Literaturgefluester

2020-04-18

Leben mit dem Stern

Filed under: Bücher — jancak @ 00:08
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Ich interessiere mich ja sehr für Holocaustromane und habe auch schon viele von ihnen gelesen, so kann ich mich erinnern, daß ich als Hauptschülerin einen der „Sternkinder“ hieß in der Hand halte und jetzt hat mir „Wagenbach“ sozusagen als Trost, daß die Leipziger Buchmesse nicht stattfand und ich auch nicht nach Berlin, um mir den Verlag anzusehen, fahren konntem Jiri Weils „Leben mit dem Stern“ geschickt.

Im Vorjahr habe ich ja schon „Mendelssohn auf dem Dach“ gelesen und dadurch den 1900 geborenen und 1959 in Prag verstorbenen Tschechen Jiri Weil kennengelernt, der 1933 vom Kommunismus begeistert nach Moskau ging, bald aber von der Partei ausgeschlossen und nach Mittelasien deportiert wurde. Nach seiner Rückkehr in die Tschechoslowakei entkam er den Nationalsozialisten in dem er seinen Selbstmord vortäuschte und das hat er vermutlich auch in dem Roman verarbeitet, in dem es wohl autobiografische Elemente geht, der  mit einer sehr starken ironischen Distanz, die zeitweise an Kafka erinnert, geschrieben wurde.

Da ist der ehemalige Bankbeamge Josef oder Josi  Roubicek der während der deutschen Besatzung in einem beschädigten Haus lebt, friert, kein Geld und keine Marken hat, um sich Fleisch zu kaufen, so verheizt er die Möbeln, ernährt sich von Blut- oder Knochensuppe und verbringt seine Zeit mit Lesen beziehungsweise sich mit seiner nicht anwesenden Geliebten Ruzena zu unterhalten, einer verheirateten Dame, deren Rat zu fliehen, er nicht gefolgt ist.

Jetzt wird er von Boten aufgesucht, die ihm ständig kafkaeske und damals wohl reale Verordnungen bringen was er alles nicht machen und haben darf. Der Kater Thomas, den er auch nicht besitzen darf, ist ihm zugelaufen. Er unterhält sich auch mit ihm und wird dann einer Arbeit am Friedhof zugeteilt, wo er mit anderen, die Worte „Juden“ und „Nazis“ werden nicht verwendet, sondern nur von „unsere“ und „denen“ geschrieben, Gemüse anbaut und zusehen muß, wie einer nach dem anderen in die Festungshaft, wie Weil Therienstadt nennt oder in den Osten deportiert wird. Das geschieht auch seiner Tante und seinem Onkel, bei denen er offenbar aufgewachsen ist, die aber sehr geizig und unfreundlich zu ihm sind.

Andere Bekannte geben ihm Geld und er lernt auch einen Arbeiter kennen, der offenbar eine Widerstandsgruppe aufgebaut hat, der er sich lange nicht anschließen will, sondern nur still neben den Treffen sitzt.

Die Namen der Deportierten werden nach dem Alphabet erstellt. Als man beim Buchstaben  „R“ angekommen ist, wird sein Name nicht genannt. Ein anderer „Robitschek“ steht aber auf der Liste, dem will er zum Abschied eine Zwiebel schenken, die dieser aber verweigert, weil er entschloßen ist, sich umzubringen. Der Versuch, das mit Gas zu tun, mißlingt. Er kommt in ein Spital und wird für die Deportation gerettet. Als es  soweit ist, springt er aus dem Fenster und stirbt und Josef Roubicek, der die Deportationen mit einer Zirkusvorstellung vergleicht, überlegt lange, ob er untertauchen und sich verstecken soll oder, ob er nicht das moralische Recht hat, das zu tun?

Schließlich wird ihm noch sein Kater erschoßen und er erfährt, daß das auch Ruzena und ihrem Mann so passiert ist. Das läßt ihn sozusagen politisch erwachen  und so endet das Buch,  wie es begonnen hat, mit einem gespräch mit Ruzena.

„Einer der heraussragenden Romane über das Schicksal der Juden unter den Nazis. Ich kenne keinen vergleichbaren“ hat Philip Roth laut Buchrücken über den Roman gesagt, schade, daß er so unbekannt geblieben ist, füge ich hinzu.

Im Nachwort steht, daß er 1949 in Prag erschienen ist, aber von den tschechischen Kommunisten verfemt und vernichtet kritisiert wurde.

Ich finde den Tonfall mit dem es geschrieben wurde, sehr interessiant, es erinnerte mich ein bißchen an „Jakob der Lügner“ von Jurek Becker und auch an den „Pianisten“, wo ich aber nur den Film geshen habe und das Buch erst lesen muß und besonders  makaber war es, das Buch in einer Zeit zu lesen, wo man die selbstverständlichsten Dinge, wie sich auf eine Parkbank setzen auch nicht darf und wenn man Pech hat mit fünfhundert Euro bestraft wird, wenn man mit seinen Kindern Fußball spielt.

