im Cafe Prückl als Patricia Brooks und Gabriele Petricek ihren neuen mehr oder weniger experimentellen Romae vorsteltlen und jetzt gabs die Abschlußveranstaltung im Cafe Florianihof, vielleicht Ilse Kilic  und Fritz Widhalm zu Ehren, die dort in der Nähe ja ihr Glücksschweinmuseum haben mit drei weiteren Buchvorstelleungen, nämlich dem von Reinhardt Wegerth, Judith Gruber-Rizy und Petra Ganglbauer und als ich das Kaffeehaus in der Florianigasse, das sich, glaube ich, genau gebenüber dem Standesamt befindet, in dem ich geheiratet habe und wenn ich mich nicht irre, ein paar Mal bei dem Kinderbuchstammtisch in den Neunzigerjahren war, wo ich meine beiden Kinderbücher „Lore und Lena“ und „Mutter möchte zwanzig Kinder“ geschrieben habe, war es sehr heiß und sehr leer.

Die Leute, wie Ruth, Thomas Northoff, die Kilics und und sind draußen gesessen und wurden von Christa Nebenfuhr in den Saal geholt, wo schon Hermann Hendrich und Waltraud Haas wartete und Christa Nebenführ stellte, nachdem sie wieder auf den Folder hinweis, damit man sehen konnte, was man alles versäumt hat, ich beispielsweise Sisi Klocker, Thomas Stangl, Isabella Breier, Birgit Schwaner Barbara Rieger, Erwin Uhrmann, Christa Nebenführ, Dorothea Nürnberg beispielsweise und auch noch einige andere , den ersten Autor nämlich Reinhart Wegerth vor, der Jus studiert hat mit Nils Jensen und einigen anderen die Zeitschrift „Frischlfleisch und Löwenmaul in den Siebzigerjahren gegründet hat, wo ja eigentlich unser Arbeitskreis schreibender Frauen-Buch „Gewalt gegen Frauen- Frauen gegen Gewalt“ erscheinen hätte sollen und der unter anderen auch lange Redaktuer in der AS var und mich hier ein paar Mal zu den Textvorstellungen eingeladen hat, er hat auch einige Bücher geschrieben, eines habe ich gelesen und sein neues „Himmelsstiege“ behandelte ein sehr berührendes Thema nämlich den Krebstod seiner Frau, die er zwei Jahre lang durch alle Bhandlungen im AKH etcetera begleitet und das sehr lakonisch aufgeschrieben hat.

„Judith Gruber-Riyzs lebensveränderter Text „Eines Tages verschwand Karola“ habe ich ja schon gelesen und auf bei der Präsentation im der Buchhandlung Kuppitsch gehört und dann kam die GAV-Präsidentin Petra Ganglbauer 1958 in Graz geboren mit einer Liebeserkärung an diese Stadt, wo sie Graz mit allen seinen Sinnen, „Graz riecht nach Lebertran oder ist eine Schneekugel“ von allen seinen Seiten und die Erlebnisse, sowie die Bücher, die sie dort geschriebe hatte, beschrieb.

Drei sehr interessante und auch sprachlich und formal verschiedenen Texte also, die auch in sehr interessanten österreichischen Kleinverlagen erschienen sind, sehr interessant und sehr heiß, wie schon beschrieben und jetzt geht es weiter mit dem Sommer und im nächsten Jahr wird die Sommerlesereihe vielleicht ganz anders oder aber auch sehr ähnlich sein und natürlich wäre es sehr schön, wenn ich dort lesen könnte, denn ich habe ja  auch nicht ganz Uninteressantes zu bieten und jetzt auch wieder mit Elan und Schwung ein neues Projekt begonnen, das sich dort vielleicht präsentieren läßt.

2018-07-02

Zauner lesen

Den am 2. Dezember 1959 in geborene und am 30. Juni 2016 verstorbenen Hans Jörg Zauner habe ich in der GAV und im Umkreis des „Fröhlichen Wohnzimmers“ kennengelernt, obwohl er in seiner Dichtung, glaube ich, radikaler und experimenteller, als Ilse Kilic und Fritz Widhalm war. Er hat auch in der „Editon neue Texte“, die von Heimrad Bäcker herausgegeben wurde, verlegt und war ein „Ritter-Autor“, wenn man bei „Wikipedia“ nachgooglet, staunt man über die Vielzahl der Texte, die er herausgebracht hat. Er hat auch eine Menge Preise bekommen und 1996, wie immer im rosa Anzug und einer futoristischen Brille in Klagenfurt als Erster gelesen, in dem Jahr, wo ich mir den Spaß gegeben habe und einmal auf eigene Faust und eigene Kosten hingefahren bin.

Gewonnen hat er nichts und kam glaube ich auch nicht in die Endauswahlrunde und dann habe ich ihm auch noch ein bißchen später einmal in einer Galerie bei einer experimentellen Lesung gehört. Im vorigen Jahr war ich im Cafe Prückl bei der Sommerlesereihe, als ich von seinem Tod, er ist, glaube ich, nach einer Narkose nicht mehr aufgewacht, erfahren habe.

