Literaturgefluester

2018-12-25

Sterne pflücken

Filed under: Bücher — jancak @ 21:55
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Das dritte Weihnachtsbuch, beziehungsweise Buch von meinem Bücherchristbaum habe ich der 1959 in Linz geborenen und in St. Pölten lebenden Doris Kloimstein zu verdanken, die ich zu den Zeiten kennenlernte, als ich von St. Pölten nach Wien in meine Praxis gependelt bin und daher einmal zu einer Regionalversammlung der IG-Autoren dorthin ging.

Das ist lange her. Damals war sie, glaube ich, Obfrau der LitGES oder hat die Zeitscherift „Etcetera“ aufgebaut.

Sie hat mich auch zu einer Lesung eingeladen, wo ich mit Manfred Wieninger lesen hätte sollen, der war aber noch in seinen Plagiatsskandal verstrickt und hat daher abgesagt, dann habe ich sie einmal in St. Pölten getroffen, als gerade die „Frequency“ stattfand und man die Traisen eigentlich nicht befahren durfte.

Am Markt treffen wir uns jetzt öfter und sie war auch ein regelmäßiges Mitglied der Schreibgruppe, die es seit Sommer ja nicht mehr gibt, war Dramaturgin oder Regieassistentin im Stadttheater St. Pölten, hat oder spielt immer noch Geige, arbeitet bei der katholischen Kirche, obwohl sie sehr kritisch ist, ist Mitglied des PEN und veranstaltet diesbezüglich viele Frauenveranstaltungen und Ausstellungen.

Also eine sehr vielseitige Frau und das merkt man dem kleinen Weihnachtsbüchlein, das sie mir zusteckte, als ich sie Anfang Dezember bei einer Veranstaltung zum Frauenwahlrecht im Literaturhaus getroffen habe, auch an.

Klein aber fein, das heißt ein Umfang von nicht einmal vierzig Seiten und dann noch wunderschöne Bilder der ebenfalls in Linz geborenen Karin Köppl.

Engel und auch einmal eine Marienfigur mit dem Kindchen und dem Esel kommen darauf vor und immer wieder eine gut zu erkennende Geige spielende Doris Kloimstein und von ihr sind in dem Büchlein zwei Prosatexte „Wechselgespräch“ und „Weihnachtsstimmung“ genannt und eine Reihe von Gedichte, die eine oder einem mehr oder weniger in Weihnachtsstimmung versetzen können.

Das „Wechselgespräch“ ist, wie ich denke, ebenfalls für Doris Kloimstein typisch, wie sie leibt und lebt. Da hat sich eine doch wieder einmal überarbeitet, so daß sie plötzlich Stimmen hört, die ihren kritischen und  wahrscheinlich auch Widerspruchsgeist rührt.

„Weißt Du“, sagte die Stimme. „Du wirst dich erholen und weitermachen. Einfach weitermachen.“

„Das muß ich sowieso“, brummte ich, ob mit oder ohne Deinen guten Ratschlag.“

„Sicher sagte die Stimme, „morgen wenn Du  am Abend neben dem Christbaum im Ohrensessen sitzt, dann reden wir weiter.“

Dann geht es in die „Weihnachtsstimmung“.

Ein Engel ist da auf linken Seite zu sehen und Doris Kloimstein beginnt ihren Text mit „Weihnachten – ja ich mag Weihnachten“ und fährt bei paar Zeilen weiter fort „Wenn Mitte November die Nikoläuse reihenweise in den Supermärkten herumstehen, dann mag ich Weihnachten nicht.“

Um mit den zeitgenössischen Autoren fortzufahren, die es sich nicht leisten können „Gott zu loben, wenn sie in der Literaturszene ernst genommen werden wollen.“

Dann kommt sie zu den Liedern, die bei ihr zu Hause zu Weihnachten gespielt oder gesungen werden „bevor alle nur mehr in Richtung Küche schauen, aus der Kulinarisches herausduftet.“

„Stille Nacht“ und „Es wird schon glei dumpa“, führt sie an. Aber im letzten Jahr hat sie auch „Dschingl Bells“ geprobt. Dann „hat der Christbaum Feuer gefangen und „Dschingl Bells“ ist für das nächste <Jahr ausgefallen.

Ja, Doris Kloimstein ist sehr hintergründig und kann durchaus zynisch sein, wie man vielleicht auch bei ihren Gedichten merken kann.

