Literaturgefluester

2019-10-01

Das # Zukunftsspiel

Filed under: Bücher — jancak @ 03:18
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„Sie spielen es längst mit dir“, steht auf dem in schwarz gehaltenen Cover des Thrillers des 1967 in Wien geborenen “ gewesenenManager im Hamsterrad“, Martin Matheo, der „seine Liebe zum Schreiben“ entdeckte und in  „spannenden Geschichten zum Nachdenken“ anregen will, wie auf dem Buchrücken steht.

Wieder eine kleine Unterbrechung meines „Buchpreislesens“, denn als ich vor einem guten Monat aus der Schweiz zurückgekommen bin, wo ich mich ja in Silvia Götschis Krimi ein wenig in die Cyberwelt eingelesen habe, hat mich ein Mail des Autors, beziehungsweise die Frage erwartet, ob ich jemals darüber nachgedacht hat, welche Spuren ich hinterlasse, wenn ich mein Smartphone benutze?

Eine interessante Frage, obwohl ich ja keines besitze, aber eine, die uns nach 1984 und nach dem „Circle“ alle angeht und  uns, die wir mehr oder minder leichtsinnig unsere Spuren im Netz hinterlassen,  beschäftigen soll.

Martin Matheo hat das, wie schon erwähnt in eine spannende Geschichte verpackt und im ersten und auch im letzten Kapitel auch versucht Hinweise zu geben, wie man sinnvoll mit den neuen Möglichkeiten umgehen kann, ohne sie gleich zu verdammen und zu verteufeln.

Dazwischen steht, steht die Geschichte der Veronika mit ihren Liebhabern und ihrem Alltagsleben, steht die Lovestory und der Thriller, denn Martin Matheo ist nicht sparsam mit seinen Geschichten, obwohl weniger warhscheinlich wieder mehr gewesen wäre, war so das Lesen doch machmal etwas mühsam und man ist gar nicht nachgekommen  all die Wendungen und Facetten, die das Buch hat, zu  verstehen.

Veronika ist eine Frau um die vierzig, hat einen, ich glaube, siebzehnjährigen Sohn namens Üeter, wurde von ihren Helmut, der sie mit seiner Sekreätrin betrogen hat, gerade verlassen und steht nun vor den Trümmern ihres Lebens, beziehungsweise will sie mit ihrer Freundin Lisa, ein neues beginnen.

So setzen sich die beiden Frauen in ein Taxi und blättern inzwischen schon in einer Tinderapp. Interessant dann, daß Veronika in dem Club, in dem sie landen, gleich ihren Traummann begegnet und der macht sie auf eine andere App, nämlich das „Zukunftsspiel“ namens „Auoroa“ aufmerksam und Veronika, die ihrer Familie wegen ihr Jusstudium abgebrochen hat und nun in finanziellen Nöten steckt, ist gleich hin und weg.

Denn „Aurora“ ist eine Traumapp, schickt gleich die coolsten Angeboten, man kann alles gleich in der Firma „Better live company“ kaufen. Man kann auch Bonuspunkte sammeln, bestraft wird man auch ein bißchen, wenn man sich nicht so konform verhält, man bekommt Ratschläge, soll auch solche im Netz abgeben, Follower sammeln, etcetera.

Das Ganze wird, wie schon erzwähnt mit der Lebe, beziehungsweise der Erotik verknüpft. So wird Veronika von ihrem Traummann Matt, der natürlich Manager in dieser tollen Firma ist, bald enttäuscht, knüpft dann eine Beziehung zu einem angeblichen Augenarzt an, der sich dann auch als Manager  besagter Firma entpuppt, sie in sein Büro zu einem Sanktionsierungsgespräch bittet, sich aber in sie verliebt.

Es kommt auch zu pikanten Szenen zwischen den beiden Liebhaber und dem Exmann, die alle mit Rosensträußen anrücken, während Veronika Palatschinken backt.

Pfannkuchen nennt Martin Matheo die, wahrscheinlich in Hinblick auf sein deutsches Publikum und die Kriminalgeschichte folgt natürlich auch.

John, wie sich der neue Traumman nennt, bekommt Schwierigkeiten mit der Firma, denn man darf keine Beziehungen zu den Usern haben, Big Brother weiß natürlich alles über einen und Veronika mußte, um die Extraboni zu bekommen, auch einen fünfundvierzig Seiten dicken Vertrag auf Englisch unterschreiben, in dem sie so ziemlich alles von sich verkaufte.

Auf über dreihundert Seiten gleiten wir durch die Gefahren der digitalen Welt und die der künstlichen Intelligenz, die damit erschaffen werde soll. Dazwischen gibt es noch Johns krebskranke Tochter Johanna und eine sehr kitschige Stelle von  dem „jungen  gebrochenen Herzen, das endgültig zerbricht“, auf Seite 245, die sich in Peter verliebt. Lisa wird von Matt, dem Traummann eins, schwanger.

John taucht unter, klärt alles auf und erklärt Veronika am Schluß, das schon erwähnte, daß man im Netz natürlich aufpassen und vorsichtig sein soll, dasselbe aber nicht zu verdammen braucht.

Interessante Gedanken über die man sicher nachdenken und philosophieren kann und wieder gar nicht so weit von der Gegenwart entfernt. Wahrscheinlich gibt es das längst alles, was hier beschrieben wird und wir benützen es auch täglich, wenn natürlich  in nicht so übertriebener Form.

2019-06-15

Dann schlaf auch du

Filed under: Bücher — jancak @ 00:24
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Jetzt kommt ein Buch, das, 2017, als Frankreich das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse war, in aller Munde war und das, glaube ich, auf einen wahren Fall basiert.

Hat ja doch in Amerika, glaube ich, ein überfordertes Au Pair- Mädchen einmal ihre Gastkinder umgebracht und Leila Slimanis Debut, mit dem sie den Prix Goncourt gewonnen hat, beschäftigt sich damit und zeichnet auf diese Art und Weise haarscharf die französischen Verhältnisse.

Vor dem Buch habe ich ja die „Subutexs-Trilogie“ gelesen, die das noch stärker aufzeigt und Leila Slimani ist eine französisch markkoanische Autorin, die 1981 in Rabbat geboren wurde, in Marakko aufwuchs, auf einer franhzösischen Eliteuniversität sutdierte und jetzt in Paris mit ihren zwei Kindern lebt.

Das Buch, habe ich  bei „Amazon“ gelesen, nimmt die Spannung gleich vorweg, denn auf der ersten Seite erfährt man gleich, was geschehen ist.

„Das Baby ist tot.“, lautet der erste Satz und, ich denke, schon das erste Kapitel, gibt eine haarscharfe Schilderung der französischen Verhältnisse mit all ihren Problemen.

Dann wird es ein wenig verworrener und widersprüchiger, als die Portraits von Myriam, Paul und vor allem Louise, dem wunderbaren und doch so widersprüchigen Kindermödchen, der weißen Nanny oder Nounou,  wie sie genannt wird, die am Anfang des Buches an Mary Poppins erinnert.

Das heißt, nicht ganz am Anfang, denn da erfährt man was geschehen ist. Die Kinder, der kleine Adam und die etwas ältere Mila tot. Der Bub ist gleich gestorben. Mila hat sich gewehrt. Das Kindermädchen hat versucht, sich umzubringen, was aber nicht gelungen ist. Die Mutter, Myriam eine erfolgreiche Rechtsanwältin, ist geschockt und weinend in ihr Zimmer geflüchtet und muß von den Ärzten niedergespritzt werden.

