Literaturgefluester

2019-09-01

Volksstimmefest mit fast schönem Wetter

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Das letzte Jahr hat es Jahr am Volksstimmefest an beiden Tagen sehr geregnet, so daß man eigentlich nichts anderes, als sich unter ein Dach flüchten konnte und ich, die ich ja das Volksstimmefest im Wiener Prater seit den siebziger Jahren sehr regelmäßig besuche und seit 1989, glaube ich, mehr oder weniger regelmäßig beim „Linken Wort“ lese und das immer gern und bevorzugt am Samstag tue, obwohl es da ja meistens regnete, während es am Sonntag meistens wieder schön und strahlend war, habe da  schon eine diesbezügliche Erfahrung.

Arthur West hat in den Siebzigerjahren oder wann auch immer, die „Linken Wort-Lesungen“ eingeführt, da haben bis 1989 Peter Turrini, Elfriede Jelinek, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Ruiss, etcetera gelesen, dann hat Helmuth Rizy die Lesungen übernommen und  seit 2008  Roman Gutsch und Christoph Kepplinger.

Der Erstere der das ziemlich engagiert betrieb, ist berufsbedingt zemlich bald ausgestiegen, jetzt macht das Christoph Kepplinger allein, der damit aber, da er im Weinviertel wohnt, eine Frau und einen kleinen Buben hat und mit Deutsch als Fremdsprache, obwohl Germanist und als solcher auch im „Elfriede Jelinek Forschungszentrum“ tätig ist, überfordert ist, denn das „Linke Wort“ ist, wie Christoph Kepplinger in seiner Absage erwähnte, der einzige Programmpunkt des Festes, für das kein Budget eingebaut ist.

Das heißt, die Autoren lesen umsonst und die Veranstalter organisieren das wahrscheinlich auch auf diese Weise. So hieß das Motto der heurigen Lesung auch „Was sind die Worte wert?“ und Helmuth Rizy hat ja eine jährliche Anthologie der Texte eingeführt, das haben Gutsch und Kepplinger übernommen.

Seit einem Jahr gibt es aber eine zeitliche Verzögerung, so befindet sich die Anthologie von 2017 noch in der Druckerei und Christoph Kepplinger ließ auch verlautent, daß er überlege, ob er die Lesung noch weiter organisieren will, was ja sehr schade wäre, wenn sich kein Nachfolger findet, denn es ist eigentlich die größte Veranstaltung auf der ich jährlich lese und diesmal gab es auch noch eine andere Erneuerung, so hätte die Lesung schon um drei statt bisher um vier stattfinden sollen, aber als ich um dreiviertel drei die Sigi-Maron Bühne erreichte, fand da gerade eine Wahlkundgebung der Spitzenkanditen statt, denn am 29. September gibt es ja wegen des Ibiza-Videos eine vorgezogene Neuwahl, da hatte am Freitag die SPÖ ihre Auftaktveranstaltung, Wahlplakate mit „Mit Sicherheit für Österreich“ mit dem Konterfei von Herbert Kikls zieren auch schon die Straßen und die KPÖ nützte natürlich die Gelegenheit auf ihrem Fest  Stimmung für sich zu machen.

Dann gab es einen Soundcheck der Musikgruppe, die um siebzehn Uhr auftreten sollte, wir haben gewartet und gewartet, bevor endlich die Sessel gerichtet wurden und die Lesung begonnen hat.

„Was sind die Worte wert?“, ein schönes Thema. Christoph Kepplinger hat sich wahrscheinlich die Thematisierung, daß er mit der kostenlosen Organisation überfordert ist, ausgedacht. Gerald Grassl, dem er, glaube ich, als Erstes seine Überlegungen mitteilte, begann  mit einem politischen Text und las dann Herbert Kuhners englische Gedichte in der deutschen Übersetzung vor und erklärte, daß in der ‚“Editon Tarantl“ eigentlich dieser Tage ein Roman von dem 1935  Wien geborenen „Kramer-Preisträger“ von 2014 erscheinen sollte, was aber offenbar auch nicht gelungen ist.

Dann folgte Dieter Braeg mit einem politischen Text und danach stellte Erwin Riess seinen neuen „Groll-Roman“ vor, den es im Septermber auch in der „AS“ zu hören geben wird.

