Literaturgefluester

2017-10-17

Miniaturen und eine kurze Erzählung

In der „Alten Schmiede“ gab es heute wieder ein Doppelprogramm und ich habe die Hälfte versäumt, weil eine sechs Uhr Stunde. Aber dann kam der 1977 in Wien geborene Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich schon einige seiner bei „Jung und Jung“ erschienenen Bücher gelesen habe und in einem hat mich, glaube ich, eine Stelle, wo eine Schulklasse in Mauthausen  beim MC Donald`s sitzt und sich über den Schrecken des KZs hinweglacht, sehr beeindruckt.

Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von dem Autor gelesen und gehört. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Im Vorjahr hat er mit Hanno Millesi, dem heurigen „Priessnitzpreisträger“ eine Ausstellung im Literaturhaus über Literaturzeitschriften der Siebzigerjahre kuratiert und ein entsprechendes Buch herausgegegen und diesmal war die „Alte Schmiede“, als ich sie eine Viertelstunde früher betreten habe, sehr leer.

Das  stimmt auch nicht ganz, Gerhard Jaschke, Alice Harmer, Thomas Northoff habe ich später gesehen und Markus Köhle, der ja auch zu Zeitschriften forscht, hat eingeleitet und erklärt, daß Xaver Bayer, der sich seit ich ihm das letzte Mal gesehen habe, optisch sehr verändert hat, aus zwei Büchern lesen würde.

Nämlich aus dem Miniaturband,“Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich“, das sind Alltagserlebnisse und Alltagsbeobachtungen, erzählt in schöner Sprache und dann aus der bei „Haymon“ erschienenen Erzählung „Atlas“.

Das ist ein sehr dünnes Bändchen, so an die zwanzig Seiten, die machen das, glaube ich, manchmal und Markus Köhle erzählte noch etwas, daß da einer sich auf einem Atlas Phantasien herbeizaubern würde und es um Flucht ginge.

Das stimmte dann gar nicht, es geht eher, um Religion erläutete der Autor und las dann fünf Miniaturen vor, die damit in Zusammenhang stünden und dann eine sehr skurille, phantastische, märchenhafte Geschichte, von einem Mann , einem Obdachlosen, der sich in eine verfallene Kirche im Wald zurückgezogen hat, dort den Altar mit einem mumizifierten Reh und einem Sack Spielzeuge, die er aus einer Mülldeponie gezogen hat, schmückte. Denn er war vorher Innenraumaustatter und eines Tages komt ein Mann in die derart geschmückte Kirche, setzt sich vor dem Beichtstuhl und erzählt eine ähnlich verworrene Geschichte, wie er einen Kunden besuchen wollte, aber weil sein Auto kaputt war mit einer Kutsche fuhr, wo das Pony hinten angehängt war, er bei einer Rastätte halt machte, die auch schon ziemlich verfallen war, es kam auch niemand, um ihn zu bedienen und auf einmal zog ein Zug vorbei und alles war weg und lag in Trümmern.

An dieser Stelle hat Xaver Bayer zu lesen aufgehört. Man kann das ja selber nachlesen, wie das immer so schön heißt. Es gab dan auch ein Gespräch, wo sich keiner mit Fragen meldete.

Dabei hättte ich wahrscheinlich viele gehabt, aber die fallen einer erst später ein. So las Markus Köhle nur noch einen Satz, aus den Minaturen, glaube ich  vor, daß das Publkum keine Fragen hätte oder so und schloß die Veranstaltung  und ich habe mich noch ein bißchen am Büchertisch umgeblickt. Beziehungsweise versucht, die paar fehlenden Seiten noch weiterzulesen. Hatte dann aber auch keine rechte Lust dazu und Gerhard Jaschke hat mir das „Feribord 29″, Gedichte von Sophie Reyer gegeben und die habe ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ gehört.

Mein Notizbuch, in dem ich ja immer alles mitchreibe, habe ich diesmal zum Mitnehmen vergessen, so habe ich mir die Noizen diesmal auf einem der bunten Kärtchen, wo sich Herbert J. Wimmer ja immer Gedanken über das Gegenwartsgeschehen, nämlich der „Gegenwartskarte“- „dezent rezent rezent dezent“ gemacht.

