Literaturgefluester

2019-12-24

Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4

Filed under: Bücher — jancak @ 07:35
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„24 exclusive  Adventstories von deutschen und internationalen Beststellerautoren“,ist am Cover des Büchleins zu sehen, wo ein Weihnachtsmann auf dem Cover steht und offensichtlich gerade das Pünktchen auf dem Vierer malt. Er wirk recht beschwingt, ein Fuß in der Höhe.

Dabei fängt es bei der 1959 geborenen Sabine Alt, die Lehrerin war, bevor sie zu schreiben begann, gar nicht so fröhlich an. Ganz und gar nicht, obwohl eine Scheidung ja „Der erste Tag im neuen Leben ist“.

Der erste Dezember ist das auch, der erste Tag im neuen Monat und da wird die Erzählerin geschieden. Dazu zieht sie sich grüne Highheels an, da der Ex diese Farbe haßt, Highheels aber liebt. So hat seine Cousine Magda, die den Scheidungsgrund abgibt, auch Rote an. Die Heldin torkelt mit den hohen Schuhen zuerst durch das Bezirksgericht, dann durch die weihnachtlichen geschmückten Straßen, bleibt vor einem Juwelierladen stehen, in dem die Ohrringe liegen, die sie sich eigentlich zu ihrer Hochzeit vor zwanzig Jahren gewünscht hat.

In das Geschäft hinein, die Kreditkarte holen, dazu auch noch das alte Hochzeitskleid und dann mit den gekauften Dingern, ab in die Kirche und vor der Marienstatue noch einmal „Ich will!,“ hauchen, was wahrscheinlich umso besser gelingt, da schon die Paketbombe auf dem Weg zum Ex und seiner neuen Liebsten ist.

Am zweiten Dezember geht es schon zu einer Weihnachtsfeier, die ja immer früher stattfinden oder eigentlich zum Silvester, denn da wurde das Wunderkind Konstantin, Alexander, Karl Schöbel, dem alles gelingt, der aber keine Gefühle spüren kann, geboren. Jetzt ist er dreißig und Abteilungsleiter in einer Fischfirma und dort findet dann die schon erwähnte Weihnachtsfeier statt.

Er kauft sich ein Tombolalos und gewinnt peinlicherweise den Hauptpreis, ein Abendessen mit anschließender Übernachtung in einem Luxushotel. Peinlich ist das für die Führungsetage, denn wie schaut das aus, daß in Zeiten wie diesen, ein leitender Angestellter, den unteren Chargen den Gewinn wegschnappt?

Er muß, wird beschloßen, den Gewinn verschenken und dafür wird die um zehn Jahre ältere Buchhalterin Claudia Radlewski ausgewählt, die gerade ihren Mann verloren hat.

Sie nimmt den Gewinn unter der Bedingung an, daß Konstantin Alexander Schöbel sie begleiten muß, der dann, das kann ich gleich verraten, das Fühlen lernt.

Am dritten Dezember führt uns die britische Autorin Kate Saunders in die Gardarobe drei  eines Provinztheaters, wo die fett gewordene Olivia zuerst  auf der Bühne  in einem Sesses sitzt. Ein Lacher im Publikum erinnert sie an ihren Ex-Mann Jack, von dem sie sich trennte, weil er dem Alkohol verfallen war. Jetzt erwartet er sie in der Garderobe und erzählt ihr, daß sie beide von seinem Onkel einen Bauernhof geerbt haben, den sie sich teilen können.

Am vierten Dezember wird es mythisch. Führt uns die Bestsellerautorin Barbara Wood am St. Barbara Tag in die Wüste. Beziehungsweise verirrt sich dort die junge Ärztin Amanda, die nach dem ihr am vorigen Weihnachtstag ein Kind gestorben ist, in die Forschung fliehen und ihren Freund David verlassen will. Da stößt sie auf ein Auto in dem eine Frau Missis Ross in den Wehen liegt. Sie befreit das Baby von der Nabelschur und bringt es zur Welt. Verliert dann das Auto und steckt wieder in der Wüste fest, bis sie auf einen Priester trifft, der ihr von einer Klinik erzählt, die eine Ärztin sucht, weil sie sonst geschlossen werden muß, die von einer Dr. Ross gegründet wurde, die einmal in den Wehen in der Wünste steckte und von einer ihr immer unbekannt gebliebenen Ärztin gerettet wurde. Da braucht man schon ein bißchen  guten Willen oder Glauben, um da mit zu denken  und sich das Weihnachtswunder vorstellen zu können.

Die „Heiligen Familie“ des Krimiautors Oliver Bottinis steht vor einem großen Problem, als sich der kleine Bennie kurz vor seinem Geburtstag weigert „fünf“ zu werden und damit alle, die Mutter die seit dem sie fünfunddreißig ist, nur mehr schwarze Unterwäsche trägt und den Vater, der das grüne Fahrrand, das sich Bennie vorher wünschte, in den Keller stellte, alle ratlos macht.

Claudia Rusch erzählt am Nikolaustag von ihren zwei schreckhaften Begegnungen mit den Nikoläusen. Da raschelte es einmal als sie Kind war und sie nach ihren Stiefel schauen wollte, was sie sehr erschreckte und später noch einmal, als sie eigentlich verreisen wollte und den Nachbarn den Schlüßel gab, dann aber doch die Nacht über blieb. Seither ist sie überzeugt, daß es den Nikolaus gibt, was mich zu der Frage bringt, ob man in Ostdeutschland andersm als bei uns den Nikolaus feiert, wo dieser ja immer noch in die Kindergärten kommt und man sich vor ihm, anders als beispielsweise vor dem Krampus nicht fürchten muß.

Die  Historikerin Sabine Weigand läßt den 1903 geborenen Maler Georg Hetzelein von seiner Kindheit auf dem Bauernhof und von Weihnachten 1909 erzählen, die bei ihm immer schon nach Nikolaus begann, da kam die Tante, eine Kaltmamsell auf Besuch und möppelte mit der Familie die Figuren für die Krippe, beim Kletzenbrotbacken konnte er ein bißchen naschen, denn die Familie war arm und so gab es meistens nur Milchsuppe und Kartoffeln zu essen. Einen Weihnachtsmarkt zu dem die Familie in die Stadt marschierte, gab es auch. Da der Großvater aber die Geldtasche verwaltete, bekam er zu seinem Leidwesen nicht das aufziehbare Automobil, sondern nur ein paar Buntstifte, mit denen er dann aber nach der Bescherung fröhlich zeichnete und eine Malerkarriere begann.