Dann erfährt man, daß Myriam, die glaube ich, wie die Autorin, eine marokkanische Herkunft hat, die aber nicht näher ausgeführt wird, mit Mila ein paar Wochen vor ihrer letzten Juraprüfung schwanger wurde. Paul begann da gerade eine Karriere als Musikproduzent. Myriam scheint keine Eltern zu haben, Pauls Eltern lassen aus und ziehen sich lieber auf Land und auf Reisen, als zu ihren Enkelkindern zurück.

Zuerst geht aber Myriam ohnehin in ihrer Mutterrolle auf und damit sie noch länger daheim bleiben kann, schummelt sie auch ein bißchen mit der Verhütung, so daß sie wieder schwanger wird.

Dann wird es ihr doch zuviel. Die Decke fällt ihr auf den Kopf. Mila ist auch noch ein eher schwieriges, schreiendes Kind, das ununderbrochen Karusell fahren will und so findet ein früherer Studienkollege, die abgehetzte Myriam vor dem Karussel und bietet ihr an, in seine Rechtsanwaltkanzlei einzutreten.

Paul murrt zwar, daß, das, was sie da verdient, für die Nanny aufgehen würde. Aber die muß her, denn sie verdienen zuviel, um einen staatlichen Kindergartenplatz zu bekommen. Zu wenig eigentlich sich eine Nanny leisten zu können. Miriam geht aber doch in eine Agentur, hängt dann überall Zettel auf und das Paar nimmt sich  einen Tag Zeit, die Bewerberinnen zu überprüfen.

Da bleibt dann nur Louise über, denn Myiriam will keine, die mit den Kindern Arabisch spricht und auch keine, die Schwierigkeiten mit ihren Papieren hat. Alles soll legal sein und Louise, eine etwa fünfzigjährige Frau, deren Mann gestorben und deren Tochter verschwunden ist, erweist sich auch gleich, als Wohltäterin.

Sie kocht und putzt, schickt das Paar am Abend ins Restaurant, um sich zu entspannen, kocht für die Freunde der Familie, alle sind happy und Paul und Myriam bemühen sich sehr, Louise nicht zu kränken, sie nicht auszunützen und die sozialen Unterschiede nicht merken zu lassen.

Die bilden sich allmählich heraus. Zuerst kommt ein Kapitel, in dem Stephanie, Louises Tochter vorgestellt wird, die mit den Tageskindern der Mutter aufgewachsen ist und als sie einmal von deren Arbeitgebern in den Urlaub mitgenommen wurde, durfte sie sich nicht rühren und sich nicht bemerkbar machen.

Louise wird aber von Myriam und Paul in den Urlaub nach Griechenland mitgenommen, die freut  sich sehr, herrscht die Kinder aber das erste Mal an, als Mila ins Wasser will, sie aber nicht schwimmen kann.

Das ist noch nicht so das Problem, Schwimmflügerl werden besorgt, aber einmal, als Paul nach Hause kommt, ist die kleine Mila sehr geschminkt da herrscht der Vater, die Nanny an und sagt, das darf nicht sein.

Eine Nachbarin, die die Polizei gerufen hat, erzählt der, Louise hätte sie, weil sie sich in finanziellen Nöten befand, um einen Zweitjob gebeten und Paul muß noch einmal mit Louise sprechen, weil sich das Finanzamt gemeldet hat, Louise soll ihre Sachen in Ordnung bringen, aber die verbrennt nur die ungeöffneten Briefe und hat auch Schwierigkeiten mit ihrem Untermietzimmer, wo die Dusche verschimmelt ist und der Vermieter sie hinaushaben möchte.

Deshalb bleibt sie auch, als Myriam und Paul sie beim nächsten Urlaub nicht mehr mitnehmen, heimlich in deren Wohnung, ladet dorthin auch eine andere Nanny ein, aber sonst hat sie mit diesen nicht viel Kontakt und Paul und Myriam überlegen schon, daß sie, wenn Adam auch in den Kindergarten kommt, Louise dann nicht mehr brauchen.

Das darf nicht sein, denkt die, denn wo soll sie dann hin und versucht Myriam ein drittes Kind einzureden, aber die träumt davon, als Partnerin in die Kanzlei einzusteigen und schüttelt den Kopf.

Da gibt es eine bizarre Szene, wo Louise, damit Paul und Myriam  im Bett zueinanderfinden, mit den Kindern nachts auf ihre Kosten essen geht, ihnen beim Chinesen ein Würstchen aufzwingt, dafür ihr letztes Geld ausgibt und die Kleinen dann durch das nächtliche Paris zerrt.

Louise kann nichts wegwerfen, so hebt sie alles auf, Myriam verbietet ihr aber, den Kindern abgelaufene Sachen zum Essen zu geben. So schmeißt sie ein Hühnchen in den Müll, findet dann am Abend, als sie müde von der Kanzlei heimkommt, das Gerippe am Tisch und Louise hat die Kinder gezwungen, das Hühnchen zu essen, was die ihr dann auch brühwarm erzählen.

So werden nach und nach die Klassenunterschiede aufgedeckt. Louise blieb für mich dennoch ziemlich widersprüchlich und das Buch hat bei „Amazon“, sowohl, ein als auch fünf Sterne-Rezensionen bekommen.

Die Ein-Sterner mokieren sich über die einfache Sprache und, daß sie nach dem ersten Kapitel schon alles wissen. Gut der „Subutex“ war komplizierter und ein ziemlich genaues Bild der heutigen französischen Gesellschaft mit all ihren Problemen, hat mir das Buch trotz all seiner Widersprüche  gegeben.

Leila Slimani lese ich bei den Blogs, hat gerade ihr zweites Buch herausgebracht, wo es, glaube ich, um eine moderne „Madame Bovary“ geht.

2019-05-26

Die kalten Sekunden

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
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Jetzt kommt ein Plädoyer gegen Gewalt an Frauen, der 1987 geborene Pole Remigiusz Mroz, der Jus studierte, aber mit seinen „nicht einmal noch dreißig Jahren schon fünfundzwanzig Bücher veröffentlicht hat“, hat die Thrillerform dafür gewählt, wie auch am Cover steht.

Das heißt, daß es immer wieder ungewöhnliche Wendungen und einen großen Spannungsbogen gibt, obwohl dann wieder über weite Strecken, die ganz banale alltägliche Gewalt beschrieben wird und weil es soviele Spannungsbögen gibt, erscheint mir auch einiges offen, unverständlich und nicht ganz nachvollziebar, was aber vielleicht auch Absicht war, ist das Leben doch nicht logisch zu erklären, obwohl die Krimileser das natürlich wollen.

Ungewöhnlich ist vielleicht auch, daß es zwei Ich-Perspektiven gibt. Da ist einmal Damian Werner, im folgenden Wern genannt, obwohl er das gar nicht will, der hat vor zehn Jahren seine Braut Ewa verloren, was ihn völlig aus der Spur brachte, sein Wirtschaftsstudium aufgegeben, sandelt er als Barkeeper vor sich hin, bis ihm ein Freund die Nachricht überbringt, er hätte Ewa auf einem Konzert gesehen.

Er geht zur Polizei, wird dort nicht ernst genommen, als aber später der Freund ermodert wird, flüchtet er zu seinen Eltern und kommt auch zu dem Schluß, daß Ewa noch leben muß, obwohl ihre Leiche kurz darauf gefunden wird.

