Literaturgefluester

2016-11-15

Fünfzehn Jahre „Eine Stadt.Ein Buch.“

Die Aktion „Eine Stadt.EinBuch“, wo in Zusammenarbeit mit dem „Echomedia-Verlag“ hunderttausend Exemplare eines bekannten noch lebenden Autors von der Stadt Wien an die Leser und Leserinnen verteilt werden, gibt es seit 2002.

Damals wurde Frederic Morotons „Ewigkeitsgasse“ verschenkt und das war in Zeiten, wo es noch keine „Offenen Bücherschränke“ gegeben hatte und auch noch keinen Blog, mit dem man Zugang zu Rezensionsexemplare hat, für mich damals eine der wenigen Möglichkeiten an ein Gratisbuch heraunzukommen. Obwohl ich schon damals wahrscheinlich mehr Bücher hatte, als ich lesen konnte.

Das Buch, des am zwanzigsten April verstorbenen Autors, hat mir, glaube ich, auch gar nicht so gut gefallen, ebenso tat es das mit dem Nachfolgerbuch, nämlich des inzwischen ebenfalls verstorbenen Imre Kertesz, dessen „Schritt für Schritt“, glaube ich, in einer Art Bühnenfassung verteilt wurde.

Ich bin aber natürlich hingegangen, habe mich angestellt, mir das Buch geholt und es meistens auch an die Anna oder meine Schwiegermutter verteilt.

Einmal habe ich mich auf der „Buch-Woche“ im Rathaus auch sehr gestritten und einen Artikel darüber geschrieben, weil das Buch erst verteilt wurde, als der Bürgermeister eingetroffen war und ich es schon früher haben wollte.

Aber natürlich, wer zahlt, schafft an und die Stadt Wien verbindet diese Aktion der Leseförderung natürlich mit der entsprechenden Publicity, der Bürgermeister, ein großer Leser, wie ich immer höre, der die Bücher auch selbst aussuchen soll, tritt auf, hält eine Rede, wird fotografiert und die meistens schon älteren Bücher, die dann zu bekommen sind, werden erst, wenn das erfolgt ist, ausgeteilt, meistens gierig an sich gerafft, ebenfalls in zwei oder drei Exemplaren und werden dann gelesen oder auch nicht.

Ich wäre was das Leseverhalten betrifft, ja ohnehin ein bißchen skeptisch und finde die Bücher, seit es die Schränke, also seit 2010 gibt, auch regelmäßig mehr oder weniger angelesen dort und als ich beim vorletzten „Tag des Buches“ bei den „Wohnpartnern“ gelesen habe, wurden die Restexemplare der früheren Aktionen auch dort verteilt und auf der „Buch-Wien“, lagen vor ein paar Tage, neben dem Buchpreisprobenheftchen und dem „Literatier“ auch Exemplare von „Sofies Welt“, dem Aktionsbuch von 2015 auf, das ich mir, weil ich es schon vorher im Schrank gefunden habe, gar nicht erst geholt habe.

Ähnlich ging es mir mit Anna Gavaldas „Zusammen ist man weniger allein“ von 2014 und Rafik Schamis „Eine Hand voller Sterne“, von 2012, habe ich auch schon vorher gelesen, aber das Buch geholt und ausgetauscht. Es bei den beiden schon erwähnten aber gelassen, da der Platz in meinen Bücherregalen eigentlich keinen Raum für Sammlungen und Doppelausgaben läßt.

Toni Morrissons „Sehr blaue Augen“, das Buch von 2006, hatte ich auch schon gelesen, mir aber, glaube ich, ebenfalls geholt.

Die anderen Bücher waren neu für mich und als ich mich, 2004 wahrscheinlich, beim Stadtradt darüber beschwerte, daß man auf die Bücher warten mußte, habe ich ihm, glaube ich, für das nächste Jahr Elfriede Jelinek vorgeschlagen.

„Die Klavierspielerin“ würde ja, glaube ich, da passen, wenn man es schon nicht mit „Lust“ oder „Gier“ versuchen will.

Aber kein Chance, das war dem Bürgermeister wahrscheinlich zu unkonventionell, also war John Irving, noch dazu in einer sehr sehr schlechten Übersetzung, das Biuch von 2005, obwohl Österreich ja gar nicht soviele Nobelpreisträgerinnen hat, als daß es einfach auf diese verzichten könnte.