Am achten geht es um zwei Banker die entlassen werden, in der Sauna und vor allem in der Studentenkneipe danach ihr neues Glück in den Zahlen sehen und ein Jahr später in einer Astroshow höchst erfolgreich sind. Da gibts dann auch eine Hochzeit, zu der sogar Udo Jürgen erscheint, denn, wie heißt es ja so schön „Immer wieder geht die Sonne auf!“, der ist allerdings am 21. Dezember 2014 gestorben.

Am neunten Dezember geht es schon ans Fest beziehungsweise zu den Gansln, die schon in den Küchen von Garmisch-Partenkirchen schmoren. Denn der Krimiautor Jörg Maurer dessen „Föhnlage“ ich schon gelesen habe, stammt von dort und läßt, die Polizeigruppe dieses Ortes durch den Wald zu einem Tatort stapfen, denn es wurde eine Leiche entdeckt. Zwar ein Schlaganfall, aber da ist eine neun im Schnee eingezeichnet und das führt zu einer falschen Witwe und vielen vielen Leichen, die unter einen Strudel liegen.

Am Zehnten geht es nach Island, läßt doch dort Kristin Marja Baldursdottir einen Gendarmen in der Nacht zum zehnten Dezember, dem Geburtstag seiner Tochter, die in der Stadt studiert, seinem Glückstag also, zu einem Gehöfft hinauffahren, weil dort ein betrunkener Sohn seine Eltern im Haus eingesperrt haben soll. Als er ankommt stürzt sich der auf ihn, verwickelt ihn in eine Schlägerei, setzt ihn das Messer an den Hals, bis dann die Eltern hinausukommen „Es ist gut!“, sagen und gemeinsam mit dem Polizisten den Sohn ins Haus schleppen. Die Eltern sagen ihm dann noch, daß der Sohn deshalb so betrunken war, weil ihm sein Mädchen, eine Studierte den Laufpass gegeben hat. Er fragt nach dem Namen, hört die Antwort dann aber nicht mehr und sollte es eigentlich selber wissen.

Am elften Dezember läßt uns Nina Schmidt „Das Wichteltrauma“ erleben, beziehungsweise eine Misanthropin ins Fitneßstudio gehen, da gibts einen Weihnachtsmann als Geschenk und sie flucht.

„Ja, wissen, die denn nicht, daß man sich mit Schokolade die Figur zerstört?“, dann gehts in die Leserunde, dort soll ein Wichtelaktion durchgeführt werden. Aber sie hat ein Wichteltrauma, hat sie sich doch als Kind mit dem Wichtelspiel große Mühe gegeben und dann eine kaputte Schallplatte als Geschenk bekommen. Diesmal bekommt sie einen Leuchtstab mit elf Engeln, betrinkt sich am Glühwein, hat dann einen Unfall und siehe da, das aus China importierte Kitschzeug hat ihr Leben gerettet.

Die in Vorarlberg geborene Daniela Larcher, läßt es in Staubnitz schneien, was auf dem Weihnachtsmarkt und auch sonstwo zu Katastrophen führt, denn was macht man, wenn die Touristen ausbleiben?

Den Schöpfer der „Jesuswurst“, den Metzger fritz Egger erschlagen. Ganz klar und der Gendarm Achilleus Anstetter muß  herausfinden, wer es war? Eine gläubige Standlerin und den Pfarrer hat er zur Auswahl! Aber vielleicht ist es doch die liebende Gattin gewesen? Eine seiner aufmüpfigen pubertierenden Zwillingstöchter wird es ihm verraten.

Zufällig am Freitag, den dreizehnten, komme ich zur der Geschichte des triskaideckaphobischen Gastrokritikers, der jeden Tag ein oder zweimal ein Restaurant verreißt, nur am Freitag, den dreizehnten nicht. Da bleibt er zu Haus, liegt im Bett und schaut sich von dor Gastroshows an und dann hört er von einem geheimnisvollen Restaurant mit dem angeblich besten Essen. Das Wasser rinnt ihm im Mund zusammen und er meldet sich zur Verkostung an. Der Termin, den er bekommt, ist am Freitag den dreizehnten Mai. Er überwindet sich, ißt neben den Köchen, deren Restaurants er verrissen hat, die köstlichsten Gänge, bis er zum „langen Schwein“ kommt. Er stürzt aus dem Lokal, rennt in den Autobus, der Linie dreizehn und sein Leben ist ausgehaucht. Ein geheimnisvoller Arzt, der eigentlich, der Kellner war, merke ich an, hat  auch noch ein wenig mitgeholfen.

Am vierzehnten Dezember zerstreitet sich eine Frau auf dem Weg zum Stattgarter Weihnachtsmarkt ihren Mann, zählt die dort anwesenden Italiener, betrinkt sich am Glühwein und am Punsch um dann ihren Bernd in der letzten Punschhütte wiederzufinden.

An einem fünfzehnten beschließt der Protagonist in Klaus-Peter Wolfs „Hexenverbrennung“ seine Frau, die ihm zuerst einmal beim Schwarzfahren erlöste, später aber betrog und fallenließ zu verbrennen und das scheint ihm in der nicht sehr weihnachtlichen Geschichte auch zu gelingen.

In „Heute heilig sechzehn Abend“ läßt Michael Gantenberg ein afrikanisches Paar, Wiilliam Mbtoni mit seiner schwangeren Frau aus Wambesi in Lapedusa stranden und sie ist frustriert, hat ihr doch ihr Willi ein Hotel versprochen. Sie kommen nur in einen Wohnwagen eines deutschen Wintercampierenden Paars mit komischen Anzpgen und das nimmt sie dann nach Deutschland mit, schmuggelt sie über die Grenzen und läßt sie vor einer Kirche Asyl oder „Arsl!“, wie es in ihrem Dialekt heißt verlangen.

Am siebzehnten Dezember erzählt und die 1980 in Bonn geborene Theresa Bäuerlein von einem Jugendlichen, der an seinem siebzehnten Geburtstag seine Entjungferung endlich hinter sich haben möche. Aber wie das so ist, wenn man etwas unbedingt möchte geht es nicht, Erleichterung kam erst mit der Erkenntnis, daß er sich wegen der gesteigerten Lebenserwartung eigentlich keine Sorge machen braucht und dann bekam er noch von seiner Liebsten, die es auch schon hinter sich haben wollte, noch einen rosa herzförmigen Geburtstagskuchen zum Geschenk.

