Literaturgefluester

2018-09-20

Vom letzte Mal Wien 1938 Ausstellungsgespräch zum zwölften Radio Rosa

Wir haben, obwohl es in Zeiten von Chemnitz und des allgemeinen Rechtsrucks schon ein bißchen altbacken klingt, heuer ein Gedenkjahr und damit eine Ausstellung in der Wien-Bibliothek, die in allen Facetten und Formen zeigte, wie sich Wien durch den sogeannten Anschluß verändert hat.

Seltsamerweise endet die Ausstellung morgen und wird, glaube ich, durch eine über die Wiener Märkte ersetzt, obwohl die Reichskristallnacht, zu der man jetzt ja, wie ich hörte, Novemberprogrom sagen muß, auch sehr wichig wäre.

Bei einigen Ausstellungsgesprächen, die jeweils  um siebzehn Uhr im Seminarraum der  Wien Bibliothek stattfanden, bin ich gewesen, zuetzt bei dem Forschungsgespräch wo Heimo Gruber etwas zu den Veränderungen in den Arbeiterbücherein sagte und heute gab es etwas zu den Arisierungen und da wurde sehr genau darüber berichtet, daß die Stadt Wien schon sehr bald ihre jüdischen Mitarbeiter entlassen hat, dann bekamen die, die in den Gemeindewohnungen wohnten, eine Kündigung, mußten ihr Vermögen angeben, Rechsfluchtsteuer zahlen, wenn sie nicht deportiert wurden, die „wilden“ und auch die ordnungsgemäßen Arisierungen haben vorher stattgefunden und die beiden Forscher Michael Wladika und Dieter Hecht die unter der Moderation von Christian Merterns referierten, erzählten sehr genau von Dokumenten, Briefen Tagebücher, etcetera, die man später gefunden hat, in denen die jüdischen Bewohner darüber berichteten wie es ihnen mit dem Anschluß ergangen ist.

Ich fand das sehr spannend, obwohl ich über dieses Thema schon  viel gelesen und geschrieben habe und auch fünfzehn Jahre nach der Reichskristallnacht geboren wurde und für nachher hatte ich wieder ein Entscheidungsproblem, denn nicht nur der „H. C. Artmann- und der Leo  Perutz-Preis“ diese beiden Gegensätze des literarischen Schaffens scheinen in Wien immer gleichzeitig stattzufinden.

Es gibt auch sonst die Programme der verschiedenen Literaturinstitutionen und da wollte ich eigentlich in die „AS“ gegen, denn da wurde Andreas Unterwegers neues Buch vorgestellt und dann „Orchis“ von Verena Stauffer.

Gut, das habe ich schon gelesen und ich schreibe ja immer, daß ich aus ökonomischen Gründen, nicht gern zu Veranstaltungen gehe, wo ich schon das Buch gelesen habe, dann habe ich gesehen, im Literaturhaus gibt es das zwölfte „Radio Rosa“, organisiert von Patricia Brooks, die wahrscheinlich aus Vernetzungsgründen ihre Reihe länger als ich meine „Mittleren“ ausgehalten hat, ein oder zwei Veranstaltungen habe ich auch besucht „Warum sind wir da wo wir sind, wenn wir da sind wo wir sind“, hieß das etwas kryptische Thema zu dem Verena Dürr, Ilse Kilic, Caroline Profanter und Sophie Reyer eingeladen wurden und ich dachte spontan, nicht schon wieder Ilse Kilic, die habe ich doch schon vorgestern gehört, dann ließ ich es, vielleicht auch weil ich einen Kommentar von ihr bekommen habe, offen, habe beide Programme eingepackt und spannend, spannend, wohin es mich verschlagen wird und merkte schon in der Wien Bibliothek intuitiv, daß es mich eher in Richtung Literaturhaus ziehen wird, vielleicht weil ich ja beim „H. C. Artmann-Preis“ immer wieder die experimetellen Autoren versäume, hier kann ich mich schadlos halten, habe ich gedacht und mich dann im Literaturhaus lange  mit Robert Huez unterhalten, der sehr oft mit mir spricht und ich habe auch sehr viel Literarisches zu erhzöhlen, da ich ja schon sieben Bücher des dBp gelesen habe und jetzt mein siebentes öst lese und da eigentlich Hanno Millesi, den ich sehr schätze, für einen besseren Erhzähler gehalten hatte.

Es war auch das übliche experimentelle Publikum im Saal, sowie Silvia Bartl, die mich ja damals als sie noch im Literaturhaus Programm machte, hinausgeschmissen hat, Melamar, Fritz Widhalm Erika Kronabitter, Annalena Stabauer, die ich eigentlich in der „AS“ vermutet hätte und und und und ich kann sagen, obwohl ich ja keine so Experimentelle bin, der Abend hat mir gefallen, denn Sophe Reyer, die ich ja schon bei den „Wilden Worten“ und dann auch in der „Alten Schmiede“ hörte und Verena Dürr, mit der ich bei der Amerlinghaus-Benefiz-Lesung gelesen habe und die 2017 auch in Klagenfurt war und Ilse Kilic haben zu der Musik von  Caroline Profanter sehr interessante Texte gelesen oder gesungen.

„Kann ein Gedicht lebendig sein?“, lautete beispielsweise eine Frage und eine andere, ob sich „Schreibmaschinen selbständig machen können?“, die Fragen wurden, glaube ich, von Ilse Kilic gestellt und Verena Dür beantwortete die letztere fuminant in einem Pladoyer auf die prekären Arbeitsbedingungen von freien autoren.

„Was die Spatzen so von den Dächern pfeifen?“ wurde auch gesungen und ich denke, es war eine sehr spannende Performance und wem es interessiert, ein paar spannende Bücher habe in den Bücherschränken, beziehungsweise im „Wortschatz“ auch gefunden, obwohl ich mit dem Lesen kaum mehr nachkomme.

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2018-09-19

Nervenkitzel hoch fünf

Wieder einmal „Leo Perutz-Preis„, der Kimipreis des österreichischen Hauptverbandes, den es seit einigen Jahren gibt, weil Krimis sich offenbar am besten verkaufen lassen und nicht seit Anfang an, aber schon sehr lang, bin ich dabei gewesen, obwohl ich ja keine so typische Krimileserin bin, aber Leo Perutz war auch kein so typischer Krimiautor und so typische Krimis werden dort auch nicht prämiert, sondern das eher „literarische Anspruchsvolle“, aber Eva Roßmann war regelmäßig dabei  Beate Maxian und und und…

Seit ich dabei bin haben die Veranstaltungen in der Grünangergasse stattgefunden, Günther <kaindlsdorfer der Jetztige“ Buch-Wien-Messedirektor“ moderierte, es gab ein Buffet und, ich glaube, keinen Büchertisch, weil ja die Veranstaltung an die Insider, an die buchhändler, die Verlage, etcetera gerichtet war.

