Literaturgefluester

2022-09-04

Vom Weinhaus Sittl zum Volksstimmefest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 20:42
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Am Freitag sind wir wieder zu einer Lesetheateraufführung ins Weinhaus Sittl gegangen und zwar wurde da von George Bernhard Shaw „Man kann nie wissen“ aufgeführt, ein interessantes Stück, das in einen englischen Seebad Ende des neunzehnten Jahrhunderts spielt, wieder die Moral auf den Kopf stellt und satirisch, die gesellschaftlichen Zustände beleuchtet.

Die Veranstaltung hätte eigentlich in der ehemaligen Galerie Heinrich stattfinden sollen, dort gab es einen Wasserrohrbruch und so waren wir die einzigen Zuschauer. Eine Exclusivaufführung sozusagen, interessant ist nur die Frage, was die Aufführenden gemacht hätten, wenn wir nicht gekommen wären? Aber mir ist das ja auch zweimal fast passiert. Christa Kern, hat mitgelesen und dann auch ein paar wie Claudias Kölz, die auch bei der „Wannsee-Konferenz“ auftraten.

Und am Wochenende Volksstimmefest, das schönsten Fest des Jahres, wie es so schön heißt, immer pünktlich vor Schulbeginn und da gibt es seit 1975, wie gesagt wurde das „Linke Wort“ von Arthur West eingeführt. Da haben zu Beginn Elfriede Jelinek gelesen, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbauer, etcetera. Ich habe das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender“ Frauen gelesen und dann ab 1989 regelmäßig und fast jedes Jahr. Nach Arthur West hat Helmut Rizy die Organisation übernommen, und dann Roman Gutsch und Christoph Kepplinger. Die letzten Jahre wurde die Veranstaltung allein von Christoph Kepplinger organisiert, dem es dann zu viel geworden ist, so daß er es 2019 das letzte Mal organisierte. Die Anthologie hat es dann auch schon nicht mehr gegeben. Dann kam Corona und es gab 2020 statt dem Fest eine Wahlverantaltung zur Wien-Wahl und voriges Jahr wurde die Lesung von Alex Hartl und noch einem Typen organisiert. Die mich sogar eingeladen haben, die Ruth und andere nicht, mich aber schon, aber da wußte man ja nicht 3 G oder nicht und dann wollten die Veranstalter den Text vorher sehen und das „Frühlingserwachen“ schien mir total veraltet, so habe ich eine Szene aus meinen damaligen Work on Progress, wo zweimal das Wort Corona vorkommt und einmal, glaube ich, ein „Männerhassender Feminist“, was den Veranstalter nicht gefallen haben, so daß sie mich ausgeladen haben.

Uje, uje, das „Frühlingserwachen“ hätte ich aber lesen können, aber dann gabs doch 3G und heuer keine Einladung. Als ich die Sigi Maron-Bühne erreichte, sah ich auf dem Podium fast lauter unbekannte Gesichter. Das heißt Erwin Riss hat wieder ein Stück aus seinem neuen „Herr Groll-Krimi“ gelesen und Alex Hartl hatte eine Mitorganisatorin und ein Maskottchen das herumgegangen ist. Die Mitorganisatorin sagte, alle lesen auf Augenhöhe. Also alle in einer Reihe und richtig die erste Leserin Nadja Baha habe ich gekannt, denn sie hat schon einmal gelesen. Sie hat mich auch gegrüßt. Das Thema hieß „Unbewußt“ aber die meisten Leser haben sich nicht daran gehalten.

Dann kam Alexander Lippmann mit einem Stück aus einem Buch, wo es um einen Alptraum ging und Lennart Levy thematisierte in seinem Text der von Stalin handelte und sich dabei, was ich ja auch gerne tue, zum „Nobelpreis“ hochhantelte. Ansonsten könnte man an dem Text eine Kommunismuskritik kritisieren, das hat aber, glaube ich, niemand getan.

Maria Muhar folgte, das ist eine Debutantin, deren Buch ich vorige Woche bekommen habe, eine Sprachkunstabsolventin und sie hat vielleicht auch schon mal am Fest gelesen, denn die Szene die sie las handelte von einem Volksstimmefest im Regen und da habe ich ja einmal eines erlebt, wo sich alle unter das Dach flüchteten. Katharina Braschel hatte einen sprachlich sehr anspruchsvollen Text und Philipp Böhm, der aus Deutschland gekommen ist und im „Verbrecher-Verlag“ verlegt, brachte eine Kurzgeschichte aus seinem Band und dann wurde, das ist wahrscheinlich neu am Neuen linken Wort an den hundertsten Geburtstag von Pier Paolo Pasolini erinnert, der auch ein überzeugte <kommunist war. Seine Texte wurden zweisprachig Deutsch und Italienisch gelesen und Alex Hartl hat etwas aus der Biografie erzählt.

Interessant interessant, ein paar bekannte Gesichter habe ich gesehen, die Ruth war da und Walter Famler, der die „Sichel“ austeilte, Eva Brenner und dann gab es einen Rundgang und vorher habe ich noch beim Frauenstand eine Diskussion zum Frieden gehört. Da saß Bärbl Danneberg am Podium und die hat am Sonntag fünf ihrer Kolumnen gelesen, die sie in der „Volksstimme“, im „Augustin“ etcetera, „Trara, Trara, der Herbst ist da“, geschrieben hat. Sama Maani, den ich, glaube ich, schon auf der „Buch-Wien“ oder in der „AS“, hörte, beschäftigte sich mit der Frage, ob eine Weiße das Gedicht von Amanda Gorman Florian Neuner übersetzten darf und hat die Texte Sigmund Freuds dahingehend durchleuchtet, wie oft da Worte „bewußt- unbewußt“ vorkommen.