„Will die Sterne am Kleid des Engels zählen so wie damals und mich freuen Will die Berechnungen vom Tisch wischen wie ein Kind die Bauklötze und an das Wunder glauben“, heißt es da etwa oder

„Lichterketten, Tannenzweige – niemand sieht den Sinn dahinter Immer wieder wird es Winter heißt der brav gelernte Satz“ um im „Dornenwald unserer Gedanken“ zur Hoffnung zu kommen, denn

„Unendliche Hoffnung auch im Schmerz denn ein Licht und unendliche Liebe dereinst und heute“

So endet das Buch, um zu den beiden Biografien zu kommen und man hat sich, vielleicht neben den Christbaumkerzen schnell durch die fünfunddreißig Seiten durchgeblättert, dabei ein paar Kekse, Villekipferl oder Lebkuchenherzen genascht und ist, je nach dem, wie man zu Weihnachten steht, besinnlich oder rebellisch geworden.

Beides ist, glaube ich, in dem Buch vorhanden, gehört zu Doris Kloimstein, wie ich sie kenne und die zarten schönen pastellfarbigen Bilder von Karin Köppl passen dazu und sind auch ein Gewinn.

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Weihnachtsgeschichte

Filed under: Gesellschaftspolitik,Textbeispiel — jancak @ 00:30
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Weihnachtsduft, Weihnachtskerzen, Weihnachtsruhm, etcetera, überall  in jedem Raum, vorallem was die Ruhe betrifft, hat die freiheitliche Partei wieder ein Video gemacht, wo H. C. Strache, der Vizekanzler, den Hubers, die weihnachtliche Rube verspricht, in dem er die Eulen vertreibt und dafür mehr Polizisten eisstellte und besser ausrüstete und ein schärferes Fremdenrecht geschafften hat, so daß es ganz ruhig ist, worüber sich die Hubers wundern und nichts passieren kann.

Das Letztere scheint nicht ganz zu stimmen, denkt, die vom Weihnachtsstreß und einem weihnachtlichen Geburtstagsessen mit Punsch, Vitello Tonnato, Ente mit Rotkraut und Preiselbeeren, Käseplatte und köstlichen Topfenknöderln Erschöpfte, hat sie doch gerade von der montenegrinischen Mafia gehört, die Mitten im weihnachtlichen Einkaufstreiben im Lugeck in der Innenstadt einen Menschen ermordet und weitere angeschossen hat.

„Der Weihnachtsfrieden ist gestört!“, empören sich auch lautstark die patriotenischen Identitären und sie denkt kurz daran, ob sie den zuviel genossenen Punsch mit den Preiselbeeren wieder hinauskotzen soll? Aber nein, das nicht, das ist nicht nötig, soviel hatte sie doch nicht intos, nur das sehr junge Mädchen, das beim Nachhausegehen von dem exquisiten Heurigen in Grinzing am Boden vor der Bushaltestelle lag und betrunken vor sich hin stöhnte, daß ihr schlecht wäre, hatt das höchstwahrscheinlich getan und den weihnachtlichen Frieden beiehungsweise Einkaufsstreß vielleicht ausgehalten.

Der Liebste hat ihr wieder auf geholfen, sie auf die Bank des Wartehäuschen gesetzt und gefragt, ob alles in Ordnung wäre und man sie allein allein könne, ist doch der Bus gerade eingefahren und nachdem sie schon zweimal den Halteknopf gedrückt hat, ein und wieder ausgestiegen ist, hatten sich die Mitfahrenden schon empört und ihren Wunsch nach einer stöteungsfreien Weiterfahrt angemeldet.

Sie hat diese dann nicht so ganz gehabt. Erstens drückte der Magen, zweitens war sie von all dem Weihnachtsstreß  müde und erschöpt und hat eigentlich schon vor einer dreiviertel Stunde, als der DJ seinen weihnachtlichen Liedermix beendet und die Tanzenden ihre Bewegungen eingestellt hatten, nach Hause gehen wollte.

Der Liebste hat aber ein anderes Erschöpfungspegel und wollte das noch nicht, so daß es sehr lang gedauert hat und sie auch energisch vorausgehen und dann die Betrunkene vor der Bushaltestelle gefunden hat, bis sie das konnte.

Der U-Bahnzug, der zum Glück in Heiligenstadt schon in der Station wartete, war dann auch sehr voll von trinkfreudigen Ausgehenden oder Weihnachtsstreßopfern, die, eine Runde junger Burschen mit wahrscheinlich keinen Migrationshintergrund, stiegen dröhnend, brüllend, singend ein paar Stationen weiter ein und torkelten bedrohlich durch den Wagen, beziehungsweise hieben sie schwungvoll auf die Haltegriffe und anderen Gegenstände ein, so daß sie sich nicht ganz sicher war, ob sie sich fürchten sollte oder nicht?

Der Liebste hat sie dann vor der nächsten Station angeschrieen in erklärt, daß das nicht ginge und sie sich benehmen sollen, so daß sie Zug verließen und weihnachtliche Ruhe, es war schon halb eins am Morgen, wieder eingekehrt war.

