Literaturgefluester

2020-02-16

Von der künstlichen Intelligenz in den Winterurlaub

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:13
Tags: , ,

Für die Woche vor den IG-Autoren hat uns die Ruth in das „Alpina Familien und Sporthotel“ in Maria Alm in Hinterthal, Salzburg eingeladen, weil sie dort ein Appartement benützen kann, Samstag bis Samstag, wir werden aber erst am Sonntag hinfahren und am Freitag wieder zurück, weil der Alfred zu einer Veranstaltung der Grünen wollte und ich hätte zwar an meinem „Nanowrimo-Text“ zu korrigeren, aber eine Einladung zum fünften Wiener Sozialästhetik – Symposium „Lächelt die Maschine!? Zur Sozialästhetik der künstlichen Intelligenz“ in die Sigmund Freud Uni bekommen und da ich ja Fortbildungsstunden brauche und außerdem wieder Thomas Ballhausen referierte, bin ich hingegangen, obwohl ich dachte, daß mich die künstliche Intellingenz, von der man jetzt soviel hört, gar nicht so interessiert.

Aber ein spannendes Thema, das Professor Musalik, der Veranstalter, zu dessen Salon Philosophique ich ja machmal gehe und ich auch beim vierten Symposium vor einem Jahr, zum Thema lachen war, von allen Seiten beleuchtete und gleich beim Eintragsvortrag verkündete, daß er das Gerede, um die künstliche Intelligenz für einen Ettikettenschwindel hält. Die künstliche Intelligenz ist ein Teilgebiet der Informatik, hat er erklärt und dann kam nach der Erörterung der Frage, ob die Maschinen mämnlich oder weiblich sind, sie werden von Technikern konstruiert, lautet die Antwort und daher gibt es bei Autounfällen oft tote Frauen, weil die Dummies nicht nach ihren Massen getestet werden, schon Thomas Ballhausen, der „Priessnitz-Preisträger“, der sich sehr sehr für Filme und Comics interessiert, im Literaturhaus das „Fried-Symposium“ kuratiert und in der Schleifmühlgasse bei Prof. Musalik auch einen Vortrag über Sigmund Freud gehalten hat und referierte über künstliche Intelligenz und Literatur.

Dazu hat er sich sehr gut vorbereitet, nannte einige Merkmale der Sci Fi- Literatur und einige Bücher, die sich mit der künstlichen Intelligenz beschäftigen, wie beispielsweise das vorletzte von Ian Mc Ewan „Maschinen wie ich“, da habe ich nur die „Kakerlake“ zum Thema Brexit gelesen, der literarische Streifzug war aber interessant und dann folgte nach einer Pause, wo es Kaffee und Krapfen gab und ich mich mit einer Psychologenkollegin unterhalten habe, die ich schon lange nicht gesehen habe, Beispiele der künstlichen Intelligenz im Film und das Thema Film wurde auch mit einigen Beispielen behandelt.

Da fehlte dann nur der Humor oder der Sarkasmus und die Ironie, beziehungsweise, die Emojis und die Memes, die man sich im Netz gegenseitig zuschicken kann.

Nach der Mittagspause mit Buffee gings dann zuerst ins Museum und dann in den medizinischen Alltag, da gibt es ja einige Apps, die einem den Blutdruck messen, beim Sehen helfen oder eine Depression diagnostizieren können.

Danach gab eine Schlußdiskussion, wo wieder die Skepsis bezüglich der Roboter  bestätigt wurde und im Anschluß Wein mit Chips und französische Chansons, die von einem Clinikclown vorgetragen wurden, die die Mitveranstalter waren.

So und jetzt auf in den Winterurlaub, um acht fahren wir los, obwohl ich ja keine Schifahrerin bin, ich habe aber ein paar Bücher und mein Manuskript eingepackt und ein kleiner Ortswechsel tut mir sicher gut.

2019-10-18

H. C. Artmann in Berlin

Während sich die Literaturbegeisterten, Autoren, Blogger, Verleger, etcetera in Frankfurt tummeln oder sich vielleicht ein paar Unentwegte über das Netz auf das „Blaue Sofa“ setzen, bin  ich ab Donnerstag in die Wien-Bibliothek in die Bartensteingasse gegangen, um mir dort das Internationale  Symposium „H.C. Artmann und Berlin“ anzuhören.