Egal, ich bin ohnehin, was diese Aktion betriff, ein wenig skeptisch, obwohl ich ja eine große Leserin bin und absolut nichts gegen Leseförderung habe, aber die Stadt Innsbruckt verteilt, da diesbezuüglich immer ein Buch eines zeitgenössischen Autors, Sepp Mall, Thomas Glavinic,Anna Kim, Sabine Gruber beispielsweise und das würde mich wahrscheinlich mehr interessieren, obwohl ich diese Bücher vielleicht auch schon gelesen hätte und die älteren Damen und Herren, die sich, um das Buch anstellen sind vielleicht eher konservativ denkt sich vielleicht der Bürgermeister, aber in Innsbruck klappt es ja auch.

Aber man soll ja nicht meckern und einem geschenkten Gaul nichts ins Maul schauen und lobenswert ist diese Aktion allemal.

Ich habe mir mit Ausnahme, der zwei schon erwähnten Bücher also alle geholt und auch brav gelesen, ein paar Mal wurde es ja direkt auf der „Buch-Wien“ verteilt und „America“, sowie den „Geschichtenerzähler“ habe ich mir vor drei Jahren von der Hauptbücherei abgeholt.

Heuer stand auch wieder ein Buch am Programm, das mich interessiert und das ich noch nicht gelesen habe, nämlich das, des 1943 in Colombo geborenen Michael Ondaatje, der heute in Canada lebt, „Katzentisch“ und darüber habe ich, glaube ich, einmal bei „Ex Libris“ eine Besprechung gehört, die mich interessierte.

Also habe ich mir den Erstausgabetermin, zwölf Uhr, Funkhaus in der Argentinierstraße, vorgemerkt, eine Freiberuflerin kann sich das ja leisten und bin nach elf Uhr hinmarschiert. Da habe ich dann von zwei netten älteren Damen,  gleich eine Werbung für van der Bellen erhalten, der die Wahl, die hoffentlich wirklich Anfang Dezember stattfinden wird, diesmal wieder gewinnen und die diesmal auch nicht mehr angezweifelt werden sollte.

Bei solchen Aktionen drängen sich ja meistens die Leute vor einer Absperrkordel, hinter der der Bürgermeister, der Autor, die Geldgeber und die Fotografen, umgeben von Sicherheutsleuten und jungen Mädchen in T-Shirts, die die Bücher dann verteilen, die die Bücher für die ganze Familie mitnehmen wollen, einige kenne ich davon, wie die Autogrammsammlerin schon und sie mich auch wahrscheinlich und diesmal war  anders, daß statt dem Bürgermeister der Gemeinderat Woller für die Stadt Wien gesprochen hat.

Helmut Schneider vom Verlag und „Wien live“ hat eröffnet und erzählt: Es ist diesmal etwas besonders, weil wegen dem fünfzehn Jahr Jubiläum gibt es auch eine Ausstellung in dem historischen Funkhaus, das es ja bald nicht mehr geben wird, hat doch Oskar Stocker, die Köpfe der fünfzehn Autoren gemalt, das wäre etwas für den nächsten „Buch-Wien Quiz“,Günter Kaindlsdorfer bitte herhören, Autoren, statt Philosophen,  Päpste oder Sportler herzuzeigen, obwohl ich gleich beknnen muß, daß ich dann wahrscheinlich wieder nicht gewinne, denn die fünfzehn Portraits, die auch in einer Broscüre enthalten sind, wären für mich ebenfalls nicht zu identifizieren. Die Kunst ist ja frei und der Künstler hat seinen besonderen Blick und interessant ist eine solche Ausstellung allemal!

Es gab dann noch Festreden von den Geldgebern, „Wien Energie“ ist ja der oder einer der Sponsoren, da trat eine junge Dame auf, machte Werbung für das Lesen und erzählte was sie selbst gerne lesen würde. Dann wurden die Bücher verteilt und die Leute ermahnt nur eines zu nehmen, damit alle was bekommen!

Aber hunderttausend sind ja, wie ich schon erläuterte, eine große Zahl und es bleiben wahrscheinlich welche übrig. Sie werden in den nächsten Tagen auch an den verschiedenesten Stellen, wie die Bank Austria Filialen, Kafeehäuser, Bezirksämter, Büchereien, im Literaturhaus, etcetera verteilt und am Abend gibt es eine Lesung bei der „Wien Energie“.

Eine Gala, wofür man eine Karte  gewinnen kann, wenn man sehr viel Glück hat, gibt es auch und ich war beim ersten Buc,h glaube ich, auch in der Volkshochschule Brigittenau, wo Frederic Morton gelesen hat.