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2016-09-27

Ausflug in die Siebzigerjahre

Da habe ich ja literarisch zu schreiben angefangen, das heißt so ungefähr ab 1971 geplant, nach meiner Matura werde ich sowohl schreiben, als auch Psychologie studieren und 1973, in dem Sommer, in dem sich auch die GAV gründete damit angefangen, an Literaturzeitschriften habe ich aber, da nur sehr vereinzelt und sehr spät zu schicken angefangen.

1978, glaube ich „Die Einladung zum Tee“ der Monika Jensen und dem Gerhard K. gezeigt, die beide sehr energisch „Das ist nicht gut!“, sagten, was mich sehr getroffen hat und ich noch immer nicht ganz glaube.

Die Monika hat mich aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, gebracht, das war eine Intiative des „Bundes demokratischer Frauen“, die sich nach einem Vortrag „Warum Frauen schreiben?“,gebildet hat.

Da habe ich Marie Therese Kerschbaumer, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Erika und Bärbl Danneberg und noch einige andere Frauen kennengelernt und, die am 31. August 1936 geborene Marie Therese Kerschbaumer, die heuer also achtzig wurde, hätte heute in der „Gesellschaft für Literatur“ eine Veranstaltung gehabt.

„DER WEIBLICHE NAME DES WIDERSTANDS – ein Abend für Marie Therese Kerschbaumer“ mit Lisa Fritsch, Petra Ganglbauer, Marianne Gruber,  Gerhard Jaschke, Erika Kronabitter und Julian Schutting, stand im Programm und ich wäre natürlich hingegangen.

Dann las ich vor ein paar Tagen aber zufällig auf der Facebook-Seite der „Gesellschaft“, der Abend entfällt und Gerhard Jaschke, den ich ja gestern in der „Alten Schmiede“, traf, hat es mir bestätigt, daß Marie Therese den Abend nicht gewollt hätte.

Nun sie ist nicht leicht zufriedenzustellen, das weiß ich schon aus den Zeiten, wo ich für die GAV-NÖ eine Veranstaltung in St. Pölten organisierte „Literatur mit Frauen“- ich glaube mit ihr, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Brigitte Guttenbrunner und mir.

Da hat sie gelesen und hat sich auch über das Interesse eines älteren Herrn gefreut, aber ganz problemlos ist diese Zusagen nicht gewesen und beim „Altweibersommer“ in der „Alten Schmiede“ hat sie schon nicht mehr mitgemacht, dazwischen war auch die Sache mit der Ohrfeige im Literaturhaus.

Ich wäre trotzdem gerne zu der Veranstaltung gegangen, ist es ja ein Teil meiner literarischen Vergtangenheit, habe von ihr den Roman die „Schwestern“ und noch einiges andere gelesen, den „Weiblichen Namen des Widerstandes“ nicht, war aber bei einigen Veranstaltungen und habe sie früher bei GAV und IG Veranstaltungen auch sehr regelmäßig gesehen.

Also ein bißchen enttäuscht und „Schade!“, gedacht, dann aber nach einem Parallelprogramm gesucht und da gab es zufälligerweise sogar ein sehr gut passendes, wie die Faust aufs Auge sogar, allerdings im positiven Sinn gemeint, denn im Literaturhaus veranstalteten gerade die sehr viel jüngeren Autoren Hanno Millesi und Xaver Bayer eine Ausstellung zum Thema „Austropilot – Lyrik und Prosa aus österreichischen Literaturzeitschriften der 1970 er Jahre, die habe ich mir vorige Woche schon angeschaut, aber heute gab es dazu die Präsentation einer gleichnamigen Anthologie, die im „Atelier Verlag“ erschienen ist und ich habe dort auch sehr viele Bekannte aus den Siezbziger Jahren oder so gesehen, Hans Jörg Zauner beispielsweise  oder Reinhard Wegarth, der mir sagte, daß er beziehungsweise seine Texte auch in der Anthologie enthalten sind.

Meine natürlich nicht, aber ich habe, glaube ich auch erst spät angefangen in den Literaturzeitschriften zu publizieren, erst nach 1978, da ich mit ihren ja auch durch den Arbeitskreis in Kontakt gekommen bin.

„Die Einladung zum Tee“, die ich bei meinem ersten Arbeitskreisesuch auch gelesen, beziehungsweise durch meine Freundin Elfi vorlesen ließ, weil ich mich damals noch nicht zu lesen traute, hätte auch im „Sterz“ erscheinen sollen. Da war auch eine Frau bei mir, die mir die Illustrationen dazu brachte.