Dann kam schon ich mit meinem Stückchen aus der „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“ und ich verknüpfte das Motto mit dem Satz „Die Erinnerungen sind die einzigen Paradiese aus denen man nicht vertrieben werden kann“, den ich Angesichts des Vergessens, „Alzheimer“ und Demenz  für unwahr halte, aber eigentlich hat sich die Maria Mattuschek ja auch in ihre Erinnerungen zurückgezogen und lebt sehr gut darin.

Einer der Zuhörer hat mich nach der Lesung auf das Buch angesprochen. Es ist auf der Bühne mit einem ebenfalls theoretischen Text von Mladen Savic weitergegangen, den ich sowohl schon am Volksstimmefest, als auch in der „Roten Bar“ lesen hörte. Wolfgang Oertl machte ein Sprachexperiment mit den Worten: Sprache, Macht, Gewalt, in dem er sie vielmals abwandelte.

Verena Mermer, auch schon eine alte Bekannte brachte Briefe und Andi Pianka wurde durch das Motto zu einem sehr politischen Text, der die  Situation der letzten Monate zum Thema hatte angeregt.

Nadia Baha, die dann folgte, hatte sich durch das Motto ebefalls zu einem „Geheimen Ibiza Tagebuch anregen“ lassen, während Peter Clar seine Germananistentätigkeit nicht verleugnen konnte in in seinen Texten Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann etcetera immer wieder erwähnte. Katrin Forstner bestand dann darauf, daß sie auch am Volksstimmefest poetisch sein darf, während die letzte Leserin des Samstag Olja Alvir, die auch schom im letzten Jahr gelesen hat, einen Ausschnitt aus einem Roman brachte, in dem ein paar junge Leute zufällig in eine Revolution geraten.

Danach unterhielt ich mich mit Hilde Schmölzer, Ruth Aspöck und einigen anderen um zu erfahren, daß der Franz, Elfriede Haslehners Lebensmensch, einige Jahre jünger als sie, vor ein paar Wochen einen unerwarteten Herzanfall hatte und am Donnerstag begraben wurde.

Ein großer Schock wahrscheinlich ganz besonders für seine Lebenspartnerin, die ich ja schon sehr lange vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne und die auch immer wieder am Volksstimmefest gelesen hat.

Der Alfred wollte sich dann eine im dritte Weltdorf Fleischspieße kaufen und seine Freunde vom Kubastand treffen, da gab es auch ein diesbezügliches Konzert auf der Volksstimmebühne und dann im Anschluß Harry Stojka, den ich ja schon in Göttweig bei „Literatur und Wein“ hörte.

Am Sonntag hat es dann, als ich in Richtung Jesuitenwiese aufgebrochen bin, ein bißchen zu regnen angefangen, es wurde aber gleich wieder schön und war wahrscheinlich das wärmste Fest seit Jahren und diesmal hat das „Linke Wort“ auch fast pünktlich angefangen.

Begonnen hat Elfi Resch, die in ihren „Wortspenden“ sowohl ihren literarischen Werdegang, sie hat zuerst Gedichte geschrieben, dann in der Veza-Canetti-Anthologie einen Text gehabt und  dann beim Volksstimmefest und bei Frauenveranstaltungen zu lesen begonnen, thematisiert, dann zu dem ursprünglichen Motto, daß die schriftstellerische Arbeit und also auch die Lesungen honoriert werden sollte, wo ich mich mit dem Uli ja einmal heiß über die Frage, ob man als „Hobbydichter“ ein Honorar verlangen darf, stritt, überleitete.

Jiaspa Fenzl, die offenbar an der Sprachkunst studierte und die,wenn ich mich nicht irre, bei den letzten „Kritlits“ las, setzte gleich mit ihren Überlegungen über den Literaturbetrieb und die Rolle, die man in diesem spielt, fort. Dann kam Susanne Ayoub mit etwas Anderen, nämlich mit einem „Krieggedichtzyklus“ aus dem sie zwei Beispiele las.

Güni Nogger aus Innsbruck hat in seinem Worttext auf den Herbert K. mit seinen Pferden Bezug genommen, war also sehr politisch. Eleonore Weber, sowie Ruth Aspöck folgten. Letztere bezog sich wieder auf das Thema des Tages und las ein Erlebnis mit der kubanischen Gesellschaft vor, in der sie sich sehr lange engagierte und  kulturelle Abende veranstalte, bei der Honorfrage hieß es aber wieder, daß das Politische natürlich wichtiger als das Kulturelle sei.