Um die Teilnahme bei der Gala habe ich mich nicht bemüht, heute gebe ich zu einer Veranstaltung, wo der „Casino Austria Rising Star Award 2016“ vergeben wird und das Buch werde ich natürlich lesen, zwar nicht mehr heuer sondern im nächsten Jahr, denn für heuer habe ich ja noch eine wahrscheinlich ohnehin nicht mehr zu schaffende Leseliste und bin schon sehr gespannt.

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2016-09-29

Leo Perutz- statt H. C. Artmann-Preis

Vor einigen Wochen habe ich von Julia Danielcyk ein Mail mit einer Einladung zum H.C.Artmann-Preis, der am 29. 9. im MUSA an Anselm Glück vergeben wurde, bekommen und habe „Fein!“, gedacht, denn bei dieser Preisverleihung war ich ja noch nicht, bis ich daraufgekommen bin, daß zeitgleich in der Grünangergasse der „7. Leo Perutz-Krimipreis“ des Hauptverbandes und der Stadt Wien vergeben wird.

Dabei bin ich schon ein paarmal gewesen und habe auch Julia Danielcyk im Vorjahr auf dem Klo getroffen, die mir dort das „Literatur im MUSA Programm“ übergab und so habe ich diese Terminkollision bedauert, mich dann aber doch für den Krimi und gegen die experimentelle Literatur entschieden, obwohl der ja, wie ich gestern in der „Gesellschaft“ von Jochen Jung und Martina Schmidt hören konnte, nicht so ganz literarisch ist, aber von den Leuten gern gelesen wird und da ein Andreas Pittner Krimi oder einer von Eva Rossmann sich höchstwahrscheinlich besser verkauft, als die Gedichtbände von Anselm Glück oder Dieter Sperl etcetera, hat der Hauptverband vor sieben Jahren einen österreichischen Krimipreis ausgerufen, ihm einen schönen klingenden Namen von einem Dichter, der so viel ich weiß gar keine Krimis geschrieben hat, gegeben und seit 2011 gehe ich dort regelmäßig hin.

Es gibt da auch eine Shortlist mit fünf Nominierten, die die fünfköpfige Jury aus, wenn ich es richtig verstanden habe, fünfhundert Vorschlägen, die sie angeblich alle liest, also ich schaffe nur mehr hundertdreißig Bücher im Jahr, auswählt und diesmal standen Hannelore Fischer mit „Die Altmeister“

Andreas Gruber „Racheherbst“

Fritz Lehner „Seestadt“

Beate Maxian „Tod in der Hofburg“ und

Andreas Pittler auf der Liste.

Als ich kurz vor sieben das schöne alte Palais in der Grünangergasse erreichte, war es dort schon sehr voll und zu meinem Erstaunen hat nicht Günter Kaindlsdorfer moderiert, sondren, der Schauspieler  Roman,Kollmer, den ich schon von der „Buch-Wien“ beziehungsweise vom Österreich-Kaffee in Leipzig kenne.

Benedict Föger war auch nicht da und von der Stadt Wien ist Stadtrat Wollner später gekommen, so daß Roman Kollmer launig moderierte und die fünf Auserwählten vorstellte.

Hannelore Fischer ist die Nichte vom O.W und war wie Dolores Schmidinger, die im vorigen Jahr nominiert war, Schauspielerin, offenbar ist das Krimischreiben dann ein Hobby, das sie in der Pension betreiben und weil sie einen großen Namen haben, finnden sie….

Es gab eine fünf Minuten Lesung und in dem Krimi geht es um eine Othello Aufführung, wo, glaube ich, zwei eifersüchtige Herren die Desdemona umbringen wollen, weil sie ihr Kind weggegegeben habe.

Dann kam Andreas Gruber an die Reihe und der war, glaube ich, schon im Vorjahr nominiert. Es stehen also auch immer die selben auf der Liste und von den fünf Nominierten, habe ich auch nur Andreas Pittler und Beate Maxian richtig gekannt und noch keines der nominierten Bücher gelesen.

Andreas Gruber hat schon einen „Rachesommer“ geschrieben und Roman Koollmer fragte launig nach dem „Rachfrühling“, aber der ist noch frei und kann noch geschrieben werden und es geht in dem Herbstbuch, um eine Frau, die in die Wohnung eines Dates geht und offenbar von einem Arzt ermordet wird, zuerst versetzt er sie aber in eine Querschnittlähmung.

