Literaturgefluester

2019-01-05

Korrigierretreat

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:52
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Nach zwei mehr oder weniger intensiven Praxistagen, hatte ich den Freitag zum Korrigieren der „Magdalena Kirchberg“ für mich, mein, nach dem es die „Unsichtbare Frau“ jetzt als  fünfundvierzigstes selbstgemachtes Buch ist, mein sechsundvierzigstes werden wird.

Die Geschichte von der Physiotherapeutin, die nachdem sie sich plötzlich in Pension befindet, ein Auto auf der Straße sieht und beschließt über die drei Personen, die drinnen sitzen, einen Roman zu schreiben. Zwei davon erinnern sie an den Gynäkologen und die Hebamme, die sie bei der Geburt ihrer Tochter Magda betreuten, aus dem dritten wird ein Psychiater, den der Gynäkologe damals zu ihr schickte, weil er eine postnatale Depression bei ihr vermutete.

Es gibt dann einen Handlungsstrang zur Tochter Magda, die mit Freund und Hund in Graz lebt und von Beruf Flüchtlingsbetreuerin ist und Magdalenas Nachbar ist ein syrischer Flüchtling und Heimhelfer namens Momo, der eine demente erfolglose Dichterin betreut, die plötzlich mit experimentellen Texten erfolgreich wird, obwohl sie das nicht will und die Liebe einer Supermarktkassiererin, zu der Magdalena einkaufen geht, gibt es auch.

Ein typischer Eva Jancak könnte man so meinen, nicht wirklich Neues, sondern schon bekannte Elemente, die Idee ist mir ja, glaube ich, schon vor mehr als einem Jahr gekommen und ich habe die Geschichte, das Auto habe ich wirklich gesehen, zuerst auf einerPsychiatrie spielen lassen wollen. Dann ist Magdalenas Erinnerung an ihre Geburt und die Schwierigkeiten zu ihrer Tochter daraus geworden und am Schluß meldet sich sowohl der verschwundene Vater wieder und Magda, die wieder zu ihrer Mutter findet, wird schwanger.

So weit so what und das hatte ich schon geschrieben, ich habe ja im August, noch bevor wir in die Schweiz gefahren sind, mit dem Rohtext angefangen und ihn am ersten November, als ich noch so halb überlegte, ob ich einen „Nanowrimo“ daraus machen soll, beendet, als ich erfuhr, daß ich ein Enkelkind bekomme und den fünfundsechzigsten Geburtstag habe ich ja auch gefeiert und meinen Kassenvertrag für Psychodiagnostik beendet.

Sehr viel Autobiografischen könnte man sagen und darüber munkeln, ob das professionell ist oder nicht, denn das Auto habe ich ja wirklich, als ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause gegangen bin, auf der Ecke Hofmühlgasse-Wienzeile stehen gesehen und da gibt es das Kinderhaus, wo sowohl, die Anna als auch die Magda in der Kindergruppe, als auch in der freien Schule war.

Ich hatte aber eine Hausgeburt und der verschwundene Vater ist eine Erfindung, obwohl  es den schon in „Besser spät als nie“ gibt.

Für den Momo und die Nastasja gibt es reale Vorbilder und den Konflikt zwischen der Magdalena und der Magda, habe ich wohl nicht wirklich ausgearbeitet, beziehungsweise ist er mir irgendwie verschwunden und dann in den Weihnachtsferien in der realen Form vielleicht wiedergekommen und ja der Roman wird nicht wirklich geschrieben.

Damit kommt die Magdalena nicht weiter, es bleibt bei der Begegnung im Auto beziehunsweise dabei, daß der Gynäkologe, den Psychiater zu ihr schickte, was ja eigentlich ein sehr harmloser Konflikt ist. Der Psychiater taucht allerdings, als schon verstorbener Jugendfreund der Maria Mattuschek auf und das Ganze endet wieder im Literaturhaus, wo ihre von der Nichte Ruth so gehypten „Traumseqeunezen“ vorgestellt werden sollte.

