Literaturgefluester

2016-09-21

Plotting-Day

Aufmerksame Leser, falls ich solche habe, werden vielleicht fragen, was ist jetzt mit dem großen Roman, den du jetzt  schreiben willst und wie bringst du angesichts deines doppelten Buchpreisbloggens und deiner psychologischen Praxis, die nötige Konzentration dazu zusammen?

Die Antwort heißt, schwer, obwohl ich schon fleißig geschrieben habe, sechsundvierzig ein halb Seiten, sechzehn Szenen und derzeit 24.678 Worte, aber der Biß ist, das habe ich schon geschrieben derzeit vielleicht ein wenig draußen und das was ich mir in Kroatien in mein schwarzes Reisenotzbüchlein skizziert habe, ist bis auf die Hochzeit schon geschrieben.

Ich habe es jetzt auch zeitlich umstruktueirt, die Handlung wird wahrscheinlich nicht die ganzen sechs Wochen bis zur Jurysitzung dauern, sonder vielleicht schon bei Zusannas Hochzeit enden, wo Edy Klara gefunden hat und ihr ihr Fotoalbum mitbringt, die wird am nächsten Donnerstag sein, Szene sechzehn spielt am Dienstag oder Mittwoch, da ist Klara gerade mit Clarisse im Campingrestaurant gewesen und die hat dort Claires Hochzeitsfoto liegengelassen.

So weit, so what, und für alle, die sich jetzt nicht auskennen und „Nicht so unverständlich, Frau Jancak, holen sie doch mal Atem!“, schreien, gehe ich vielleicht an den Start und an einen kroatischen Campingplatz zurück, wo ich in der Nacht von einem Zauberer mit einem Luftballon träumte, die Namen „Claire-Klara-Clarisse“ waren da schon in mein Büchlein geschrieben.

Am nächsten Tag sind wir auf diese Insel gefahren und ich habe geschrieben und geschrieben, in mein Notizbuch die Handlung von dem Jurymitglied Klara, die damals noch den deutschen Buchpreis bewerten sollte, die nach dem ihr Freund sie betrogen hat, überstürzt nach Trogir fährt, dort auf dem Campingplatz logiert, um sich bis zur Jurysitzung die Bücher durchzusehen, in der Nacht von dem Zauberer träumt, der ein kleines Mädchen von einer braunhaarigen Blumenkleidfrau und einem anderen Mädchen weg, zu ihrer verhärmten blonden Mutter führt, ihre Geschichte reflektiert, der Bruder hatte, als sie drei war einen Radunfall, die Mutter seither Schuldgefühle und keine Liebe für die kleine Tochter, die Eltern sterben vor sechs Jahren, dann zieht sie zu Edy, dem Juryvositzenden, in Trogir lernt sie den Kaffeehausbesitzer Sergej kennen, trifft in Split seine Cousine Clarisse, es gibt die Großmutter Claire, bei der sowohl Sergej, als auch Clarisse aufgewachsen sind, die kam mit ihren Eltern 1917 als Säugling aus St. Petersburg, verbrachte ihre Sommer in Nizza, wohnte sonst in Ragusa. Sergej kocht für Klara, erzählt ihr von der Großmutter und dann gibt es noch die große Hochzeit von Zusanna, so weit so what.

Das habe ich in etwa, leider zum Teil ziemlich unleserlich, nach Wien zurückgebracht, beziehungsweise habe ich in Harland, meine Reiseeindrücke und „Ein Souvenier“ geschrieben.

Dann ist das Ganze liegengeblieben, denn die „Berührungen“ waren noch zu korrigieren. Etwas früher wie erwartet, bin ich trotz der Kritik des Unverständlich schreibens damit fertig geworden und habe dann mit dem neuen großen Roman begonnen.

Mir „Bora“ herausgesucht, um es noch einmal zu lesen, bin aber noch nicht dazu gekommen, warten, ja jetzt noch sechzehn Rezensionsexemplare, die nicht nur den d und den öst Bp betreffen, meine Souveniers, das Lavendelssträßchen und den Rosmarin dazu gestellt, habe geschrieben und war mehr oder weniger zufrieden damit, denn die Kritik von dem „Kann es nicht daran liegen, daß Sie einfach nicht schreiben können?“, ist ja nicht so einfach wisch und wegzuwischen, denn daran stimmt sicher einiges, obwohl ich natürlich schreiben kann, aber offenbar nicht so, daß ich damit auffalle und es interessiert.