Einmal fand die Veranstaltung  im Bestattungsmuseum statt. Da gab es kein Buffet, man konnte aber eine Führung durch das Museum machen und seit vorigenJahr gibt es offenbar eine Connection mit der „Wien-Bibliothek“, die das letzte Jahr, glaube ich, Brötchen, aber heuer nur das übliche Brot und Wein Angebot stiftete.

Das Prozedere blieb gleich. Statt Günter Kaindlsdorfer moderiert jetzt RomanKollmer, der auch in Leipzig  das Österreich-Cafe moderiert und bei der „Buch Wien“ auf der Kochbühne etcetera tätig ist, eine Jury, die aus Buchhändlern, der Stadt Wien, dem Hauptverband und seit vorigen Jahr auch dem Bestattungsinstitut, was ich eigentlich, ganz ehrlich, ein wenig makaber, die anderen aber für lustig finden, suchte aus den gängigen Krimis eine Shortlist aus fünf Büchern aus und die waren heuer Albert Frank „Tod vor dem Steffl“, David Krems „Falsches Licht“, Fritz Lehner „Nitro“, Beate Maxian „Tod in der „Kaisergruft“ und Günther Neuwirths „Die Frau im roten Mantel“, davon waren mir Beate Maxia, die schon dreimal nominiert war und von der ich auch einige Bücher in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen habe und Fritz Lehner bekannt, der das 2016 mit „Seestadt“ war, was ich mir im Winter bei einem „Morawa-Abverkauf“ kaufte, die anderen Bücher nicht und es ist jetzt auch nicht mehr so leicht zu der Veranstaltung zu kommen, da www. buecher.at, zwar den Ort und das Datum, aber nicht die Uhrzeit bekannt gab.

Beim Wien-Bibliothek-Programm habe ich das dann herausbekommen und war, weil sich das gut ausgegangen war, schon um halb sieben da, weil die ja keine Plätze für das Publkikum präsentieren. Aber soviel Andrang war dann gar nicht, weil die Wien-Bibliothek ja nicht extra ausschickte und außerdem fand, wie vor zwei Jahren auch zeitgleich,  die“ H. C. Artmann-Preisverleihung“ an Gundi Feyrer statt.

Ja, kann die Stadt Wien da nicht schauen, denn so groß ist das literaische Publkum Wiens ja nicht, obwohl genau betrachtet, sich die Krimileser wahrscheinlich nicht für die experimentelle Literatur interessieren werden und umgehkehrt.

Aber die Stadt Wien unterstützt den Preis. So war eine Dame vom Kulturamt in der Jury, nämlich Sylvia Fassl-Vogler, die ich, als ich mich mit dem Josef vor die geschlossene Tür stellte und auf das Eingelassen werden wartetete, gerade mit Benedikt Föger über diese Doppelveranstaltung renden hörte.

Also wäre sie auch ganz gerne hingegangen, mußte aber den <preisträger verkünden und ich habe ihr gesagt, daß ich das nächste Mal ganz gern zum „H. C Artmann-Preis“ gehen würde und werde das auch tun, ganz egal was da noch parallel stattfindet.

Aber diesmal Krimipreis, obwohl ich ja eigentlich keine so passionierte Krimileserin bin, aber eine Experimenetalfan auch nicht und so hörte ich der Moderatdion von Roman Kollmer zu, der die fünf ausgewählten vorstellte und mit ihnen jeweil ein kurzes <interview führte.

Albert Frank ist ein Schauspieler, so setzte er sich auch ein Kappl auf, als er aus seinem Roman „Tod vor dem Steffl“ in dem es, um genetisch veränderte Riesentauben geht, ein Stücken vorlas und er las natürlich sehr gut und es ist wahrscheinlich kein typischer Krimi und hat mir wahrscheinlich deshalb sehr gut gefallen.

David Krems ist wahrscheinlich auch kein typischer >Krimischreiber, denn er hat eine Dissertation über Fotografie geschrieben und die „Abfallprodukte“ dann zu „Falsches Licht“ verarbeitet.

Dann kam Fritz Lehner, den ich  urspüglich, glaube ich, bei einer der „Rund um die Burg-Veranstaltungen“ kennenlernte mit seinem Krimi „Nytro“, wo es um einen Sprayer beziehungsweise einen Bankbeamten und Serienmörder geht und der Autor las minitiös, die Szene, wo der Mörder, die Schnurr, um den Hals seines Opfers legt und ich dachte, daß mir das nicht gefällt.

Dann kam Beate Maxian, die schon dreimal nominierte, die vom Moderator gefragt wurde, was sie macht, wenn sie jetzt wieder nicht gewinnt?

Was sollte sie darauf sagen? „Solche nominierungen sind ein Scheiß!“ oder „Dabei sein ist alles!“

Sie hat sich für das letztere  entschieden und hat, das kann ich gleich verraten, wieder nicht gewonnen und der letzte Nomiinerte ist offensichtlich ein Perutz-Experte, nämlich Günter Neuwirth mit der „Frau im roten Mantel“, wo es um eine Villa in Wien und eine alte Frau, die dort lebt und offenbar, um ihre Pfegehelferin geht, die von ihr beschuldigt wurde, daß sie ihren Sohn beseitigt hat.

Spannend, spannend, spannend. Dann kamen Alex Beer, die Vorjahrssiegerin und Sylvia Fassl -Vogler und verkündigte, wen wunderts, Fritz Lehner, als den Gewinner, denn das Reißerische wollen offenbar die Leute lesen, denkt sich vielleicht der Hauptverband oder auch nicht und ich kann natürlich alles kaufen oder anfragen und lesen, was ich will und tue es es, ob meiner elendslangen Leseliste nicht.

Also zum Brot und Wein und da gab es heuer keine Brötchen mehr. Aber die Angela war da und der Josef und  auch die Obdachlose, die mich gestern, als ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause gegangen bin, um ein paar Euro angegangen ist und sehr freudnlich zu mir war. Heute war sie das etwas weniger. Sie hat mich aber erinnert, daß ich sie auch schon früher bei Stadt Wien-Veranstaltungen gesehen habe, was mein literarisches Gemüt natürlich sehr neugierig machte, denn die sozialen Verbindungen einer Stadt interessieren mich natürlich sehr und darüber läßt sich wahrschein lich sowohl ein Krimi oder auch etwas ganz anderes schreiben.

2018-09-12

Von der Wien-Bibliothek ins Literaturhaus

Ein Tag zur Faschismusaufarbeitung in Zeiten, wo die Rechten die „Antifa“ bekämpfen und im Netz diskutiert wird, ob Maxim Biller nicht vielleicht zur jüdisch ist, gab es in der Wien Biblitohek im Rahmen der 1938-Ausstellung eine Forschungsveranstaltung zur Rolle der städtischen Bibliotheken nach 1938, die Heimo Gruber hielt und sich gleich einmal entschuldigte, daß er viel zu viel vorbereitet hätte und also kürzen würde müßen.