So weit so what. Es gibt jetzt, weil sich inzwischen  etwas  an der Schriftgröße geändert hat, fast neunundneunzig Seiten, derzeit 46 861 Wörter und  zweiunddreißig Szenen und ich habe schon vor Weihnachten damit angefangen, das Ganze Szene für Szene durchzukorrigen.

Da bin ich aber nur bis zur zweiten Szene gekommen, da hat sich dann auch die Seitenzahl verändert, so daß ich es nochmals ausdrucken wollte und in der Woche wo ich in Harland war, konnte ich, weil mir da  ja der Drucker fehlt, das auch nicht so machen, so daß ich am Freitag wieder neu damit begonnen habe und bis Szene fünf damit gekommen bin.

Die Zweifel, die ich meistens bei meinen Texten, „Da wird niemanden interessieren! Das ist nicht gelungen, weil viel zu oberflächlich!“, habe, sind auch jetzt da, obwohl es mir eigentlich  gefällt, ich aber auch überlege, was ich noch verändern könnte?

Das gelingt mir zwar nie sehr gut, aber weil ich ja zwischen Weihnachten und Silvester auch den Miniworkshop bei Jurenka Jurk gemacht habe und im November ein Webinar zur „Heldenreise“ und mir vor ein paar Tagen auch noch das Video mit den anderen Kursteilnehmern angeschaut habe, denke ich schon darüber nach, ob ich es vielleicht doch noch ändern und von der Pike auf nochmals schreiben oder überhaupt lassen sollte, weil mir ja auch das Leben  irgendwie dazwischen gekommen ist, um das jetzt so geheimnisvoll auszudrücken?

Wahrscheinlich werde ich es wieder so belassen  das mit der „Heldenreise“ und dem spannenden großartigen Roman beim nächsten Mal wieder probieren.

Dazwischen habe ich vor ein paar Tagen entschloßen, wird noch ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über meine Bücher kommen und da kann ich schon verraten, daß die diesbezügliche Vorschau morgen erscheint.

Ideen für das Buch siebenundvierzig kann ich ja inzwischen auch sammeln. Das ist ja auch immer ein Vorsatz, das mit dem Notizbuch und dem Aufschreiben genauer zu nehmen und mich inzwischen auf die Leserunde bezüglich der „Unsichtbaren Frau“ freuen.

Da vergebe ich ja für die, die  mitmachen wollen, bis zu fünf Bücher und freue mich über eine angeregte Diskussion über das politische Buch, das die Wahlkampfsituation von 2017 beschreibt, die „Magdalena Kirchberg“ ist ja nicht so sehr politisch, obwohl die drei im Auto, könnte ich jetzt oder habe ich schon gespoilert, entpuppen sich ja als ein FPÖ-Funktionär und ein Greenpeace-Aktivist.

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2017-04-11

Wie es weitergeht

Die Karwoche hat begonnen, ich bin noch bis Donnerstag in Wien, mache meine Stunden, dann besuchen wir Klaus Khittl, der uns zum Abendessen eingeladen hat und fahren am Karfreitag nach Harland hinaus, wo es auch Annas dreiunddreißigsten Geburtstag zu feiern gibt.

Fenster putzen, am Samstag mit der LitGEs den Viehofnersee entlang gehen oder in der „Seedose“ Ostereier pecken, das ist schon Tradition, am Ostersonntag gehts wahrscheinlich mit dem Rad wieder an die Donau nach Traismauer und dazwischen werde ich, soweit ich dazukomme, an meinem „Work in progress“ korrigieren.

Das lese ich noch immer laut und müßte, sollte demnächst fertig werden. Das Fehlerteufelchen ist aber sehr beharrlich und ich fürchte auch, daß ich die Fehler, wie mein Kritiker schon anzumerken wußte oder wahrscheinlich leicht zynisch anmerkte, selber hineinkorrigiere.