Am Achtzehnten geht es nach Island und da zu einer Geschichte der sehr berühmten Krimiautorin Yrsa Sigurdardottir und da werden zwei Polizisten, wieder zu einer Leiche gerufen.

Es ist die Zeit der Bankkrise und da wurde die Frau eines entlassenen Bankdirektors, die gerade schwanger wurde, ermordet. Der Mann sitzt daneben und meint, denn sie hätten sich ja so gern ein Kind gewünscht. Da springt dann einer über einen Zaun um noch schnell seine Baugeräte zu holen, bevor der Exekutor kommt und alles klärt sich auf oder nimmt eine überraschende Wende.

Am neunzehnten Dezember wird die Weihnachtslegende umgeschrieben, beziehungsweise in einer Skatrunde der erste Weihnachtsengel der Geschichte entdeckt.

Zum Nachdenken bringen kann eine die skurrile Geschichte „In disch verliebt“ von Steffi von Wolf in der sich eine Architektin zu Weihnachten ihr angebliche zwölf Jahre altes indisches Patenkind Meghdutt auf vierzehn Tage einlädt. Sie kauft ihm neue Bettwäsche und sich ein indisches Kochbuch. Es kommt ein alter Mann, der „etwas für seine Hose braucht“, keine Bratwurst mag, sich vor Schnee fürchtet,  aus der Bettwäsche eine Hängematte flicht und für immer bei ihr bleiben will, was sie und ihre Freundin Susi an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt.

Die Familie ist da auch keine Hilfe, obwohl der Vater sogar Rechtsanwalt ist,  die Polizei und die Patenorganisation läßt sie auch hängen. Die Hilfe kommt von dem jungen indischen Notarzt, der sich  als Meghdutts Sohn entpuppt, ihr verliebt in die Augen schaut und verspricht alle Kosten zu übernehmen.

Und einundzwanzig Tage vor Weihnachten, sieht Lydia Werner das rote Kleid im Schrank mit dem sie vor dreißig Jahren mit ihrem Theo Silvester feierte. Da war sie dreißig Kilo leichter und so beschließt sie abzunehmen, um wieder in das Kleid zu passen und ißt infolgedessen nur mehr Gemüse am Abend, wird grantig, die Weihnachtsvorbereitungen fallen aus und am Vierundzwanzigsten klappt sie dann zusammen, wacht im Krankenhaus auf, wo sie ihren Theo mit dem Anzug sieht, den er damals getragen hat und der ihm auch nicht mehr passt.

In „Catch 22“ geht es um das typische Problem, daß die Frauen mehr von den Männern wollen, als diese bereit zu geben sind, also über Gefühle reden und hundertmal am Tag „Ich liebe dich zu sagen, obwohl das doch ohnehin selbstverständlich ist.

Da fährt ein Mann zu einem jährlichen Kongreß nach Chicago, die Frau gibt ihm am Gate einen Brief, der ihm schon wieder lästig ist, dann sieht er sich den Film „Catch 22“ an, den Brief hat er noch nicht gelesen und beschließt ihr die Freude zu machen, am zweiundzwanzigsten Dezember, der Tag an dem sie sich kennenzulernen, es ihr schön zu machen, während sie mit Tränen in den Augen an die Orte fährt, wo sie sich kennenlernten und dann, als Max, statt  Robert sie anruft, mit Tränen in den Augen beschließt zu ihm zu  fahren, weil sie Robert ja liebt, aber auch Gefühle braucht.

„Ein Leben in Ocker“ heißt die Geschichte für den dreiundzwanzigsten Dezember, die offenbar aus einer Serie von Oliver Uschmann & Sylvia Witt stammt.

Da beschwert sich eine Frau im Supermarkt, daß sie mit den vielen Schokoladesorten, die da angeboten werden überfordert ist. Abhilfe schafft die „Ockerpartei“, die zwar nur von zwei Prozent der Wahlberechtigten gewählt wird, dafür aber gleich die Mehrheit hat. Nun werden alle Farben abgeschafft und alle in ein einheitliches Ocker gehüllt, um das Leben einfacher zu machen. Ein wahres Horrorszenarium tut sich auf, daß sich am Ende aber glücklicherweise nur als Alptraum entpuppt.

Der 1981 geborene Bestsellerautorin Cecila Ahern, die „P.S Ich liebe dich“ und „Vermiß mein nicht“, geschrieben hat, gehört die letzte Geschichte, die natürlich „Vierundzwanzig Minuten“ heißt und genauso lange braucht ein Lebensmüder, der sich aus Frust auf das Leben, die erwartete Beförderung ist nicht gekommen, auf die Schienen stürzem will, um zu begreifen, daß ihm dieses Leben doch gefällt und gerade, füge ich hinzu, vor Weihnachten doch nicht das Schlechteste ist.

Und hier gehts  zu meinem Adventkalender: 1 5 7 10 14 19 20  23 24,  weitere Fenster werden am 25. 29. und 30. Dezember und vielleicht noch an einem anderen Tag zu finden sein und für alle eventuelle Eva Jancak Sammler, hier habe ich Bücher deponiert:

3. 12. Bücherschrank bei der Buchhandlung „Kuppitsch“, die jetzt „Thalia“ gehört – „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

4.12. „Wortschatz“ – „Nika, Weihnachtsfrau“

5.12. Wiedner Hauptstraße vor dem Theater „Scala“ „Die unsichtbare Frau“ und  Bücherschrank am Wienerberg „Magdalena Kirchberg schreibt  einen Roman“

6.12. „Wortschatz „Paula Nebel“      

10.12. „Wortschatz“ „Dreizehn Kapitel“

11. 12.“Wortschatz“ „Anna kämpft gegen das Vergessen“

15. 12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Mutter möchte zwanzig Kinder“

16. 12. „Wortschatz“ „Die unsichtbare Frau“ und „Miranda Schutzengelchen“

18.12. „Wortschatz“ „Besser spät als nie“

24.12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Lore und Lena“

Das wars! Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes Fest und ein Bild von den Vanillekipferln, die Alfreds, 2012 verstorbener Vater, früher immer backte, die Christbäume in Harland und Wien und ein Weihnachtsgedicht, das in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft einmal entstanden ist, gibt es hier zu sehen.