Nun gut, es war sowieso nicht mehr soviel Zeit, denn der dreiundzwanzigste August war ja bald da und da kamen auch die ersten Bücher und weil ich ja schon versuche genau zu lesen und sie genau zu besprechen, hinterlassen sie auch einen ziemlichen Eindruck und drängen so das Eigene zwar vielleicht nicht weg, aber doch in den Hintergrund und die Praxis lief auch wieder an, die Veranstaltungen begannen und wenn ich nur eine oder zwei Stunden Zeit habe, dann trödle ich vielleicht mit Recht herum und lese Blogs, statt mich in ein Kapitel einzulassen, daß dann vielleicht nicht so gelingt und mich blockiert.

Langer Rede kurzer Sinn, irgendwie habe ich jetzt das vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte, wie das jetzt  mit dieser Zwillingsschwester und der Großmutter ist?

Denn es hat sich bald herauskristallisiert, der Edy spielt eine viel wichtigere Rolle, in Kroatien war er kaum vorhanden, jetzt schickt er aber Klara Mails, sie antwortet zuerst nicht, dann schon, ihren Aufentahaltsort verrät sie zwar nicht, so wird er danach suchen, wenn er Freitag oder Donnerstag aus, jetzt Wien, statt Frankfurt, das habe ich geändert, wegkommt.

Das könnte ein weiterer Handlungsstrang werdenund die Beziehung zwischen Klara und Sergej läuft auch nicht so richtig an. Da scheine ich eine Beißhemmung zu haben. Sie war zwar in seiner Wohnung, die über dem Cafehaus liegt und hat mit ihm Branzino mit Rosmarinkartoffel gegessen und Großmutter Claire hat vom Portrait an der Wand auf sie herabgelächelt.

Die dunkelhaarige, elegante Frau, die wir damals in dem Restaurant in Split getroffen haben, die mich mit ihrem Eßverhalten sehr beeindruck hat und die ich zur Kuratorin des Filmfestivals machte, hat auch ihre Szenen bekommen,  ist sogar am Campingplatz aufgetaucht, ist Sergejs Lieblingscousine, die Möwe ist beschrieben und ein holländisches Ehepaar, das den Bus am Campinglpatz neben Klaras VW aufgestellt hat, sich die Butter vom Baguette kritzt und immer „Ist das ihr Freund Mevrouw Klara?“, fragt, gibt es auch.

Jezt werden sie Klara, die vom Restaurant gerade zurück ist und mit dem Buchpreislesen weiter machen will, zum Kaffee einladen und immer einen Keks aus einer Dose anbieten,  die dann zumachen und weglegen, Edy wird schreiben, daß er vielleicht schon früher von der Redaktion wegkann, um Klara zu suchen und auf den Segelturn wird Clarisse Klara und Sergej begleiten, daß nichts passieren kann.

So weit, so what und  Plan für drei weitere Szenen, die heute schreiben kann, wir sind am Dienstag oder Mittwoch, noch eine Woche Zeit bis zur Hochzeit und was passiert bis dahin?

Wie bringe ich Spannung hinein und löse die Rästsel auf, ob Clara jetzt Clarisses Zwillingsschwester ist und was der Traum von dem Luftballon bedeutet?

Da ist mir irgenwie die Luft ausgegangen, beziehungsweise habe ich die wohl auf der Rückreise von Kroatien und in der Zeit danach, das Gerangel um die Bundespräsidentenwahl, die jetzt wieder nicht stattfindet, ist ja auch sehr nervend, verloren.

Also zurück an den Start, obwohl mir das ja, wie meine Leser wissen, schwer fällt, beziehungsweise nie richtig gelingt und weil ich heute keine Stunden haben, nochmals das schwarze Büchlein durchlesen und dann zu plotten versuchen, die Handlung festlegen, was jetzt bis zur Hochzeit passiert und, wie das Ganze enden wird.