Vorher hat noch Josefine Riecks zwei Kapitel aus ihrem Roman gelesen. Marlene Streeruwitz ist am Schluß nicht ganz in „Augenhöhe“ mit Walter Baier aufgetreten, um ihr „Handbuch gegen den Krieg“ zu präsentieren.

Da bin ich mit der Ruth hingegangen, die vorher bei uns zum Mittagessen war. Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Eva Schörkhuber und noch viele andere habe ich gesehen, dann ein Runde um die Festwiese gemacht und bin nach Hause gegangen . Der Alfred ist mit den Hundertmarks inzwischen wieder nach Harland gefahren, wo sie ihr Auto stehen haben, um am Montag zurückzufahren.

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2021-09-05

Spaziergang durch den Prater

Filed under: Alltagsgeplauder,Veranstaltungen — jancak @ 23:45
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Ich bin ja eine, wie ich schon geschrieben habe, eine, die in Wien nicht viel spazieren geht. Eine Stadtflaneurin ja, die früher viel herumgerannt ist, am Abend in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, „Gesellschaft für Literatur“, zu meinen Supervisionen, wenn ich welche hatte, manchmal auch zu einem Begräbnis am Zentralfriedhof oder wenn ich die Irmgard G. in Hütteldorf besuchte, durch Schönbrunn, in die Klinik zu den Fortbildungen, etecetera.

Das fällt oder fiel jetzt alles weg und da habe ich als ich von der Sommerfrische zurückgekommen bin, fast befürchtet, daß ich dann gar nicht mehr aus dem Haus oder höchstens zum „Wortschaz“, zum Container oder auf die Bank komme und das ist ja eigentlich nicht gesund, denn man soll ja seinen Körper trainieren und seine Abwehrkräfte stärken, in Zeiten, wie diesen überhaupt, obwohl man seltsamerweise von Seiten der Experten und der Regierung jetzt gar nicht besonders darauf schaut.

Jetzt bin ich schon fast zwei Wochen Strohwitwe und bin auch ein bißchen hinausgegangen,nämlich vorigen Samstag zum Kaffee bei der Ruth und vorher habe ich am Donaukanal auch ein bißchen für mein neues Projekt „Seitengewitter“, das noch nicht so recht läuft, obwohl ich jetzt schon fünf Szenen habe, recherchiert. Am Sonntag habe ich das noch einmal ein bißchen wiederholt, habe vom „Berlin-Döner“ ein Schnitzel Sandwich geholt und das dann in dem kleinen Park in der Stiftgasse, wo es auch einen Bücherschrank gibt, gegessen und dieses Wochenende war es spannend, denn da war ja das Volksstimmefest und da gab es heuer Probleme.

„Es ist kompliziert!“, habe ich zu Bärbl Danneberg auf ihre Frage, ob ich lese, gesagt, denn zuerst die Rückweiseung von den neuen Organisation,weil derText nicht auf das Fest passen würde. Dann eine Einigung und eine Aussprache mitAlex Hartl und ein Alternativtext der gepasst hätte, aber dann kam 3G und das ist ja nichts für mich und Andi Pianka hat mich auch auf den „Aktionstag gegen die Kinderimpfung“ aufmerksam gemacht, die am Samstag am Maria Theresien Platz stattfand und am Sonntag den Spaziergang durch den Prater, um das Band anzusehen,das um die Jesuitenwiese gespannt wurde.

Andi Pianka sagte mir am Samstag auch, daß man bei den Kontrollpunkten ein Band bekäme, mit dem man dann konsumieren könne. Also auch keine logische Vorstellung, daß man wie in den Eissalons innerhalb des Bands oderGastgarten die Gs braucht und außerhalb kann man sein Eis essen oder seinen Sturm trinken und das habe ich auch getan.

Das Wetter war wieder sehr schön und sommerlich. Also raus ins Freie. Normalerweise würde ich über den Donaukanal zu dem Fest gehen,bin aber schon früher gelegentlich über die Prater Hauptallee gegangen und was die Jesuitenwiese betrifft, habe ich ja auch ein Deja vue, denn im Winter eine Demonstration,die dort hinführte, die auch sehr aufregend war.

Auf der Prater Hauptallee sah man die Radfahrer, damals sind die Polizeiautos durch gerast, Leute saßen mit ihren Kindern auf der Wiese oder lagen in den Hängematten. Ich bin an sehr schönen Spielplätzen vorbeigekommen, dann zu dem Gasthaus bei der Straßenbahnlinie 1 gekommen, wo ich damals Kaffee getrunken habe. Jetzt habe ich mir einen Becher Sturm gekauft und dann das Band gesucht. Dabei habe ich mich prompt auch ein bißchen verlaufen, bin auf einmal in der Hundezone gelandet und habe die Lilliputbahn fahren gesehen, wo die Leute seltsamerweise keine Masken trugen.

Dann habe ich das Fest doch gefunden, das laut Programm „Ein Labor des Widerstandes gegen den freudlosen Alltag genauso wie gegen die geplante asoziale Abzocke, werden soll!“ und beim „Linke Wort“, das am Sonntag schon um drei begonnen hat, haben Barbi Markovic, Florian Neuner, Eva Schörkhuber, janaVolkmann, Anon Tantler und Erhan Altan gelesen.