Gerhard Ruiss, der als Vertreter der IG Autoren natürlich für ein Mindesthonorar ist, las aus seinen „Kanzlergedichten“.

Dann folgte Hubertus Chaim Tassatti, der glaube ich, wie Elena Messner, das erste Mal beim Volksstimmefest las, während ich Barbara Eder, die einen Ausschnitt aus einem längeren Text brachte, dort schon gehört habe.

Kurto Wendt brachte auch einen Ausschnitt aus einem politischen Roman, Stefanie Sargnagl Tagebuchnotizen, die sehr lustig waren und am Schluß leitete Denice Bourbon auf das anschließend folgende Programm über.

Ich ging aber mit dem Alfred wieder zum Favoritnerstand, wo es Kaffee und Kuchen gab. Anschließend hörten wir sowohl auf der Jura Soyfer-Bühne der Sängerin Sigrid Horn, als auch auf der „Volksstimmefest-Bühne“  Birgit Denk zu.

Olja Alvir

Olja Alvir

Ruth

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Nadia Baha

Nadia Baha

Denice Bourbon

Denice Bourbon

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Peter Clar

Peter Clar

Barbara Eder

Barbara Eder

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Eva Jancak

Eva Jancak

Herbert Kuhner

Herbert Kuhner

Verena Mermer

Verena Mermer

Elena Messner}

Elena Messner}

Güni Noggler

Güni Noggler

Wolfgang Oert

Wolfgang Oert

Andi Pianka

Andi Pianka

Elfie Resc

Elfie Resc

Erwin Riess

Erwin Riess

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel

Mladen Savic

Mladen Savic

Hubertus Chaim Tassati

Hubertus Chaim Tassati

Eleonore Weber

Eleonore Weber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

2019-08-18

Nach dem Urlaub

Der Urlaub der ein sehr schöner war, wie man auf den Fotos sehen kann, ist vorbei, wir sind am Donnerstagabend mit einem Zwischenstop in Wien, um den Laptop abzuholen, den ich mir nicht auf den Campingplatz mitgenommen habe, aus Locarno zurückgekommen, obwohl es dort bis Samstag noch Filme gab, um das Wochenende bis Montagfrüh in Harland zu verbringen.

Da war es am Freitag nichts mit dem Radfahren nach Ochsenburg und dem Kaiserspritzer bei der Radlertränke, wie ich es mir in diesem Sommer angewöhnt habe, sondern Ausräumen, die Bücher und die Mitbringseln ordnen und dann bloggen bloggen.

Habe ich in der Schweiz doch trotz des Filmfestival und der kleinen Wanderungen sehr viel gelesen und neue Bücher sind inzwischen auch gekommen.

In Wien haben drei Stück, das neue Buch der Susanne Gregor, der neue Cohen, den ich gleich zu lesen anfangen werde und ein Buch von Olaf Kühl, sowie ein Zetttel, daß ich mir von der Post ein Paket abholen kann, auf mich gewartet und die deutsche Buchpreisliste, wie ich ja schon öfter angedeutet habe, wird am Dienstag auch bekannt gegeben.

Da bin ich wie man merken kann, auch schon ganz hippelig und neugierig, mache Spekulationen, entdecke, wenn ich mich so bei den anderen Blogs umsehe, immer wieder neue Bücher, die bisher an mir vorbeigegangen wäre und wenn ich den nächsten Dienstag zwischen meinen Stunden zum Anfragen, wie ich mich ja doch entschloßen habe, werde ich den Rest des Jahres wieder zwischen Bücherbergen stecken. Aber keine Angst, ich stöhne nicht darüber oder nur ein bißchen, denn seltsamerweise macht mir das Lesen der Bücher der anderen noch immer sehr viel Spaß.

Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ und jetzt auch Marc Richter vom Blog „Lesen macht glücklich“ haben da ja Glossen geschrieben, daß es zuviele Bücher gäbe und der ganz normal Freizeit- und Wald- und Wiesenblogger schon im Frühling, wenn er noch gar nicht alle Herbstbücher gelesen hat, die neuen Vorschauen kommen, die dann Druck erzeugen und den Spaß vertreiben.

