Literaturgefluester

2017-01-24

Martin Amanshauser Reisen

Der 1968 in Salzburg geborene Sohn von Gerhard Amanshauser Martin Amanshauser von dem ich einmal beim „Standard“ „Nil“ oder „Alles klappt nie“, so genau weiß ich das nicht mehr, ich habe jedenfalls beide Bücher in meinem Bibliothekkatlog habe, ist seit 1999 Reisejournalist, hat eine Kolumne „Amanshausers Welt“ in der „Presse“, einige Bücher darüber geschrieben und hatte in der“Alten Schmiede“ auch mal eine Reihe, wo er über das falsche oder richtige Reisen referierte.

Damals hatte er, wie Kurt Neumann heute in der „Alten Schmiede“ einleitete, auch eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“, die offenbar dem Reisen gewidmet war und jetzt, nach dem eine neues Reisebuch erschienen ist, wieder eine solche und da stellte er Roger Willemsen „Die Enden der Welt“ vor, ein Buch das ich schon gelesen habe.

Am 14. August einen Tag vor seinem sechzigsten Geburtstag habe ich es gelesen, am 7. Februar vor einem Jahr ist er gestorben und ich bin eigentlich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, weil ich an „Das hoheHaus – ein Jahr im Parlament“, das ich auch einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe, dachte, aber Martin Amanshauser ist  ein Reiseschriftsteller und beschäftigt sich mit diesen Themen und interessant ist auch, daß ich das meiste von Roger Willlemsens Reisebilder schon wieder vergessen hatte.

Martin Amanshause lobte ihn aber sehr und meinte, daß er wahrscheinlich nicht in „Wikipedia“ recherchierte und las sichdurch das Buch und dann kam ein für mich bisher unbekannter Autor, der 1951 geborene Bill Bryson, ein Amerikaner, der aber schon lange in England lebt,  irgendwann nach Amerika zurückgekommen ist und ein Buch über das vergessene Amerika „Straßen der Erinnerung“ geschrieben hat, das wie Kurt Neumann in der Einleitung erklärte,von den Orten handelt, wo die Leute leben, die Donald Trump gewählten haben. Der, beziehungsweise sein Tower kommt in dem Buch, es ist 1989 in Englisch, 2006 auf Deutsch erschienen und Martin Amanshauser meinte, daß er mit diesen Reisen, die amerikanische Kleinstadt finden wollte, dafür ist er über die Highways gefahren und hat das offenbar sehr langweilig gefunden.

Seltsamerweise gibt es aber auch ein paar Kapiteln über New York, die Martin Amanshauser vorstellte und dann kam ein Kapitel über La Vegas, wo er einige Dollars umwechselte, die dann verspielte und beim Hinausgehen eine Frau beobachtete, die sechshundert Dollar gewann, die in deinem Kübel packte und die er bedauerte, weil es wie wahrscheinlich etwas zynisch meinte nun dauern würde, bis sie essen gehen könne.

Martin Amanshauser deutete noch an, daß er keine Spieler wäre und einmal in Hongkong, glaube ich, mit einem sehr unguten Gefühl zwanzig Dollar gewechselt hätte, da kann ich anmerken, daß ich, der Reisemuffel 1989 mit dem Alfred und der kleinen Anna auch fünf Wochen in Amerika war, in New York, Hollywood, San Fransico, Conneticut und in Las Vegas, abe,rdort in den Casinos nur die Gutscheine einlöste, die man dort, glaube ich, bekam.

Ich kann mich so an einen Krabbencocktail erinnern und an ein blaues Häferl, das ich irgendwo noch immerin einer Schachtel auf einem Regal haben sollte.

Dann kam eine Pause, die diesmal zum Glück nur eine halbe Stunde dauerte, in der Margit Heumann, Erika Kronabitter, Dine Petrik erschienen und Markus Köhle Martin Amanshauser neues Buch „typisch Welt 111 Geschichten zum weiter reisen“ die offenbar zum größten Teil seine Kolumnen sind, vorstellte.

