Literaturgefluester

2021-05-15

Ausflug zum Almsee

Hurrah, hurrah, nach der Osterhysterie, die Zahlen steigen un steigen und nach Ostern werden wir sechstausend täglich positiv Getestete haben, müßen wir in den Osterlockdown gehen, am Donaukanal auch beim Radfahren FFP2-Maske tragen, damit wir nicht zu übermütig werden, an weitere Öffnungsschritte ist absolut nicht zu denken und der Lockdown muß mindestens bis Ende April verlängert werden, -hat sich jetzt das Blatt gewendet, denn schon mindestens eine Million geimpft. Der grüne Impfpaß ist schon da oder soll mit einem drei G-System kommen und so dürfen in Wien ab nächsten Mittwoch die Restaurants, die Kinos und auch andere Veranstaltungsorte geöffnet werden. Mit FFP2- Maske natürlich, getestet, geimpft oder genesen und eine Registrierungspflicht gibt es auch, wenn man sich in einen Schanigarten setzen will, um dort ein Glas Wein oder einen Kaffee zu trinken.

Aber hurrah, hurrah, die neue Freiheit ist da!

„Freuen Sie sich nicht?“, fragte OE24 die Passanten und wundert sich ein bißchen, daß am Samstag in Wien trotzdem eine Demo angesagt ist, weil es offenbar Leute gibt, die die neue Freiheit nicht in einem digitalen Impfpaß sehen, den sie jeden jederzeit herzeigen müßen und geht man in ein Hotel, muß man auch alle zwei Tage auf eine Teststraße, um seine Unversehrtheit zu beweisen.

„Mit mir nicht!“, würde meine diesbezügliche Antwort lauten. Da bleibe ich lieber zu Hause. Zum Glück kann ich es mir leisten, kann meine Stunden vorläufig weiter telefonisch machen, mir vom Alfred einkaufen lassen, kann meinen Kaffee und mein Glas Wein auch zu Hause trinken und gelegentlich auf die Rudolfshöhe schauen, ob da jemand Takeway verkauft und sich damit fünfzig Meter weiter begegben.

Klingt eigentlich ganz gut und kann ich wahrscheinlich, weil ich kein Kind habe, daß ich zur Schule bringen muß und keine Mutter, die in einem Pflegeheim besucht werden will, noch lange durchhalten, denn ich muß ja nicht am Abend in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, etcetera gehen. Vorläufig streamen die noch und wenn nicht mehr, habe ich genug Bücher, die ich lesen kann. Aber es stimmt, ein bißchen viel bin ich dann schon zu Haus und ob das wirklich so gesund ist, alle zwei Wochen Rad zu fahren und sonst nur auf die Bank oder zum Bücherchrank zu kommen.

Natürlich ist es das nicht, obwohl ich es gut aushalte und meine Depression auch nicht diesbezüglich besonders hoch geschoßen ist. Ich kann mit ihr leben, würde ich meinen, Alfred trifft es härter als mich. Denn er war ja gewohnt viel zu reisen oder auf ein Bier zu gehen und sich dort Fußballspiele anzuschauen. Hat, glaube ich, seit einem Jahr mehr zu kämpfen und rennt auch öfter herum, um dies und das einzukaufen und war im Oktober auch mit dem Karli im Bremen, um dort einen Campinganhänger abzuholen. Ein paar Tage in Italien und am Montag mit dem Karli in Gmunden, um dort einen Reiserollstuhl für die Oma zu besorgen, damit er diesen leichter in sein neues Auto bringen kann, wenn sie zum Friseur oder zur Fußpflege muß.

„Was wirst du da essen? Die Restaurants haben noch zu?“, habe ich gefragt und er hat mir am Abend eine Karte von einer Fischhütte gezeigt, wo man herrlich Makrelen, Forellen oder Saibling essen kann.

