Literaturgefluester

2020-01-13

Susanne Toth bei den wilden Worten

Susanne Toth

Susanne Toth

Die 1964  im Mittelburgenland geborene Susanne Toth habe ich, soweit ich mich erinnern kann, bei der „Poet Night“ kennengelernt, wo sie, glaube ich, regelmäßig liest.

Dann habe ich einmal ihr bei der „Edition Lex Liszt 12“ erschienenes Bändchen  „gebruchs/gut. Oberfläche“ gefunden, wo man schon am Titel den experimentellen Sprachstil erkennen kann und sie im Vorjahr mindestens dreimal gehört, beim Kronabitter-Geburtstag, beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ und im Cafe Westend bei der von Luis Stabauer und Erika Kronabitter initiierten Lesereihe und da ist mir ihr Performstil aufgefallen und, daß sie auch auf Englisch gelesen hat und jetzt Gast bei den „Wilden Worten“ aus dem Band „Wir sind“ in dem, wie Richard Weihs einletete, nicht nur zweisprachige Texte, sondern auch Fotografien enthalten sind und man konnte dann gleich wieder Susanne Toths Performance bewundern, die musikalisch aufgetreten ist, bei manchen Texten aufgestanden ist, manches wiederholte, manchmal auch zwischendurch einiges erzählte, zum Beispiel, daß sie durch die englischen Sprache zu ihrem Schreiben gekommen ist und sehr beeidruckend war das Gedicht von dem wunderschönes Tod „Der Tod ist wunderschön“, was ja etwas was ist, was ich so noch nie gehört habe.

Richard Weihs

Richard Weihs

Anschließend wurde der  Vortragsstil sehr gelobt. Susanne Toth forderte zum Bücherkauf auf und ich habe mir wieder etwas Politisches mit der gesamten Farbenlehre, wo jetzt ja auch das Lila dazukommt, als Gedicht gewünscht und bei dem letzten vom Dezember kann ich mir überlegen, ob ich es für das „Fräulein No“ verwendet ist, weil meine Obdachlose ja weiblich ist und aus dem „Fräulein No“ ein „No Fräulein“ geworden ist:

„Kurz vor fünf imNachtcafe

spricht der verwahrloste Obdachlose

mit bierausdünstenden Atemstößen

die bildhübsche Schauspielschülerin an:

No Fräulein, wia warat`s mit uns Zwaa?

Entgeistert blickt ihn da das Mädchen an:

„Ja was soll denn bitte sein mit uns Zwei´n?“

„No, eh nix“, grummelt da der alte Sandler.

„Nix für unguad – haum` S an Tschik fia mi?“

Thomas Northoff, der Conni, Ottwald John, Fritz Nußbaum, den ich auch vorige Woche im Literaturhaus getroffen habe und noch einige andere waren da.

2018-11-12

Angelika Stallhofer bei den Wilden Worten

Angelika Stallhofer

Angelika Stallhofer

Nach der intensiven vorigen Woche, mit drei Lesungen, der österreichischen und der europäischen Buchpreisverleihung und Buch-Wien ist es heute gleich weiter mit der Literatur gegangen. Zwei Termine standen zur Auswahlt.

In der „Alten Schmede“ wurde Vladimirs Vertib neuer Roman „Viktor hilft“ vorgestellt, den ich schon auf der „Buch-Wien“ auf der „Standard-Bühne“ hörte, das Buch aber nicht habe und Richard Weihs stellt die 1983 in Villach geborenen Angelika Stallhofer mit ihren Debut „Adrian oder Die  unzählbaren Dinge“ vor, wo ich das Buch in meinen Regalen liegen habe, die Autorin aber noch nicht kannte.

Ich entschied mich für Richard Weihs und seine „Wilde Worte“, von dem ich mir das letzte Mal ein Gedicht für die „Magdalena Kirchberg“ gewünscht habe, traf Luis Stabauer und noch ein paar bekannte Gesichter dort. In dem Buch geht es um den Werbetexter Adrian, der mit einer Autorin namens Anna zusammenlebt und offenbar immer mehr in die schöne Smartphone Welt abgleteitet.