2019-12-20

Der andere Name

Filed under: Bücher — jancak @ 00:35
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Bevor es an das Schweizer Buchpreislesen geht, noch ein kleiner Sprung nach Norwegen, beziehungsweise zum Gastland der diesjährigen Buchmesse und da zu dem 1959 geborenen Jon Fosse, der, glaube ich, als großer Dramatiker gilt.

„Rowohlt“ war so nett, mir das Buch zur Verfügung zu stellen und ich muß sagen, es war eine Überraschung, räumt es doch mit einigen, was ich den letzten Jahren übers Schreiben gehört habe, gründlich auf.

Denn da habe ich ja öfter gehört „Da passiert ja nichts!“, als ich meine ersten Texte über mein Alltagsleben schüchtern herumzeigte und der Uli, mein inzwischen sehr rechts gewordener dritter Kritiker hat mich ja einmal angeschrieben und mir meine Texte korrigiert, weil da keine Absätze und so weiter und so fort.

Und da habe ich nun ein Buch gelesen das auf fast fünfhundert Seiten nur aus einem einzigen Satz besteht. Es gibt keinen einzigen Punkt dafür aber Beistriche und sehr viel „sagte, dachte ich“, wo einem ja auch geraten wird, das man das nicht darf, beziehungsweise weglassen soll und dann wird pausenlos „Die Mutter, Die Glatze“ mitten im Satz geschrieben, wo es ja keinen Punkte dafür aber Absätze gibt, weshalb das Ganze auch gut lesbar ist, wenn man sich erst ein bißchen eingelesen hat

„Bookster“, der mich ja einmal scharf rügte, weil ich angeblich gespoilert habe, dat in seiner Besprechung auch nur mit einem Satz probiert, die Absätze aber wegelassen, weshalb ich den Text noch immer nicht verstanden habe.

Jon Fosses Monolog habe ich verstanden und ich muß sagen, das Buch gefällt mir gut und es ist wohl das, wie ich auch einmal schreiben wollte, aber erschrocken damit aufhörte, als man mir sagte, daß man so nicht schreiben darf.

Was habe ich gelernt? Man soll nicht auf seine Kritiker hören und passieren, um an den Anfang zurückzukehren tut in dem Buch auch sehr wenig. Es gibt eigentlich keinen Plot oder sagen wir nur einen sehr balnalen.

Da lebt in einem norwegischen Döflein ein Maler namens Asle, lebt, seit seine Frau gestorben ist ganz allein, träumt vom absoluten Malen, hat nur einen Nachbarn, einen alten Fischer, den er von seinen Fahrten in die Stadt Lebensmittel bringt. Zu Weihnachten schenkt er ihm immer ein Bild für seine Schwester. In der Kreisstadt hat er eine Galerie, wo er immer zu Weihnachten eine Weihnachtsausstellung macht und einen Freund, der auch Asle heißt und ebenfalls Maler ist, hat er auch.

Wenn ich da wieder an „Bookster“ kommentiere und ihm frage, ob das vielleicht sein alter Ego ist, reagiert er vielleicht wieder heftig.

Aber ich habe diese Überlegung schon in einigen Kritiken gelesen und denke, daß das so sein könnte oder auch nicht. Denn er findet diesen Freund,er selber hat schon längst mit dem Trinken aufgehört,  auf einem der schmalen Gassen des Städtchens im Schnee liegen, bringt ihm auf die Arztstation, holt dann seinen Hund aus desen Wohnung, trifft eine geheimnivolle Frau die mal Silje mal Guro heißt. Aber so heißt auch die Schwester des Nachbarn und Kindheitserinnerungen, wo er mit seiner Schwester an das Meer ging, obwohl das streng verboten war, beziehungsweisen sich zu „Der Glatze“ in ein Auto setzt und dann noch eine Beobachtung eines Paares, das sich auf dem Spielplatz schaukelt oder in die Sandkiste legt, gibt es, in dieser langsamen Prosa, wie es Jon Fosse nennt, auch.

Das Ganze wird eine Heptalogie und davon habe ich jetzt Teil eins und zwei gelesen. Spannend was in den weiteren fünf Bänden passieren wird und ich habe ein gutes Buch gelesen, das noch dazu, um die Weihnachtszeit im kalten Norwegen spielt, also auch in meinen Adventschwerpunkt passt.

2016-12-25

Weihnachten mit oder auch ohne Vicki Baum

Die letzte Woche hatte ich ja zwischen meinen Stunden schon so ein „neues Buchprogramm“. So bin ich am Dienstag nach meiner zehn Uhr Stunde zum Friseur gegangen und dann ins Literaturhaus, weil ich in letzter Minute doch noch daraufgekommen bin, daß es dort einen Flohmarkt gibt und habe zehn Bücher um fünf Euro nach Hause geschleppt, die zum größten Teil nicht, wie erwartet aus den österreichischen Klein-oder Mittelverlagen, wie „Haynon“ oder „Residenz“, stammten, sondern eher etwas ältere Bücher aus deutschen Verlagen, wie etwa das von Nina Bussmann „Große Ferien“, Larissa Boehnmann „Das Glück der Zikaden“, Mathias Nawrat „Unternehmer “ oder  Pia Ziefles „Länger als sonst ist nicht für immer“, Bücher von Leuten, die beim  „Bachmannpreis“ oder  gelesen haben oder die ich von den Blogs kenne, waren.

Am Mittwoch habe ich dann nach meiner dreizehn Uhr Kinderstunde, die Fenster geputzt und die Böden gesaugt und ein Weihnachtsgeschenk oder ein gewonnenes Buch ist auch gekommen, habe ich doch bei Marc Richters Gewinnspiel, den ich durch das „Debutpreisbloggen“ kennenlernte, Markus Mitmannsgruber „Gegen die Zellen“ gewonnen, ein Buch aus dem „Luftschacht-Verlag“, das er auf seine persönliche Shortlist setzte und das er mir sehr empfohlen hat.

Am Donnerstag hat es noch einen klinischen Mittag gegeben, ich habe überlegt, ob ich eine Schachtel Lebkuchen kaufen soll, dazu bin ich heuer irgendwie nicht gekommen, habe es dann aber gelassen, denn wenn ich noch einmal beim Literaturhaus zuschlage, bin ich mit meiner eher kleinen Weihnachtstasche, die ich einmal von einer Klientin bekommen habe und von der dauernd der Henkel abreißt, so bepackt, daß ich es nur schwer in meine Praxis schaffe, wo ich noch eine sechs Uhr Stunde hatte.