Weihnachtsfriede, Weihnachtsfreude, Weihnachtsduft in jeden Raum. Den hat sie dann nicht besonders beachtet, obwohl ihr Weihnachtstischchen im Schlafzimmer schon festlich mit Kerzenschmuck, Adventkaldender und Weihnachtspäckchen, die meistens von einer Hilfsorganisation stammten, die diesen kleinen Care-Schachteln, neben einem Strohsternchen oder einem Keksausstecher auch einen Zahlschein beigelegt hatten, stammten, dekoriert war

Sie zog sich aus, hörte sich noch kurz ein Video über die Störung des Weihnachtsfriedens durch die meontenegrinische Mafia an und es gruselte ihr ein bißchen, hatte sie sich doch zur Zeit des Geschehens ziemlich in der Nähe, nämlich am unteren Ende der Känrtnerstraße befunden und war vom Cafe Museum kommend, bis in die Johannesgasse marschiert. Hatte aber nichts von der Unruhe bemerkt und auch die Politzeikontrollen und, die Hubschauber, die sich laut Video über der Stadt befunden haben sollten, nicht gesehen.

Ausziehen, waschen, Zähne putzen und noch ein paar Stunden Schlaf genießen. Sollte es doch am nächsten Morgen in den weihnachtlichen Frieden und den Zweitwohnsitz hinaus gehen, wo sie mit ihren Liebsten, der noch vor seinem Laptop saß und die von dem Fest geschossenen Fotos einordnen wollte, das weihnachtliche Winterfest verbringen wollte.

Um acht sollte es losgehen und um sieben aufgestanden werden. Es meldete sich aber schon vor sechs, als sie sich noch in ihren tiefsten Träumen befand, des Liebsten Handie, sie war noch immer eine diesbezügliche Verweigerin und hörte der Tochter Stimme, die mit verzweifelter Stimme von ihrem Weihnachtsstraß berichtete, der so arg war, daß sie ihn nicht aushielt und nicht schlafen konnte, Weihnachtsfriede, Weihnachtsfreude, Weihnachtsruhe in jeden Raum und eigentlich war es trotz H. C Straches Bemühungen am Vorabend sehr laut gewesen. Nur die Eulen hatten ihr nicht gefehlt.

Das war eine fast gänzlich selbst erlebte Weihnachtsgeschichte und ein Adventkalenderfester gibt es auch.

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2018-12-24

ds`weinochdn

Und jetzt kommt das zweite Buch von meinem Bücherchristbaum und Adventkalender, das zweite Weihnachtsbuch des Jahres, eines das nicht aus der „Wundervollen Buchhandlung“ stammt und eines das  auch  zwischen dem Geburtstagsfest und Weihnachten zu mir gekommen ist, nämlich Franz Blahas in ottakringischen Dialekt, wo er offenbar aufgewachen ist, zwischen 2001 und 2016 für die Weihnachtsfeier im „Häferl“, dem Treff für Haftentlassene, wo ich auch schon mal gelesen habe, geschriebe Gedichte, die er jetzt herausgegeben hat und am dem Tag im Ottakringer Bezirksmuseum vorstellte, als das letzte KAV-ÖAAG- Refelexionstreffen mit Sekt und Brötchen war, so daß ich zu der Präsentation nicht kommen konnte.

Herr Blaha, den ich schon länger von Lesungen zu denen er auch als Besucher geht und auch einige seiner Publikationen kenne, war aber so lieb, mir das „Weihnachtsbuachl“ zur „Poet-Night“ vorbeizubringen, so daß es heuer bei mir doch sehr weihnachtlich wird.

Man sieht, ich komme trotz aller „Winterfestumbauaktionen“ nicht darum herum und kann so am vierundzwanzigsten Dezember nicht nur einen Christbaum, sondern einen besinnlichen Gang durch Franz Blahas Kindheit, wie ich vermute, die sich auch zum Teil mit meiner deckt, denn ich bin ja ab 1953 in Hernals in der Wattgasse aufgewachsen und habe als Kind oft die eine Großmutter, die in Ittakring in den sogenannten Jubiläumsbauten lebte und die andere, die mit ihrer Tochter, meiner Tante Grete und ihrer Enkeltochter Susi, meiner Cousine, in einem Gemeindebau in der Hütteldorferstraße im vierzehnten Berzirk, ein Stückchen weiter unten lebte, geben.

