Literaturgefluester

2018-03-28

Du sagst es

Filed under: Bücher — jancak @ 00:09
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Jetzt kommt ein Buch, das ich eigentlich gat nicht lesen wollte, denn der biografische Roman über Sylvia Plath, erzählt von ihrem Ehemann Ted Hughes, der 1955 geborenen, niederländischen Autorin Connie Palmen ist schon 2016 erschienen und ich habe auch in verschiedenen Blog über ihn gehört.

Obwohl mich Sylvia Plath, seit ich die „Glasglocke“ gelesen habe, sehr interessiert und ich auch schon einige andere Bücher über sie, darunter Cornelia Travniceks Gedichte gelesen habe, wäre es mir eigentlich nicht eingefallen, „Diogenes“ diesbezüglich anzufragen.

Dann war aber Klaus Cäsar Zehrers „Genie“ auf der Shortlist des Bloggerdebutpreises, ich brauchte das Buch und „Diogenes“ hat mir daraufhin seine Frühjahrsvorschau geschickt.

Da stand ein anderes Buch von Connie Palmen drinnen, das mich aber irgendwie nicht so sehr interessierte, wie Banana Yoshimoto, Bernhard Schlick oder Antony McCarten und der hat  einen  biografischen Roman über Jack Kerouac geschrieben und dieses Buch hätte zu mir kommen sollen.

So stand es vor ein paar Wochen auf dem Beipackzettel, es lag aber „Du sagst es“ drinnen. Zuerst habe ich mir gar nicht soviel dabei gedacht und das Buch auf meinen Badezimmerstapel gelegt. Dann dachte ich, das ist aber schon erschienen und noch ein bißchen später, interessant, das will ich sehr gern lesen.

Jetzt habe ich es getan und finde es interessant, daß die großen  Schriftsteller, reale Personen, in diesen Fall sind es zwei Dichter, als Vorlage für ihre neuen Romane nehmen, was ja gut ist, weil man viel über diese Personen lernt und auch Anlaß zu der Frage gibt, ob den großen Schriftstellern vielleicht nichts mehr anderes einfällt?

Aber, um mich selber an der Nase zu naehmen, ich habe mich in meinen „Dreizehn Kapitel“ ja selbst mit der Biografie des Sinologen Ernst Schwarz beschäftigt, weil ich dessen „Gesprengtes Grab“ mal in einem Bücherkasten fand und Sylvia Plath, die große amerikanische Lyrikerin, die mit ihrer „Glasglocke“, glaube ich, posthum berühmt wurde, da sie sich 1963 mit einunddreißig Jahren das Leben nahm, scheint ja offenbar viele Dichterinnen  veranlaßt haben, sich mit ihrem Werk und ihren Lebensdaten zu beschäftigen.

Das Leben kann man sicher nachgooglen und die „Glasglocke“ ist ja auch ein autobiografischer Roman und so steht in Connie Palmens Buch vielleicht gar nicht so viel Neues drin, aber es ist sicher interessant sich in einer Romanform mit dem Leben der amerikanischen Dichterin zu beschäftigen.

Connie Palmen wählte dafür die Ich-Form und läßt Plaths Ehemann, den Dichter Ted Hughes, das Leben seiner Frau erzählen, beziehungsweise sich mit ihm auseinanderzusetzten und sich zu verteidigen. Denn wenn  man der Mann einer Frau ist, die den Kopf in den Backofen steckt, weil man sie gerade betrogen hat und das Ganze auch noch das öffentliche Interesse und die öffentliche Aufmerksamkeit erregt, ist das sicher nicht leicht zu verdauen.

