Literaturgefluester

2021-07-26

Noch einmal Steiermark

Filed under: Reisebericht — jancak @ 08:18
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Am Freitagmorgen ging es noch einmal in den Kurzurlaub zur Ruth,die von ihrer Familie inzwischen wieder verlassen wurde. Ein bißchen später weggekommen und auch den Weg über Graz genommen, so daß ich schon ziemlich hungrig war, bis wir den „Lindenhof“ erreichten.Diesmal habe ich mich statt dem Backhendl für ein Zitronenhendl mit Kartoffelkroketten und Gemüse entschieden, der Alfred für ein Grillhendl und natürlich Cremeschnitten, damit zur Ruth gefahren, die schon gegessen hat und dann ein bißchen Streit darüber, wann wir nach Radkersburg radeln würden.

Ich stehe ja auf meinen Mittagsschlaf, in Radkersburg gibt es aber am Freitag einen Wochenmarkt bis vier und den wollte der Alfred besuchen, also Schlaf bis drei. Aber da hat es geregnet. Wir sind trotzdem gefahren, haben uns bei der Bushaltestelle wieder untergestellt und als wir am Hauptplatz ankamen, wurde der Markt schon abgeräumt.und da man am ab Donnerstag in den Geschäften außer, die des persönlichen Bedarfs, also Lebensmittel, wie das so schön heißt, wieder maskenfrei mit Ausnahme Wiens, wo alles strenger ist und der Bürgermeister ein Sonderregime aufbaut, einkaufen kann und ich da ja schon fast ein Jahr nicht tat, war ich schon scharf auf das Shopping.

Kleider brauchte ich zwar nicht wirklich, aber der Lia wollte ich ja sehr gern wieder ein Püppchen oder ein Holzspielzeug in dem schönen Spielwarengeschäft in der Westbahnstraße kaufen, das fällt also flach. Aber für meine Praxis brauchte ich Büroklammern und Schnellhefter und in Bad Radkersburg gibt es einen „Libro“.

Also hinein, die Ruth fragte nach einem Regenmantel und ist zurückgefahren, als es ein bißchen zu regnen aufhörte, ich schaute natürlich in die Bücherabverkaufskiste, auch das habe ich schon ein Jahr lang nicht getan und bin aber trotzdem in keinen Büchernotstand gekommen und habe dort oh Wunder Sigrid Nunenz von der ich ja noch „Sempre Susan“ lesen muß „Der Freund“ um einen Euro gefunden und im Bücherschrank vorher am Hauptplatz Beate Maxian „Die Tote im Kaffeehaus“, von der ich schon einige Bücher in meinen Regalen habe. Das also eingekauft, der Alfred wählte Wachsmalkreiden für die Lia und Kerzen für die Abende im Kittner-Haus und dann doch in einige Kleidergeschäfte, dort ein blaugestreiftes Leiberl ausgesucht und dann, das Wetter war wiederschön und sonnig, ein wenig an der Mur flaniert, war sehr schön und idyllisch, zurückgeradelt. Ein bißchen was gegessen und dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Büsche. Rundherum ist ja alles grün und waldig und die slowenische Grenze sehr nah. Irgendwo zwischen den Büschen gibt es einen kleinen Teich auf dem Seerosen blühten, den umrundet, was einen fast urwaldartigen Eindruck machte, weil sehr wenig gegangen. Dann ein bißchen an die Grenze.

„Achung Staatsgrenze!“, steht da an einem Schild. Es tauchten aber nicht, wie vor vierzigJahren die soldaten auf und wir haben diese auch nicht verla ssen, sondern sind zu dem Baum zrück, den die Ruth als besonderes Zeichen bezeichnete.

„Warum?“, habe ich sie gefragt. Hat hier ein heldenhafter Soldatden Feind besiegt oder ein Russe die Partisanen? Aber nein, nur ein Kennzeichnen, um den Weg zu finden, damit man sich nich in dem Grenzwaldnicht verwirrt oder ist vielleicht doch da der Herr Kittner eines Abends spazierengegangen und hat da die Idee für ein neues Kabarettprogramm bekommen, meinte der Alfred launig. Beweisen kann man es nicht, aber eine Legende daraus machen. Dann sind wir noch lange vor Ruths Ferienwohnung gessen, haben Wein getrunken, den Vollmond bewundert und uns auch über den Sinn der 3G-Regeln und wie man mit diesen umgehen soll gestritten.