Die Gedichte sind, wie Franz Blaha in seinem Vorwort schreibt im Ottakringer Dialekt geschrieben und wurden der besseeinem ziemlichen <hren Verständichkeit wegen, nicht in Hochdeutsch, sondern im „Normaldialekt“ übersetzt und das ist gut so, denn sie wären sonst ziemlich unverständlich, denn ich bin ja auf Wunsch meiner Mutter in Hochdeutsch aufgewachsen, damit ich es einmal besser habe im Leben, wie das damals so  hieß und kann mich an dieses Ottakringisch auch nicht wirklich erinnern und glaube, daß die, in den Siebzigerjahren verstorbene Großmutter, ebenfalls Hochdeutsch, wahrscheinlich mit einem mehr oder weniger starken tschenischen Akzent, gesprochen hat.

Die Gedichte also bei der Weihnachtsfeier für Haftentlassene,Obdachlose und andere Menschen, die es wahrscheinlich nicht so gut im Leben haben und wie schon geschrieben, viel Nostalgisches und Sachen an die ich mich bei meinen Weihnachtsfesten in der Wattgasse, die ich eigentlich trotz der Kinderbücher von Friedrich Feld von Vera Ferra-Mikura, die Weihnachtsgaben der „Kinderfreunde“ für die SPÖ-Mitglieder, was mein Vater ja bekanntlich war und sehr aktiver Berzirksfunktionär mit Kanditat Nummer sechszehn für die Bezirksvorsteherliste, kein sehr angenehmes war, denn die Mutter hat, wenn sie von ihrer Arbeit als Kindergartenhelferin nach Hause gekommen ist, noch bis weit in die Nacht des Vierundzwanzigsten geputzt und gebacken und war dann am nächsten Tag, wo es den Karpfen und die Pute vorzubereiten und den Christbaum aufzuputzen galt, nicht mehr so gut aufgelegt und der Vater drohte mir, daß es keine Geschenke gäbe, wenn ich nicht hoch und heilig an das Christkind glaube, was ich so zwischen dem ersten Trotzalter und der Pubertät ernster genommen habe, als ich es wahrscheinlich sollte.

Nun gut, so waren sie wahrscheinlich die Nachkriegsweihnachten in die Wirtschaftswundergeneration. Einen Christbaum hatten wir, das habe ich schon geschrieben, Krippe ist keine darunter gestanden und so habe ich auch an den „Ochs und den Esel“ nicht so sehr geglaubt, denen Franz Blaha seine erstenGedichte widmete.

Das Cover ziert eine „Hausgrippe“ nach einem Foto von Andreas Praefcke. Vorher gibt es noch ein Gedicht, das wahrscheinlich auch aus Franz Blahas Kindheit stammt, wo sich die dreißig Schilling am Tag verdienende Mutter, die ihrem Sohm ein Buch, um diesen Betrag kaufte, darüber ärgert, daß er es, statt es schön Tag für Tag einzuteilen, um länger davon etwas zu haben, ratzeputz sofort auslas.

Ja damals hat man sich über die lesenden Kinder noch geärgert und sich gefragt, ob sie niechts besseres zu tun hätten? Heute würde man sich darüber freuen, weil sie dann bis zur Matura wüßten was „Pathos“ heißt, vielleicht mehr als fünf österreichische Autoren kennen und sie auch gelesen haben.

Die Zeiten ändern sich, heute biegen sich die Christbäume und die Geschenke darunter sind so teuer, daß die Schuldnerberatungsstellen vor Weihnachten im Radioempfehlen, daß man  nicht mehr ausgeben, als man hat und an den Einkaufssamstagen möglichst keine Kreditkarte mitnehmen soll, während Franz Blahas oder eine andere Oma vor demn schönaufgeputzen Christbaum der Zweitauserjahre steht und sich daran erinnerte, daß früher, als der Bundeskanzler keinen Baum zu Weihnachten versprechen konnte, alles viel schöner und viel besser war, die Gans , die es damals nicht gab, viel besser schmeckte, die Kerzen heller strahlten, etcetera. Ja, die Erinnerung kann trüben oder man hat sie sich verklärt.

Und so erinnert sich auch Franz Blaha an die Zeiten, als er erst ins Zimmer durfte, als der Christbaum schon aufgeputzt war und die Mutter am Fenster stand und ihm verkündete, daß das Christkind gerade hinausgeflogen war, weil es ja noch so viele andere brave Kinder und Franzu Blaha hasste dann diese, bescheren mußte, bevor er sich am Christbaum erfreute, an denen die Zuckerln hingen, die er selbst mit der Mutter eingewickelt hat, „weil man dem Christkind ja helfen mußte.“

Das Christkind trifft er dann an der Straßenbahnhaltestelle, als er vom Ottafkringer Friedhof kam, wo Anmerkung, nicht nur meine Großmutter begraben liegt, sondern auch Gerald Bisinger, Gerhard Kofler, etcetera und das erkundigt sich, ob hier der J-Wagen zum Karlsplatz fährt, aber die Straßenbahnen haben jetzt andere Nummern,  fahren andere Routen und das Christkind war offenbar schon lange nicht mehr da.