Es ist aber nicht dazu gekommen. Aber in „Frischfleisch und Löwenmaul“, das ja von Nils Jensen, den ich auch durch den Arbeitskreis kennenlernte und Reinhard Wegerth gegründet wurde, ist „Einige Gründe derer, die nicht an der Demonstration teilnahmen“, erschienen, aber ich ersehe gerade auf meiner Publikationsliste, das war erst im Heft 33, 1982 und meine erste Publikation erschien, in der Stimme der Frau“, der KPÖ-Frauenzeitung im Sommer 1980.

Vorher hatte ich keine Publikationen, kann mich also nicht beschweren in der Ausstellung nicht vorzukommen, obwohl mir die dort präsentierten Zeitschriften „Fettfleck“, „Unke“, „Wespennest“, „Manuskripte“, etcetera sehr bekannt vorkamen.

Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich auch einige bei „Jung und Jung“ erschienene Bücher gelesen habe, leitete in seinem Vortrag  die Literaturlandschaft der 1970er Jahre ein, die sich nach dem Krieg frisch gebildet haben und in den wilden Siebzigerjahren begann auch die Literaturförderung, so daß es damals sehr viele Zeitschriften gab, meist hektografiert und von schlechter Qualität, die mehr oder weniger lang überlebten.

Die bekannteste Zeitschrift sind ja die „Neuen Wege,“ die es, glaube ich, schon seit den Sechzigerjahren gab. Die wurden vom „Theater der Jugend“ herausgegeben und zwei Nummern davon habe ich in Harland liegen.

„Lynkeus“, „Protokolle“, „Silberbote“, „Plan“, gab es vorher auch noch und dann natürlich die „Rampe“, in der Zeitschrift „Log“ hatte ich später auch einige Texte und in Gerhard Jaschkes „Freibord“, also eine sehr vielfältige Literaturlandschaft.

Xaver Bayer leitete ein, dann wurden Beispiele daraus gelesen und Auszüge aus Statements der Literaturzeitschriftengründer, wie Gerhard Ruiss, Gustav Ernst und Gerhard Jaschke gab es auch.

Dann Musik beziehungsweise einen DJ, der diese aus den Siebzigerjahren mixte, da setze ich wahrscheinlich aus, denn ich habe mich damals ganz brav nur für die klassische Musik interessiert und bin jede Woche in die Opter gegangen, habe hier also sicher eine Bildungslücke.

Bei der Litetraur ist das anders, denn ich habe, glaube ich, einige der präsentierten Nummern zu Hause, die man, wie Robert Huez betonte, auch in der „Dokumentationsstelle“ nachlesen kann und in der „Alten Schmiede gibt es ja auch einen Zeitschriftensaal, der von Markus Köhle betreut wird.

Nachher gab es wieder ein Buffet, mit Aufstrichen, Weintrauben und Mannerschnitten, das scheint jetzt neu zu sein und ist sehr angenehm und Gespräche, so habe ich mich lange mit Reinhard Wegerth unterhalten, der mich ja einige Male zu den „Textvorstellungen“ in die „Alte Schmiede“ eingeladen hat, die aber jetzt nicht mehr moderiert.

Ich habe auch versucht Xaver Bayer und Hanno Millesi nach einem Plakat, das auf eine GAV-Veranstaltung, die in Berlin zwischen einem  21. 4. und einem 2.5 leider ohne Jahreszahl stattfand, was die beiden mir aber auch nicht sagen konnten und nur schätzten, daß es ungefähr 1975 gewesen sein mochte, ja damals war man vielleicht auch noch etwas ungenau und das Plakat und die Zeitchriften kann man jetzt auf Flohmärkten oder Antiquariaten finden. Die Zeitschriften vielleicht in Bibliotheken lesen und manche Karrieren haben sich gebildet, manche literarische Stimmen sind verstummt, manche, wie ich ins Internet abgesiedelt und heute gab es noch eine dritte sehr interessante literarische Veranstaltung, nämlich Stephan Eibel Erzberg, den ich ja auch durch die GAV kenne, war wieder einmal in „Von Tag zu Tag“ und hat dort seinen neuen Gedichtband vorgestellt und El Awadalla, die ich auch vom Arbeitskreis kenne, hat angerufen und ihm dazu gratuliert.

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