Aber man muß ja nicht mitmachen und die Vorschauen sind ja für die Buchhändler da, die die neuen Bücher allen anbieten, obwohl ich, wenn ich ein Angebot bekomme, auch kaum nein sagen kann, sondern denke „Das geht schon noch!“ und inzwischen keine Bücher mehr aus den Schränken nehmen sollte, auch wenn sie noch so toll sind, weil ich mit den Neuerscheinungen ja genug zu tun habe und wenn jetzt neben dem dBp und dem öst auch noch der Schweizer Buchpreis dazu kommt und  das Bloggerdebut wartet auch noch, werde ich ja wahrscheinlich wieder bis Jänner oder Februar lesen, aber bei den letzten Herbstvorschau war ich zurückhaltender und in der Schweiz habe ich auch ein paar Bücherschrankfunde und Abverkaufbücher abgelesen.

Außerdem darf unter dem vielen Lesen, das Schreiben ja nicht leidern und da habe ich jetzt auch eine Pause eingelegt, werde aber ab heute oder morgen wieder mit dem Korrigieren des „Literaturgefüsterbuchs II“,  anfangen und die „Magdalena“ wartet ja auch noch darauf in die Druckerei zu kommen. Die ist eigentlich fertig korrigiert, nur das Cover fehlt noch und der Alfred will es sich noch einmal durchsehen, bevor es weggehen kann, wird also bis zum Volksstimmefest, wo ich ja am Samstag schon ein Stück daraus lese noch nicht fertig sein, dafür ist, Überraschung, die „Linke Wort-Anthologie“, von 2017 schon da und kann beim Fest abgeholt oder gekauft werden.

Spannend, spannend, politische News gibt es auch. Da habe ich in den letzten zwei Wochen, ohne Laptop und Handy ja sehr viel versäumt. Aber von der Hausdurchsuchung bei H. C. Strache hat mich der Alfred, der ja während wir in Locarno auf den Filmbeginn warteten, immer sehr viel und sehr intensiv hineingeschaut hat, unterrichtet und Pamela Rendi- Wagner, die SPÖ- Vorsitzende, beziehungsweise ihr Team, hat mich ja auch schon zur Wahlkampfauftaktveranstaltung Ende August eingeladen.

Todesfälle hat es auch gegeben. So ist nicht nur schon vor dem Urlaub Andrea Camilleri und Brigitte Kronauer gestorben und da ist interessant, ob Gertraud Klemm recht behält und vielleicht diesmal eine tote Autorin auf die Longlist komme, sondern auch am fünften August Toni Morrison in New York.

Der Sommer ist also schon fast vorbei und der Herbst mit seinem wahrscheinlich sehr turbulenten Wahlkampf wird bald beginnen. Da wir diesmal auch schon am Montag nach Wien fahren, kann ich wieder ins Weinhaus Sittl gehen und zweimal O- Töne gibt es bevor der Herbst und die Schule mit dem Volksstimmefest beginnt auch noch.

Ein paar Einladungen zu literarischen Veranstaltungen sind inzwischen auch gekommen, so wird am zwöften August wieder eine Autorin von einer anderen Autorin im Rathaus gefeiert, Christl Greller hat mich zu ihrer Veranstaltungsreihe eingeladen und so wird es mit dem Schreiben und dem Lesen auch im Herbst weitergehen.

Heute wird gegrillt, obwohl es, weil der Alfred niemanden eingeladen hat, keine Geburtstagsparty geben wird, aber da haben wir seinem Geburtstag ja im Tessin in dem schönen Gasthaus bei dem schönen Wasserfall gefeiert bei Polenta, er mit Schweinshaxe, ich mit Käse gefeiert, obwohl der Alfred Polenta gar nicht so gern mag, das aber die Spezialität des Tessin ist.

Auf der Harlander Terrasse wird es wieder Ripperln und Cevapcici geben und die kleine Lia ist inzwischen schon ein Stück größer geworden und schon über zwei Monate alt.

Daß die Frequency gerade in St. Pölten tagt und der Traisenstand mit Zelten und die Straßen mit Autos überfüllt sind, hätte ich jetzt fast vergessen, obwohl ich gestern als ich mit dem Rad zum Markt fahren und dort wieder Doris Kloimstein treffen wollte, die mich übrigens, was natürlich nicht stimmt, allen als „berühmte Autorin“ vorgestellt hat, wieder mit dem Security diskutieren mußte, damit er mich das Rad durchschieben ließ.