Obwohl ich die „Glasglocke“, Cornelia Travniecs Gedichte und auch Sigrun Höllriegls bei „Keipers“ erschienenes „Odysseus x“ gelesen habe, war es gar nicht so leicht in das Buch hineinzukommen und ich habe, da Connie Palmen über eine sehr dichte Sprache verfügt, auch länger mit dem Lesen gebraucht, weil ich nie mehr als vierzig oder fünfzig Seiten auf einmal schaffte, obwohl, das habe ich schon geschrieben, man das, was hier berichtet wurde, wahrscheinlich sowohl in der „Glasglocke“ als auch bei „Wikipedia“ nachlesen kann.

In der „Glasglocke“ natürlich nicht alles, denn dieses Buch wurde ja erst während Ted Hughes Bericht geschrieben und so erzählt er, fünfunddreißig Jahre nach Sylvia Plaths und kurz vor seinem Tod, der 1998 erfolgte, von seinem Leben mit, wie er es nennt, „seiner Braut.“

Ted Hughes wurde in England geboren, Sylvia Plath, die Tochter eines deutschstämmigen Biologieprofessors in der Nähe von Boston, sie war offenbar hochbegabt, sensibel und sehr ehrgeizig, studierte Literatur und wollte, die größte Dichterin der USA oder vielleicht auch Englands werden und trat damit auch mit Ted Hughes, der vielleicht, die gleichen Ambitionen hatte, in Konkurrenz und wie das so ist, wurde er vielleicht auch ein bißchen mehr und ein bißchen früher, als sie anerkannt, was sie zu emotionalen Ausbrüchen veranlaßte.

Sie war auch sehr eifersüchtig, dann aber auch wieder sehr fleißig. Wusch, kochte und putzte, neben ihrem Studium und ihrem Schreiben, für ihn und sie litt schon an Depressionen, bevor er sie kennenlernte und hatte da schon einen Selbstmordversuch hinter sich gebracht, der sie in die Psychiatrie und zu Elektroschockbehandlungen, wie das damals so üblich war, brachte.

Das Paar heiratete in England und mußte die Heirat, weil Sylvia Plath noch studerte und dann kein Stipenddium mehr bekommen hätte, eine Zeitlang verbergen. Sie gingen kurzfristig nach Amerika zurück und dann wieder nach England, wo Sylvia Plath, ja auch 1963 starb und zwei kleine Kinder hinterließ, die nebenan friedlich schliefen, während die Mutter den Kopf in den Backofen steckte.

Die Ehe der Beiden war damals schon geschieden oder sollte es werden, nachdem Ted Hughes sie betrogen hatte und das alles erzählt er oder besser Connie Palmen in sehr dichten eindrucksvollen Worten.

Wie nun scho öftern erwähnt, so neu ist mir das alles nicht gewesen, habe ich ja während ich die „Glasglocke“, „Parablüh“und „Odysseus x“ las, das alles wahrscheinlich nachgegooglet. Weiß aber jetzt wieder ein Stückchen mehr von Sylvia Plath und ihrem Leben, obwohl, das alles wirklich, so wie beschrieben war, wird sich wohl nicht so ganz  mehr klären lassen und ich habe in den Schränken, glaube ich, auch noch einiges anderes von Sylvia Plath gefunden, was ich vielleicht lesen sollte.

Aber wann komme ich bei meinen Bücherbergen und meiner endlos Leseliste dazu?

2017-05-11

Parablüh

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:29
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Cornelia Travnicek, die nun schon dreißigjährige Autorin, deren literarischen Weg, ich von Anfang meines Bloges an ziemlich kontinuierlich verfolge, hat einen neuen Gedichtband geschrieben, auf den ich auf ihrer Facebookseite,  aufmerksam geworden bin.

„Parablüh – Monologe mit Sylvia heißt er“ und ist in einem schönen Cover, weiße Regenschirmchen auf dunkelblauen Hintergrund bei „Limbus-Lyrik“ herausgekommen und damit ist natürlich die berühmte Dichterin Sylvia Plath gemeint, deren „Glasglocke“ ich vor einiger Zeit gelesen habe.

