Literaturgefluester

2018-06-19

Eines Tages verschwand Karola

Filed under: Bücher — jancak @ 00:22
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Jetzt kommt das, glaube ich, siebente Buch der 1952 in geborenen Judith Gruber Rizy, die mir einmal in den Neunzigerjahren von Arthur West bei einer Lesung vorgestellt wurde, mit ihr in der GAV und auch eine Zeitlang in der „Frauen lesen Frauen Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters“ war, bei der sie noch immer tätig ist und wo sie sich auch sehr für die vergessenen Schriftstellerinnen des vorigen Jahrhunderts oder überhaupt für vergessene Frauen, wie Veza Canetti, Gabriele Münter, etcetra, interessiert.

Ich weiß gar nicht mehr genau welche ihrer Bücher ich gelesen habe.

„Aurach“ bestimmt und wahrscheinlich auch die Prosa „Zwischenlandschaft“, „Drift“ und „Schwimmfüchslein“ habe ich gelesen, bei den anderen Büchern war ich, glaube ich, auf Lesungen und habe Judith Gruber-Rizy auch regelmäßig beim Volksstimmefest und bei der Poet-Night gehört und es hat auch eine Zeitlang Frauenlesungen in der Galerie Heinrich gegeben.

Sie hat Germanistik und Theaterwissenschaften studiert, war, glaube ich, lange als Journalistin bei der Volksstimme tätig und ist jetzt schon länger freie Schriftstellerin, mit Helmut Rizy verheiratet und eine ihrer Eigenarten oder Besonderheiten ist, daß alle ihreHeldinnen den Namen Rosa tragen und ihr neues Buch „Eines Tages verschwand Karola“, zu dem Erika Kronabitter eine Beschreibung im Klappentext gab, hat mich sowohl ein wenig verwirrt, als auch verwundert.

Halte ich sie ja für eine sehr kritische Frau, die sich für die Unterdrückten oder gegen die Unterdrückung einsetzt und jetzt sind die diesmalige Rosa und auch ihre Freundinnen Karola und Antigon eigentlich sehr bürgerliche Frauen und machen oder lassen Dinge mit sich geschehen, wo ich eigentlich einen Aufschrei erwartet hätte.

Es ist ein sehr ruhiges Buch, da passiert ja nichts, könnte man auch hier sagen. Zumindest erfährt man bis zum Schluß  nicht wirklich wohin jene Karola jetzt verschwunden ist und warum und wieso?

Es werden an ihrem Beispiel vielmehr die Pardoxien und Widersprüchlichkeiten des Lebens aufgezeigt und die Widersprüche was und wer jetzt wem was verschweigt sind  vielleicht auch das Interessante daran.

Spannend auch der ruhige und genaue Erzählton, eines der Merkmale der Autorin, hier hat mich aber die Trivialität ein bißchen verblüfft, in der der Stoff öfter abgleitet.

Da ist also die Ich-Erzählerin, die wieder Rosa oder eigentlich Rosemarie heißt und die erzählt ihrer Freundin Anne auf einer Fahrt nach Bilbao, daß ihre Freundin Karola vor fünfundzwanzig Jahren verschwunden ist.

Und vor fünfundzwanzig Jahren hat sie das ihrer Freundin Antigone „Wer Antigone heißt, ist für sein Leben gehzeichnet.  Es macht das Leben leichter, wenn man Rosa heißt“, auf der Fahrt in das Wochenendhaus erzählt, worauf die spontan beschlossen hat, nach Karola zu suchen und das hat, wie Rosa Anne weiter erzählt, ihr Leben auf einem Schlag oder nach und nach verändert.

Denn damals war sie mit einem Lateinlehrer namens Julius verheiratet, der eigentlich Werner hieß, war Lektorin in einem Verlag und nicht besonders glücklich und Karola war eine Bekannte, die sie in einem Sprachkurs kennengelernt hat. Sie ist an die vierzig und Sekretärin bei einem Rechtsanwealt. Karolas Mutter ruft Rosa eines Montags an und fragt nach ihr, denn sie ist, die noch am Samstag bei ihr war, auf einmal verschwunden.

Die beiden Frauen forschen nun nach und bekommen nicht viel heraus und diese Karola, füge ich vielleicht an, bleibt auch erstaunlich blaß und widersprüchig. Es gibt einen Freund namens Robert und eine Freundin namens Carla, die nie jemand gesehen hat und der Nachbar Gerhard, ein ewiger Sinologiestudent erklärt den fragenden Frauen überheblich, das hätte Karola nur erfunden und wäre eigentlich in ihrem Rechtsanwalt verliebt gewesen.

Aber in den verliebt sich sofort Antigone, bei der Recherche, übernimmt Karolas Posten und bekommt von ihm drei Kinder, bevor er sie wegen einer Jüngeren verläßt und Rosa hat, als sie Anne all das erzählt, ihren Julius längst verlassen und begonnen Romane über vergessene Schriftstellerinnen des vorigen Jahrhunderts zu schreiben.

Sie hat auch ein Jahr nach Karolas verschwinden versucht, einen Roman darüber zu schreiben, der aber nicht fertig geworden ist, war sie doch zu nahe an den real existierenden Personen daran  und ein Teil des Buches widmet sich auch der Frage, wie das mit den verzerrten Erinnerungen ist?