Das ist der Plan für heute, den ich gestern hegte, dazwischen sind mir dann  die drei Szenen eingefallen, die ich vorher schreiben könnten, obwohl die auch nicht wirklich sehr viel weiterführen werden und die Idee von einem Schreibberichtartikel, wo ich das Ganze nochmals präzisieren und vielleicht meine Leser, um Feedback und Ideen bitten könnte, kam auch.

Voila, da ist er, ich weiß zwar, daß die Leser da vielleicht nicht Schlange stehen werden, um mir weiterzuhelfen, weil sie mein „wirrens Geschreibsel“ vielleicht nicht verstehen oder auch nicht interessiert, aber wir leben ja in der Zeit der Blogromane, Tillmann Ramstedt, hat einen solchen mit Leserhilfe geschrieben, Thomas Lang tut es, Jaqueline Vellguth schreibt jedes Monat einen Roman und kommuniziert darüber, Annika Bühnemann plant einen solchen und fährt jetzt auch nach Mallorca zum „Nanorimo“, während ich den höchstwahrscheinlich heuer auslassen werde, obwohl ich schon daran dachte, ob ich nicht am ersten November meine vierzig, fünfzig oder was auch immer an Seiten, die ich dann haben werde, nehme, mein Notizbuch mit dem Konzept und so tue, als würde ich das Ganze neu, beziehungsweise umschreiben, denn vielleicht muß ich auch an der Handlung etwas ändern, um wieder in Schwung und zu den großen Roman zu kommen, den ich doch jetzt endlich schreiben will?

Mal sehen wie es wird, ich werde, jetzt also nach dem Essen, schreiben sowie plotten und dann auch weiterberichten wie es geht, über Feedback wäre ich sehr dankbar, ich mache aber auch alleine weiter, da ich ja sehr beharrlich bin.

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2016-08-09

Sommerroman mit Musik

Bernadette Zeilinger

Bernadette Zeilinger

Eva Jancak

Eva Jancak

Ich leide ja immer, daß sich niemand bei mir meldet, mich zu Lesungen einlädt, lobt, etcetera und als Rudi Lasselsberger am Ostermontag im „Wohnzimmerraum des Kulturzentrums 7 *“ zu einer Musik-Literaturveranstaltung – „jetzige Literatur mit Musik“ heißen, glaube ich, diese Spontankonzerte, eingeladen wurde, war ich ihm ein wenig neidig.

Dann kam mein Achtjahresjubiläum mit einem Kommentar, daß ich nur „erfolgssüchtig und geldgierig wäre“ und der User Uli hat gemeint, ihm würde es bei meinen Kommentaren gruseln und dann, als wir vorigen Samstag vom Hochschwab nach Hause kamen, eine Einladung von Bernadette Zeilinger, die ich vor zwei Jahren beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ kennengelernt und dann bei einem der damals existierenden Künstlerbrunches in der Galerie in der Krongasse wiedertraf zu einer Spontaglesung am 8. August.

Aber das war ein Montag und das bin ich ja derzeit in Harland bei meinem verlängerten Sommerfrischenwochenende und so habe ich zuerst einmal abgesagt, ohne zu bedenken, daß wir ja schon am Nachmittag nach Wien fahren könnten, wie wir es ja auch schon an zwei frühren Montagen gemacht haben.

Es hat dann doch geklappt und La MUSA. wie Bernadette Zeilinger, die Blockflöte spielt, ihre Musikperformances mit dem Gitarristen Diego Mune nennt, gastiert auch seit März jeden zweiten Montag im Monat im * und improvisiert dort zu den Lesungen.

Da war ich dann nach meiner Zusage noch ein wenig skeptisch, wie das bei meinen realistischen Texten klappen würde, zu Robert Prossers Texten habe ich Bernadette Zeilinger ja schon einmal spielen gehört und habe mich für die ersten vier Kapitel aus meinem Sommerroman entschieden, die ich ja schon einmal vor einem Jahr, allerdings  ohne Musikbegleitung im „Read!!ingroom“ sozusagen Probe aus dem Rohtext, den ich damals erst geschrieben hatte, gelesen habe.

