Literaturgefluester

2015-09-22

Vom Fälschen und vom Flohmarktleben

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:35
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„Wiener Flohmarktleben“, heißt das Buch des 1945 in Stockholm geborenen und seit 1976 in Wien lebenden Journalisten und Schriftstellers Richard Swartz, der auch als Osteuropakorrenspondent tätig gewesen ist, deshalb waren, glaube ich, auch Martin Pollack und Annemarie Türk in der „Alten Schmiede“, als es heute dort vorgestellt wurde.

Kurt Neumann, der es einleitete, nannte es eine „Athmosphärenerzählung“ und schilderte lang und breit die beiden Erzählstränge, des auf Schwedisch geschriebenen, von Verena Reichel übersetzten Buches, das im „Zsolnay-Verlag“, aber noch nicht auf Schwedisch erschienen ist.

Das „Writersstudio“ würde es wohl eher Memoir nennen, denn es scheinen einige autobiographische Züge und Erinnerungen an die Großmutter in Stockholm enthalten sein, die mit einem Künstler oder Fälscher zusammenlebte, der an Bildern einige „Verbesserungen“ vornahm und dafür auch ins Gefängnis kam.

Ein solches Bild hängt auch in der Wohnung des Ich-Erzählers in Wien, in der Nähe des Raimundtheaters, der zu Beginn des Buches, einen Teppich von einem russischen Händler am Naschmarkt kauft. Diese Stelle hat Richard Swartz, der schon einige andere Bücher geschrieben hat, gelesen.

Dann gab es eine Diskussion wo er erzählte, daß er nur auf Schwedisch schreiben würde, obwohl er es gar nicht mehr so gut sprechen könne, weil er nicht oft in Schweden sei.

Michael Krüger ist, als er noch bei „Hanser“ war, auf ihn zugekommen und hat ein Buch über den Karst von ihm haben wollen, eine Geschichte über das Wiener Flohmarktleben ist es dann geworden, die auch zu den Sammelwohnungen in der Ägidigasse führt, von wo die Juden  nach Minsk deportiert wurden und der Junge, der in dem Buch ohne Namen erwähnt wird, schwärmte von seinem Onkel Ake, dem Fälscher, hat ihm dabei auch geholfen und Richard Swartz erzählte, daß ihm das als Kind sehr beeindruckt hätte.

Ein Mörder wäre ihm noch lieber gewesen, alle lachten, ich rümpfte ein bißchen die Nase, dann sagte er, daß das bei den Frauen wohl anders wäre, die würden sich nicht so für Mörder interessierten, was wohl so nicht stimmt, denn ich kenne einige, die ihnen Briefe ins Gefängnis schrieben und Jack Unterweger hat so auch einige Bekanntschaften gemacht.

Den erwähnte dann Kurt Neumann und es gab zum Abschluß noch eine Stelle aus dem Buch, die zurück nach Schweden führte, da wird der Fälscher, Richard Swartz nannte ihn Maistro aus dem Gefängnis entlassen, die Großmutter und der Junge holen ihn mit dem Taxi ab und das ergibt eine köstliche Szene und ein köstliches Gespräch mit dem Taxilenker, der zuerst sehr mißtrauisch ist und am Schluß gar keine Bezahlung will.

„Das Buch kaufen und signieren lassen!“, forderte Kurt Neumann am Schluß wieder auf, aber das habe ich Angesichts meiner langen Leseliste und der Tatsache, daß ich jetzt Clemens J. Setz Opus Magnum, das nächsten Donnerstag in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wird, doch vom Verlag bekommen werde, nicht getan.