Am offenen Bücherschrank bin ich aber vorbeigekommen und dort lag gleich oben auf und gut sichtbar Stefan Thomes „Gegenspiel“ von dem ich nicht wußte, ob ich es nichtschon hatte, es war aber der „Grenzgang“ und Hans Platzgummer „Am Rand“ ist auch dort gelegen. Das habe ich, da auf der LL des dBp schon gelesen, aber nur als PDF, also doch danach gegriffen und danach, ich glaube, so eine halbe Stunde vor Schluß noch einmal ins Literaturhaus und die mitgenommene Tragetasche vollgefüllt. Wann werde ich das alles lesen?

Bin ich jetzt ja endlich mit den Rezensionsexemplaren fertig, die ich seit Ende August ununderbrochen lese, habe Franzobels „Wiener Wunder“, das ich vor zwei Jahren bei der „Buch Wien“ beim Bücherquiz bekommen habe, weil ich herausschrie, daß der eigentlich Stefan Griebl heißt und dadurch Günter Kaindelsdorfer, glaube ich, sehr nervte, denn Nadine Kegels „Eidechsenbuch“ hatte ich schon in der Tasche und im Vorjahr glesen.

Als Nächstes stand das Debut von Richard Schuberth „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“, das ich ich mir im Vorjahr zum Geburtstag wünschte am Programm und dann kommt schon Ela Angerers „Bis ich einundzwanzig war“ am Programm, bevor ich zu Ende des Jahres vielleicht doch noch zu meinem Vicki Baum Schwerpunkt komme, von dem ich ja immer schreibe, ich aber die Bücher bis auf die „Karriere der Doris Hart“ schon von meiner Leseliste geräumt habe.

Ich habe mir „Verpfändetes Leben“ und „Zwischenfall in Lohwinckel“ trotzdem nach Harland mitgenommen, wohin wir  am Abend gefahren sind.

Am Dienstag kommen wir nach Wien zurück und bleiben dort bis Donnerstagabend, obwohl ich nur jeweils am Vormittag ein paar Stunden habe, da warten dann noch drei Baum Bücher, die ich lesen kann und für meinen Roman recherchieren, kann ich  an den Nachmittagen auch.

Da bin ich ja immer noch ein wenig ratlos, weil das, was da in meinem Notizbuch steht, eigentlich schon eine Wiederholung ist und so ähnlich schon in meinen bisherigen selbstgemachten Büchern vorkommt, für die sich ja ohnehin keiner interessiert und womit ich nie auf eine Shortlist komme, denn Selfpupshing ist da ja immer streng ausgeschlossen.

Trotzdem habe ich am Freitag in Harland, nachdem ich von meiner Radfahrt nach Wilhelmsburg zurückgekommen bin, ein bißchen am Konzept gearbeitet, die wohnungslose Dorothea Wewerka ist ja der Felizitas Fee, der schönen Obdachlosen, ab der ich ja vor zehn oder schon fünfzehn Jahren gearbeitet habe, irgendwie sehr ähnlich, also die entsprechenden Bücher herausgesucht. In der „Viertagebuchfrau“ steht ja was darin, also damit und mit dem „Stadtroman“ und der „Reise nach Odessa“ irgendwann in der Badewanne und ein bißchen weiß ich auch, wie es weitergehen könnte, allerdings wahrscheinlich nicht für einen ganzen Roman.

Aber ich habe vier Personen, für die ich den, einmal von Jacqeline Vellguth übernommenen Charatkerbogen ausgefüllt habe. Einen für dorothea Wewerka, dann gibt es ja die Therese Schwarzenberg, die Suizidätgefährdete, ihre Freundin, die Bibliothekarin Karoline Prohaska und den zweiundzwanzigjährigen Jusstudenten Fabian Hirschmann, Mitglied der Identitären, die auf das Burgtheater kletterten und aus Protest gegen Elfriede Jelinek von dort Flugblätter hinunterrassel ließen.

Die habe ich gefüllt und dann wieder ein paar Weihnachtsfilme angeschaut, irgendwie bin ich ja doch ein bißchen sentimental, beziehungsweise meine Leseliste, die ich im September entrümpelt habe, doch wieder mit den Harland- Büchern bis 2027 ergänzt. In Wien werde ich das dann auch machen, jeweils bins fünfzig Stück mit den Schmankerl, wie beispielsweise den zwanzig Stück vom Literaturhaus-Flohmarkt vollfüllen und als ich am vierundzwanzigsten durch das bißchen Schneee, das an der Traisen gelegen ist, zum Markt nach St. Pölten gefahren bin, bin ich auch in das irgendwie schon sehr tolle Ein Euro Geschäft am Rathausplatz gegangen und habe mir ein paar warme Patschen, um vier Euro rot mit weißen Herzerln für Harland und drei Notizbücker in die ich das Romankonzept notieren kann, mir sozusagen als Weihnachtsgeschenk gekauft.

Auf die Lebkuchen habe ich dann wieder vergessen, beziehungsweise darauf verzeichtet, weil die automatische Tür bei der „Schokothek“ nicht gleich aufgegangen ist, obwohl draußen noch Waren standen, also hatten wir um fünf bei der Bescherung, bei der Oma vor dem Weihnachtsbaum nichts Süßes und keine Kekse.

Früher hat die ja der Opa in großen Mengen wochenlang gebacken. Diesmal gab es nur Aufschnitt und Geschenke und da habe ich vom Alfred wieder einmal einen Eva Rossmann Krimi bekommen.

Früher hat er mir die ja meistens zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt, dann hatte ich zwei Rezensionsexemplare und die darauffolgenden nicht mehr.

Jetzt aber wieder, also kann ich gleich 2017 damit anfangen, wenn ich mit der Vicki Baum fertig bin. Auf jeden Fall kommt das Buch auf diese Liste und jetzt gibt es noch zwei Weihnachtsfeiertage, dann drei halbe Praxistage, wo ich auch meine Abrechnung mache und zu Sylvester werden wir wieder einmal bei Hilde Schmölzer verbringen. Früher waren wir ja sehr oft bei ihr.

2012 ist dann der Opa gestorben und da wollte der Alfred die Oma nicht alllein lassen, vor drei Jahren waren wir dann in St., Pölten beim Robert und voriges Jahr bei der Ruth in Wien aber da sind wir schon vor Mitternacht wieder zurückgefahren.

Jetzt also wieder Sylvester mit Hilde Schmölzer, die ja im Jänner ihren achtzigsten Geburtstag mit einem Fest in der „Wien-Bibliothek“ feiert und vor der Bescherung, habe ich noch eine zweite Szene bezüglich des neuen Werkes geschrieben.

