Literaturgefluester

2016-12-23

Weihnachten im Weltall

Nun gehts ins Weltall oder eigentlich, passend zum Tag, am 23. Dezember 2010 am Nachmittag in eine Wald bei Mainz, denn da wurde im Rhein-Main-Gebiet, es liegt tiefer Schnee in der Gegend, ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet, das dann wieder vom Radar verschwindet, beziehungsweise auf ausgerechnet dem Waldstück landet, wo sich gerade der vierzehnjährige Felix, Sohn des Sicherheitschef des Frankfurter Flughafen befindet.

Außer ihm Soldaten, die aber, wie angewurztelt an einer Stelle stehenbleiben und in die Luft starren.

„Warum gehen die Idioten nicht weiter!“, denkt der Knabe, gerät dann selbst an das Schutzschild, das „Identifikation sonst Termination!“, knurrt und als Felix die Hand auf einen Bildschirm legen will, hört er die Stimme eines Soldatens.

Er rennt nach Hause, der Vater befiehlt ihm dort zu bleiben, die Mutter nimmt ein Schlafmittel und in der Nacht pirscht sich Fexil wieder an, gelangt, nachdem er seinen Waffen, eine Taschelampe und ein Nachtsichtgerät, abgelegt hat, in das Ufo und befindet sich einem gleichaltrigen Jungen gegenüber, der auch noch seine Sprache spricht.

Der hat einen unerlaubten Erkundungsflug unternehmen wollen und ist gestrandet, jetzt braucht er Batterien, um wieder abzuheben und Felix soll ihm helfen, das will er auch, aber das Militär und da vor allem, der Oberst Hamann, der mit keinen Zivilisten spricht, hat ihn entdeckt und holt den Vater in den Wald.

Bei der Truppen befindet sich auch Felix Cousin Jochen, der ihn identifizierte und der Oberst will den Schutzschiuld sprengen. Die beiden Jungen haben sich indessen unsichtbar gemacht, um die Batterien zu holen.

Das Militär ist ihnen trotzdem auf der Spur und der unbekannte Junge aus dem All hat allen Grund sich über die Dummheit der Menschen zu wundern, die Angst vor dem Fremden haben, sich vor allem Unbekannten fürchten, ja ja wir haben eine Flüchtlingskrise, aber 2010 war die vielleicht  noch nicht so akut und so finden die beiden Jungen auf der Suche nach den Batterien in Mainz auch Helfer, wo die meisten ja am Heiligenabend noch schnell Geschenke kaufen wollen, statt sich um unbekannte Flugobjekte zu scheren.

Die Hubschrauber und die Panzer kreisen dennoch um die beiden.  Cousin Jochen wird aber zum Helfer, entwaffnet den Oberst, das Flugobjekt kann wieder starten und weil ja Weihnachten ist und es da unter den Menschen üblich ist, sich zu beschenken, lädt der fremde Junge Felix, zu einen Rundflug um die die Erde ein, so kann der Weihnachten im Weltfall feiern, bevor ihn der andere, weil er auch nach Hause muß, absetzt und zu seinem Stern davon fliegt und Felix kann, in der Kirche rüstet schon der Pfarrer zur Messe, nach Hause gehen, um mit seinen Lieben Weihnachten zu feiern.

Ein schönes Jugendbuch und eine schöne Weihnachtsgeschichte, wo Uli Lucas mit dem ich ja schon über die Pegida diskutieren sollte, ein bißchen über das blöde Militär schimpft, das nichts verstanden hat, aber sich sonst alles friedlich auflöst, wie es zu Weihnachten ja auch sein soll.

Spannend ist die Geschichte geschrieben und daher leicht zu lesen und sicher, wenn nicht nur die verdächtige Jahreszahl wäre, die dem Buch, den „abgelaufen“ Stempel aufdrückt, aber das ist ja bei meiner „Nika“ auch nicht anders, wäre, als Weihnachtsgeschenk für die Abenteuergeschichten lesende Jugend zu empfehlen.