Bernd Schuchter vom Verlag, ein GAV-Kollege, war so freundlich mir das Buch zu schicken, das mich vorerst, ich sage es gleich, einmal verwirrte.

Denn der deutliche Plath- Bezug ließ ja die Vermutung zu, daß die Gedichte gegenübergestellt wären, so daß man  vergleichen beziehungsweise die Unterschiede mitverfolgen kann.

Mitnichten, das Wort Sylvia kommt außer im Titel einmal in dem achtzig Seiten Buch vor.  Dafür gibt es aber ein ausführliches Nachwort mit dem Titel  „Eigensinn und Widerrede“, der Literaturkritikerin Daniela Strigl, die erklärt, daß Sylvia Plaths Gedichtband „The Colossus and Other Poems“, 1960 bei Heinemann in London erschienen ist. Da war sie achtundzwanzig. Zwei Jahre später ist das Buch leicht verändert in New York erschienen und erst 2013 in der Übersetzung von Judith Zander auf Deutsch erschienen.

„Diese zweisprachige Ausgabe“, schreibt Daniela Strigl „bildete die Vorlage für Cornelia Travnices ungewöhnliches Projekt“ und fügt hinz,u daß es sich bei den vierundvierzig oder fünfzig Gedichten,um keine „Nachdichtung, sondern um  „Dichtung“ handelt, so daß man das Buch lesen kann, auch wenn nicht viel über Sylvia Plath und ihr Leben weiß , was aber, wie sie weiteranmerkt, „eine zusätzliche Dimension“ wäre „notwendig ist sie aber nicht“.

Das klingt sehr beruhigend, denn über Sylvia Plaths Leben, weiß ich so ziemlich Bescheid, habe ich ja nicht nur ihren berühmten Roman oder ist es ein Memoir gelesen, sondern auch  Sigrun Höllrigls „Odysseus X“ und könnte mich nun dirket in Cornelia Travniecs Monologpoesie einlassen.

Daniela Strigl scheint aber auch die zweisprachige Gedichtausgabe gelesen zu haben und gibt nun auf einigen Seiten weitere Einblicke in das Buch, beziehungsweise in seine Irrungen und Wirrungen.

So heißt Cornelia Travnices Antwort auf Sylvias Plaths „Colosssus“ in dem die sich mit ihrem Nazi-Vater auseinandersetzte nun „Standbild“ und beschäftigt sich mit der EU „Du sammelst Sterne für dein Banner“ und aus „Two views of a Cadaver room“ ist Cornelia Travniceks „Titelgedicht geworden, in dem es, um einen Dialog mit einer Mutter und einem Kind geht: „Paraplui, sagt die Mutter: Dunkles Blau auch zwischen Regen und sie. Parablüh, sagt das Kind und pflanzt Schirme in die Landschaft.“

Ganz schön verwirrend.

„Was mache ich nun?“, dachte ich  in der Badewanne, besorge ich mir nun die zweisprachige Gedichtausgabe, um zu vergleichen oder lasse ich  das und auch mein Vorwissen weg und  mich naiv in Cornelia Travniekes Monologe ein?

Für das Erstere spricht die Gründlichkeit, denn der Bezug zu der amerikanischen Dichterin, die sich 1963 das Leben nahm, in dem sie ihren Kopf in das Backrohr steckte, während ihre Kinder nebenan schliefen, ist ja schon da, für das Zweite die Bequemlichkeit und ich bin ja eine ungeduldige Leserin….

Also dafür entschieden und die Plath- Bezüge sind trotzdem im Kopf und wer weiß, vielleicht finde ich einmal das Original und dann kann ich mich  dann auf Corneleia Travnices Monologe beziehen, die, wie Daniela Strigl noch anmerk,t nun auch schon dreißig ist, wie es die Dichterin war, als ihr „Koloss“ erschienen ist.

Vierundvierzig Gedichte also und ein letztes langes in sieben Teilen, das bei Cornelia Travnicek „Gedicht für Rauhnächte“ heißt.