2020-01-30

Ewig her und gar nicht wahr

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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Jetzt kommt eine Neuerscheinung, das erste Debut, das ich 2020 lese und von dem ich schon raten kann, wie es ihm bezüglich des Bloggerdebutpreises 2020 gehen wird.

„Wagenbach“ hat mir das Quartbuch von Marina Frenck geschickt und die 1986 in Moldawien geborene und seit 1993 in Deutschland lebende, die auch Schauspielerin und Musikerin ist, ist eine neue frische Stimme im Literaturbetrieb und hat, könnte man so sagen mit einem rotzig frechen Ton, einer starken Poetik und vielen Wendungen und chronologischen Hin- und Herverläufen ihre Familiengeschichte erzählt oder die von Kira Libermann, einer Zeichenleherin, die Kunst studierte,  aber doch nicht so viel ausstellt, wie sie möchte oder man soll, die den dreijährigen Karlchen hat, den sie von seinen Großmuttern Lena und Susanna erzählt und die mit ihrem Freund Marc einem Journalisten doch nicht so zufrieden ist.

Sie zweifelt viel und stellt sich auch viel vor und dann geht es immer wieder in die Vergangenheit und an die verschiedensten Orte ihrer Familiengeschichte zurück, denn da gab es ja den Großvater Aaron, der als zehnjähriger aus Moldawien nach Ukbekistan flüchten und seinen Hund zurücklassen mußte, die Großmutter Sara deren Zehen und, ich glaube, auch ein Finger, während der Flucht abgefroren sind, die Eltern Lena und Wenja, die mit der kleinen Kira Chisinau verließen, um nach Europa zu kommen, immer wieder geht es nach vor und zurück, es geht zum Badeurlaub ans schwarze Meer,  die kleine Kira steht da mit einem Gummikrokodil und die Mutter trägt einen Bikini mit amerikanischen Sternenmuster trägt und Kira, die eifersüchtige, mit Marc unzufriedener, drückt auch ihre Zigaretten an ihrem Körper aus, um sich selbst zu spüren, sie stellt sich ihren Tod vor, unterzieht sich einer Operation, weil sie ein Magengeschwür hat und geht dann doch mit ihrem Karlchen als er fünfzehn ist, Drachensteigen, damit er auch eine Pubertät erlebt.

Alter Wein in neuen frischen Schläuchen, könnte man sagen, habe ich doch erst vor kurzem Alexander Osangs Familiengeschichte gelesen, Sasha Mariana Salzmann hat die ihre 2017 geschrieben  und Katja Petrowskaja hat mit „Vielleicht Esther“ 3013 beim „Bachmannpreis“ gewonnen.

Die Familiengeschichte ist für den Außenstehenden vielleicht nicht so aufregend, die Sprache war aber schön poetisch, die immer wieder überraschende Wendungen und Sätze enthält: „Mama und Papa brauchen die ganze Zeit für ihre Angst“, während es im alten Auto von Maldawien nach Deutschland geht, wäre ein solcher.

„Ein Mensch der nach sich selbst sucht, verwandelt sich in eine Autobahn“, ein anderer, über den man nachdenken kann.

Diese Sätze lassen aufhorchen, während mich die Handlung mit ihren schnellen Wandlungen und Zeitsprüngen, schließlich treffen alle, auch Marc mit seinen Eltern in einem „Irgendwo und einem Irgendwann in einem Frachtwaggon“ zusammen, bevor es wieder in das „Berlin von heute“ und auf den OP-Tsch geht, etwas verwirrte und ich nicht sicher bin, ob ich das Ganze, von denen ich viele Teile auch schon in anderen Büchern gelesen habe,  richtig mitbekommen habe.

Und den Titel füge ich, hinzu, der auch irgendwo in dem Buch vorkommt, empfinde ich als sehr schön, erfrischend neu und originell.

2019-08-25

Alle unsere Jahre

Filed under: Bücher — jancak @ 09:50
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Nun kommt eine Neuentdeckung, „Wagenbach“ hat einen Roman der 1958 in England geborenen und schon lange in Kanada lebenden Kathy Page, die schon acht Romane geschrieben hat, „Alle unsere Jahre“ im Original „Dear Evelyn“ herausgebracht und will die Autorin, die auch im Herbst nach Frankfurt kommt, offenbar im deutschen Bereich bekannt machen.

So liegt das E pub schon lange in meinem E -Book- Folder. Jetzt ist das Buch  erschienen, wurde auch schon bei MDR vorgestellt und von Rainer Moritz sehr gelobt. Es ist ein Familienroman, der die Szenen der Ehe von Harry und Evelyn in sehr eindrucksvollen Bilder beschreibt und dabei ein langes Nachkriegsleben schildert.