Da werde ich weiterschreiben so gut ich kann, sehr motiviert bin ich ja nicht, weil ich auf meine Gewinnspiele oder auch so kaum Feedback bekomme also weit vom Fenster bin und auch angeblich oder auch tatsächlich nicht schreiben kann, ich werde aber weitermachen und die „Nika“ habe ich am Dienstag, bevor ich zum Friseur gegangen bin, auch in den Wortschatz gestellt, jetzt gibt es den Christtageintrag vom vorigen Jahr und weil ja außer dem Richard Schuberth und der Ela Angerer noch sechs Vicki Baum Bücher in diesem Jahr zu lesen wären, werde ich wohl kaum zu einem neuen Eintrag kommen, weil es zu Sylvester ja auch den Jahresrückblick gibt.

Ich verlinke aber auf das Vorhandene und wem das Weiterlesen interessiert, der kann das Buch bei mir bestellen oder mir eine Rezension schreiben, obwohl es dafür ja fast schon wieder ein bißchen zu spät ist.

„Nika Weihnachtsfrau oder ein Dezember“ 1 5 19 25

2016-12-17

Und die Nacht prahlt mit Kometen

Das nächste Buch ist wieder  bei „Aufbau“ erschienen, obwohl es in  Wien in den Neunzehnhundertachtziger Jahren und zu Weihnachten im Vorjahr spielt, nämlich Ela Angerers „Und die Nacht prahlt mit Kometen“ und von der 1964 in Wien geborenenen „News-Journalistin“ habe ich das erste Mal vor zwei Jahren auf der „Buch-Wien“ gehört.

Da wurde ihr Buch „Bis ich 21 war“ vorgestellt, das ich dann vom Alfred zu Weihnachten bekommen habe und noch heuer lesen will und während ich im Herbst mit dem „Buchpreislesen“ beschäftigt war, habe ich von zwei Neuerscheinungen gehört, die mich interessierten.

Nämlich von Paula Fürstenfeld „Familie der geflügelten Tiger“ weil ich dachte, daß eine Autorin ähnlichen Namens einmal bei „Etcetera“ veröffentlicht hat und eben „Die Nacht prahlt mit Komenten“.

Auf der heurigen „Buch Wien“ ist mir dann das Buch auch ständig vor die Augen gekommen und ich war auch kurz bei der Diskussion auf der „News Lounge“ wo Heinz  Sichrovsky mit Peter Henisch und Ela Angerer über die österreichische Literatur diskutierte und Ela Angerer, glaube ich, genau erklärte, wie sich ihr erstes Buch vom zweiten unterscheidet.

Es ist Fiction und geht unm Gewalt an Frauen und im Klappentext steht auch noch genau beschrieben, daß es zum Teil in einer Zeit spielt, wo es Vierteltelefone, den Reaktorunfall in Tschernobyl und die Waldheim-Affaire gab.

Das ist lange her und die jüngeren LeserInnen können sich vielleicht gar nicht an diese Zeit erinnern, in der Valerie oder Vie, Tochter aus guten Haus, die die Schule geschmissen hat, zwanzig ist und Bojan aus dem damaligen Jugoslawien kennenlernt.

Der ist etwas widersprüchlich, nämlich Maler oder Kunststudent, geht mit ihr auch in esoterische Sitzungen und ernährt sich makrtobiotisch. Dann schlägt er sie aber wieder serbisch-matschohaft, ist grundlos eifersüchtig, während er sie ständig mit anderen Frauen betrügt, hinauswirft und wiederkommt und Vie  sich nicht wehren kann.

Im zweiten Handlungsstrang ist Valerie knapp fünfzig, erfolgreich im Beruf, trotz ihres widerlichen Chefs und hat sich zu Weihnachten vierzehn Tage Auszeit genommen, die sie, wie sie erzählt, auf den kanatrischen Inseln verbringen will.

In Wahrheit hat sie vor zu Hause zu bleiben, holt sich Konserven aus dem Keller, will schlafen, fernsehen, als sie eine Facebookanfrage von Bojan bekommt, was sie veranlaßt über die Zeit damals nachzudenken, wo sie in verschiedenen Geschäften jobbte, Bojans Atielier aus dem er sie immer wieder hinausschmiß oder seine  jeweiligen Freundinnen mitbrachte putzte, ihm zu einem Festival nach Portugal nachreiste, von ihm schwanger wurde, einmal abtrieb und dann das Kind gegen seinen Willen bekam.

Am Ende schmeißt sie ihn hinaus und ist Bea eine schlechte Mutter, die inzwischen in Washingtohn studiert und von ihr nichts wissen will.

Valerie verläßt die Wohnung, fährt zu dem Atelier, beobachtet eine Frau und eine Katze darin, sieht einen Mann mit Krüken in dem Bojan, der immer Angst vor dem Alter hatte, erkennt, bis sie dann am vierten Jänner in ihre Firma fährt, dem Chef alles hinschmeißt und dann nach Washington fliegt, um sich mit ihrer Tochter zu versöhnen.

Sehr dicht und bildhaft ist das Ganze beschrieben und ich konnte mir das alles sehr gut vorstellen, obwohl ich da glaube ich, zehn Jahre vorher war, nämlich in den Siebzigerjahren wo ich studierte und ein ähnliches Wien erlebte.

Valerie geht  mit  Bojan in ein Restaruant, sie stopfen sich die Bäuche, dann rennen sie davon und weil es Vierteltelefone gibt und man so nicht immer telefonieren konnte, schmeißt Bojan mit der Zange den anderen Teilnehmer hinaus.

Sehr dicht und spannend, die Gewalt an Frauen, die damals und wohl auch noch heute serbische aber auch andere Männer an Frauen, die sich schlecht whren können, ausübten.

Ob es so Mischtypen, wie diesen Bojan gibt, weiß icht nicht oder doch höchstwahrscheinlich und die Tochter aus guten Haus, „Gräfin!“, sagt Bojan manchmal zu ihr, die in den Altbauwohnungen von Vermieterinnen wohnt, die auf Reisen sind, konnte ich mir auch gut vorstellen.

Ein sehr journalistischer Roman würde ich meinen, leicht zu lesen und ein Gang durch Wien von gestern und von heute, der Silvester mit den Ereignissen in Köln vor einem Jahr kommt auch vor und obwohl ich ja noch keine Weihnachtsbücher lesen wollte, habe ich jetzt außerplanmäßig eines gelesen und es ist wahrscheinlich auch, als schnelle Lektüre für das Weihnachtsfest an eine interessierte Leserin bestens geeignet.