2015-08-09

Gamma Lex

Filed under: Bücher — jancak @ 00:32
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Nun kommen zum Sommer passend die Krimis an die Reihe, denn obwohl ich Gewalt ablehne, lese ich sie gerne und „Gamma Lex“ von dem  2012 in Purkersdorf verstorbenen Manfred Bauer, ist auch ein besonderes Buch, auf dem nicht einmal Krimi, sondern „Eine Schattenreise“, 1997 in der“Bibliothek der Provinz“ erschienen, steht, für mich jedenfalls, denn ich habe mit dem  1957 in Wien geborenen Kommunikationsberater, Bibliothekar und Purkersdorfer Gemeinderat einige Jahre lang am Volksstimmefest gelesen, wo er auch seine Krimis vorstellte.

Die späteren erschienenen, in denen es meistens um Aufdeckung politischer Skandal geht und das passiert auch bei „Gamma Lex“, ein Buch, das von dem Büchertisch der „Gesellschaft für Literatur“, die man sich für eine kleine Spende nehmen kann, stammt und nun hinein in die Schattenreise, die auch zum Sommer passend, in Opatja beginnt, da schlurft Gamma Lex, das ist nicht sein richtiger Name, wie der lautet, wird in dem Buch nicht verraten, herum,  sucht nach einem Zentaurus und findet ihn nicht.

Dann geht es hinein in die Handlung, in die Vergangenheit und nach Wien, in die Gumpendorferstraße, wo der Gesetzesrächer, wie ich ihn nennen möchte, der ohne jeden Zweifel autobiografische Ähnlichkeiten mit dem Autor hat, auch herumschlurft, beziehungsweise sucht er, der den Naschmarkt als seine Heimat sieht, das Cafe Drechsler auf und dort findet er Zentaurus. Er sitzt an einem Tisch mit seinem Partner Ferdinand und einer Frau namens Lili und sie machen das, was sie immer machen, nämlich saufen, saufen, saufen. Das heißt eine Runde Bier für alle plus Marille wird nach der anderen bei dem Kellner Josi bestellt.

Zentaurus verabschiedet sich dann, er hat noch einen Termin, Gamma Lex geht mit Lilli nach Hause, weil er kein Geld für ein Taxi in die Shuttleworth Straße, wo er seine Schlafstatt hat, zu besitzen glaubt, das endet aber in einem Fiasko, denn Gamma Lex hat besondere sexuelle Vorlieben, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte, denn „Gamma Lex“ ist ein sehr männliches Buch, in dem Vögeln und Saufen eine große Rolle spielt.

Inzwischen bin ich beim Lesen  einiges gewöhnt und es geht auch flott weiter in der Handlung, denn Gamma Lex, der vom Beruf eigentlich Pressesprecher ist und früher in einer Bank gearbeitet hat, dem Direktor dort seine Reden schrieb „Sie werden das schon machen, schreibens irgenwas!“, schrieb als es um die Einsparungen ging, daß die Dienstlimousinen der Verstände eingespart werden sollen, was zu tobenden Applaus der unteren Chargen und zu seiner Entlassung führte, so teilt er sich jetzt mit Ferdinand die Arbeit in einem Würstelstand am Karlsplatz und dort erscheinen am nächsten Tag Lili und Ferdinand und erzählen Zentaurus ist verhaftet worden, weil er einen Stricher ermordet hat.

Zentaurus ist selbst ein Stricher und konnte es nicht gewesen sein, denn er war stattdessen bei einem Kunden, einem Wiener Gemeinderat und der läßt ihn jetzt mit dem Alibi in Stich, streitet ab, einen Stricher zu kennen und seine Frau und  ein weiterer Zeuge gaben  auch ein Alibi.

So weit so gut oder schlecht, aber eigentlich doch ganz fein, denn Gamma Lex war einmal auch Pressesprecher dieses Gemeinderates, so besucht er ihn, aber der schmeißt ihn hinaus und er verliert auch noch einen Werbeauftrag, den er von einem Herrn Decker, dem Inhaber einer schicken Werbeagentur bekommen hat.

Jetzt bricht Gamma Lex am Naschmarkt zusammen, die Marillen werden da wohl mitgeholfen haben und wird von der Prostituierten Judy bei „Toms Stand“, das ist ein Sauerkrautverkäufer, gefunden.