Aufmerksame Leser, falls ich solche haben, werden jetzt vielleicht sagen, aber das gab es doch schon vor ein paar Jahren, daß du dorthin gepilgert bist und dir dort zwei Tage lang H. C. Artmann beziehungsweise seinen poetischen Akt angehört hast, beziehungsweise am Freitag früher weggegangen bist, um mit dem Alfred nach Göttweig hinauszufahren, wo, glaube ich, auch Rosa Pock, die Artmann Witwe, gelesen hat.

Ja, habe ich, aber H. C Artmann ist offenbar ein wichtiger österreichischer Autor, mit dem sich die Germanistik sehr beschäftigt, während sich die Lleute im Literaturcafe, was ich immer noch ein wenig seltsam finde, darüber streiten, ob Peter Handke eine Schlaftablette oder vielleicht doch ein würdiger Nobelpreisträger ist und es hat sich, glaube ich, auch seit dem ersten Symposium eine „H. C. Artmann Gesellschaft“ gegründet, die sich jetzt mit H. C. Artmanns Berliner Jahren beschäftigt, denn der H. C., der 1921 in Wien-Breitensee geborenen Hans Carl Artmann, da gab es auch noch ein Symposium in den Breitenseer-Lichtspielen, der im zweiten Weltkrieg verwundet wurde, lebte von 1961 bis 1965 in Stockholm und ist dann nach Westberlin gegangen, wo er sich offenbar auch mit anderen Wiener Autoren mit Gerald Bisinger, Elfriede Gerstl, beispielsweise zusammengetan hat und auch mit Ernst Jandl und Friederike Mayröcker gelesen hat und diese Berliner Zeit wurde nun in der Bartensteingasse beleuchtet.

So gab es das erste Referat von der Mitveranstalterin Sonja Kaar, die über H. C. Artmann und Gerald Bisinger referierte und der 1999 verstorbene Gerald Bisinger, der in erster Ehe mit Elfriede Gerstl verheiratet war, hat mit mir auch einige Zeit in Berlin gelebt, ist dort im literarischen Colloquiim tätig gewesen, bis er wieder nach Wien zurückging, wo ich ihm, nachdem ich in die GAV aufgenommen wurde, kennenlernte und eigentlich ein Fan von ihm war, weil mir sein Gedichte „Ich sitze im Zug, trinke ein Glas Rotwein und denke an Karl August!“, die ja wahrscheinlich streng genommen keine sind, sehr gefallen.

Gerald Bisinger war, glaube ich, auch ein bißchen ein Fan von mir, zumindestens hat er ein paar Texte von mir in Ö1 und in der „Rampe“ veröffentlicht und mir auch den Rat gegeben mein „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ an „Residenz“ zu schicken, was ich aber schon gemacht habe, so daß Jochen Jung über die zweite Zusendung eher verärgert war.

Daß er in Berlin war, habe ich zwar gewußt, in den sechziger Jahren war ich aber etwa fünfzehn und habe mich da noch nicht so sehr für Literatur interessiert.

Interessant war aber das zweite Referat, das in zwei Filmen, die österreichische Szene in Berlin und eine Lesung mit Friederike Mayröcker, Ernst Jandl und H. C. Artmann zeigte, die von Walter Höllerer moderiert wurde, die in einem Sprechgesang endete.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, wer oder was die Wiender Gruppe ist?

Streng genommen gehörten, glaube ich, Friedrich Achleitner, der vor kurzem gesgtorben ist, Gerhard Rühm, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener, also fünf Personen dazu und es wird, glaube ich, gestritten, ob man Elfriede Gerstl, den Jandl und die Mayröcker auch dazu zählen soll oder nicht?

H. C. Artmann hat den Dialekt „med ana schwoazzn dintn“ in die Literatur hineingebracht und in Berlin, glaube ich, sein „Dracula, Dracula“ geschrieben. Die anderen Mitglieder sind aber, glaube ich, nicht so sehr wegen des Dialektes, sonder eher wegen der Sprachexperimente in die Literatur eingegangen.

Herbert J. Wimmer hat über Elfriede Gerstl und ihre Berliner Erfahrungen, sie hatte damals kein Geld und hat öfter ihre Wohnung, sprich die Untermietzimmer gewechselt, aber eine Zeitlang auch in der „Kleisstraße 35“ wo auch Artmann wohnte, gelebt.