Eine kleine Aussendung gemacht, die Ruth und den Rudi eingeladen, die dann auch gekommen sind, sonst waren an dem schönen Sommerabend nicht sehr viel Besucher im 7* Stern Wohnzimmer.

Diego Muné

Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Ich habe gar nicht gewußt, daß das so heißt, obwohl da ja immer die „Poet-Nights“ stattfinden, die letzte Volksstimmeanthologie präsentiert wurde und Kremayr&Scheriau auch seine Release Party dort hatte.

Danach  meine erste vier Szenen von der prekären Literaturstudentin Sandra Winter, die ihren Sommer im Haus ihrer Eltern in Harland bei St. Pölten bei ihrer dementen Großmutter und ihren abwechselnden Pflegehelferinnen verbringt, während ihre Eltern Urlaub in Amerika machen, gelesen

Genau, wie im „Read!!ingroom“ und damals hatte ich auch nicht sehr viel  Puplikum. Die Musikbegleitung leise und verhalten war auch ein besonderes Erlebnis und ich bin sehr auf das Video gespannt, daß ich hoffentlich auch meinen Lesern präsentieren kann.

Vier Bücher verkauft und eines mit dem lieben Rudi getauscht, der ein neues von seinem Willi hat. Diesmal mit dezenten hellblauen Cover und nicht mehr selbstgemacht oder aus dem „Fröhlichen Wohnzimmer“, sondern bei „Resistenz“ erschienen und der Lesungsreigen geht gleich weiter.

Am dritten September lese ich beim „Volksstimmefest“ aus meinem work on progress „In Arbeit“ und am dreißigsten September gibts dann wieder die Poetnight im 7* Wohnzimmer.

Was ich da lesen werde, habe ich mir noch nicht überlegt und Musik wird es dazu höchstwahrscheinlich auch nicht geben. Trotzdem lade ich alle sehr herzlich dazu ein.

2016-03-14

Trödelwochenende

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:12
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Wie geht es weiter mit dem neuen Text, werden meine Leser vielleicht fragen, hast du schon dein Rohkonzept und bist du aus der Schreibkrise wieder heraus?

Die Antwort heißt nein, es gibt aktuell vier Szenen, die ersten drei sind mehrmals überarbeitet, die vierte kaum und auch nicht wirklich fertig, etwa zwölf Seiten, nicht ganz fünftausend Worte und das Konzept passt und stimmt nicht, das merke ich an meinen Widerwillen, wenn ich mich davor hinsetzen will.

Da habe ich vor ein paar Wochen nach meinem Recherchegang zu schnell etwas hingeschrieben, denn ja, das ist eine spannende Frage, warum meine Texte niemanden interessieren, wo man doch immer auf die Frage, was ein guter Roman ist, hört, daß er berühren soll!

Darüber kann man schreiben, aber dann denkt es sofort in mir, daß das ja dann wahrscheinlich wirklich niemanden interessieren wird und es ist auch die Frage, warum man angesichts der Flüchtlingsfrage sich seinen Pensionsreisetraum nicht erfüllen soll?

Wenn, gehört das besser ausgearbeitet und für ein Theaterstück, wo Stefan Zweig und Heimito von Doderer am 12. 12. 1934 im Cafe Central miteinander die Lage der Welt diskutieren, müßte ich wahrscheinlich viel viel mehr recherchieren, als es vielleicht geht.

In so einer Lage war ich schon einmal, im Sommer 1989 glaube ich, als die Ungarn zu uns kamen und auf der Mariahilferstraße die Computer aufkauften. Da wollte ich auch über die Diktatur in Ungarn und ihre intellektuellen Helden schreiben und habe viel zu wenig darüber gewußt, so daß, glaube ich nur eineinhalb Seiten zusammenkamen und als ich 1984 schon im Mutterschutz war, wollte ich über die Psychose  einer meiner Freundinnen schreiben und bin auch daran gescheitert.