Die zweite Perspektive ist Kassandra Reimann, das ist die Frau des Besitzer des Detektivbüros, an das sich der Freund wandte, um die Sache aufzuklären und da beginnen, dann die nicht so thrillertypischen Elemente.

Denn Kassandra, die schon am Vormittag trinkt, wird, stellt sich bald heraus, von ihrem Mann mißhandelt und gequält. Sie erduldet, was auch nicht so ganz logisch ist, alles wegen ihres  Sohns, der in dem Buch aber kaum vorkommt oder, wie in Trance herumläuft.

Dafür kommen die Angestellten in dem Haus vor, die Kassandra überwachen, die Hausarbeit wird aber von ihr und ihrem Mann erledigt. Kassandra kann sich nur gelegentlich in ihr Zimmer flüchtet und dort nimmt sie eine Internetverbindung mit Damian Werner auf, der inzwischen mit Internetbotschaften von Ewa durch das ganze Land gejagt wird. Die Polizei ist ihm auf der Spur, er kann aber immer glücklich entkommen.

Kassandra überweist inzwischen das Geld ihres Mannes an ihn, damit er sie und ihren Sohn retten kann und als der besonders brutal zuschlägt und schon alle Rippen gebrochen hat, steht Wern vor der Tür, wird aber auch niedergeschlagen. Kassandra tötet nun ihren Quäler und stellt sich als die verschwundene Ewa heraus.

Sie war es dann doch nicht, kann ich gleich spoilern, flieht aber mit Wern und dem Kind bis an die ukrainische Grenze. Dort kommt es zu einer neuerlichen Wende, Kassandra kann sich retten, Damian wird zurückgelassen und sie hat fortan Schuldgefühle, ob es richtig war, das zu tun, aber um all die Frauen, die sie vielleicht mittretten konnte, lohnt es sich vielleicht wieder. Kassandras Handlungsstategien und auch das Buch zu lesen, das ein ungewöhnlicher Thriller aus einer ungewöhnlichen Thrillerrichtung kommt. Schon daher lohnt es sich wahrscheinlich das Buch zu lesen und ein Nachwort, das sich gegen die Gewalt, die den Frauen täglich in Polen und wahrscheinlich auch sonst in der Welt richtet,  widerfährt, gibt es auch.

2019-01-02

Dein Fleisch und Blut

Filed under: Bücher — jancak @ 00:02
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Nun kommt ein Buch aus dem „Holzbaum-Verlag“, der mir ja immer so getreulich seine Bücher schickt und zur Abwechslung ist es, was mich besonders freut, kein Cartoon, da liegt noch einer in meinem Badezimmer, sondern ein Thriller, ich bin ja mehr für die Literatur, als die Satire, denn der „Holzbaum-Verlag! hat einen Thrillerwettbewerb ausgeschrieben und den hat die 1976 in Wien geborene Journalistin Nicole Marcarewicz gwonnen, die ich  aus Thomas Wollingers „Texthobelwerstatt“ kenne und auch ihren Erzählband „Jede Nacht“ gelesen habe.

Aus dem Vorliegenden Buch habe ich sie beim letzten „Buchquartier“ lesen hören und jetzt habe ich mich ein bißchen durch das Kinderpornographiethema gelesen und ich muß sagen, es ist eigentlich kein Thriller, obwohl die Handlung Spannungselemente von mindestens drei ausweist, die mehr oder weniger geglückt ineinander verwoben sind.

Es geht, denke ich, Nicole Makarewicz, wie auch im Vorwort steht, um das Thema, das sie gekonnt aufgebreiten wollte. Im Vorspann wird auch noch genau erwähnt, daß alles an der Handlung und an den Personen erfunden ist. Recherciert scheint es dennoch genau zu sein. Im Anhang ist auch weiterführende Literatur und die Adressen von den entsprechenden Beratungsstellen angegeben.

Ein Thema also, das mich als Psychologin sehr interessiert und wo ich denke, daß alles, was hier geschildert wird, sehr realistisch ist.

Sehr viel Psychologisches kommt auch darin vor, die Heldin Leah ist keine Superfrau, sondern eine mit sehr viel Kanten und Schwächen, Emotionen, Allergien und psychischen Zusammenbrüchen. Trotzdem erscheint mir viel zu viel in die zweihundertzwanzig Seiten hingeingepackt zu sein und einiges an der Handlung auch unlogischk, so wußte ich schon in etwa der Mitte, wer der Täter ist, denn Leah hat ja nur einemMenschen von ihrem Verdacht erzählt und auch so ist die Leah, die Journalistin, die sich für das Thema Kinderpornographie interessiert und ein Buch darüber schreiben will, viel zu viel von den Fakten umgeben, als, daß es abgesehen von der Sachlage, wirklich realistisch sein könnte.

Es beginnt mit einem sehr beeindruckenden Bild, ein kleines Mädchen mit leeren Augen wird am Straßenrand gefunden, an ihm hängt ein Zettel „An Leah Sebelia“ , aber eigentlich hat es schon viel früher begonnen. Nämlich mit Leahs Recherchen für ihr Buch, in die sie sich verbeißt und sie bekommt auch einen Zugang zu einen Pädophilenforum geschickt.

Es passiert aber noch etwas anderes. Sie liest plötzlich in der Zeitung, daß ein Mann, der den Namen ihrers Vaters trägt und von dem ihr ihre Mutter immer erzählte, daß er gestorben ist, als sie ein Kleinkind war, jetzt wirklich verstarb. Sie geht zum Begräbnis und lernt da ihre gehörlose Halbschwester Mara kennen, die als Hackerin sehr erfolgreich ist.

Von ihrer Mutter erfährt sie dann noch, daß der Vater sie als Baby mißbraucht  hat, so daß sie sich von ihm trennte, was schon einmal zu einem psychischen Zusammenbruch Leahs führt.

Das ist aber nur eine Nebengeschichte, denn Leah bekommt auch seltsame Mail von einem, der sie auf eine Fährte führen will und wenn sie das tut, Mara heckt für sie die Mitglieder des Pädophilenrings, die alle Namen aus Kinderbücherm, wie „Sindbald“ oder „Baloo“, der Bär tragen, werden die dann ermordet und die Polizei findet Leah am Tatort, während der Täter entwischt.

Sie hat aber einen Zugang zur Polizei, nämlich den Leiter der Kinderportnograhieabteilung, der sie unterstützt und dem sie vertraut und sie hat auch einen Freund namens Max und dann noch einen anderen mit dem sie recherchieren geht.

Aber Max, der, glaube ich, Jurist ist, ist über Leahs verbissene Recherche nicht so erfreut, so trennt er sich von ihr. Sie kommt ihm aber, als sie wegen ihres Vater in der Krise steckt besuchen und da entdeckt sie eine „Winniepuh-Figur“, beginnt ihn zu verdächtigen, teilt ihren Verdacht auch mit und er wird dann auch ermordet, obwohl es offenbar ein Irrtum war.

Der Täter wird dann schließlich entlarvt. Vorher gibt es aber noch eine Spur zu dem entführten Kind einer ukrainischen Prostituierten. Das ist das kleine Mädchen an der Autobahn. Leah recherchiert in „Wolfis Bar“, wo sie arbeitete. Eine andere Ukrainierin, die ihr einiges erzählt, wird ermordet und die Spuren führen und das ist, glaube ich, nach einem realen Fall erzählt, der schon länger her ist, zu einem höheren Beamten eines Ministeriums, der an den entführten Kindern der Prostiuierten, die dann dem Ring als „Frischfleisch“ zur Verfügung gestellt werden, beteiligt sein könnte, wobei hier einiges auf Leahs Speukaltionen beruht und nicht wirklich aufgeklärt wird.