Auch kein Wunder, denn der Weihnachtsmann oder Santa Claus mit dem roten Mantel, der mit Renntieren im Schlitten fährt, hat es aus Amerika kommend, längst verdrängt und schmeißt jetzt seine Geschenkpackerl durch den Kamin und ein solches Gedicht, wo der heilige Klaus vorm PC sitzt und nicht gestört werden will, gibt es auch.

Dreizehn länger oder kürzere Weihnachtsgedichte in breiten Ottakringer Dialekt also, die sich in der Übersetzung, El Awadalla und ihr „morgenschtean“ wird auch noch erwähnt, gut verstehen lassen und einen wahrscheinlich in die eigene Kindheit zurückführen, auch wenn man vielleicht viel später und nicht in Hernals oder Ottakring aufgewachsen ist und die ich allen Weihnachtsnostalgikern und auch Weihnachtshassern empfehlen kann, ob sie Petra Hartlieb in ihrer wundervollen Buchhandlung so leicht besorgen kann, weiß ich nicht. Franz Blaha ist aber ein sehr eifriger Literaturvermittler, hat oder hatte jetzt auch eine Schreibwerkstatt in der Pannaschgasse und wird sicher weiterschreiben.

„Ich wünsche euch schöne Weihnacht`n mit Kekserln und Kerzerln und ein schönes neu s Jahr“, das erstere habe ich zwar schon geschrieben, wiederhole es aber gern!

Ein Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Zu Zeiten, wo sich die Rechten darüber aufregen, daß Weihnachten angeblich in ein Winterfest umgewandelt werden soll und sich Evelyn Schlags Taxifahrer, wie sie auf der „Zentralmaturaenquette“ erstaunt verkündete, sich beklagte, daß „Weihnachten schon weggegendert wurde“, da hat er, glaube ich, etwas verwechselt und zwei patriotische Debatten ineinander vermengt, kommen nun meine weihnachtlichen Betrachtungen, denn ich bin ja als Tochter eines sehr aufrechten Sozialisten und einer im Herzen wahrscheinlich katholisch gebliebenen Mutter in einem Gemeindebau aufgewachsen und hatte jedes Jahr unter dem Christbaum ein Kinderbuch der „Kinderfreunde“, das die Sozialisten den Kindern ihrer Mitglieder zur Verfügung stellten, liegen.

In die Kirche sind wir nie gegangen, ich bin ja ohne Bekenntnis und habe nur auf Wunsch meiner Mutter in der Schule den Religionsunterricht besucht. Für mich hätte das Weihnachtsfest also immer Winterfest heißen können, aber Weihnachten geht auch und einen Christbaum hatte ich weder in der Otto Bauergasse, wo ich als Studentin wohnte, noch in der Gumpendorferstraße, wo die Anna geboren wurde oder noch in der Krongasse, nur in Harland. Da hatten ihn die Schwiegereltern im großen Wohnzimmer. Jetzt hat ihn der Alfred gekauft und die Vierundzwanzigstundenbetreuerin der Schwiegermutter putzt ihn auf.

Aber weil ich etwas verspielt bin und mehr den Advent, als das Weihnachtsfest zelebriere, habe ich heuer, da hatte ich keinen Adventkalender mir einen Bücherchristbaum auf meinem kleinen runden Schlaftzimmertisch vor meinen Bücherstapeln an den Wänden aufgebaut.

Die idee eines Bücheradventkalenders, also jeden Tag ein Buch im Dezember lesen oder sammeln, hatte ich ja schon länger, noch bevor ich meinen „Adventkalender“ geschrieben habe, war die da und wurde aufgeschrieben.

Das tägliche Lesen eines Buches ist angesicht meiner elendslangen Bücherliste ohnehin nur Utopie und würde auch nicht gehen, wenn ich richtig in Pension gegangen bin, jetzt arbeite ich ja noch weiter, weil da  das Schreiben immer noch das Wichtigste wäre.

Aber ich liebe die Adventaktionen und versuche mir schon von Anfang an, das Literaturgeflüster im Dezember zu einem solchen zu gestalten.

Heuer war alles etwas anders, wegen der noch zu lesenden Neuerscheinungen,  kein Platz für ein neues Nika-Fenster, aber die Idee, den Bücherschränken, aus denen ich mich ja reichlich bediene, etwas zurückzugeben, in dem ich im Dezember bis zum vierundzwanzigsten, beziehungsweise, solange ich noch nicht in Harland bin, eines meiner Bücher hinein zulegen.