Es gibt dann noch eine sehr kitschige Stelle, das Ende des ersten oder zweiten Romanversuches.

Denn da hat sich inzwischen herausgestellt, daß jener Robert, von dem Rosa ein Bild gesehen hat, einmal vor sechs Jahren vor dem Verschwinden einen Sommer in einer Pension mit Rosa verbrachte, jetzt, drei Wochen vor ihrem Verschwinden hat sie in der Pension angerufen und nach Robert gefragt, der aber nichts von ihr wissen will, weil auch verheiratet, etcetera.

Karola fährt aber in einer Romanversion zu ihm hin und rüttelt an seiner Tür, Antigone ist ihr hinterher, will sie davon abhalten, Karola zieht das Küchenmesser und sticht zu.

„Ja!“, sagt Anne, das wäre ein Schluss, der mir gefallen könnte..“

„Aber so war es nicht“, sage ich, „denn eigentlich hat die Geschichte von Karolas  Verschwinden bis heute kein wirkliches Ende gefunden.“

So war es, kann ich gleich spoilernd anfügen, hat aber zweihundertfünfzig Seiten gefüllt und in einem sehr ruhigen, manchmal etwas widersprüchigen Ton vom Frauenleben, seinen Veränderungen und auch von einigen Ungereimtheiten erzählt.

„Ein Roman geschrieben aus der Sicht einer Frau mit all der Verwunderung über die wechselnden eigenen Befindlichkeiten. Ein Roman über die Reifung zur selbständigen und selbstbewußten Frau. Ein Roman der lange nach dem Lesen im Gedächtnis haften bleibt“, hat Erika Kronabitter am Klappentext geschrieben und am Buchrücken steht noch „Judith Gruber-Rizy brilliert erneut und schafft in ihrem Roman vielschichtige Figuren, die die Dynamik des Lebens in seiner vollen Bandbreite zeigen.“

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2018-05-14

Drei neue Bücher aus dem Wortreich-Verlag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Karoline Cvancara, Volker Kaminski, Valeska Réon, Judith Gruber-Rizy

Karoline Cvancara, Volker Kaminski, Valeska Réon, Judith Gruber-Rizy

Vor ein paar Jahren habe ich ein Mail von einem österreichischen Verlag bekommen, der mir mitteilte, daß er sich bald gründen will und mich eingeladen ihn in Frankfurt zu treffen. Aber dort komme ich ja nicht hin, also habe ich zurückgeschrieben, daß ich an den Büchern interessiert bin, außer einer freundlichen Antwort nie mehr etwas davon gehört und darauf vergessen.

Der „Worttreich-Verlag“ hat sich dann vor drei Jahren gegründet. Judith Gruber-Rizy, die eines ihrer Bücher dort verlegte, hat mich zu der Präsentation ins „Thalia“ eingeladen, Hermann Knapp, den ich einmal mit in die GAV-aufgenommen habe, war der zweite Autor, dessen Buch ich mir inzwischen bei einem „Morawa-Abverkauf“ gekauft habe und ein anderes Buch habe ich an einem Indie-Book-Day gewonnen.

Vor einem Jahr habe ich dann Karoline Cvancara, die Verlegerin, die auch Autorin ist, in Leipzig auf ihren Stand angesprochen, ob ihr Verlag das war?

Sie wußte es, glaube ich, auch nicht genau, hat mir aber drei Bücher gegeben und heuer eines, denn Judith Gruber- Rizys neues Buch „Eines Tages verschwand Carola“ war noch nicht fertig. Jetzt ist es es und wurde zusammen mit zwei anderen Neuerscheinungen in der Buchhandlung Kuppitsch vorgestellt und die war sehr voll.

Viele Bekannte Gesichter, Angela und  Josef, Elfriede Haslehner und Franz, die Erika Kronabitter die ja auch Verlagsautorin ist, Vera Albert hat mir zugewinkt, Hans Jörg Liebscher, Susanne Schneider und und und……

Eine Band namens S.O.D.A gab es auch und der Buchhändler, der eröffnete erklärte, daß noch nie so viele Leute auf einmal bei ihm aufgetreten wären.

Ich gehe ja manchmal in die Buchhandlung Kuppitsch lesen oder Bücher schauen und habe muß ich gestehen dort den gesamten „Der Fuchs und Dr. Shimamura „ während meines Buchpreislesens 2015 ausgelesen und bei einer Buchpräsentation von Susanne Ayoub war ich einmal auch und ich gehe, auch manchmal dort aufs Klo, das, wie ich heute entdeckte eine tolle Aufschrift hat oder hole mir Verlagsprospekte und nein „Amazon-Kundin“ bin ich nicht, obwohl ich ihm entgegenhalten muß, daß er den Selbstpublishern Tor und Tür geöffnet hat, verlege ich trotzdem dort nicht und stelle meine Sachen dort auch nicht als E-Book ein.