Es geht trotz der vielen Mordfälle gut aus. das heißt die kleine Elina wird gerettet, bekommt eine Psychotherapie und eine Pflegefamilie und Leah besucht sie einmal in der Woche, um mit ihr zu spielen und wir haben viel über das Thema Kinderponrographie in allen seinen Facetten erfahren und einen sehr spannenden, ein wenig zu klischeehaften Krimi gelesen von dem mir vor allem gefallen hat, daß diese Leah ein Mensch mit Emotionen und Schwächen ist, die auch mal zusammenbricht, aber eigentlich viel zu viel erlebt, als daß es realistisch sein könnte.

Aber das lernt man ja in den Schreibwerkstätten und Romanschulen, daß alles spannend und übertrieben sein soll und so hat sich Nicole Markarewicz wahrscheinlich an dieses Prinzip gehalten.

Ich hätte es realistischer gefunden, wenn kurz der Mißbrauch als Baby erwähnt werden würde, um Leahs Besessenheit für dieses Thema zu erklären, statt nach dem Show not tell Prinzip ein Begräbnis und eine gehörlose Schwester zu erschaffen.

2018-11-02

Stern des Nordens

Filed under: Bücher — jancak @ 00:44
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Nach Japan und China geht es jetzt nach Nordkorea und zwar abseits von den Buchpreislisten zu einem Thriller, den D.B. John geschrieben hat, der laut Klappentext in Wales geboren wurde, lange in Südkorea lebte und einer der wenigen Touristen war, die Nordkorea bereisen konnte.

Ja über Nordkorea weiß man wenig, außer, daß es eine Diktatur ist und die Leute diese grauen Anzugsuniforemn tragen und so ist der Thriller, der, wie auf den ersten Seiten steht „Eine erfundene Geschichte erhält““, bei der einige, der vorkommenden Personen wirklich, wie etwa der Diktator Kim Jong-Il, existieren.

Deshalb ist es wohl sehr spannend, den „Stern des Nordens“, der drei Handlungsstränge, drei Gesichichten die ineineinander verknüpft werden, enthält, zu lesen, wenn auch die Story etwas unglaubwürdig ist und von  Spannungsbögen und Wendungen nur so strotzt, das man beim Lesen kaum mitkommt.

Es beginnt mit einem Prolog, da wird im Juni 1998 in Südkorea, eine achtzehnjährige Amerikanerin halb koreanischen halb afroamerikanischer Abstammung entführt. Das heißt sie verschwindet vom Strand und ihre Zwillingsschwester Jenna, erlebt ein Trauma, das sie noch als Dreißigjährige nicht schlafen läßt und zum Psychiater führt. Sie ist Wissenschaftlerin, hält auf der Uni Vorlesungen über Nordkorea. Sie spricht auch dessen Dialekt und da holt sie eines Tages der CIA aus dem Hörsaal und macht sie zur Agentin. Sie will nur eines, ihre Schwester retten, von der sie nicht glaubt, daß sie tot ist und so stimmt sie zu.

Dann gibt es eine nordkoreanische Bäuerin namens Frau Moon, die ein vom Himmel herabgeworfenes Care Paket aus Südkorea findet und es nicht, wie man das muß abgibt, sondern die Schokoladekekse, die darin enthalten sind, am Markt verkauft und dadurch zur Widerstandskämpferin wird.

Das Leben in Nordkorea ist sehr gefährlich, überall lauern Spitzel, die einen verhaften können, trotzdem wird gehandelt und bestochen. Frau Moon versteht das sehr gut und das Handeln und Bestechen ist auch zur Elite des Landes durchgedrungen und da ist Oberst Cho und sein Bruder Yong-ho, der Karriere machte und bis in die oberste Parteispitze aufgestigen ist.

Fein, könnte man sagen, es gibt nur ein Problem, wenn man das tut, wird seine Vergangenheit durchleuchtet und die beiden waren Findelkinder. Vielleicht waren ihre wirklichen Eltern Regimegegner oder Spione und die Angst blüht.

Vorerst wird Cho aber zu einer Mission nach Amerika geschickt. Da wird er von seinem Bruder mit Falschgeld ausgerüstet und er muß auch Drogen schmuggeln, denn die sozialistische Volksrepublik lebt sehr gut davon, in New York oder Washington, kehrt er dann mit seiner Delegation in eine Hamburgerbude ein und erklärt der staunenden Menge, daß die Fleischbrötchen eigenlich vom geliebten Führer erfunden wurden.

So weit die Ironie und das ist sehr lustig. Die Handlung dreht sich aber weiter. Jenna, die inzwischen von der amerikanischen Außenministerin, die später Präsidentin werden möchte, besucht wird, trifft den Oberst bei einem Bankett und erzählt ihm von ihrer entführten Schwester.

Der führt sie, als sie in einer Friedensmission nach Pjöngjang kommt,  in seiner Angst in das geheime Lager, wo die entführten und umerzogenen Ausländer zu Spitzeln herangebildet werden. Er hat inzwischen einen Orden an der Brust, sein Todesurteil steht aber schon fest. Er kommt in ein Umerziehunglager, wird gefoltert und muß in den Minen arbeitet. Trifft dort aber seine wirkliche Mutter  und zu Jenna kann er auch Kontakt aufnehmen und sich als Überläufer anbieten.

Das mißlingt zwar, aber Jenna kommt mit dem großen Führer in Kontakt, der sie zu ihrer Schwester bringt und dazwischen wird noch unzählige Male  geschoßen, überfallen und geflüchtet, bevor die beiden Schwestern in den USA eintreffen und Frau Moon ihren Enkelsohn in die Arme nehmen kann, der natürlich der Sohn des Oberst ist, der wenn es richtig verstanden habe, nicht entkommen konnte.

Ein Teil des Buchs, nämlich die Verhör- und Folterszenen, die Cho erleiden muß, haben mich stark an Orwells 1984 erinnert.

Einiges war sehr interessant. Die Handlung ist mir, wie schon geschrieben, ein wenig übertrieben und unglaubwürdig vorgekommen.Zuviel Aktion würde ich sagen, aber das muß bei einem Thriller wahrscheinlich so sein.

„Wenn es ein Buch gibt, das Sie dieses Jahr unbedingt lesen sollten, dann ist es „Stern des Nordens“, steht am Buchrücken. Dem kann ich mich nicht unbedingt anschließen. Da würde ich wahrscheinlich ein paar andere wie beispielsweise „Die Katze und der General“, das ja auch schlechte Kritiken hat, „Unter der Haut“ oder „Fliegende Hunde“, beziehungsweise „Die Büglerin“ vorschlagen, aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten und ich bin auch der Meinung, daß es das „eine Buch“ nicht gibt und man das, was man will lesen soll.

2018-04-27

Die goldene Pforte

Filed under: Bücher — jancak @ 00:16
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„Die Pforte des Messias, auch Goldene Pforte genannt, ist eines der acht Tore in der Festungsmauer der Jerusalemer Altstadt“, steht auf einer der ersten Seite von Philip le Roy, der laut Klappentext 1962 in Toluouse geboren wurde und schon mit einigen Krimipreisen ausgezeichnet wurde.

Vielleicht ist das aber auch ein Pseudonym und der Autor ein Deutscher? Jedenfalls trägt die Hauptperson des Thrillers einen deutschen Namen, obwohl er ein Franzose ist.