„Fahren wir am verlängerten Wochenende dorthin?“, hat er mich gefragt und ich habe zugestimmt. War ich ja das letzte Jahr ohnehin nur einmal in Strobl, einmal im Burgenland und bin zu Ostern, um den Viehofner See marschiert. Dann hat das Wetter leider nicht mitgespielt. Der ganze April teuflich kalt und die These, daß die Zahlen, die jetzt schon bei achthundert liegen, durch das schöne Wetter verschwunden, vielleicht nicht ganz richtigist ,so daß wir es erst am Freitag wagen konnten, denn am Donnerstag, dem Christi Himmelfahrt-Feiertag Regen, so daß ich sogar meine Radrunde abgebrochen habe, aber am Freitag wurde es, als wir um elf weggekommen sind, langsam schön und das war es eigentlich auch, als wir im Almtal bei der Fischhütte angekommen sind und das Almtal ist eine sehr schöne oberösterreichische Gegend, die „Grüne Erde“ veranstaltet in Scharnstein dort immer ihre Flohmärkte so waren wir vor Jahren zweimal mit der Gerlinde dort. Rene Freund von dem noch zwei Bücher auf mich warten, hat dort, glaube ich, ein Haus. Man sieht die Berge und kann, um den Almsee wandern. Aber zuerst etwas essen, der Alfred hat zwar vorsorglich eine Notration, zwei gefüllte Weckerln vom „Hager“mitgenommen und die waren, stellte sich heraus, auch notwendig, obwohl die Fischhütte eigentlich einen offenen Eindruck machte.

Wir sind zum Parkplatz gefahren. Dort gab es Abfahllcontainer und übereinander gestellte Tische und ich dachte „Das ist halt die neue Normalität, solange man noch nicht durch eine Teststraße muß!“ und war erleichtert, daß ich vor der Bude ein paar Männer sitzen sah. Einer ist auch gleich, auf uns zugekommen, hat auf eine Tafel auf der „Heute geschlossen!“ stand, gezeigt und erklärt, daß es leider, leider des Wetter wegen heute keine Fische gäbe. Nun dann halt das Mohnweckerl mit der Salamai, dem Käse und dem Salatblatt.

„Man wird ja bescheiden!“, habe ich gedacht, der Alfred hat aber „Warte, fahren wir zum See, da gibt es eine Imbißbude!“, gesagt.

Gab es auch und einen schönen Parkplatz, wo schon die Motorradgang lehnte, die uns auf der Fahrt dorthin, überholt hat. Es gab Sitzbänke, ein öffentliches Klo und ein Restaurant vor dem ein Bierwagen stand, von dem schon die Bierfäßer hineingerollt wurden, denn am Mittwoch ist da die große Eröffnung. Die Imbißbude gab es auch, war aber geschloßen und, als sich der Alfred weshalb erkundigte, wurde auch etwas vom „Schlechten Wetter!“, gemurmelt.

Dabei war der Parkplatz gut besucht und die Spaziergänger, die sich zum See begaben, tummelte sich auch in nicht zu kleiner Zahl. Es gab auch einen Getränkeautomat. So haben wir uns auf einer Bank gestärkt und sind dann ein Stück am See entlang spaziert.

War wirklich sehr schön und idyllisch und da sieht man erst, welch schöne Gegengen es gibt, die man, wenn man in der Großstadt lebt, nicht so oft sieht. AmRückweg ist dann der Alfred noch vor einem Haus stehen geblieben, das ein Schild mit „Kaffee und Kuchen!“, aufgestellt hatte.

„Willst du?“, hat er mich gefratg?

„Ja!“, habe ich geantwortet.

„Ich glaube aber nicht, daß du das bekommst!“

So war es dann auch. Also auf der Heimfahrt Brot und Eier eingekauft, um sich aus den Käseresten, den Tomaten und der halben Gurke, die es im Eiskasten gab, einen Salat zu machen und ein Prospekt habe ich mir vom Almsee auch mitgebracht. Denn dort gab es neben dem öffentlichen Klo, das es dankenswerter Weise ebenfalls gab, auch eine Box mit Infomaterial. Die war aber nicht aufzubekommen. Also nur das genommen, was oben auf l

Ein schöner Ausflug und wieder etwas Action, weil ich diesen Sommer höchstwahrscheinlich keinen Urlaub machen werde. Nur meine Schreibwerkstatt in Harland bei St. Pölten, um dort meine zwei CoronaTexte, die das noch brauchen, zu korrigieren und vielleicht nach dem das dreizehnte Jahr „Literaturgeflüster“ gefeiert ist, mich wieder auf Romanrecherche zu begeben.

2020-07-03

Zwölf Jahre Literaturgeflüster

Es ist soweit und wieder ein Bloggeburtstag zu feiern. Jetzt gibt es das „Literaturgeflüster“ im Corona-Jahr schon zwölf Jahre, habe ich doch am dritten Juli 2008 eigentlich ganz spontan und ziemlich planlos mit dem Bloggen begonnen undeigentlich keine Ahnung gehabt, was daraus werden wird und es ist etwas geworden.