Fünf Minuten Lesezeit sind sehr kurz, also schon weiter zum nächsten Buch und Fritz Lehner ist ein Filmemacher, den ich, glaube ich, schon einmal bei „Rund um die Burg“ hörte, sein Krimi geht um die Seestadt Aspern und dort läuft ein Mörder frei herum, beziehungsweise hat er sich gerade niedergelassen.

Beate Maxian, die ich schon von verschiedenen Krimi Veranstaltungen kenne und auch schon einige Bücher von ihr auf meinen Stößen liegen habe, wurde für „Tod in der Hofburg“ nominiert und dort gibt es einen Handtaschentausch, das Klo wird in die Luft gesprengt und einiges andere passiert dort, glaube ich, auch noch und Andreas Pittlers Bronsteinkrimi „Goodbye“, der 1955 spielt und wo der alte Major in ein Wirtshaus geht und dort die „Reblaus“ singt, habe ich, glaube ich schon einmal gehört.

Dann kam das Interview mit den Preisverteilern und die berühmte Frage, was sie denn für Krimis lesen und dann „The winner is Andreas Gruber“ von der Vorjahresgewinnerin Theresa Prammer, Roman Kollmer eröffnete dreimal das Buffet, weil der Preis ja auch vergeben werden mußte und immer einer noch etwas sagen wollte und dieses war besonders gut und besonders reichhaltig und jetzt habe ich die Preisverleihung an Anselm Glück und wahrscheinlich das Brot und den Wein, den es im Anschluß gab, versäumt, mich aber mit der Angela gut unterhalten und am achtzehnten Oktober geht es weiter mit der Wiener Kriminacht, wo ich wahrscheinlich auch ein Alternativprogramm haben werde.

2016-04-28

Ruth Klüger über Marie von Ebner-Eschenbach

Zum dritten Mal gab es jetzt schon die Stadt-Wien Veranstaltung „Autorinnen feiern Autorinnen“, die Julia Danielczyk, als sie Literaturbeatutfragte wurde, eingeführt hat. Da hält eine Gegewartsautorin einen Vortrag über eine vorstorbrene Kollegin.

Vor zwei Jahren war das zum hundersten Todestag  Marlene Streeruwitz über Bertha von Suttner. Im Vorjahr hat Marlen Schachinger über Betty Paoli gesprochen und heuer wurde Ruth Klüger wahrscheinlich eingeflogen und referierte  zum hundersten Todestag über Maie Ebener von Eschenbach.

Wenn ich da eine Kritik einbringen dürfte, wäre es die, nicht immer, die adeligen Damen zu würdigen.

Wie wäre es mit Else Feldmann, Gina Kaus, Annemarie Selinko, etcetera.

Die Zeiten haben sich geändert und heuer wurde in der Musiksammliung der „Wien Blibiliothek“ ein Ebner von Eschenach  Symposium abgehandelt, der „Residenz-Verlag“ verlegt ihre Werke, Danielea Strigl hat eine Biografie über sie geschrieben und in Ö1 gab es zum Todestag auch einiges zu hören.

Die 1931 geborene Ruth Klüger, die ihre Kindheit in Therienstadt verbringen mußte, dann in die vereinigten Staaten emgrierte, Germanistik studierte und viele Bücher, wie beispielsweise „Frauen lesen anders“ geschrieben hat, hat sich mit dem Werk der 1830 Geborenenen sehr ironisch beschäftigt undmit einem Zitat über Marie Ebner, das die sehr sanftmütig wäre und keiner Fliege etwas zu leide tuen könne, begonnen, so daß sie nachgooglen mußte, ob es nicht noch eine andere Marie Ebner gäbe, denn die Marie Dupsky, die sich in ihrem Werk mit den Armen und Unterdrückten beschäftigt hat, ist eigentlich ganz anders gewesen.

Aber so ist das in der Literaturgeschichte halt und die adelige Dame, die drei Sprachen sprach, Tschechsch, Französisch, Deutsch und erst auf Anraten ihres Gattens Deutsch geschrieben hat, hatte es mit der Anerkennung nicht leicht, aber hochfliegende Pläne.

So wollte sie die beste Dramatikerin werden. Eine inzwischen wiederentdeckte Prosaschriftstellerin ist sie geworden und Franz Grillparzer merkte Ruth Küger an, hätte auch besser getan, statt Dramen wie „Sappho“ mehr Geschichten, wie „Der arme Spielmann“ zu schreiben.