Aber auch das ist, wie wir beim Lesen des Buches erfahren werden, nicht so einfach und birgt viele Räsel, die, wie man in der Anmerkung des Autors ersehen kann, ihm auf einer Buchmesse von einer verschleierten Frau übergeben wurde, die ihm zuflüsterte, daß darin etwas verboren sei, was die Welt verändert könnte.

Und weil das Welt verändern in Krimis offenbar viel leichter, geht, hat der Autor einen Thriller daraus gemacht und das Geheimnis ist eigentlich ganz einfach erzählt: Der Koran soll christlichen Ursprungs sein und die Jungfrauen, weshalb sich so viel Attentäter in den Tod sprengen würden, währen eigentlich nur Weintrauen.

Deshalb wird das Buch bei „Amazon“ und am Buchrücken auch mit dem Da Vinic Code verglichen:

„Ein packender Thriller mit Sprengkraft, der den Da Vinci Code in den Schatten stellt“.

Deshalb geht es auch gleich in das Medias Res und da hetzt der Held Simon Lange mit seinem Freund Markus betrunken durch Jerusalem und verschwindet dann durch die heilige Pforte.

Das heißt, er erwacht am nächsten Morgen in einer Gefängniszelle, weil ein Ungläubiger ja nicht auf dem Tempelberg darf. Er wird wieder entlassen, von da an aber ständig verfolgt und als er Markus Wohnung aufsucht, ist die verwüstet und Markus verschwunden.

Ein Wink führt ihn nach Berlin, dort findet er ihn aber auch nicht, so daß es nach Paris zurück geht, wo er eine schöne Syrierin namens Sabbah kennenlernt.

Nach und nach lüften sich die Geheimnisse. Simon hat vor kurzem seine Eltern verloren, der Notar teilte ihm mit, sie wären gar nicht seine richtige Eltern und die Geheimnisse seiner Herkunft lägen in einem Tresor in Jerusalem. Deshalb ist er mit Markus, den er beim Begräbnis kennenlernte, dorthin geflogen.

Der Tresor war aber leer und vor Markus, ebenfallls verwüsteter Berliner Wohnung, fand er einNotizbuch seines Vaters. Der war Diplomat, deshalb ist Simon, der Theologie studierte, viel in der Welt herumgekommen. Der Vater war aber auch Koranforscher und nach und nach lüftet sich die bahnbrechenden Geheimnisse um den Utsprung des Korans.

Das Notizbuch führt Simon zu den Forschern, die mit seinem Vater unterwegs waren und während er das tut, wird er immer wieder verfolgt. Die Forscher werden ermordet und mit Sabbah, die noch Jungfrau ist und sich nur mit einem Syrier verheiraten will, reist er durch die arabische Welt.Verführt „Zauberkunststücke“, wird für den Messias gehalten, aber auch das war nur eine Finte und am Schluß des Buchs, packt Sabbah die brissanten Unterlagen, trägt sie auf die Buchmesse und wir haben eine Menge über die aktuelle Weltgeschichte, den Koran, seine Entstehung und noch viel mehr auf eine höchst spannende Art und Weise erfahren.

„Ein Krimi, der zu sensatioell wichtigen, tabusierten Tatsachen über den Islam als Judenchristentum führt“, schreibt Michael Wolffsohn noch am Buchrücken.

„Der Phrophet, den es niemals gab“, steht auch noch auf der Buchruckseite.

2018-03-02

Lucky Lawyer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:21
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Ich habe ja vor kurzem erst ein Buch gelesen, das von dem Autor stammte, von dem mir Frau Führer vor Jahren eines meiner ersten Rezensionsexemplare zukommen hat lassen. Dann hat sie zur „Buch-Wien“ gewechselt, „Braumüller“ vertreten und mir jetzt Ulrich Mannsfeldts Krimi über das Frankfurter Anwaltsmilieu zuikommen lassen. Das Debut eines Frankfurter Rechtsanwalts, der offenbar im Ruhestand zu schreiben begonnen hat, ein Buch das mir höchstwahrscheinlich sonst entgangen wäre und das in vieler Hinsicht sehr interessant ist.

Ich mag ja irgendwie Krimis, obwohl ich keine schreiben kann, weil ich Gewalt ablehne und meine Morde daher immer an den Haaren herbeigezogen und auch keine sind, ich lese sie aber eigentlich gerne, obwohl das ein Genre ist, bei dem die Literaturblogger meistens die Nasde rümpfen, einige Autoren, die ich kenne, aber welche zu schreiben anfangen, weil man damit offenbar noch immer Leser findet und die Herren Rechtsanwälte in Ruhestand dabei offenbar ein schönes Hobby haben, in dem sie vielleicht auch ihre Berufserlebnisse aufarbeiten können. Sie scheinen auch einen Verlag zu finden und wenn man jetzt die Nase rümpt, kann man auch gleich den Kopf schütteln, denn das Buch ist verdammt spannend geschrieben könnte man so sagen.

„Ein außergewöhnlicher Thriller aus dem Frankfurter Anwaltmilieu mit einem ganz eigenen rasanten selbstironischen Stil“, steht am Buchrücken, solches findet man glaube ich auch bei „Amazon“ und das stimmt genau.

Denn das Buch ist wieder einmal so nahe an der Autobiografie, daß man wahrscheinlich nicht so leicht unterscheiden kann was jetzt wahr ist und was erfunden oder doch natürlich alles, denn es geht ja hier um Ebola-Viren, um Spionage und auch um einen rasanten Sturzflug in die Arme oder geschützt durch den des CIA und dann beginnt es, Wolfgang Tischer aufgepasst, aber es geht ja hier nicht um den Blogbuster, mit einem Prolog, wo der  Ich-Erzähler erklärt, daß er jetzt wo er im Ruhestand ist, alles aufschreiben möchte und dann beginnt, die rasante Geschichte, die sich in sechs Tagen von Mittwoch oder Dienstag bis zum darauffolgenden Montag abspielt und sie fällt auf, daß sie sich einerseits fast bis zur Lächerlichkeit an das Krimimuster, das wir vom „Tatort“ und Konsorten kennen hält, dann aber wieder drüber steht und sich gehörend darüber lustig gemacht.

Der Ich-Erzähler ist, wie sein Autor Partner einer renomierten Anwaltskanzlei und er muß mit seinem Partner eine Pharmafirma vertreten, die nach Amerika verkaufen will. Da kommt es zum Streit mit dem Partner, Jochen Ehring, dem der Erzähler Paul Balmer Geldgier und Unehrlichkeit vorwirft. Der kommt dann,  um sich zu entschuldigen. Balmer weist ihn ab und als er dann auf der Autobahn zurück nach Frankfurt fährt, kommt er in einen Unfall und sieht das Auto seines Partner, das gegen eine Brücke gefahren ist.

War es Selbstmord, Mord, ein Unfall, der Sturm oder was auch immer? Die Ereignisse überschlagen sich rasant und das was ich mit der Lächerlichkeit meine, ist die Stelle, wo Balmer zu Imogen, Jochens Witwe, in die er heimlich verliebt ist, geht, um ihr zu kondolieren und die bittet ihm gleich in ihr Schlafzimmer ins Bett.

