Literaturgefluester

2019-12-09

Wilde Worte statt Marlene Streeruwitz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
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Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Der zweite  Montag im Monat ist ja den „Wilden Worten“ gewidmet und wir gehen da auch ziemlich regelmäßig hin. Für heute hatte ich aber die „Alte Schmiede“ geplant, da dort in der Reihe „Dichterin liest Dichterin“, Marlene Streeruwitz die 2007 verstorbene Marianne Fritz lesen und dokumentieren sollte und beide Dichterinnen sind ja interessant.

Marianne Fritz, als „singuläre Einzelstimme“, wie sie von Elfriede Jelinek bezeichnet wurde. mit ihren „Schwerkraft der Verhältnisse“, dem Ürojekt „Dessen Sprache du nicht verstehst“, bis hin zum „Fritzpunkt“, wo es ja eine Zeitlang Veranstaltungen gab und dem „Marianne Fritz-Park“, den es seit 2014 gibt und von Marlene Streeruwitz habe ich ja auch sehr viel, fast alles gelesen, zuletzt ihre „Flammenwand“ die ja zu Beginn des Jahres prominent vorgestellt wurde.

Also hingegangen, mit dem Alfred ausgemacht, der ja nicht so ein Streeruwitz-Fan ist und stattdessen lieber zu den „Wilden Worten“ geht, daß er mich um acht Uhr abholt und als ich die Schnölaterngasse erreichte, sah ich Ottwald John mit Claudia Karolyi, die am Donnerstag beim „Dichtfest“ gelesen hat, vor dem Eingang stehen.

„Hast du schon gehört?“, sprach er mich an und wies mich darauf hin, daß die Veranstaltung ausfällt, weil Marlene Streeuwitz, glaube ich, krank geworden ist.

Für solche Fälle habe ich mich ja einmal in den Mailverteiler die „AS“ eintragen lassen, aber jetzt ist keine entsprechende Verständigung gekommen. Es sind aber, da ich noch eine Weile mit dem Beiden vor dem Eingang gestanden bin und mich von Ottwald John unterhalten ließ, nur zwei oder drei Leute gekommen, die zu der Veranstaltung wollten, also hat offenbar doch eine Verständnigung stattgefunden.

Ottwald John hat mich noch eingeladen ins Cafe Hawelka mitzukommen, ich war aber mit dem Alfred verabredet und auf dem Heimweg ist mir eingefallen, daß es sich doch noch zu den „Wilden Worten“ ausgehen könnte, obwohl mir der Name Peter Iwaniewicz, der im Programm stand, nichts sagte.

Macht aber nichts, erlebte ich diesbezüglich schon öfter Überraschungen, diesmal auch, obwohl der Kontrast zwischen Marlene Streeruwitz und Marianne Fritz ein ziemlich großer ist, denn Peter Iwaniewicz ist ein Biologe und dann noch einer, der schon seit fünfundzwanzig Jahre eine Kolumne im „Falter“ hat, wo er über Tiere schreibt, so daß ihm die LeuteMehlpakte mit schwarzen Punkten zur Begutachtung schickten und sich Doris Knecht bei ihm beklagte, daß zu ihrem Vogelhäuschen keine Vögel kommen und hat jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ ein Buch mit seinen Kolumnen unter den Titel „Menschen, Tere und andere Dramen“, herausgebracht, das er im Amerlinghaus vorstellte.

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Ich hätte das Programm  vielleicht doch besser anschauen sollen, denn Tierbücher interessieren mich ungefähr, soviel wie Fußball, obwohl ich schon zweimal beim „Katzenfasching“ des „Wiener Lesetheaters“ gelesen habe und die Veranstaltung  war relativ wenig besucht.

„Mehr Bücher am Büchertisch, wie Besucher!“, wie Richard Weihs launig feststellte. Er begann auch mit der Feststellung, daß sich soviele Leute vor Spinnen fürchten, obwohl die, die es in Österreich gibt, nicht gefährlich sind und sich die Spinnenphobiker  ihre Punkte an den Armen, die sie für Spinnenbisse halten, vom Autor begutachten lassen.

Die erste Kolumne, die Peter Iwaniewicz las, bschäftigte sich auch mit der Frage, wie er zu seinem Biologiestudium gekommen ist? Das hörte sich dann ungefähr, wie die Beschreibungen von Joachim Meyerhoff von seinem Schauspielunterricht an, dann gab es, dem Rahmen angepasst noch einige mehr oder weniger wilde Texte, die von Giraffen und Vogelspinnen in den Yuccapalmen berichteten, die zu Polizeieinsätzen führten, handelten.

Nicht besonders literarisch, würde ich unken. Dafür habe ich mir jetzt doch die entsprechenden Worte für den „Siebenten Nanowrimo“ als Wunschgedicht gewünscht, nämlich „Nachtcafe, Kurz nach fünf“, „Fräulein No“, „Schauspielschülerin“ und „Obdachlose“, bin gespannt und habe dem Gedicht gelauscht das sich Susanne Toth,das letzte Mal wünschte, als Christl Greller die Gästin war und die wird das nächste Mal am dreizehnten Jänner lesen, wo es wahrscheinlich literarischer  wird.

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