Erich von Däniken kommt vor, beziehungsweise dankt der Autor, von dem ich ja schon seine „Horrorgeschichten“ gelesen habe, ihm „seinen Namen nennen zu dürfen und für die Inspiration zu dieser Geschichte.“

Und nun bleibt mir nichts anderes über, als meinen Lesenr eine schöne und friedliche Weihnacht zu wünschen, die ich wieder in Harland verbringen werde, wünsche schöne Geschenke und ein gutes Weihnachtsessen, verweise noch  einmal auf meine „Nika“ von der hier ja noch zu lesen sein wird.

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2016-12-08

Der Ausflug … und andere Ereignisse

Filed under: Bücher — jancak @ 00:42
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Jetzt komme ich nach den Unterbrechungen für das Bloggerdebutlesen doch zu den Horrorgeschichten meines Kritikers Uli, der sich im Sommer bei mir nach dem Lesen meiner Literaturcafe-Kommentare gemeldet hat.

Er würde gerne auf meine Seite kommen, weil es ihm wegen meiner vielen Fehler und Flüchtigkeiten gruseln würde, hat er mir einen markanten Ton geschrieben, den man auch in seinem bei „Engelsdorfer“, das ist, glaube ich, ein BoD ähnlicher Verlag, wo auch  „Im Glashaus gefangen zwischen zwei Welten“ erschienen ist, finden kann und ich erinnere mich an meine Schnupperseminare im „Writersstudio„, wo sie einem auch sagen, daß man an das Schlimmste was man erlebt hat, beim Schreiben denken und natürlich alles überhöhen und übertreiben soll.

Und diesen Tonfall beherrscht Ulrich Lucas, der, glaube ich, um die Fünfzig und Techniker ist und gerne Horrorgeschichten liest, leider leider gibt es keine biografischen Angaben in dem Buch, bestens.

Mir hat auch seine Bildhaftigkeit gefallen, in der er mich in strengen Worten mahnte, doch nicht so schnell und flüchtig sein, so daß er jederzeit beim Lesen glaube, ich würde hechelnd und erschöpft über meinem  Surfer zusammenbrechen.

Hier führt das Buch durch das Bändchen und kommuniziert im selben Tonfall mit dem Leser, warnt die „Jenseitigen“ sich doch nicht in die Ereignisse , die ihn da erwarten , einzulassen, sondern stattdessen lieber fernsehen oder etwas anderes zu tun.

Mag sein, daß man einen solchen Schreibstil, immer direkt und offen, ebenfalls in den Schreibseminaren lernt. Mir gefällt er auch und am Cover des Bändchen blitzt vorn und hintern ein Auge mit einer roten Pupille aus dem Hintergrund hervor.

Nun muß ich schon zugeben, daß Horrorgeschichten, nicht so das meine sind, obwohl ich mal eine Geschichte von Stephen King gelesen habe und danach meine Story für den „Siemens Technikpreis“ schrieb, die dann, von ihr ein bißchen korrigiert und verändert in Ruths erster „Donaugeschichten-Anthologie“ erschienen ist und ich habe daraus auch bei meiner Radtpour mit Ruth vor zehn Jahren in Vilslhofen gelesen.

Aber ich schweife ab und das soll man erstens überhaupt nicht und bei Horrorgeschichten wahrscheinlich insbesondere nicht tun, warnt ja auch die Stimme des Buches die jenseitigen Leser und so geht es in den dreizehn, auch eine gruselige Zahl, Geschiten zu einen Ausflug auf einen Berg, denn da lädt ein Einsamer, der nur mehr eine Katze hat, seinen ehemaligen Schulfreund samt seiner Famailie, Frau und zwei Kinder, zu einem Auflug auf einen Berg ein, um ihnen etwas Besonderes zu zeigen, sie müßen durch eine Schlucht auf einen schmalen Weg vorbei, kommen zu einem Häuschen, das die Überraschung ist und darin wartet ein Monster, zerfleischt und zerstückelt, die Familie und der arme Robert bleibt traurig zurück und hat jetzt gar keine Freunde mehr.

Vielleicht ein bißchen zu wenig Content und Erklärung, für die realistische Schreiberin, der das „warum, wieso und weshalb“ sehr wichtig ist. Ein bißchen Psychologie dazu kann ich mir aber denken und dann führt uns das Buch, beziehungsweise die, die noch nicht genug vom Gruseln haben, gleich zu Stufe zwei des Horrors, nämlich in einen Fernsehsender, der auch noch, der sprechenden Namen zum Dank „Hell-TV“ heißt und dort verschwindet der Besitzer, der ständig „Soll mich doch der Teufel holen!“, flucht, so daß ihm seine Sekretärinnen fünfundzwanzig Mal pro Jahr verlassen, vielleicht kennt Uli Lucas das aus persönlichen Erfahrungen und ach ja, das soll man nicht, rät hier wieder die Psychologin, den Teufel an die Wand malen!

