Literaturgefluester

2019-05-12

Herzstücke

Filed under: Bücher — jancak @ 00:47
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Jetzt kommt wieder ein Buch, wie ich es liebe, ein Sachbuch über den Literaturbetrieb und die Autoren, zwar in der Theaterabteilung, der weiche ich ja meistens aus und lassen dann die Theaterstücke in den Bücherschränken liegen oder ich kaufe sie aus der Abverkaufskiste und ärgere mich dann darüber, weil ich sie wahrscheinlich nicht lesen werde.

Aber der1932 in Frankfurt geborene Karlheinz Braun war wohl ein Theatermann mit Herz und Seele und so heißt auch sein großes, über sechshundert Seiten Buch das bei „Schöffling“ erschienen ist „Herzstücke“ mit dem Untertitel „Leben mit Autoren und im Nachwort steht, daß der alte Herr keine Autobiografie schreiben wollte. Aber wenn er ein Buch über die Autorenschaft der letzten sechzig Jahre schreiben will, dann ist es auch ein Buch über die Geschichte Nachkriegsdeutschland und so fängt es im ersten Teil auch mit der Kindheit an.

Er ist der Sohn eines evangelischen Autohändlers, der eine Katholikin heiratete und weil man das in dem Dörfchen aus dem sie stammten, nicht tundurfte, zog die Familie nach Frankfurt und nach dem Bombenfall mit ihren Söhnen wieder in das Heimatdörfchen zurück.

1950 kam er wieder nach Frankfurt, wo Karlheinz das Goethe-Gymnasium besuchte, dann Germanistik studierte und sich schon bald in einem Studententheater engagierte, wo er Günter Grass, Bertold Brecht und Stücke des absurden Theaters aufführte. Seine Dissertation schrieb er über Max Frischs „Stiller“ und trat dann, er hat inzwischen geheiratet und erwartete sein erste Kind Ende der Fünfzigerjahre bei „Suhrkamp“ als Lektor in der frisch gegründeten Theaterabteilung ein.

Im dritten Teil schildert Karlheinz Braun, wie er sich erst in einem Zimmer mit einer Sekretärin in die Verlagsarbeit einarbeiten mußte, er ist viel herumgereist und hat viele Autoren, die von der Gruppe 47 kamen, wie Wolfgang Hildesheimer, Peter Handke, Martin Walser und Thomas Bernhard entdeckt, darunter nur wenige Frauen, die es in den sechziger Jahren als Theaterautorinnen noch nicht sehr gab, aber Gerlind Reinshagen und Marielusie Fleißer und er bleibt zehn Jahre bis 1969 bei „Suhrkamp“.

In dieser Zeit wurde es auch politisch, der Brecht-Boykott, der ja vor allem in Wien von Friedrich Torberg und Hans Weigel ausging, wurde überwunden, Martin Walser schrieb seine ersten Stücke, in denen er den Holocaust aufarbeitete und Peter Weiss seine „Auschwitz-Stücke“.

Es kam die Studentenrevolte und bei „Suhrkamp“ kam es zum „Aufstand der Lektoren“, so daß dann Karlheinz Braun 1969 mit dem Lektor Walter Boehlich, den er in einem langen Kapitel dem “ Suhrkamp-Leiter“ Siegfrid Unseld gegenüberstellt, „Suhrkamp“ verließ und mit ihm den „Verlag der Autoren gründete, einer, wo die Autoren die Eigentümer sind und die Lektoren, wie Karlheinz Braun als Delegierte fungieren.

Fast alle „Suhrkamp-Autoren“ bis auf Peter Weiss machen mit, trotzdem sitzt der Verlag zunächst ohne Arbeit da, da die Autoren meist keine neue Stücke hatten, da hilft Urs Widmer, auch eine ehemaliger „Suhrkamp-Lektor“ aus, der die Stücke von Eugene Labiche übersetzt und die „Experimenta“ ein Avantagarde-Theaterfestival gab es auch.

Da wurde ein „Boulvardstück von ***“ gespielt. Das Bühnenbild zeigte ein leeres Wohnzimmer mit Honecker-Bild. Das Telefon klingelt solange, bis  einer der Zuschauer ranging. Die Stimme in der Leitung sagte „Fühlen Sie sich wie zu Hause!“

Die Bühne füllte sich langsam, wurde zertrümmert und wieder aufgeräumt. Ob sowas wirklich ohne Inzensierung funktionieren kann, bin ich mir nicht sicher.

