Literaturgefluester

2016-08-01

Unnützes HamburgWissen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Nach den „Sommernomaden“ geht es gleich weiter, mit den Sommer beziehungsweise Reisebüchern, denn im Sommer soll man ja reisen, obwohl ich ja  nicht so besonders reiselustig bin.

Ich nehme mir aber in die jeweiligen Urlaubsdesitnationen immer Bücher der jeweiligen Autoren mit, lese in Ungarn also Ungarn-Bücher, in Kroatien, die von Marica Bodrozic und Jagoda Marinic, im Salzkammergut, die übers Salzkammergut und am Hochschwab, wo wir ja Freitag und Samstag waren, nicht den „Hochschwab-Blick“ aus dem „Haus“ und auch nicht Peter Rosegger oder was anderes Lokalpatriotisches, nein, meine Leser werden staunen, , auf das Schießtlhaus, wo ich ja schon Judith Frank, Melamar und anderes  gelesen habe, habe ich diesmal das „Unnütze HamburgWissen“ mitgenommen, bin aber bald daran gescheitert, beziehungsweise habe ich das Lesen über den Klaus Störetbcker und das Alsterwasser bald aufgeben und man wird fragen, wie ich auf diese vielleicht auch ein bißchen unnütze oder unverständliche Idee gekommen bin?

„Der Holzbaum-Verlag oder „Stadtbekannt“ haben Schuld daran, denn die schicken mir ja alle ihre Publikationen zu und haben inzwischen drei Bände mit „Unnützen Wien Wissen“ herausgegeben, wovon ich zwei gelesen habe und dann das über Habsburg, die Musik, etcetera und weil das so großen Erfolg hat, vielleicht die Stadt Hamburg einen solchen Band in Auftrag gab.

Und die begierige unnützes Wienwissenerforscherin kann gleich anmerken, denn jetzt habe ich das Büchlein ja in der Harlander Badewanne ausgelesen beziehungsweise überfolgen, daß es für eine Wienerin, die drei Mal in ihrem Leben in Hamburg war, vielleicht wirklich ein bißchen unnütz ist, sich unnützes Wissen über eine Stadt zu erlesen, die amn gar nicht kennt oder sagen wir, nicht so effektiv, denn Wien kenne ich ja sehr gut und weiß daher, was nützen kann und was nicht, über Hamburg kann ich das auch jetzt nicht sagen, so daß ich das Buch eher den Hamburgern oder den nach Hamburg reisenden empfehlen würde, aber dennoch war ich daran interessiert, denn ich war ja nicht nur dreimal in meinem  über sechzigjährigen Leben in Hamburg, ich hörte auch literairsch in letzter Zeit sehr viel davon, lebtdoch Martina Gercke, die Chefstewardess und Autorin vom „Holunder- und Champagnerküßchen“ und anderen selbstgemachten Büchern dort, Norbert Gsrein wohnt jetzt dort und Dörte Hansen hat ein Buch über das „Alte Land“ geschrieben und das ist ein Teil der Elbestadt, wie ich spätestens nach meiner unnützen Hamburg Lektüre weiß und Mara Giese die Buzzaldrin Betreiberin ist vor einem Jahr auch dorthin gezogen und stellt seither mehr oder weniger regelmäßig die wichtigsten Hamburgischen Buchhandlungen vor und weil die Literatur und Bücher ja nicht unnütz sind, kommen sie in dem blauen Büchlein, das einen Schwan am Cover hat auch nicht vor.