Harry wurde in der Zwischenkriegszeit geboren. Die erste Szene schildert sehr eindrucksvoll die Geburt und erinnert dabei ein bißchen an die „Asche meiner Mutter“, die Eltern gehen in dem ärmlichen London, aber sehr liebevoll mit ihrem zweiten Sohn um und auch das nächste Kapitel ist sehr eindrucksvoll.

Da ist Harry schon älter und wird von einem einäugigen Lehrer unterrichtet, der im Krieg sein Auge verloren hat, den daduruch haßt und den Schülern auf sehr unkonventionelle Art und Weise, die Liebe zur Poesie nahebringen will.

Das mißlingt wahrscheinlich, der Lehrer wird versetzt, schenkt Harry aber zum Abschied ein Buch und die Liebe zu den Gedichten zieht sich durch den ganzen Roman, es werden auch Ausschnitte daraus zitiert.

Im dritten Kapitel ist Harry schon erwachsen, hat nicht studiert, obwohl er ein Stipendium bekommen hätte und lernt Evelyn in einer Bibliothek kennen, die liest dort gerade Daphe du Mauriers „Rebecca“ und man könnte sagen, daß das ganze Buch auch in einem etwas altmodisch wirkenden Stil geschrieben wirkt, obwohl es bis in die Gegenwart hineingeht.

Harry und Evelyn, die wie im Beschreibungstext steht, sehr unterschiedlich sind, heiraten. Der zweite Weltkrieg beginnt. Harry wird eingezogen und kommt nach Westafrika. Evelyn bleibt zu Hause, bekommt ihr erstes <kind Lilly und sehr liebevolle Briefe von Harry von der Front.

Evelyn wurde von ihrer Mutter sehr geliebt und verwöhnt, haßt aber ihren trikenden tuberkolösen Vater und als sie an sein Sterbebett gerufen wird, ist sie nicht imstande „Ich liebe dich Dad!“, zu sagen, wie es die Mutter von ihr fordert.

Eine zweite Tochter, Valerie, wird geboren und ein Haus bezogen. Dazu werden Vorhänge gebraucht. Evelyn entscheidet sich für einen Stoff, der eigentlich noch immer viel zu teuer ist, obwohl ihr die Verkäuferin verrät, daß er im Abverkauf nur mehr die Hälfte kosten wird.

Sehr spät kommt die dritte Tochter Louise, die den Eltern wegen ihrer sexuellen Freizügigkeit Schwierigkeiten macht. So geht Evelyn deshalb auch zur Polizei, als sie einen Brief findet, in dem Louise darüber schreibt, was etwas absurd wirkt.

Dann werden die Eltern selber alt und Evelyn sehr ungeduldig mit Harry, der sehr ausgleichend ist und  ihr nicht sagen möchte, was er essen will, um ihr keine Mühe zu machen. Er braucht eine neue Hüfte, wird inkontinent, was Evelyn nicht aushält. So kommt er in ein Heim, während die Neunzigjährige mit einer der Töchter noch eine letzte Reise macht und Harry in sein Altersheim einen Brief aus Paris schreibt.

Der geht im Heim verloren und die Managerin bemüht sich sehr, ihm zu erklären, daß das vom überforderten Personal keine böse Absicht war und sie ihm auch schon gesagt haben, daß Evelyn ihn deshalb  so lange nicht besuchen kam, weil sie schon vor einigen Monaten, kurz nach ihrer Rückkehr von der Reise, verstorben ist.

Ein sehr interessantes Buch, das auf eine sehr eindruckvolle Art und Weise das Älterwerden und die Schwierigkeiten einer Ehe schildern. Für mich sind es die farbigen Bilder, die ich zu beschreiben versucht habe, die mich besonders beeindruckt haben. Nun bin ich gespannt, wie das Buch im deutschen Raum aufgenommen wird und was ich noch von Kathy Page hören oder lesen werde.

2019-06-02

Kreise ziehen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Nun kommt ein Quartbuch aus dem „Wagenbach-Verlag“, das ich als E-Book gelesen habe. das Debut des  in Bangladesh geborenen und in Toronto lebenden Arif Anwar, das 2018 unter den Titel „The Storm“ erschienen ist und die Geschichte, die von verschiedenen Liebespaaren, die zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten lebten und die kunstvoll miteinander verknüpt ist,  bezieht sich auch auf einen Sturm, den es 1970  in Bangladesh, Bengalen, gegeben hat.

Von dem wird Honfua überrascht und nachdem sie ihre Besitztümer vergräbt und ihre Freundin bittet, ihren kleinen Sohn in Sicherheit zu bringen, geht sie in einem Tempel zu der Göttin Kali beten, obwohl sie längst zum Islam, dem Glauben ihres Mannes, dem Fischer Yamir konvertierte und daher in der Dorfgemeinschaft zur Außenseiterin geworden ist.