Die nimmt ihn mit nach Haus, hat flotten Sex mit ihm und verrät ihm dann noch, daß einer ihrer Kunden mit der Frau eines Politikers, den er berät, ein Verhältnis hat und immer mit ihr schläft, wenn er Politiker die Nacht außer Haus verbringt.

Dann gehen die Beiden ins „Lotushaus“, das ist ein Animierlokal im ersten Bezirk mit Separees und Gamma Lex geht mit Judy auch dorthin, sieht die Frau des Gemeinderats und Decker und trifft sich jetzt noch einmal mit dem PR- Berater und dem Gemeinderat, die jetzt viel kleinlauter sind und es stellt sich  heraus, die Frau des Politikers hat den Stricher ermordet, weil er sie erpresste. Sie hat es für ihren Man getan, der dann zurücktreten muß und seine Frau natürlich fallen läßt…

Eine eigentlich sehr einfache, aber durchaus böse Geschichte aus dem korrupten Leben der Wiener Politiker, drast erzählt mit den Marillen und dem Sado Maso Sex, aber durchaus spannend und am Schluß irrt Gamma Lex in Opatja herum, sucht Zentaurus, der ihn hinbestellte  und findet ihn nicht, eine weitere Leiche schwimmt im Meer herum, es ist nicht des Strichers, merke ich noch an.

2015-06-20

Rund um die Burg, stark verkürzt

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:08
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Das Literaturfestival „Rund um die Burg“, das es, ich glaube, seit 1991, vierundzwanzig Stunden lang von Freitag sechzehn bis eigentlich Samstag siebzehn Uhr gegeben, hat mich immer sehr fasziniert, obwohl ich es, trotz einiger Versuche, leider nicht schaffte, dort einen Lesetermin zu bekommen, dafür ist es mir gelungen, die letzten Jahre Nonstop dort zu bleiben, gibt es ja leider nicht mehr in seiner „alten Form“.

2010 gab es die Gerüchte, daß es eingespart werden soll, dann gab es noch die Zwanzigjahrfeier im alten Stil, danach übernahm „Wien live“ die Präsentation, das erste Mal, noch im Herbst, aber mit Otto Schenk im Burgtheater und zwei Lesebühnen, in der Belle Etage, dem ehemaligen Salon Zuckerkandl, sowie im Keller des Cafe Landtmanns und im Cafe Landtmann selbst mit abwechselnden Programmen, so daß man ständig hin und her rennen mußte. Das Nonstopprogramm um war weg und als von der Belle Etage, leicht verspäter in den Keller zur letzten Veranstaltung, um ein Uhr früh kam, kam mir Andrea Grill entgegen, da sie angeblich keine Zuhörer hatte und das Theater war schon zugespert.

2013 war die Veranstaltung dann schon im Juni und noch etwas kürzer, aber mit zwei Bühnen, bzw. einem Zelt mit der Literatur und die Sachbücher in der Belle Etage, eine Kinderbim gab es, glaube ich, auch und im letzten Jahr, glaube ich, nur das Zelt und dafür die Lyrikbim und heuer stand das ganze unter einem Motto, nämlich Wien, obwohl das dann gar nicht so stringent eingehalten wurde und einer, wie sie mehrmals betonte, Piefke als Moderatorin nämlich der Schauspielerin Elke Winkes, die sich sehr bemühte, ständig auf die Sponsoren und darauf, daß man deshalb gratis das Festival besuchen dürfe, hinwies, sich aber selber einige Bücher reservieren ließ und die auch kaufte.

Zuerst gab esaber einen Kaffee beim Ö! Wagen und weil meine vier Uhr Klientin arbeiten mußte, konnte ich sogar pünktlich kommen und die Eröffnung mit Stadtrat Mailath- Pokorny miterleben. Dann wurde ein GeorgDanzer Buch vorgestellt, „Große Dinge, Erlebtes und Erzähltes“ mit Christian Schwarz und Andy Zahradnik und ich brauchte eine Weile, bis ich mitbekam, daß der Liedermacher schon vor acht Jahren, nämlich am 21. Juni 2007 an Lungenkrebs verstorben ist.