Die Stadt ist aber trotzdem  interessant und wichtig, hat die Reeperbahn in St. Pauli, den Hafen und den Hans Albers und ich hatte eine Tante, die Frau meines Onkel Hans, die aus Hamburg stammte und obwohl sie schon über vierzig Jahre in Wien lebte, immer noch ihren Norddeutschen Akzent nicht verleugnen konnte, während meine Tannte Mella, die in Kriegszeiten zum Spargelstechen nach Hannover ging und sich dort verehlichte, ihren Wienerischen Akzent bald verloren hatte und mit ihr und meinen Eltern habe ich als Zwölfjährige das erste Mal Hamburg besucht und bin die berühmte Reeperbahn entlanggegangen, wo ich mich an einem Nachtclubausrufer erinnern kann, der uns anlocken wollte und dann verstummte, als er mein Alter erkannte.

Dann war ich im Sommer 1975 oder 1976, in jenem Jahr jedenfalls, als in Wien, die Reichsbrücke einstürzte, dort bei einem Workcamp in St Georg, wo ich den Pfarrer Blazejewski kennenlernte, den ich dann zwei Jahre später über Weihnachten besuchte.

Das waren meine Hamburger Aufenthalte und das ist lange her und so wird sich die Stadt inzwischen sehr verändert haben, ich kann mich aber noch an eine Paddelbootfahrt erinnern, die ich als Nichschwimmerin damals mit der Gruppe an der Alster unternommen habe und an das Alsterwasser, das ich anschließend getrunken habe und wundere mich noch heute, daß ich das Bier Limo Gemisch hinunterbrachte und ich so schüchtern war, daß ich nicht gegen beides protestierte.

Was das Alsterwasser ist und woraus es besteht, wird in dem Buch, das aus sieben Kapitel: Historisches, Kulinarisches, Unterhaltsames, Verruchtes, Musikalisches, Sportliches und Mobiles besteht, genau erklärt, dazwischen gibt es noch schöne Bilder und für alle, die es noch nicht wissen, füge ich noch hinzu, daß es kein Reiseführer ist, sondern eine Aufzählung von Fakten, die vielleicht für Hamburg brauchbar sind, in Wien, in Harland und am Hochschwabgipfel aber wahrscheinlich nicht so besonders wichtig. Trotzdem weiß ich jetzt, wer Klaus Störtebeker war, daß die Hamburger groß und selbstbewußt sind, der Helmut Schmidt, der Kettenraucher, von dort stammte und auch die jetzige Bundeskanzlerin von Deutschland dort geboren wurde und erst danach mit ihrer Familie in die DDR umzog.

Sicherlich nicht sehr wichtig, all das zu wissen.  Johannes Brahm wurde auch dort geboren und verbrachte  seine Sommerfrischen in Mürzzuschlag, wo er ein eigenes Museum hat, füge ich etwas vielleicht auch nicht sehr Nützliches hinzu, was nicht in dem Büchlein steht, Hans Albers und die Reeeperbahn, nachts, um halb eins, wird erwähnt, das ist schon wieder etwas nützlicher und eines ist wohl der Wert des Buches, wenn man es, als eingefleischte Wienerin am Hochschab und in der Badewanne liest, es machte auch die nicht sehr Reiselustige, neugierig auf die Stadt.

Vielleicht finde ich einmal Dörte Hansens „Altes Land“ in den Kästen, vielleicht lese ich Martina Gerckes Facebooknotizen und Mara Gieses Buchhandelsberichte noch ein bißchen begieriger und vielleicht komme ich wieder einmal in die Stadt-, die einen großen Hafen hat, wo der „Hamburger“, den ich ja sehr gern esse, das weiß ich jetzt gar nicht so genau, erfunden oder nicht erfunden wurde, jedenfalls seinen Namen daher hat und als ich in Hambrug war, habe ich beim Einkaufen genau gewußt, daß ich beim Schlachter, nicht beim Metzger oder Fleischhauer, wie man bei uns sagt, Hackfleisch und kein Faschiertes verlangen muß, -um mir die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, durch die Mönckebergstraße, der teuersten Einkaufsstraße mit den größten Geschäften zu flanieren oder  mir Altona oder Blankenese anzusehen.