Es war also sehr voll und die Verlegerin stellte kurz die Autoren und ihre Bücher vor, zwei Deutsche und eine Österreichicherin und zwei davon sind schon Wiederholungstäter und obwohl die Genres sehr verschieden sind, waren die Inhalte, glaube ich, gar nicht so unähnlich und eine Rosa als Ich- Erzählerin gibt es bei Judith Gruber-Rizy wieder auch. Das ist ja ihr Markenzeichen und die Frage, die man bei einem Literaturquizz stellen könnte, ansonsten ist in ihrem neuen Buch eine Frau namens Carola verschwunden, während bei Volker Kaminski eine Mutter stirbt und ein Sohn erkennen muß, daß er einen anderen Vater hat „Auf Probe“ heißt das Buch und Valeska Reon, die mit einer Co-Lesererinauftrat, ist von Beruf Lektorin und hat in ihrem Krimi oder Thriller eine solche zu ihrer Heldin gemacht. Die wurde einmal als Schülerin von einem Mitschüler vergewaltigt und mißhandelt. Jetzt ist der ein berühmter Krimiautor geworden und sie seine Lektorin, was sie wegen seinem Pseudonyms nicht gleich erkennt, als sie das aber tut, beschließt sie sich zu rächen, zuerst will sie ihn ermorden. Dann fällt ihr aber etwas ein, was noch viel viel schlimmer ist, also sehr interessant und die gewiefte Autorin schloß ihre Lesung auch mit einem Cliffhanger.

Dann spielte die Band weiter und man ging nach hinten, wo es Brot und Wein und Gespräche gab. Ich habe mich mit der Co-Leserin Christine Unger ausgetauscht. Sie hat mir die Kärtchen zu ihrem Büchern gegeben und ich habe Volker Kaminski gesagt, daß ich es mir gerade noch verkneifen habe könne, sein Buch als  anzufragen, denn ich habe ja so viel zu lesen und man soll auch bescheiden sein, bei Judith Gruber-Rizy habe ich es aber getan und ihr ihr das auch schon bei der GAV-Vollversammlung so versprochen. Jetzt warte ich auf das Buch, bin sehr gespannt und habe wieder eine interessante Auswahl der neuen deutshsprachigen Literatur kennengelernt.

2018-04-14

Und am Ende stehlen wir Zitronen

Noch ein Debut, von einer mir bisher unbekannten Autorin, der 1985 in NÖ geborenen Eva Lugbauer, deren „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ bei „Wortreich“, dem kleinen feinen Verlag erschienen ist, den ich seit vorigen Jahr in Leipzig während des Österreich-Empfangs immer besuche und es ist eines, wo ich nach dem Lesen des Klappentextes beziehungsweise der „Amazon-Rezension“ auch dachte, „Uje, uje, was habe ich mir da geben lassen, das interessiert mich nicht!“

Das soviel zu dem das man den Wert eines Buches auf der ersten Seite oder nach dreißig Sekunden Probelesen erkennen kann.

„Nein, liebe Leute vom Literaturcafe oder sonstwo, so geht das wirklich nicht, jedenfalls nicht bei mir und, ich glaube, das ist auch verallgemeinbar.

Denn noch auf der ersten Seite, dem Kapitel „Im Wasser“, mit sehr poetischen, für mich inhaltslosen Sätzen, hätte ich gedacht „Nun ja, schon wieder ein sprachrauschiges Debut, dann war ich aber gleich im Wasser und fing zu schwimmen an, obwohl ich das in der Realität gar nicht kann und das Kapitel dann auch „Stehen“ hieß.

Denn dann wird es gleich konkret: „Gänsehaufen!“, dachte ich und wir sind im Land in einem Dörfchen namens Unterfichten, sind bei Isa Erlinger, der fünfundzwanzigjährigen Kindergärtnerin, die noch nichts aus ihrem Leben gemacht hat, obwohl sie schon einen Freund namens Martin hat und die sich jetzt auf dem Polterabend einer Freundin befindet, mit ihr „Peniskekse“ verkaufen, ein Sexshop besuchen und sich auch von einem Mann anquatschen lassen soll.

Das ist nichts für sie. So geht sie an den See, will auf ihre Lieblingsbank, aber dort sitzt schon eine Frau, die sie anspricht und am nächsten Tag erfährt sie von ihrer Nachbarin, daß die mit einem Rucksack voller Steine ins Wasser gegangen ist. Die Frau hieß Hilda Haller oder Haller Hilda, wie man die Namen in Isas Provinz ausspricht.

Isa geht zu ihrem Haus „Krippenhaus“ genannt, weil dort zu Weihnachten immer ein Krippe steht, denn Hilda Haller war einmal Bühnenbildnerin und sie hatte auch eine Tochter namens Lou, die vor zehn Jahren verunglückte.

Vielleicht hat sich Hilda Haller deshalb umgebracht. Isa weiß es nicht, geht aber in einen Supermarkt, kauft sich dann Zigaretten und geht damit, weil eine Frau in dem Dörfchen ja nicht rauchen darf, weil das stinkt und unbweiblich ist, auf den Friedhof, wo der Totengräber vielleicht schon Hilde Hallers Grab ausgräbt.

Isa hat dann bald Geburtstag und das wird von ihrem „stinknormalen“ Freund, der bald heiraten und möglichst viele Kinder will, immer in einen Ritual gefeiert. Er bringt ihr den Kaffee ans Bett, bäckt Palatschinken in Herzform, nachher geht es an den See und zum Eisessen und ein Geschenk gibt es auch.

„Hoffentlich kein Ring!“, denkt Isa den ganzen Tag in Panik. Es ist aber, wer hätte das gedacht, daß der Normalo so sensibel sein kann, ein Fallschirmsprung und den hat Isa sich vielleicht auch gewünscht.