Die handeln von siebzig Ländern und Martin Amanshauser ist, wie Markus Köhle erzählte, viel unterwegs auf privaten und auf Pressereisen, zehn bis zwölf Mal im Jahr, ergänzte, glaube ich, der Autor und erzählte dazu, daß es sich dabei, sowohl um Reisen zum Neudsiedlersee, als auch in den Nepal handelte und las sich auch da durch das Buch.

Las Geschichten, die in Gambia aber auch in Italien oder Österreich, etcetera spielen.

Das Publkum durfte  auch Länder nennen und mit dem Weiterreisen wird es bei mir wahrscheinlich ein wenig hapern, bin ich nicht sehr reiselustig, obwohl ich mir kurz überlegte, ob ich nicht das Buch, das  ein schönes Cover hat, nicht anfragen soll?

Ich tue es wahrscheinlich nicht, das „Bananenblatt“ eine Zeitschrift aus dem „Holzbaum-Verlag“ hat aber auch gerade eine Sondernummer zu diesem Thema, die noch kommen sollte und ich selber gehe auch übermorgen auf eine Reise zu einer Lesung nach Salzburg zum Thema „Angekommen“, wo es um die Flüchtlingswelle geht und da kann ich diesen Artikel vielleicht mit einer Frage aus dem Publikum an Martin Amanshauser beenden, wohin er noch gerne fahren oder was seine Traumziele wären?

„In das unzerstörte Syrien!“, war seine Antwort.

2016-11-29

Fieberkopf mit Analyse

„Ein kleines Symposium“, nannte Kurt Neumann die heutige Doppelveranstaltung in der „Alten Schmiede“.

Zuerst eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“, in der sich Herbert J. Wimmer stehend, damit er sich nicht vor Lache krümmte, mit Wolfgang Bauers Roman in Briefen „Fieberkopf“ beschäftigte und dann kam der1960 geborene „Wartholz-Preisträger“ Christian Steinbacher, der sich in seinem „Klever Buch“ „Kollegiales Winken-Gebrauchs- und Gelegenheitstexten“ unter anderem mit dem „Fieberkopf“ beschäftigte und der, in den Sechzigerjahren erschienen, ist ein, wie es Christl Greller nannte, normal beginnendes und sich dann ins Surreale stieigerndes Werk.

Da schreiben sich zwei Männer, Heinz  und Frank von Graz nach Villach Briefe und überkreuzen sich dabei. Sie erzählen Alltägliches und fragen dabei immer wieder nach einem Thermometer, den der eine kaufte.

Vom Thermometer ist es zum Fieber nicht weit und im achtundzwanzigsten Brief sind wir auf einmal in Neuseeland aber auch in einem Iglu, Hubert Fabian Kulterer und Max Ricobona, zwei reale Kulturgestalten, kommen vor. Aber auch zwei sich kopulierende Lokomotive,  eine Frau, die die Farben wechselt, ein Kapktän, der zwei Körper, aber nur ein Hirn hat und so weiter und so fort.

Christian Steinbacher sollte es nach der Pause einen Ulk nennen und auch auf das frische erschienene „Feribord“ Nummer 24 hinweisen, in dem von ihm ebenfalls Ulkgedichte erschienen sind und trug dann seine Analyse in einer wahren Performance vor.

Sehr viel Prominenz im Publikum, Marie Therese Kerschbaumer beispielsweise, Gerhard Jaschke, etcetera, etcetera und auch einige Leute, die sich den Band der „Droschl-Werkausgabe kauften, um diesen fulminanten Ulk oder Kunstwerk nachzulesen.