„Das ist meine Meinung“, fügte sie hinzu und hatte schon vorher die drei Texte erwähnt, wo es um „Vergewaltigung“ gegangen ist.

In „Der Erstgeborene“,  wird eine Magd vom Schloßherrn vergewaltigt und tut sich schwer, das daraus entstandene Kind anzuerkennen, während die Anna in „Totenwache“ das sehr wohl tut.

Das dritte Beispiel spielt in adeligen Kreisen und ist „Unsühnbar“, da ist zu diskutieren, ob es sich dabei um Vergewaltigung oder Verführung handelt, merkte Ruth Klüger an und kam zu dem Schluß, das die amerikanischen Gerichte,  ersteres annahmen würden.

Auf diese Art und Weise ging es durch Marie von Ebners Eschenbachs Werke, die gar nicht so sanftmütig waren, denn in das  „Gemeindekind“ hat sie den Schluß nicht obwohl ihr es angeraten wurde, versöhnlicher gemacht und sie hat auch Stellen, mit denen „Thomas Bernhard seine Freude gehabt hätte“, wenn er, was Ruth Kluger bezweifelte, sie gelesen hätte.

Die Tiergeschichten, „Die Spitzin“ und „Krambamuli“, das sehr kitschig verfilmt worden ist, wurden erwähnt Marie Ebner von Eschenbachs Vorliebe für das Reiten und ihre Abscheu für die Jagd und so hat das Publikum, das aus einigen Autoren wie Elisabeth Reichert, Karin Rieck, Gerhard Jaschke, aber auch Christel Fallenstein, die wieder mit ihrem Mann und dem sie betreuenden Studenten bestand, einen genauen Einblick in das Werk der großen adeligen Dame bekommen.

Nachher gab es diesmal Wein, was dem Charakter des Feierns, als das die Veranstaltung ja angekündigt ist,  entsprach und einen Büchertisch, mit den beiden schon gehaltenen Reden, sowie Ruths Klügers Werken und Daniela Strigls Biografie, die auch im Publikum war und von Ruth Klüger erwähnt wurde.

Ruth Klüger ist vor einem Jahr, wie Julia Danielczyk in ihrer Einleitung erwähnte Ehrendoktorin der Universiät Wien geworden, Marie von Ebner-Eschenbach 1900, den Paul Watzlawick Ring hat Ruth Klüger auch bekommen und ihn statt am Finger, um den Hals oder als Brosche getragen und ob sie ihren Vortrag wieder vom E-Book Reader gelesen hat, konnte ich nicht erkennen.

 

2015-09-10

Sechster Leo-Perutz-Preis

Der Leo-Perutz-Preis ist ja der österreichische Krimipreis, der von der Stadt Wien und vom Hauptverband des Buchhandels, heuer zum sechsten Mal in der Grünangergasse vergeben wurde.

Was er mit Leo Perutz, von dem ich jetzt endlich was gelesen habe, zu tun hat, weiß ich immer noch nicht so genau, hat der ja, glaube ich, nicht wirklich Krimis geschrieben, aber wahrscheinlich war es der klingende Namen, den die Organisatoren suchten.

Ab der zweiten Preisverleihung war ich dabei, damals hat der „Posamentenhändler“ gewonnen, ein Buch, das ich schon von Klaudia Zotzmanns Advent-Gewinnspielen, die ja inzwischen auch Krimi-Autorin ist, kenne und das ich im Vorjahr gelesen habe.

Gefallen hat es mir nicht wirklich und es sind wahrscheinlich auch eher außergewöhnliche Kriminalgeschichten, die da nominiert werden.

Obwohl Thomas Raab hat das erste Mal gewonnen, das letzte Mal die österreichische Krimi Queen Eva Rossmann, Andrea Pittler stand schon auf der Liste, Sabine Naber, etc.

