Literaturgefluester

2020-05-26

Ein überraschender Besuch

Gleich wieder ein Szenenschmankerl aus meinem „Work on Progress“ „Kein Frühlingserwachen“ mehr, das derzeit aus fünfundzwanzig Szenen, siebenundfünfzig Seiten und 27 084 Worten besteht.

Zwei Szenen, die von Egon Herweg, den als Alzheimer leidenden Gatten, der Heldin Roswitha, der den Lockdown auf seine eigene Art und Weise erlebt, habe ich hier schon vorgestellt.

Jetzt gehts ein wenig weiter nach vor im Text, nämlich zu Szene fünf, wo Roswitha und Egons Tochter Beate, die gerade ihren Abschluß auf der Sigmund Freud Uni gemacht hat, Besuch von ihrer Freundin Esther Jablonksy bekommt. Aber in Zeiten der Ausgangssperre war das ja verboten oder eigentlich auch nicht, wie wir inzwischen wissen.

„Schön, daß du gekommen bist, Esther!“, rief Beate Herweg begeistert und drückte der Freundin, die mit einer schwarzen Reisetasche und einem Blumenstrauß vor der Tür ihrer Dachwohnung stand, einen Kuß auf den Mund. Spontan und aus alter Gewohnheit hatte sie ihre Lebensmenschin, die Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Esther Jablonsky, mit der sie seit zwei Jahren mehr oder weniger heimlich zusammen war, an sich gedrückt. Wich, als sie das bemerkte, erschrocken zurück und fuhr sich mit der Hand über den Mund.

„Entschuldigung, Esther! Wie konnte ich das vergessen! Das darf man jetzt nicht mehr! Haben wir jetzt das Socialdistanciering und das Berührungsverbot! Ich habe dich hoffentlich nicht angesteckt! Ich bin aber, kann ich dir versichern, seit die Bundesregierung diese Verordnung herausgegeben hat, brav zu Hause geblieben und auch mehr oder weniger symptomfrei!“

„Keine Angst!“, antwortete die Freundin, stellte ihre Tasche ab, drückte Beate den Blumenstrauß in die Hand und erwiderte den Kuß.

„Keine Angst, Bealein und herzlichen Glückwunsch, daß deine Abschlußarbeit angenommen wurde, du nun eine richtige Therapeutin bist und voll ins Berufsleben einsteigen könntest, wenn man das in Zeiten, wie diesen, dürfte! Aber keine Angst, Beate! Ich bin nicht so hysterisch, wie es rund herum den Anschein macht und stehe dem Ganzen eher skeptisch gegenüber! Nichtsdestotrotz fühle ich mich in meiner Wohngemeinschaft ein wenig einsam und da du mich, als die gewisenhafte Frau, die du bist, nicht besuchen wirst, habe ich entschloßen meine sieben Sachen zusammengepackt und beschloßen, bevor die totale Ausgangssperre kommt und man, wie in Frankreich oder Spanien, sich nur hundert Meter um seine Wohnung bewegen darf, vorübergehend zu dir zu ziehen und mit dir, wenn du einverstanden bist, eine Zweckgemeinschaft zu gründen! Dann könnten wir, wie es auch der Bundeskanzler vorschlägt, uns beim Einkaufen ablösen! So das Risiko reduzieren und das Homeworking, das mir meine Organisation vorschreibt, kann ich, wenn du nichts dagegen hast, vielleicht auch in deinem Wohnzimmer machen!“

„Nicht die Spur!“, antwortete Beate Herweg ein wenig überrascht und erwiderte Esthers Umarmung etwas zögernd, weil sie nicht so sicher war, sich nicht vielleicht anzustecken oder einen eventuellen Virus zu übertragen. Andererseits gehörten sie beide nicht zur Risikogruppe und wenn sie die nächsten Tage, wie verlangt zu Hause blieben, war die Verbreitungsgefahr gering.

„Gar nicht, ich freue mich im Gegenteil darüber! Denn weißt du, dir kann ich es gestehen, mir ist die Decke in den letzten Tagen sehr auf den Kopf gefallen! Den ganzen Tag allein zu sein, bin ich, fürchte ich, nicht gewohnt! Noch dazu, wo ich meine Abschlußparty absagen mußte und die Sponsionsfeier entfallen ist! ich hätte zwar nicht gewagt, dir das vorzuschlagen, möchte ich dich auch nicht gefährden und es ist, wie ich fürchte, auch nicht ganz legal, weil wir nicht zusammenwohnen!“, sagte sie und brach wieder ab, um Esther Jablonsky fragend anzusehen, die energisch den Kopf schüttelte und ihr noch einen feuchten Schmatz auf den Mund drückte.