Ich kenne Cornelia Travnicek ja  zuerst als Prosaschreiberin, habe die „Asche meiner Schwester“, „Fütter mich“, das jetzt bei „Haymon“ neu herausgekommen ist und von ihren zwei Romanen bisher nur die „Jungen Hunde“, bei denen sie auch beim „Bachmannpreis“ gelesen hat, gelesen.

„Chucks“ muß noch warten und ihre Gedichte sind eher an mir vorbeigegangen, habe eines einmal in ihren Blog, den sie jetzt nicht mehr so ausführlich betreibt, ein anderes, in den „Podium-Lyrik Flyer“ zum „Tag der Lyrik“ gelesen und im letzten Jahr war ich auch in der „Gesellschaft für Literatur“ als dort ihr bei „Berger“ erschienenen Gedichtband herausgegeben wurde.

Jetzt also Lyrik geballt oder die Antworten auf Sylvia und ich kann gleich sagen, es sind sehr lyrische Monologe, in die ich aber, geschuldet  meiner Verwirrung, ich habe das Nachwort zuerst gelesen und später noch einmal, nur langsam und zögernd hineingekommen bin.

Dann ist es mir aber gelungen, den Kopf draußen zu lassen, Sylvia Plath zu vergessen und mich auf Cornelia Travniceks Verse zu konzentrieren, von denen ich hier mit ein paar Beispielen einen kurzen Rundgang durch das schöne blauweiße Büchlein geben möchte, dessen Lektüre ich sehr empfehlen kann, obwohl ich jetzt noch immer nich so weiß, ob man es eher mit oder ohne Sylvia Plath lesen soll.

Die Titelgedichte habeich schon zitiert.

„Ach Sylvia“, heißt es dann auf Seite siebenunddreißig und das ist, wie schon geschrieben, der einzige Plath-Bezug für mich, wenn man von dem Nachwort und dem Unterttitel absieht.

„Der Ausflug ist kurzgehalten, für Reisekrankheit bleibt keine Zeit: vierundzwanzig Bilder lang, wässrig verlaufene Schnappschüsse. Der Herbst ist es, der mit den Fingern durch diese Farben malt. – Weggeschickt hatten: Hochwasser & Touristen“

Bei „Ratespiel“, das, wie Daniela Strigl verrät, bei Sylvia Plath „Hurenlied“,  wird, wie es weiter heißt „das Urteil über die Frau, durch Fragen aufgelöst“:

„Da kommt die Frau, die vielleicht oder vielleicht auch nicht ein selbstbestimmtes Leben führt — Und von der anderen Seite tritt auf: Ein Mann, der vielleicht oder vielleicht auch nicht ein guter ist“

„Es gibt Aufschwung“ heißt es auf Seite einundsechzig:

„Die einen spielen hier seit vierzig Jahren Theater, die anderen jagen Dinosauriern nach – sie reiten eine Spielzeugeisenbahn. Wo früher die Umverteilung geprobt wurde, bräunen sich unzureichend die Schnitzeln.“

Ganz schön kryptisch oder geheimnisvoll poetisch, schön gedichtet, könnte man so sagen und  bei der „Ausgebombten Zeit“, wurde ich ein bißchen an die Bachmann erinnert.

„Hier wurde ein Krieg beendet – Zu sehen dafür sorgen die Bagger“

So geht es weiter und sofort, bis zu den schon zitierten „Rauhnächten“ und, um die poetische Verwirrung noch ein bißchen zu steigern, empfehle ich auf Cornelia Travniceks Seite zu gehen, weil es hier sowohl eine japanische, als auch eine Übersetzung auf Russisch „für alle“ gibt.