„Hell-TV“ wird uns trotz in die Hölle gefahrenen Besitzer noch weiter beschäftigen, verliert da ja auch einer seinen Verstand über einer Buchstabensuppe und man soll lieber arbeiten, statt spekulieren, rät und dann die Moderatorenbücherstimme.

Denn was nützt es, wenn ich der Bank, in der ich arbeite, einige Millionen unterschlage, die in ein Köfferchen packe, wenn dann mein Auto in ein Schlagloch fährt und ich plötzlich im Mittelalter lande und einer Hexenverbrennung zusehen kann. Dem Helden der Geschichte gelingt es zwar aus dem Inferno zu entkommen, sein Geldkoffer bleibt aber zurück, ach du liebe Scheiße, aber ich weiß, man soll nicht fluchen!

So geht es weiter von Geschichte zu Geschichte, der Enzyklopädien-Verkäufer gerät in ein Wirtshaus, wo schon die Vampire auf ihn warten. Eine wilde Jagd gibt es auch und Uli Lucas, der sich mir gegenüber auch ein bißchen als Glaubenskrieger outete, erzählt in der Stimme des Buches, wie es kommen kann, daß man  hassen lernt, führt einem bezüglich Horror auch manchmal in die Irre, weil sich die Hilfeschreie eines einsamen Mädchen manchmal auch als ausgezeichnete Filmaufnahme entpuppen.

Uli Lucas kann es aber auch poetisch und reimt bei „Voodoo“: „Nur der Tod ist wichtig heut Die Macht des Voodoo ist bereit“, bevor es wieder in den Fernsehsender geht, warum ist der bloß so wichtig und sich dort ein Redakteur in einen Zombie verwandelt, in dem er „nur“ eine ganze Schachtel Pralinen ißt.

Mit der „Glocke“ kann man Menschen in den Tod befördern, sie aber auch wieder auf andere Art und Weise lebendig machen und weil die Welt ja auch aus Spekulanten und fiesen Bankberatern besteht, handelt ein Ehepaar einen scheinbar Dementen, um den Preis seines Hauses hinunter, wird des Nächtens dann von einem unheilbar stinkenden Misthaufen überrollt und am Morgen steht der alte Ewald wieder auf der Wiese und stellt sein Schild „Zu verkaufen!“ auf.

Ja, Uli Lucas kann es teuflisch oder schickt denselben in ein Dorf, wo es die Menschen böser, als der Höllenfürst treiben. Das heißt sie mögen keine Fremden, sind ihnen neidisch, die Kinder werfen Steine nach den Hunden, die Alten drohen und rufen nach der Polizei!

Ja, natürlich auch die Horrorgeschichten haben höchstwahrscheinlich einen realistischen Hintergrund und weisen darauf hin, daß es die Menschen schlimm treiben können und am Ende wartet auf uns alle der Tod und wir kommen hin zu dem Bahnhof, wo der Zug einfahren wird, der uns ins Jenseits bringt.

Die alten, „anonyme Geriatriker“, nennt sie Uli Lucas keck. Aber auch die Mutter und ihr Junge nach einem Autounfall, der Matrose dessen Schiff explodierte, die Hunde, Katzen, Füchse etcetera und ich habe ein spannendes Buch gelesen, wieder mal begriffen, daß die Literatur viel stärker als das Leben ist.

Im Text ist alles möglich, Morde, Phantaise und Grauen. Uns schaudert es dann richtig, während es im Leben  friedlicher zugehen sollte und Haßpostings, Drohen und grundlosen Schimpfen, wie Wut und Neid eigentlich nichts verloren haben sollte.

In diesem Sinne greife ich als Nächstes zu der „Fischer-Sensation“ des Herbstes „Ich haße dieses Internet“, während es dann später, wenn der Advent weiter fortgeschritten ist, es wieder zu Uli Lucas und seinem „Weihnachten im Weltall“ gehen wird.

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