2019-07-17

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

„Kommen Sie, das wird sicher schön!“ hat er gesagt!“ und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die „Magdalena“ fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des „Globusverlages“ war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift „Es ist wieder Donnerstag“, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des „Linken Wortes des Volksstimmefestes“ vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des „Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei“ machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten „Nanowrimos“ meinem „Fräulein No“, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur „Buch Basel“ fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im „Literaturgeflüster“ so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren „Kinder des Genossen Rakosi“ ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom „Milena Verlag“ und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

2015-09-07

Jesuitenwiese

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Jetzt kommt wieder eine kleine Unterbrechung beim Longlistenlesen, nämlich das „Volksstimmefest“, die Lesung beim „Linken Wort“ und damit auch das Buch „Jesuitenwiese“ von Fanny Blissett oder einem Autorenkollektiv aus dem Wissenschaftsbereich, das voriges Jahr dort vorgestellt wurde, mir der Alfred kaufte, ich es auf die 2015 Leseliste setze und passend zum Fest, lese, das für mich ja auch eine Bedeutung hat, da ich es seit den Siebzigerjahren mehr oder weniger regelmäßig besuche.

Meine Freundin Elfi hat mich in den späten Siebzigern, als wir studierten, dorthin gebracht, 1980 haben wir mit dem Arbeitskreis dort gelesen und ich dann mehr oder weniger regelmäßig ab 1989, das war das jahr der Wende, das kommt bald beim LL an die Reihe, aber damals sind wir gerade aus Amerika zurückgekommen, Arthur West hat lächelnde behauptet, der Kommunismus wäre nicht in Gefahr, natürlich nicht und Turrini, Jelinek, Kerschbaumer, haben das letzte Mal dort gelesen und Peter Turrini hat sich sogar nach meinem Roman, den „Hierarchien“, die ich dort vorstellte, erkundigt.

Es gehen aber auch andere Leute auf das Volksstimmefest, natürlich und viel mehr als es Kommunisten in Wien gibt, auch wenn sich manche darauf ausreden, denn es ist ja das schönste Fest Wiens und so stolperte auch der etwas unbeholfene Theologiestudent Reinald, der nach Wien zum Studieren kommt darüber, als er sich die Jesuitenwiese anschauen will, denn er studiert ja gerade das „Heilige Experiment“, von Fritz Hochwälder.

Dort betrinkt er sich dann ein bißchen und lernt Karin und Christian kennen und die drei beschließeneinen Roman über Wien, über die Musikszene, das Volksstimmefest, etcetera zu schreiben.

„Ein leicht revolutionärer Poproman“, ist es geworden, wie schon am Cover steht und, was ich mich auch beim Lesen ein bißchen störte, eine Mischung zwischen Theorie und Literatur.

Das merkt man am Stil und wahrscheinlich auch, daß die Autoren Wissenschaftler sind, manches wirkt sehr theoretisch und dann denkt sich die gut geschulte Schreibseminarbesucherin, die im Hirn eingetrichtert hat, daß ja alles so spannend sein soll „Hoppla was ist da los?“ oder ganz frech „Dann bin ich vielleicht doch ein bißchen besser!

Aber Kunststück, ich schreib ja schon über vierzig Jahre und somit wahrscheinlich länger, als die Autoren au der Welt sind.

Die Protagonisten sind jedenfalls Mitte Dreißig, Christian ist Historikker und forscht für sein Institut, beziehungsweise für das historische Museum über einen Kongreß, der in Wien 1932 im Prater Stadion stattfand, wo unter anderen Alice Rühle-Gerstl referierte, dafür fliegt er sogar nach Moskau, während Karin, die Journalistin aus der Steiermark beim ORF schlecht bezahlt arbeitet und an einer Sendung über das Volksstimmefest schreibt.

Dafür interviewt sie einen über neunhzigjährigen KPÖ Funktionär, der dort die Finanzen verwaltete und das Fest veranstaltet hat und die Insider werden jetzt schon wissen, da gibt es ja die Sache mit den Millionen, die die KPÖ an die DDR nach der Wende verloren hat, die aber leider verschwunden sind.

Der sogenannte KPÖ-Schatz, der das Fest fast zum Kippen brachte und den wollen natürlich alle finden und so wurde voriges Jahr, ein Plan verteilt mit neun Stationen und einem Audio Guide mit dem man eine Tour machen, Kapitel aus dem Buch hören und den Schatz vielleicht finden konnte.