Vielleicht ist noch zu erwähnen, Hamburg ist eine Hansestadt und ein echter Hanseate muß mehrere gebürtige Vorfahren haben, ansonsten kann jeder sich so nennen oder eine Hanse betreiben und die „Niveacreme“ in den blauen Dosen wird auch dort erzeugt.

Ein interessantes  Büchlein für das Sommerloch, wenn man depressiv auf der Terrasse oder im Strandbad liegt, würde ich vermuten, als Souvenier den Hamburgern mitzubringen oder auch neben dem Reiseführern für den Stadtaufenthalt, aber auch als Abendunterhaltung auf dem Hochwabgipfel geeignet, weil es leicht den Berg hinaufzutragen ist, auch wenn man dann wahrscheinlich nicht sehr viel oder nur Bahnhof versteht.

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2016-04-30

Schimpfen wie ein echter Wiener

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Bei der Reihe „Stadtbekannt“ aus dem „Holzbaum-Verlag“, die ja schon einige „Wien-Bücher“, wie „Unnützes Wien Wissen“, „Kaffee in Wien“, „Frühstücken in Wien“ oder „Wiener Grätzel Josefstadt“, bzw. „Siebenstern“, herausgegeben hat, ist jetzt ein  „Schimpfwörterbuch“ oder ein Buch über das Schinmpfen herausgekommen.

Nun bin ich, obwohl ich öfter, auch hier im Blog beschimpft werde, keine, die gerne schimpft und auch keine, die wirklich Dialekt spricht, hat ja meine Mutter darauf geachtet, daß ich mich immer in Hochdeutsch ausdrücke, um es einmal im Leben besser zu haben.

Ich verstehe aber  Dialekt, mag ihn eigentlich auch, nicht unbedingt die Schimpfwörter „Heast Oida, schleich, di!“ oder so und denke, daß er sich auch wandelt, so bin ich mir gar nicht so sicher, ob alles, was in dem Buch zu finden ist, wirklich noch angewandt wird und ob zum Beispiel bei den Würstlständen, die ja oft schon durch Kebab-Buden und Aisa-Nudeln-Stände ersetzt wurden, „A Eitrige mit an Buckl und an Patzn Senf“ verlangt wird.

Aber schön der Reihe nach.

Das Impressum wird mit „Wer das Buachl verbrochen hat“ übersetzt, sonst könnte ich an den Übersetzungen einiges aussetzen, beziehungsweise würde ich das Wienerisch Hochdeutsch und nicht Nord- Bundesdeutsch oder überhaupt geschraubt übersetzen, weil ich letzteres auch schon für einen Dialekt halte und könnte da gleich das Eingangsbeispiel anführen.

Sagt da nämlich die Hausmeisterin, die in der Realistät oft wahrscheinlich besser Serbisch als Wienerisch spricht und vor hundert Jahren sprach sie wohl eher Böhmisch: „Drahts de gschissene Muik o, eas saublede Gfraster, sonst hol i de Kieberei!“ und das heißt, würde ich meinen, nie und nimmer „Dreht die vermaledeite Musik ab, ihr saublöden widerwärtigen Personen, sonst hole ich die Polizei!“, sondern  „Dreht die beschissene Musik ab, ihr blöden Leute!“

Das ist mir auch an anderen Stellen aufgefallen, daß ich anders übersetzen würde, aber jetzt hinein ins Buch. Es gibt neun Kapiteln und ein Register. Eine Warnung gibt es auch, daß für das Anwenden der Beschimpfungen keinerlei Haftung übernommen wird!

Na gut, also auf eigene Verantwortung in das Buch, ich schimpfe ja ohnehin nicht so viel, obwohl mich der Alfred öfter als „Grantscherbn“ oder als „grantiges Wiener Weibl“ bezeichnet, aber das ist, habe ich gelernt, eigentlich die Bezeichnung für einen grantigen Mann, das weibliche Pendant wäre die „Keppltant!“

In Kapitel eins geht es um Sex, also um das „Pudern“, das nicht von Puder kommt und dann natürlich, um den „Oasch“, ein, wie ich lese, sehr beliebtes Wiener Schimpfwort.