Sie lernt etwas später Hilda Hallers Nichte Zora kennen, die das Haus geerbt hat und es ausräumt. Sie freundet sich mit ihr an und die Journalistin aus Wien, erzählt ihr von Lou, die Isa seltsamerweise sehr ähnlich sieht, aber sehr ungewöhnlich war, immer frei sein und reisen wollte, also eigentlich das Gegenteil von Iisa, die ihre schönen Kleider bewundert. Zora schenkt sie ihr, lädt sie auch nach Wien ein und die Beiden gehen mit einen Schal von Lou auch auch auf ein Feuerwehrfest zum Tanzen.

Dort wird viel Schnaps getrunken und vielleicht verschwindet Isa mit ihrem Exfreund Jonas auch hinter ein Gebüsch. Sie kann sich nicht mehr ganz daran erinnern, hat auch ein schlechtes Gewissen wegen Martin und auch Angst vor Aids, will mit ihm Schluß machen, fährt für ein paar Tage zu Zora nach Wien, wo sie einen Ben, der Krankenpflege ist, kennenlernt und sich ihm als Lou, auf seine Frage, wie sie heißt, ausgibt.

„Isa. Ich meine Lou-Isa. Ich meine Louisa-Bella. Louisabealla“ – „Was?“- Du kannst Lou sagen!“

Zu Weihnachten macht Isa  mit Martin Schluß, als der ihr gerade sein Geschenk, einen Gutschein für ein gemeinsames Fotoshooting überreicht hat. Packt ihre Koffer und fährt überstürzt nach Wien und zieht in Zoras Arbeitszimmer. Als die ihr nach einen Besuch in Unterfichten erzählt, daß sie Martin schon mit einem blonden Mädchen gesehen hat, ist sie enttäuscht und auch mit Ben, dem sie erzählt hat, daß sie Schriftstellerin wäre und in Rom leben würde, klappt es nicht so ganz, denn der hat schon eine Freundin.

Zora hat auch einen Freund namens Reinhard und mit dem betrügt Isa sie, die dann so von sich entsetzt von sich ist, daß sie überstürzt nach Rom aufbricht. Der Zug kommt aber nicht einmal bis Klagenfurt, denn dann bleibt er, man weiß nicht so ganz wegen eines Selbstmörders oder eines Herzinfarkts des Zugführers auf einem Feld stehen und Isa fährt mit Lorenz, den sie im Zug kennenlernte, in seine Wohnung nach Klagenfurt.

Dazwischen gibt es immer wieder Selbstgesprche Isas, die sich da „Frau Isa“ nennt und nach Orientierungs sucht. Sehr viel Weinspritz mit Zitrone wird getrunken, der Buchtitel stammt aus Lous Notizbuch und ist eine Metapher auf das freie Leben, der erste Joint geraucht, was die brave Isa sehr entsetzt. Zora ist aber über ihren Betrug gar nicht so böse, als sie wieder zurückkommt.

Später zieht Isa in eine WG, fängt zu studieren an und schenkt sich selbst zum nächsten Geburtstag, eine Reise nach Rom.

Ein spannendes, leises, aber sehr dicht geschriebenes Buch über eine Selbstfindung, das immer wieder an die Bachmann erinnert, beziehungsweise sehr deutliche Anspielungen an sie hat. So liest Isa einen Bachmann-Text, als sie sich am Anfang mit Martin an den See begibt.

„Udine geht“, ist eine nicht zu übersehendes Motiv. Dann die Fahrt nach Rom und vielleicht auch Wunsch seine Verruchtheit durch das Rauchen auszudrücken, etwas, das man inzwischen ja nicht mehr darf und von den politisch korrekten Bloggerinnen, vielleicht angeprangert wird.

Mir hat das Buch, das am blauen Cover eine kräftig gelbe Zitrone hat, sehr gut gefallen. Eine Überraschung, den ich habe von Eva Lugbauer, glaube ich, nocht nichts gehört oder gelesen, also wieder etwas für den Debutpreis  und vielleicht begegne ich der Autorin über die am Buchrücken noch steht „Eva Lugbauer schafft einen poetischen und (aus)druckvollen, musikalisch anmutenden Debutroman, der sich großen Themen nicht verschließt und keine Angst vor lauten Antworten hat“, einmal in der „Alten Schmiede“ oder einem anderen literarischen Ort.

2017-05-14

La Leguna

Filed under: Bücher — jancak @ 23:47
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Jetzt kommt die Besprechung des dritten Buches das mir der „Wortreich-Verlag“ freundlicherweise in Leipzig gegeben hat, denn Erika Kronabitters „La Leguna“, habe ich unbedingt auf der Bodensee-Radrundfahrt lesen wollen, zu der wir die Ruth ja zu ihrem siebzigsten Geburtstag eingeladen habe, da wir sie dort getroffen haben.

Ich kenne die 1959 in der Steiermark geborene und derzeit in Bregenz und in Wien lebende Erika Kronabitter ja schon lange, als eine eher experimentelle Autorin, die sich sehr für Friederike Mayröcker interessiert, die „Friederiken-Briefe“ herausgegeben hat und ein Buch zum neunzigsten Geburtstag der F. M.

Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, 2000 bei einer Versteigerung im Literaturhaus, wo sie, glaube ich, ihr Nachthemd zur Verfügung stellte, denn sie ist eine sehr umtriebige, engagierte Frau und als ich meine „Mittleren II“ nicht mehr im Wiener Literaturhaus machen konnte, hat sie mich diesbezüglich nach Feldkirch eingeladen und 2005 war ich auch bei ihrer „Text und Kritik-Werkstatt“.

Ein paar Bücher habe ich von ihr schon gelesen und sie bei den „Wilden Worten“ und auch bei anderen Veranstaltungen gehört und so war ich jetzt auch erstaunt, über ihren 2016 bei „Wortreich“ erschienen Roman, der ja sehr realistisch ist.

Eine Mischung aus Autobiografie und Fiktion steht, glaube ich, auch im Klappentext und es geht, glaube ich, auch um ihren Vater, der tatsächlich in Teneriffa verunglückt ist.

Im Buch geht es aber um viel mehr, denn Erika Kronabitter vermischt gekonnt, eine Familiengeschichte mit einem ungeklärten Kriminalfall, der vielleicht keiner war, ein reales Flugzeugunglück kommt vor und die zeitlichen Abfolgen werden auch immer wieder vermischt, so daß das Lesen sehr spannend bleibt.

Mal sind wir in den Neunziger-, mal in den Fünziger-, mal in den Achtzigerjahren und nach und nach führt uns Erika Kronabitter in ihre oder in die Familiengeschichte von Elena ein, die ihren Vater in Tenariffa unter merkwürdigen Umständen verloren hat.

Jetzt fliegt sie hin, um über sein Schicksal Näheres zu erfahren, wird aber durch ihre Flugangst sehr behindert und sie denkt auch an Hanna, ihe Mutter, die vom Land in die Stadt gegangen ist, um dort Beppo, einen Lebenskünstler kennenzulernen.

Leider war der aber schon verheiratet und konnte sich von seiner Frau nicht trennen, so verließ Hanna ihn, zog mit ihren zwei Kindern wieder aufs Land zurück, um sich dort doch zu verheiraten.

Elena forscht aber dem Schicksal ihres Vaters nach, denn dessen Todesumstände sind rätselhaft und werden in den Dokumenten auch fehlerhaft wiedergegeben und so erfahren wir von Beppo, beziehungsweise seinem Freund Larek, der von ihm den Auftrag bekommen hat, für einen alten Grafen zu sorgen.

Larek soll ihn für ihn  bis zu seinem Tod pflegen und dann sein Schloß erben. Aber der lebenslustige alte Herr macht ihm einen Strich durch die Rechnung, will nicht sterben, sondern sein Geld lieber in ein Anti Aging Programm investieren, was ihn vielleicht unsterblich macht.

So unterschiebt Larek ihm bei einem Herzanfal das falsche Medikament. Der Graf stirbt, Larek verkauft das Schloß und investiert in Teneriffa und der Elektriker Beppo soll auch dorthin kommen und seine Wohnbauanlagen ausstatten und stirbt vielleicht, weil er auf Lareks Geheimnis gekommen ist.

Erika Kronabitter deutet nur an, macht Wendungen, zieht Schlingen, geht vom Krimi wieder in die Familiengeschichte zurück, läßt alle offen und am Ende könte alles anders gewesen sein oder auch nicht.

Das Geheimnis wird nicht geklärt und ich habe jetzt eine sehr realistische Erika Kronabitter kennengelernt, deren Schreibweise mich manchmal fast an den Ton von Ruth Aspöcks Familiengeschichten erinnert hat und mit der ich in Bregenz auch über ihr Buch sprechen konnte, in das sie mir, beziehungsweise für das „Literaturgeflüster“, für das ich es ja bespreche, auch eine liebe Widmung hineingeschrieben hat.

2017-04-17

Der Liebesdilettant

Noch ein Buch aus dem „Wortreich-Verlag“ und eine Entdeckung eines wahrscheinlich nicht so bekannten oberösterreichischen Autors.

Dabei habe ich den1961 in Bad Ischl geborenen Andreas Tiefenbacher, der deutsche Philologie studierte, in Wien und in  Bad Goisern lebt und seit 1995 bei der GAV ist, schon bei mindestens einer Lesung gehört.

Thomas Bernhard läßt grüßen, könnte man bei der zart melancholischen Geschichte über den jungen Wenzel Wurm, zitieren, die Bücherliebe, ein Thema, das mir ja auch sehr vertraut ist, wenn ich es auch wahrscheinlich ganz anders verarbeite, taucht auf, die anbeblich so Wienerische Todessehnsucht und noch vieles anderes.

Wenzel Wurm, man beachte den wahrscheinlich nicht zufällig gewählten Namen, ist achtundzwanzig und lebt als Zivildiener im Salzkammergut. Er hat ein Germanistik und Kunstgeschichtsstudium hinter sich, lebt bei einer Freundin namens Marion, die ganz anders ist als er, nämlich schnell und sportlich, während er als Rettungsfahrer durch die Gegend fährt und am Leben scheitert, sich in dieses nicht hinein traut, ihm nicht gewachsen ist, etcetera.