Das sind die Fälle, wo es keine Bücher darüber gibt, sonst hatte ich während des Schreibens öfter das Gefühl, ich kann es nicht, ich kann es nicht, schrieb weiter, brachte das Buch heraus, das dann niemanden interessierte, aber wenn ich es nach Jahren wieder lese, denke ich erstaunt, „So schlecht ist das nicht!“

Das ist mir vorige Woche mit der „Dora Faust“ passiert und, daß mir das bei der „Mimi“, die der Ju Sophie ja so wenig gefallen hat, wieder passieren wird, habe ich eigentlich schon gewußt, denn  diese Geschichte von dem Bestsellerautor Johannes Staudinger, der in einen Plagiatsskandal verwickelt wird, der pensionierten Lehrerin Frau Tunichtgut und der Mimi mit dem Downsydrom, die den „Zungenkuß“ nicht gewinnt, habe ich schon öfter hineingelesen, sie  auch einmal vor dem offenen Bücherschrank in der Grundsteingasse vorgestellt, da die Frau Tunichtgut  eine Schrankbetreuerin ist.

Dann denke ich immer, wieso wird das nicht bemerkt, aber ich weiß schon, das trifft nicht bei allen meinen Texten zu und jetzt schnell eine Mischung aus meinen früheren Sachen zusammenzuschreiben, bringt es wahrscheinlich nicht wirklich.

Denn Fakt ist, ich weiß nicht, über was ich schreiben soll, denn, wenn ich so auf meinen Bücherstapel schaue und den Alfred stöhnen höre, schreib nicht soviel, bin ich ein wenig hilflos. Denn ja, ich habe in den letzten zwanzig, dreißig, vierzig Jahren unheimlich viel geschrieben und es bemerkt niemand.

Wahrscheinlich ist das das Problem, zum Teil wahrscheinlich, aber das kann ich  nicht lösen. Ich kann schreiben, bloggen, selber publizieren, reflektieren, das was man auf gut Deutsch, sich selber helfen nennt, aber wenn man alles versucht hat und es ändert sich nichts am Desinteresse ist es nicht sehr motivierend sich vorzustellen, jetzt das nächste Buch zu bekommen, das dann einem oder zwei Personen zu zeigen und das wars dann…

Dennoch wollte ich das  bei den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, wo ich  das Dummie schon abgesegnet habe, tun, das heißt, das Buch nach Leipzig mitnehmen, der Ute schenken und es auch am Dienstag, wenn der „Read!!iingroom“ seinen Büchertausch hat, dort hintragen.

Aber jetzt heißt es auf einmal beim „Digitaldruck“, der bisher immer so flott war, wir haben soviel zu tun, bitte warten und das Buch kommt nicht.

Ist eigentlich egal,  ich kann auch das Dummie nach Leipzig mitnehmen, die Vorschau gibt es schon lang und das Probekapitel auf der Website, selbstverständlich, aber andererseits, eine  neue Stelle, wo nichts weitergeht.

Nun ja, der Inhalt meiner langen Schreibe, ich habe das Wochenende vertrödelt, zuerst in der Badewanne ein Stück Emily Walton gelesen, dann den Klassiktreffpunkt gehört, wo Daniela Strigl über die Moderinität der Marie von Ebner-Eschenbach schwärmte, mir dann unzufrieden die vierte Szene vorgenommen und denke jetzt, ich sollte das Ganze völlig umändern, die Rahmenhandlung, das mit der Kritik von „Berührt ja nicht“ kann bleiben, und die Hildegard Hadringer, die nicht mehr Himmelblau heißt und das nächste Schreibprojekt der Anna Augusta Augenstern werden sollte, kann auch in die Bank gehen, das Geld beheben wollen und dann denken „Angesichts der Flüchtlingskrise sollte ich vielleicht nicht…“

Diese Szene sollte aber vielleicht umgearbeitet werden, die Anna Augusta kann  auch zu ihrem Psychiater gehen und ihm ihre Wurf- oder Greifgeschichten erzählen und die können dann das Ganze in Gang bringen und ein Roman oder auch eine Geschichtensammlung werden und vor allem sollte ich mir Zeit lassen und mich vielleicht wirklich mehr auf das, was ich schon habe, konzentrieren.