Es gab ein Referat über die Musik, denn H. C Artmann hat auch  mit dem Musiker Gerhard Lampersberg zusammengearbeitet, obwohl seine Oper  „Der Knabe mit dem Brokat“ nicht aufgeführt worden ist und dann kam der in Amerika lebende Germanist Peter Pablisch an die Reihe, der, glaube ich, einen erweiterten Begriff der „Wiener Gruppe“ hat und auch Peter Handke dazuzählt, die aber in Amerika verbreitet, berichtete darüber und hat dann die Fritzi angerufen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte und sie gefragt, ob sie sich an die Lesung in den Sechzigerjahren erinnern kann?

Sie konnte es und Rosa Pock, die Witwe, kam auch auf die Bühne und erzählte, daß sie den H. C. in Berlin kennengelernt hat. Gerhard Rühm mußte absagen. Dafür erschien aber, welch überraschung Oswald Wiener, den ich, glaube ich, noch nie live gesehen habe, der auch etwas über seine Beziehung zu dem H. C. etwas erzählen sollte.

Leider mußte ich die interessante Erinnerungsrunde verlassen, weil ich eine sechs Uhr Stunde hatte, die ich nicht verschieben konnte, so mußte ich auf das Brot und den Wein und das Gespräch mit der Angela und dem Josef verzichten, kann aber noch ein bißchen „Frankfurtsurfen“ und aufs blaue Sofa gehen, um mir beispielsweise die „Aspekte-Preisverleihung“ an Miku Sophie Kühmel, sowie den „Diogenes-Talk“ anzusehen, bis es Morgen um neun weitergeht.

Am Freitag ist es dann mit Alexandra Millner, der Präsidentin der „Artmann-Gesellschaft“, die ja einmal Praktikantin in Annas Schule war, weitergegangen. Sie hat das „Artmannsche Universum“ im „wackelatlas“, sprich in einem Film, den Artmanns Tochter Emily und seine Nicht kurz vor seinem Tod gedreht haben, vorgestellt und da kann ich mich gleich an eine GAV-Veranstaltung im AK-Theater, in den neunziger Jahren wahrscheinlich erinnern, wo der H C. in einem schönen weißen Anzug mit seinem Stock aufgetreten ist, im Dezember 2000 ist er, ein halbes Jahr nach Ernst Jandl und Arthur West gestorben. Da gab es dann eine Veranstaltung im Literaturhaus an die ich mich erinnern kann und in einem Film im Filmcasino bin ich auch gewesen.

Wie der aber geheißen hat, habe ich keine Ahung mehr. Beim Symposium ist es mit der Druckwerkstatt der Dichter in Rixendorf weitergegangen, die Uwe Bremer vorstellte und die nie in Rixendorf war.

Dann gab es eine Mittagspause und anschließend gab es noch eine Gesprächsrunde zu „Dracula, Dracula“, da bin ich aber schon in die „Alte Schmiede“ gegangen, zum „Kulturpolitischen Arbeitskreis“ der GAV, deren Präsident oder Generalssekretär H. C. Artmann, als er wieder nach Wien zurückgekommen ist,  ja einmal war.

2018-01-23

Parallelgeschichten-Symposium

Ich habe von dem 1942 in Budapest geborenen Schriftsteller und Fotografen Peter Nadas, glaube ich, noch nichts gelsesen, wohl aber von ihm einmal bei einem „Morawa-Flohmarkkt“, die drei Stücke „Ohne Pause“, um einen Euro  gekauft und ihm im vorigen Jahr sowohl im Literaturhaus, als auch im Literarturarchiv gehört.

Beim Ersten hat er, glaube ich, aus seinem letzten Buch „Aufleuchtende Details“ gelesen, beim Zweiten einen vortrag gehalten. Eine Klientin hat mir auch einmal von ihm sehr vorgeschwärmt und über seine Nahtoderfahrung, die er 2002, nach seinem Schlaganfall niedergeschrieben habe, habe ich einmal, so weit ich mich erinnern kann, in „Ex Libris“ gehört.