Danach kam ein Buch aus dem „Echo Media Verlag“ von einem Autor namens Wolfgang Schwarz, offenbar ein Celebritiesmanager, der sowohl Naomi Campell, als auch Stephanie vom Monaco nach Wien brachte und sich dann mit ihr besoff, bis es literarisch wurde und Gustav Ernst mit seiner „Unmöglichen Aussicht“ folgte.

Der las nur kurz, so daß Clemens Haipl mit seinen „Fifty Shades of Wien“, von dem ich schon ein „Holzbaum-Buch“ gelesen habe, noch gar nicht anwesend war, dann aber seinen Applaus mitbrachte und in fünfzig kurzen Kapitel seine Wien-rlebnisse schilderte, die er bei Einkäufen in Baumärkten, Spielzeuggeschäften, etc,machte.

Wilfried Steiner folgte mit einem Krimi „Die Anatomie der Träume“, wo es um einen Roman über Sigmund Freud ging, der für das Theater dramatisiert werden solltre und dann ging es noch einmal um das Theater, nämlich um Markus Muliar, dem Enkel vom Fritz, der sich in seinem Buch mit dem Großvater auseinandersetzte und vorher das Publikum fragte, wer es schon gelesen hätte?

Ein paar meldeten sich, ich hätte das nur bei Karin Peschkas „Watschenmann“ tun können und bei Martin Amanshauser „Falsch reisen“, hätte ich Helmut Schneider, den Kurator oder Programmdirektor, wie ihn Elke Winkens, glaube ich, nannte, gern gefragt, was die Reisegeschichten mit Wien zu tun haben?

Martin Amanshauser hat mich aber sehr beeindruckt, als er die Leute, die hinten beim Eingang mit den Weingläser in der Hand standen, es gab einen Heurigen, aufforderte, Platz zu nehmen, weil er sonst nicht lesen würde. Das hätte ich beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ auch  tun sollen.

Manfred Rumpl, von dem ich ‚Zirkusgasse“ und den Krimi „Jäger auf Hasenjagd“, den mir einmal Helmut Schneider zweimal schickte, weil ich „Wien live“ einen literarischen Tip gegegeben habe, folgte mit einem Roman über Einstein und Erwin Schrödinger in Amerika, wo ich den Bezug zu Wien auch nicht so ganz herstellen konnte, aber daraufgekommen bin, daß ich den 1960 in der Steiermark geborenen Autor, obwohl er mir durch sein Werk sehr bekannt ist, offenbar noch nie bei einer Lesung gesehen habe.

Danach kam die Erotiknacht oder das musikalische bzw. das unanständige Programm, nämlich die Präsentation des bei „Haymon“ erschienenen „Unanständigen Lexikon“, wo die Journalisten Christoph Winder und Robert Sedlaczek, offenbar alle Fäkal- und Sexualausdrücke des deutschen Sprachraums zusammengesammelt haben und daraus ein Kabarettprogramm machten, das sie gemeinsam mit Gabi Schuchter, Christian Spatzek und Markus Vorzellern an der Harmonika, präsentierten.

Das heißt, sie führten eine Szene aus der Josefine Mutzenbacher auf, sangen Stanzerln und Volkslieder bzw. boten sie die Mozart Kanons a la Jandl auf.

Das war sehr lustig und interessant, während ich mit Otto Brusattis Streifzug durch sein noch nicht erschienenes Buch „Das musikalische Opfer“ nicht so viel anfangen konnte.