Der Übergang zur Wiener Gruppe, H. C. Artmann und Gerhard Rühm, der dann auch Gesellschafter beim Verlag wird ist damit  da und natürlich Peter Handke, dessen Stücke ein wichtiger Bestandteil des Verlages waren, bevor er sich  von ihm  trennt.

Es gibt in München auch einen Filmverlag und Hörspielproduktionen. KHB, wie er sich nennt, macht sich in Vorträgen über das realistische Theater Gedanken, fährt zum steirischen Herbst, wo er die österreichischen Autoren Harald sommer und Helmut Eisendle kennenlernt.

Peter Rosei hat er  schon vorher im Verlag gehabt. Ansonsten arbeitet er mit Botho Strauß, Hans Magnus Enzensberger, Heiner Müller aus der DDR, Gerd Loschütz, Dario Fo und und zusammen, bevor er 1976 einen „Brief an die Autoren“ schreibt, in denen er ihnen mitteilt, daß er für drei Jahre an das Schauspielhaus Frankfurt gehen wird.

1979 kehrt er zurück, hat einige Krisen zu lösen, bekommt vom Regisseur, der Friederike Roths „Klavierspiele“ so betreut, daß die Leute gehen, eine Ohrfeige und holt den linken österreichischen Autor, Gustav Ernst, den er ebenfalls beim steirischen Herbst kennengelernt hat, in sein Team, dessen Theaterstücke „Tausend Rosen“ und „Blutbad“, im Volkstheater aufgeführt, für ihn aber zu sexistisch waren.

Elke Heidenreich, die berühmte, die sich ja sehr für das Lesen einsetzt, die aber auch Fernsehsketches machte, war mit ihrem Ex-Mann in dem Verlag vertreten und auf einige Autorenfilmer, wie beispielsweise Wim Wenders ging er auch in einem Artikel ein.

Bei Rainer Werner Fassbinders Film  „Berlin Alexanderplatz“ soll er die Rolle des Rechtanwalts Dr. Löwenhund spielen und hat Schwierigkeiten den Text zu lernen, was erst mit dem alten Trick das Textbuch unters Kopfkissen zu legen, während er mit Fassbinders Crew Kegeln geht.

Und von den internationalen Autoren werden der Chilene Antonio Skarmetea und der Brasilianer Augusto Boal erwähnt, der, glaube ich, das freie Theater gründete.

1989 ging die DDR zu Ende was KHB auch sein Kapitel schließen  und das nächste, dann bis 2004 dem Jahr seiner Pensionierung weiter gehen läßt.

Gert Jonke den ersten „Bachmannpreis-Träger“ hat er schon 1969 kennengelernt. Es gibt einen langen Brief an ihn betreffs seines „Naturtheaters“, wo es einige Regieanweisungen gibt.

Dea Loher, die glaube ich, mal auf der Longlist des dBps stand, wird erwähnt und die Walser Tochter Theresa, die mit dem Schriftsteller Karl-Heinz Ott verheiratet, von dem ich einige Bücher in meinen Regalen habe, die er 2007 also nach seiner Pensionierung in Konstanz besucht und sich an ihre Stücke erinnert.

Zu den unzähligen Verlagsautoren zählt auch Thea Dorn, die einen Krimi geschrieben hat, der in meinen Regalen steht, jetzt im „Literarischen Quartett“ tätig ist und sich nach Theodor Adorno benannte.

Die Fragen, was das Theater ist und was es soll, wird in zahlreichen Artikeln erwähnt und es gibt zwei Essays oder Briefe die sich mit Botho Strauß befaßen. Ein nicht abgeschickter Brief an den Autor, der auch den Verlag verlassen hat, ist mit 2006 datiert, da war KHB nicht mehr im Verlag, hat ihn seinen Nachfolgern schon früher übergeben und beschäftigt sich jetzt im  Älterwerden und dem Blick zurück.

Die „Herzstücke“ stammen eigentlich von Heiner Müller, aber ein Leben mit Autoren ist natürlich auch mit zahlreichen solchen verbunden und für die eher unbedarfte Leserin, die das Theater nicht unbedingt zu ihrem macht, war die Mischung zwischen Zeit- Theatergeschichte und Autobiografie sehr interessant, obwohl ich einiges, ich gebe es zu, überblättert habe, weil mein Herz ja der Prosa gilt und ich mit einigen Namen und behandelten Themen daher nicht soviel anfangen konnte.