Da gibts also das „Oaschgsicht“, das „Oaschgfries“ bis zur „Oaschpartie“ und auch einige gebräuchliche Redewendungen, wie „I reiß ma sicher net den Oasch auf fia di“, auch meiner Meinung nach sehr umständlich übersetzt, bis zum „Das geht mir am Oasch vorbei!“

Beim Würstlstand und beim „Essn und Trink auf Wienerisch“ war ich schon. Da gibt es aber noch das „Wiaschtl“ und das „Für die Wiascht“, nicht zu verwechslen und auf der „Nudlsuppm“ beteuern sicher einige „nicht dahergschwommen zu sein!“.

Es gibt den „Schmarrn“, der eigentlich was Feines ist, wenn er aus Topfen oder Palatschinkenteig besteht, aber man kann auch einen „Schmarrn“ reden und ein arme Leute Essen, also für die auf der „Nudlsuppm dahergeschwommenen“, war er früher auch.

Dann gibts noch „Das Krügerl, das Glaserl, das Stamperl, das Tröpferl“, meist mit Wein wahrscheinlich und was das Bier betrifft, wird das hier  mit Gerstensaft übersetzt. Ob das der Mann am Wiener Würstlstand versteht? Wahrscheinlich nicht, auch wenn er ein „Tschusch“ ist, aber da sind wir schon beim Kapitel „Überall  Gscheade und Auslända“ und haben  das „Oida verschwind und hoit  de Goschn!“ ausgelassen.

Daß der Wiener sehr überheblich gegenüber alle jenseits der Stadtgrenze ist, kann ich bezüglich meiner Mutter und meinem aus St. Pölten stammenden Mann bestätigen. Sie hat „Gscheader“ also Geschorerer, ein Begriff für den Bauern oder Leibeigener, also Landbewohner, denke ich, zu ihm gesagt, während der Mundl Sackbauer aus dem „Ein echter Wiener geht nicht unter“ , die St. Pöltner schon für „Tschuchn“, also Balkanbewohner hält.

Ein weiteres wichtiges Kapitel ist der Tod oder das „Okrotzn in Wean“.

Da kann man auch „De Potschn strecken, ins Gros beißn“ und noch vieles anderes sagen. Selbstmord oder „Si di Kugl gebn“ kann man auch. Wenn man aber von der Donaubrücke springt, hat das, wie ich gelesen habe, öfter auch andere Motive.

Das gehts zu „Proleten, Gsindl und zur gspriztn Bagage“, also zum Schimpfen durch die sozialen Schichten.

Und auf der Werbeseite kann ich sehen, daß man sich solche Schimpfwörter auch auf Taschen oder T-Shirts drucken lassen und  kaufen kann.

Man kann sein Gegenüber auch als „Blada, Wampata, Schiacha!“ oder anders beschimpfen.

Und bei der Polizei, also der „Heh“ sind wir schon gewesen und wer noch immer glaubt, daß die Polizei, dein Freund und Helfer ist, kann hier „A Kieberer is ka Habera“ lesen.

Dann gehts zu den „Dümmlichen Typen“ auch wieder, wie ich meine „bled“  übersetzt, „in Wien“, also den „Dodln“ Dillos“, „Fetznschädln“ etcetera.

Die Wienerin ist a „Urschl“ „Fusn“, Keifn“, während der Wiener als „Wappler“, „Zniachterl“ „Dodl“, etcetera beschimpft werden kann.

Damit wären wir schon am Ende und sehen hier, weil das gelbe Biachl wirklich schöne Illustrationen hat, das Wiener Riesenrad, in dem die „Grätzn“, „Gurkn“, etcetra sitzen und „Hupf  in Gatsch, Gfrast!“ und anderes schreien.