Dann kam die Kriminacht in dem verkürzten Programm, nämlich Andreas Pittler, der sich einmal bei mir für meine ständige Berichterstattung bedankte mit seinem, ich glaube, siebenten Bronstein-Roman „Goodbye“, der im Jahr 1955 spielt und einen inzwischen pensionierten Major Bronstein beim Saufen, bezeihungsweise beim „Reblaus“ singen, schilderte und Christian Klinger stellte  seinen Text aus dem „Tatort Naschmarkt“ vor.

Das wars für Freitag. Am Samstag wird es literarischer von elf bis zwei mit Wilhelm Pevny, Isabella Straub, Elfriede Hammerl, Vladimir Vertlib und Tex Rubinowitz weitergehen, aber da werde ich in St. Pölten bzw. in Seewalchen am Attersee bei Luis Stabauers Buchpräsentation sein.

2015-06-06

UnnützesWienWissen-Musik

Filed under: Bücher — jancak @ 00:09
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„Stadtbekannt“ beziehungsweise „Holzbaum“ macht weiter eifrig mit seiner „UnnützesWissenReihe“ und beschert uns solches nun, eh klar, nach Zeiten des Song Contests, der Wiener Festwochen, etc, in Sachen Musik.

Wien und Musik ist sicher ein breites Thema, klischeebeladen und gut für den Export bzw. Fremdenkehr, stehen doch wahrscheinlich nicht umsonst immer mehr junge Männer, die oft aus Polen oder Tschechien kommen, verkleidet, als Mozart auf der Kärntner Straße und bieten denen mit Fotoapparat und Stadtplan in der Hand „Concerts for the evening!“, an.

Es ist wahrscheinlich auch die Frage und zu diskutieren, was eigentlich „unnützes Wissen“ ist und dann auch noch sehr interessant, wie sich dieses verkaufen und vermarken läßt?

Aber wahrscheinlich verkauft sich das „Unnütze“ gerade am besten, könnte ich jetzt frech spekulieren, habe aber schon bei den „Wien-Büchern“, der „Holzbaum-Verlag“ ist ja so lieb und versorgt mich allem und frischt so mein Wissen über die Stadt, der ich ja, ich gebe es zu, sehr verbunden bin, schon weil ich so viel in ihr herumflaniere und sie sehr sehr mag, auf und so würde ich auch das „UnnützeWienWissen“ in Sachen Musik eher als großen Anekdotenschatz bezeichnen, von dem es nicht schaden kann, das Büchlein, vielleicht wenn man zu einem literarischen, musikalischen oder gesellschaftlichen Salon geht, von denen es vielleicht gar keine mehr gibt, in der Tasche trägt und in Gesprächen sein musikalisches Stadt Wien Wissen zu beweisen und solcherart zu brillieren. Vieles davon hat man vielleicht auch schon in der Schule gelernt und mitgesungen, so etwa W. A. Mozarts „unanständige Gstanzerls“ und Briefe an das Bäsle „jetzt wünsch ich eine gute nacht, scheissen sie in das bett, daß es kracht“.

Richtig, das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt und da ist das „Mozartliches“ das erste und wir erfahren, daß, was wir vielleicht eh schon wußten, es Mozart Spaß machte, Fäkalausdrücke zu verwenden, er Freimauer war, vom Grafen d`Arco aus dem Haus geschmissen wurde, er einen recht aufwendigen Lebensstil hatte und viel verspielte und sehr viel anderes mehr.

Dann geht es zum Herrn vom Rübenfeld.

„Wer ist das?“, werden meine Leser jetzt fragen.

„Nie von ihm gehört. Etwa ein Wiener Komponist?“

Wir sehen also ganz so unnütz ist der Kauf und die Lektüre dieses Büchleins nicht. Vielleicht kann man es auch bei einer der Präsentationen gewinnen, schmeißt da der Max ja immer ein Bällchen durch den Raum und wer es auffängt, bekommt ein Säckchen mit Bücher aus „UnnützenWien-Reihe“, um hier nicht zuviel „unnütze“ Kauffauforderung zu machen.