Auf die vierzig Bücher die es schon gibt, die nach und nach nochmals lesen, das hilft vielleichtund ansonsten in der Stadt herumgehen und schauen, was sich finden läßt und natürlich wäre es schön, wenn der Erfolg von der anderen Seite kommt, da hat es ja inzwischen auch ein paar Reaktionen gegeben, Manfred Lagler-Regall, der mich jetzt wieder aufmerksam liest, hat zur Selbsthilfe geraten, das tue ich aber, glaube ich, ohnehin schon und auf die Frage, wie man mir helfen könnte, antworten:

Aufmerksamkeit, Anerkennung, Interesse, Unterstützung, Rezensionen, etcetera, wären natürlich schön und, ob die Fahrt  auf die Leipziger Buchmesse, die demnächst ansteht, Abhilfe bringt, weiß ich nicht so genau.

Denn erfahrungsgemäß ist es   sehr depremierend, da mit seinen selbstgemachten Büchern herumzugehen, obwohl die inzwischen schon ganze Hallen füllen und den Erfolg der anderen zuzusehen. Aber Ablenkung kann es vielleicht bringen und dann in den Osterferien, das Vorhandene umarbeiten, entkrampfen, entwirren und vielleicht wirklich mit den Wurfgeschichten anfangen und die Anna Augusta und, die Hildegard, beziehungsweise, die Anne Frank, den Stefan Zweig und den Heimito von Doderer lassen, weil die vielleicht nur Schnapsideen oder Fallstricke sind.

Mal sehen, ich weiß es noch nicht so genau, werde aber die, die es interessiert, sicher informieren.

2016-01-22

Vorschau auf „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“

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Sommerfrische für Studentinnen:
Eva Jancak gab anlässlich ihrer Lesung Einblicke in
ihre neuesten Texte. Auslöser war die Idee einer
Sommergeschichte über Sandra Winter, eine prekä-
re Literaturstudentin, die nach sanften Druck der
Mutter ihren Sommer im Haus der Eltern verbringt.

Sandra Winters Mutter versah die Einladung mit
einem wahren kommunikativen „double-bind“.
Einerseits sollte die Tochter im Haus ihrer Eltern in
Harland bei St. Pölten die Sommerfrische genießen,
auf der anderen Seite war der implizite Wunsch vor-
handen, den slowakischen Pflegehelferinnen, die
die demente Großmutter betreuen, ein wenig auf
die Finger zu schauen. Nicht zuletzt wäre die Som-
merfrische ja dazu geeignet, die Diplomarbeit fertig
zu stellen.

Viel lieber hätte Sandra Winter ihre Freundin Eleni
in Griechenland besucht, aber dies war aus finanzi-
ellen Gründen nicht möglich.

Neil Y Trasher, read!!!ingroom, 14. 7. 2015

 

So wird es ausschauen mein neues Buch, das ich im letzten Sommer in der der Sommerfrische in Harland bei St. Pölten geschrieben habe und gleich, nachdem ich begonnen hatte, die ersten vier Szenen im „Read!!!ingroom“ geschrieben habe.

Ein brandaktuelles Buch könnte man so sagen, habe ich mich ja während ich auf der Terrasse saß oder mit dem Rad nach Wilhelms- oder Herzogenburg gefahren bin, an den aktuellen Nachrichten über Griechenland, die Flüchtlingsproblematik etcetera entlanggetastet und es ist, ohne, daß es mir damals bewußt war und ich es plante, der zweite Teil einer Anthologie geworden.

Der Erste ist vor kurzem erschienen, obwohl da die Fatma Challaki noch eine andere Geschichte hat und in einen anderen Zusammenhang auftritt, der dritte Teil liegt noch auf Alfreds Schreibtisch, wurde aber auch schon im „Reading!!!ingroom“ vorgestellt. Probekapitel gibt es hier zu lesen. Denn es ist in gewisserweise auch ein Blogroman, beziehungsweise soll er immer im Dezember einer werden und ein paar der Kapitel als Adventkalenderfenster in den Blog kommen.

Für alle Neugierigen, die das Buch, wenn es erschienen ist, lesen wollen, gibt es es jetzt drei Fragen und drei Bücher zu gewinnen, wenn man sie richtig beantwortet und dazu helfen Schreibberichte, die ich unten verlinke:

  1. Wie heißen Sandras Freundinnen und aus welchen Ländern kommen sie?
  2. Was hat es mit dem Hund am Cover für eine Bedeutung?
  3. und vielleicht überraschend, wer hat 2015 den deutschen Buchpreis gewonnen und was hat das mit diesem Buch zu tun?