Dann lagen die Bände mit den wissenschaftlichen Artikel zu dieser Problematik auf und Heimo Gruber verkündetete, daß er aus Zeitgründen den Bibiliotheksbestand weglassen würde müssen, das, was ich mir eigentlich erwartet und mich interessiert hätte und ging dann auf die Bibliothekare ein, die  1938 in den städitischen Büchereien meist ehrenamtlich mit Spesenersatz gearbeitet haben, die bis 1934 Arbeiterbibliotheken geheißen haben, dann schon einmal vom Kommunismus gesäubert wurden und nach 1938 natürlich judenfrei sein mußten.

Es hat damals die Pudel, beziehungsweise den Schalter gegeben, wo der Bibliothekar stand und ein Verzeichnis hatte, welche Bücher welchem Lesertyp ausgehändigt wurden und „Nein, das bekommst du nicht! Einen Krimi darst du nicht lesen! Nimm doch die verstaubte Grillparzer-Ausgabe habe ich selbst noch in meiner Hauptschulzeit erlebt.

1938 war das allgemein so üblich, es gab keine Freihandbibliotheken und einen Bibliotheksleiter, der schon vor 1938 gesäubert hat, sich dann beurlauben ließ und der Nachfolger hat handschriftlich seine Memoiren verfaßt und sich von der Schuld entschuldigt, die er eingegangen ist, weil er beim System mitgemacht hat. Die jüdischen Mitarbeiter wurdern entlassen, die anderen Juden durften sich nichts mehr ausborgen ind der Leiter hat sechshundert Schilder bestellt, wo „Juden Eintritt verboten!“, stand.

Der Bibliothesbestand hätte mich sehr interessiert, habe ich ja irgendwo eine Broschüre, wo drin steht, was sich die Arbeiter vor 1934 ausgeborgt und gern gelesen haben, ich glaube Sinclair Lewis oder war es Upton Sinclair und  nach dem wissenschaftlichen Vortrag, bin ich über den Bücherschrank, wo sich eine Dame schon alles Tolle zusammengesammelt hatte und „Das gehört mir!“, sagte, als ich danach greifen wollte, ins Literaturhaus gegangen, wo Erich Hackl sein neues Buch „Am Seil“ vorstellte, da gibt es zwar schon ein anderes von Thomas Lang, das so heißt, aber das ist offenbar nur bei mir  wichtig, daß meine Transgeschichte nicht „Paul und Paula“ heißen soll oder darf und das Thema passet zur Ausstellung, denn Erich Hackl. der faktionale hat wieder eine Geschichte darüber geschrieben, was damals im dritten Reich passiert ist. Denn da wurde ja nicht nur in Auschwitz geheiratet und die kleine Sidonie, der Fürsorgerin übergeben, die sie ins KZ brachte, sondern es hat auch ein Bergsteiger und Kunsthandwerker  namens Reinhold Duschka eine Frau und ihre kleine Tochter in seiner Werkstatt versteckt.

Die Frau und der Bergsteiger sind wahrscheinlich schon lang gestorben, die Tochter namens Lucia aber überlebte und ist zu Erich Hackl gegangen, um sich von ihm ihre Geschichte aufschreiben zu lassen und jetzt ist das Buch fertig, das nicht, wie man erwarten hätte können, auf die öst oder auch den dBp gekommen ist. Die Tochter hat ihre gesamte Familie zusammengesammelt und so war das Literaturhaus, als ich es um sieben erreichte pummvoll und ich bin solange in der erste Reihe vorne gestanden, bis mir eine Frau gesagt hat, daß ich weggehen soll. Es waren auch im Vorraum Stühle aufgestellt, die Kameraübertragung aber funktionierte nicht und irgendwann ist dieTochter dann aus Platzmangel am Podium sitzen geblieben, so daß ich den letzten freien Platz haben konnte, als den die fotografierende Lteraturhausmitarbeiterin verlassen hat.

Und die Lesung war sehr eindrucksvoll, die Werkstatt war im sechsten Bezirk. Wie alt die tochter war, war nicht genau herauszubekommen. Sie war aber schon älter, denn sie bekam schon ihre Regel. Also wahrscheinlich 1929 geboren. Sie hat aber sehr jung ausgesehen und Hackl las ganz genau, wie beschrieben, davon daß man in der Werkstatt still sein aber mitarbeiten mußte, dann ausgebombt wurde und am Schluß, als die Russen mit ihren Fellmützen aufmarschierten große Freude herrschte.

Katja Gasser moderierte, anschließend gab es Wein und Brötchen und das Publikum schien, wie ich bemerkte hauptsächlich aus der Familie zu bestehen und die Stimmung war so gut, wie sie in Zeiten, wie diesen, wahrscheinlich nur sein kann.

2018-06-05

Wien-Tschechien-Italienreise

„Reisen wir“ heißt eine Reihe in der „Gesellschaft für Literatur“, wo offensichtlich Reisetexte vorgestellt werden. Da war ich schon einmal bei Mirco Bonne und heute hat meine literarische Veranstaltungsreise eigentlich im von 1938 angefangen. Denn da gibt es ja heuer ein Gedenkjahr und deshalb eine Ausstellung in der „Wien Bibliothek“ mit einem Begleitprogramm.

Und da ging es heute im Seminarraum um den Proagandafilm und das ist ja ein sehr interessantes Thema und ich habe mir da Werbefilmchen vorgestellt, wie etwa ein schöner junger SA Mann blond und blauäugig einem ebenso schönen naiven Wiener Mädel erklären soll, wo sie am 10. April ihr Kreuzerl machen soll.

Aber mitnichten, es wurden von Michael Loebenstein und Ingo Zechner, zwei Herren, die trotz der Hitze weiße Hemden trugen, unter derModeration der Direktorin Sylvia Mattl-Wurm nur die Filme gezeigt, die schon in der Ausstellung, da war ich ja bei der Eröffnung zu sehen sind und die haben mich nicht sehr interessiert, weil es da ja um eine Gastwirtschaftstagung im Rathaus, eine Rede des damaligen Bürgermeisters im Apollokino,  wo er den deutschen Buben und Mädeln die Rolle des Sparens erklärt und dann wurde noch irgendein Nazibonze eingeflogen, der den Beamten am Rathaus sprich Adolf Hitler Platz, so hieß er ja damals, offenbar das neue Regime erklärte.

Die wurden besprochen und kommentiert und dann gab es noch zwei Minuten aus der damaligen Polizeileistungsschau, die dese seit 1927 jedes Jahr zu Weihnachten präsentierte und war zu sehen, wie die Wiener Polizisten ihre Knüppel abgeben und die deutschen ins Rathaus einmarschierten.

Interessante aber allemal für die Historiker und wenn ich mit der Mareike Fallwickl fertig bin, steht ja das Flügge-Buch auf dem Programm, da habe ich mich also in das Jahr 1938 schon ein wenig eingesehen und die Plakate habe ich ja auch schon studiert.

Danach also weil es zeitlich passte und es auch keine Alternative gab in die „Gesellschaft für Literatur“, obwohl mich das Buch über den Po, des italienischen Reiseschriftstellers Paolo Rumiz übersetzt von Karin Fleischanderl eigentlich auch nicht so interessierte und ich dachte, da bin ich wahrscheinlich alleine dort und kann mich mit Gustav Ernst unterhalten.