Wendelin Schmidt-Dengler hat das Nachwort dazugeschrieben und Herbert J. Wimmer erzählte die Geschichte, daß der damalige Bauer Verleger Wolfgang Bauer nach Frankfurt berief und ihn einige Zeitlang einsperrte, damit er seinen fulminenten Roman zu Ende schrieb, nun das ist ihm gelungen, der „Residenz Verlag“ soll mit H. C.Artmann einmal etwas Ähnliches gemacht haben und nun haben wir zwei experimentelle Bücher, mit denen man das Werk, sowie die entsprechende Analyse nachlesen kann, aber ich habe ja immer noch ein Buch von Chritian Steinbacher, das ich einmal auf dem Bücherturm der „Literatur im März Veranstaltungen“ fand und noch nicht gelesen habe und Wolfgang Bauer,  1941-2005, habe ich, lang lang ists her, einige Male bei „Rund um die Burg“ aber auch bei anderen Gelegenheiten gehört.

2016-10-26

Von Friedrich Polakovics zu Philipp Blom

Statt noch einmal zu Ruth Aspöck in den Repbulikanischen Club, die dort ein literarisches Werkstattgespräch mit Lesung und Musik hielt, bin ich am Dienstag zu einer Doppelveranstaltung in die „Alte Schmiede“, nämlich wieder zu einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“, wo Daniel Wisser Friedrich Polakovics „Versuch über den Krieg“ vorstellte, gegangen.

Der Name Polakovics erschien mir bekannt, obwohl ich ihn nicht recht einordnen konnte, aber dann kam mir die Erleuchtung, das ist doch der, der die „Neuen Wege“ herausgegeben oder mitgestaltet hat, wie ein Herr im Publikum, der sich als Hermann Hakels Sekretär entpuppte, zurechtrückte und der Literaturbetrieb der fünfziger und der sechziger Jahre ist auch einer, der mich sehr interessiert und wo ich schon einiges gelesen habe oder bei einigen Veranstaltungen war.

Friedrich Polakovics 1922 geboren 2011 gestorben, der von seiner Ausbildung bildender Künstler war, wie Daniel Wisser, offensichtlich ein Polakovic Kenner erzählte, wurde 1944 zur Wehrmacht eingezogen und hat 1966 im Alter von 44 Jahren darüber geschrieben. Man sieht die Zahlenspiele.

Der „Versuch über den Krieg“ trägt auch noch den Titel „Das Buch von den zweimal elf Jahren“, ist 2003 bei „Wieser“ herausgekommen,  inzwischen offenbar vergriffen und in zwei Teilen gegliedert, beziehungsweise montiert, denn es erzählt von den Kriegserlebnissen des Obergefreiten und Funkers, in Frankreich, in der Gefangenenschaft bis zu Heimkehr und dann bezieht es sich im zweiten Teil auf die Zeitungsberichte, die in den Sechzigerjahren erschienen sind, die von Kriegsverbrechern, die freigesprochen wurden, beziehungsweise, der politischen Situation dieser Zeit erzählen.

Polakovics hat nach der Heimkehr in den „Neuen Wegen“ mitgearbeitet, diese dann wegen eines Gedichtes, das er nicht abdrucken durfte, verlassen, hat dann H. C. Artmanns „Med ana schwoazzzn Dintn“ mit dem er befreundet war, herausggeben, hat viel übersetzt und bis zu seiner Pensionierung, als Zeichenlehrer gearbeitet, dort aber offenbar seinen Schülern viel vorgelesen und er hat, wie der Herr im Publikum erzählte, auch sehr schöne Balladen geschrieben.

Daniel Wisser zitierte zwischen den Textstellen, die er las auch Andreas Okopenko oder zeigte die „Neuen Wege“ her.

Dann ging es in den Keller zu einem anderen mir eher unbekannten Namen, nämlich zu Philipp Blom und seinem Romandebut „Bei Sturm am Meer“ und erfuhr erst aus Gesprächen, das der 1970 in Hamburg geborene nicht nur ein Historiker, sondern auch ein Moderator von „Von Tag zu Tag“ ist und schaute mir am Büchertisch seine historischen und philosphischen Werke an, „Böse Philosophen“, die „Zerissenen Jahre – 1018-1938“ und eines über 1900-1908 und jetzt der erste Roman, der vergleichsweise ein eher triviales Thema, nämlich eine Familiengeschichte oder eine Midlifekrise zum Inhalt, aber einen sehr umfangreichen Plot hat und aus verschiedenen Perspektiven in verschiedenen Erzählsträngen erzählt wird.