Ein sehr bekanntes und beliebtes Klischee könnte man meinen, vielleicht ist es auch nur eine ganz normale Entwicklungsstufe, die die jungen Menschen in das Leben machen. Zuerst kommt die Schule und das Studium, dann der Zivildienst oder das Heer bei den Männern. Eine Freundin braucht man auch und wenn man da nicht entsprechend hart genug, sondern sensibel ängstlich oder schüchtern ist, kommt es leicht zum sogenannten Scheitern.

In der Literatur muß man das Normale, das, was wahrscheinlich in der einen oder anderen Form alle durchmachen, natürlich entsprechend überhöhen und verstärken.

So zitiert der Germanist Tiefenbacher Arthur Schnitzer und meint, er hätte Wenzel Wurm, einen Liebesdilettanten genannt.

Aber zuerst wird einmal ein wahrscheinlich ganz normaler Arbeitsalltag des Zivildieners geschildert, der alte Leute zur Dialyse fahren muß oder auch mal zu einem Unfall gerufen wird. Als Zivildiener bei der Rettung sieht man wahrscheinlich viel, was man mit Neunzehn oder auch schon mit Achtundzwanzig vielleicht nicht so leicht verkraften kann. So kauft sich Wenzel nach dem Arbeitstag eine Kiste Bier, verzieht sich damit auf dem Balkon. Die Freundin ist natürlich nicht zu Hause, geht danach in die Badewanne und schneidet sich die Pulsadern auf. Als Zivildiener bei der Rettung weiß man natürlich, wie das richtig geht, dennoch ist Wenzel so betrunken, daß der nicht tief genug trifft, so findet ihn die Freundin. Er wird gerettet, wird, nachdem er verspricht sich psychotherapeutisch behandeln zu lassen, auf dem Spital entlassen und kann weiter bei der Rettung arbeiten.

Der Zivildienst ist auch bald aus und so beschließt Wenzel, um seine Beziehung zu retten, Marion auf eine Reise nach Griechenland einzladen. Die Rettung bleibt aber aus, denn Marion läßt ihn allein am Strand mit seinen Büchern liegen, trifft sich vielleicht mit anderen Männern. So kneift er aus, fährt zurück, sucht in Wien seinen Freund Konstantin auf und fragt ihm ob er vorläufig bei ihm wohnen kann?

Das geht, denn Stani kann nicht nein sagen. Wenzel braucht aber trotzdem einen Job und eine Wohnung, fängt, obwohl ja Germanist zuerst bei „Thalia“ am Westbahnhof, als Verkaufsberater an. Verdient dort aber nicht genugt, so wechselt er ins Musikhaus Döblinger und im Lentos in Linz bewirbt er sich auch.

Dabei trifft er im Zug auf eine Schöne, die er sich nicht recht anzusprechen traut. So gibt er wochenland Announcen auf, um sie zu finden. Trifft sie dann auch in einem Konzert wieder und als sie zu Ostern in die Musikalienhandlung kommt, um nach einem Lied zu fragen „Bist du bei mir geh ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh“, eine Arie von Bach, kneift er wieder aus, verläßt den Landen und rennt davon. So weit, so what.

Er wird entlassen, fängt an Rezensionen zu schreiben, eine Wohnung hat er inzwischen auch gefunden und geht in Internetforen, wo er verschiedene Frauen trifft, deren Liebschaften und das Scheitern mehr oder weniger genau beschrieben werden.

Rückblenden in die Kindheit, zu der schlagenden Mutter und den Großmüttern gibt es auch und dann tauchen kurz eine Nadja, eine Lea, die sich aber Cosima nennt auf, bis es ein Kapitel über eine Franka oder Franiska gibt, die eine Liebe zu einem Italiener hat, nach dem sie ihren Zwerghasen nennt.

Zu der beginnt er eine Beziehung, die ziemlich kompliziert verläuft. Sie tötet seinetwegen auch ihren Hasen, den sie dann weinend am Donauhafen versorgt, magert ab, und macht noch allerlei, was meiner Meinung nach viel zu flüchtig erzählt wird, bis sich dann Wenzel in der Berndhardschen Manier aus dem Fenster  und auf einen Lastwagen mit Textilplane stürzt.

Das hat sein Schutzengel für ihn arrangiert, daß ihm nicht viel passiert. Das Leben geht wahrscheinlich weiter, das Buch ist aus und ich habe dank „Wortreich“ eine sehr interessante Entdeckung eines nicht so bekannten österreichischen Autors gemacht, denn mir hat die Schilderung eines eher schüchternen jungen Mannes und sein Weg in das Leben sehr gefallen, obwohl ich wahrscheinlich zwei Bücher daraus gemacht hätte.

Das erste hätte den Tag als Zivildiener,  seine Arbeits- und Liebessuche in Wien, das alles eher episodenfhaft beschrieben, umfasst. Das zweite Buch wäre eine genauer ausgeführte Beziehung zu Franka geworden. Ein bißchen hätte ich das Buch von den Klischees und literarischen Anspielungen befreit, obwohl die wie Wenzel in das Gasthaus Blauensteiner strümt und dort Fotos von Hermann Schürrer und Heimito von Doderer sieht und dazu Anekdoten erzählt, sehr interessant ist und das zuviel an den Geschehen und  Zufällen weggenommen.

Aber sonst hat mir das Buch des oberösterreichischen Autors gefallen und kann es jeden, der sich für die österreichische Literatur abseits von Bernhard und Schnitzer interessiert, empfehlen.