„Nicht so ängstlich, Bealein! Eine klitzekleine Gesetzesübertretung ist erlaubt! Wenn du möchtest, nehme ich sie auf meine Kappe, zahle die Strafe und gehe, wenn sich die Vorsichtsmaßnahmen vielleicht doch als übereilt herausstellen sollten, bis in die letzte Instanz vor Gericht und hole die Strafzahlung wieder herein!“, kündigte sie lachend an.

„Man muß, Bealein, das ist, wenn du es wissen willst, meine Meinung nicht so übergehorsam sein und kann dem bösen Onkel Innenminister, der eine kontrollieren will, vielleicht ganz gesetzeskonform eines auswischen, denn wir stehen uns, auch wenn das noch nicht so offiziell bekannt sein sollte, schon länger nahe und, daß ich nicht bei dir gemeldet bin-? Wer soll das kontrollieren? Wer will das überwachen und uns vernadern? Man muß da nicht so ängstlich sein und die anderen durch seine Fragen nicht erst auf Ideen bringen, die sie vorher gar nicht hatten! Ich bin also da! Deine Freundin ist vorübergehend, um eine Zweckgemeinschaft zu gründen, bei dir eingezogen und nun laß uns deinen Abschluß feiern! Machen wir eine kleine Corona-Party und sind dabei so leise, daß es die bösen Nachbarn, nicht merken und nicht die Polizei holen können! Wenn die aber trotzdem kommt, kann ich dir versichern, daß ich meine ganzen juristischen Kenntnisse einsetzen werde, um dich und mich zu verteidigen und da das alles ein Schnellschuß, sehr widersprüchig und, wie ich höre, auch noch nicht so hundertprozentig ausjustiziert ist, habe ich da keine Sorge! Denn ich bin, wie du siehst, nicht so ängstlich und war schon in der Schule, zum Leidwesen meiner Mutter, ein ungehorsames Mädchen!“, behauptete sie noch einmal lachend, bevor sie sich nach ihrer Reisetasche bückte.

„Stell die Blumen ins Wasser und schau in der Speisekammer nach, ob du eine Flasche Wein zu Hause hast? Ein bißchen Weißbrot, Schinken und Oliven? Ansonsten bin ich bereit, das alles schnell zu besorgen, damit es eine schöne Feier wird und dein Schlafzimmer kenne ich bereits!“, behauptete sie und lachte anzüglich auf, was Beate, wie sie fürchtete, rot werden ließ.

„Habe ich es doch schon mit dir benützt! Bin dir also, wenn du es so willst, schon so nahe gekommen, daß ein eventueller Virus keine Chancen hat!“

„So ist es!“, antwortete Beate gehorsam, bevor sie sich in die kleine Küche begab, um die Blumen zu versorgen.

„Rotwein und Bier habe ich zu Hause! Baguette und ein bißchen Käse ist auch vorhanden, so daß du dich nicht bemühen mußt und vielen Dank für alles! Du weißt, ich freue mich sehr!“, sagte sie, während sie die Blumen auf den Küchentisch stellte und der Freundin in das Schlafzimmer folgte, die ihre Tasche auszupacken begann.

„Und jetzt erzähl mir, wie du deine Quarantänetage verbracht hast?“, wollte sie dann wissen. Beate Herweg zuckte mit den Achseln.

„Vor dem Fernseher größtenteils! Ich fürchte, daß ich, wie paralisiert davor gesessen bin und mich nicht einmal das Abschlußzeugnis aufheitern konnte! Dann habe ich meine Eltern, die zur Risikogruppe zählen, angerufen und ihnen angeboten, ihre Einkäufe für sie zu besorgen! Sie haben aber ohnehin eine Betreuerin. Eine junge Slowakin aus Kosice, da der Papa seit drei Jahren Alzheimer hat!“, sagte sie mit gedämpfter Stimme.

„Die Mama hat mir erzählt, daß sie jetzt eine Ausstellung über das „Rote Wien“, die im Juni eröffnet werden soll, im Homeoffice mit ihrem Assistenten vorbereitet!“

„Mit ihrem Assistenten, cool!“, wiederholte Esther, nahm einen schwarzen Hosenanzug aus der Tasche, um ihn forsch und ungeniert in den Kleiderschrank zu hängen.