Bei der Diskussion gab es keine Fragen aus dem Publikum, dafür vom letzten Mal achtzehn Wunschgedichte. Eines davon war, wie beschrieben meines, das mir auf dem ersten Blick gar nicht so passend erschien:

„Magdalena Kirchberg sag was tust du da? Seit Stunden schon

sitzt du an der Kreuzung in deiem weißen BMW und bloggst

einen Roman von ungeheurer Länge in dein schwarzes Smartphone!

Sag siehst du nicht? Die Ampel springt von Rot auf Grün auf Rot

und bald schon, Magdalena Kirchberg, bald schon bist du mausetot.“

Das ist nicht so ganz das, was meiner Magdalena Kirchberg in meinem Roman widerfährt, von dem ja seit Anfang November, der absolute Rohtext steht und jetzt korrigiert werden sollte. Dann dachte ich beim Hören aber, vielleicht passt es doch und kann  als Neugiermacher verwendet werden.

Einen freien Wildbahn-Leser gab es auch, der unter einem Pseudonym aufgetreten ist, Gedichte las, die Zettel dann auf den Boden rieseln ließ und den ich schon bei der letzten Sprachkunstlesung im Literaturhaus hörte.

Waren sehr spannend die heutigen „Wilden Worte“ jetzt muß ich das Buch noch lesen, was allerdings noch ein wenig dauer wird, weil ich derzeit noch beim Wollf Wondratschek bin. Das Cover, das ein „Botticelli-Motiv“ zum  Inhalt hat, gefällt mir aber, das kann ich schon verraten, nicht so sehr!

2016-06-13

Ein Souvenier

Jetzt habe ich schon einige Andeutungen gemacht, daß ich mir aus dem heurigen Kroatien-Urlaub, die Idee für meinen neuen Roman mitgebracht haben könnte und höre schon meine Leser schreien „Schreib nicht soviel! Jetzt muß ja erst noch „Paul und Paula“ kommen, der „Adventkalender“ ist noch nicht fertig korrgiert und bei den „Berührungen“ bist du  noch mitten in der Arbeit und dann schreibst du auch immer davon, daß du ausgeschrieben bist!“

Ja, war bei den „Berührungen ein bißchen so und wenn man es kritisch sehen will, könnte man sie eine konstruierte Geschichte nennen und dann bin ich mit meiner Büchertasche nach Koroatien gefahren, habe die sehr poetischen Geschichten der Mariza Bodrozic und der Jagoda Marinic gelesen und irgendwann schon vorher gredacht, daß der Thomas Wollinger ja auf Kroatien auf Schreiburlaub fährt oder sich dort mit seiner Schreibgruppe trifft.

Die Ana Zinar vom Writersstudio bietet Schreibworkshops in der Toskana an und ich habe eigentlich gar nicht daran gedacht in Kroatien zu schreiben, zumindestens habe ich mir meine Manuskripte nicht migenommen. Wohl aber das graue Skizzenbuch, das mir der Alfred einmal schenkte und habe da meine Reisenotizen hineingeschrieben und mir auch gedacht, daß das viel zu dick für die drei Wochen Urlaub ist und, daß ich es wahrscheinlich noch das nöchste Mal dafür verwenden könnte und dann sind mir irgendwann, ich weiß nicht mehr wie, wo und wieso drei Namen „Claire- Klara -Clarisse“ eingefallen und habe sie in das Buch hineingeschrieben.

Als wir das zweite Mal in Trogir am Campingplatz ankamen und der Alfred uns Registrieren ging, habe ich gerade das Camping-Kapitel der Jagoda Marinic gelesen und da ist mir eingefallen, daß auf dem Campingplatz Rozak sehr gut eine dBp Jurorin den Sommer verbringen und ihre Vorschläge für die Longlist erstellen könnte und wenn ihr dabei noch Jagoda Marinic über die Schulter schaut…

Aber die geht ja nicht campen. Dann habe ich die „Gebrauchsanweisung“ ausgelesen und mit der Marica Bodrozic angefangen und wir sind weiter nach Zadir gefahren und da habe ich von einem Zauberer geträumt, der ein kleines Mädchen mit einem roten Luftballon von seiner Mutter weglockt und sie einer anderen Frau übergibt und die Geschichte oder die  Idee daztu ist enstanden und ich habe die nächsten Tage in mein kleines graues Buch geschrieben, so daß ich das fast voll zurückbringe und darin stehen die Notizen für meinen nächsten Roman, den ich beim nächsten „Nanowrimo“ scheiben könnte oder vielleicht schon früher, wenn man rechnet, daß ich für das Korrigieren der „Berührungnen noch den Sommer brauche werde.