So habe ich auch in meiner Besprechung vieles ausgelassen und mich eher auf das mir bekannte, also beispielsweise die österreichische Autorenschaft bezogen.

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2018-04-19

Krimitage ohne Krimis

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:13
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In Wien gibt es ja öfter Krimitage, die, glaube ich, ziemlich regelmäßig in der Hauptbücherei stattfinden, einmal war ich in einer diesbezüglichen Veranstaltung im Schauspielhaus und die die Krimilesungen in den Wiener Kaffeehäusern gibt es auch.

Sehr oft gehe ich dort nicht hin, wie ich ja auch nicht sehr oft Krimis lese, aber diese Woche finden zwei solche Veranstaltungen in der Hauptbücherei statt und da ich an beiden Tagen bis sechs Stunden habe, bin ich heute erst sehr spät dorthin gekommen und  daher die Einleitung versäumt, wo wahrscheinlich erklärt wurde, daß das Motto der heurigen Veranstaltung „Zeit und ihre Geschichte“ heißt und deshalb stehen höchstwahrtscheinlich auch Nichtkrimis am Programm, wie beispielsweise Bettina Balaka, wo ich mich wunderte, als ich ihren Namen im Programmfolder fand.

Als ich aber um halb sieben die Stiegen hinaufhetzte und mich in den erstaunlich leeren Raum in die zweite Reihe neben Bettina Balaka setzte, saß gerade der einzige Krimiautors des Abends am Lesepult, nämlich der mir bisher unbekannte Michal Gerwien, der aus seinem bei „Gmeiner“ erschienenen Buch „Gründerjahr“ las, von dem ich eigentlich nicht sehr viel mitgekommen habe.

Nur, daß es um irgendeine Leiche ging und um ein paar Kriminalinspektoren und der Autor erkärte dem Publikum auch, daß es damals noch keine Datenbank für die Fingerabdrücke gegeben hätte, so daß die Auswertung schwierig gewesen wäre.

Zum Glück gab es aber einen Büchertisch und so fand ich durch den Beschreibungstext heraus, daß es in dem Buch, um München 1918 ging, wo der Schriftsteller Kurt Eisner gerade den Freistaat Bayern ausgerufen hat.

Da habe ich ja vor kurzem einen Nichtkrimi darüber gelesen und den hätten die Veranstalter eigentlich auch vorstellen können, denn als der Autor mit seiner Lesung fertig war, trat der Moderator oder Organisator auf, erklärte noch einmal kurz das Motto und wies dann auf Dagmar Fohl hin, deren ebenfalls bei „Gmeiner“ erschienenen Buch „Alma“ auch kein Krimi ist, denn da geht es um einen Cellisten namens Aaron Stern, der mit seiner Frau leo 1938 nach dem Novemberprogrom gerade noch nach Kuba ausreisen konnte, nur leider mußten sie die neugeborene Tochter zurück lassen und der Roman beschreibt, erklärte der Moderator die Suche des Vaters nach dem Krieg nach seinem Kind.

Die Stellen, die die aus Hamburg gekommene Autorin las, befaßten sich aber mit der Zeit bis zur Ausreise und das war spannend und auch Bettina Balaka hat mit ihren  „Exkursionen in die Gegenwart der Vergagenheit – Kaiser Krieger Heldinnen“ keinen <krimi geschrieben, sondern eher Essays, wenn ich das richtig verstanden habe und sie erzählte auch viel von der Frauengeschichte.

Nämlich, daß es bis 2000 keine Pilotinnen bei der AUA gegegeben hatte, zitierte Adelheid Popp und las dann auch eine Stelle vor, wie sie bei einer Führung durch die spanische Hofreitschule erfahren hat, daß es dort keine weiblichen Pferde und keine weiblichen Reiterinnen geben würde, weil das das Ensemble stören und die männlichen Pferde und Reiter in Unruhe versetzen würde.

Nun ja, vielleicht auch ein bißchen kriminell oder krimihaft, die Frauenunterdrückung.Nachher gab es Wein und Knabberstangen und der Veranstalter erwähnte vorher noch, daß morgen Beate Maly, Beate Maxian und Herbert Lackner, der ehemalige „Profil-Redakteur“ lesen würden.

ich weiß aber nicht, ob ich hingehen werde, weil Erstens wieder eine sechs Uhr Stunde und Zweitens wird morgen in der „Schule für Dichtung“ eine „Gerstl -Ausstellung“ eröffnet.