Ein sehr sympathischer älterer Herr, der sehr gut Deutsch spricht und immer höflich lächelt, ist mein Eindruck von ihm und jetzt gab es in der „Alten Schmiede“ ein Symposium über seine „Paralellgeschichten“, das der ungarische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Gabor Schein und Wolfgang Müller-Funk von der Universität Wien ausgerichtet haben.

Zwei Tage nur über seine „Parallelgeschichten“, das  fünfzehnhundert Seiten Buch, das 2012, auf Deutsch, 2005 auf Ungarisch unter dem Titel „Üarhuzamos Törtenetek“ herausgekommen ist und da Peter Nadas, wie ich auf dem Symposium  hören konnte, in Ungarn und wahrscheinlich auch sonstwo, ein bedeutendet Schriftsteller ist, habe ich seine drei bedeutendsten Werke auch im Ohr, beziehunsweise sind sie auch in der „Alten Schmiede“ zur Ansicht oder  zum Kauf aufgelegen.

Da gibt es das „Buch der Erinnerungen“, laut „Wikipedia“, 1991 erschienen, die „Parallelgeschichten“, 20012 auf Deutsch und die „Aufleuchtenden Details“, 2017, die wohl die wirklichen Erinnerungen oder die Meomoiren sind und noch sehr viel anderes.

Ein paar Fotobände sind  auch aufgelegen und ich habe im Publikum auch ein paar bekannte Gesichter gesehen. So war zum Beispiel die Sozialpädagogin da, mit der ich auch auf Kafkas Spuren in Klosterneuburg gewandert bin und dann noch die Lehrer, die ich mehr oder weniger regelmäßig sehe und das Symposium wurde, sowohl auf Deutsch und auch in Englisch abgehalten, weil  auch Gäste von der Budapester Universität am Programm standen.

Begonnen hat es mit Karoly Kokay, der etwas zu den historischen Details erzählte. Er hat dazu gesagt, daß er voraussetzt, man den Roman gelesen hat und das Buch gut kenne, was bei mir, wie schon erwähnt, nicht der Fall war.

Daß die „Parallelgeschichten“ aber nach dem Mauerfall in Berlin beginnen, wo eine Leiche gefunden wird und dann in die Vergangenheit zurückgehen, habe ich verstanden, beziehungsweise mich in der Pause am Büchertisch duch die ersten Seiten gelesen.

Dann kam Gabor Schein und der erzählte etwas von den Straßen und den Budapester Gegenden, in denen das Buch spielt und Florian Huber, den Literaturwissenschaftler, den ich, glaube ich, schon öfter gehört und gesehen habe und der jetzt, wie im Programm steht, in Lüneburg lehrt, erzählte etwas von den Bildern in Nadas Werken und projezierte ein solches, nebst einigen Zitaten an die Wand.

Dann folgte eine längere Diskussion über die Bürgerlichkeit in Nadas Werken, für mich ist er, glaube ich, ein sehr bürgerlicher Schriftsteller. Die Dienstbotenzimmer, die sich neben den Küchen befinden, wurden, glaube ich, von Gabor Schein in seinem Vortrag auch erwähnt und daran kann ich mich von meinem ersten budapester Aufenthalt im Jahre 1983 erinner, wo ich mit dem Alfred privat in einem solchen Haus logierten.

Dann folgte, wie schon erwähnt die Pause mit Kaffee und Mohn oder Nußstrudel und einigen Gesprächen, beziehungsweise einer schnellen Paralelllektüre.

Dann kam der kritische Psychiater Alfred Springer, den ich noch von meinem Studium und meinem Vorlesungen im Strotzka-Institut kannte, der einen Einblick in die Sexualität und die Körperlichkeit von Nadas Werk gab, denn die „Paralellgeschichten“ sind, wie ich erfahren habe und mir eigentlich gar nicht vorstellen konnte, ein sehr sexuelles Buch, der sich auf der Margareteninsel abspielt, vorher hielt noch Marta Bartal aus Budapest, ein Referat auf Englisch über das Gelächter bei Nadas und ihre Kollegin Orsolya Rakai erzählte etwas über die Rezeption, die ist in Ungarn gar nicht so gut angekommen, whrend man, wie Ursula Knoll erwähnte, im deutschen Sprachraum eher von dem Buch begeistert war und nur die sexuellen Darstellungen bemängelte.