„Ich hoffe, er ist ein schöner junger Mann und wenn du Pech hast, bahnt sich zwischen den Beiden etwas an!“, sagte Esther und brach ab, als sie Beates entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte, die „Glaubst du wirklich?“, hervor stieß.

„Vergiß es! Du weißt, ich bin eine vorlaute Person mit einer unerlaubten Vorstellungskraft, die mir schon so manche Schwierigkeiten eingebracht hat! Ich nehme alles zurück und entschuldige mich, wenn du willst, auch förmlich, obwohl die Vorstellung schon etwas Faszinierendes hat und Phantasie ist in diesen Zeiten, wie ich hörte, erlaubt! Aber schau nicht so entsetzt, Bea-Mädel und glaub nicht alles! Das Mütterlein wird in der Quarantäne mit ihrem Assistenten nicht zusammen sein, sondern mit ihm höchstens über Skype oder Zoom kommunizieren und wird, wie du mir erzähltest, ohnehin von ihrer Hausbetreuerin bewacht, wenn die nicht vielleicht die Gunst der Stunde nützt und mit ihrem Schützling zu Techtelmechteln beginnt! Aber ich bin schon still, Beate und stoppe meine böse Zunge! Dein Vater war Universitätsprofessor nicht wahr, bevor ihm das Schicksal diese Krankheit brachte?“

„So ist es!“, antwortete Bea und setzte energisch „Du hast wirklich eine böse Zunge und wir sollten das Thema wechseln! Komm in die Küche! Ich hole den Wein aus dem Regal und schaue nach, ob es noch ein Glas Oliven oder Artischoken gibt? Und du kannst dich entscheiden, ob du in der Küche oder auf der Dachterrasse feiern willst?“, hinzu.

„Auf der Terrasse Bea, wenn du dich das traust und dich vor den bösen Nachbarn mit den Feldstechern, die uns der Polizei melden könnten, nicht fürchtest!“, antwortete Esther Jablonsky gemütlich, schob ihre Reisetasche in eine Ecke und kam noch einmal auf Beate zu, um ihr einen Kuß auf die Wange zu drücken.“

2019-01-05

Korrigierretreat

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:52
Tags: ,

Nach zwei mehr oder weniger intensiven Praxistagen, hatte ich den Freitag zum Korrigieren der „Magdalena Kirchberg“ für mich, mein, nach dem es die „Unsichtbare Frau“ jetzt als  fünfundvierzigstes selbstgemachtes Buch ist, mein sechsundvierzigstes werden wird.

Die Geschichte von der Physiotherapeutin, die nachdem sie sich plötzlich in Pension befindet, ein Auto auf der Straße sieht und beschließt über die drei Personen, die drinnen sitzen, einen Roman zu schreiben. Zwei davon erinnern sie an den Gynäkologen und die Hebamme, die sie bei der Geburt ihrer Tochter Magda betreuten, aus dem dritten wird ein Psychiater, den der Gynäkologe damals zu ihr schickte, weil er eine postnatale Depression bei ihr vermutete.

Es gibt dann einen Handlungsstrang zur Tochter Magda, die mit Freund und Hund in Graz lebt und von Beruf Flüchtlingsbetreuerin ist und Magdalenas Nachbar ist ein syrischer Flüchtling und Heimhelfer namens Momo, der eine demente erfolglose Dichterin betreut, die plötzlich mit experimentellen Texten erfolgreich wird, obwohl sie das nicht will und die Liebe einer Supermarktkassiererin, zu der Magdalena einkaufen geht, gibt es auch.

Ein typischer Eva Jancak könnte man so meinen, nicht wirklich Neues, sondern schon bekannte Elemente, die Idee ist mir ja, glaube ich, schon vor mehr als einem Jahr gekommen und ich habe die Geschichte, das Auto habe ich wirklich gesehen, zuerst auf einerPsychiatrie spielen lassen wollen. Dann ist Magdalenas Erinnerung an ihre Geburt und die Schwierigkeiten zu ihrer Tochter daraus geworden und am Schluß meldet sich sowohl der verschwundene Vater wieder und Magda, die wieder zu ihrer Mutter findet, wird schwanger.

So weit so what und das hatte ich schon geschrieben, ich habe ja im August, noch bevor wir in die Schweiz gefahren sind, mit dem Rohtext angefangen und ihn am ersten November, als ich noch so halb überlegte, ob ich einen „Nanowrimo“ daraus machen soll, beendet, als ich erfuhr, daß ich ein Enkelkind bekomme und den fünfundsechzigsten Geburtstag habe ich ja auch gefeiert und meinen Kassenvertrag für Psychodiagnostik beendet.