Mitnichten, wie man sich irren kann, könnte ich schon wieder schreiben, aber vorher bin ich an der Buhhandlung Kuppitsch vorrüber am tschechischen Zentrum vorbeigekommen und habe da wieder wie schon im April ein paar Leute mit einem Weinglas vor der Tür stehen sehen.

Also nichts wie hinein. Denn es gab wieder eine Ausstellung, diesmal feierte, wenn ich es richtig verstanden habe, ein tschechisches Gymnasium den Abschied einer Lehrerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Vielleicht war es auch kein tschechisches Gymnasium, es war jedenfall fast nur Tschechisch zu hören und es gab Wein, Brötchen und kleine süße Schnecken und dann nach Italien.

Bella Italia lag diesmal, wie Tschechien in der Herrengasse und oh Überraschung der Vortragssaal sehr voll, so daß schon Sessel im zweiten Raum aufgestellt waren und heiß war es auch.

Ich habe trotzdem, Glück muß man haben, einen Platz in der zweiten Reihe bekommen, mich mit meiner Nachbarin über meine Waldviertler Sandalen unterhalten, Gustav Ernst, der prompt in der ersten Reihe saß zugewinkt und jetzt sehr viel Italienisch gehört.

Karin Fleischanderl, die Übersetzerin moderierte, der 1947 geborene Reiseschriftsteller war sehr charmant und erklärte, daß die Italiener kein Verhältis zu ihren Flüßen haben, so ist der Po verschmutzt. Die Mütter warnen ihre Kinder ins Wasser zu gehen und ihm wurde abgeraten eine Flußreise zu unternehmen.

Das hat ihm natürlich gereitzt, so hat er diese mit dem Kanu, der Barke und dem Segelboot und einigen Freunden unternommen, eine Frau in Schwarz dabei gesehen, auch noch etwas von einem früher erschienenen Buch, das der „Leuchtturm“ heißt  und von der Phantasie erzählt, die man bekommt, wenn man einige Zeit allein auf einer kleinen Insel auf einem Leuchtturm verbringt.

Er hat dann noch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es gab einen Tisch mit vielen Büchern, die man, wie Karin Fleischanderl wieder aufforderte, kaufen und sich signieren lassen konnte und ich habe an einem Abend sowohl eine Zeitreise in die Vergangenheit, als auch in das kulinarische Tschechien und eine Reise auf den Po gemacht und dabei bin ich ja gar nicht reiselustig und staune momentan nur über die Mails die mir der Alfred derzeit aus dem schönen weitentfernten Amerika schickt.

2018-05-15

Wien 1938

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:42
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2018 ist ja ein Gedenkjahr in jeder Hinsicht und zum Gedenken des März 1938, achtzig Jahre Anschluß, gibt es ja in der Wien Bibliothek eine große Ausstellung mit einem großen Begleitprogramm und im Zuge dessen wurde heute Manfred Flügges „Stadt ohne Seele -Wien 1938“ vorgestellt.

Wegen meiner achtzehn Uhr Stunde, bin ich wieder zu spät gekommen. Es war aber glücklicherweise genug Platz. Suzie Wong hat gerade eröffnet und, daß die Herren am Podium andere waren, als im Programm angekündigt, habe ich erst nach und nach mitbekommen.

Denn der Autor des Buches, der 1946 geborene Manfred Flügge, der 1992 beim Bachmannpreis gelesen hat, war erkrankt und es war  offenbar der Historiker Gerhard Botz da, der mit dem Moderator ein Gespräch führte, während der dritte Herr ein Schauspieler war, der aus dem Buch las und die Frage an den Historiker, der ja auch ein Buch zu diesem Thema „Wien im „Nationalsohzialsmjus“ geschrieben hat, das zu der Zeit in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wurde, als ich in Würzburg, Essen oder Leipzig war, war, wie weit sich ein Zeitroman über den Nationalsozialmus, denn das Buch wurde als solcher betitelt, von einer historischen Studie zu dieser Zeit unterscheidet.

Und das ist ja eine Frage, die mich, die ich in letzter Zeit einige fiktive Biografien lese und jetzt gerade mit einer über Karl Marx, der vor kurzem zweihundert wurde, beschftigt bin, auch sehr interessiert.

Der Historiker hat naturgemäß einiges an der narrativen Erzählweise auszusetzen und hätte gerneä wie er sagte, mit dem Autor selber diskutiert.Er brachte auch einige Fakten, die mit meinem Wissen beziehungsweise dem was der Autor geschrieben hatte, nicht übereinstimmte.

So ging es um die Opferrolle. Österreich das erste Opfer oder in der Täterrolle, der Novemberprogrom ist ja in Österreich offenbar viel brutaler, als sonstwo im Reich ausgefallen und die Frage wurde auch erläutert, ob der Einmarsch der deutschen nur ein Scheinangriff war, der leicht überwältigt werden hätte können, wie der Autor offenbar behauptete, Gerhard Botz aber widerlegte.

Einige Stellen wurden vorgelesen und das Buch blättert den März 1938 offenbar an einigen exemplarischen Beispielen auf. So wurde eine Fluchtgeschichte von einem Buchhändler vorgelesen und die sehr spekulatäre Flucht von Sigmund Freud erwähnt. Egon Fridell hat sich aus dem Fenster gestürzt und vorher noch „Zurücktreten bitte!“, gerufen, die Frage weiviel Selbstmorde es am zwölften März und kurz darauf gegeben hat, wurde diskutiert.

Ich weiß von einigen, die danach ins Rothschild Spital eingeliefert und vom jungen Viktor Frankl, der das, als seine Pflicht ersah, gerettet wurden, das steht in einem Buch, das ich mir von einigen Jahren schenken ließ und der Tenor des Buches ist offenbar, daß das  Verschwinden der vielen Intellektuellen und Künstler, der Stadt an der Donau, die Seele geraubt hat.

Die Ankunft Adolf Hitlers und seine Rede vomHotel Imperial bez. dem Heldenplatz wurde erwähnt und der hat da ja, glaube ich, gesagt, das weiß ich noch von meiner Mutter, „daß Wien eine Perle sei, der er die richtige Fassung geben würde“ und in Harland liegt ein Bildband, ich glaube von 1946 oder 47, der dann das Resultat dieser Fassung, nämlich das zerstörte Wien, zeigt.

Jetzt ist es aber um den Anschluß gegeangen und ein Original O-Tonzital von Manfred Flügge, das in Ö1 gesendet wurde, wurde auch gespielt. Dann gab es Brot und Wein. Ich habe mich mit dem Chemiker Manfred unterhalten und bin jetzt gespannt, ob das Buch, das bei „Aufbau“ erschienen ist, zu mir kommen wird und, als ich beim Nachhause gehen in die Buchhandlung Jeller hineingesehen habe, habe ich gesehen, daß „Wagenbach“ Vicki Baum „Hotel Berlin“, das ja in Berlin in oder nach dem Nationalsozialismus spielt, wiederaufgelegt wurde und das finde ich sehr interessant, weil ich mich  vor kurzem im Literaturhaus über Vicki Baum und diesen Roman, den ich sehr gerne lesen würde unterhalten habe und da die Auskunft bekommen habe, daß es nur mehr sehr wenige in Antiquariaten erhältliche Exemplare geben würde.