„Wiener Kultur, das ist Kunst und Musikgenuß. Kaffee und Schnitzerl, sprühender Charme und Weinseligkeit. A so a Schas! Mindestens genau so wichtig ist in Wien die Schimpfkultur, also die Fähigkeit, zu allem und jedem passende unhöfliche, witzig- beleidigende und obszöne Worte und Redewendungen zu finden“, steht noch am Buchrücken.

Wieder was gelernt? Und nicht vergessen, bevor mans ausprobiert, Haftung für die Folgen wird von den Buchautoren nicht übernommen!

2015-06-06

UnnützesWienWissen-Musik

Filed under: Bücher — jancak @ 00:09
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„Stadtbekannt“ beziehungsweise „Holzbaum“ macht weiter eifrig mit seiner „UnnützesWissenReihe“ und beschert uns solches nun, eh klar, nach Zeiten des Song Contests, der Wiener Festwochen, etc, in Sachen Musik.

Wien und Musik ist sicher ein breites Thema, klischeebeladen und gut für den Export bzw. Fremdenkehr, stehen doch wahrscheinlich nicht umsonst immer mehr junge Männer, die oft aus Polen oder Tschechien kommen, verkleidet, als Mozart auf der Kärntner Straße und bieten denen mit Fotoapparat und Stadtplan in der Hand „Concerts for the evening!“, an.

Es ist wahrscheinlich auch die Frage und zu diskutieren, was eigentlich „unnützes Wissen“ ist und dann auch noch sehr interessant, wie sich dieses verkaufen und vermarken läßt?

Aber wahrscheinlich verkauft sich das „Unnütze“ gerade am besten, könnte ich jetzt frech spekulieren, habe aber schon bei den „Wien-Büchern“, der „Holzbaum-Verlag“ ist ja so lieb und versorgt mich allem und frischt so mein Wissen über die Stadt, der ich ja, ich gebe es zu, sehr verbunden bin, schon weil ich so viel in ihr herumflaniere und sie sehr sehr mag, auf und so würde ich auch das „UnnützeWienWissen“ in Sachen Musik eher als großen Anekdotenschatz bezeichnen, von dem es nicht schaden kann, das Büchlein, vielleicht wenn man zu einem literarischen, musikalischen oder gesellschaftlichen Salon geht, von denen es vielleicht gar keine mehr gibt, in der Tasche trägt und in Gesprächen sein musikalisches Stadt Wien Wissen zu beweisen und solcherart zu brillieren. Vieles davon hat man vielleicht auch schon in der Schule gelernt und mitgesungen, so etwa W. A. Mozarts „unanständige Gstanzerls“ und Briefe an das Bäsle „jetzt wünsch ich eine gute nacht, scheissen sie in das bett, daß es kracht“.

Richtig, das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt und da ist das „Mozartliches“ das erste und wir erfahren, daß, was wir vielleicht eh schon wußten, es Mozart Spaß machte, Fäkalausdrücke zu verwenden, er Freimauer war, vom Grafen d`Arco aus dem Haus geschmissen wurde, er einen recht aufwendigen Lebensstil hatte und viel verspielte und sehr viel anderes mehr.

Dann geht es zum Herrn vom Rübenfeld.

„Wer ist das?“, werden meine Leser jetzt fragen.

„Nie von ihm gehört. Etwa ein Wiener Komponist?“

Wir sehen also ganz so unnütz ist der Kauf und die Lektüre dieses Büchleins nicht. Vielleicht kann man es auch bei einer der Präsentationen gewinnen, schmeißt da der Max ja immer ein Bällchen durch den Raum und wer es auffängt, bekommt ein Säckchen mit Bücher aus „UnnützenWien-Reihe“, um hier nicht zuviel „unnütze“ Kauffauforderung zu machen.

Rübenfeld heißt auf Holländisch, habe ich gelesen, offenbar Beethoven und der Ludwig van war gar nicht adelig, sondern ist vom Land, also vom Rübenfeld gekommen. Wieder was gelernt. Sehr gut setzen!