2015-10-28

Die neue Volksstimmeanthologie

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Eva Jancak

Eva Jancak

Werner Lang

Werner Lang

Elfi Resch

Elfi Resch

Während in der „Alten Schmiede“ Fritz Widhalm und Ilse Kilic ihr „Fröhliches  Wohnzimmer vorstellten und im Literaturhaus Konstanze Fliedl ihren sechzigsten Geburtstag feierte, ging es in das Wohnzimmer des Kulturcafe Siebensterns beziehungsweise in den neugestalteten Extraraum, denn Christoph Kepplinger stellte dort die Volksstimme-Anthologie von 2014 mit dem Thema „Zeitgeschichte“ vor.

Katrin Forstner, Gerald Jatzek, Axel Karner, Markus Köhle, Werner Lang, Elfie Resch, Eva Schörkhuber und ich stelten ihre Texte vor. Begonnen hat die 1989 in Wolfsberg geborene Katrin Forstner mit ihrer Geschichte „Unkokplizier“, wo es um das Kinderkriegen, neue Beziehungen, die Zeitgeschichte des Yuppie-Lebens halt ging.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Axel Karner

Axel Karner

Dann hat sie noch einen Text von Peter Clar angelesen und dann kam schon ich, mit einem kurzen Gedicht von Isabella Breier, bevor es zu den „Dreizehn Kapiteln“, beziehungsweisen die „Gesprengten Gräber und die Lebensgeschichte des Erwin Schwarz ging.

Werner Lang, der Arbeiter aus Hönigsberg, las aus dem Alltag eines Arbeiters, der statt die SPÖ zu wählen, bei den Kommunisten unterschrieb, was im Betriebsrat großen Unmut erregte.

Die 1948 in Tribuswinkel geborene Elfie Resch, erzählt in dem Buch ein Stück Zeitgeschichte ihrer Eltern, das vom ersten bis in den zweiten Wltkrieg hinüberreicht und damit endet, daß ihr Vater die Gewerkschaftskartei über den Krieg  rettete.

Markus Köhle

Markus Köhle

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Axel Karner hatte Gedichte oder einen Prosatext aus dem „Rosaroten Balkon“ und las dann noch Stefan Eibel-Erzbergs Gedichte vor und Markus Köhle las nicht seinen Text aus dem Buch, da seine Belegexemplare an eine nicht mehr existierende Adresse geschickt wurden, sondern einen, den er für die Bibliothekswoche, die vor ein paar Tage stattgefunden hat, geschrieben hat, wo er von der „Leseratte“ und dem „Leswurm“ ausgehend, die Leser in das ganze Tier- und sogar ins Gemüsereich hinüberzieht und dann mit einem allgemeinen Aufruf zum Lesen endete.

Der Text der 1982 in St. Pölten geborenen Eva Schörkhuber, die mit ihrem letzten Buch eine Buchprämie bekomen hat, hieß „Rot ist eine stumme Farbe“ und war sehr poetisch, dann kam noch Gerhard Jatzek mit der Gitarre und sang aus seinen Reisegedichten den Song „Eh net  vo n do“ „a Sarg aus Metall roit durch die Wachau“, den er auch in der „Alten Schmiede“ gesungen hat.

Dann gabs ein Buffet, ähnlich wie das, wie damals bei der Verlagsparty von „Kremayr und Scheriau“, es waren nur nicht so viele Leute gekommen, die sich an den Kartoffelscheiben, der Salami, den Aufstrichen und den Käse delegieren wollten und  den neuen Gedichtband von Axel Karner habe ich auch bekommen, da habe ich wieder etwas zu rezensieren.

2015-04-25

Agent Storm

Filed under: Bücher — jancak @ 09:00
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Seit den Anschlägen in Paris im Jänner auf Charlie Hebdo boomen die Berichte über den radikalen IS-Terrorismus. Michael Köhlmeier hat am Freitag in den „Beispielen“ in „Ö1“ die Geschichte des John Walker Lindh oder des „amerikanischen Taliban“ gelesen und die „Müncher Verlagsgruppe“, mit der ich durch Judith Grohmanns Buch in Kontakt gekommen bin, hat auch zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht, die mich interessieren, weil ich mich ja selber, wenn auch auf viel weniger radikalere Art gerade in der „Bibliophilin“ mit diesem Thema auseinandersetze.

So habe ich den „Konvertiten“, einem Thriller eines Ex Polizisten und Ex-Hooligans vor einer Woche gelesen.