2018-04-17

Von der Forschungswerkstatt zur Literaturkritik

In der Wien-Bibliothek im Rathaus gibt es gerade zum Gedenkjahr 1938 eine Ausstellung. Da war ich bei der Eröffnung und da ist auf den Plätzen ein Folder gelegen, denn es gibt dazu ein umfgangreiches Begleitprogramm und da war ich heute bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung.

„Ja oder nein, Plakate zur Volksabstimmung am 10. Apruil 1938. Da hätte es vorher zwar eine Volksberfragung geben sollen, wo man sich zu Schuschnigg und zu Österreich bekennen hätte sollen. Das wäre im März gewesen, da sind aber vorher schon die Nazis in Österreich einmarschiert und haben dann das Volk pro forma dazu befragt.

Der Kreis in dem man mit „Ja“ ankreuzen sollte, war ungefähr dreimal größer als der mit „nein“. So sollten wohl damals schon die Werbepsychologie wirken und es hat, glaube ich, auch keine richtigen Wahlzellen gegeben, so daß das Ergebnis dann 99 oder so Prozent lautete.

Meine Mutter hat trotzdem mit „nein“ gestimmt. Das hat sie mir erzählt und ich glaube es ihr auch. Von meinem Vater weiß ich es nicht, aber der war ein aufrechter und aktiver Sozialist und wird sich wahrscheinlich auch dementsprechend geäußert haben.

Julia König hat die Veranstaltung „Aus der Forschungswerkstatt“ im Seminarraum der Wien-Bibliothek, es gibt auch noch Ausstellungsrundgänge und Ausstellungsgespräche im Programm, geleitet. Das heißt, sie hat die Plakate projeziert, die es diesbezüglich gegeben hat.

Ich interessiere mich ja für die Geschichte Wiens der Zwischenkriegsjahre, während des Nationalsozialismus, etcetera. So habe ich mir einige besonders interessante Veranstaltungen aus dem Programm in meinem Kalender eingetragen und hätte trotzdem fast nicht hingehen können. Denn die Veranstaltung war um fünf. Da hatte ich mir keine vier Uhr Stunde eingeteilt, hatte dann aber eine um sechs und da wäre ich, nachdem die Veranstaltung eine dreiviertel Stunde dauerte, nicht rechtzeitig in meiner Praxis gewesen und um sieben wollte ich schon in die „Gesellschaft für Literatur“.

Ich konnte aber die Stunde auf vier verschieben. Die Klientin ist auch ein wenig früher gekommen, so daß es sich sehr schön ausgegangen ist und ich nachher ganz bequem und langsam mit einem Umweg über die Buchhandlung Kuppitsch und, nein, das Klaus Modik-Buch „Konzert ohne Dichter“, um 5. 95 habe ich mir nicht gekauft, obwohl das eigentlich ein Versehen war und es mir nachher fast leid tat, in die Herrengasse spazieren konnte und da gab es auch ein besonderes Programm. Stellte da doch die wahrscheilichlich nicht nur in Österreich sehr bekannte Literaturkritikerin Daniela Strigl ihr bei „Droschl“ erschinenen Erssayband „Alles muß man selber machen“ vor und das hat mich sehr interessiert, obwohl mir Henirke Blum das PDF schon geschickt hat und ich das Buch demnächst lesen werde.

Wenn ich es schon gelesen hätte, wäre ich wahrscheilich eher ins Literaturhaus zu der Lesung von Cordula Simon neuem Buch „Der Neuauber“ gegangen, obwohl ich das Buch auch auf meinem Badezimmerstapel liegen habe, weil ich ja eher nicht zu Veranstaltungen gehe, wenn ich das Buch schon gelesen habe, aber das habe ich noch nicht und ein wenig Hintergrundinformation dachte, ich wäre auch sehr gut.da

Der Veranstaltungssaal sehr voll, obwohl ich schon sehr früh eingetroffen bin, kein Wunder, wenn Österreichs bekannteste Literaturkritikerin liest, die außerdem noch sehr charmant und schlagfertig ist, kommen die Leute und für mich gab es auch eine Überraschung, lagen doch auf dem Tischchen mit der freien entnahme die „Hammer 95“ und wahrscheinlich 96 auf und da habe ich ohnehin schon fast alle verteilt, die mir Kurt Neumann zuschickte. So nahm ich mir einen Stoß und verteilte sie dann munter an das Publikum. Dine Petrik war da, Frau Schmidt-Dengler, Helga Köcher, und und und…

Manfrend Müller leitete ein und erklärte, es gäbe Biografie, Essays und Kritiken in dem Buch und die 1964 in Wien geborene, die glaube ich über Theodor Kramer dissertierte, ein Buch über Marlen Haushofer und eines über Marie von Ebener Eschenbach geschrieben hat, bekannte in ihrem ersten lesen Block, das ihr das Schreiben über ihre Persönlichkeit eher schwer fiele. Esg ibt eine Menge Ebner Eschenbach-Aphorismen in dem Buch, die sie zitierte. Dann las sie über die Rolle der Kritik und dann noch etwas Persönliches. Dazwischen gab es Gespräche mit Manfred Müller, die sie zu den Biografien befragte. Die wräen  jetzt modern und ich habe in der letzten Zeit auch eine ganze Reihe gelesen und die Leute lesen sie offenbar lieber als Romane. So erzählte Daniela Strigl von einer Frau, die sie angesprochen hat, als die Haushofer Biobgrafie vorgestellt wurde und sie von ihr wissen wolle, ob sie nun Haushofer lesen würde.

„Nein!“, sagte die Damie.

„Ich lese nur Biografien!“

Das ist wohl eine Enttäuschung für die Bigorafin. Dann ging es weiter zur Literaturkritik und zu den Verrissen. Das ist ja recht schwer, wenn man mit dem Autor befreundet ist und in Österreich kennt ja jeder jeden, meinte Manfred Müller. Das trifft zumindestens auf das literarische Publikum in Wien zu und eine Konkorrenz der Literaturkritik ist ja bekanntlich auch die Kritik im Netz. Daniela Strigl nannte sie leicht belustigt, Befindlichkeitskritik und meinte, da würden die jungen Mädchen ihr Buch in die Höhe halten und stolz sagen „Das habe ich am Strand gelesen!“ und das ist natürlich etwas anderes, als die Feuilletons und auch das was Ḿarcel Reich Ranicki vor einiger Zeit betrieben hat. Daniela Strigl zitierte sich auch durch die Geschichte und brachte Außerungen von Kurt Tucholsky, der schon vor achtzig oder so Jahren, beklagte, daß die Leute keine Kritiken+ mehr lesen würden.