Am Samstag dann noch einmal Bad Radkersburg und da war der Bücherschrank wohl gefüllt, offebar haben die Bibliothekarinnen, die ihn betreuen ihre Leseexemplare hineingestellt in dem Kellerladen gegenüber habe ich mir ein leichtes blauweißes italienisches Sommerkleid gekauft und dann sind wir an der alten Stadtmauer bis zur Mur bzw. bis zur slowenischen Grenze marschiert. Da war der Weg dann abgesperrt und man mußte einen steilen Weg hinunterkraxeln, wo dann Tafeln aufgestellt waren, die von grenzübergreifenden Initative berichteten. Am Rückweg in Laafeld wieder beim Lindenwirt halt gemacht, während wir auf das Essen warteten, einen Steirrerhugo getrunken.

Danach zur Buschenschschank nach Sicheldorf geradelt, um sich in 3G-Zeiten, dieBretteljause,den Käferbohnensalat und den Heckenklescher nach Hause zuholen,was auch gut möglich ist.

Das Ökodenkmal haben wir dann am Sonntagvormittag im zweiten Anlauf gefunden. Diesmal durch den Wald geradelt,am Dorfhaus, wo es einen Fischteich gibt vorbei und an einigen glücklichen Hühnern. Dann standen wir vor einem alarmgesicherten Fabriksgelände. Ein Stückchen auf der Straße geradelt. Dann wieder einenFeldweg hinein, an der Biogasanlage vorbei und dann hätte ich es übersehen. Der Alfred hat es aber gefunden. Ein kleines Kreuz, ein Marterl, ein Hufeisen und die meisten der erwarteten Plastikflaschen waren schon verschwunden,was wiederum bezeichnet ist und das war sie dann die Sonntagsattraktion.

Zu Mittag Restlessen, denn von der Hühnerleber und den Käferbohnen war noch was über und auch was von demWein, wo man hier, glaubte ich, den Steirer Hugo macht. Himbeern, Kriecherln und Zwetschken gibts im Garten. Die Letzteren fallen vom Haus, einen kleinen Tümpel mit zwei kleinen Fröschen, die hurtig wegspringen, wenn man sich über sie beugt, gibt es auch und am Samstagabend hat es irgendwo auch ein Feuerwerk gegeben.

Am Sonntagnachmittag gab es Lesen, der Alfred hatte aus Radkersburg Kaffee der am Ausgehen war und ein Eis geholt, dann noch einmal zum Seerosenteich marschiert, um zu beobachten, wieviele Seerosen inzwischen aufgegangen waren und Karten geschrieben. In dem Haus gibt es einige sehr schöne von der Kittner-Stifung, also werden der Uli,die Hilde Schmölzer und die Doris Kloimstein aus der „Kommunistischen Hochburg der Steiermark“ eine solche bekommen.

Am Abend wieder Restlessen, von der kalten Platte von der Buschenschank ist sehr viel übergeblieben und am Montagmorgen läuteten um sechs sehr lang und laut die Kirchenglocken. Ein Restlfrühstück, dann Zelt zusammenpacken, noch einmal Mittagessen und nach Wien zurückzufahren. Der zweimalige Kurzurlaub ist vorbei und die Sommermitte demnächst auch.

2021-07-18

Im Landhaus der Dietrich Kittner-Stiftung

Wochenende in der Steiermark in Dedenitz bei Bad Radkersburg, weil da hat sich die Ruth bei der Dietrich Kittner Stiftung, das war ein Kabarettist, der dort ein Kulturzetrum mit Theater aufgebaut hat,das jetzt von der steierischen KÖP und von Ernst Kaltenegger verwaltet und als Ferienwohnungen meistens an Künstler vergeben wird, eingemietet und uns eingeladen dort im Garten unser Zelt bzw. den neuen Campingwagen aufzubauen und ein bißchen Urlaub ist in Corona- Zeiten, wo man ohne 3G ja nicht sehr viel herumkommt, ganz gut. Vor der ruth war in der großn Wohnung, die wahrscheinlich ein ehemaliges Bauernhaus ist, Erich Hackl und hat vielleicht ein paar seiner Bücher hinterlassen oder waren sie schon dort. Ein sehr idyllischer Hof,der fast ein bißchen an das Künstlerdorf erinnert wo wir im Vorjahr waren. Den neuen Campinganhänger den sich derAlfred mit dem Karli im Oktober geholt hat unter einem Baum aufgestellt und ein bißchen probegeschlafen und dann mi tden Klapprädern, die wi rmitgenommen haben nach Bad Radkersburg vier Kilometer auf einen schönen Radweg gefahren.