Erich Hackl hat dazu noch: „Tiefenbacher ist ein unerbittlicher Chronist der Ungleichzeitigkeit, der Tatsachen also, dass der Alltag der Menschen nicht mit ihren Wünschen und Trieben Schritt hält“, auf den Buchrücken geschrieben.

2017-04-14

Ich Dylan Ich

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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In Leipzig  hat mir der „Wortreich-Verlag“ ein paar Bücher mitgegeben, darunter die 2015 erschienene Thomas  Dylan Hommage des 1954 in Rostock geborenen Peter Wawerzinek, von dem inzwischen bei „Transit“ „Bin ein Schreiberling“ erschienen ist.

Der Bachmannpreisträger von 2010 hat darüber am blauen Sofa diskutiert und interessant, daß er dabei etwas erzählte, was auch in „Ich Dylan Ich“ vorkommt.

Nämlich, daß er, der in einem Waisenhaus aufgewachsen sist, weil seine Mutter 1956,  die Kinder in der Wohnung zurückgelassen hat, um in den Western zu gehen, dann von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde und dort in der Lehrerwohnung zwei Erfahrungen machte. Im Keller hat er nämlich die Literatur entdeckt, im Wohnzimmerschrank der Lehrer standen dagegen nur einige Lexika und Gesundheitsbücher und Alkohol hat er  da auch zu trinken angefangen.

Er hat dann auch noch im Radio eine Entdeckung gemacht, nämlich Gedichte des walisischen Dichters Thomas Dylan, der übrigens an meinem Geburtstag, den 9. 11. 1953, gestorben ist.

Von da an war er ihm verfallen und hat in seinem Sinn zu  dichten angefangen, auch davon ist wahrscheinlich in dem neuen Buch zu lesen, zumindest hat Peter Wawerzinek in Leipzig ein paar seiner Stehgreifgedichte vorgetragen.

Später als er dann erwachsen und die Mauer schon gefallen war, durfte er nach Wales, seinem Idol nachreisen und hat das, mit einigen Freunden, weil man allein nicht reisen soll, auch mehrfach getan.

Nach Swansea, dem Geburtsort des Dichters ist er mit seiner Freundin gefahren, hat dort sogar in dem Haus gewohnt und in den Kleidern des Dichters in seinem Bett geschlafen.

Das soll man aber nicht, denn er Schlaf war, wie Wawerzinek schreibt, der übrigens, was ich, obwohl ich  2010 für ihn stimmte und daher ein Teilchen dazubeigetragen habe, daß er auch Publikumspreisträger geworden ist, so genau noch gar nicht wußte, ein ausgezeichneter Schreiber ist, der die Töne ganz genau trifft, beschreibt, sehr unruhig.

So hat er die Kleider des Idols wieder ausgezogen, das Zimmer gewechselt und dem Dichter weiter nachgereist, nach dem sich Bob Dylan, der Nobelpreisträger von 2016 übrigens genannt haben soll und dessen Werke von Erich Fried in Deutsche übersetzt wurde.

Ich bin, was sich jetzt rächt, keine Pop-Poetin, so war mir der Name des Dichters, der an dem Tag gestorben ist, als ich zur Welt kam, bisher ziemlich unbekannt.

Peter Wawerzinek, der auch Stadtschreiber von Klagenfurt war und 2015, die diesbezügliche Festrede gehalten hat, führte mich aber in sein Leben ein, reiste zu den Schreiberhütten, die er bewohnt, erzählt von seiner Frau Caitlin, der er kein guter Gatte war und auch auf seine Kinder nicht besonders schaute, obwohl er gut verdiente, mit dem Geld aber nicht umgehen konnte und zu Tode hat er sich 1953 auch gesoffen.

Das ist auch eine Verbundenheit mit seinem Autor, hatte ja auch Peter Wazerinek Alkoholprobleme und darüber geschrieben und er meinte auch, daß er wenn er eine tötdlich Diagnose bekommen würde, an Meer reisen und dort achtzehn Whiskys trinken würde.

Thomas Dylan hat aber die Whiskys, die er nicht mehr vertragen hat und daher ins Koma fiel, in New York City getrunken und ich denke, daß mein Körper, wenn er Krebs hat, soviel Alkohol auch schon vorher auspeien würde.

Ein schönes Bild und auch das der Fürsorge, die Wawerzinek hat, der meint, daß er, wenn er könnte, zu dem Dichter reisen würde,  vom Trinken abhalten und ihm eine bessere Erhährung beibringen würde, ist sehr schön.

Ich bezweifle aber, daßes funktionieren würde. Der Dichter würde sich wohl auch von seinem Dichterkollegen nicht abhalten lassen, ihn wahrscheinlich eher mitreißen, mit ihm die  achtzehn Whiskys zu trinken.

Denn das  unterscheidet die Genies wahrscheinlich doch von den Normalmenschen, daß sie nicht Maßhalten können und sowohl geniale Verse schreiben, als auch sich selbst ruinieren.

Der Vergleich zu Till Eulenspielel, Dyl Ulenspiegel kommt auf und Peter Wawerzinek hat mich, wofür ich ihm sehr danke, den  1914 geborenen Dichter  nähergebracht, dem „Wortreich-Verlag“ von dem ich eigentlich dachte, daß er nur österreichische Autoren verlegt, danke ich natürlich auch dafür und ehe ich es vergessen,  Raben dürften sowohl bei Wawerzinek, als auch bei Thomas Dylan eine wichtige Rolle gespielt haben.