„Agent Storm – Mein Doppelleben Al-Quaidia und der Cia“ von Morten Storm und den  Journalisten Paul Cruickshank und Tom Lister geschrieben folgt und es ist ein interessantes Buch, obwohl ich von den Geheimdiensten und, wie es dort zugeht nicht wirklich viel Ahnung habe und mich Thriller auch nicht wirklich interessieren.

Wenn man eine fünfzehnjährige Schülerin aber nach Syrien schicken will, sollte man schon ein wenig darüber wissen und ich habe zufälligerweise auch letzte Woche zwei Bücher über das Frauenbild des Islams in den Schränken gefunden, so daß meine Beschäftigung mit diesem derzeit sehr aktuellen Thema weitergehen und mein ursprünglich geplante Leseliste weiterdurcheinanderkommen wird.

„Agent Storm“, ein dickes rotes Buch auf dessen Cover ein dicklicher Mann mit Bart, weißer Tunika und Kalaschnikow zu sehen ist, erzählt die Geschichte des 1976 in Dänemark geborenen Morten Storm und belegt es mit vielen Beweisen in Form von Bildern, Protokollen und mehreren Anhangtafeln, die Auskunft über die handelnden Personen, über Radikale in Jemen, ein Agentenarchiv, etc und diese Geschichte gleicht dem, was man sonst so über das Hineinschlittern in die radikale Szene der Konvertiten hört.

Da ist also ein sehr umtriebiges Kind einer alleinerziehenden Mutter, das frühzeitig in der Schule durch seine Gewalttaten und Unruhe auffällt, das zuerst zu einem Kleinkriminellen wird, ins Gefängnis kommt und dann in die Bibliothek seiner Heimatstadt Korsor, davon gibt es zwei Fotos zu sehen, wo ihm ein Buch über den Islam in die Hände fällt und er beginnt zu lesen.

Offenbar sucht auch er Halt und Geborgenheit in dieser so rauhen Welt, findet sie im Islam, konvertiert, geht zuerst nach England, später in den Jemen, wo er mit dem Haßprediger Awlaki in Berührung kommt, beziehungsweise an dessen Studienkreise teilnimmt.

Er kehrt wieder nach England oder Dänemark zurück, verheiratet sich mit einer muslimischen Frau, bekommt von ihr zwei Kinder, die Ehe wird getrennt, weil die Frau ihn nicht aushält. Der Kontakt zu den Kindern bleibt aber und die Prediger, die man in England oder Dänemark so zu hören bekommt, gehen ihm bald auf die Nerven, so daß er sich zuerest dem dänischen Geheimdienst, dann den britischen und schließlich noch dem CIA anschließt.

Das wird in dem Buch sehr eindringlich geschildert, wie er sich mit seinen Betreuern trifft und zum Beweis für seine neuerliche Konvertierung anfängt Bier zu trinken und Schweinefleisch zu essen. Er besucht auch wieder Bordelle, was seiner zweiten verschleierten Ehefrau zu schaffen macht, die lange nichts von seinen Geheimdienstaktivitäten ahnt, er reist aber viel herum, unter anderen auch nach Wien um Alwaki eine kroatische Muslima als Ehefrau zu besorgen.

Damit kommt er in Schwierigkeiten mit dem CIA und als die dann noch Alwaki ausschalten, verschärft sich der Konflikt, so steigt er etwa 2012 aus den Geheimdiensten wieder aus, offenbart sich einer dänischen Zeitung, schreibt schließlich 2014 mit den beiden Journalisten das Buch, wird zum gesuchtesten Feind aller Seiten, erleidet ein posttraumatisches Belastungssyndrom, seine Kinder zeichnen Bilder, die den Vater, als Helden darstellen, die Mutter wird, wie die ehemaligen Freunde auch, wahrscheinlich erleichter sein und Morten Storm freut sich, daß er nicht mehr beten muß, um den anderen Radikalen nicht als Ausgestiegener aufzufallen und wieder Jeans und Leiberln tragen darf.

Ich bin ich nicht ganz sicher, was ich von der Authetinzität des Buches halten soll, habe ein bißchen nachgegooglet interessant ist es aber sich in Zeiten, wo wir soviel von der radikalen IS, den Geheimdiensten und den Dreizehnjährigen, die sich plötzlich nach Syrien oder in den Jemen aufmachen, hören, sicher, die Geschichte des Morten Storms zu lesen und sich Gedanken über seine und unsere Welt zu machen.

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