Das nächste Kapitel spielt dann 2004 in Washington DC, da ist Shar, oder Shahryar, ein Absolvent eines Politstudiums, dabei seine kleine Tochter Anna, mit deren Mutter er nicht verheiratet ist, zu besuchen. Sein Aufenthaltsvisum läuft ab und er muß, wenn er keine Stelle findet, nach Bangladesh zurück, will aber bei Anna bleiben, so gerät er in Kontakt zu einem Anwalt, der ihm eine Stelle verspricht, wenn er dafür für ihn spioniert.

Dann geht es in die Vierzigerjahre nach Indien zurück, dort wird Rahim, der später mit seiner Frau Zahira, Shar, nachdem dessen Eltern bei dem Sturm umgekommen sind, adoptierten, entführt, Lösegeld wird verlangt, was ihn und Zahira veranlassen, nach Bangladesh zurückzukehren, was einige Verwicklungen auslöst, die erst später erklärt werden.

Es gibt dann noch eine paar weitere Handlungsstränge, die in die Politik des geteilten Indiens, ab der Neunzehnhundertvierzigerjahre einführen, so gibt es eine britische Ärztin, die einen gefangenen japanischen Piloten rettet und einen aus Österreich stammenden budhistischen Mönch, den der Pilot in Burma aufsucht, gibt es auch.

Nicht chronologisch, sondern durcheinander, werden dieser einzelnen Handlungsstränge erzählt, so daß sie erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt und einen langsam in ein wahrscheinlich fremdes Land und eine fremde Kultur einführt und so ein interessantes Panaroma der Liebe und, wie im Beschreibungstext steht „der Versöhnung und darüber, wie Menschen einander helfen und man eine Familie findet“ entsteht.

Eine Parallele zum heutigen Flüchtlingsgeschehen und den Verwirrungen, die Menschen, durch durch Krieg erleiden, läßt sich dabei auch  ziehen.

2019-04-12

Lidschlag

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
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Noch ein Buch der kleinen feinen „Wagenbach-Salto-Reihe“ mit wieder einer mir bisher unbekannten Autorin, nämlich  der 1975 in Buenos Aires geborenen Kunstkritikerin und Kuratorin Maria Gainza, deren Debut  „Lidschlag“, gleich in  zehn Sprachen übersetzt wurde und  der Band „Lidschlag“ beinhaltet elf Skizzen, würde ich sagen, die alle von einer Kunsthistorikerin namens Maria handeln, die in Buenos Aires mit prekären Jobs lebt und da beispielsweise interessierte Touristen durch Privatsammlungen führt, wie man in dem ersten Text „Dreuz Hirsch“ erfahren kann.

Und Alfred Hirsch ist ein 1810 in Paris geborener und 1860 dort verstorbener Maler, mir ebenfalls bisher unbekannt und so gleite ich wieder durch ein Buch in dem es um Bilder und Museeumsbesuche geht.

Da hat ja Hanno Millesi kürzlich durch das kunsthistorische Museum geführt und durch Roberts Gabe, die er mir ins Landesklinikum St. Pölten brachte, bin ich ja vor kurzen auch durch die Kunst des Malers Velasques und seine Prinzessisnnenbilder gewandert.

Der zweite Text ist dem 1902 verstorbenen Fotografen und Maler Candido Lopez gewidmet, der im Paragayischen Krieg einen Arm verloren hat. Die schwangere Erzählerin fährt, um der Hitze der Stadt zu entgehen, in das Museum, das seine Bilder ausstellt, um dort zu erfahren, daß die immer noch restauriert werden. Eine Rahmenhandlung, um den Bruder der ersten Frau ihres Mannes, Charly, der im Urwald eine Farm bewirtschaften will, gibt es auch.

In „Ruinenromantik“ geht es um den 1808 verstorbenen Maler Hubert Robert, während Maria Gainza in „Die schöne Zuflucht“, die Erinnerung an ihre Freundin Alexa, die in Angola als Journalistin arbeitet, sowie einen Roman schreibt, mit der sie als Kind mit ihrem Vater einen Tiermaler besuchte,  dem der Vater  ein Katzenbild abkaufte, mit der Biografie des  1968 in Zürich verstorbenen  japanisch-französischen Maler Tsuguharu Foujita, der sich mit einer Katze portraitierte, verknüpft.

In der nächsten Geschichte fährt sie mit Freunden ans Meer, bleibt dort im Auto sitzen, passt auf das Gepäck und die Musikanlage auf. Hört die „Doors“, dreht sich piniennadeldünne Joints und denkt an das  Bild „Stürmische See“ oder  „Mer orageuse“ von Gustave Courbet.

Dann kommt Maria Gainza von einer japanischen Keramikkugel, die sie im Bücherregal ihrer Freundin Amalia entdeckt zu Henri Toulouse Lautrec und erzählt auch ein bißchen von ihrer unglücklichen Kindheit und der schlechten Beziehung, die sie zu ihrer Familie hatte.