Nicht nur die „Nika“, denn da ich mir ja immer nur fünfzig Bücher drucken lasse, will ich noch im nächsten Jahr da etwas zu verschenken haben, sondern vielleicht rund durch den Krautgarten und so sind es, wenn ich mich richtig erinnere, dreimal die „Nika“ geworden, zweimal glaube ich „Besser spät als nie“, das Vorläuferbuch zur „Unsichtbaren Frau“, eine „Volksstimmeanthologie“, einmal das „Bibliotheksgespenst“ und einmal die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarissa“ und die Bücher habe ich einmal in den Schrank bei der Belevederegasse, als wir zur „Auge-Weihnachtsfeier“ gingen gelegt, einmal in den in der Zieglergasse und sonst immer in den „Wortschatz am Margaretenplatz und zweimal habe ich darauf vergessen.

Das war das eine Mal am ersten Dezember so um halb zwei in der Früh, als wir von der „Poet-Night“ nach Hause gekommen sind, da habe ich noch schnell genug geschaltet, daß jetzt schon das Adventmonat angebrochen ist, obwohl ich mir  schon zwei Geschenkspackungen vom „Yves Rocher“ gekauft und vom Herrn Blaha das erste Weihnachtsbuch bekommen habe und das zweite Mal war, glaube ich, der achte Dezember, als wir von der Ruth nach Hause gekommen sind, da habe ich auch irgendwie nicht daran gedacht und als Gegenleistung oder überhaupt, habe ich mir immer ein oder zwei oder wenn es ging auch drei Bücher aus dem Schrank genommen und mir auf meinem Tischchen, wie ein Christbaum aufgebaut. So daß es mit ein paar anderen Büchern, die mir die Verlage schickten, ich mir vom „Buchquartier“ oder vom Literaturhaus mitgenommen habe und ein Verlagsprogramm und eine Leseprobe zu einem dreiundzwanzig Bücherstapel angewachsen ist, den ich hier stolz präsentieren will.

Die reihenfolge des Findens stimmt nicht ganz, da ich die Bücher der Größe nach aufgestapelt habe, um eine Chritbaumform zu bekommen und es sind, wie man feststellen kann, einige Schmankeln dabei, die ich mir selber zum Geschenk machte, während ich mir sonst keine Bücher wünschte und nur gespannt sein kann, ob ich noch welche bekommen werde?

Also öffnen wir die Adventkalenderfenster, freuen uns und staunen und ich räume den Baum zum Zitieren, rückwärts ab, bevor ich ihn wieder für das Foto aufbauen werde.

  1. Bianca Schmidt „Frau Bodenschlampe – Abnehmen ist nichts für Mädchen“ (Leseprobe)
  2. Elfriede Jelinek „Michael ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft“
  3. Fanny Mendelsohn „Italienisches Tagebuch“
  4. Morton Feldmann „Der perfekte Mann“
  5. „Edition Korrespondenzen -Programm 2018“
  6. Gerda Marko „Schreibende Paare“
  7. Maria Sveland „Bitterfotze“
  8. Thomas Perle „Wir gingen weil alle gingen“
  9. Magdalena Diercks „auf halben weg“
  10. Michael Ziegelwagner „Sebastian – Ferien im Kanzleramt“
  11. Mieze Medusa „Freischnorcheln“
  12. Andrea Camillieri „Gewisse Momente“
  13. Gerasimos Bekas „Alle Guten waren tot“
  14. Mahmud Doulatabadi „Nilufar“
  15. Max Werner Lenz, Elsi Attenhofer „Die Urschweiz“
  16. Doris Lessing „Die Terroristen“
  17. Franz Blaha „ds´weinochdn“
  18. Wolfgang und Catarina Held „Mit Rucksack und Zeichenstift durch das tote Gebirge“
  19. Charles Bukowski „Mocking bird wish me luck“
  20. Doris Kloimstein „Sterne pflücken“
  21. Leo Katz „Brennende Dörfer“
  22. Peter Weiss „Die Ästhetik des Widerstands“
  23. Alexander Weiss (Hg) November 1918

Eine schöne Auswahl und viel Spaß beim Lesen, könnte ich mir selber wünschen. Eines davon habe ich ja schon gehört, weil von der Anna 2009 als Hörbuch bekommen und halt bevor jetzt meine Leser schreien „Fakenews, wo bleibt das vierundzwanzigste Buch?“, füge ich hinzu, daß das zu der Ruth gewandert ist, als ich sie am Freitag vor Weihnachten besuchte, um mir das Honorar von unserem VHS-Spaziergang im November abzuholen und mir ihre neue Wohnung anzuschauen, denn am Montag, als ich vom Mittagessen mit dem Alfred vom Waldviertlerhof zurückgekommen bin und einen Umweg zum „Wortschatz“ machte, ist dort ein Buch vom österreichischen Autor Andreas Jungwirth gelegen „ni una palabra“( „Kein einziges Wort“) ist darauf gestanden. Und da ich nicht Spanisch kann, hatte ich gleich ein passendes Geschenk.