Nicht so kitschig, habe ich gedacht und etwas später vermutet, daß sich der Autor hier ganz bewußt lustig über die herkömmlichen Krimis macht und er macht sich auch über anderes lustig, über seine oder Paul Balmers Schwierigkeiten mit dem Computer. Er kann gerade mal E-Mails lesen und das Internet benützen, so daß ihm die <juniorpartner, die ja unter ihm stehen, in dieser Weise über den Kopf wachsen und er auch ihre Hilfe braucht.

Er braucht auch die hilfe seiner Putzfrau, die ihm immer die Blumenarrangements besorgt und seiner Sekretärin, da ist dieser Paul Balmer ganz konservativ und auch überheblich, andererseits gibt es aber berührende Stellen, wie beispielsweise, die mit der wahrscheinlich ukrainischen Reinigungsberaterin, einer Putzerei, die noch nur gebrochen Deutsch spricht und der Rechtsantwalt ahmt sie automatisch nach und schämt sich dann darüber.

Es geht auch um Low und order, um die Fragen, wie viel man lügen muß, um durch das Leben zu kommen, ob Geld alles ist und, wie korrupt man als Anwalt wird und ob man eine Chance hat, dem zu entkommen?

Die Ex-DDR spielt eine Rolle, Jochen Ehrling kam von dort und war ein Stasi-Mitarbeiter, wie auch der Pharmamann, dessen Firma er betreute und die war in miese Geschäfte mit Ebola-Viren verwickelt, wie Paul Balmer bald herausfindet, als er plötzlich von zwei Arabern verfolgt wird, die ihn für den dritten Geschäftspartner halten und von ihm ein Päckchen wollen.

Es geht dann auch, um eine CD hinter der, der CIA her ist und Imogen, die schöne Witwe ist, als Paul zu dem Date mit ihr kommen will, plötzlich verschwunden. Zuerst vermutet er, daß sie von dem Pharmamann entführt wurde, fährt zu ihm und wird bedroht, da gibt es auch ganz schön spannende Stellen mit viel gewollter Action, bis zum Mord durch einen Polizisten und der Gewissensfrage, wie es einem solchen nachher geht.

Sie wurde aber vom CIA entführt, soll den Namen eines Anrufers bekanntgeben, tut das aber nicht, weil sie ein Gewissen hat, und der CIA ihr nicht garantieren kann, daß er nicht zum Opfer wird, wenn er denPakistani, inzwischen geht es auch um terroristische Anschläge der IS, die mit den Viren ausgeführt werden sollten, in die Hände fällt.

Jetzt schalter sich Paul Balmer ein, wird vom CIA nach Amerika geflogen, die Szenen die sich da in dem Flugzeug abspielen, sind durchaus köstlich und sehr zum Lesen zu empfehlen und am Ende, das kann die spamerin in mir, auch noch verraten, geht alles gut aus.

Paul bekommt seine Imogen, wird sogar zum späten Vater und einen Epilog gibt es auch und ich, die ich das Frankfurter Milieu, ja nur von den zwei Buchmessen kenne, ich ich einmal dort besucht habe, habe ein sehr interessantes Buch gelesen, das ich jeden Krimilieser, der die spannende Unterhaltung liebt und vielleicht auch noch ein bißchen Drumherüber haben will, nur empfehlen kann.

2017-12-21

Das Mädchen und die Fremde

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42
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Jetzt kommt nach Heinrich Böll, der Dichterrepublik und den Weihnachtsgechichten ein Thriller, mit dem man sich ja auch zu Weihnachten hinwegiebern kann, der zweite Emma Sköld-Krimi, der  1978 geborenen Sofie Sarenbrandt, dem neuen Krimistar aus Schweden möglichweise, „der seine Protgonistin nicht schont“, wie die Autorin im Klappentext verspricht und stimmt, tut sie wirklich nicht, obwohl ja eigentlich gar nicht so viel passiert.

Denn dieKrimialkomissarin liegt nach einem Reitunfall im Koma und wacht da nach fünf Monaten das erste Mal auf, das wird in über hundert kurzen Kapiteln von verschiedenen Personen erzählt und Irrtum es passiert natürlich doch sehr viel, das Meiste allerdings im Kopf der Protagonistin, die sich nach dem Aufwachen darüber wundert, daß Baby Ines schon so groß geworden ist  und sie ist auch überzeugt, es war kein Unfall.

Das glaubt ihr natürlich keiner, nicht ihr Vater, der pensionierte Hauptkommissar, nicht die Schwester Josefin und auch nicht der Lebenfgefährte Kristoffer, der inzwiwchen auf Vaterurlaub ist, um sich um die Kleine zu kümmern, aber irgendwie doch arbeitet, so daß er nur sehr wenig Zeit im Krankenhaus verbringt und die kleine Ines, was niemand wissen darf, seiner früheren Freundin Hillevi anvertraut, deren Kind gestorben ist und die deshalb auch lange in der  „Klapsmühle“ war.

So erwacht Emma also und schickt, den Kollegen Nyhlen los, um für sie zu recherchieren, während sie langsam wacher und wacher wird und  schon aus der Intensivstation hinausdarf und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Nyhlen findet am Unfallsort ein Kettchen, das Kristoffer, als er mit der Kleinen doch einmal kommt, als das von Hillevi erkennt und mißtrauisch wird und den Fall des toten Polizisten, an dem Emma bevor der Unfall passierte, gearbeitet hat, will sie auch wieder aufnehmen.

Nyhlen bringt ihr auch die Akten ins Kankenzimmer, die verschwinden aber und Hillevi, die weltsamerweise in dem Krankenhaus auch als Putzfrau arbeitet, es gibt in dem buch sehr viele Wendungen und Spannungsbögen, schleicht herum und drückt ein Kissen auf Emmas Mund, die schon die ganze Zeit eine Frau in ihrem Zimmer sieht.

Es kommt zu einer Hinrblutung und Nyhlen den Emma, als sie davon wieder aufwacht, zu Kistoffer schickt, findet den tot in der Wohnung und die kleine Ines ist verschwunden.

Nyhlen wird nun selbst vom Vater und vom Vorgestzten verdächtigt und die labile Hillevbi, die sich nicht mit der Polizei anlegen will, bringt das Kind auch zurück und am Ende ist dann wieder alles anders.

Zweimal wird das Kissen noch auf Emmas Mund gedrückt, es war ganz anders, als erwartet oder unerwartet spannend, denn jetzt weiß ich nicht, ob diese Serie weitergehen wird?

Denn eigentlich, wenn ich es recht verstanden habe, ist die Heldin ja gestorben, weil sie zuviel entdeckte und eine der wenigen aufrechten schwedischen Polizistinnen ist. Das kann aber nicht wirklich sein, weil Serien ja auf länger angelegt sind, wurde in dem Buch auch schon an ein paar früheren Stellen behauptet und der erste Band „Das Mädchen und der Mörder“ offenbar mit einem ähnlichen Cliffhanger endete.

Der dritte Band ist also vielleicht schon angelegt oder in Schweden bereits erschienen.

Ich habe die Geschichte in einem Zug gelesen und in der Badewanne auch sehr angefeuchtet, die vielen falschen Fährten haben mich aber auch ein wenig geärgert.

2016-12-15

Mirror

Jetzt kommen ein paar Nachträge aus dem „Aufbau-Verlag“ und um die Spannung zu erhöhen, beginnt es mit einem Thriller. Mit Karl Olsbergs „Mirror“.

Das ist die Fortsetzung oder zeitangepasste Neuschreibung des „Systems“, das ich mir einmal aus einer „Thalia-Abverkaufskiste“ zog und den 1960 in Bielefeld geborenen  Freiherr von Wendt, habe ich vor einigen Jahren auf dem „Literaturcafe“ kennengelernt. Er hat über künstliche Intelligenz promoviert und schreibt daher bevorzugt solche Romane.