Heute gab es in der Sommerlesereihe des Lesetheaters eine von Christine Huber initierte Gedenkveranstaltung, wo  wieder Freunde und Weggefährten und nicht die üblichen Lesetheaterleser, sondern Gerald Jatzek, Christian Futscher, Kurt Neumann, Jopa Joakin, Ilse Kilic und Fritz Widhalm, Peter Pessl, Thomas Havlik, Richard Obermayr und Erhan Altan, die ganze experimentelle Riege halt, eingeladen hat, aus dem 2016 bei „Ritter“ erschienenen Buch “ 99.144 gedichtnasenlöcher schiessen auf mich bis alles passt“ und ich muß sagen, ich habe nicht gewußt, daß Hans Jörg Zauner ein solcher Hardcoverexperimenteller war, wie man wahrscheinlich schon am Titel des Buches erkennt.

Eine Aneinanderreihe lauter schöner neu zusammengesetzter Worte und kein Sinn. Ja nicht einmal ganze Sätze. Wo bleibt da der Inhalt, kann die realistisch schreibende Autorin, die ja schon einiges in Sachen Experiment gewohnt ist, fragen? Hat das auch, beziehungsweise große Mühe, alles zu verstehen und die Worte möglichst aufzuschreiben, denn von Sinnerfassen konnte nicht die Rede sein.

Trotzdem war es sehr eindrucksvoll, haben doch Ilse Kilic und Fritz Widhalm im Duett gelesen, Erhan  Altan hat sich seinen Zauner teilweise auf Türkisch übersetzt oder ihn übersetzt bekommen und Richard Obermayr, der zufälligerweise wie ich mich erinner kann 1996 auch in Klagenfurt gelesen hat und der für mich eigentlich zusammen mit Andrea Winkler der Inbegriff der Sprachrauschler ist, aber der bildende Künster Hans Jörg Zauner ist mit Sicherheit experimenteller,  hat eine mich beeindruckende Variation auf die Worte „Ach bleib“ gelesen und hinzugefügt, daß diese Variationen das Thema bis zu Unkenntlichkeit verzerren kann.

Da fällt es der realistischen politischen psychologisch schreibenden Autorin schwer, den Sinn der Sache zu verstehen. Obwohl es sicherlich ein schöner Wortrausch und Neusprachschöpfungsregen war, der von den Lesenden teilweise als Gedicht bezeichnet wurden. Nun Gedichte sind für mich etwas anderes, trotzdem war es interessant, sich an Hans Jörg Zauner in seinen rosa Anzug und seine schmale Brille zu erinnern.

Ich habe mich auch mit einem Chemiker, den ich vorige Woche bei der Ungar-Lesung in der „Alten Schmiede“ getroffen habe, auch lange über die Zaunersche Sprachkunst unterhalten, dabei auf den Alfred gewartet, der wieder aus Amerika zurück ist, der kommen wollte, es aber nicht bis dreiviertel neun, wo ich gegangen bin, schaffte

2017-07-25

Zum letzten Mal auf ins Glück

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:18
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Diesmal war es im Cafe Prückl so voll, daß mich der Kellner übersehen hat und ich mir den roten Gespritzten ersparte und es waren auch drei Lesende angesagt, zwei Bibliothekare der NB, die Bibliotheksmaffia, wie es einer von ihnen, nämlich Werner Rotter, nannte, den ich von irgendwoher schon kannte und Christa Nebenführ erläuterte, daß es diesmal einen literarischen Text und dann einen Essay über das Glück in dasLiteratur geben würde, den Werner Rotter offenbar zusammengestellt hat und ihn gemeinsam mit einer Schauspielerin, die Stimme der Wiener Linien, vortrug.

Aber zuerst kam die Bibliothekarin Claudia Karolyi, die vor ihrer Lesung etwas erläuterte, über das ich mir auch schon Gedanken machte, nämlich über das, was Glück ist, in den Texten der letzten Woche war das beispielsweise nicht sehr zu finden und die Claudia Karolyis sechs Gedichten auch nicht, aber die Liebe ist ja Glück, das Reisen, etcetera und manchmal ist es auch imUnglück versteckt.

Dann kamen Texte über ein „nicht zu junges Fräulein“, das im Herbst als Buch erscheinen wird, was vielleicht ein Glück ist, daß ich ja nicht so habe, außer wenn ich es mir selber nehme oder mache und die Szene, wo das Fräulein mißmutig im Regen auf einer Aussichtsterrasse sitzt und sich dann  beim Kulissenmaler, die schöne Aussicht brestellt, habe ich sehr originell gefunden und mich nur gewundert, daß „Sonderzahl“ etwas so konventionell Geschriebenes verlegt.

Dann kam der Essay oder besser der Streifzug durch die Ligteratur und die Beschimpfungsorigie des alten Meisters übers Burgtheater, das sich dann nicht aus dem gleichnamigen Roman, sondern aus dem Stück „Heldenplatz“ entpuppte, ist ja viellei cht auch nicht gerade ein Glücksmoment.