Sehr viel Autobiografischen könnte man sagen und darüber munkeln, ob das professionell ist oder nicht, denn das Auto habe ich ja wirklich, als ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause gegangen bin, auf der Ecke Hofmühlgasse-Wienzeile stehen gesehen und da gibt es das Kinderhaus, wo sowohl, die Anna als auch die Magda in der Kindergruppe, als auch in der freien Schule war.

Ich hatte aber eine Hausgeburt und der verschwundene Vater ist eine Erfindung, obwohl  es den schon in „Besser spät als nie“ gibt.

Für den Momo und die Nastasja gibt es reale Vorbilder und den Konflikt zwischen der Magdalena und der Magda, habe ich wohl nicht wirklich ausgearbeitet, beziehungsweise ist er mir irgendwie verschwunden und dann in den Weihnachtsferien in der realen Form vielleicht wiedergekommen und ja der Roman wird nicht wirklich geschrieben.

Damit kommt die Magdalena nicht weiter, es bleibt bei der Begegnung im Auto beziehunsweise dabei, daß der Gynäkologe, den Psychiater zu ihr schickte, was ja eigentlich ein sehr harmloser Konflikt ist. Der Psychiater taucht allerdings, als schon verstorbener Jugendfreund der Maria Mattuschek auf und das Ganze endet wieder im Literaturhaus, wo ihre von der Nichte Ruth so gehypten „Traumseqeunezen“ vorgestellt werden sollte.

So weit so what. Es gibt jetzt, weil sich inzwischen  etwas  an der Schriftgröße geändert hat, fast neunundneunzig Seiten, derzeit 46 861 Wörter und  zweiunddreißig Szenen und ich habe schon vor Weihnachten damit angefangen, das Ganze Szene für Szene durchzukorrigen.

Da bin ich aber nur bis zur zweiten Szene gekommen, da hat sich dann auch die Seitenzahl verändert, so daß ich es nochmals ausdrucken wollte und in der Woche wo ich in Harland war, konnte ich, weil mir da  ja der Drucker fehlt, das auch nicht so machen, so daß ich am Freitag wieder neu damit begonnen habe und bis Szene fünf damit gekommen bin.

Die Zweifel, die ich meistens bei meinen Texten, „Da wird niemanden interessieren! Das ist nicht gelungen, weil viel zu oberflächlich!“, habe, sind auch jetzt da, obwohl es mir eigentlich  gefällt, ich aber auch überlege, was ich noch verändern könnte?

Das gelingt mir zwar nie sehr gut, aber weil ich ja zwischen Weihnachten und Silvester auch den Miniworkshop bei Jurenka Jurk gemacht habe und im November ein Webinar zur „Heldenreise“ und mir vor ein paar Tagen auch noch das Video mit den anderen Kursteilnehmern angeschaut habe, denke ich schon darüber nach, ob ich es vielleicht doch noch ändern und von der Pike auf nochmals schreiben oder überhaupt lassen sollte, weil mir ja auch das Leben  irgendwie dazwischen gekommen ist, um das jetzt so geheimnisvoll auszudrücken?

Wahrscheinlich werde ich es wieder so belassen  das mit der „Heldenreise“ und dem spannenden großartigen Roman beim nächsten Mal wieder probieren.

Dazwischen habe ich vor ein paar Tagen entschloßen, wird noch ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über meine Bücher kommen und da kann ich schon verraten, daß die diesbezügliche Vorschau morgen erscheint.

Ideen für das Buch siebenundvierzig kann ich ja inzwischen auch sammeln. Das ist ja auch immer ein Vorsatz, das mit dem Notizbuch und dem Aufschreiben genauer zu nehmen und mich inzwischen auf die Leserunde bezüglich der „Unsichtbaren Frau“ freuen.

Da vergebe ich ja für die, die  mitmachen wollen, bis zu fünf Bücher und freue mich über eine angeregte Diskussion über das politische Buch, das die Wahlkampfsituation von 2017 beschreibt, die „Magdalena Kirchberg“ ist ja nicht so sehr politisch, obwohl die drei im Auto, könnte ich jetzt oder habe ich schon gespoilert, entpuppen sich ja als ein FPÖ-Funktionär und ein Greenpeace-Aktivist.