Er war auch und das habe ich schon von der Schule, hatte ich da ja in der Frau Grete Stürmer eine ausgezeichnete Musikpädagogin, ein widerlicher Zeitgenosse, der oft mit Eiern oder anderen schmiß und Sachen, die er nicht brauchte, aus dem Fenster warf. Vielleicht hat das auch mit seiner allmählichen Vertaubung zu tun, die ihn als Komponisten natürlich ärgern mußte und Probleme mit seinem Kopf beziehungsweise seinen Gebeinen, hatte er, wie Papa Haydn auch.

Da greife ich schon vor, denn das Thema Musiker-Anekdoten hat noch ein anderes Kapitel, zuerst geht es aber, wie in Zeiten, wie diesen zu erwarten, zum Song Contest.

Und da könnte man das Wissen vielleicht wirklich unnütz bezeichnen, gibt es ja da schon ein anderes Buch aus dem „Holzbaum-Verlag“ und wenn man es gelesen hat, braucht man das Kapitel vielleicht nicht mehr.

Also lasse ich die Beschreibung aus, um nicht alles stupide von vorne nach hinten nachzuerzählen und damit keine richtige Rezension, sondern nur eine „öde“ Beschreibung zu liefern und gehe gleich zum Wiener Lied über und das ist ein fündiges Thema, denn Wien, Tod und Depression gehören ja zusammen und da kommen die schwarzen Vögel und die Sänger stürzen sich dann aus den Fenstern der Spitäler und damit das Morbide nicht zu ansteckend ist und die Nachahmungsgefahr nicht zu groß, durften manche Lieder im Rundfunk nicht nicht nach zweiundzwanzig Uhr gespielt werden, weil da die Gefahr sich „hamzudrahen“ angeblich am größten ist.

Es gibt Wissenwertes oder Unnützes über Falco alias Hans Hölzl zu erfahren und es gibt das Kapitel „Requiem für Wiens Musiker“

Da erfahren wir, wie groß Franz Schubert war, dieses Wissen ist wahrscheinlich wirklich nicht sehr essientiell für die Leistungsgesellschaft, in der wir leben oder doch natürlich, denn es könnte ja dazu  animieren, daß man es auch als kleiner Mann oder kleine Frau sehr weit bringen kann und, daß er Mitglied der „Unsinnsgesellschaft“ war und dort „Ritter Cimbal“ gerufen wurde. Franz Schubert war auch ein Vielschreiber und hat in seinen einunddreißig Lebensjahren, er ist wie Mozart sehr jung gestorben, über tausend Werke geschrieben.

Und der „Radezkymarsch“ ist nicht nur ein Musikstück von Johann Strauss, sondern ein berühmter Roman von Joseph Roth, dessen Dichte und Genialität sich mir leider nur sehr spät erschlossen hat. Das ist vielleicht auch ein Stück Wien oder Literaturwissen, was nicht besonders interessiert, also wahrscheinlich eher „unnütz“ ist.

Interessant ist vielleicht, wenn wahr, nachprüfen kann man das alles ja recht schwer, daß Anton Bruckner immer „wasserdichte Unterhosen“ trug und sich seine Schüler den Spaß machten Ratten zu konditieren, bei Wagnertönen jagten sie sie herum, bei Brucknerklängen bekamen sie Zucker, was angeblich funktionierte und den Meister in Staunen versetzte.

Von Johann Nestroy, der ja eher Schauspieler und Dichter war, gibt es zu vermelden, daß er sich über die Erhöhnung der Semmelpreise lustig machte und deshalb einmal mit einem Anzug, der statt Knöpfe Semmeln hatte, auftrat, dafür kam er in Arrest und mußte sich entschuldigen. Er tats mit dem Dank dafür „daß die Bäcker ihm in der Nacht Semmeln durch Schlüsselloch gesteckt hätten.“

Ich könnte noch und noch aufzählen, der Anekdotenschatz um die Wiener Musik beziehungsweise Musiker scheint reich und unerschöpflich zu sein.