Nun sei es wie es ist und ohnehin nicht wirklich zu verändern. Es drängt mich vieles fertigzuwerden. Der Beschreibungstext ist diesmal ein Wunschgedicht von Richard Weihs, das aber sehr prosaisch ausgefallen ist.

Das Bild von der Hauptbücherei müssen wir noch machen und ich habe vor, wenn ich damit fertig bin, wieder einmal gründlich zu feiern oder schon für das nächste korrigieren. Also einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen, Recherchegänge durch Wien, obwohl ich eigentlich nicht wirklich etwas habe, das ich recherchieren könnte.

Denn wie schreibe ich doch immer, ich bin nach vierzig Jahren erfolglosen Schreiben und nach ebenfalls über vierzig ebenso unbeachteten Büchern schon ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht recht, was ich als nächstes beginnen soll?

Halt, aufmerksame Leser werden es schon wissen, es gibt zwei, wenn auch noch sehr sehr vage Ideen. Die Erste ist die Frau, die ich immer in der Pizzeria sitzen sehe, wenn ich abends von der „Aten Schmiede“ nach Hause gehe. Aber wieder eine depressive Frau, habe ich das nicht ohnehin schon sehr oft zumindest angeschrieben? Und dann einen Blogroman, ein Roman über die Blogs und das Entdeckwerden, das man damit könnte. Das gabs schon in der „Heimsuchung“ oder in „Anna kämpft gegen das Vergessen“.

Aber was soll ich sonst schreiben, Kurzgeschichten „Wurfgeschichten versus Roman“, das gabs auch schon im vorigen Jahr. Passt aber zu der Idee, dann eine Weile durch die Stadt oder auch an den Traisenauen entlang zu gehen, Notizen machen, Geschichten schreiben, wie in einer Schreibwerkstatt.

Vor Jahren, als ich noch nicht bloggte, gab es ein „Standard Gewinnspiel“, wo man eine Schreibworkshop gewinnen konnte. Ich habe natürlich nicht und bin nach Harland gefahren mit der Idee selber eIne Schreibwerkstatt zu veranstalten. Nur wußte ich nicht recht, wie man das alleine macht, Lehrer und Belehrter in einer Person?

Ich bin dann mit einem Krimi nach Herzogenburg gefahren, habe verschiedene Lesestationen eingelgt und mich dann mit den Bachmanntext-Anthologien, die ich hatte, in die Badewanne begeben und sie studiert.

Jetzt denke ich, wie war ich damals naiv, ich hätte doch Skizzen und Studien machen können und das habe ich auch vor, aus Studien vielleicht den nächsten Roman oder die Idee dazu zusammenzustellen.

Das könnte ich bis Sommer machen und mich dann in die Sommerfrische nach Harland hinausgegeben, die diesmal ohnehin wieder nur aus verlängerten Wochenenden besteht und den Sommertext schreiben.

Vor ein paar Jahren habe ich die Sommerfrische in Harland ja mit einerm selbsterwählten Stadtschreiberstipendium verbunden und mein „Literaturgeflüster“ oder auch mich selbst, habe ich auch schon einmal oder mehr zu Beginn der Sommerfrische gefeiert, denn da gibt es ja immer, jetzt vor früher nach dem Bachmannlesen, meinen Bloggeburtstag und diesmal wird es schon der neunte sein.

Also eigentlich viele Pläne und dazwischen kommt immer wieder die Idee, doch mit dem Schreiben, aufzuhören, wenn ich es doch ohnehin, wie es wahrscheinlich nicht nur meine Kritiker behaupten, nicht kann. In Ermangelung eines sinnvollen Alternativprogramms, werde ich das  höchstwahrscheinlich nicht tun.

Aber wieder mal meine Bücher aufzulesen an den Sommerfrischenwochenenden wäre auch keine so schlechte Idee. Aber erst einmal muß ich ohnehin mit dem „Frühstückstext“ fertig werden und wann das sein wird, kann ich derzeit noch nicht abschätzen.