Dann könnte ich im September damit anfangen und den „Nanowrimo“ auslassen oder was anderes schreiben, schummeln, korrigieren, etcetera….

Die Klara Winter ist jedenfalls eine dBp-Jurorin und Redakteurin bei der FAZ. Mit Achtzehn hat sie ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, dann hat sie Literaturwissenschaften studiert, ist von dem Redaktuer Eduard gefördert worden, der auch der Vorsitzende der Jury ist, aber der hat sie vielleicht mit der ehrgeizigen Kollegin Karoline betrogen oder sie sie mit ihm.

So ist Klara mit ihrem Laptop, einer Kaffeemaschine, dem E- Bookreader und einem abgeschalteten Handy im blauen Bus nach Trogir aufgebrochen, sitzt dort vor ihrem Zelt und heult oder sie geht in die Stadt, pflückt dort wilden Lavendl, findet vor der Moncao-r einen zweihundert Kunuarschein und noch ehe sie weiß, was sie damit machen soll, wird sie von Sergej, dem Barbesitzer, einem Exilrußen, Saxophonspieler und Bootsbesitzer angesprochen und der stellt ihr später seine Lieblingscousine Clarisse vor, die die Managerin der Splitter Filmfestspiele ist. Die sieht Klara in einem Restaurant sitzen, Kaffee zu Salat und Tee zur Suppe trinken,  sieht sie dann aufs Klo verschwinden. Denkt  sie ist eßgestört Sergej erzählt ihr von ihrer schweren Jugend und von seiner Großmutter, die 1917 aus Rußland flüchtete und ihre Sommer in Ragusa verbrachte, erzählt er ihr auch.

Da hat Klara schon von dem Zauberer geträumt und ihre Biografie ist, daß sie ihrem Bruder Alex, als sie drei war und er acht durch einen Radunfall verloren hat. Seither haben sich ihre Eltern, die Mutter Lehrerin, der Vater Banker nicht mehr so um sie gekümmert und Clarissa erzählt von ihrer verschwhundenen Schwester Claire, die ihre Eltern zum Trennen brachte, so daß sie fortan bei den Großéltern aufgewachsen ist.

Eine Hochzeit in der Monaco Bar von der anderen Cousine Zusanna gibt es auch, wo Sergej Saxophon spielt, eine Möwe, die sich in ein Plastiksackerl verwckelt und von Sergej gerettet wird und noch vieles anderes, das ich mir in mein graues Buch notiert habe.

Karten, Bilder, Prospekte über Split und Trogir liegen auch dabei. Die werde ich sammeln, das Buch damit ausstatten und das Souvenier solange aufheben, bis es soweit ist, daß ich zum Schreiben meines nächsten Sommerromans im November oder so komme.

„Bora“ kann ich dann wieder lesen und es ist ein sehr schönes Souvenier, daß ich mr da von meinen Koatienurlaub mitgebracht habe.

Von Schreiblockade keine Spur, obwohl das fällt mir jetzt ein, mein Wunschgedicht vom letzten Mal, das ich von Richard Weihs bekommen habe, das ist auch sehr interessant.

„Schreiblockade“ und „Literaturarchiv“ habe ich mir da ja gewünscht, weil ich vor der letzten Veranstaltung mit dem Alfred dort war.

Interessant, was  Richard Weihs dazu gedichtet hat, vielleicht könnte ich das Gedicht sogar als Motto vor dem Roman stelen, wenn der einmal geschrieben ist:

„Da steh ich da und steh auch voll daneben:

Mit Schreibblockaden kann ich aber leben.

Nur eines kränkt mich dabei wirklich tief

So komm ich nie ins Literaturarchiv!

Passt irgendwie oder nicht und mal sehen, wie es mit dem Souvenier weitergeht. Sonst habe ich zwei Leiberl, eine Hand voll Lavendl, wilden Rosmarin, ein Lavendlsäckchen und ein schönes kleines Schreibeheft aus einem dieser mondänen Geschäfte,  als Souvenier mitgebracht.

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