Am Rückweg, wo ich am Impfbus vorbeigekommen bin, bin ich den Donaukanal entlang gegangen, wo auch gute Stimmung herrschte. Es aber nicht überfüllt war und das Klo wieder offen war, da hatte ich ja im Winter Schwierigkeiten. Dann als es schon langsam dunkel wurde, durch den Stadtpark und habe einen schönen Ausflug erlebt,wo ich das Leben in der Stadt trotz der schon orange gefärbten Corona-Ampel noch einmal beoabachten konnte. Festlich gekleidete Menschen standen mit und ohne Maske in der Hand vor dem Konzerthaus. Einer der Künstler sah aus einem Fenster und bei Anna Jeller lag Barbi Markovics „Die verschissene Zeit“,von dem ich schon einiges gehört habe, in der Auslage.

Und hier derText, den ich am Samstag gelesen hätte : „Ein männerhassender Feminst?“

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2021-09-04

Aktionstag statt Volksstimmefest

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 23:57
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Wir leben ja in seltsamen Zeiten, wo sich das links nach rechts verschiebt und vielleicht umgekehrt? Jedenfalls war für mich das Wochenende vor Schulbeginn dem Volksstimefest gewidmet,wo ich ja seit 1989 regelmäßig gelesen habe. Dazwischen gab es ein paar Jahre nach dem Fall der Mauer, wo sich das Fest erst stabiliesen mußte und als ich meinen Vater betreuen mußte, habe ich das Fest bzw. die Lesung auch einmal versäumt. Ansonsten jedes Jahr, weil meine größte Lesung, die ich ja hatte.

Begonnen hat es mit Arthur West, der die Lesung ja, glaube ich, begründet hat, dann hat Helmut Rizy, die Lesung organisiert und die Anthologie eingeführt, dann übernahmen es Roman Gutsch und Christoph Kepplinger und im Vorjahr gab es ja Corona bedingt kein Volksstimmefest. Die Lesung hätte es auf jedenfall nicht gegeben, weil es Christoph Kepplinger nicht mehr organisieren wollte. So gab es die letzten zwei Jahre auch keine Anthologie mehr und als der Afred der ja mit meinen Büchern erfahrung hat, eine machen wollte, hat ihm Christoph Kepplinger nicht geantwortet.

Imvorjahr also kein Volkstimmefest trotzdem warich auf derJesuitenwiese und der damalige Samstag war überhaupt ein aktionsreicher Tag, wo man das links und rechts ganz gut beobachten konnte oder eigentlich nicht, denn eigentlich hatte ich damals noch nicht so genau kapiert, daß die Corona-Maßnahmenkritik in den rechten Topf gehört, während die Linken keinen Protest gegen die Maßnahmen hatten. Aber es war Wahlkampfauftakt für die Wien-Wahl und da haben die Linken auf die Jesuitenwiese eingeladen und zwar genau dort, wo unter normalen Umständen die Lesung stattgefunden hätte und am Vormittag war ich auch schon sehr aktiv , denn da haben die „Querdenker“, glaube ich, zu einer Demonstaration gegen die Maßnahme auf den Karlplatz aufgerufen, daß die total rechts und daher verpönt waren, habe ich damals auch noch nicht so genau gewußt, obwohl Jennifer Klauninger an diesem Tag ja die Lagnese-Fahne zerrissen hat, weil sie gegen Kinderschänder ist, das habe ich damals eher seltsam gefunden, bin aber brav nach Hause gegangen, denn ich hatte mir ein Saltimbocca aufgetaut. Der Alfred war inzwischen für die Grünen Wahlzettel verteilen und bin dann auf die Jesuitenwiese aufgebrochen und habe mir da, obwohl man schon von neuen Maßnahmen und freiwilligen Maskentragen hörte, in einem Shop auf der Kärtnerstraße gekauft. Auf der Wiese habe ich dann, sowohl die Ruth als den Alfred getroffen, denn die hat uns nochbevor ich wußte, daß da der Wahlkampfauftakt war, auf den Rathausplatz eingeladen, also von der Wiese auf den Rathausplatz und einen sehr intensiven Samstag gehabt und, wie es heuer wo Wien schon wieder in der orangen Zone ist und alle davon reden, ob und wann es den Lockdown für Ungeimpfte geben soll? Aber Kanzler Kurz hat ja im Juni von einem Sommer,wie früher gesprochen und der war eigentlich auch ganz schön.

Im März oder so hat sich das neue Team, das das „Linke Wort“ organisert, bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich da lesen will?

„Gern!“, habe ich geantwortet.

„Aber nicht mit Maske und mit 3G!

„Wird wahrscheinlich gehen!“, war die Antwort und dann habe ich lange nichts gehört. Rchard Schubert hat mir irgendwann geschrieben, daß er dort lesen wird. Die Ruth hat nichts von einer Lesung gewußt. Irgendwann haben sie mir geschrieben, daß es gehen wird und ich habe auf weitere informationen gewartet, weil in der Aussendung etwas davon gestanden hat, daß es statt dem Thema, um den Dialog gehen würde und, daß man dieTexte, glaube ich, bis 21. August einreichen soll? Iich habe zugewartet, auf der Afghanistan-Demo dann Elfi Resch getroffen und sie ebenfalls gefragt, ob sie was weiß. Dann habe ich den Veranstaltern geschrieben und sie gefragt, ob sie mich ins Programm aufgenommen hätten?

„Ja!“, haben die gemailt, ob ich am Samstag lesen will und mich an die Einreichungsfrist erinnert, dann würde sie weitere Infos schicken?

Was also lesen? Irgendwann habe ich gedacht die „Kickl-Demo“ wäre ganz gut, denn die hat ja auf der Jesitenwiese stattgefunden. Zugegeben ich bin vielleicht ein bißel naiv und habe das mit der Spaltung zwischen links und rechts und der neuen Weltordnung nicht so ganz verstanden. Die will ich ja nicht, mich aber auch nicht ausbuhen lassen.