Rübenfeld heißt auf Holländisch, habe ich gelesen, offenbar Beethoven und der Ludwig van war gar nicht adelig, sondern ist vom Land, also vom Rübenfeld gekommen. Wieder was gelernt. Sehr gut setzen!

Er war auch und das habe ich schon von der Schule, hatte ich da ja in der Frau Grete Stürmer eine ausgezeichnete Musikpädagogin, ein widerlicher Zeitgenosse, der oft mit Eiern oder anderen schmiß und Sachen, die er nicht brauchte, aus dem Fenster warf. Vielleicht hat das auch mit seiner allmählichen Vertaubung zu tun, die ihn als Komponisten natürlich ärgern mußte und Probleme mit seinem Kopf beziehungsweise seinen Gebeinen, hatte er, wie Papa Haydn auch.

Da greife ich schon vor, denn das Thema Musiker-Anekdoten hat noch ein anderes Kapitel, zuerst geht es aber, wie in Zeiten, wie diesen zu erwarten, zum Song Contest.

Und da könnte man das Wissen vielleicht wirklich unnütz bezeichnen, gibt es ja da schon ein anderes Buch aus dem „Holzbaum-Verlag“ und wenn man es gelesen hat, braucht man das Kapitel vielleicht nicht mehr.

Also lasse ich die Beschreibung aus, um nicht alles stupide von vorne nach hinten nachzuerzählen und damit keine richtige Rezension, sondern nur eine „öde“ Beschreibung zu liefern und gehe gleich zum Wiener Lied über und das ist ein fündiges Thema, denn Wien, Tod und Depression gehören ja zusammen und da kommen die schwarzen Vögel und die Sänger stürzen sich dann aus den Fenstern der Spitäler und damit das Morbide nicht zu ansteckend ist und die Nachahmungsgefahr nicht zu groß, durften manche Lieder im Rundfunk nicht nicht nach zweiundzwanzig Uhr gespielt werden, weil da die Gefahr sich „hamzudrahen“ angeblich am größten ist.

Es gibt Wissenwertes oder Unnützes über Falco alias Hans Hölzl zu erfahren und es gibt das Kapitel „Requiem für Wiens Musiker“

Da erfahren wir, wie groß Franz Schubert war, dieses Wissen ist wahrscheinlich wirklich nicht sehr essientiell für die Leistungsgesellschaft, in der wir leben oder doch natürlich, denn es könnte ja dazu  animieren, daß man es auch als kleiner Mann oder kleine Frau sehr weit bringen kann und, daß er Mitglied der „Unsinnsgesellschaft“ war und dort „Ritter Cimbal“ gerufen wurde. Franz Schubert war auch ein Vielschreiber und hat in seinen einunddreißig Lebensjahren, er ist wie Mozart sehr jung gestorben, über tausend Werke geschrieben.

Und der „Radezkymarsch“ ist nicht nur ein Musikstück von Johann Strauss, sondern ein berühmter Roman von Joseph Roth, dessen Dichte und Genialität sich mir leider nur sehr spät erschlossen hat. Das ist vielleicht auch ein Stück Wien oder Literaturwissen, was nicht besonders interessiert, also wahrscheinlich eher „unnütz“ ist.

Interessant ist vielleicht, wenn wahr, nachprüfen kann man das alles ja recht schwer, daß Anton Bruckner immer „wasserdichte Unterhosen“ trug und sich seine Schüler den Spaß machten Ratten zu konditieren, bei Wagnertönen jagten sie sie herum, bei Brucknerklängen bekamen sie Zucker, was angeblich funktionierte und den Meister in Staunen versetzte.

Von Johann Nestroy, der ja eher Schauspieler und Dichter war, gibt es zu vermelden, daß er sich über die Erhöhnung der Semmelpreise lustig machte und deshalb einmal mit einem Anzug, der statt Knöpfe Semmeln hatte, auftrat, dafür kam er in Arrest und mußte sich entschuldigen. Er tats mit dem Dank dafür „daß die Bäcker ihm in der Nacht Semmeln durch Schlüsselloch gesteckt hätten.“

Ich könnte noch und noch aufzählen, der Anekdotenschatz um die Wiener Musik beziehungsweise Musiker scheint reich und unerschöpflich zu sein.