Ich wünsche meinen Lesern, egal ob sie Weihnachten, den Winter oder gar nichts feiern, der Christbaum aus Büchern oder aus Kerzen mit Lametta besteht, ein schönes Fest!

Und den Nika-Adventkalender gibt es auch:

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2018-12-23

Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Nun kommt am Vorabend des vierzundzwanzigsten Dezember mein erstes Weihnachtsbuch, das eigentlich keines ist, weil es die stressige Zeit davor beschreibt, denn ich habe mir durch das Bloggen angewöhnt im Dezember Weihnachtsbücher zu lesen und zu sammeln.

Im Jahr 2015 habe ich sogar eines geschrieben und mir angewöhnt, an manchen Tagen ein Adventkalenderfenster in den Blog zu stellen, dann ist die Leseliste aber zu lang geworden, daß keine Zeit mehr war für angesammelten Weihnachtsbücher und das neue Kapitel. So habe ich in den letzten zwei Jahren, glaube ich, nur die Weihnachtsbücher gelesen, die Rezeptionsexemplare waren und heuer ist das wieder anders, denn Margit Heumann hat mir ja auf meine Frage was ich mir zu Geburtstagwünsche „Ein Buch natürlich (weil ich ja noch keines habe)?, einen „Thalia-Gutschein“ geschenkt, das war zu Zeiten der „Buch-Wien“ und wenn man dort hin will, muß man  seit einigen Jahren, wie Benedikt Föger bei einer seiner Eröffnungsreden so schön erwähnte, durch eine improvisierte Buchhandlung gehen und da habe ich auf den Stapeln zuerst Petra Hartliebs „Winter in Wien“ die Geschichte von Arthur Schnitzlers Dienstmädchen gesehen. Das kostete circa elf Euro, wenn ich den Nachfolgeband auch gesehen hätte, wär das Problem gelöst gewesen, denn das hätte ich gern gelesen. Es war aber November und Petra Hartlieb hatte auf der „3Sat-Louge“ am Vortag gerade ihr neues Buch „Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung“ vorgestellt, was vom Preis auch passte, denn die 1967 in München geborene, in OÖ aufgewachsene und lange in Hamburg lebende Petra Hartlieb hat ja 2004 in der Währingerstraße eine Buchhandlung übernommen. Krimis hatte sie da oder danach auch schon geschrieben und ich sie daraus auch lesen gehört und dann ist sie mir als  „Gegen-Amazon-Kämpferin“ aufgefallen, die offenbar alle Leute mit einem solchen Päckchen in der <hand ansprcach und „Entschuldigen sie warum kaufen Sie nicht bei mir fragte<ß“

Das hat mir nicht so gut gefallen, aber schreibe ich dazu, ich kaufe weder bei „Amazon“ noch bei „Hartliebs-Bücher“ und da würde ich mir nur ein ein bis höchstens drei Eurobuch aus der Abverkaufskiste ziehen. Ist ein Schlechtpunkt für mich, ich weiß, ist aber so.

Dann erschien 2014 die „Wundervolle Buchhandlung“.

Die Blogs überboten sich an Lobpreisungen und ich bin in Harland in diesem Jahr glaube ich, um Weihnachten mit dem Rad nach St. Pölten gefahren, habe mich in den „Thalia“ gesetzt, das Buch durchgeblättert und mich gewundert, denn soviel Tolles, wie die Blogs schwärmten, habe ich nicht darin gefunden.

Dann bin ich ein paar Jahre später wahrscheinlich nicht um Weihnachten wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause gegangen, vom „Wortschatz“ stehen geblieben und habe die „Wundervolle Buchhandlung“ dort gefunden.

Vielleicht war es sogar ein Leseexemplar, die die „Bücherinsel“ aussortiert hat, die tun das manchmal und stempeln dann ihren Namen hinein oder einer der anderen Literaturkritiker oder Blogger die in der Gegend wohnen, ist es gewesen.

Das weiß ich jetzt gar nicht so genau, habe aber bei „Amazon“ und auch bei einigen Bloggern über das Nachfolgebuch gelesen und dort erfahren, daß gar nicht soviel Neues drinnen stehen soll und ein „Amazon-Leser“ hat sich sogar über die genervte Buchhändlerin beschwert, die über ihre Arbeit jammert und die Bücher von einer Asylwerbertin einpacken läßt.

„Uje!“, habe ich gedacht „wenn ich jetzt schon alles weiß!“

Denn wahrscheinlich hat mich das altmodische Cover mit dem Bäumchen und dem Mann im roten Anhzug mit einem Buch in der Hand vor den Bücherregal angezogen und muß sagen, ich bin postiv überrascht, denn wirklich bekannt war wahrscheinlich nur das erste Kapitel, wo Petra Hartlieb erzählt, wie sie zu ihrer wundervollen Buchhandlung kam.