Also vielleicht etwas aus dem „Frühlingserwachen“, das hätte ich ganz gern im Vorjahr oder bei der „Poet-Night“ gelesen, aber das ging ja ohne Maske auch nicht mehr. Damals habe ich gerade die „Hundert Seiten“ korrigiert und mir da gedacht, die zweite Szene wo der Richard die Amelia vom Bahnhof abholt, ist eigentlich ganz gut. Also habe ich die hingeschickt, bin von Harland nach wien übersiedelt. Der Alfred ist nach Albanien gefahren, die deutsche Buchpreiliste wurde bekannt gegeben und ich war einen Tag sehr beschäftigt mit den Anfragen und dann kam das Mail, der Text hätte große Diskussionen ausgehöst und passt nicht, ich solle das verstehen!

Habe ich nicht, also drei Fragezeichen hingeschicktund dann, als die letzten O-Ttöne auch noch aufgefallen sind, einen Text im Blog darüber geschrieben, der ein bißchen Reaktion ausläste. So haben, der Andi Pianka, von dem ich wußte, daß er sich an den Corone-Demos beteiligt, gemeldet und natürlich der Uli und hat empört getan, der Ani Pianka hat mich auf den Aktionstag von „Wir zeigen Gesicht“ einer Aktion von Kinderärzten und „Rechtsanwälten für Aufklärung“ gegen die Kinderimpfung als Alternativprogramm aufmerksam gemacht. Von dieser aktion habe ich schon was gehört. Also hätte ich für Samstag ein Alternativprogramm und am Sonntag marschiere ich dann aufs Fest und höre mir die Lesung ohne mein linkes Wort an, habe ich gedacht. Am Samstag den Organisatoren aber doch ein Mail geschickt, was zur Folge hatte, daß sich Alex Hartl am Montag beim mir gemeldet hat und meinte, ich könnte den Text aus dem „Frühlingserwachen“ lesen, den ich eigentlich, als inzwischen schon veraltet, betrachtet habe.

Aber, leider, leider, es gebe drei 3G , das war mir Angesichts der Tatsache, daß man aufs Donauinselfest trotz Impfung auch noch einen PCR-Test braucht, ohnehin schon ein bißchen klar. Also keine Lesung, leider leider. Denn ich bin ein bißchen stur, halte mich für gesund und will nicht jeden meinen Impfpaß oder ein negatives Testergnis zeigen!

Das Grspräch mit Alex Hartl war sehr intensiv und sie nehmen ähnlich, wie die Doris Kloimstein bei „Noahs Fest“ meinen Text auch in der nächsten Anthologie auf, hat er mir versprochen und gesagt, daß es ein Band um die Jesuitenwiese geben wird.

Wie man die abgrenzen kann, kann ich mir nicht ganz vorstellen, aber auf jeden Fall kann man rund herumgehen und da man ja viel spazierengehen soll und ich auch was für meine Gesundheit tun will, um meine Abwehrkräfte zu stärken, hätte ich schon ein Alternativprogramm und am Samstag Aktionstag, obwohl ich mich bezüglich der Kinderimpfung eigentlich nicht so engagieren brauche, denn die Anna ist schon geimpft und die Lia erst zwei. Aber da hört mah ja schon, daß Impfungen für die Säuglinge entwickelt werden.Ich hatte mir schon vorher mal die Videos dieser Aktion angeschaut, da interviewt Roland Düringer, der offenbar auch sehr Corona kritisch ist, eine der Ärtzinnen, die offenbar, die Organisatorin der Plattform ist.

Also um halb zwei auf den Maria Theresien Platz marschiert und da über den Naschmarkt gegangen, um als Strohwitwe Knoblauch einzukaufen und man das ja jetzt am Markt maskenlos kann.

Die Veranstaltung war dann sehr lange und sehr intensiv, wenig Polizei, also sehr angenehm. Roland Düringer hat eine Grußbotschaft geschickt. Es gab ein langes Video von Sucharid Bhakdi. Der Rechtananwalt Michael Brunner hat die Veranstaltung offenbar mit der Medizinerin Maria Hubmer-Mogg, die einen weißen Mantel trug organisiert. Es gab einen Moderator und ein Musikprogramm und viele Vorträge, die sich gar nicht sosehr auf die Kinderimpfung bezogen. Christian Fiala hat was über das Impfen von Schwangeren erzählt und die Impfschäden wurden thematisiert. Es gab noch weitere Grußbotschaften, das 1G wurde als unnötig gefunden. Kinderärztinnen haben vor der Impfung gewarnt.

Etcetera, etceterta, sehr interessant und schönes Wetter. Den Andi Pianka habe ich gesehen, der mir erklärte, daß man angeblich über das Band beim Volksstimmmefest steigen, aber keine Getränke bekommen würde. Also wieder ganz schön verrückt! ich bin auf morgen gespannt, wo ich mich dann wieder auf der anderen Seite befinde. Spanned wäre es aber schon gewesen, den diesmaligen „Linken Wort-Lesungen“ zu lauschen.

2020-05-13

Wiederbegegnung mit Eugenie Kain

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 00:53
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Die oberösterreichische Schriftstellerin Eugenie Kain, die am  ersten April 1960 in Linz geboren wurde und am achten Jänner 1910 dort ihrer Krebserkrankung erlag, die die Tochter von Franz Kain war, mit dem ich öfter am Volksstimmefest gelesen habe, habe ich auch dort kennengelernt.

Sie hat  ihre sozialkritischen Texte, ich glaube, Krimis waren auch dabei, beim „Linken Wort“ gelesen und ist langsam berühmt geworden, hat ihren „Schneckenkönig“, den ich einmal im Schrank gefunden habe, bei „Otto Müller verlegt, ich habe sie in der „Alten Schmiede“ glaube ich, mit einer inzwischen auch an Krebs verstorbenen jungen Moderatorin, daraus lesen gehört, 2010  hätte sie auch an dem Projekt „Mit Sprache unterwegs“ mitmachen sollen, 2009 hat sie das letzte Mal bei dem schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch organisierten Volksstimmefest gelesen.