An die 4240 Beiträge, ein riesigen Archiv von Buchbesprechungen, Veranstaltungsberichten, Schreibberichten, Gesellschaftsberichte, fast dreißig Bücher sind seither entstanden und Resignation hat es auch, und sicher nicht nur Corona bedingt auch sehr viel gegeben, denn eigentlich hat sich seit 2008 was mein Schreiben, beziehungsweise meinen literarischen Erfolg betrifft, nicht sehr viel verändert, ganz im Gegenteil.

Ich habe zwar dreißig Bücher seither geschrieben und auch selbst, das heißt mit Alfred Hilfe herausgegeben, aber ich organisiere den „Tag der Freiheit des Wortes“ nicht mehr, die „Mittleren“ gibt es ebenfalls nicht mehr und diesem Jahr habe ich auch Corona bedingt noch keine einzige Lesung gehabt und seit März auch kaum mehr Veranstaltungen besucht, auf einigen der Kunst Demos war ich zwar, bin mir da aber ziemlich verloren vorgekommen und auch mein tägliches literarisches Schreiben über den Literaturbetrieb und mein Schreiben, geht wahrscheinlich unbemerkter denn je vor sich, denn im ersten Jahr habe ich ja einen kleinen feinen Follower Kreis gehabt, jetzt habe ich eigentlich nur mehr den Uli, der mir erklärt, daß ich nicht schreiben kann.

Gut, denke ich, ich kann es, denn ich habe ja schon sehr viel geschrieben und pünktlich zum zwölften Jahrestag auch mein „Zweites Literaturgeflüsterbuch“ herausgegeben, das darüber Auskunft geben kann. In den Literaturbetrieb bin ich trotz Blog nicht hineingekommen und jetzt Corona bedingt stehe ich noch weiter draußen habe ich ja auch den Kontakt zur Szene auf den Veranstaltungen verloren.

Trotzdem gibt es was zu feiern. Mein Schreibebuch und auch daß ich mit der Korrektur des „Frühlingserwachen“ fertig geworden ist und was sich durch das Bloggen geändert hat, ist daß ich immer wieder Bücher zum Rezensieren angeboten bekomme, die Verlage glauben wenigsten an mich, könnte man so sagen und freue mich auch schon auf das dreifache Buchpreisbloggen, das es ab August wieder geben wird.

In der Jury des „Ohrenschmauses“ war ich schon 2008, den gibt es ja seit2007 und damals war ich auch noch in einer von der GAV empfohlen, jetzt bin ich der des Bloggerdebuts, das Lesen geht also und das Schreiben und ich will mir diesen Sommer ja auch wieder eine schöne Schreibwerkstatt machen, eine Literaturgeflüsterschreibwerkstatt sozusagen, statt eines Stattschreiberstipendiums, das habe ich auch schon 2013 versucht und bin in St. Pölten mit meinem kleinen Stadtschreiberbuch herumgezogen.

Jetzt will ich das mit einem im „Seedosenschrank“ gefundenen Notizbuch machen und darin vielleicht Impressionen sammeln, die ich in meinem nächsten Text verarbeiten kann.

Mal sehen wie es wird und was das „Literaturgeflüsterfeiern“ betrifft, wo es ja wieder ein Gläschen Sekt oder einen Kaiserspritzer in der Seedose geben kann, kann ich proudly auf mein „Zweites Literaturgeflüster-Buch“ das mein Schreiben und meine Bücher vorstellt, verweisen, sowie auf das Interview das Cornelia Stahl jetzt doch mit mir gemacht hat und das am 23. Juni im Radio Orange ausgestrahlt wurde und einmal habe ich ja an meinem Jahrestag auf den tausendsten Kommentier gewartet und habe absichtlich den 999 nicht beantwortet, damit ich dem oder der es tut, ein Buch versprechen kann, Manfred Lagler- Regall, mein treuer Blogbeoachter ist es dann gewesen. Jetzt ist der zweitausendste Kommentar schon zwei Tage früher gekommen.

Aber ich kann dem, der mir zum Bloggeburtstag gratulieren will, ein „Literaturgeflüsterbuch“ versprechen und ansonsten weitermachen und auch auch schauen, wie es mit Corona und den Veranstaltungen weitergehen wird?