Danach begibt sie sich wegen zuckender Augenlider zum Arzt und blickt während sie im Wartezimmer sitzt auf ein Poster des lettischen Farbfeldmalers Mark Rothko und macht hier ihre kunstgeschichtlichen Verknüpfungen, bis ihr der Arzt verkündet, daß sie eine harmlose Augenentzündung hat.

Eine Geschichte hadelt vom katalanischen Maler Josep Maria Sert von der sich ihr Onkel Marion das Boudoir seines Palais einrichten ließ.

In der nächsten Geschichte soll sie, da Jurymitglied, zu einer Sitzung nach Genf fliegen, was aber durch ihre Flugangst verhindert wird, die Verknüpfung zur bildenden Kunst passiert hier durch den autodidaktischen Maler Henri Rousseau, der offenbar auch einmal eine Ballonfahrt machte.

In den letzten beiden Geschichten geht es, um den argentinischen Maler Augusto Schiavoni und den Renaissancemaler El Greco und wieder verknüpft Maria Gainza, die Biografien- mit ihrer Familiengeschichte, was beim Lesen manchmal etwas anstrengend ist, den vielen Verknüpfungen  zu folgen und zu verstehen.

Aber sicher  interessant, die persönliche Geschichte  mit den verschiedenen Künstlerbiografien zu verknüpfen und so  sehr  literarisch eine neue Art der Kunstvermittlung zu kreieren.

„Ein verführerisch kluges Debut über eine Frau, die durch Bilder und fesselnde Künstlergeschichten auf ihr Leben, ihre Familie und Freunde schaut. Höchst originell, bestechend schön, ein Buch das man genießen soll“ hat der „Guardian“  geschrieben und am Buchrücken steht sogar:  „Blicke, Bilder und Geschichten: ein Buch in dem sich Kunst und Leben auf einzigartige Weise verweben – verführerisch gut erzählt von einer argentinischen Exzentrikerin.“

Das Letztere würde ich weglassen.

2019-04-11

Ins Schwarze

Weiter geht es mit „Wagenbach“ und der schönen roten „Salto-Reihe“, die mir ja immer wieder mir bis jetzt unbekannte Autoren aus anderen Ländern näherbringt.

In diesem Fall geht es um den 1978 in Avignon geborenen Vincent  Almendros, der mit „Ins Schwarze“ einen, wie im Buch steht, Sommerkrimi geschrieben hat.

Das stimmt, würde ich meinen, nicht ganz, wenn man jetzt an einen ganz  konventionellen Krimi denkt, denn dem Lehrer, der mit seinem ersten Buch den „Prix Francoise Sagan“ gewonnen hat, geht es mehr, um die Verdichtung, als um einen spannenden Plot.

So ist es, würde ich sagen, eine recht düstere Geschichte, die noch dazu ein Motto von JeanPaul Satre, aus den „Fliegen“ hat, was hier passiert.

Ein junger Mann kommt mit seiner Freundin, die von ihm schwanger ist, namens Constance nach Jahren in seinem Heimatort, weil hier seine Cousine Lucie heiratet.

Es beginnt sehr düster in der leeren Wohnung, wo tote Fliegen auf sie wartet, obwohl die Mutter, die inzwischen mit dem Onkel, dem Bruder seines verstorbenen Vaters lebt, aufgeräumt hat.

Der Onkel kommt auf Besuch und Laurent, das ist der Held, erzählt seiner Freundin, die er seltsamerweise Claire nennt, daß die Mutter ihm nach dem Tod des Vaters vergiften wollte, so daß er bei seinen Großeltern aufgewachsen ist.

Sie werden dann von der Mutter zum Mittagessen eingeladen, sie kredenzt Zunge, die Freundin wird darauf krank und Laurent muß von Lucie, die Tierärztin ist , Medikamente für sie holen.

Inzwischen wird er von einem Luc angerufen, der seine Schwester Catherine sucht, die verschwunden ist.

Laurent drückt ihm weg und nach und nach stellt sich heraus, daß er seine Freundin Catherine ermordet hat, so daß schließlich nichts aus einem fröhlichen Hochzeitsfest wird.

Eine kurze, das Büchlein hat nur etwa über hundert Seite, düstere, aber sehr eindringliche, sprachlich dichte Geschichte, die neugierig auf den Autor macht, so daß ich wieder gespannt bin, was ich von Vincent Almendros noch lesen oder hören werde.

2019-04-10

Zur Wildnis

Filed under: Bücher — jancak @ 00:33
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Jetzt kommen „45 Kurze aus Berlin“, von Helmut Krausser, das hat nichts mit unserem Bundeskanzler zu tun, sondern sind fünfundvierzig kurze Texte, von denen die meisten zwischen 2015 und 2018 als Kolummnen im „Zitty-Magazin“ erschienen sind und jetzt bei „Wagenbach“ als Buch herausgebracht wurde.