2017-04-11

Wie es weitergeht

Die Karwoche hat begonnen, ich bin noch bis Donnerstag in Wien, mache meine Stunden, dann besuchen wir Klaus Khittl, der uns zum Abendessen eingeladen hat und fahren am Karfreitag nach Harland hinaus, wo es auch Annas dreiunddreißigsten Geburtstag zu feiern gibt.

Fenster putzen, am Samstag mit der LitGEs den Viehofnersee entlang gehen oder in der „Seedose“ Ostereier pecken, das ist schon Tradition, am Ostersonntag gehts wahrscheinlich mit dem Rad wieder an die Donau nach Traismauer und dazwischen werde ich, soweit ich dazukomme, an meinem „Work in progress“ korrigieren.

Das lese ich noch immer laut und müßte, sollte demnächst fertig werden. Das Fehlerteufelchen ist aber sehr beharrlich und ich fürchte auch, daß ich die Fehler, wie mein Kritiker schon anzumerken wußte oder wahrscheinlich leicht zynisch anmerkte, selber hineinkorrigiere.

Nun sei es wie es ist und ohnehin nicht wirklich zu verändern. Es drängt mich vieles fertigzuwerden. Der Beschreibungstext ist diesmal ein Wunschgedicht von Richard Weihs, das aber sehr prosaisch ausgefallen ist.

Das Bild von der Hauptbücherei müssen wir noch machen und ich habe vor, wenn ich damit fertig bin, wieder einmal gründlich zu feiern oder schon für das nächste korrigieren. Also einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen, Recherchegänge durch Wien, obwohl ich eigentlich nicht wirklich etwas habe, das ich recherchieren könnte.

Denn wie schreibe ich doch immer, ich bin nach vierzig Jahren erfolglosen Schreiben und nach ebenfalls über vierzig ebenso unbeachteten Büchern schon ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht recht, was ich als nächstes beginnen soll?

Halt, aufmerksame Leser werden es schon wissen, es gibt zwei, wenn auch noch sehr sehr vage Ideen. Die Erste ist die Frau, die ich immer in der Pizzeria sitzen sehe, wenn ich abends von der „Aten Schmiede“ nach Hause gehe. Aber wieder eine depressive Frau, habe ich das nicht ohnehin schon sehr oft zumindest angeschrieben? Und dann einen Blogroman, ein Roman über die Blogs und das Entdeckwerden, das man damit könnte. Das gabs schon in der „Heimsuchung“ oder in „Anna kämpft gegen das Vergessen“.

Aber was soll ich sonst schreiben, Kurzgeschichten „Wurfgeschichten versus Roman“, das gabs auch schon im vorigen Jahr. Passt aber zu der Idee, dann eine Weile durch die Stadt oder auch an den Traisenauen entlang zu gehen, Notizen machen, Geschichten schreiben, wie in einer Schreibwerkstatt.

Vor Jahren, als ich noch nicht bloggte, gab es ein „Standard Gewinnspiel“, wo man eine Schreibworkshop gewinnen konnte. Ich habe natürlich nicht und bin nach Harland gefahren mit der Idee selber eIne Schreibwerkstatt zu veranstalten. Nur wußte ich nicht recht, wie man das alleine macht, Lehrer und Belehrter in einer Person?

Ich bin dann mit einem Krimi nach Herzogenburg gefahren, habe verschiedene Lesestationen eingelgt und mich dann mit den Bachmanntext-Anthologien, die ich hatte, in die Badewanne begeben und sie studiert.

Jetzt denke ich, wie war ich damals naiv, ich hätte doch Skizzen und Studien machen können und das habe ich auch vor, aus Studien vielleicht den nächsten Roman oder die Idee dazu zusammenzustellen.

Das könnte ich bis Sommer machen und mich dann in die Sommerfrische nach Harland hinausgegeben, die diesmal ohnehin wieder nur aus verlängerten Wochenenden besteht und den Sommertext schreiben.

Vor ein paar Jahren habe ich die Sommerfrische in Harland ja mit einerm selbsterwählten Stadtschreiberstipendium verbunden und mein „Literaturgeflüster“ oder auch mich selbst, habe ich auch schon einmal oder mehr zu Beginn der Sommerfrische gefeiert, denn da gibt es ja immer, jetzt vor früher nach dem Bachmannlesen, meinen Bloggeburtstag und diesmal wird es schon der neunte sein.

Also eigentlich viele Pläne und dazwischen kommt immer wieder die Idee, doch mit dem Schreiben, aufzuhören, wenn ich es doch ohnehin, wie es wahrscheinlich nicht nur meine Kritiker behaupten, nicht kann. In Ermangelung eines sinnvollen Alternativprogramms, werde ich das  höchstwahrscheinlich nicht tun.