„Schwarzer Regen“ habe ich einmal in einem der Schränke gefunden, hatte es, glaube ich, auch heuer oder im Vorjahr auf meiner Leseliste, dann ist aber „Mirror“, die „Aufbau-Neuscheinung“ dieses Herbstes dazugekommen und Karl Olsberg erklärt in seinem Nachwort auch genau, warum es ein neues Buch geworden ist.

Denn seit 2005 hat sich in Bezug der Technik ja soviel geändert, es gibt Smartphones, Twitter, Instagramm, etcetera und so etwas wie ein „Mirror“, wäre schon technisch möglich, man sollte aber vorsichtig bei der Anwendung sein, selber denken und nicht zu viel persönliche Daten preisgeben….

Da habe ich ja erst kürzlich einen andern Herbstschlager gelesen und Dave Eggers „Circle“ gibt es natürlich auch, Georges Orwells „1984“, Huxleys „Schöne neue Welt“ und und und….

In Amerika gibt es Carl Poulsen, der hat in seinen Studententagen mit seinem Freund Eric, das „Mirror-System“ entwickelt, das ist ein Computer oder Smartphone, der sich auf Knopfdruck als persönlicher Freund und  bester Ratgeber erweist, erfunden.

Im Prolog befindet sich das System in der Testphase und rettet auch Carls Vater das Leben. Dann verkauft er die Firma an die Geldgeber und sitzt nur mehr pro Forma im Vorstand und es werden vier Nützer des „Mirrors“ vorgestellt, die neben Carl Poulsen auch die Handlungsträger sind.

Da ist einmal der Asperger Autist Andy, gab es im System nicht auch einen Autisten, aber das sind ja, höre ich, die besten Programmentwickluler.

Andy bekommt zum einundzwanzigsten Geburtstag von seiner Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der hilft ihm auch vorerst vortrefflich, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und die Mutter staunt, lernt Andy durch den „Mirror“, der bisher nur über Computerspiele saß, ein Mädchen kennen und will dieses, weil ja gefühlsunerfahren gleich heiraten.

Dann gibt es Freya, das ist eine in London lebende Journalistin und die recherchiert in Tschernobyl dreißig Jahre nach dem Unfall und macht da bezüglich ihres „Mirrors“, der ihr ja eigentlich dabei helfen soll, eine unangnehme Erfahrung, findet sie doch heraus, das Gerät fürchtet sich vor Spinnen und greift ihren Freund Terry mit einer Drohne an.

Dann gibt es zwei Kleinkriminelle bzw. einen solchen und einen geistig minderbemittelten Hartz vier Empfänger. Olsberg habe ich in kritischen „Amazon-Kommentaren“ gelesen macht bevorzugt, die Schwachen der Gesellschaft zu den „Mirror-Jüngern“, weil die glauben ja jeden Blödsinn oder können vielleicht nicht anders, als hineinzufallen.

Nun da ist jedenfalls Lukas, der bekommt vom Freund der Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der Kleinkrimellle Jack bekommt einen solchen durch einen Raubüberfall und wird dann vom freundlichen „Mirror“ in eine Nobelvilla, die der „Mirror-Gesellschaft“ gehört geleitet und soll ihr dafür hilfreiche Dienste tun.

Denn zuerst passiert etwas in Hamburg. Viktoria, der es auf die Nerven ging, daß Andy alle gut gemeinten Liebessätze des „Mirrors“ nachplappert und ihn bittet, diesen bei ihr auszuschalten, macht sich zum Feind des  „Mirror-Nets“ und Andy bekommt fortan nur mehr Botschaften von seinem „Mirror,“ daß sie ihn nicht mehr sehen will.

Mit Hilfe eines freundlichen Schriftstellers, der Liebeschnulzen schreibt, wird das Miüßverständnis aufgeklärt, der schreibt einen „Mirror“ kritischen Blogartikel und bekommt daraufhin ein paar tausend Trollmeldungen und Haßpostings, obwohl seine Leserinnen ja meistens alte Damen sind, die noch gar nicht wissen, was das Internet oder ein „Mirror“ ist.

Freya, die inzwischen auch vor dem „Mirror“ wahrnt, wird auf diesen Artiel aufmerksam, während Lukas und seine neue Freundin inzwischen zum „Mirror Fan-Club“ zählen und Punkte sammeln, in dem sie solche Postings schreiben.

Sehr bald explodiert das System und die Geschichte.

In Amerika wächst sie Carl einmal über den Kopf und, als Freya nach London zurückfliegen will, bekommt ihr Flugzeug auch den Angriff einer Drohne, trotzdem mobilisiert sie alles, was sie kann, dreht, was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich für sehr gefährlich fand, Andy und Viktoria.  Die Videos erscheinen in allen Netzen, werden gesperrt, und Freya wird in Paris auch verhaftet und für eine Terroristin gehalten, beziehungsweise bekommt Jack den Auftrag Carl zu töten.

Nun wird es rassant, die Ereignisse überschlagen sich, bevor die Regierung, die Gefahr erkennt und der Konzern gezwungen wird, die „Mirrors“ abzuschalten.

Das führt zwar auch zu einigen Demonstrationen, denn die User wollen sich nicht so einfach von ihrem Gerät trennen. Carl wird seine dadurch verdienten Millionen wahrscheinlich durch die folgenden Klagsdrohungen und Prozesse verlieren und Scherz am Rande, ein Buch über den „Mirror“ schreiben.

Nicht umsonst hat er ja einen ähnlichen Namen, wie sein Autor und im Epilog verhandelt das amerikanische Militär über die Erprobung eines „Smart Solders System“ und der General, der dagegen ist, wird niedergestimmt und höchstwahrscheinlich in Pension geschickt, denn das Leben geht weiter mit der friedlichen und unfriedlichen Nutzung der hochtechnisierten künstlichen Intelligenhzsysteme.

In diesem Sinne ist es spannend, was Karl Olsberg wohl im Jahr 2026 oder 27 darüber schreiben wird, wie ich auch bei „Amazon“ gefunden habe und denke, daß Maschinen, die den Autisten sagen, wie sie Gefühle deuten sollen, höchstwahrscheinlich sehr nützlich sind, es sie, glaube ich, schon gibt und wenn ich mich nicht sehr irre, die Aktion „Licht ins Dunkel“ in den letzten Jahren auchdafür geworben hat.

Und natürlich mu man mit den künstlichen und auch anderen Inteliigenzen sehr vorsichtig sein, verhindern werden wir sie, wie auch der Epilog beschreibt, höchstwahrscheinlich nicht können, denn wie heißt es da so schön: „Unterschätz die Duznmmheit der Menschen nicht. Sie vergessen schnell“ und Karl Olsberg schreibt ja selbst in einem Nachwort „Wenn eines Tages jemand ein Gerät wie den „Mirror“ erfindet, werde ich einer der ersten sein, die es kaufen.“

Bei „Amazon“ gibt es sowohl viele drei als auch fünf Stern Rezensionnen und ich habe das Buch auch sehr spannend gefunden und es sogar, in die „Gesundheitskonferenz ins Rathaus“ mitgenommen, wo auch mehr Transparenz und Wissen gefordert wurde, um der Gesundheit dienen zu können, dann aber auch einige kritische Punkte gefunden.