Da fährt einer namens Ben, nach Amsterdam zum Begräbnis seiner Mutter, muß dort fünf Tage ausharren, weil die Urne verloren gegangen ist, in dieser Zeit schreibt er einen Brief an seinen in Wien verbliebenen vierjährigen Sohn, er ist vierzig und bestimmt, daß der Sohn, den Brief erst in vierzig Jahren bekommen soll.

Man sieht, die Zahlen, Zufall oder nicht, spielen auch hier eine Rolle.

Er schreibt in dem Brief über seine Familie, seine aus Holland nach Deutschland zurückgekehrte Mutter und seinen verschwundenen Vater, den er in diesen Tag offenbar wiederfindet und erfährt, daß er gar nicht gestorben ist und zu seinem Sohn und seiner Freundin wird er vielleicht auch nicht mehr zurückkehren, sondern ihn genaus verlassen, wie ihn sein Vater einmal verlassen hat.

„Ein ideales Weihnachtsgeschenk!“, scherzte  der Autor und eine ältere Stammbesucherin schien für ihn auch sehr  zu schwärmen.

Mich würde da wahrscheinlich Friedrich Polakovics Kriegerzählung, ein sehr sperriges Buch, das mich ein wenig an Theodor Sappers „Kettenreaktion Kontra“ erinnert hat, mehr interessieren.

Das Buch ist aber verriffen und das einzige antiquarische Exemplar wurde auch sofort aufgekauft, wie Daniel Wisser, beziehungsweise Kurt Neumann erwähnten, aber ich lese gerade ohnehin ein anderes interessantes Buch, das vom Krieg und seinen Folgen, nämlich Verna B Carletons „Zurück in Berlin“ erzählt und zu Philipp Bloms Amsterdam Schilderungen  fällt mir der Buchmessenschwerpunkt Niederlande und Flandern ein und so habe ich wieder zwei  literarische Entdeckungen gemacht.

2016-02-01

Zwischen Peter Handke und Jochen Jung

Von dem intensiven Salzburger-Literatur-Wochenende ist es gleich in die „Alte Schmied“ gegangen, denn da ist es mit Salzburg  weitergegangen oder eigentlich mit einer „Stunde der literarischen Erleuchung“, wo Andrea Winkler eine frühe Peter Handke Erzählung vorstellte und der hat ja eine Zeitlang in Salzburg gelebt und Jochen Jung der berühmte „Residenz-Verleger“ hat, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erwähnte, zu dem berühmten Dichter, beziehungsweise mit der 1975 entstandenen Erzählung „Die Stunde der wahren Empfindung“ einen besonderen Bezug gehabt und die aus der Andrea Winkler Teile gelesen hat, hat mich an den am Sonntag in Salzburg gesehen Film „Die dunkle Seite des Mones“ nach einem Roman von Martin Suter stark erinnert, geht es da ja um einen Mann namens Gregor Keuschnig, der träumt, daß er jemanden ermordet hat, was dann seit ganzes Leben, beziehungsweise seinen nächsten Tag verändert.

Er sagt seiner Frau, daß er nicht mehr mit ihr leben will, was sie allerdings, da er das in einem Reim tun, nicht glaubt, sondern weiterschläft und steht den ganzen Tag daneben und will sein Leben verändert.

In dem Film nimmt der Held, ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt Drogen, dann wird das Böse in ihm herovrgekehrt, er wird zum Mörder und seiner Frau sagt er ungefähr das Gleiche und eine Geliebte hat er auch.