So heißt, das Buch mit dessen Ausschnitt, Wawerzinek, 2010 den „Bachmannpreis“ bekommen hat, ja „Rabenliebe“ und das Cover von „Ich Dylan Ich“, ist ein Gemälde, das die Künstlerin Alice Haring angefertigt hat.

2016-02-15

Wortreich-Verlagspräsentation

Es gibt einen neuen österreichischen Klein-oder Mittelverlag, das „Wortreich“, der in seiner dritten Saison im „Thalia“ auf der Marihilferstraße heute sein Frühjahrsprogramm und da drei GAV-Autoren vorstellt.

Sehr voll in dem Cafe im ersten Stock, „Fellows“, heißt das jetzt, die letzten Male war ich, glaube ich dort als Thomas Raab und Eva Rossmann ihre neuen Krimis vorstellten und mir „leselustfrust“ die gewonnene „Kafka-Schokolade“ brachte, jetzt viele GAV-Kollegen, die wahrscheinlich auch dort verlegen wollen oder das schon haben.

Christa Nebenführ, Patricia Brooks, Melamar, Elfriede Haslehner, Helmut Rizy, Hans Jörg Liebscher, Bettina Balaka,  betätigte sich, glaube ich, als Lektorin etcetera und Leute aus dem Lesetheater, denn eine der Autorinnen ist Judith Gruber-Rizy, die von der „Bibliothek der Provinz“, „Art Science“, „Limbus“, etcetera, jetzt hier landete und ob ihre Protagonistin jetzt wieder „Rosa“ heißt, weiß ich nicht so genau, denn der Roman hat eine Ich-Erzählerin“, zuerst teilte aber ein junger Mann Verlagszetteln aus, mit denen man später eines der Bücher gewinnen konnte und eine Musikeinleitung gab es auch, denn Heinrich Steinfest soll einmal gesagt haben, das Schlechte an der Literatur ist, daß es keine Musik gibt, also gab es eine, dann stellte der junge Mann, die sehr selbstbewußte Verlagsleiterin vor und Judith Gruber Rizys „Der Mann im Goldrahmen“.

Da geht es, glaube ich, um eine Fotografin, eine Frau auf jeden Fall, die sich, nachdem sich ihr Sohn David in eine WG verkrümeln will, ein Jahr in ein Sommerhaus am Land zurückziehen will, um dort ihr Leben zu überdenken und jeden Tat auf dem Fenster den Kirschbaum und den Kirchturm zu fotografieren.

Sehr langsam und bedächtig, das ist, glaube ich, auch eine Stärke von Judith Gruber Rizy und so erzählt sie von einem Mann der Kiesel in einen grünen See warf und von dem sie zwei Fotos, eines in der Wohnung und eines in dem Sommerhaus, geschossen hat.

Als es richtig spannend wurde, hörte sie auf und der zweite Autor ist der GAV-Kollege Friedrich Hahn, der in der „Alten Schmiede“ auch die „Textvorstellungen“ moderiert und der schon über dreißig Bücher hat und mich auf die Idee brachte zu meinen sechzigsten Geburtstag meine dreißig zu präsentieren, denn das hat er zu seinem dreißigsten auch so gemacht.

Sein Roman heißt „Von Leben zu Leben“ und da treffen sich zwei Männer, um sich ihr Leben zu erzählen. Das heißt, der einen tut es dem anderen, der offenbar sein Ghostwriter ist, einen Goldfisch gibt es auch, beziehungsweise zwei, esinen Tumor im Kopf und beim Begräbnis des einen, geht der andere mit seiner Frau offenbar ins Bett.

So sind die starken Männer halt, könnte man unken, während sich die Frauen zurückziehen und reflektieren, aber ich habe ja nur Auszge gehört und bei der Verlosung natürlich nichts gewonnen und der dritte vom Hermann Knapp, auch ein Oberösterreicher, der, glaube ich, für die NÖN schreibt und der von mir in die GAV aufgenommen wurde, als ich dort einmal in der Aufnahmejury war, wurde vom Verlag als der schrägste des Jahres oder des Jahrhunderts,  angekündigt „Der Tote, der nicht sterben konnte“, „präzise, sensibel,skurril, brutal“ und vielleicht auch ein bißchen absurd.

Da gibt es einen Schweine-, eine Vogel- und einen Kakerlakenvirus und wenn die drei sich mischen, wird man zum Untoten und so wacht der Held mit zerfetzten Bauch, Leber, Gedärmen, nach einem Autounfall im OP auf, der Chirurg rauft sich die Haare, gibt ihm zum Sterben Zeit, es geht und geht nicht, so flickt er ihm notdürftig zusammen und nach Amerika in die Gangsterhöhle führt es den „Ambrosianer“, nach dem Supervirus genannt, dann auch.

Dann gab es noch ein Konzert von Oliver Steger und Lorenz Raab, ein bißchen Wein und was zum Knabbern und viele Gespräche. Beim Bücherschrank habe ich dann den Josef getroffen, der mir erzählte, daß er in der „Gesellschaft für Literatur“ beim Thomas Stangl war.

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