Das wurde auch heuer wiederholt und eine Handlung gibt es natürlich auch. Zwei sogar, so einen Excurs über die Popmusik, der wie gesagt sehr theoretisch ist, im Anhang gibt es Quellen, die verwendet wurde, Rolf Schwendters Buch über die Subkultur ist dabei und dann natürlich auch den Versuch einer spannenderen Handlung und so beginnt es, daß Pavel  am Anfang Franz im Gefängnis anruft, wo sich der in Untersuchungshaft befindet und ihm mitteilt, daß Joe gestorben ist, während sich Reinard und Karin in Griechenland befinden, um dort die Insel aufzukaufen, denn der Chilene Pavel, der ein Poplokal betrieb, in dem er auch Kokain verkaufte, wollte den Schatz dafür haben, um die Welt zu retten, aber „Den Kommunismus kann man nicht zu zweit machen“, wie Christian in Mosklau in den Akten herausfand, während ihm seine Freundin Maja verlassen hat.

Einen komischen Brigadier vom Verteidigungsministerium, der das „Linke Gesindel“ haßt und ihnen die Millionen abjagen will gibt, es auch, so werden Pavel und Franz, das ist dessen Kompagnon wegen Rauschgiftschmuggels verhaftet, während der Neunzigjährige, der sich wahrscheinlich ein bißchen in Karin verliebte, einen Schlaganfall erleidet, ihr seine Finanzunterlagen zuspielt und auch verrät, daß das Geld unter der großen Rutsche vergraben ist. Das verrät er ihr natürlich verschlüßelt und für alle, die jetzt hinjagen wollen, Karin hat das Geld gefunden, während ihr Freund den Geheimdienstler von ihr ablenkte und Reinard, der sein Theologiestudieum aufgegeben hat und nun ein neues „Heiliges Experiment“ starten will, bringt es ins Ausland.

So sitzen Karin und Reinard auch auf der Insel, haben oder werden Griechenland aufkaufen, aber das war  schon vor einem Jahr und inzwischen hat sich viel geändert, wie man in den Nachrichten über die Griechenlandkrise hören konnte. Es ist also zu befürchten, daß auch dieses Experiment  nicht klappt.

Das Buch wurdeauch heuer wieder auf der Jesuitenwiese beworben, es gab eine Audiotour, gemeinsam um drei am Samstag vorm Bücherstand, weil man ja, wie es schön heißt, den Kommunismus nicht allein beginnen kann oder doch vielleicht, auch das ist nicht ganz sicher, während es bei „Amazon“, was ich sehr interessant fand, zwei Rezensionen gibt, eine mit fünf und eine mit einem Stern, in dem genau das gegensätzlich behauptet wird.

„Wer Wien und seine Szene mag wird das Buch (nicht) mögen, etc. Kurz wiedereinmal ein Buch das niemand braucht“, ecetera.

Dem schließe ich mich natürlich nicht an, obwohl ich es auch ein bißchen hölzern empfunden habe, aber wahrscheinlich denen zuzuorden bin, wo es heißt „Wer schon einmal am Volksstimmefest war, wird sich wundern was hier abgesondert wird“, ein bißchen anders habe ich das Volksstimmefest schon empfunden, trotzdem ein interessantes Buch.

Was mich persönlich ein wenig störte, daß aus dem neuen Institutsgebäude, dem NIG ein NUG geworden ist und aus dem kommunistischen Globus-Verlag, in dem glaube ich, die Anthologie, noch immer gedruckt wird, ein Global-Verlag und noch andere Veränderungen, die mich ein wenig verwirrten, ebenso wie ich den Gender * ein bißchen konstruiert und unnötig fand. Auch war der Wechsel zwischen Erzähler und Romanfigur ein bißchen schwierig zu verstehen, sowie das Switchen von den verschiedenen Zeiten, in denen die Handlung spielt.

2015-09-06

Volksstimmefest mit Kälteeinbruch

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:40
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Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Und wieder ging es in das Volksstimmefest, ein bißchen später als gewohnt, denn heuer fängt die Schule eine Woche später an und und einen Wetterumsturz hat es inzwischen auch gegeben, von der extremen Sommerhitze hat es gleich einmal um zwanzig Grad abgekühlt, ansonsten hat es am Samstag auch ein bißchen geregnet, was an sich nichts Neues ist, weil das am Samstag meistens passiert, aber ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch und habe es gerne hinter mir und das Thema war heuer „Lebenszeichen“, ein sehr allgemeines und allumfassendes, wo man wieder alles hineinbringen kann und so habe ich mich für den Anfang vom „Miranda Schutzengelchen“ entschieden, ich hätte aber auch die „Fatma-Szene“ aus dem „Sommernanowrimo“ lesen können, das wäre vielleicht aktueller gewesen, aber das ist mir erst eingefallen, als Christoph Kepplinger schon einleitete, und sich fragte, was wohl das letzte Lebenszeichen, der einundsiebzig Flüchtlinge gewesen war, die da vorige Woche in einem Schlepperwagen umkamen?