Dann folgte wieder eine Pause und dann ging es in den Keller, wo Peter Nadas eine Traumsequenz aus dem Buch vortrug und zwar scheint es in einer der „Parallelgeschichten“, um einen Studenten namens Döhring zu gehen, der nicht nur in Berlin die Leiche findet, sondern auch der Tätergeneration angehört, die die am dritten Reich beteiligt, beziehungsweise die Nachkommen solcher Täter waren und diesen Traum, wo er dann angeschissen, also sehr direkt erzählt, ertwacht, hat Peter Nadas in zwei Teilen vorgelesen und dazwischen folgte eine Diskussion, wo der Autpor wieder sehr freundlich lächelnd  von seiner Art des Schreibens erzählte.

Am Dienstag ging es dann mit drei sehr ähnlichen Vorträgen von Laszlo Földenyi, Wolfgang Müller Funk und Tibor Gintli weiter, die sich alle mit den Erzählprerspevtiven und den narrativen Strukturen oder der Dramaturgie, wie Kurt Neumann einwarf, befassten.

Es ging um die Frage, wie allwissend der Erzähler ist, denn man weiß bis zum Schluß nicht genau, wer die Liche ist, die da zu Beginn gefunden wurde, der Erzähler hält sich zurück, spielt mit den Geheimnissen, wie Kleist oder Pproust, wie immer wieder als Vergleichdaten genannt wurde.

Eine Szene kommt vor, wo ein Telefonat auf fünfzig Seiten erzählt wird und eine Fahrt mit einem Taxi in ein Krankenhaus einige StundenLesezeit erfordern würde und die unterschiedlichen Paralellgeschichten, die da eine Rolle spielen, wurde mir, der nicht gelesen habenden, immer klarer.

Da gibt es einen Christoph, der sah zu wie sein Vater deportiert wurde, erlitt dadurch ein Trauma und wird auf der Margareteninsel in seine Männlichkeit, die auch homosexuelle Elemente enthält, eingeführt.

Während in einer bürgerlichen Wohnung, das ist die, wo der Anurf kommt, ein provinzielles Mädchen mit einem bürgerlichen Juden im Bett liegt und dabei ihre Schwierigkeiten hat und eine Psychoanalytikerin, die durch den Holocaust ihren <mann und ihre Kinder verloren hat, gibt es auch, die verliert dadurch die Kraft des Erinnerns und muß ihren Beruf aufgeben, noch ehe ihr en die Kommunisten verbieten und eine Damerunde, gibt es wie Ursula Knoll nach der Mittagspause erzählte auch.

Am Vortag wurde ja diskutiert, das die weiblichen Figuren in dem Roman eher schwach und Schemenhaft bleiben.

„No na!“, habe ich mir da vorwitzig gedacht, es gibt sie aber schon, allerdings nur auf hundert Seiten über das ganze Buch verteilt, nämlich vier Frauen, die jeden Tag miteinander Bridge spielen und dabei auch ihre Erlebnisse haben und am Schluß gab es noch einen Vortrag auf Englisch, nänlich den  von Zsolt Bagi „Peter Nadas and the realism“, wo es um Wirklichkeit und Realität ging, das erster Wort hat Zsolt Bagi auf Deutsch ausgesprochen und Schluß bedankte sich Wolfgang Müller Funk für die Veranstaltung, kündige einen Tagungsband und eine weitere Veranstaltung, um ihn zu präsentieren, Ende des Jahres an und ich denke jetzt müßte ich hergehen, und den Roman, wo auch der Vergleich mit Doderer aufgekommen ist, von Anfang bis zum Ende lesen, um all das Erfahrene verstehen und einordnen zu können. Dazu müßte ich das Buch erst finden, aber dann käme ich ja mit meiner elendslangen Leseliste in Bedrängnis, qäule ich mich ja derzeit mit dem neuen amerikanischen Wunderstar Josua Cohen und seinem „Buch der Zahlen“, der vielleicht auch ein ähnliches Thema, wenn auch in einer ganz anderen Form aufgegriffen, hat, herum und komme mit dem Lesen nicht recht weiter.

Es war aber interessant, in die Parallelwelten von Peter Nadas einzutauchen und ich habe zweifelsfrei sehr viel dabei gelernt.