Da werden von einer Jury, die heuer aus Eva Rossmann, Sylvia Faßl-Vogler, Christoph Huber und Erwin Riesseder vom Hauptverband bestand, eine Shortlist von fünf Titeln ausgewählt, die ich heuer alle nicht kannte und wahrscheinlich auch nicht dem typischen Krimis zuordnen würde und ich lese ja ganz gerne Krimis, im Moment zwar nicht sosehr, weil da bin ich ja mit der LL beschäftigt, also vor kurzem mit Ilija Trojanows neuestem Werk, das wie der Moderator Günter Kaindlsdorfer in seiner Einleitung bemerkte, ihm eine Buchhändlerin erzählte, in ihrer Buchhandlung aufliegt, aber kaufen tun die Leute nur die Krimis, obwohl und das kann ich selbst bestätigen, relativ viele Leute, die ich kenne, die Nase rümpfen und sagen „Krimis, ich doch nicht?“

Die lesen sie dann vielleicht heimlich unter der Bettdecke und kaufen sie in ihrer Buchhandlung oder beim bösen „Amazon“ für ihre kranke Tante und die nominierte Liste, von denen ich eigentlich gar nichts kannte, bestand aus

Christian David „Sonnenbraut“

Andreas Gruber „Todesurteil“

Daniela Larcher „Teures Schweigen“

Theresa Prammer „Wiener Totenlieder“ und

Dolores Schmiedinger „Im Bett mit dem Teufel“

Und von den Autoren kannte ich natürlich nur die Schauspielerin Dolores Schmiedinger, die mit einem Fiakerhut und einem schwarzen Anzug aufgetreten ist. Daß, die schreibt, habe ich schon bei „Rund um die Burg neu“ glaube ich, erfahren, daß sie Krimis schreibt war mir neu. Aber offenbar tun das alle Leute außer mir oder die berühmten haben Erfolg und ich nicht, etc.

Die Einladung zu dieser Veranstaltung war auch fast ein Krimi, denn  die letzten Jahre, war sie immer zeitgleich mit der Shortlistenvergabe des dBp und wurde auf der Seite des Hauptverbandes http://www.buecher.at, die ich ja liebe, angekündigt.

Heuer aber nicht oder doch schon vor Monaten, da wurde die Shortlist bekanntgegen und darunter stand dann auch, die Preisverleihung findet am zehnten September statt und heute Nachmittag war dann noch eine Einlaidung dazu auf der Seite zu finden

Die letzten Jahre hat mich auch die Frau Führer eingeladen, aber die macht nicht mehr die Pressearbeit und vor zwei Jahren fand die Veranstaltung im Bestattungsmuseum statt, da gab es dann kein Buffet, sonst immer im Hauptverband, im Palais Fürstenberg in der Grünangergasse.

Günter Kaindlsdorfer moderierte immer, die letzten Jahre sagte er stets, er wüßte nicht, wer der Gewinner ist, voriges Jahr outete er sich, daß er es gewußt hätte, heute wußte er es auch, interviewte aber diesmal Julia Danielcyck, die höchste Literaturbeamtin, wie er sagte, statt Anica Matzka Dojda, die hat ja immer gesagt, sie würde in ihre Urlaube einen Krimi mitnehmen.

Julia Danielcyck wurde zu dem U und E  befragt und antwortete mit dem griechischen Theater und der Katharsins.

Dann kamen die fünf Autoren jweils fünf bis sieben Minuten dran und durften ein Stückchen lesen.

Im ersten Krimi, da war der Autor schon einmal nominiert, ging es um eine Entführung und interessant oder vielleicht auch ein Auswahlkriterium, die Krimi spielen alle oder die meisten in Wien, beim zweiten Andreas Gruber, der besonders originell, nur die letzte halbe Seite las, sonst heißt das ja, das darf man nicht, denn das ist ein Spoiler, kommt der Erimitter zwar aus Wiesbaden oder ist er ein Holländer und ermittelt dort, war in diesem Krimi, dem zweiten Teil, aber in Wien.

Dann ging es zur Türkenbelagerung und zu einem Antiquitätenhändler, der mit einem Morgenstern ermordet wurde und dann sogar in die Wiener Oper, Theresa Prammer, mir auch völlig unbekannt, ließ dort den Monostatos auf der Bühne sterben und Dolores Schmiedinger, die einen sehr esoterischen Krimi zu haben schien, der von einer Schauspielerin und einem Wahnsinnigen, sie bestand darauf, daß das die autobiografischen Teile wären, handelte, hat sehr sehr gut gelesen.

Gewonnen nicht, denn das tat Theresa Prammer, die glaube ich, auch Schauspielerin ist und gut gelesen hat. Sie tat dann sehr überwältigt oder war es vielleicht wirklich.

Dann gab es den Leo Perutz-Wein und Aufstrichbrote, die Eva Rossmann hergestellt haben dürfte und die Kriminacht in den Wiener Cafehäusern oder an anderen Orten dürfte es auch bald geben.

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