Für die, die es interessiert, mir ist mein Blog sehr wichtig und ich finde ihn auch sehr schön, befürchte, daß die Krise in nächster Zeit etwas verändern wird, daß zum Beispiel keine Eiinladungen mehr zum „Alpha“ oder zum „Buchpreis“ kommen.

Das Bücherlesen wird es nicht betreffen, da habe ich ja einen großen Vorrat und wenn ich am Abend nicht in der „Alten Schmiede“ oder im Literaturhaus sitze, kann ich mehr lesen.

Schreiben auch, aber da habe ich ja schon vor Corona immer wieder geschrieben, ich fürchte ich bin ein wenig ausgeschrieben, habe das aber schon und sehr viel und darüber läßt es sich auch sicher weiter im „Literaturgeflüster“ jammern, ich glaube, ich bin, wenn auch vielleicht Corona bedingt und auch so ein wenig deprimiert, dazu bereit, wünsche mir beziehungsweise, dem“Literaturgeflüster“ alles Gute, werde demnächst in den Traisenpark, in die Seedose und zum Seedosenschrank feiern gehen und bin natürlich auf das verflixte dreizente Jahr gespannt, das ja eigentlich eine Zahl ist vor der ich mich nicht fürchte, sondern die ich sehr gerne habe.

2019-07-24

Aus dem Figurenkabinett

Jetzt kommt wieder mal ein Pausenfüller, denn höchstwahrscheinlich war es sich nicht ausgehen, Natasha Solomons „Das goldene Palais“ bis Mittwoch auszulesen, aber ich wollte neben den Buchbesprechungen und den Veranstaltungen ja öfter auch etwas aus der Schreibküche zum besten geben.

Geschichten aus der Schreibwerkstatt sozusagen, die im Augenblick nicht sehr aufregend sind, denn ich korrigiere mit zwei fast leeren Druckern, mein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über mein Schreiben und den Probekapiteln aus den siebenundzwanzig Büchern, die seit es das „Literaturgeflüster“ gibt, entstanden sind.

Daziwschen schiele ich immer schon ein bißchen zu dem „Fräulein No“, der Aushelfskellnerin aus „Rudis Nachtcafe“ und da hatte ich ja im Juni die Idee mich bei der diesbezüglichen Planung von einigen Figuren aus meinen vorigen Büchern begleiten zu lassen.

Das meine ich nicht so verrückt, wie es vielleicht klingt und wenn man möchte kann man sich da auch an Jurenka Jurk anlehnen, die vor einigen Wochen wieder ein paar kostenlose Webinare und  einen Kurs zum Thema „Mehr Zeit zum Schreiben“ gab.

Die Webinare habe ich zwar versäumt, weil ich bei dem einen in der „Alten Schmiede“ war und es dann beim nächsten mit der Anmeldung nicht schaffte, aber ich habe ja auch schon einen Artikel über das Zeitmanagement und eigentlich ohnehin ein ganz gutes.

Die liebe Jurenka Jurk hat mir dann aber noch zwei Videos geschickt, wo sie sich mit zwei Autoren unterhalten hat und da ein bißchen, die größten Fallen, die einem am Schreiben hindern, beleuchten, da den „Innere Schweinehund“: „Ich mag lieber fersehen, statt mich vor mein Manuskript setzen! und der „Innere Kritiker: „Das wird doch sowieso nichts! Wieso setzt du dich da hin? Geh lieber Schuhe putzen!“ und meinte man soll mit diesen Stimmen in Dialog treten und das wäre doch auch so etwas, wie sich von seinen Figuren beim Schreiben helfen zu lassen oder einfach ein bißchen über sie zu erzählen, denn, ich habe, glaube ich, im Juni, noch bevor ich mit dem Fensterputzen angefangen habe, mich mit einem Notizbüchlein hingesetzt und aufnotiert, welche Figuren ich da habe und da wären ja einmal die Fritzi Jelinek, bekannt aus der „Absturzgefahr“, Tochter einer Deutschlehrerin, die ihrer Tochter diesen ehrgeizigen Namen gab, die aber eigentlich lieber, wi ihr Vater Psychotherapeutin werden wollte. Sie hat dann eine Ausbildung zur Lebensberaterin und Schreibtrainerin gemacht, ihre diesbezügliche Diplomarbeit über das „Haus im Grünen“ geschrieben und bei einem Praktikum, das sie für ihre Lebensberaterausbildung machen mußte, den polnischen Prieser Janusz Warszinski kennengelernt mit dem sie in weiterer Folge eine platonische Beziehung einging. Vielleicht auch ein bißchen mehr davon, darüber kann man streiten und geteilter Meinung sein. Wir treffen sie jedenfalls in der „Pensionsschockdepression“ wieder, wo sie in Januz Warszinskis Pfarre jeden Mittwoch eine Bibliotherapiegruppe macht und ihre Nachbarin Thekla Morgenstern dazu einlädt.