2015-12-25

Christtag

Filed under: Alltagsgeplauder,Textbeispiel — jancak @ 00:57
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Der Weihnachtsabend ist vorbei, die Kerzen am Christbaum wurden angezündet, die Geschenke verteilt, der Fisch mit Kartoffelsalat und die Weihnachtskekse gegessen.

Meine Weihnachtsbücher vom Alfred hat es dieses Jahr ja schon im Sommer gegeben, habe ich das ja für mein Longlistenlesen ein bißchen vorgezogen, trotzdem habe ich noch Cornelia Travniceks „Junge Hunde“ und Sandra Gugics „Astronauten“ bekommen und muß die Bücher auf meiner Leseliste jetzt so verteilen, daß ich das Lesen noch erlebe, beziehungsweise nicht soviele Folgebücher der jungen Autorinnen inzwischen entstehen.

Von der Anna gab es wieder Badekugeln und Massageöle, das was, wie wir gleich erfahren werden, auch Harald Schwabendeder Nika schenkte, von der Schiwegermutter einen Hunderter und Lindt-Kugeln und die Weihnachtsfeiertage kann ich dazu nützen, die vier bis fünf Bücher die noch auf meiner heurigen Leseliste stehen, auszulesen und jetzt gibts wie versprochen, den „Freitag, 25. Dezember“, der Nika Weihnachtsfrau:

„Am nächsten Tag läutete kein Wecker und Nika konnte schlafen, solange sie es wünschte, wie sie dankbar beim Aufwachen dachte. Halb zehn! Sie mußte nicht mehr auf die Mariahilferstraße, sich nur noch am Montag bei der Nachweihnachtsfeier, eigentlich ein blödes Wort, einfinden und würde dort wahrscheinlich ein verspätetes Weihnachtspäckchen oder einen Geschenkgutschein des Hauses bekommen, von dem sie Harald eine Krawatte oder ebebenfalls eine Flasche Wein, beziehungsweise Whisky besorgen konnte, dachte sie und stand auf. Adventkalenderfenster war keines mehr zu öffnen. Da strahlte schon der Christbaum mit den leuchtenden Kerzen vom Donnerstag und den gab es genausowenig, wie einen Adventkranz in ihrer Studentenbude. Bei ihren Eltern hatte es einen gegeben und darunter hatten jede Menge Geschenkpakete gelegen. Dabei hatte sich einige Strampelanzuüge, Schühchen und Mützen für die noch ungeborene Zoe-Philipa befunden, die die Mutter gestrickt und Ruth mit einem scheelen Blick auf ihren langsam wachsenden Bauch überreicht hatte und der Vater hatte im spitzen Tonfall gesagt, daß er hoffe, daß die Sache mit ihrem Kindesvater nun bereinigt sei, weil er keine Lust habe, von seinen ehemaligen Kollegen immer zu hören, daß sie schon wieder den Namen seiner Tochter in der Zeitung gelesen hatten und von ihm wissen wollten, wann die Hochzeit mit diesem Schauspieler sei?

„Die wird es nicht geben, Papa!“, hatte Ruth genauso spitz geantwortet und auf Vera Mosebach gezeigt.

„Denn ich habe schon eine Lebenspartnerin und, wie du vielleicht weißt, auch eine eingetragene Partnerschaft!“

„Friede, Friede!“, hatte die Mutter ängstlich ausgerufen und zu Tisch gebeten, auf dem die Lachsforelle schon auf einer Wärmeplatte prangte. Der Vater hatte aber Vera gemustert und hinzugefügt, daß er auch über sie viel zu oft in der Zeitung gelesen habe und, daß er es eigentlich für keine gute Idee halte, Mißbrauchstäter zu therapieren! Das sei nur neumodisches Zeug, denn die gehörten hinter Gitter und für sein ungeborenes enkelkind sei es wahrscheinlich auch nicht gut, wenn es in Kontakt mit solchen Menschen käme!

„Hast du da keine Angst?“, hatte er Ruth scharf gefragt, die blaß geworden war und vom Geruch der Lachsforelle wieder einen Brechreiz zu bekommen schien. Vera hatte ihre Hand auf sie gelegt und zum Vater „Keine Sorge, wir wohnen nicht in meiner Praxis und die Kleine wird nicht sehr oft dort hinkommen!“, geantwortet. Die Mutter hatte aufgeatmet und wieder  „Friede, Friede!“, aufgerufen, sich dann bei ihr für die Bonbonniere bedankt und sie hatte das bei dem „H und M-Gutschein“, der sich in ihrem Geschenkkuvert befunden hatte, gleichfalls getan. Ob sie dafür eine Krawatte für Harald kaufen sollte? Was aber wahrscheinlich schwierig war, da die Geschäfte erst wieder Montag öffneten, sie Harald aber schon in zwei Stunden wiedersah, wenn er kam, um sie für die Nichtweihnachtsfeier bei Fatma Challaki abzuholen. Für die hatte sie einen „Wien-Führer“ und für die Nachbarin einen kleinen Weihnachtsstern gekauft, den sie ihr gestern, bevor sie mit Ruth und Vera zu den Eltern aufgebrochen war, überreicht hatte. Für Haralds Geschenk war es sich aber nicht mehr ausgegangen und sie könnte ihm höchstens den Teller mit den Weihnachtskeksen übberreichen, den ihr die Mutter eingepackt hatte. Von Ruth und Vera hatte sie eine Thomas Bernhard-Biografie bekommen.

„Für deine Dissertation!“, hatten die Beiden mit strahlenden Lächeln gesagt und sie hatte versichert, daß sie das Buch schon lange haben wollte. das war also auch nichts für Harald und wenn sie ihm den Clemens J. Setz überreichte, hatte sie bezüglich ihrer Nachbarin ein schlechtes Gewissen und war das ohnehin nicht möglich, handelte es sich doch , um ein unverkäufliches Leseexemplar und war von dem Rezensenten, der es abgegeben hatte, auch an einigen Stellen angestrichen worden. das ging auch nicht, wie Nika dachte, als sie vor ihren Kaffeeautomaten trat, Wasser in den diesbezüglichen Behälter füllte und den mütterlichen Keksteller auf den Küchentisch stellte, weil sich kein Brot im Haus befand und sie nicht immer Fertigmüsli essen wollte. Die mütterlichen Kekse dufteten dagegen verführerisch und es war ein Feiertag. Sie würde Harald, der wahrscheinlich gar kein so ein weihnachtlicher Typ war, wenn er kommen würde, davon anbieten und das Geschenk würde sie ihm versprechen, wenn sie sich am Sonntag zu ihrer höchstpersönlichen Weihnachtsfeier treffen würden. Bis dahin würde sie es auf einem der Bahnhöfe schaffen und sich für eine Flasche Wein entscheiden, die sie auch für den alten Max und die Weihnachtsjause bei ihm brauchte, dachte sie und seufzte auf.