Am Hauptplatz direkt neben der ästhetisch schönen Bücherzelle, wo die städtische Bibliothek ihre Plakate angebracht hat, die Räder abgestellt und zur Frauenkirche gewandert alles ästhetisch schön. Das Finanzamt schaut wie ein Theater aus, dabneben steht das Russendenkmal, das, glaube ich, vom Hauptplatz verlegt wurde, dann zu einer anderen Kirche, die sehr schön war und davor gab es eine Ausstellung über das Sterben mit einem alten Totenwagen,woman sich einbißchen in dieVergangenheit begeben konnte.

Dann sind wr zurückgeradelt, ein bißchen hat es geregnet und in der Nacht gab es ein Gewitter, so daß das neue Zelt, das sehr weich und bequem war gleich zumEinstand naß geworden ist und dasWetter am Samstag schlecht, wo die Ruth ihre Schwester und ihren Schwager erwartet, die aus Stuttgart kommen sollen und amSonntag soll auch noch ihr Sohn mit seiner Familie kommen, so daß es ein richtigs Familientreffen geben wird.

Zum Frühstück kam der Bäckerwagen, es gab Kipferl und Eiern vom Bauern von angeblich glücklichen Hühnern. Das Internet war, was mich in Schrecken versetzte, eine Weile aus, denn was tut man Mitten am Land im Regen? Allerdings gibt es ja meinen „Hundert Seiten-Text“, den ich auch ohne Netz korrigieren kann und da auch noch viel Arbeit habe.

Dann bekamen wir Besuch von einem einheimischen Naturburschen, der Alfreds Zelt besichtigen wollte. Ruth kochte zum Mittagessen Champignons mit Reis und der Alfred,der unbedingt Fleisch haben wollte, fuhr zum Lindenhof um zwei Portionen Schweinsbraten und drei Cremeschnittenzu holen und den drei G-Regeln zu entgehen. Danach ein Spaziergang anderslowenischen Grenze durch den Wald, was Erinnerungen in mir weckte, bin ich doch vor fast vierzig Jahren mit dem Herrn Benesch in einem Bauernhof an der slowenischen Grenze gewesen und dortbeim Scheammerlsuchen ein bißcfhen zu weit in das ehemalige Jugoslawien gekommen. Das ist diesmal nicht passiert, sondern ein schöner Gang durch einen schönen Wald in einem schönen Erholungsgebiet und das Wetter war auch wieder schön.

Am Abend während Ruth auf ihre Schwester wartete, sind wir noch einmal zum Lindenhof geradelt, um Getränke zu holen und da in ein Gewitter geraten. Zum Glück aber nicht zu naß geworden. Die Schwester und der Schwager sind dann erst sehr spät, weil in einem Stau geraten, gekommen. Am Sonntag war dann das Wetter nach einer ruhigen Nacht wieder schlecht.

Überall gibt es Hochwasser und Überschwemmungen. In Deutschlandf sind über hundert Menschen daran gestorben, Hallein ist überflute und Amstetten.

So sind wir in Ruths Wohnung geblieben, ich habe meinen Text korrigiert und noch einmal das Bücherregal durchgesehen. Dietrich Kittner hat, glaube ich, eine Bibliothek mit zehntausend Büchern hinterlassen. Da habe ich nur ein Foto gesehen. In dem Bücherregal in derWohnung gab es aber ein Buch mit Kittner Texten, das ich durchgeblättert habe und was ich besonders interessant fand, auch eines von Louis Mahrer nämlich „Bora“, das Robert Streibel herausgebracht hat, ich habe bei einer KritLit davon gehört in der Kittner Stiftung gibt es also besondere kritische Bücher und zum Mttagessen hat der Alfred aus dem Gasthaus Backhendl geholt. Die Ruth hat Gurkensalat gemacht. Cremeschnitten gab es noch von gestern und dann sind wir über Graz und Mariazell zurückgefahren und haben die Option nächste Woche wiederzukommen und da noch einmal ein Wochenende an der steirisch slowenischen Grenze zu erleben, wenn das Wetter vielleicht besser ist.