So denke ich, daß die Tasache, daß sich die Geräte vor Spnnen fürchten, ja eigentlich etwas Liebenswertes ist. Aber natüürlich, künstliche Intelligenz entgleitet der Herrschaft der Menschheit und dann haben wir den Salat bzw. die Katastrophe und dann denke ich auch, daß einige der Charaktere sehr oberflächlich und klischeehaft gezeichnet sind. Zum Beispiel, die Personen der beiden Unterschichtler,  vor allem, der dumme sexbesessene Lukas, während mir einige Beschreibungen sehr packend und spannend erschienen sind.

Wie Andy dank seines „Mirrors“ in das Leben hineingeht, erschien mir sehr spannend und gut geschildert, ebenso Freyas Filmaufnahmen in Tschernobyl.

Daß sich Viktoria wirklich vor einem Zug stürzen will, weil der „Mirror“ sie vor Andy warte und meinte, daß sie bestraft werden wird, erscheint mir dageben zu platt und dann zuerst erscheint alles aussichtslos und auf einmal kommt die große Wende?

Nun ja es ist ein Triller, ein wenig klischeehaft oder auch sehr spannend geschrieben, vielleicht, aber allemal etwas zum Nachdenken und selber denken ist höchstwahrscheinlich immer noch das beste.

Aber dazu braucht man gute Schulen und Lesen und Schreiben sollte man da vielleicht noch lernen und nicht alles den Computern beziehungsweise, den künstlichen Intelligenzn überlassen, weil diese ja, wie nicht erst Karl Olsberg schreibt, sehr leicht zu mißbrauchen sind.

2016-10-29

Sprache der Krähen

„Eine packende Kombination aus Thriller, Liebesgeschichte und Familiendrama“, steht im Klappentext des zweiten Romanes, des 1961 in Wien geborenen Georg Elterlein, den mir einmal, glaube ich, Anni Bürkl auf der „Buch-Wien“ vorstellte, ich seinen Debutroman „Der Hungerkünstler“ im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen, habe und von dem mir  auch Irene Wondratsch erzählte, als sie letzte Woche im „Rebulikanischen Club“ traf.

Und das stimmt und hat mich Anfangs auch ein wenig verunsichert, weil ich nicht recht wußte, ob das jetzt ein Jugend- oder All Age-Buch ist, was ich da lese und mir die Handlung zuerst auch ein wenig zu eindimensional positiv erschien, später habe ich erkannt, sie ist genauest konstruiert und diese Mischung wahrscheinlich gekommt eingeplant und insgesamt ist es ein sehr spannendes Buch, das auch sehr viel Stoff zum Nachdenken gab.

Da ist also Leonhard aus der „Abschaumsiedlung“, die Mutter hat die Familie verlassen, als er und sein Bruder Kinder waren und, als der Vater dann erschossen wurde, hat das Jugendamt, das inzwischen, glaube ich „Amt für Familie und Jugend“ heißt, den kleinen Bruder Max, bei dem noch Hoffnung herrschte, zu Pflegeeltern gegeben, den größeren ins Heim gesteckt.

Das ist inzwischen lange her, denn Leonhard ist schon Mitte Vierzig, als die Handlung beginnt. Er hat eine getarnte Schlosserei, lebt aber eigentlich von Raubüberfällen, war früher bei der Fremdenlegion und ein Trauma mit einer früheren Freundin, die auch bei einem Raubüberfall erschossen wurde, gibt es ebenfalls.

Da kommt die Nachricht, der Bruder Max, den er als Kind immer beschützte, zu dem er aber den Kontakt verloren hat, hatte mit seiner Frau einen Autounfall, beide tot, nur der zehnjährige Neffe, den er nie gesehen hat, überlebte, liegt aber im Spital und spricht nicht mehr und hat außer Leonhard auch keine Verwandten.

Das, stellt sich heraus, stimmt nicht ganz, es gibt norwegische Großeltern, denn die Mutter kam aus Norwegen, Leonhard ruft sie auch herbei, aber die wollen mit dem Enkel nichts zu tun haben, denn Tove hat ihnen diesen stets vorenthalten, sie kommen also nur, um die Leiche der Tochter überführen zu lassen.

So bleibt Leonhard, der eigentlich den nächsten Raubüberfall plant und auch von zwei Männer verfolgt wird, nichts anderes übrig, als sich um seinen Neffen zu kümmern.

Das gelingt ihm auch gut, konstatiert der Sozialarbeiter, der ihm einen Pflegeantrag nahelegen will, doch „soziale Kompetenz“.

Erik ist indessen in einer wahrscheinlich psychiatrischen Klinik und kommuniziert mit dem Onkel schriftlich, versucht auch öfter zu flüchten und nur Leonhard kann ihm aus dem Klo oder vom Dach herunterholen, so daß die Ärzte mit ihm kooperieren und er den Neffen probeweise nach Hause holen kann.

Der Türke Murat, der im selben Hof, wie Leonhard eine Autowerkstatt betreibt, organisiert die Möbel für das Kindeszimmer und Leonhard kommt so zu einem Kind, obwohl er gar nicht weiß, ob er das will und er dazu bereit ist.

Es gibt auch eine eher ungute Sozialarbeiterin, die ihm mit einem Fragebogen und einem Pflegeelternkurs schikaniert und die Krähen, als Symbol und Metaphern gibt es auch, denn die haben laut Max oder einen von Leonhards Kunden, zwei Sprachen, eine für die Familie und eine allgemeine und in dem Hof wo Leonhard wohnt und arbeitet gibt es auch eine „Morgenkrähe“.

Erik interessiert sich für sie und an dem Nachmittag, wo er probeweise zu Leonhard darf, wird, die von einer Katze überfallen und verletzt, die beiden retten sie und pflegen sie gesund.

Leonhard trifft auch eine Jugenfreunin wieder, muß aber auch seinen Raubüberfall planen und zu dem Zeitpunkt, wo er eigentlich ein Schiff überfallen soll, ruft die Klinik an, Erik ist verschwunden.

Es kommt zu einem Happyend und Leonhard zieht mit Erik und wahrscheinlich auch mit Tina, nach Frankreich, wo er  seit seinen früheren Raubüberfällen ein Haus hat.

Er hat vorher auch seine Hehlerin und die beiden Auftraggeber erschossen. Das war sein letzter Coup, bevor er sich ins Privatleben mit den Neffen, der wahrscheinlich wieder spricht, zurückzieht und das ist natürlich auch die Stelle, mit der ich Schwierigkeiten habe.

Denn Gewalt und Raubüberfäle mag ich eigentlich nicht und, ob die Mischung zwischen Sozialkompetenz und Fremdenlegion und Raubüberfälle wirklich so realistisch ist, wage ich auch zu bezweifeln.

Es ist aber spannend zu lesen und mal etwas anderes und die Sozialkritik, zum Beispiel, die an den Jugendheimen, wo die Kinder vergewaltigt wurden, wie Leonhard es erlebte, kommt auch vor.

Ob das Jugendamt oder dieses für Familie wirklich einem ehemaligen Heimkind und Fremdenlegionär, die Obsorge für einen traumatisierten Zehnjährigen gibt, glaube ich auch nicht wirklich.

Trotzdem erscheint mir das Buch gut recherchiert und es sind auch einige durchaus geglückte Spannungsmomente eingebaut.

Allerdings hoffe ich doch, daß im Alltagsleben nicht so viel geraubt und gemordet wird und, daß die Geschichte gut ausgeht, finde ich auch sehr schön.

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