In diese Gruppe könnte nun auch Lisbeth Hahnenpichler, die pensionierte Bibliothekarin, aus den „Zwillingswelten“ kommen, sowie Laura Augstin aus den „Dreizehn Kapitel“, sowie, der Psychiater Theo Hardenberg, den wir aus der „Frau aus der Bank“ kennen, der ja in dieser nicht nur seine Frau findet, sondern, in den „Berührungen“ und im „Bibliotheksgespenst“,  jeweils eine Patientin hat, die er nicht nur psychotherapeutisch berät.

Diese Gruppe könnte es also noch weiter geben und sie könnte auch diesen Blog sporadisch begleiten und immer, wenn ich eine Lücke habe, auftreten und ein bestimmtes Thema besprechen, beziehungsweise mein Alter Ego, die nicht sehr erfolgreiche Autorin, Eja Augustin, die auch in diese Gruppe gestoßen ist, bei ihrer Bibliographie beziehungsweise ihrem geplanten „Work in Progress“ zu beraten.

Das liegt bei mir, wie beschrieben, derzeit in weiter Ferne, beziehungsweise sind in mein graues Büchlein mit der Aufschrift „Wir sind Wien“, das mir Christa U. zum letzten Geburtstag in einem Rucksack schenkte, gerade einmal drei Figuren und drei Szenen aufnotiert und dann noch ein paar Beobachtungenen, die ich zum Beispiel vor cirka zwei Wochen am Rathausplatz machte, als dort eine Frau mit Kopftuch alleine mit einem Kinderwagen erschien, das darin befindende etwa eineinhalbjähriges Mäderl heraushob, das sich dann in weiterer Folge munter zu dem stattfindenden Konzert drehte, beziehungsweise immer wieder den Platz  hinunterlief, unm von der Mutter immer wieder geduldig zurückgeholt zu werden.

Das könnte eine Szene in meinem neuen Buch werden und die erfolglose Autorin könnte in Fritzi Jelineks Bibliotherapiegruppe, die vielleicht inzwischen eine Schreibgruppe geworden ist, über ihr Problem mit dem Zeitmangagment sprechen und erzählen, daß sie eigentlich ein recht gutes hat, jetzt aber nach über vierzig selbstgemachten Büchern ein wenig ausgeschrieben ist, aber Spaß am Zusammenstellen ihrer Texte hat, obwohl es damit nur sehr langsam weitergeht, weil eben die beiden Drucker, den einen in ihrem Hauptwohnsitz Wien und der andere in der Sommerfrischenwohnung leer geworden wären und sie mit dem Korrigieren noch sehr viel Arbeit vor sich habe, die sie wahrscheinlich das nächste halbe Jahr beschäftigen könnte, bis es eben im November mit dem „Fräulein No“ im Rahmen des „siebenten Nanworimos“ weitergehen könnte, ihr innerer Kritiker aber eher ein äußerer wäre, weil sie fände ihre Texte gut, aber dann kommen die anderen und schreien „Was, so was schlechtes habe ich noch nie gelesen, aber träume ruhig weiter vom Nobelpreis und vom Sozialismus!“

Nun den Ersteren werden weder ich noch meine Romanfigur bekommen, obwohl es in meinen Büchern da ja immer wieder diesbezügliche Ansätze gibt, aber das Träumen und das Wünschen ist ja nicht schlecht, das kann einer inneren Antrieb geben, obwohl dann irgendwann vielleicht ein bißchen was von außen kommen muß und der Sozialismus ist schon gut, solange er nicht in eine Diktur ausartet, wie es in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist.

Da war zuerst eine Revolution, die noch heute gefeiert wird und dann kam einer und setzte sich selber die Krone auf. Für sich kann man aber solidarisch handeln und sich für die anderen einsetzen.