Viel Glück beim Raten über reges Interesse würde ich mich freuen! Antworten bitte per mail: evajancak@fastmail.com

 

Und hier die Schreibberichte: 1 2 3 4 5 6 7 8 9

2015-07-29

Ein Sommernanowrimo

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:48
Tags: ,

20150725-203958

Es ist soweit „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer  Literaturstudentinnen“ sind im Rohentwurf fertig. Hundertneun Seiten, achtundvierzig Szenen,  52 909 Worte.

Da werden durch die Korrekturen zwar noch einige wegfallen und am Schluß werden es wahrscheinlich wieder weniger als die fünfzigtausend sein, aber deutlich mehr als bei den letzten drei Nanowrimos, wo ich, glaube ich immer etwas anstückeln mußte, um die fünzigtausend hinzubringen.

Ohne Nanowrimo wäre ich früher fertig gewesen und hätte früher aufgehhört und auch der zeitliche Rahmen stimmt. Ich bin zwar auch ein wenig schneller, denn ich habe diese hundertneun Szenen in drei Wochen hingeschrieben, schaut man auf meine Nanostatistiken, sieht man ich habe zweimal früher angefangen und war jedesmal viel früher fertig.

Diesmal hatte ich die Idee nach Ostern glaube ich, da habe ich dann immer ein paar Notizen gemacht und am neunten Juni, bei der Schreibgruppe, dann einundviertel Seiten, den Anfang des Eingangskaitel sozusagen geschrieben und das Ganze dann bis zum fünften Juli liegengelassen, dann habe ich angefangen und geschrieben und geschrieben, drei Wochen lang bis ich am Samstag den 25. mit dem Rohentwurf fertig geworden bin.

Vorgestellt habe ich die ersten vier Szenen am Montag den 13. im „Read!!ingroom“ beim dortigen „Sommerfestival“ „Summa in der Stadt“ obwohl es ja eigentlich ein Sommerfrischenroman ist und das hat sehr gut geklappt.

Jetzt werde ich das Ganze einmal durchkorrigieren, es ist ja noch sehr unfertig, die letzten Szenen habe ich überhaupt nur hinuntergeschrieben  und dann wahrscheinlich vorläufig liegen lassen und erst einmal „Selmas Kopftuch“ fertig machen, bevor ich dann im November mit dem richtigen Nanowrimo und der „Nika Weihnachtsfrau“ beginne.

Ein bißchen schade ist, daß ich nicht die ganzen acht Wochen dazu brauchte, aber nicht wirklich, denn jetzt habe ich ja ab dem 19.August Zeit mich vielleicht wirklich an diesem Longlistenlesen zu beteiligen, irgendwie reizt mich das ja schon, am Samstag danach in den Thalia zu gehen und zu schauen, was ich finde.

Ich könnte ja vorher den Otto, wenn ich ihn bei der Slakdky Wanderung sehe, fragen, ob er die Bücher auch wieder liest und er mir sie vielleicht borgen könnte, ich kann auch eine Verlagsanfrage machen, ein paar werden schon zu mir kommen, vielleicht habe ich auch ein paar schon gelesen, sollte die neue Ruth Cerha dabei sein, das erste Buch steht auch auf meiner Leseliste.

Das wäre auch eine spannende Sommeraktion, die man vielleicht einmal machen sollte und jetzt wäre ich beim Schreiben nicht dadurch behindert.

Mal sehen es ist ja noch nicht soweit und es ist auch noch viel zu korrigieren, aber schön, daß es so gut klapppte, es war ein tolles Schreiben und eine sehr schöne Sommerfrischenbegleitung, die ich auch wirklich genossen habe.

Ich habe ja auch immer bei meinen Radausflügen kleine Textstückchen in mein kleines Stadtschreiberbüchlein geschrieben und bei meinen jeweiligen Schreibberichten veröffentlicht, so daß man das alles auch ein bißchen mitverfolgen kann, wie bei der Lesung, wie so ein Sommerroman entsteht, wem das interessiert, der kann das gerne nachlesen.