Nun muß ich gestehen, ich lese sie eigentlich auch nicht sehr viel, weil ich ja keine Verrisse mag und auch nicht, wenn der Kritiker glaubt, allles sehr viel besser zu wissen, werde mich aber wenn ich meinen „Koran-Krimi“, den mir „Literturtest“ geschickt hat und auch die Amerikareportagen von Martin Amanshauser, die er übrigens heute beim „Thalia“ vorstellte und bei denen der Alfred war, der ja im Kuni wieder nach Amerika fährt, ausgelesen habe, auch an eine Befindlichkeitskritik machen, wie ich Henrike Blum und Manfred Müller schon andeutete. Bei Daniela Strigl habe ich mich das nicht ganz getraut zu sagen, habe sie aber beim Weggehen nicht mehr gesehen.

2018-03-08

Zum Frauentag in die Wien-Bibliothek

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:51
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Heute hat die Friederike Mayröcker ihr neues Buch in der „Alten Schmiede“ vorgestellt und als ich das im Programm gesehen habe, habe ich natürlich gedacht, da gehe ich hin, dann aber gleich am selben Tag eine achtzehn Uhr Stunde eingeteilt und wenn ich da nach sieben hingehe, bekomme ich keinen Platz unten und kann mir im Schmiede-Saal die Wall anschauen, was ich nicht will.

Aber heute ist auch der internationale Tag der Frau und da hat mir die Ruth schon länger gesagt, daß sie da die Neuauflage ihres „Auf-Buchs“ vorstellt und ich dachte, das geht sich besser aus, wenn ich nach der Stunde dort hinfahre, obwohl das mit den Plätzen in der Wien-Bibliothek ja auch nicht mehr so ist.

Da soll man sich zwar anmelden, sie reservieren aber keine Plätze und dann kommt man hin und alles ist für die Veranstalter reserviert und man kann hinten stehen oder im Vorsaal sitzen. Das habe ich das letzte Mal mit der Öffentlichkeitsarbeiterin Suzie Wong so diskutiert, mir überlegt, ob ich die Ruth bitten soll, mir einen Platz zu reservieren, das  aber gelassen und bin  kurz nach sieben in den vollen Saal hineinmarschiert, habe einen Mitarbeiter der mir sagte, daß ich, wenn ich nicht reserviert habe, draußen bleiben müße, ignoriert, dann aber keinen freien Platz gesehen, nur die Hilde Langthaler in der zweiten Reihe Mitte, die mir zuwinkte und sagte, ich solle mich auf den leeren Platz vor ihr in die erste Reihe setzen.

Der war zwar für die Direktorin, die gerade eröffnete, reserviert, aber dem Mutigen gehört die Welt und auf der Längsseite waren ohnehin noch einige reservierte Plätze frei.

Sylvia Mattl-Wurm begrüßte also die Anwesenden und wies auf das umfangreiche Frauenarchiv hin. Dann kam Alexsander Lellek vom „Löcker Verlag“ an die Reihe und berichtete von den Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Frauenkollektiv“ Rit Clique“, das das Buch herausgegeben hat und erinnerte daran, daß es noch gar nicht so lang her ist, daß wir die männliche Oberhoheit, die den Frauen verbietet ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Beruf auszuüben, nicht mehr haben und, daß Homosexualität nicht mehr verobten ist. Das war in den Siebzigerjahren, als das Familienrecht geändert wurde und da gründete sich auch die „Auf“, die Autonome Frauengruppe und die Ruth die da ja sehr aktiv war, hat schon vor ein paar Jahren bei „Promedia“ ein Buch über die diesbezügliche Geschichte herausgegeben, das vergriffen ist und jetzt bei „Löcker“ Ruths Stammverlag wiederaufgelegt wurde.

Ich bin ja auch eine sehr frauenbewegte Frau, bei der „Auf“ war ich aber nie richtig dabei und soweit ich mich erinnern kann nur einmal in diesem Lokal in der Tndlergasse, aber beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ und irgendwann habe ich dann auch die Ruth und die Hilde Schmölzer kennengelernt.

Der „Wiener Frauenverlag“ wurde von Elfriede Haslehner gegründet, die dann von Barbara Neuwirth abgelöst wurde und der sich dann in „Milena“ umgewandelt hat und inzwischen, was ich immer noch sehr schade findet, auch Männer verlegt.

Die „Auf“ gibt es auch nicht mehr, wohl aber das Buch darber und ein Frauenkollektiv der Gründerfrauen hat Texte daraus gelesen, während die Ruth, die leicht oder sogar schwer erkrankt ist, so daß sie am Dienstag nicht in der Schreibegruppe war, den Büchertisch betreute.

Erna Dittelsbach, Erica Fischer, die mich einmal in der Otto Bauergasse interviewte, weil ich ja trotz Feminismus gegen Abtreibung bin und da einmal einen Arbeitskreis Linke gegen Abtreibung“ gegründet habe, der allerdings ein Flop war, Käthe Kratz, Bodil Petersen und Heldis Stepanek-Kögl haben Texte aus dem Buch gelesen und sozusagen die ganze Frauengeschichte aufgerollt und inzwischen, die Siebzigerjahre sind schon lange her, hat sich sehr viel geändert und die Frauen der Identitäre, junge blonde hübsche, hetzten gegen den Feminismus und sagen, sie wollen einen Mann und Kinder und fühlen sich davon nicht unterdrückt, während die Frauen damals  viel bewirkten, Johanna Dohnal war zuerst Staatssekreätrin für Frauenfragen, danach die erste Frauenministerin.

Das Frauencafe, der Frauenverlag und die Frauenbuchhandlung haben sich gegründet, die „AufW gibt es nicht mehr und die damaligen Aktivitstinnnen sind älter geworden. Der Lesesaal der Wien Bibliothek war aber wie schon erwähnt bummvoll und nachher gab es wieder Brot und Wein und Gespräche und ich bin bei der Ruth gestanden und habe den Buchverkauf beobachtet, den Suzie Wong phänomenal fand, weil, wie sie sagte, normalerweise nicht so viel Bücher verkauft werden.

2018-02-22

Gedenkjahr 1938

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Am zwölften März 1938 sind die Deutschen in Österreich einmarschiert, das ist jetzt fast achtzig Jahre her und deshalb gibt es heur ein Gedenkjahr unter anderen, denn die Republik wurde ja auch 1918 gegründet und 1934, der zwölfte Februar, ist jetzt auch kurz vorbei und da habe ich vor einigen Tagen, leider etwas verspätet, einen Comic im Schrank gefunden, den ich im nächsten Jahr lesen will und die Wien Bibliothek rütstet zu einer großen Ausstellung, wie sich das Rathaus, der Verwaltungsapparat Wiens, in der Nacht vom elften auf den zwölften März und dann sieben Jahre lang verändert hat.

„Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre >Pflicht auch im neuen  Wien tun wird“, hat der neue Bürgermeister, wahrscheinlich noch im März 1938 in der „Kleinen Zeitung“ geschrieben und das ist auch der Titel der Ausstellung, die heute in der Wien Bibliopthek eröffnet wurde, der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die sich das ganze Jahr durchzieben wird und wo man zu verschiedenen Themengebieten das Jahr 1938 nachvollziehen kann.

Im Jahr 1938 wurde der Rathausplatz in Adolf Hitler Platz umbenannt und der neue Bürgermeister hat sogar einen Balkon am Rathaus errichten lassen, der Adolf Hitler gewidmet war und im Rathaus erklärte Silvia Mattl Wurm, die Direktorin, der Wien-Bibliothe,, hat es schon vor 1938 einen Kreis von NSDAP-Mitgliedern oder Anhängern gegeben, die sich dann in der Nacht zusammengesetzt haben, achtundzwanzig Paar Würstl oder so gegegessen haben, wie Gerhahard Botz,der Experte über den Anschluß, der auch ein Buch darüber geschrieben hat, das am 13. März in der Wien Bibilothek vorgestellt werden wird, wo wir schon in Leipzig sein oder dorthin fahren werden, erklärte, dann übernahm der Vizebürgerfür ein paar Tage die Regierung, der Bürgermeister dankte ab und der neue Bürgermeister hat den Rathausplatz umbenannt oder war es der vorübergegehnde und die Beamten haben ihre Pflicht getan, so wie auch Kurt Waldheim, was hätten sie auch anderes tun sollen?

Ein paar Wiederstandsbewegungen hat es gegeben und einige Leute, die sich erkundit haben, ob sie dafür, daß sie jetzt alle Plätze oder Straßen umbenannen sollen, Überstundengeld bekommen?

Ob das Widerstand oder Geldgier war, ist wahrscheinlich im Nachhinien schlecht zu beurteilen. Christian Mertens, Gerhard Murauer und Gabu Heindl haben jedenfalls aus dem Archivmaterial eine Ausstellung in sechzehn Stationen gestaltet und, wie schon geschrieben, gibt es das ganze Jahr ein Begleitporgramm, wo man erfahren kann, wie das mit den öffentlichen Bibliotheken, den Plakaten zur Volksabstimmung und noch vielen anderen war.

Ein sehr interessantes Thema, in in einer Zeit, wo die Identitären über den Rechtsruck Österreichs jubeln und sich schon Gedanken darüber machen, wann sie ins Parlament einziehen werden?

Gerhard Botz, der jetzt siebenundsiebzig wird, hat jedenall in der Diskussion mit dem Kurator erzhlt, wie das war, als er 1965 mit seiner Forschungsarbeit begonnen hat.

Nachher gab es wieder Brot und Wein und man konnte sich die Ausstellung ansehen, zu der es auch Extraführungen gibt und einen Katalog über das Jahr 1938, der wahrscheinlich zu einem anderen Gedenkjahr entstanden ist, habe ich vor einiger Zeit auch in einem der Schränke gefunden und ihn in Harland stehen.

2017-09-13

Leo Perutz-Preisverleihung

https://literaturgefluester.wordpress.com/2012/09/13/elisabeth-chovanec-leo-perutz-preis-und-shortlist-des-dbp/Den „Leo Perutz-Preis“ für den besten in ovativen Krimi mit Wien-Bezug gibt es  vom „Hauptverband des Buchhandels“ und der Stadt Wien veranstaltet, seit einigen Jahren und meistens fand die Veranstaltung im Palais Fürstenberg in der Grünangergasse statt. Einmal war die die Veranstaltung im Bestattungsmuseum und diesmal überraschend in der Wien Bibliothek, in der es ja auch manchmal Krimilesungen gibt und fast wäre ich aus Gewohnheit in die Grüngangergasse gegangen ,denn auf der Seite www. buchhandel. at, wo ich meine Informationen beziehe, gab es zwar vor einigen Monaten oder Wochen einen Hinweis auf die Shortlist und, daß die Veranstaltung am 13. September stattfinden würde, mehr aber nicht.

Dann habe ich aber am Freitag doch ein Mail an Teresa Preis geschickt, die jetzt die Pressearbeit macht und sie hat mir auch schnell geantwortet, Mittwoch 19 Uhr Wien Bibliothek, ich setze Sie gerne auf die Liste.

Das war dann gar nicht so notwendig, denn der der Chemiker Manfred, ein regelmäßiger Wien Bibliothek Besucher, der gestern  bei einer Veranstaltung über Johann Strauß war, war auch da und sonst die üblichen Perutz-Besucher.

Christopher Just, der mit seinem „Modsdetektiv“ nicht nur niminiert war, sondern auch bei den O-Tönen Debuts gelesen hat, habe ich im Lift getroffen und ihn gleich frech gefragt, ob er den Preis gewinnen würde?

Aber das hat er wahrscheinlich weder gewußt noch gewonnen. Er hat mir aber den Vortritt in die BibliotheK gelassen und dort trafen dann nach  und nach die Horoatoren ein. Roman Kollmer hat moderiert, vom „Picus“ waren Alexander Pootyka und Dorothea Löcker da, hatten sie ja auch einen Kanditaten und Günter Kaindlsdorfer, der bisher moderierte, war verschwunden.

Die sogenannte Shortlist bestand aus fünf mir außer Theresa Pramer, der vor zwei Jahren Preisträgerin und Christopher Justaus lauter unbekannten namen und ich denke ja auch, das ist ein schräger Preis, denn Leo Perutz hat ja eher Gespenstergeschichten als Krimis gechrieben und es sind ja auch meist eher schräge <Kimris die da nominiert werden, obwohl Eva <menasse, Stephan Slopethzky, Thomas Raab, etcetera haben schon gewonnen und diesmal war die Shorthlist mit

  1. Alex Beer „Der zweite Reiter“
  2. Christopher Just „Der Modsdetektiv“
  3. Stephan Peters Erstbezug“
  4. Theresa Prammer „Die unbekannte Schwester“ und
  5. Hans-Peter Vrtacnik „Totenvorgel“

bestückt und diesmal war diePreisverleihung eher ungewöhnlich. Das heißt Roman Kollmer hat moderiert. Eine Vertreterin von der Stadt Wien hat Grußworte gesprochen und dann kam Erwin Riedesser vom Hauptberband, der in ein Streitgepräch mit Roman Kollmer verwickelt wurde, beabcbsichtig oder unbeabsichtigt, habe ich keine Ahnung. Er sagte jedenfalls ein paar Worte zu dem Preis, den Preisträgern, Leo Peruthz und möglichen Veränderungen. Dann stellte Roman Kollmer die Preisträger vor, die diesmal nach und nach den Lesetisch füllten. Es gab eine jeweilige Kurzlesung von drei bis fünf Minuten und ein Gespräch zwischen Roman Kollmer und den Autoren, wo man erfuhr, daß Alex Beer, deren Namen ein Pseudonym ist und die in Bregenz geboren wurde, Roman ein historischer ist, der im 1919 nach dem ersten Weltkrieg spielt. Andreas Pittner, ich glaube, auch ein Preisträger, hat einmal auch etwas Ähnliches geschrieben, wo der Kommissar in der geheitzten Straßenbahn fährt.