Von dem 1964 geborenen Helmut Krausser habe ich schon einiges gelesen und ihn, glaube ich, auch einmal bei „Rund um die Burg“ gehört.

Seine Tagebcher „Juli, August, September“ habe ich gelesen, die „Weltmeisterschaft“, „die letzten schönen Tage“, habe ich einmal im Schrank gefunden und bei „Piper“ ist jetzt, glaube ich, auch ein Buch von ihm erschienen, das ich aber erst bekommen muß.

Jetzt also die kurzen Kolumnentexte, die in eine Neuköllner Kneipe führen, die von einem Manni geleitet wird, der keine „Touris“ mag, aber sonst ein Herz für alle Schichten und alle poltisch Inkorrekten hat und weil ihm die Behörde verbietet, Essen anzubieten, hat er eine Mikrowelle, wo man selber seine Buletten und Bockwürste hineinlegen kann.

Der Schriftsteller Krausser kommt mehrmals in der Woche dorthin, um Backgammon zu spilen, wird dabei manchmal von einen Gitarristen gestört oder erzählt dem Wirten seine Erlebnisse, die er in einem Copyshop machte, als dort auf der Straße ein Hund überfahren wurde.

„Jetzt weißt du worüber du diese Woche du deine Kolumne schreiben wirst!“, meint der Wirt nur lakonisch.

In der Kneipe geht es auch höchst politisch zu, denn 2015 begann ja die Flüchtlingswelle, da schieden sich die Geister und die Stimmen mehrten sich, die sich dadurch bedroht fühlten und keinen großen Austausch wollten. So wird dort, wie auch im Netz viel politisiert. Die politisch Korrekten wollen eine korrekte Ausdrucksweise und wehren sich dagegen, wenn jemand „Innerer Reichsparteitag“ sagte. Sie wehren sich auch gegen sexistische Äußerungen und, daß der „Othello“ im Theater oder Oper von einem weißen alten oder auch jüngeren Mann gespielt wird, der davor zur schwarzen Schminke greift.

Gabi und Sonja, zwei Lesben haben endlich durchgesetzt, daß sie heiraten können. Jetzt wollen sie im „Zur Wildnis“ ein Fest ausrichten, aber AFD-Wähler beispielsweise nicht bewirten. Der Wirt Manni wehrt sich dagegen und so findet die Feier schließlich woanders statt und Ahmed, der Dachdeckerlehrling möchte lieber Künstler werden und fragt Helmut Krausser, wie das geht?

Der verweigert die Auskunft, denn erfolglose Künstler laufen ja  schon viel zu viele herum, was zu einen späteren Text führt, wo ihm ein Stammgast beichtet, sein Sohn hätte in einem Buchladen Lyrik mitgehen lassen.

Das wäre an sich ja ein hehres Ziel, wenn einer stiehlt, um sich bilden zu können. Da aber laut Helmut Krausser ohnehin schon jeder zweite schreibt und dann sehr gern, wie beispielsweise ich, umsonst oder um nur wenig Honorar liest, ist auch das in Zeiten, wie diesen eine harte Konkurrenz für die Dichter mit dem Brotberuf, deren Einnahmen ohnehin immer geringer werden.

Spanier stümen das Lokal und stören durch ihr lautes Reden oder Singen, die Backgammonspieler. So kommt es zu einer Bedrohung mit einer Waffe und ein George kommt auch einmal dazu und will mitspielen, zieht dann aber ohne Gewinn ab.

Und so geht es durch die fünfundvierzig kurze Texte und wir bekommen, denke ich, dadruch ein sehr aktuelles zeitkritisches Bild von dem Berlin zwischen 2015 und 2018, wo sich die Linken mit den Rechten matchen und  viel passiert, was Helmut Krausser aufgegriffen und in seinen Kolumnen und jetzt in dem Sammelband verewigt hat.

Ein spannendes, interessantes Buch, das ich auch meinen Freund Uli empfehlen könnte, denn ich denke ja, daß man nicht nur nach links und auch nicht nur nach rechts sehen soll, sondern beides objektiv vermischen, so daß man ein reales Gesamtbild von der gesellschaftlichen Situation bekommen kann, was durch dieses Buch, glaube ich, sehr gut geschieht.

2019-03-27

Saison der Wirbelstürme

Filed under: Bücher — jancak @ 00:43
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Jetzt kommt noch ein Debut, allerdings eines der 1982 in Mexiko geborenen Fernanda Melchor, die sich in ihrem Buch mit der Gewalt an Frauen beschäftigt, in Zeiten wie diesen ein sehr wichtiges Thema, wo die Unterdrückung an Frauen sowohl von den muslimischen Kulturen als auch von den Rechten kommt und Mexiko macht mit seinen Frauenmorden auch immer wieder Schlagzeilen.