Es war ja auch ganz am Anfang, am neunten Juni, als ich die ersten in den zwanzig Minuten geschriebenen Seiten vorgelesen habe, die Frage, ob das jetzt ein Jahrhundertwerk oder eine Kurzgeschichte werden wird?

Der Klaus Khittl und der Robert Eglhofer haben es ja ein bißchen mit der „Strudelhofstiege“ verglichen und „Zu hochgegriffen!“, gemeint.

„Blödsinn habe ich gedacht, vier Studentinnen, eine in Harland, eine in Damaskus, eine in Donezk, eine in Athen und ein bißchen die politische Situation, das kann eigentlich eine leichte Sommergeschichte sein und auch sehr kurz werden.

Denn da war ich noch nicht sicher, wie weit ich mit der „Selma“ komme. Ich war auch nicht sicher, wieviel ich für die Lesung habe und habe mich da auch mit „Taubenfüttern“ vorbereitet und „Sommer am Wasser“ angegeben. Das war dann alles nicht nötig und es ist länger als erwartet geworden, schneller sowieso, aber das macht ma nichts nichts.

Jetzt werde ich also korrigieren und korrigieren, bis Ende Oktober oder auch noch nachher, wenn ich bisdahin nicht fertig werden sollte.

Ich denke, es ist eine nette Geschichte, einerseits leicht und locker und auch nicht so abgehoben, andererseits auch schwer und schwierig, die politischen Verhältnisse machen es ja dazu und es ist mir auch gelungen, jeder der vier Protagonistinnen eine eigene Geschichte zu geben. Das war ja ein bißchen Klaus Khittls und auch meine Befürchtung, daß ich das nicht schaffe und vor allem bei der Jelena Malatschuk bin ich lange im Dunklen geschwommen. Sie sitzt in Donezk gut und da gibt es keinen Strom und kein Wasser und schreibt über die Bertha von Suttner eine Dissertation, aber das kommt auch schon  im „Schutzengelchen“ vor, da heißt sie zwar Marija, aber sonst…

Dann ist mir der Professor Eberhard und der Heiratskatolog eingefallen und am Schluß bleibt sie zwar nicht in Donezk, sondern wird Deutschlehrerin in Odessa und da waren wir  schon am 9. Juli auf den ersten Seiten, daß die Sandra mit ihr dort einen Cocktail trinken will, vielleicht werden sie das im nächsten Jahr tun.

Die Eleni hat ihren Hund Ouzo gefunden, vielleicht bekomme ich den, der im Original sehr lieb ist, auf das Titelbild, sonst könnten es auch die Stadtschreibertexte tun oder Bilder von der Traisen, von Harland, etc.

Und die Fatma, die es schon in anderer Form in „Selmas Kopftuch“ gibt, hat auch ihre Geschichte bekommen, sie reist über Lampedusa nach Traiskirchen, lernt in der NB Professor Eberhard kennen und das alles kommentieren sie der Sandra nach Harland bei St. Pölten, die dort ihre Diplomarbeit über den deutschen Buchpreis schreibt und Andi Hermann kennenlernt.

Die Pflegehelferinnen Minka und Stefania, die jede auf ihre Art anders ist, gibt es auch, die demente Großmutter Therese Pühringer, die Eltern, die von ihrer Reise aus Paris, Madrid, Mexiko, San Diego, San Fransico und New York Ansichtskarten schicken und die Frequency und Sandras Ausflüge an der Traisen gibt es natürlich auch.

Ich habe vor, das nächstes Jahr, wenn es fertig ist in den Sidebar als E-Book hineinustellen, als meine Sommergeschichte, im Winter gibt es dann den Adventkalender, den ich im November im richtigen Nanowrimo schreiben will und bin sehr stolz auf mich, schade, daß es keiner merkt.

Aber vielleicht passiert das doch ein bißchen, habe ich ja viel darüber geschrieben und kann den Rest der Sommerfrische auch ein bißchen lockerer angehen, ein paar Ausflüge gibt es da ja auch, wollen wir ja den Hochschwab besteigen, noch einmal mit dem Herrn Sladky wandern und Alfreds Geburtstagsfest gibt es natürlich auch.

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