Die Buchpräsentation, wo das alles vielleicht ein bißchen genauer erklärt wurde, habe ich versäumt. Da habe ich den „Welttag des Buches“ vorgezogen, jetzt mußte ich mich allein  durch Cornelia Travniceks poetische Sprache lesen, was ich, wie schon erwähnt, mit oder auch ohne Sylvia Plath nur empfehlen kann.

 

2015-06-07

Odysseus X

Filed under: Bücher — jancak @ 00:20
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Die nächste Besprechung erfolgt etwas verspätet, lag  doch dasBuch über Silvia Plath von  Sigrun Höllrigl, das mir die „Editon-Keiper“ so freundlich schickte, bei meinem Nachbarn im Postkasten und der brauchte dann zwei Wochen es mir zu bringen.

„Roman“ steht wieder darunter und ich würde es um das Wort „poetisch“ ergänzen, ist Sigrun Höllrigl 1966 geboren, doch die Leiterin des „Art Visual & Poetry Filmfestivals“, bei dem unter anderen schon Cornelia Travnicek gelesen hat und ich habe sie auch 2009 bei der „Ö Sam Sieger Sause“ im Literaturhaus kennengelernt, damals dürfte sie schon an dem Roman geschrieben haben, zumindest habe ich das in dem damaligen Artikel so nachgelesen, sie hat mir auch ihre Visitenkarte gegeben, die ich lange bei mir trug und dann irgendwann verloren habe und sie hat mich bei dem Gespräch über ihre hohen Ansprüche, die sie an die Slamer-Vortragskunst stellte, sehr beeindruckt.

Ein bißchen ist das auch in dem Buch zu finden, gibt es da ja eine Stelle, wo geschrieben steht, daß „Litetratur, bildende Kunst, Musik etc, die nicht übertreibt und abgehoben ist, eine schlechte ist“, uje, uje, uje, das muß ich mich wohl wieder am Schopf oder an der Nase nehmen, sehe ich das als wenig abgehoben sozialkritisch realistisch psychologische Plotschreiberin nicht so, aber ich habe inzwischen Sylvia Plaths „Glasglocke“ gelesen und war sehr beeindruckt vom Werk und Lebenslauf der Dichterin S., wie Sigrun Höllriegl hartnäckig schreibt und beeindruckt, bin ich auch von „Odysseus X“, obwohl ich den Titel nicht ganz verstanden habe.

Denn der Handlungsaufbau ist etwas kompliziert, da kommt Sally Keane, fünfundzwanzig, hochbegabt mit einem IQ von 140, die schon als Fotografin Ausstellungen hatte und auch schon einige literarische Veröffentlichungen, bzw. gewonnene Literaturpreise, mit einem Stipendium aus den vereinigten Staaten nach Cambridge, wie ihr großes Vorbild, um über sie schreiben und vielleicht auch herauszufinden, was es mit dem Selbstmord der Dichteinr  auf sich hat und ob der Dichter T., wie Höllriegl wieder schreibt, schuld daran ist?

In drei Tagen wird auf hundertvierzig Seiten der Kurzroman erzählt und er verläuft in drei Schienen, bzw. in drei Schriften, obwohl das kursive und kleinere Gedruckte, nicht immer, wie man annehmen könnte, Zitate aus Plaths Werken sind, die gibt es natürlich auch, ungefähr eine Seite lang, sind Zitate aus den Tagebüchern angegeben und zwei Gedichtbeispiele gibt es auch.

Die Studentin oder Künstlerin Sally, hochbegabt, wie wahrscheinlich ihr Vorbild, die sowohl von Stipendien als auch vom Ertrag ihrer Werke lebt, Arbeiterkind aus Detroit, hat sich von ihrem Freund Chris, der sie in Amerika auch betrog, getrennt und macht jetzt wahrscheinlich ebenfalls, wie ihr Vorbild, mehrere Lieb-und Bekanntschaften durch und am ersten Tag ist sie am Weg nach London, denn ihre Zimmernachbarin Carol, ebenfalls Amerikanerin, Tochter aus reichen Haus, hat sie an einen Verleger vermittelt und der soll jetzt Sally erstes Buch herausbringen.