Im Vorwort steht, daß Teile der Geschichte auf wahren Tatsachen beruht, am Schluß wird einigen Journalisten gedankt und dazwischen zieht es sich in sieben Kapitel hin zwischen dem bekannten lateinamerikanischen magischen Realismus und einer sehr auffälligen brutalen schonungslosen Sprache der Autorin, wo vor sich hin geflucht und geschimpft wird, wie man es literarisch vielleicht noch nicht so gehört hat.

„Die Vergessenen oder Die Medusa von La Matosa“ titelt der „Falter“ seine Kurzrezension und es beginnt am Mord einer „Hexe“, einer alten Frau, die umgeben von Schmutz und Müll in einem heruntergekommenen Haus eine Art esotherische Heilerpraxis betrieb, in der sie sicher auch Abtreibungen vornahm und von deren unsagmbaren Reichtum man munkelt.

Das beschreibt das erste Kapitel in der schon erwähnten deftigen Sprache. Dann geht es zu den verdächtigten Jugendlichen. Jungs um die vierzehn, die die Gewalt, die sie erlebten an ihre Schwestern und Cousinen weitergeben, die sie von ihren Müttern habe, die von ihren Männern längst verlassen wurden oder sich das Leben durch Prostiution erkauften.

die Gegend in der das Ganze spielt ist arm und heruntergekommen. Die Jungs träumen von billigen oder auch teueren Adias-Schuhen oder billigen vermischten Koks. Die Frauen wahrscheinlich von der Liebe, die sie nie bekommen haben und höchstwahrscheinlich auch nicht annehmen können und das Ganze spielt in dem Haus der Hexe, einem heruntergekommenen Krankenhaus, wo man nach der Vergewaltigung oder Abtreibung von der Sozialarbeiterin noch angebunden wird, in der Kirche, der Katholizismus mit seinem Reichtum un den billigen Madonnen die in den Häusern der Armen stehen, spielt in Mexiko ja  eine große Rolle und natürlich auch im Gefängnis.

Daziwschen wird es immer mal ein bißchen magisch durchtränkt und wir bleiben mit offenen Mund vor der Gewalt, der Armut und den Terror, den es auf der Welt noch gibt und  den man hierzulande längst überwunden glaube, nach dem Lesen zurück.

So ist das bei „Wagenbach“ erschienene Buches sehr zu empfehlen und wer die Autorin kennenlernen möchte. Sie kommt am ersten April nach Wien und liest um neunzehn Uhr in der Hauptbücherei am Urban Loritz Platz.

Ein Glas Wein gibt es, glaube ich, nachher auch.

2019-03-10

Mendelssohn auf dem Dach

Filed under: Bücher — jancak @ 00:11
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Nun kommt das zweite Buch das nach Leipzig mitnehmen habe wollen, denn die Tschechei ist da ja das Gastland und der 1900 in Prag geborene und 1959 dort verstorbene Jiri Weil ist ja ein Tscheche und sein 1960 in Prag posthum erschienener Roman, der 1992 bei „Rowohlt“ auf Deutsch herausgekommen ist und jetzt bei „Wagenbuch“ wiederaufgelegt wurde, ist eine Rarität, erzählt es doch die Okkupation der Nazis in Tschechien und es beginnt höchst satirisch bis es dann im Untergang endet.

Denn Reinhard Heydrich, der 1942 in Prag bei einem Attentat umkam, ist dort Reichsprotektor und außerdem ist er ein musikliebender Mann. So geht er abends in das Konzerthaus, das ihm zu Ehren Don Giovanni spielt und als er beim Weggehen auf das Dach schaut, entdeckt er eine Mendellsohn-Staue und fängt zu toben an.

Der Jude muß weg. Also schickt er einen Magistratsbeamten mit zwei Gehilfen dorthin, um die Statue entfernen zu lassen, nur stehen keine Namen auf den Büsten. So kommt der Beamte auf die Idee das Wissen anzuwenden, was er bei seinen Schulungen lernten.

Der mit der größten Nase muß der Jude sein. Nur leider ist das Richard Wagner, den sogar er erkennt und nun ist Rat teuer und man weiß auch nicht so recht, wen man um Hilfe holen soll, weil ja alle vor der Gestapo Angst haben, die sehr brutal zu reagieren pflegt.

Das geschieht schließlich doch. Die richtige Büste wird heruntergeholt und versteckt, bis der Spuk vorbei ist und der zieht sich nur langsam voran. Die Juden müssen ein Museum mit gestohlener Raubkunst anlegen. Der ehemalige Pförtner der jüdischen Gemeide muß die geraubten Möbel schleppen und ein Jude stirbt zu erst einmal im normalen, dann im jüdischen Spital in das er todkrank überstellt wird.