„Scheiße!“, hatte sie dann zwei Stunden später gedacht, als sie Harald geöffnet und von ihm prompt ein imposant aussehendes Geschenkpaket in die Hand  gedrückt bekommen hatte.

„Frohes Fest, Nika Weihnachtsfrau! Ich hoffe du hast bei deinen Eltern schön gefeiert!“, hatte er gesagt und hinzugefüngt, daß er wisse, daß sie erst übermorgen feiern würden.

„Aber das hat mir das Christkind schon für dich gegeben und überreiche ich dir hiermit!“

Sie war ein wenig rotgeworden, hatte etwas Unverständliches gestammelt, auf den Tisch mit dem Keksteller gezeigt und zu erklären versucht, daß sie ihm sein Geschenk am Sonntag überreichen würde.

„Kein Problem, Nika, Weihnachtsfrau!“, hatte er geantwortet und sie in den Arm genommen.

„Ich bin, wie du weißt, kein so besonderer Weihnachtsfan, aber die liebe Mama hat ihren Einzigen sehr verwöhnt und eine Menge Kekse für mich geacken! Ob sie so gut sind, wie die von deiner Mutter, werden wir gleich herausfinden!“, fach einen der Zimtsterne gegriffen „Mhm“ gemurmelt und sich bei ihr noch einmal erkundigt, ob das Fest schön gewesen sei?

Wie man es nimmt!“, hatte Nika geantwortet.

„Der Papa hat etwas gegen Frauenliebe und will ruth mit Joe Prohaska zusammenbringen! Die Mama hat die ganze Zeit „Friede, Friede!“, ausgerufen und Ruth hat beim Anblick der Lachsforelle, die ausgezeichnet war und gut schmeckte, kotzen müssen! Aber sonst ist es schön gewesen und alle haben sich über das kommende Weihnachtsengerl sehr gefreut und es mit Geschenken ausgestattet!“

„Ich verstehe!“, hatte Harald lachend gesagt.

„Das mit dem Joe wird sich dein Papa wahrscheinlich abschminken müsssen, denn der hat sich, wie wir am Sonntag gesehen haben und du inzwischen noch einmal beobachten konntest, wirklich in sein Gretchen verliebt und offenbar nur mehr soviel Interesse an deiner Schwester, wie sie an ihm und wir brechen jetzt am besten zur Nichtweihnachtsfeier bvei deiner syrischen Freundin auf und das ist sicher eine angenehme Art Weihnachten zu feiern und dabei den Anstandswauwau zu spielen, damit sie den Tag mit ihren irakischen Freund verbringen kann!“

„Wahrscheinlich!“, hatte Nika geantwortet und nach dem Bildband gegriffen.

„Und damit es doch ein wenig festlich wird, packen wir ein paar von Mamas Keksen ein, die auch bei einer Nichtweihnachtsfeier schmecken!“

Dann waren sie in Sandras Wohngemeinschaft aufgebrochen, wo Fatma Challaki, die wieder ein blaues Kopftuch zu ihren Jeans und einer weißen Bluse trug, schon wartete und sie in das Wohnzimmer führte, wo Hassan Arawani neben Professor Eberhard saß, der sie, als er sie kommen sah, in beinahe flüßige Deutsch mit „Ich wünsche ein frohes Weihnachtsfest!“, begrüßte.

„Das wünsche ich gleichfalls!“, meinte Professor Eberhard und nickte Nika freundlich zu.

„Wir werden uns auch morgen bei der Weihnachtsjause bei meinem Kollegen treffen, den ich auf der Mariahilferstraße wiedertraf, wobei uns ein kleines Weihnachtswichtelchen und eine Weihnachtsfrau geholfen haben, was so berührend war, daß wir verwitweten alten Herrn beschlossen haben, den Stefanitag zusammen zu feiern und damit wir dabei nicht einsam sind, haben wir uns auch das Wichtelchen mit seiner Mutter und die Weihnachtsfrau eingeladen!“

„Das ist schön!“, antwortete Fatma und wies auf den gedeckten Tisch.

„Dann bitte ich Platz zu nehmen“ Es gibt bei uns zwar keinen Weihnachtsschmaus“ Keine Gans und keinen Truthahn“ ich habe etwas Syrisches für euch und Hassan gekocht, von dem ich hoffe, daß es schmeckt und für den Bildband und die Kekse bedanken wir uns sehr!“, sagte sie und wurde, als sie Hassan ansah, wieder etwas rot. Die junge Syrierin schien sich in den jungen Iraker verliebt zu haben, der sich ebenfalls für das Geschenk bedankte und hinzufügte, daß Fatma Linsensuppe, syrische Fleischbällchen mit Joghurtsauce und Reis gekocht habe und es dann noch eine Mandeltorte gäbe.

„Das klingt ausgezeichnet und ist sicher nicht mit Tafelspitz und Kirschenknödel, wie die Haushälterin im „Radektzkymarsch“, den Fatma, wie sie mir erzählte in der deutschen Schule in Damaskus mit ihrem österreichischen Deutschlehrer gelesen hat, servierte, zu vergleichen, aber bestimmt ebenfalls sehr gut!“, sagte Professor Eberhard und Fatma, die wieder rot geworden war, antwortete, daß sie sich bemüht habe, aber sicher die Speisen nicht so gut, wie ihre Mutter zusammenbrachte.

„Aber die ist leider nicht hier und ich allein nach Wien gekommen und da ist es sehr fein, daß Sie Zeit haben uns  zu besuchen, so daß ich mit Hassan auch ein wenig feiern kann, obwohl wir in Syrien Weihnachten nicht kennen!“

So weit, so gut! Was bisher geschah läßt sich hier und hier ein bißchen nachlesen.

Weihnachtskekse gibt es hier zu sehen und ein Weihnachtsgedicht habe ich auch für meine Leser auch!

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