Ein „Wien Medley“ und ein „Kapitel über den „Austropop“ gibt es auch. Also wer alles Unnütze und vielleicht  auch das Nützliche über Wiens Musik  erfahren will, dem ist dieses Büchlein zu empfehlen.

2015-04-30

Frühstück und Brunch in Wien

Filed under: Bücher,Veranstaltungen — jancak @ 11:37
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Der „Holzbaum-Verlag“ der mit „StadtBekannt Wien“ eine Kooperation eingegangen zu sein scheint und gemeinsam Reihen über das „Unnütze Wien Wissen 12„, „Kaffee“, über das „Grätzel Josefstadt“ und noch einiges anderes herausgegeben hat, hat sich jetzt auf das „Frühstücken“ verlegt und das gleichnamige orange Büchlein, heute um neun ganz stimmig im „Coffee und Juices-Shop-Lilettes“ auf der Tuchlauben,vorgestellt.

Und Frühstücken ist ein Thema, das mich auch sehr interessiert, bin ich ja eine bekennende Frühstüclkerin und empfehle meinen beispielsweisen eßgestörten Klienten immer den Tag mit einem guten Frühstück zu beginnen.

Außerdem haben wir schon fast dreißig Jahre eine Getreidemühle, beziehungsweise inzwischen zwei, so daß es jetzt auch in Harland jeden zweiten Tag Müsli zum Frühstück gibt. Das heiß,t am Vortag eingeweichten Weizen mit Joghurt, Apfel, Banane, Nüßen oder anderen aktuellen Obst.

Den anderen Tag esse ich  meistens ein Marmeladebrot oder das was gerade da ist und in Bük in Ungarn im Hotel Repce in das wir derzeit ja öfter fahren, kann man sich zum Frühstück Spiegeleier braten lassen, da hat zwar der Ernährungswissenschaftler, den „Stadtbekannt“ zur Präsentation eingeladen hat, abgewinkt, beziehungsweise, die Dame, die das Büchlein vorstellte, aber als ich 1991 in Japan war, gabs in den Luxushotels, wo uns der akademische Reisedienst einquartierte, auch Ham and Eggs mit Toast, das sogenannte europäische Frühstück.

Die Japaner eßen ja, glaube ich, Reis und Suppe und die Italiener gar nichts beziehungsweise ein Brioche und einen Cappuchino und als wir im Sommer im Elsaß waren, sind wir in der Früh immer in das Cafehaus von Eguisheim gegangen und ich habe zweimal ein Croissant und einen Caffe au lait bestellt, wenn der Alfred nicht etwas anderes wollte.

Aber jetzt sind wir in Wien und das geht es um die Frühstückskultur, die dort herrscht und da fällt einem als erstes einmal wahrscheinlich das Kaffeehaus ein, wo ich als Studentin  manchmal gefrühstückt habe, im Cafe Jelinek oder Cafe Sperl vorzugsweise und dann  bin ich eine Zeitlang auch gern in die Konditorei Aida auf eine oder zwei Kolatschen und einen kleinen Braunen gegangen, die dort sehr gut waren.

Inzwischen hat sich einiges an den Frühstücksgebräuchen geändert, die Bagels und die Smoothies sind hinzugekommen und so habe ich mich gleich angemeldet, als die Einladung zur Buchpräsentation gekommen ist, obwohl das Frühstücken eigentlich nicht sehr literarisch ist oder doch natürlich, denn damals in der Konditorei Aida, bin ich ja öfter durch mein Schreiben aufgefallen und über seine Frühstückgewohnheiten lassen sich auch herrliche Geschichterln schreiben.