Nach ihrem Tod hat es auch eine Gedenklesung im Volksskundemuseum gegeben und seitdem habe ich zwar den „Schneckenkönig“ an einem meiner Recherchetage im „Wortschatz“ gefunden aber sonst, bis letzten Montag nicht mehr sehr viel von der engagierten Schriftstellerin gehört, der ich auch einmal eines meiner Bücher zum Rezensieren gegeben habe.

„Sehr gern!“, hat sie, glaube ich, gesagt. Zu der Rezension ist es soviel ich weiß nicht gekommen und ich habe seither eher nur etwas von ihrem Vater, von dem ich mich erinnern kann, daß er einmal einen Regenschirm bei der Lesung des linken Wortes auf einer der Volksstimmfestbühnen über mich gespannt hat, gehört, weil Judith Gruber-Rizy, die ja auch eine sehr engagierte in Wien lebende oberösterreichische Autorin ist, eine Gendekveranstaltung im „Werkl“ veranstaltet hat.

Das heißt, sie hat, glaube ich, zwei gemacht, ich bin aber nur bei einer gewesen und am Montag hat mich Ruth Aspöck, die ja in Salzburg geboren, aber in Linz aufgewachsen ist, daher ihre Beziehungen zum „Stifter-Haus“ dem Linzer Literaturhaus hat, angemailt und mich, um  meine Mithilfe gebeten.

Will das „Stifter-Haus“ doch im Herbst eine Gedenkveranstaltung über Eugenie Kain veranstalten und sucht dabei offenbar noch Texte, die in den „Linken Wort- Anthologien“ enthalten sind.

Sie hat die ihren schon längst in den Schrank geräumt, da ich aber eine Sammlerin bin und seit 1989 fast jedes Jahr am Volkksstimmefest gelesen habe, habe ich  die Bände, zumindest die, die ich mir als Belegexemplare in Harland aufgehoben haben.

Die anderen der zwischen fünf und zehn Exemplare, die ich sozusagen als Honorar erhalten habe, habe ich zum Teil verkauft, verschenkt oder in den Bücherschrank getragen, aber immer noch einige übrig, für die, beziehungsweise mein neues Buch, das ja gedrade gedruckt wurde, ich am vor zwei Wochen auch Platz auf dem Bücherregal im Wiener Wohnzimmer geräumt habe. So habe ich der Ruth auch mitteilen können, daß es in der schönen ersten von Helmuth Rizy herausgegegeben Anthologie „Das Eigene und das Fremde“ von 1989 in der auch meine „Verwechslung“ enthalten ist, von Eugenie kain der Text „Sehnsucht nach Tamarasset“, gibt, der, glaube ich, auch im „Schneckenkönig“  abgedruckt ist.

Das Stifterhaus sucht auch die Anthologie von 1985, die offenbar noch von Arthur West herausgegeben wurde, aber die habe ich nicht und  ist auch vergriffen, wie mir Roman gutsch, den ich einmal danach fragte mitteilte, sowie die von 2001 und 2009.

In der 2001 Anthologie habe ich aber keinen Kain-Text gefunden, in der von 2009, die schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch im neuen Format herausgegeben „Wir retten das System“ ist der kurze  Text „Randschriften“ enthalten, aber leider habe ich  keine zusätzliches Exemplar mehr für die Ausstellung oder die Bibliothek des Stifter-Hauses finden können und es ist auch zu hoffen, ob es Corona bedingt im Herbst  schon Ausstellungen geben kann und fraglich, ob ich dorthin nach Linz fahre?

Trotzdem hat es mich gerade in Zeiten, wie diesen, wo sowohl die sozialen, als die literarischen Kontakte sehr reduziert sind und ich seit Mitte März nur ein paarmal mit der Ruth gemailt und mit ihr telefoniert sie aber bei der doch stattgefundenen ersten Mai Veranstaltung gesehen habe, wieder an Eugenie Kain erinnert zu werden, die ich, als sehr herzlichen warmen Menschen im Gedächtnis habe und mit einer anderen Ausstellung bin ich zumindestens literarisch derzeit  sehr beschäftigt, nämlich mit der über das „Rote Wien“, die ja meine Protagonistin Roswitha Herwig gerade für das Wien-Museum mit ihrem Assistenten Viktor Neumann kuratiert und, wo auch nicht so ganz klar ist, wann sie stattfinden wird und wenn ich jetzt noch den „Schneckenkönig“ lese, kann ich meine Eugenie Kain Erinnerungen auch ohne Ausstellung auffrischen, war ich ja im Stifter-Haus nur ein einziges Mal und zwar im April 2007, als ich mit der Ruth und ihrer Dichterradkarawane von Ybbs nach Regenburg unterwegs gewesen bin und sie dort aus einem ihrer Bücher gelesen hat.

2019-09-01

Volksstimmefest mit fast schönem Wetter

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Das letzte Jahr hat es Jahr am Volksstimmefest an beiden Tagen sehr geregnet, so daß man eigentlich nichts anderes, als sich unter ein Dach flüchten konnte und ich, die ich ja das Volksstimmefest im Wiener Prater seit den siebziger Jahren sehr regelmäßig besuche und seit 1989, glaube ich, mehr oder weniger regelmäßig beim „Linken Wort“ lese und das immer gern und bevorzugt am Samstag tue, obwohl es da ja meistens regnete, während es am Sonntag meistens wieder schön und strahlend war, habe da  schon eine diesbezügliche Erfahrung.