2016-04-14

aichinger- digital human

Ein „Ilse Aichinger-Symposium“ in der „Gesellschaft für Literatur“, das erste, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erzählte, Vorträge und Lesungen hätte es aber schon gegeben.

Die erste im Dezember 1965, da hat sie aus „Eliza Eliza“ gelesen.

Das habe ich natürlich versäumt, war aber schon bei Aichinger Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“ und einmal, glaube ich, in der Beamtenversicherung, da hat sie noch selbst gelesen, vor circa zehn Jahren oder etwas länger und da habe ich mir auch das „Edition Korrespondenzen Heftchen“, wo ihre Publikationen angekündigt waren, signieren lassen.

Jetzt tritt Ilse Aichinger nicht mehr öffentlich auf, dafür gab es aber ein großen Foto von ihr vor dem Vortragspult und das „Aichinger Symposium“, das am Donnerstag und Freitag in der Herrengasse stattfand wurde, von Christine Invanovic konzipiert, die ist Professorin der Komparatistik und das „Symposium“ ist ein Studentenprojekt, deshalb waren auch sehr viele junge Leute da.

Drei von ihnen haben am Vortragspult Platz genommen und es begann mit einem Film aus dem Jahr 1965 „Bücher beim Wort genommen: Schlechte Wörter“, den Johannes Schlebrügge und Ulrike Voswinckel im Haus der Dichterin in Großgmain, wo sie damals lebte, drehte.

Es ging um das Buch „Schlechte Wörter“ und die noch sehr jung wirkende Ilse Aichinger las daraus den Text „Dover“: „Wult wäre besser als Welt.  Weniger brauchbar, weniger geschickt…“

Dann ging sie einen Wiesenweg hinunter und erklärte, wie bei ihr das Schreiben funktioniere. Der erste Satz muß stimmen, mehr weiß sie nicht, aber wenn sie den hat,  läßt sie sich treiben und der Text entsteht und bei den Figuren ist das ähnlich.

Erstaunlich,  von einer eher experimentellen Dichterin, mit einer Stimme, wie sie heute Valerie Fritsch hat, schon  1976, das zu hören, was heute in jedem Schreibgeberratbuch lesen kann und im Anschluß an den Film lasen die drei Studenten, den Text nochmals vor und diskutieren mit dem Publikum eineinhalb Stunden darüber, wie man ihn verstehen kann.

Ich habe ja Ilse Aichinger so verstanden, daß ihr Schreiben ein Assoziationsfluß ist, also aus dem Unbewußten kommt, interessant also die Deutungen der Studenten und interessant, sozusagen live eine Proseminar zu erleben oder sich vorzustellen, wie das Studieren heute geht.

Dann gabs eine Pause und dann ist es mit „Ilse Aichinger und der Film“ weitergegeangen. Alexander Horvath, der mit ihr befreundet war, hat dazu einen Vortrag gehalten,  Ilse Aichinger ist ja sehr lange jeden Tag ins Kino gegangen und hatte vor zehn oder fünfzehn Jahren auch einen diesbezügliche „Standard Kolumne“.

Im Anschluß daran hat Anne Bennent Aichingers Gedichte gelesen und am Freitag geht es weiter mit dem Syamposium. Ich bin aber schon nach der Pause, in der ich mich sehr lang und sehr intensiv mit dem „Korrespondenz-Verleger“ Reto Ziegler, der auch mit Ilse Aichinger befreudet ist und der sich jede Woche besucht, unterhalten, gegangen, weil ich  mit dem Alfred nach Krems zum achtzehnten „Literatur und Wein- Festival“ gefahren bin und das Wochenende auch in St. Pölten, beziehungsweise Krems und Göttweig bleiben werde.

Ergänzend ist vielleicht noch hinzuzufügen, daß es  bei dem Symposium auch um Orte, beziehungweise Verortungen geht, deshalb auch der Text „Dover“ und deshalb gab es auch eine Fotoausstellung mit Bildern von den Studenten, an der Stelle, wo sonst die Fotografien von Hertha Müller, Friederike Aichinger, Gert Jonke hängen und digital:human heißt das  Studentenprojekt wahrscheinlich, weil sich die Studenten auch im Internet damit beschäftigen und da sozusagen ein „Aichinger-Haus“ eingerichtet haben.

 

Bloggen auf WordPress.com.