Ein „Wien Medley“ und ein „Kapitel über den „Austropop“ gibt es auch. Also wer alles Unnütze und vielleicht  auch das Nützliche über Wiens Musik  erfahren will, dem ist dieses Büchlein zu empfehlen.

2015-04-30

Frühstück und Brunch in Wien

Filed under: Bücher,Veranstaltungen — jancak @ 11:37
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Der „Holzbaum-Verlag“ der mit „StadtBekannt Wien“ eine Kooperation eingegangen zu sein scheint und gemeinsam Reihen über das „Unnütze Wien Wissen 12„, „Kaffee“, über das „Grätzel Josefstadt“ und noch einiges anderes herausgegeben hat, hat sich jetzt auf das „Frühstücken“ verlegt und das gleichnamige orange Büchlein, heute um neun ganz stimmig im „Coffee und Juices-Shop-Lilettes“ auf der Tuchlauben,vorgestellt.

Und Frühstücken ist ein Thema, das mich auch sehr interessiert, bin ich ja eine bekennende Frühstüclkerin und empfehle meinen beispielsweisen eßgestörten Klienten immer den Tag mit einem guten Frühstück zu beginnen.

Außerdem haben wir schon fast dreißig Jahre eine Getreidemühle, beziehungsweise inzwischen zwei, so daß es jetzt auch in Harland jeden zweiten Tag Müsli zum Frühstück gibt. Das heiß,t am Vortag eingeweichten Weizen mit Joghurt, Apfel, Banane, Nüßen oder anderen aktuellen Obst.

Den anderen Tag esse ich  meistens ein Marmeladebrot oder das was gerade da ist und in Bük in Ungarn im Hotel Repce in das wir derzeit ja öfter fahren, kann man sich zum Frühstück Spiegeleier braten lassen, da hat zwar der Ernährungswissenschaftler, den „Stadtbekannt“ zur Präsentation eingeladen hat, abgewinkt, beziehungsweise, die Dame, die das Büchlein vorstellte, aber als ich 1991 in Japan war, gabs in den Luxushotels, wo uns der akademische Reisedienst einquartierte, auch Ham and Eggs mit Toast, das sogenannte europäische Frühstück.

Die Japaner eßen ja, glaube ich, Reis und Suppe und die Italiener gar nichts beziehungsweise ein Brioche und einen Cappuchino und als wir im Sommer im Elsaß waren, sind wir in der Früh immer in das Cafehaus von Eguisheim gegangen und ich habe zweimal ein Croissant und einen Caffe au lait bestellt, wenn der Alfred nicht etwas anderes wollte.

Aber jetzt sind wir in Wien und das geht es um die Frühstückskultur, die dort herrscht und da fällt einem als erstes einmal wahrscheinlich das Kaffeehaus ein, wo ich als Studentin  manchmal gefrühstückt habe, im Cafe Jelinek oder Cafe Sperl vorzugsweise und dann  bin ich eine Zeitlang auch gern in die Konditorei Aida auf eine oder zwei Kolatschen und einen kleinen Braunen gegangen, die dort sehr gut waren.

Inzwischen hat sich einiges an den Frühstücksgebräuchen geändert, die Bagels und die Smoothies sind hinzugekommen und so habe ich mich gleich angemeldet, als die Einladung zur Buchpräsentation gekommen ist, obwohl das Frühstücken eigentlich nicht sehr literarisch ist oder doch natürlich, denn damals in der Konditorei Aida, bin ich ja öfter durch mein Schreiben aufgefallen und über seine Frühstückgewohnheiten lassen sich auch herrliche Geschichterln schreiben.