Dann kommen die Weihnachtsanekdoten und die mag ich ja sehr gern und es interessiert mich auch, wie es in einer Buchhandlung zugeht.

Petra Hartlieb hat inzwischen eine Filiale in der Porzellangasse, einen Lagerraum gegenüber, so daß sie nicht mehr zur Weihnachtszeit ihre Bestellungen im Eßzimmer lagern muß, in das sie aber noch heute offenbar im Dezember nie kommt, um gemütlich Punsch zu trinken, denn Weihnachten  beziehungswweise das Monat davor, ist die streßigsteZeit für den Buchhändler. Wird da doch zwanzig Prozent des Umsatzes gemacht und Petra Hartliebs Buchhandlung ist um diese Zeit auch immer bummvoll. Der Herr Primar, wahrscheinlich vom naheliegenden AKH, kommt kurz nach Geschftsschluß noch mit seinem Bestellzettel herein. Die Kunden bringen Vanillekipferln und nur eine Dame will sich fünf vor sechs noch vierundzwanzig „Pixie-Büchlein“ einpacken lassen. Sie tut es dann selbst, nimmt sich aber das Papier dafür mit und zu Petra Hartliebs Kunden gehören neben Ärzten und Kammersänger auch Doris Knecht, oder ist sie mit der nur befreundet und verkauft ihre Bücher, die lädt sie jedenfalls auch im Dezember zu ihrem berühmten Parikahendl, Rezept im Anhang, was ich sehr unnötig finde, ein und Petra Hartlieb sitzt dann da und schweigt, weil sie zu müde zum Reden ist, hat sie doch den ganzen Tag hunderte Bücher beschrieben und genauso viele eingepackt, obwohl sie jetzt ja die besagte Syrierin hat, die früher Mathematiklehrerin war, ihr jetzt aber zur improvisierten Weihnachtsfeier einen selbstgemachten Brunnen bringt.

Wenn plötzlich ein Virus herumgeht und Petra Hartlieb und ihr Mann Oliver, der in der Nacht, die Bestellungen abarbeitet, zu kotzen anfangen, ist das genauso eine Katastrophe, die sich gut auflöst, wie wenn plötzlich der Strom ausfgällt oder der Computer nicht mehr funktioniert und dann kommt einmal ein Herr Mayerhofer mit seinen abgeholten Bestllungen zurück, denn das waren nicht seine Bücher und ein paar Tage später kommt sein Bruder, denn der heißt auch so und bestellt ebenfalls bei Petra Hartlieb, also werden fortan auch die Vornaamen auf die Bestellungen geschrieben und natürlich sollen die Kunden kommen und bestellen, denn Weihnachten ist ja zwanzig Prozent des Jahresumsatz, auch wenn die Buchhändler und die anderen Verkäuferinnen, wie der unzufriedene „Amazon-Kunde“ erwähnte, am Vierunzwanzigsten um dreizehn Uhr kaputt aus dem Geschäft gehen und unter dem christbaum einschlafen, während das kleinereKind beseelt mit seiner Puppe spielt.

Ein amüsantes Buch das ich, die Nichtkäuferin“ in zwei Schwüngen beschwingt in der Badewanne ausgelesen habe und „Fein!“, denke, „wenn die Leute vor Weihnachten so viele Bücher kaufen!“

Obwohl ich ja immer höre, daß die Zahl der Leser zurückgeht und auch der Buchhandel vor kurzem eine Zahl veröffentlicht hat, um wieviel Prozent der Umsatz zurückgegangen ist. Bücher gibt es ja immer noch in Hülle und in Fülle, weil die Leute zwar offensichtlich weniger lesen, aber gern selber schreiben wollen, aber in einem kann ich dem „Amazon-Kritiker“ zustimmen, daß achtzehn Euro, in Österreich sind es wegen der Mehrwertsteuer noch einmal fünfzig Cent mehr für das sehr dünne kleine Büchlein wirklich sehr viel sind und ich mir das zum Normalpreis nicht kaufen würde, obwohl ich vor kurzem dem Schuster achtzig Euro für die wiederholte Reperatur meiner zwei Paar Waldviertlerschuhe gegeben habe und dann bin ich zum abverkaufenden Antiquariat nebenan gegangen und habe mir zwei Bücher um je drei Euro gekauft und bevor meine Leser jetzt aufstöhnen und sagen, daß ich den Weihnachtsfrieden mit meinen Bemerkungen störe, kann ich auf morgen und übermorgen hinweisen, wo noch zwei dünne Weihnachtsbüchlein kommen, die mir zwei befreundete Autoren geschenkt haben.

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