Arthur West hat in den Siebzigerjahren oder wann auch immer, die „Linken Wort-Lesungen“ eingeführt, da haben bis 1989 Peter Turrini, Elfriede Jelinek, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Ruiss, etcetera gelesen, dann hat Helmuth Rizy die Lesungen übernommen und  seit 2008  Roman Gutsch und Christoph Kepplinger.

Der Erstere der das ziemlich engagiert betrieb, ist berufsbedingt zemlich bald ausgestiegen, jetzt macht das Christoph Kepplinger allein, der damit aber, da er im Weinviertel wohnt, eine Frau und einen kleinen Buben hat und mit Deutsch als Fremdsprache, obwohl Germanist und als solcher auch im „Elfriede Jelinek Forschungszentrum“ tätig ist, überfordert ist, denn das „Linke Wort“ ist, wie Christoph Kepplinger in seiner Absage erwähnte, der einzige Programmpunkt des Festes, für das kein Budget eingebaut ist.

Das heißt, die Autoren lesen umsonst und die Veranstalter organisieren das wahrscheinlich auch auf diese Weise. So hieß das Motto der heurigen Lesung auch „Was sind die Worte wert?“ und Helmuth Rizy hat ja eine jährliche Anthologie der Texte eingeführt, das haben Gutsch und Kepplinger übernommen.

Seit einem Jahr gibt es aber eine zeitliche Verzögerung, so befindet sich die Anthologie von 2017 noch in der Druckerei und Christoph Kepplinger ließ auch verlautent, daß er überlege, ob er die Lesung noch weiter organisieren will, was ja sehr schade wäre, wenn sich kein Nachfolger findet, denn es ist eigentlich die größte Veranstaltung auf der ich jährlich lese und diesmal gab es auch noch eine andere Erneuerung, so hätte die Lesung schon um drei statt bisher um vier stattfinden sollen, aber als ich um dreiviertel drei die Sigi-Maron Bühne erreichte, fand da gerade eine Wahlkundgebung der Spitzenkanditen statt, denn am 29. September gibt es ja wegen des Ibiza-Videos eine vorgezogene Neuwahl, da hatte am Freitag die SPÖ ihre Auftaktveranstaltung, Wahlplakate mit „Mit Sicherheit für Österreich“ mit dem Konterfei von Herbert Kikls zieren auch schon die Straßen und die KPÖ nützte natürlich die Gelegenheit auf ihrem Fest  Stimmung für sich zu machen.

Dann gab es einen Soundcheck der Musikgruppe, die um siebzehn Uhr auftreten sollte, wir haben gewartet und gewartet, bevor endlich die Sessel gerichtet wurden und die Lesung begonnen hat.

„Was sind die Worte wert?“, ein schönes Thema. Christoph Kepplinger hat sich wahrscheinlich die Thematisierung, daß er mit der kostenlosen Organisation überfordert ist, ausgedacht. Gerald Grassl, dem er, glaube ich, als Erstes seine Überlegungen mitteilte, begann  mit einem politischen Text und las dann Herbert Kuhners englische Gedichte in der deutschen Übersetzung vor und erklärte, daß in der ‚“Editon Tarantl“ eigentlich dieser Tage ein Roman von dem 1935  Wien geborenen „Kramer-Preisträger“ von 2014 erscheinen sollte, was aber offenbar auch nicht gelungen ist.

Dann folgte Dieter Braeg mit einem politischen Text und danach stellte Erwin Riess seinen neuen „Groll-Roman“ vor, den es im Septermber auch in der „AS“ zu hören geben wird.

Dann kam schon ich mit meinem Stückchen aus der „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“ und ich verknüpfte das Motto mit dem Satz „Die Erinnerungen sind die einzigen Paradiese aus denen man nicht vertrieben werden kann“, den ich Angesichts des Vergessens, „Alzheimer“ und Demenz  für unwahr halte, aber eigentlich hat sich die Maria Mattuschek ja auch in ihre Erinnerungen zurückgezogen und lebt sehr gut darin.

Einer der Zuhörer hat mich nach der Lesung auf das Buch angesprochen. Es ist auf der Bühne mit einem ebenfalls theoretischen Text von Mladen Savic weitergegangen, den ich sowohl schon am Volksstimmefest, als auch in der „Roten Bar“ lesen hörte. Wolfgang Oertl machte ein Sprachexperiment mit den Worten: Sprache, Macht, Gewalt, in dem er sie vielmals abwandelte.

Verena Mermer, auch schon eine alte Bekannte brachte Briefe und Andi Pianka wurde durch das Motto zu einem sehr politischen Text, der die  Situation der letzten Monate zum Thema hatte angeregt.

Nadia Baha, die dann folgte, hatte sich durch das Motto ebefalls zu einem „Geheimen Ibiza Tagebuch anregen“ lassen, während Peter Clar seine Germananistentätigkeit nicht verleugnen konnte in in seinen Texten Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann etcetera immer wieder erwähnte. Katrin Forstner bestand dann darauf, daß sie auch am Volksstimmefest poetisch sein darf, während die letzte Leserin des Samstag Olja Alvir, die auch schom im letzten Jahr gelesen hat, einen Ausschnitt aus einem Roman brachte, in dem ein paar junge Leute zufällig in eine Revolution geraten.

Danach unterhielt ich mich mit Hilde Schmölzer, Ruth Aspöck und einigen anderen um zu erfahren, daß der Franz, Elfriede Haslehners Lebensmensch, einige Jahre jünger als sie, vor ein paar Wochen einen unerwarteten Herzanfall hatte und am Donnerstag begraben wurde.