In der Handke-Erzählung, die übrigens erstaunlich realistisch ist, Andrea Winkler hat es konventionell genannt, ist es nicht so arg und der Name Gregor erinnert natürlich an Kafka und zu einer „Verwandlung“ kommt es auch oder auch nicht und das wurde von Andrea Winkler kommentiert, bezeihungsweise diskutiert und das Buch von dem es noch ein paar Exemplare gibt, konnte man sich in der Pause am Büchertisch anschauen, denn um halb acht, gab es eine zweite Veranstaltung, denn da kam Jochen Jung wahrscheinlich aus Salzburg und präsentierte, sein bei „Haymon“ erschienenes Buch „Zwischen Ohlsdorf und Chaville“, wo es um zweiundzwanzig Portraits oder Episoden über Schriftstellerm geht, die der „Residenz-Verleger“ Jochen Jung im Laufe seines Lebens kennenlernte.

Ohlsdorf ist der Ort wo Thomas Bernhard seinen Bauernhof hatte, Handke hat außer in Salzburg auch in Chaville, gelebt und am Freitag hat Jochen Jung im Radio ein Kapitel über Inge Merkl vorgestellt.

Jetzt hat er nach der langen Einleitung von Kurt Neumann, die ihm, wie er sagte etwas „verlegen“ machte, Kurt Neumann erwähnte dabei, daß der  1942 in Frankfurt am Main geborene, Jochen Jung, am 1. Februar 1975 als Lektor in der Salzburger Gaisbergstraße angefangen hat, am 1. Februar 2000 wurde er dann bei „Residenz“, der inzwischen schon verkauft war, entlassen, hat seinen eigenen Verlag gegründet und zum Schreiben hat er inzwischen auch angefangen.

Kurt Neumann nannte das Buch einen „Episodenroman“, was mich ein bißchen wunderte, ich hätte es Schriftstellerportraits genannt und Jochen Jung begann natürlich mit einem Kapitel über Thomas Bernhard, dann las er eines über Gert Jonke und ein kurzes, wie Peter Handke mit seiner grauen Mütze in Salzburg spazieren geht und gar nicht das, was Kurt Neumann vielleicht erwartet hätte und am Schluß wiederholte er das Kapitel von Inge Merkl und erzählte, daß die inzwischen so vergessen, wie Diana Kempf sei, aber von Diana Kempf habe ich  ein Buch in einem der Salzburger Bücherschränke gefunden und von Inge Merkl warten auch einige Bücher auf meiner Leseliste. Aber es ist sicher interessant, sich durch das Jung-Buch zu lesen und Erinnerungen aufzufrischen, obwohl es, wie Kurt Neumann erzählte, momentan gar nicht zu bekommen, sondern erst neuaufgelegt werden muß, da die im August erschiene Auflage offenbar schon vergriffen ist.

2015-11-23

Vierundvierzig Gedichte von Reinhard Priessnitz

Der 1945 geborene Reinhard-Priessnitz ist mir eigentlich hauptsächlich als Namensträger des „Priessnitz-Preises“ bekannt, der immer Ende Oktober zu seinem Geburtstag im Literaturhaus an einen meist  experimentell jüngere Autorin oder einen jüngeren Autor, vergeben wird, bekannt.

Stimmt nicht ganz, bei einem der Büchertürme die es bei der „Literatur im März“ einmal gegeben hat, habe ich einen seiner Werkbände gefunden, aber noch nicht gelesen und Anfang dieses Monats war ich im Literaturhaus bei der „In Memoriam-Lesung“, da hat Ferdinand Schmatz auch die „Vierundvierzig Gedichte“, das einzige zu Lebzeiten erschienene Priessnitz-Buch vorgestellt.

Ansonsten war  der Name für mich eine Legende, wie der von Norbert C. Kaser, der inzwischen, glaube ich, eher vergessen ist, da habe ich mir in den Neunzigerjahren einmal ein Buch gekauft, daß das bei Reinhard Priessnitz nicht  so passiert,  sorgt, glaube ich, der „Priessnitz-Preis, die „Alte Schmiede“ und der Nachlaßverwalter oder Werkherausgeber Ferdinand Schmatz, der diese „Stunde der literarischen Erleuchtung“ auch gemeinsam mit Konrad Priessnitz, den 1974 geborenen Sohn, der auch an der Sprachkunst studiert hat und inzwischen Sonette veröffentlicht hat, gestaltete.