Das „Lilette“ war auch sehr voll, als ich es knapp nach neun erreichte, vorsorglich habe ich vorher noch eine Schale selbstgemachtes Müsli, gegessen,  Kaffee und Orangensaft dazugetrunken, falls es vielleicht nur ein paar Mannerschnittenproben geben sollte, weil man den Tag, wie ich auch später hören konnte, ja mit einem ordentlichen Frühstück beginnen soll. Alle Plätze besetzt, man mußte sich aber auch an der Theke anstellen, um den jungen Frauen dort zu sagen, welchen Kaffee oder Smoothie man trinken wollte. Ich habe mich für einen Caffe Latte entschieden, denn den trinke ich ja  meistens. Bei den Smoothies kenne ich mich nicht so aus und Säfte, die alle einen eigenen Namen hatten, standen auch schon bereit, wie Müsliproben.

Dann kam die Begrüßung und der Max vom Verlag, den ich  schon von der „Kaffeebuch-Präsentation“ kenne und warf ein Teepäckchen mit seinen Fragen in die Runde, die man all wahrscheinlich alle in dem Buch beantwortet finde  und man  bekam dann, wenn man beispielsweise wußte, woraus sich das Wort „Verival“- die Tiroler Biomanufaktur, die nachher ihre Müsliproben verteilte, zusammensetzte, was eine Lactoseunverträglichkeit ist, warum man frühstücken soll oder woraus eine typisches Wiener Frühstück besteht,  man einen Sack mit dem Clemens Haipl-Buch und dem „Unnützen Wien Wissen II“.

Ich erwischte wieder einmal nichts, habe die Bücher aber ohnehin schon gelesen und in dem neuen Buch, das in der sehr schönen „Verival-Tragetasche“, befand die man sich mitnehmen konnte, außerdem noch enthalten war, gibt es natürlich auch etwas über das „unnütze Frühstückswissen“ zu erfahren, wie beispielsweise, daß „Spiegeleieresser sexuell sehr aktiv wären“, das war so eine Frage, wo die Frau, die den Tee gegfangen hat, die angeblich richtige Antwort  erst durchraten mußte.Es gibt aber auch wissenswertes um die Milch und um das Müsli zu erfahren und das erklärte während der Präsentation, auch der Ernährungswiessenschaftler, der mir  bestätigte, daß meine Art das Müsli zuzubereiten, die beste ist. Noch besser wäre vielleicht der Porridge, das das was die Engländer, glaube ich, zum Frühstück essen. Waruer, gekochter Haferbrei.

Dann gibts in dem Buch natürlich viel über das Ei, die man im Glas, pochiert, als Eierspeise und wahrscheinlich auch noch  anders essen kann und dann kann man in dem Buch erfahren, wo man überall in Wien frühstücken kann,

„Am Markt, im Scanigarten, im Park, im Wasser, im Grünen, mit Aussucht, im Theater oder Kino, im Museum, im Hotel, mit dem gewissen Extra, im Wiener Kaffeehaus,, beim Bäcker, für Naschkatzen, fürs gesunde Geissen, für Langschläfer, für do ist your self Künstler, im Szenelokal, für Nachteulen und Frühaufsteher, aus aller Welt,  natürlich mit den dazugehörigen Adressen und Werbeeinschaltungen und ich füge hinzu, zu Hause kann man das  auch und morgen am ersten Maium 8.15. im „Rotpunkt“  in der Reinprechtsdorferstraße, bevor es  zuerst zur Albertina und dann vors Parlament zur Maikundgebung geht.

Da werde ich vielleicht wieder einmal früher aufstehen und das Badezimmerlesestündchen verkürzen oder auch nicht, denn ich bin ja eigentlich eine zu Hause-Frühstückerin und blättere mich jetzt  in aller Ruhe durch die  schönen bunten Frühstücksbilder durch, bevor ich mir zu Mittag, die Pizza im Backofen erwärme, die der Alfred gestern abend nach Hause brachte.

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