Eva Woska-Nimmervoll

Eva Woska-Nimmervoll

Erwin Riess

Erwin Riess

Ein sehr aktuelles Thema also und einige haben sich auch daran gehalten, andere haben andere Lebenszeichen von sich gegeben und Ruth Aspöck hat ein Stückchen aus ihrer neuesten Arbeit vorgestellt, wo es um den Ehrgeiz, um weibliche Karrieren und das typische weibliche Hinanstellen der eigenen Fäghigkeiten geht und dann wird man als schreibende Frau von seinen Freundinnen nicht wahrgenommen.

Helmuth Rizy

Helmuth Rizy

Eva Jancak

Eva Jancak

Richard Schuberth folgte und hatte einen Essay, der offenbar  in der „Hanser-Box“ erschienen ist „Athen muß vernichtet werden“ ein  scharfer politischer Text und eine klare Analyse der gegenwärtigen politischen Situation und Eva Woska-Nimmervoll, die schon im Vorjahr gelesen hat, ging wieder in das Private und schilderte die Situation, wenn man in der Geburtsurkunde der Mutter, bei Namen des Vaters nur vierundsechzig Leerzeichen findet und dann ist es verdammt schwierig an das Familiengeheimnis heranzukommen und das Blöde ist auch, man gibt das dann noch an die eigenen Kinder weiter.

Erwin Riess wurde wieder politisch und las aus seiner „Groll-Kolumne“, die im nächsten „Augustin“ erscheinen wird, dann folgte Helmut Rizy und erzählte von den Lebenszeichen, die man von sich gibt, wenn man aus der Narkose erwacht und wieder in dieses Leben zurückkommt.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Elfie Resch

Elfie Resch

Dann folgte schon ich mit der „Miranda“ und Hansjörg Liebscher erinnerte uns daran, daß „Europa aus Syrien“ kommt, gut zu Wissen, in Zeiten wie diesen und wie ist es, wenn die Innenministerin abgeschoben werden soll?

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Der 19439 in Ravensburg geborene Dieter Breaeg gab uns eine Vorstellung davon, während Gabriele Hütter und Magdalena Knapp Menzel im Duett Gedichte lasen, die zum Teil Brecht nachempfunden schienen.

Peter Clar

Peter Clar

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Jetzt hätte ich fast Elfie Resch vergessen, die hatte auch Gecdichte, wo es um das Fremdsein, die Liebe und Gastarbeiter ging.

Peter Clar hatte, wie er meinte, nur einen Text zum Thema, weil ihm die gegenwärtige Situation sprachlos machte, was ich gut nachempfinden kann und Susanne Ayoub ging zu Käthe Leichter und erinnerte an ihr Leben und an ihre Texte, die in den Zwanziger und Dreißigerjahren in der AZ und in der „Unzufriedenenen“ erschienen sind.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Reinhard Kräuter

Reinhard Kräuter

Dann gab es wieder Kaffee, Kuchen, Gespräche und  am Sonntag ging es bei etwas besseren Wetter mit der 1963 in Wien geborenen Karin Marinho de Silva weiter, die die „Leondinger Akdademie“ besuchte und einen Text namens „Ski Heil“, wo es um die Kindheit, den Kindergarten, die Schule mit den Schulbänken und den Ausparungen für die Bleistifte und das Tintenfäßchen und den Schulschikurs ging, wo die Schüler die Schi aufstellen mußten, der Lehrer „Ski!“ und die Kinder „Heil!“, schreien mußte. Bei „Bergheil!“, habe ich das bei der Wandergruppe auch einige Male erlebt, was mir immer mißfiel.

Petra Piuk

Petra Piuk

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Den in Voralberg geborenen Reinhard Kräuter kannte ich ebenfalls nicht. Sein Text „Die Katze“ bezog sich wie viele andere auf die Flüchtlingssituation „auf den mittleren Westen ohne arabischen Frühling und IS“, wie er betonte.

Dann kam die 1975 in Güssing geborene Petra Piuk, die ebenfalls zum ersten Mal las und ebenfalls die „Leondinger Akademie“ besucht hat.