Das „Lilette“ war auch sehr voll, als ich es knapp nach neun erreichte, vorsorglich habe ich vorher noch eine Schale selbstgemachtes Müsli, gegessen,  Kaffee und Orangensaft dazugetrunken, falls es vielleicht nur ein paar Mannerschnittenproben geben sollte, weil man den Tag, wie ich auch später hören konnte, ja mit einem ordentlichen Frühstück beginnen soll. Alle Plätze besetzt, man mußte sich aber auch an der Theke anstellen, um den jungen Frauen dort zu sagen, welchen Kaffee oder Smoothie man trinken wollte. Ich habe mich für einen Caffe Latte entschieden, denn den trinke ich ja  meistens. Bei den Smoothies kenne ich mich nicht so aus und Säfte, die alle einen eigenen Namen hatten, standen auch schon bereit, wie Müsliproben.

Dann kam die Begrüßung und der Max vom Verlag, den ich  schon von der „Kaffeebuch-Präsentation“ kenne und warf ein Teepäckchen mit seinen Fragen in die Runde, die man all wahrscheinlich alle in dem Buch beantwortet finde  und man  bekam dann, wenn man beispielsweise wußte, woraus sich das Wort „Verival“- die Tiroler Biomanufaktur, die nachher ihre Müsliproben verteilte, zusammensetzte, was eine Lactoseunverträglichkeit ist, warum man frühstücken soll oder woraus eine typisches Wiener Frühstück besteht,  man einen Sack mit dem Clemens Haipl-Buch und dem „Unnützen Wien Wissen II“.

Ich erwischte wieder einmal nichts, habe die Bücher aber ohnehin schon gelesen und in dem neuen Buch, das in der sehr schönen „Verival-Tragetasche“, befand die man sich mitnehmen konnte, außerdem noch enthalten war, gibt es natürlich auch etwas über das „unnütze Frühstückswissen“ zu erfahren, wie beispielsweise, daß „Spiegeleieresser sexuell sehr aktiv wären“, das war so eine Frage, wo die Frau, die den Tee gegfangen hat, die angeblich richtige Antwort  erst durchraten mußte.Es gibt aber auch wissenswertes um die Milch und um das Müsli zu erfahren und das erklärte während der Präsentation, auch der Ernährungswiessenschaftler, der mir  bestätigte, daß meine Art das Müsli zuzubereiten, die beste ist. Noch besser wäre vielleicht der Porridge, das das was die Engländer, glaube ich, zum Frühstück essen. Waruer, gekochter Haferbrei.

Dann gibts in dem Buch natürlich viel über das Ei, die man im Glas, pochiert, als Eierspeise und wahrscheinlich auch noch  anders essen kann und dann kann man in dem Buch erfahren, wo man überall in Wien frühstücken kann,

„Am Markt, im Scanigarten, im Park, im Wasser, im Grünen, mit Aussucht, im Theater oder Kino, im Museum, im Hotel, mit dem gewissen Extra, im Wiener Kaffeehaus,, beim Bäcker, für Naschkatzen, fürs gesunde Geissen, für Langschläfer, für do ist your self Künstler, im Szenelokal, für Nachteulen und Frühaufsteher, aus aller Welt,  natürlich mit den dazugehörigen Adressen und Werbeeinschaltungen und ich füge hinzu, zu Hause kann man das  auch und morgen am ersten Maium 8.15. im „Rotpunkt“  in der Reinprechtsdorferstraße, bevor es  zuerst zur Albertina und dann vors Parlament zur Maikundgebung geht.

Da werde ich vielleicht wieder einmal früher aufstehen und das Badezimmerlesestündchen verkürzen oder auch nicht, denn ich bin ja eigentlich eine zu Hause-Frühstückerin und blättere mich jetzt  in aller Ruhe durch die  schönen bunten Frühstücksbilder durch, bevor ich mir zu Mittag, die Pizza im Backofen erwärme, die der Alfred gestern abend nach Hause brachte.

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