Aber wieder mal meine Bücher aufzulesen an den Sommerfrischenwochenenden wäre auch keine so schlechte Idee. Aber erst einmal muß ich ohnehin mit dem „Frühstückstext“ fertig werden und wann das sein wird, kann ich derzeit noch nicht abschätzen.

Aber wahrscheinlich erst nach unserer Radrundfahrd um den Bodensee mit der Ruth, dann ist es schon Mai und dann fliegt der Alfred mit dem Karli nach Amerika, darauf hat er sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und seine Abwesenheit und mein Strohwitwendasein, wäre ja der ideale Anlaß für die Stadtrecherchen, wenn ich bis dahin schon fertig bin. Mal sehen wie es geht und ich schreibe das jetzt auch, weil es im Netzt einige unterstützende Ideen gibt.

Da wird zum Beispiel heute ja die Blogbuster-Shortlist bekanntgegeben, das heißt, die drei Manuskripte, die den ausgewählten Profibloggern, beziehungsweise der Hauptjury, am besten gefallen haben.

Das sogenannten Leseprobenbuch habe ich mir ausgedruckt und ich könnte meinen selbstgemachten Schreibworkshop  auch damit bgeginnen, die Proben durchzulesen und mir mein eigenes Urteil machen.

Wenn ich damit fertig bin, gibts dann schon den Sieger oder die Siegerin, aber ich glaube, ich lese, da lieber meine Leseliste weiter und lasse mich überraschen und den Blogger-Debutpreis gibt es auch wieder, aber da gibts die Shortlist  erst wieder im Herbst, wenn ich schon Buchpreisblogge oder Nanowrime.

Dazwischen ist aber Annika Bühnemann, deren Aktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, auch auf eine ähnliche Idee gekommen. Beziehungsweise bitet sie jetzt einen „Wow-Kurs“ an, wo man seine schriftstellerische Fähigkeiten verbessern kann, damit das selbstgemachte Buch, vielleicht doch einmal eine Qualität erreicht, um es bei den „Blogbustern“ oder beim „Debutpreis“ einzureichen.

Das fürchte ich, ist noch Utopie, aber Annika Bühnemann sehr rührig und auch selbstgewußt und sie schreibt auch gerne Callenges aus und so will sie im Juni eine machen, wo man in dreißig Tagen, also einem Monat, zehn Geschichten schreiben soll.

Das ist ja, ich habe es schon geschrieben, der Unterschied zwischen den Profis und den „Dilletanten“ oder den „Selbermachern“, um es mal so zu formulieren, was ich auch für nicht stimmig finde.

Die sogenannten Profis, die dann auf den Buchpreislisten stehen und sich für die Qualität rühmen, rühmen sich auch damit zehn Jahre für ihre Bücher zu brauchen, die Selfpublisher wollen berühmt werden, in dem sie jedes Monat einen Roman veröffentlichen.

Das ist, glaube ich, auch für mich zu viel, die ich ja im Vorjahr fünf Bücher herausgebracht habe, mich im Juni aber Annika Bühnemanns Challenge anzuschließen und damit vielleicht die Ideen für mein nächstes Projekt sammeln, halte ich aber für eine sehr gute Idee, obwohl ich eigentlich, ganz eherlich, mehr Aufmerksamkeit will, als selbst Schreibworkshops zu veranstalten und mich selbst zu feiern.

Das werde ich aber mit meinem neunten Bloggeburtstag und in Krems und Göttweig haben sich auch einige der dortigen Stammbesucher mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, für meine Bücher interessiert.

Eingeladen werde ich dort wohl so bald nicht werden, denn die sprechen ja auch von der Qualität und den Buchpreisträgern und mit dem Selbstgemachten kommt man noch immer höchstens nur zu einem „Selbfpublisher-Preis“ und ich auch nicht, denn ich veröffentliche ja nicht auf „Amazon“ und mit meinen Blog schaffe ich ja leider nur die zu interessieren, die sich bei mir gruseln wollen.

Aber trotzdem viele Pläne für die Zukunft, obwohl sie nicht wirklich neu sind und jetzt ein schönes Osterfest oder eine schöne Karwoche könnte man so sagen, die ich diesmal an Ermangelung eines Literaturprogramms zum Teil mit der Musikschiene der „Alten Schmiede“ verbringen will.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.