Eva Scheufler

Eva Scheufler

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

„Ihr Text das Wetter und die Katasthropen“, in dem sie eine Urlaubsreise, mit Bikini und Sommersachen im Koffer, den Flüchtlingskathastropen, „schon wieder, dreiunddreißig, vierundvierzig Personen“ ertrunken, auf den Straßen umgekommen, etc, hat mir sehr gut gefallen.

„Österreich ist schön, wir wollen Sie verwöhnen!“, steht im Fremdenverkehrskatalog, in Traiskirchen gibt es dann kein Essen, keine abgetrennten Duschen!“, etc.

Gerhard Jatzek habe ich natürlich gekannt. Er hat im letzten Jahr von den Flüchtlingen, die im Kastenwagen erstickten, gesungen, jetzt hatte er kurze Prosatexte zu „Geburt“, „Urlaub“ und „Tod“, die auch ganz schön die Brutalität des Lebens und des Alltags aufzeigten.

Eva Scheuffler kenne ich, glaube ich, um den Kilic-Kreis und vom Amerlinghaus.

Sie las Gedichte und der liebe Rudi Lasselsberger, ein guter Bekannter, hatte sieben Gedichte, wobei drei hauptsächlich aus Schreien bestanden.

Verena Mermer

Verena Mermer

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Verena Mermer hat auch das erste Mal gelesen, sie gehört ebenfalls zu den jungen Talenten, die Chrstoph Kepplinger immer auf das Fest bringt. Ich habe sie aber schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört und hätte auch gerne ihren neuen „Die Stimme über den Dächern“ gelesen. Jetzt las sie Ausschnitte aus einer Erzählung, der von der beruflichen Sozialisierung einer jungen Frau handelte.

Dann folgte Gerhard Grassl, der wahrscheinlich schon beim ersten Volksstimmefest gelesen hat, noch bevor Arthur West das „Linke Wort“, das heuer offensichtlich vierzig wurde, gegründet hat.

Er wurde auch einmal aus- oder nicht eingeladen, das war dann in der „AZ“ angekündigt, Arthur West war das peinlich, so daß er ihn wieder einlud und die Lesung jede Stunde per Megaphon angekündigt wurde. Jetzt betreut Gerald Grassl ja die „Tarantl“, eine Zeitschrift beziehungsweise, ein Verlag vom „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“.

Er betreute auch den Büchertisch, wo die Publikationen der Autoren, die Anthologien und die Tarantl-Publikationen, zum Beispiel das neue Lutz Holzinger-Buch lagen, das am Donnerstag im „Werkl im Goethehof“ vorgestellt wird und das er mir beziehungsweise meinem Blog freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Sophie Reyer

Sophie Reyer

Eva Schörkhuber ist ein junges Talent, das schon beim Volksstimmefest gelesen hat, sie liest auch, glaube ich, bei den „Edition Atelier Festen“ im Museumsquartier und hatte auch einen Text zur Flüchtlingsproblematik, der „Über das Meer“ hieß und von zwei Prostituierten, ihrer Liebe und ihren Erfahrungen handelte und Sophie Reyer, zum ersten Mal beim Volksstimmefest, schloß sich ihr an und brachte Ausschnitte aus einem Hörspiel, wo es auch um das Meer und die Flüchtlingsproblematik ging.

Dann ging es weg davon  zu „Schreibi“ Christian Schreibmüller, dem Petry Slamer, der einen Text zur Namensproblematik und dann noch einen zu Veränderungen hatte.

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Diesmal sind wir nach der Lesung und dem Kaffeetrink-Treffen noch länger geblieben, haben auf Jura Soyfer-Bühne, eine adaptierte Form der „Proleten-Passion“ mit Gustav gehört und dann noch ein bißchen „Fatima Spar und die Freedom Fries“, die ich das erste Mal während eines Adventrundgangs im „Mica“ kennenlernte.

Und nun ist das heurige Volksstimmefest zu Ende. Thematisch bleibe ich aber noch ein bißchen beim Thema, denn es geht gleich weiter mit der „Jesuitenwiese“, dem Buch über das Volksstimmefest, den „leicht revolutionären Poproman“, der im letzten Jahr dort vorgestellt wurde, aber auch heuer wieder zu kaufen, beziehungsweise, die Audiotour zu den Originalschauplätzen machen war, die ich aber am Samstag versäumte.

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