2017-11-21

Erzähl mir vom Mistral

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Während ich auf die offizielle Bekanntgabe der Bloggerdebutpreis-Shortlist warte, zwei der Bücher habe ich schon gelesen, kann ich verraten, ein bißchen Lyrik.

Schickt mir Anita Keiper doch, seit mich Petra Ganglbauer gebeten hat, ihr „Wasser im Gespräch“ zu besprechen, doch regelmäßig die neuen Lyrikbändchen der kleinen feinen Reihe, die herausgegeben und kommentiert von Helwig Brunner, meist steiermärkische Autoren vorstellt.

So habe ich „Oder so“ von Ingeborgt Görler, das ist, glaube ich, keine Sterermärkerin und „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ von Mario Hladicz schon gelesen und jetzt die Reisegedichte des 1986 in Bruck an der Mur geborenen Reinhard Lechner, der schon einige meist steirmärkische Literaturpreise bekommen hat, Mitredakteur der Grazer Literaturzeitschrift „Lichtungen“ ist, die jetzt auch von Andrea Stift betreut wird und in Würzburg wissenschaftlicher <mitarbeiter der „Julius Maximilians-universität ist.

Helwig Brunner, den ich, glaube ich schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört habe, hat wieder das Nachwort geschrieben und nun geht es, während Reinhard Lechner mit einem „du“ auf Reise durch Frankreich ging, durch das sechzig Seiten Heftchen in dem fünfzehn eher lange Gedichte vom Mistral und auch von vielen anderen  erzählen.

Der Mistral, ein Wirbelsturm, glaube ich, wirbelt herum und „so beginnen wir, dieses Haus zu besorgen, während der Mistral, es zusammen mit Zedern, Mondlicht Tieren der Nacht, weiter und weiter ins Binnenland treibt“, heißt es beispielsweise im Startergedicht „Der Eintritt“, wo losgefahren wird.

„Im Dunkeln tragen wir Koffer aus dem Haus. Der Wagen (es ist ein Renault wie an mehren Stellen erwähnt wird) läuft warm unter Sternen.“

VonNizza, wo es glaube ich, gerade diesen Terroranschlag gab, aber Käse, Fisch und Pfirsiche gegessen werden und „Die <hoffnung Hon ig ist“, geht esnach „L`Espiguette“, Helwig Brunner schreibt in seinem Nachwort, daß einem manche Orte in diesen Reisegichte bekannt erscheinen werden, man andere aber nachschlagen muß, was wohl in Goolgles-Zeiten kein Problem sein wird, wo wir wieder dem Mistral begegnen.

„Oliven groß wie Eier von Hühnern zeigten sich uns nach dem Dorf mit dem entwurzelten Ortsschild vom Mistral, oder den Bewohnern.“

Es geht auch in die „Provence“, wo wir Marie und Louis“ begegnen und „Ratatouille fast noch kein Gericht“ ist, denn „um Vertrauen muß gekocht werden, jenes vergilbte Gericht vererben Großmütter“.

In „Grand Corniche“ gibt es eine „Geisterfahrt“ und dann geht es schon alsbald „zurück“ wo wir den Mistral noch einmal begegnen.

„Und angekommen bei der Kirche stell dich  in den Mistral, werde ruhig, werde Intarsie“, schreibt Reinhard Lechner und wir haben das kleine feine Büchlein ausgelesen, das, wie schon beschrieben, sprachlich durchaus anspruchsvolle und doch auch realistisch nachvollziehbar oft sehr lange Gedichte hat, die manchmal in dem Büchlein auch quergeschrieben sind und eine Seite Prosa, die uns vom „Solo für Trüffel“ erzählt, gibt es auch.

Spannend spannend kann ich schreiben, Reinhard Lechners Lyrikbändchen sehr empfehlen, Anita Keiper dafür danken, daß sich mich zweimal jährlich mit den neuen Bänden versorgt, die mir sonst vielleicht entgehen würden und natürlich hoffen, Reinhard Lechner vielleicht einmal bei  den Lyrikfestivals in der „Alten Schmiede“ oder bei der „Lyrik im März“ in der „Gesellschaft für Literatur“ zu begegnenen und ihn  persönlich kennenernen.

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