Die Krimihandlung des Moddetekiven habe ich immer noch nicht verstanden und der bei „Picus“ erschienene Krimi „Erstbezug“ handelt von einem Afghanen, der in eine überfüllte Wohnung gestopft wurde.

Die Preisträgerin von vor zwei Jahren hatte dagegen etwas von einer unbekannten Schwester und Hans Peter Vertacnik ist offenbar ein pensionierter Pensionist, der sich jetzt im Krimigenre versucht und dabei gleich einen Innenminister ermorden läßt.

Dann kam Andreas Gruber, der Vorjahrspreisträger, der heuer in der Jury saß, erzählte etwas von den Juurysitzungen, verkündete, daß Alex Beer gewonnen hat und verlas die Laudatio.

Großer Applaus und Juchu Geschrei, Alex Beer, die noch unter einem anderen Namen offenbar schon einmal nominiert war, hatte sich ihr Fan Publikum mitgebracht, dann gabs Wein und Brötchen.

Ich habe mich mit dem Chemiker Manfred unterhalten und das Geschehen, um mich herumbetrachtet und werde, da ich ja jetzt doppelten Buchpreislese wohl in der nähsten Zeit kaum zum Krimilesen kommen. Benedikt Föger der Präsident des <Hauptverbandes erwähnte aber etwas, das die Krimis dem Buchhandel den Ummsatz bringen und wieder neu, es gab diesmal einen Büchertisch, wo man alles kaufen konnte. Sehr viele Interessenten habe ich dabei aber nicht gesehen.

2017-06-01

Vom öffentlichen Raum zu Brigitte Hamanns Sammlungen

Mit dem Erforschen des öffentlichen Raumes mit der Ruth, die inzwischen einen Veranstaltungsvorschlag für das nächste Jahr bei der GAV einreichen wird, ist es heute weitergegangen.

Wir haben uns, vorher  war ich mit der Anna am Naschmarkt essen und Probleme mit dem Internet hatte ich auch, bei der U-Bahnstation Krieau getroffen und dort steht die U-Bahntrasse auf einer Menge Säulen und die wurden von zwei verschiedenen Künstlern bemalt.

Da gibt es einmal die „3 Brothers“, das ist ein Projekt des brasilianischen Künstlers Speto, der eine Hommage an die Brüder Villas-Boas und an die Erzählkunst der indogenen Bevölkerung Brasiliens geliefert hat, in dem er die Säulen mit kugelförmigen Gesichtern in verschiedenen Größen, die die Brüder darstellen sollten und noch eine indogene Frauenfigur dazu malte.

Wir sind im Gras auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesessen und haben unsere Texte, was mit der wenigen Hintergrundinformation, die wir hatten, gar nicht so einfach war, geschrieben.

Dann gab es eine Pause in der Bäckerei Felber bei Kaffee und Kuchen. Danach ging es mit dem französischen Künstler Honet, der seine Säulen mit minimalistischen Figuren, beziehungsweise modernen Totemköpfen bemalt hat, weiter.

Da sind jeweils drei auf einer Säule in den verschiedensten Farben und ich habe mir während des Schreibens Gedanken gemacht, wen  die Totemköpfe wohl bewachen, was ihre Funktion unterhalb derU-Bahntrasse ist und oben brausten die grauen Silberpfeile vorbei.

Bei unserer Veranstaltung werden wir laut Ruths Plan, die beiden Stationen mit der „Gerngroß-Säule“ von Franz West verbinden.

Jetzt  sind wir aber in die Servitengasse gefahren, denn da git es noch eine Ergänzungen zu den „Antifaschismus-Stationen“,die wir schon am Montag beschrieben haben.

Denn dort hat die Künstlerin Julia Schulz in den  Boden eine Vitrine eingelassen und die mit 462 Schlüsseln gefüllt, an denen jeweils ein Namensschild einer Jüdin oder eines Juden befestigt ist, die dort bis 1938 ihren Wohnsitz oder ihr Geschäft hatten.

Das regt natürlich an Geschichten über Helena Friedmann, Alfred Kohn oder Moritz Eisler, etcetera, zu schreiben.

Wir haben uns auch hier unsere Geschichten vorgelesen und uns dann getrennt. Die Ruth ist zu einer Lesetheaterveranstaltung ins Theatermuseum gefahren, ich in die Wien-Bibliothek, wo eine Ausstellung, der im Vorjahr verstorbenen Historikerin Brigitte Hamann eröffnet wurde, denn die war eine große Sammlerin und ihre Wohnung war voll von Gegenständen, Briefen, etcetera, die sie aus verschiedenen Nachläßen und Auktionen erstanden hat.

Die wurden inzwischen von der Wien-Bibliothek übernommen und dort war es, als ich zwanzig Minuten vor Beginn gekommen bin, wieder sehr voll, so daß ich nur ganz hinten einen Platz bekommen habe, mich aber da mit Agnes Pistorius unterhalten konnte, die neben mir gesessen ist.

Markus Hering hat Textbeispiele gelesen, dann kam ein Sohn von Brigitte Hamann und erzählte, wie aufregend es für ihn und seine Geschwister gewesen ist, mit den wertvollen Gegenständen, die einmal dem Kaiser Maximillian oder der Kaiserin Sisi gehört haben, aufzuwachsen.

Brigitte Hamann hat auch die Truhe gefunden, die Sisis Gedichte enthielten, die erst 1950 geöffnet werden durften und dann veröffentlicht werden sollten.

Die sind angeblich schlecht oder in der Heine-Nachfolge.

Der Alfred hat mir aber einmal zum Muttertag ein kleines Büchlein mit den Gedichten der Kaiserin Elisabeth geschenkt und Kyra Waldner oder war es Marcel Atze, berichtete von der aufwendigen Haarpflege, die die Kaiserin mit ihren fast bodenlangen Haaren hatte.

Dann gab es wieder Brot und Wein. Man konnte sich den Katalog „So schön kann Wissenschaft sein“, ein Ausspruch von Brigitte Hamann, die ich ja, glaube ich, 2012 das letzte Mal gesehen habe, als sie den „Toleranzpreis des österreichischen Buchhandels“ bekommen hat, kaufen oder sich die Ausstellung ansehen, in der nur ein Teil der Exponate, wie Marcel Atze betonte, zu sehen waren.

Ich habe mir vor allem die tonaufnahmen angehört, wo Brigitte Hamann über ihre Bücher über Kronprinz Rudolf, dieKaiserin Sisi und „Hitlers Wien“ berichtet hat.

Ich habe zwar keines der Bücher gelesen. Aber vielleicht finde ich einmal eines in den Schränken. Das ist sicher interessant und auch natürlich, daß der Sohn sehr offen überdie Demenz seiner Mutter berichtet hat, die ja, glaube ich, schon 2021 zu merken war.

 

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