Aber „das Glück is a Vogerl“, das kam dann noch als Zugabe und vorher enthüllte Werner Ruttter, daß Franz Schuh sein „Magazin des Glücks“ Ödon von Horvath „gestohlen“ hat und die österreichische Nobellpreisträgerin ist ja auch nicht gerade eine Glücksritterin, das zitierte Stück scheint aber aus den „Liebhaberinnen“ zu stammen.

Also eher ein Literaturquizz und Claudia Erdheim war da, Christian Katt, Helene Hofmann von der „Salzburger Leselampe“, die sie einmal, lang lang ists her, betreute und dann wars aus mit dem Glück.

Zumindestens für mich, da ich ja auf mein verlängertes Sommerfrischenwochenende bestehe, denn am Freitag geht es ja zuerst ins Glückschweinmuseum und dann ins Cafe Florianihof.

Da werden dann Ilse Kilic, Ann Cotten und Katharina Riese lesen und, daß die letztere, die ja mein Blogen nicht so will, ein Glück hat, daß ich die Sommerfreitage auf dem Land verbringe, habe ich ihr schon bei der Eröffnungsveranstaltung in der „Alten Schmiede“ gesagt.

2015-08-17

Joe Berger im Sommerlesetheater

Joe Bergers Prosatexte aus dem Nachlaß und verstreut Publiziertes wurde 2009 vom „Ritter Verlag“ unter dem Namen „Hirnhäusl“ herausgegeben, da war ich bei der Buchpräsentation in der Wien Bibliothek, ich glaube, es gab sogar ein Symposium und eine Ausstellung und jetzt wurde der „von der Presse als Querkopf, Provokateur und Poseur“ bezeichnete 1939 geborene und 1991 verstorbene Autor vom Lesetheater aufgeführt und das Pelikanstüberl des Gasthaus Sittls war bummvoll als ich es erreichte.

Hilde Schmölzer, Hilde Langthaler und und und Christian Katt, der vor zwei Wochen den „Einstein“ gelesen hat, war der Veranstalter und gelesen wurde in zwei Blöcken mit einer Pause, einen Frauen und einen Männerblock, ob Zufall oder Absicht weiß ich nicht, aber zuerst lasen Helga Eichler, Eva Fillipp, mit der ich unter Schwarz  Blau einmal bei einer Widerstandslesen in Eisenkappl gelesen und bei Longo Mai übernachtet habe, Heidi Hagl und Hanna  Held und es begann mit einem Text namens die „Wiederholung“, da hat sich einer verheiratet und trifft seine Jugendliebe und alles wiederholt sich oder beginnt von vorn, obwohl er ja der Einfachkeit halber nur mehr mit einer Person Sex haben wollte.

Dann kamen Notizen aus einem Kalender, wo alles aufgeschrieben wurde, mit wem er den Maiaufmarsch verbrachte, daß die Ruth ein Kind von ihm will und seine Mutter ein Verhältnis mit einem Delikatessenhändler hatte, der zur Begrüßung einen Obstler mitbrachte.

Briefe an das Christkind gab es auch und Texte zum österreichischen Provinzialismus beziehungsweise zur österreichischen Seele, die sich dann im Männerblog, wo Ottwald John, Richard Weihs, Christian Katt und Thomas Northoff gelesen haben wiederholte.

Da gab es dann auch einen Störer oder Stänkerer, der zuerst allgemeinen Unmut und Geschrei erregte, dann von Christian Katt hinausgeworfen wurde, während Ottwald John meinte, daß man das aushalten müße, wahrhschein hat der Joe zu seinen Lebzeiten, wie ja, glaube ich, auch der Hermann Schürer ebenfalls sehr oft gestänkert und wurde oft hinausgeschmießen.

Jetzt hat Letzterer ein Ehrengrab neben Wilhelm Szabo am Zentralfriedhof, der Joe wird wohl in Kaltenleutgeben begraben sein, wo er auch geboren wurde und lebte.

Es kamen dannTexte zur österreichischen Seele, die von einem Professor Sigmaul Leid erläutert wurden und dann Texte zu Bilder eines Vorarberger Malers, der Joe Berger ein Honorar dafür zahlte, daß er, wie Ottwald John erläuteterte bei der Fahrt von Dornbirn nach Wien im Speisewagen versoffen hätte.

Ich bin ja auch einmal mit dem Koffer von Werner Kofler im Abteil nach Klagenfurt gefahren, der sich dann die ganze Zeit nicht mehr blicken ließ und Joe Bergers zerstreute Texte sind manchmal scharf zynisch, manchmal lustig, manchmal skurril und manchmal auch ein bißchen unverständlich.

Ottwald John und Christian Katt wiesen auch auf die Bücher, sowie auf die Festveranstaltung zu fünfundzwanzig Jahre Lesetheater hin, die am siebzehnten September um siebzehn Uhr stattfinden wird.

Bei der Zwanzigjahrfeier war ich ja sehr involviert, die fünfundzwanzigste ist bis jetzt dagegen eher an mir vorbeigegangen.

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