Das heißt eigentlich hat er sie fast allein gestaltet, denn Konrad Priessnitz ist erst kurz vor Ende gekommen und hat ein paar der Gedichte gelesen, die Ferdinand Schmatz vorher schon kommentierte und Kurz Neumann hat eingeleitet und erzählt, daß Priessnitz kurz vor seinem Tod ein Symposium in der „Alten Schmiede“ unter dem Titel „Unvollendet“ oder so, vorbereitet hat.

Er hat auch öfter in der „Alten Schmiede“ gelesen. Ich glaube an die fünfzehn Mal in verschiedenen Rollen. Als Autor, Lektor und Kollegem wie Kurt Neumann betonte, der auch seine Kollegalität hervorgehoben hat. Ich war glaube ich, bei keiner dieser Lesungen, also fast ein Debut und auch eine Überraschung, denn nachdem ich bis jetzt gehört habe, habe ich mir einen sehr experimentellen Dichter vorgestellt und so hat ihn Ferdinand Schmatz, der das ebenfalls ist und Sprachkunstprofessor auch beschrieben und von Montage gesprochenm beziehungsweise einen Briefwechsel mit einem Freund vorgeselesen, wo Priessnitz sich auf sein Dichten bezieht und beschreibt, wie er monitert, neue Worte schafft, in dem er Silben verschiebt, Dialket und anderes einarbeitet, etcetera.

Dann gibt es aber durchaus Konventionelles unter den Gedichten zu hören, einiges was sich fast oder wirklich reimt, also eine Überraschung und ein Grund ihn zu lesen, vielleicht wenigstens die „Texte aus dem Nachlaß“, die in meinen Regalen  schlummern.

Ferdinand Schmatz, der Professor hat sehr viel erklärt und erläutert, von seiner Begegnung mit dem Dichter und dem Mißtrauen, das er damals gegen Gedichte hatte, gesprochen, was ich ich sehr interessant gefunden habe. Der Dame neben mir, ist es zu viel gewesen, so daß Sie „Fangen Sie doch endlich zu Lesen an!“, gerufen hat.

Da hatte Ferdinand Schmatz aber schon einiges gelesen und er hat auch mit dem Gedicht „Premiere“ begonnen.

Dann gibt es zwei „Schneegedichte“, die ich als konventionell interpretieren würde. In den Brief an den Freund, schreibt Priessnitz auch, daß einiges gelang, einiges nicht.

„Da wird sich die Literaturwissenschaft wohl fragen, was das nicht Gelungene ist!“, ätzte Ferdinand Schmatz.  Ging  zum letzten Gedicht über und „der blaue Wunsch“ wurde zweimal gelesen, zuerst von Schmatz, dann von Konrad Piessnitz.

Das Gedicht „Mund“ dürfte eher der konkreten Poesie angehören und Ferdinand Schmatz erwähnte auch den starken Bezug zur Wiener Gruppe, zu Ernst Jandl und Friederike Mayröcker.

Sehr spannend, diese Wiederbelebung und die Freunde oder Piressnitzfans waren im Publikum auch zu finden.

Hans Jörg Zauner, auch ein „Neue Texte-Autor,“ die Heimrad Bäcker „Edition“, die dann von „Droschl“ übernommen wurde, wo auch die „Priessnitz-Werke“ erschienen sind.

Angelika Kaumfann, Peter Rosei, Gerhard Jaschke, Judith Nika Pfeifer, Heinz R. Ungar und und…

Ich habe sicher einige vergessen und ebenso interessant, daß die Nicht-Lyrikerin, die ich ja bin, für meinen „Adventkalender“ vor einigen Tagen, beziehungsweise mitten in der Nacht ein Gedicht geschrieben hat, wo ich  auch  experimentiert beziehungsweise verdichtet habe:“

„Weihnachtswald, Weihnachtskind,

Weihnachtsmann, komm her geschwind

Weihnachtsfrieden, ach genau

Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“

Mit Priessnitz sicherlich nicht zu vergleichen, ich finde es aber auch sehr dicht.

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