Aber wahrscheinlich erst nach unserer Radrundfahrd um den Bodensee mit der Ruth, dann ist es schon Mai und dann fliegt der Alfred mit dem Karli nach Amerika, darauf hat er sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und seine Abwesenheit und mein Strohwitwendasein, wäre ja der ideale Anlaß für die Stadtrecherchen, wenn ich bis dahin schon fertig bin. Mal sehen wie es geht und ich schreibe das jetzt auch, weil es im Netzt einige unterstützende Ideen gibt.

Da wird zum Beispiel heute ja die Blogbuster-Shortlist bekanntgegeben, das heißt, die drei Manuskripte, die den ausgewählten Profibloggern, beziehungsweise der Hauptjury, am besten gefallen haben.

Das sogenannten Leseprobenbuch habe ich mir ausgedruckt und ich könnte meinen selbstgemachten Schreibworkshop  auch damit bgeginnen, die Proben durchzulesen und mir mein eigenes Urteil machen.

Wenn ich damit fertig bin, gibts dann schon den Sieger oder die Siegerin, aber ich glaube, ich lese, da lieber meine Leseliste weiter und lasse mich überraschen und den Blogger-Debutpreis gibt es auch wieder, aber da gibts die Shortlist  erst wieder im Herbst, wenn ich schon Buchpreisblogge oder Nanowrime.

Dazwischen ist aber Annika Bühnemann, deren Aktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, auch auf eine ähnliche Idee gekommen. Beziehungsweise bitet sie jetzt einen „Wow-Kurs“ an, wo man seine schriftstellerische Fähigkeiten verbessern kann, damit das selbstgemachte Buch, vielleicht doch einmal eine Qualität erreicht, um es bei den „Blogbustern“ oder beim „Debutpreis“ einzureichen.

Das fürchte ich, ist noch Utopie, aber Annika Bühnemann sehr rührig und auch selbstgewußt und sie schreibt auch gerne Callenges aus und so will sie im Juni eine machen, wo man in dreißig Tagen, also einem Monat, zehn Geschichten schreiben soll.

Das ist ja, ich habe es schon geschrieben, der Unterschied zwischen den Profis und den „Dilletanten“ oder den „Selbermachern“, um es mal so zu formulieren, was ich auch für nicht stimmig finde.

Die sogenannten Profis, die dann auf den Buchpreislisten stehen und sich für die Qualität rühmen, rühmen sich auch damit zehn Jahre für ihre Bücher zu brauchen, die Selfpublisher wollen berühmt werden, in dem sie jedes Monat einen Roman veröffentlichen.

Das ist, glaube ich, auch für mich zu viel, die ich ja im Vorjahr fünf Bücher herausgebracht habe, mich im Juni aber Annika Bühnemanns Challenge anzuschließen und damit vielleicht die Ideen für mein nächstes Projekt sammeln, halte ich aber für eine sehr gute Idee, obwohl ich eigentlich, ganz eherlich, mehr Aufmerksamkeit will, als selbst Schreibworkshops zu veranstalten und mich selbst zu feiern.

Das werde ich aber mit meinem neunten Bloggeburtstag und in Krems und Göttweig haben sich auch einige der dortigen Stammbesucher mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, für meine Bücher interessiert.

Eingeladen werde ich dort wohl so bald nicht werden, denn die sprechen ja auch von der Qualität und den Buchpreisträgern und mit dem Selbstgemachten kommt man noch immer höchstens nur zu einem „Selbfpublisher-Preis“ und ich auch nicht, denn ich veröffentliche ja nicht auf „Amazon“ und mit meinen Blog schaffe ich ja leider nur die zu interessieren, die sich bei mir gruseln wollen.

Aber trotzdem viele Pläne für die Zukunft, obwohl sie nicht wirklich neu sind und jetzt ein schönes Osterfest oder eine schöne Karwoche könnte man so sagen, die ich diesmal an Ermangelung eines Literaturprogramms zum Teil mit der Musikschiene der „Alten Schmiede“ verbringen will.

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