Ein großer Schock wahrscheinlich ganz besonders für seine Lebenspartnerin, die ich ja schon sehr lange vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne und die auch immer wieder am Volksstimmefest gelesen hat.

Der Alfred wollte sich dann eine im dritte Weltdorf Fleischspieße kaufen und seine Freunde vom Kubastand treffen, da gab es auch ein diesbezügliches Konzert auf der Volksstimmebühne und dann im Anschluß Harry Stojka, den ich ja schon in Göttweig bei „Literatur und Wein“ hörte.

Am Sonntag hat es dann, als ich in Richtung Jesuitenwiese aufgebrochen bin, ein bißchen zu regnen angefangen, es wurde aber gleich wieder schön und war wahrscheinlich das wärmste Fest seit Jahren und diesmal hat das „Linke Wort“ auch fast pünktlich angefangen.

Begonnen hat Elfi Resch, die in ihren „Wortspenden“ sowohl ihren literarischen Werdegang, sie hat zuerst Gedichte geschrieben, dann in der Veza-Canetti-Anthologie einen Text gehabt und  dann beim Volksstimmefest und bei Frauenveranstaltungen zu lesen begonnen, thematisiert, dann zu dem ursprünglichen Motto, daß die schriftstellerische Arbeit und also auch die Lesungen honoriert werden sollte, wo ich mich mit dem Uli ja einmal heiß über die Frage, ob man als „Hobbydichter“ ein Honorar verlangen darf, stritt, überleitete.

Jiaspa Fenzl, die offenbar an der Sprachkunst studierte und die,wenn ich mich nicht irre, bei den letzten „Kritlits“ las, setzte gleich mit ihren Überlegungen über den Literaturbetrieb und die Rolle, die man in diesem spielt, fort. Dann kam Susanne Ayoub mit etwas Anderen, nämlich mit einem „Krieggedichtzyklus“ aus dem sie zwei Beispiele las.

Güni Nogger aus Innsbruck hat in seinem Worttext auf den Herbert K. mit seinen Pferden Bezug genommen, war also sehr politisch. Eleonore Weber, sowie Ruth Aspöck folgten. Letztere bezog sich wieder auf das Thema des Tages und las ein Erlebnis mit der kubanischen Gesellschaft vor, in der sie sich sehr lange engagierte und  kulturelle Abende veranstalte, bei der Honorfrage hieß es aber wieder, daß das Politische natürlich wichtiger als das Kulturelle sei.

Gerhard Ruiss, der als Vertreter der IG Autoren natürlich für ein Mindesthonorar ist, las aus seinen „Kanzlergedichten“.

Dann folgte Hubertus Chaim Tassatti, der glaube ich, wie Elena Messner, das erste Mal beim Volksstimmefest las, während ich Barbara Eder, die einen Ausschnitt aus einem längeren Text brachte, dort schon gehört habe.

Kurto Wendt brachte auch einen Ausschnitt aus einem politischen Roman, Stefanie Sargnagl Tagebuchnotizen, die sehr lustig waren und am Schluß leitete Denice Bourbon auf das anschließend folgende Programm über.

Ich ging aber mit dem Alfred wieder zum Favoritnerstand, wo es Kaffee und Kuchen gab. Anschließend hörten wir sowohl auf der Jura Soyfer-Bühne der Sängerin Sigrid Horn, als auch auf der „Volksstimmefest-Bühne“  Birgit Denk zu.

Olja Alvir

Olja Alvir

Ruth

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Nadia Baha

Nadia Baha

Denice Bourbon

Denice Bourbon

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Peter Clar

Peter Clar

Barbara Eder

Barbara Eder

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Eva Jancak

Eva Jancak

Herbert Kuhner

Herbert Kuhner

Verena Mermer

Verena Mermer

Elena Messner}

Elena Messner}

Güni Noggler

Güni Noggler

Wolfgang Oert

Wolfgang Oert

Andi Pianka

Andi Pianka

Elfie Resc

Elfie Resc

Erwin Riess

Erwin Riess

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel

Mladen Savic

Mladen Savic

Hubertus Chaim Tassati

Hubertus Chaim Tassati

Eleonore Weber

Eleonore Weber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

2019-08-18

Nach dem Urlaub

Der Urlaub der ein sehr schöner war, wie man auf den Fotos sehen kann, ist vorbei, wir sind am Donnerstagabend mit einem Zwischenstop in Wien, um den Laptop abzuholen, den ich mir nicht auf den Campingplatz mitgenommen habe, aus Locarno zurückgekommen, obwohl es dort bis Samstag noch Filme gab, um das Wochenende bis Montagfrüh in Harland zu verbringen.

Da war es am Freitag nichts mit dem Radfahren nach Ochsenburg und dem Kaiserspritzer bei der Radlertränke, wie ich es mir in diesem Sommer angewöhnt habe, sondern Ausräumen, die Bücher und die Mitbringseln ordnen und dann bloggen bloggen.

Habe ich in der Schweiz doch trotz des Filmfestival und der kleinen Wanderungen sehr viel gelesen und neue Bücher sind inzwischen auch gekommen.

In Wien haben drei Stück, das neue Buch der Susanne Gregor, der neue Cohen, den ich gleich zu lesen anfangen werde und ein Buch von Olaf Kühl, sowie ein Zetttel, daß ich mir von der Post ein Paket abholen kann, auf mich gewartet und die deutsche Buchpreisliste, wie ich ja schon öfter angedeutet habe, wird am Dienstag auch bekannt gegeben.