Das tut er aber nicht, sondern sagt in etwa „Kindchen tun Sie weiter, wenn Sie die englischen Literaturzeitschriften bringen, machen wir das Buch, inzwischen drucken wir dreiIhrer Gedichte!“, lädt sie auch auf eine Party ein und legt seine Hand auf ihren Arm und Sally ist enttäuscht.

Denn das ist eine Niederlage, hat sie doch schon Gedichtveröffentlichungen und ist wahrscheinlich ähnlich ehrgeizig, wie ihr großes Vorbild, das ja auch als junge Frau, wahrscheinlich ebenfalls mit fünfundzwanzig nach Cambrigge gekommen ist, dort über Shaekespeare eine Arbeit schrieb, über Ostern ihren Freund R., die abgekürzten Namen machen es  nicht so guten Plath-Kennern ein wenig schwer, nach Paris nach, dort lernt sie zwar nicht den Dichter T. ihren späteren Ehemann Ted Hughes, den sie dann bald heiratet, von ihm zwei Kinder bekommt, an Depressionen erkrankt und sich dann umbringt, kennen, verbringt mit ihm aber eine stürmische Liebesnacht und Chris kommt am dritten Tag auch nach Cambridge schlägt sich mit Rod, auch ein Amerikaner und inzwischen Sallys Freund und am Ende ist er „mit Schnittverletzungen und einer Wirbelverletzung am Hals davongekommen, durch die Verletzung hat er eine Menge Blut verloren.“

Sally sitzt daneben, visualiert sich an die Sonne nach Griechenland und denkt wieder an die Depression der Dichterin S.

„Ich fühle mich schwach und müde, Chris schläft, während ich langsam erwache.“

Sehr schön und wahrscheinlich wirklich den höchsten Ansprüchen gerechtfertigt, die Sprache der Dichter S. H., man hat einen sehr poetischen Roman gelesen, in dem die Schicksale der beiden jungen Frauen und Dichterinnen höchst kunstvoll ineinander verflochten sind.

Hat auch einiges über die Dichterin Sylvia Plath erfahren, die 1932 in Boston geboren wurde und sich 1963 in London das Leben nahm.

In Cambridge war sie wohl 1956, das ist der Zeitpunkt, auf den sich Sigrun Höllrigl in ihrem Roman bezieht und interessant ist vielleicht noch etwas anderes.Der Zufall nämlich, daß jetzt offenbar auch eine wahrscheinlich hochgabte und rotzfreche junge Frau, mit dreiundzwanzig, noch ein wenig jünger, als die beiden Dichterinnen, beim Wettlesen in Klagenfurt antreten wird und vorher schon durch ihre allerdings journalistischen Texte, von denen sich einer auch auf Depressionen, psychische Krankheiten und die Überforderung, denen die heutigen Studenten ausgesetzt sind, bezieht, aufgefallen ist.

Da sehe ich Ähnlichkeiten, auch wenn beim Bachmannlesen Prosa erwartet wird, aber Sigrund Höllriegs Plath- Biografie ist ja  trotz des „Visual&Poetry Festivals“ ein Roman und auf Ronja von Rönnes Fecebookseite hat einer gemeint, „Wenn Heinrich von Heine eine Tochter mit Bettina von Armin hätte, dann wären das Sie“

Interessant die Veränderungen der hochbegabten jungen Frauen zwischen 1950 und 2015 könnte man meinen.

Sylvia Path wurde, glaube ich, von der „Frauenbewegung hochstilisiert“, während die 1992 den Feminismus nicht mehr für nötig hält  und jetzt sollte man sich wahrscheinlich die Plathsche-Lyrik geben oder wenn man es prosaischer will, sich  in ihren Lebenslauf vertiefen, um den poetischen Roman noch ein bißchen besser zu verstehen.

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