Die Statuenmetapher wurde hier gewählt und so erstarr sein Herz zu Stein. Er soll aber für die beiden versteckten Kinder Adela und Greta seiner verstorbenen Schwester sorgen, das besorgt ein Freund für ihn, bis die Pflegeeltern weggeholt werden, die verängstigen Kinder sich auf die Straße begeben und dann von der Gestapo zu Tode geprügelt werden, dabei in ihrer Angst ein Lied singen, aber die, die sie versteckt haben, nicht verraten.

Inzwischen werden die Juden abgeholt und entweder, wenn sie priveligiert sind, in die Festungshaft nach Theresienstadt oder gleich in den Osten gebracht, wo sie das Gerücht ängstigt, daß sie dort in den „Schornstein gejagt“ werden.

Sowohl satirisch, als auch scharf pointiert, zeichnet Jiri Weil, der 1933 als überzeugter Kommunist in den Osten ging, zwei Jahre später in die Heimat zurückkehrte und die NS-Zeit nur überleben konnte, weil er seinen Selbstmord vortäuschte, das Bild von der besetzen Stadt und der Judenvernichtung dort.

In der Nachkriegszeit hat er im jüdischen Museum in Prag gearbeitet und dort auch, wie im Anhang steht, Klaus Wagenbach kennengelernt, dessen Verlag jetzt seinen, glaube ich, dritten Roman nochmals auflegte, den ich sehr empfehlen kann, weil er alle, die das vielleicht vergessen haben oder nicht hören wollen, sehr eindringlich vor Augen führen kann, wie es damals war.

2019-02-28

Schwarzes Kleid mit Perlen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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Jetzt kommt eine Entdeckung, nämlich der Roman der 1915 in Warschau geborenen und 2010 in Toronto verstobenen Helen Weinzweig, den sie mit fünfundsechzig Jahren geschrieben hat und der jetzt bei „Wagenbach“ auf Deutsch herausgekommen ist.

Eine im surrealen Stil der Neunzehnhundertdreißigerjahre geschriebene aber durchaus in der Gegenwart der Fünfundsechzigjährigen, spielendende Geschichte, wo man nicht recht weiß, geht es dabei, um die Unterdrückung der Frau oder um die Emanzipation der selben, was in Zeiten wie diesen ja besonders wichtig ist?

Der Text am Buchrücken unterscheidet sich auch vom Klappentext und das, was man dann auf den hundertsechundachtzig Seiten liest, ist noch ein bißchen anders.

Da geht es um Shirley, eine1925 geborene Frau, die sich einen anderen Namen gibt und durch die Welt reist, um sich mit ihren Geliebten namens Coenraad zu treffen.

Das muß auf geheimnisvolle Art und Weise geschehehn. Er hinterläßt in den Hotels, in denen sie absteigt, Nachrichten, für sie. Sie muß dann nach ihm suchen und liegt abends einsam in ihrem Hotelzimmer, schaut sich Postkarten an und durchdenkt ihr Leben und ihre Beziehung zu ihrem Geliebten, der ihr klare Vorschriften gibt, nicht entdeckt werden und selbst bestimmen möchte, ob und wann er sie zum letzten Mal sieht.

Sie ist verheiratet mit einem Zbiginew, an den sie manchmal denkt, während sie im schwarzen Kleid mit Perlenkette durch die Straßen läuft, sich von Kellnerinen zuerst an Katzentische, dann doch zu besseren Tischen führen und sich von ihren ihre Lebensgeschichten erzählen läßt.

Eine der Botschaften, die Coenraad für sie ausgelegt haben könnten, handelt von aussterbenden Ulmen. So sucht sie in den nächsten Tagen alle Ulmenstraßen ab, bis sie erkennt, daß das vielleicht eine falsche Fährte war, weil in dem Hotel auch eine Gruppe von Botanikern logiert, die diese Folder in die Gästefächer auslegen ließ.

Sie wird aber von einem angesprochen und zu sich eingeladen, weil er ihr seine Orchiddeensammlung zeigen möchte.

Dann ist sie wieder zu Hause und findet in Bett und Küche eine Francesca vor, denn der Zbigniew ist inzwischen auch nicht untätig gewesen. Franscesca erzählt ihr ihre Lebensgeschichte und serviert dann die Pfirsiche, die sie selbst eingelegt hat, als die ihren, was Shirley ärgert, so daß sie sich zwar zuerst mit ins Ehebett legt, später aber ihre Kleider nimmt, Francesca ihre Perlenkette hinterläßt und das Haus verläßt, um vielleicht in ein neues besseres Leben aufzubrechen.

Das weiß man nicht so genau, hat aber einen interessanten Roman gelesen, der in der Frühlingsproduktion, wo es ja um traurige Gäste, Blauwale, Gotteskinder, aber auch um das neue Kultbuch von Michelle Houllebeque „Sarotonin“ und Takis Würgers „Stella“ geht, die letzteren  habe ich nicht gelesen, ein wenig aufhorchen läßt.

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