Aber das ist ein Thema, das vielleicht nicht soviel mit den Zeitmangaement zu tun hat und Eja Augustin könnte ihrer Schreibtrainerin Fritzi Jelinek und den anderen in der Gruppe noch verraten, daß sie vielleicht mehr Schwierigkeiten mit dem inneren Antreiber hat oder nein, keine Schwierigkeiten, denn der ist ja sehr wichtig und hat dazu beigetragen, daß es über vierzig Jahren schreiben und fast fünfzig selbstgemachte Bücher gibt, und wenn der Alfred jetzt bald das Cover für die „Magdalena“ macht, kann das Buch in die Druckerei gehen und wird dann mein fünfundvierzigstes Selbstgemachtes sein

2019-04-15

In die Karwoche

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:52
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Die Karwoche ist angebrochen, die für mich immer eine besondere ist, bin ich ja eine Freundin der Rituale und so räume ich zu Weihnachten und zu Ostern immer diverse Dekorationsgegenstände aus dem Keller und baue mir in Wien und Harland immer die Ostereier und die Osternesterln auf dem Fensterbrett oder dem Vorzimmerkästchen auf. In Harland baumlen auch ein paar Osterhasen vom Fensterhacken und ein paar Körbchen sind aufgebaut, in Wien habe ich die Dekorationen unfallbedingt im Keller gelassen und Schokoosterhasen sind bis jetzt auch noch keine zu mir gekommen.

Ein paar Pinzen habe ich in der Fastenzeit zum Frühstück gegessen, Bärlauch  nur den, der noch vom Vorjahr in der Tiefkühltruhe war, denn den ich vor fünf Wochen von der Rudolfshöhe kommend, plücken wollen,  die diesbezüglichen Plastiktaschen schon auf das Rad gepackt, konnte ich ja nicht mehr ernten, habe ich jetzt schon fünf Wochen einen Gips und werde den noch eine Woche haben.

Am Osterdienstag kommt er dann hinunter, wie es dann wird, werde ich sehen und den Osterspaziergang der Litges, der diesmal schon eine Woche früher, nämlich am Palmsamstag war, habe ich auch versäumt.

Hätte das aber ohnehin, weil ja zeitgleich das „Literatur und Wein Festival“ in Krems und Göttweig stattfand, zu dem wir ja Karten hatten. Das habe ich  besucht, weil man da ja mit dem Auto bis vor das Literaturhaus fahren konnte und nur in Göttweig ein paar Stiegen steigen mußte.

Den Osterspaziergang um den Viehofener See, bei dem ich die letzten Jahre war und immer einen eigenen Text dabei vorgelesen habe, aber diesmal ausgelassen, alles ändert sich und auch Eva Riebler war diesmal nicht dort, wie sie uns sagte, als wir sie vor ein paar Wochen zufällig  auf der Rudolfshöhe trafen.

Ich war seit dem Unfall vier Wochen nur am Freitag in  Harland, wenn ich bei den Kontrollen im LKH St. Pölten war, dann sind wir immer nach Wien zurückgefahren. Dieses Wochenende sind wir aber in Harland geblieben und von dort nach Krems und Göttweig gefahren.

Am Montag fahren wir dann wieder nach Wien, wo wir bis Donnerstag bleiben, ich meine Stunden mache und auch zu keine Veranstaltungen gehen werde, aber in der Karwoche sind die erfahrungsgemäß ohnehin eher knapp und da bin ich in den letzten Jahren eher zum Musikprogramm in die AS gegangen, weil es keine andere Alternative gab.

Am Dienstag werden wir mit der Anna, die ja am vierzehnten April ihren fünfunddreißigsten Geburtstag hatte, wieder in die „Hollerei“ essen gehen, da wollte ich ja eigentlich mit dem Rad hinfahren, was genauso wie das Radfahren, ab Karfreitag Richtung Wilhelmsburg, Herzogenburg oder Traismauer ausfallen wird. Alfred will aber am Ostersonntag grillen und dazu die Doris Kloimstein einladen, die mich  ja  im Spital besucht  hat und mir was zum Lesen mitbrachte und am Montag fahren wir vielleicht mit dem Auto ins Donaugasthaus nach Traismauer, da sollte eigentlich der Gips herunter, wurde aber, weil ein Feiertag auf den Dienstag verschoben und ansonsten habe ich inzwischen auch schon ein Osterei in der Harlander Küche liegen und ein kleinerer oder größerer „Lindt-Osterhase“, kommt, wie in den letzten Jahren vielleicht auch noch dazu.

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