Da bin ich wie man merken kann, auch schon ganz hippelig und neugierig, mache Spekulationen, entdecke, wenn ich mich so bei den anderen Blogs umsehe, immer wieder neue Bücher, die bisher an mir vorbeigegangen wäre und wenn ich den nächsten Dienstag zwischen meinen Stunden zum Anfragen, wie ich mich ja doch entschloßen habe, werde ich den Rest des Jahres wieder zwischen Bücherbergen stecken. Aber keine Angst, ich stöhne nicht darüber oder nur ein bißchen, denn seltsamerweise macht mir das Lesen der Bücher der anderen noch immer sehr viel Spaß.

Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ und jetzt auch Marc Richter vom Blog „Lesen macht glücklich“ haben da ja Glossen geschrieben, daß es zuviele Bücher gäbe und der ganz normal Freizeit- und Wald- und Wiesenblogger schon im Frühling, wenn er noch gar nicht alle Herbstbücher gelesen hat, die neuen Vorschauen kommen, die dann Druck erzeugen und den Spaß vertreiben.

Aber man muß ja nicht mitmachen und die Vorschauen sind ja für die Buchhändler da, die die neuen Bücher allen anbieten, obwohl ich, wenn ich ein Angebot bekomme, auch kaum nein sagen kann, sondern denke „Das geht schon noch!“ und inzwischen keine Bücher mehr aus den Schränken nehmen sollte, auch wenn sie noch so toll sind, weil ich mit den Neuerscheinungen ja genug zu tun habe und wenn jetzt neben dem dBp und dem öst auch noch der Schweizer Buchpreis dazu kommt und  das Bloggerdebut wartet auch noch, werde ich ja wahrscheinlich wieder bis Jänner oder Februar lesen, aber bei den letzten Herbstvorschau war ich zurückhaltender und in der Schweiz habe ich auch ein paar Bücherschrankfunde und Abverkaufbücher abgelesen.

Außerdem darf unter dem vielen Lesen, das Schreiben ja nicht leidern und da habe ich jetzt auch eine Pause eingelegt, werde aber ab heute oder morgen wieder mit dem Korrigieren des „Literaturgefüsterbuchs II“,  anfangen und die „Magdalena“ wartet ja auch noch darauf in die Druckerei zu kommen. Die ist eigentlich fertig korrigiert, nur das Cover fehlt noch und der Alfred will es sich noch einmal durchsehen, bevor es weggehen kann, wird also bis zum Volksstimmefest, wo ich ja am Samstag schon ein Stück daraus lese noch nicht fertig sein, dafür ist, Überraschung, die „Linke Wort-Anthologie“, von 2017 schon da und kann beim Fest abgeholt oder gekauft werden.

Spannend, spannend, politische News gibt es auch. Da habe ich in den letzten zwei Wochen, ohne Laptop und Handy ja sehr viel versäumt. Aber von der Hausdurchsuchung bei H. C. Strache hat mich der Alfred, der ja während wir in Locarno auf den Filmbeginn warteten, immer sehr viel und sehr intensiv hineingeschaut hat, unterrichtet und Pamela Rendi- Wagner, die SPÖ- Vorsitzende, beziehungsweise ihr Team, hat mich ja auch schon zur Wahlkampfauftaktveranstaltung Ende August eingeladen.

Todesfälle hat es auch gegeben. So ist nicht nur schon vor dem Urlaub Andrea Camilleri und Brigitte Kronauer gestorben und da ist interessant, ob Gertraud Klemm recht behält und vielleicht diesmal eine tote Autorin auf die Longlist komme, sondern auch am fünften August Toni Morrison in New York.

Der Sommer ist also schon fast vorbei und der Herbst mit seinem wahrscheinlich sehr turbulenten Wahlkampf wird bald beginnen. Da wir diesmal auch schon am Montag nach Wien fahren, kann ich wieder ins Weinhaus Sittl gehen und zweimal O- Töne gibt es bevor der Herbst und die Schule mit dem Volksstimmefest beginnt auch noch.

Ein paar Einladungen zu literarischen Veranstaltungen sind inzwischen auch gekommen, so wird am zwöften August wieder eine Autorin von einer anderen Autorin im Rathaus gefeiert, Christl Greller hat mich zu ihrer Veranstaltungsreihe eingeladen und so wird es mit dem Schreiben und dem Lesen auch im Herbst weitergehen.

Heute wird gegrillt, obwohl es, weil der Alfred niemanden eingeladen hat, keine Geburtstagsparty geben wird, aber da haben wir seinem Geburtstag ja im Tessin in dem schönen Gasthaus bei dem schönen Wasserfall gefeiert bei Polenta, er mit Schweinshaxe, ich mit Käse gefeiert, obwohl der Alfred Polenta gar nicht so gern mag, das aber die Spezialität des Tessin ist.

Auf der Harlander Terrasse wird es wieder Ripperln und Cevapcici geben und die kleine Lia ist inzwischen schon ein Stück größer geworden und schon über zwei Monate alt.

Daß die Frequency gerade in St. Pölten tagt und der Traisenstand mit Zelten und die Straßen mit Autos überfüllt sind, hätte ich jetzt fast vergessen, obwohl ich gestern als ich mit dem Rad zum Markt fahren und dort wieder Doris Kloimstein treffen wollte, die mich übrigens, was natürlich nicht stimmt, allen als „berühmte Autorin“ vorgestellt hat, wieder mit dem Security diskutieren mußte, damit er mich das Rad durchschieben ließ.

2019-07-17

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

„Kommen Sie, das wird sicher schön!“ hat er gesagt!“ und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die „Magdalena“ fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des „Globusverlages“ war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift „Es ist wieder Donnerstag“, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des „Linken Wortes des Volksstimmefestes“ vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des „Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei“ machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten „Nanowrimos“ meinem „Fräulein No“, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur „Buch Basel“ fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im „Literaturgeflüster“ so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren „Kinder des Genossen Rakosi“ ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom „Milena Verlag“ und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

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