Literaturgefluester

2017-09-28

Marie Jahodas Dissertation

„Die Arbeitslosen von Marienthal“, diese Studie von der 1907 in Wien geborenen und 2001 in Sussex verstorbenen Marie Jahoda, hat mich durch mein Soziologiestudium begleitet, das ich eine Zeitlang als Mebenfach wählte, bevor ich  zu dem einfacherenHumanbiolgoei wechselte, wo ich ich mit meiner damaligen Freundin Elfie ein Semester lang Schädel vermessen habe, um zu meinem Abschluß zu gelangen.

Irgendwo habe ich von dieser berühmten Studie gehört und sie hat sich bei mir eingeprägt und ein Buch mit dem „Titel „Wieviel Arbeit braucht der Mensch“, habe ich mir einmal gekauft und jetzt ist eine Einladung zu mir gelangt, daß heute in derArbeiterkammer Bibliothek Marie Jahodas Disseration „LebensgeschichtlcheProtokolle der arbeitenden Klassen 1890 -1930 „, die früher einmal ganz anders geheißen hat, neu heruasgekommen ist, denn Marie Jahoda hat für ihre Dissertation 1932 alle Versorgungsheime Wiens aufgesucht und dort Interviews mit Männern und mit Frauen gemacht, die dort ihren Lebensarbend verbrachten und eigentlich mehr oder weniger damit zufrieden waren.

Irgendwie is die Einadung zu dieser Veranstaltung zu mir gekommen und sie hat die Psychologin in mir sehr interessiert und an der Zwischenkriegszeit bin ich als sozialistisches Arbeiterkind, als welches ich mich immer bezeichne, auch sehr interessiert.

Zuerst gas in der Arbeiterkammer etwas Musik von Thomas Reimer und Eva Feimer, dann gab es einige Eröffnungsreden und dann stellten die Herausgeber des Bandes  ihre neue <publikation vor.

Die Schauspielerin Maria Hofstätter hat acht Fallgeschichten vorgelesen und die Herausgeber haben erzählt, wie Marie Jahoda, die bei Charlotte Bühler Psychologie studierte, ihe Forschungsarbeit angegangen ist. Sie hat den Interviewpartnerm, Bewohnern von den Versorgergsheimen Wiens, die es damals gegeben. hat einige Fragen gestellt, zum Beispiel, wie sie ihr Leben wieder leben würden, wann sie glücklich oder unglücklich waren und ob sie tanzten oder sich für Bücher interessierten und hat alles sehr genau aufgeschrieben.

Interessant,  2017, in Zeiten der neoliberalen Wende davon zu hören und der Direktor von der AK hat in seiner Einleitung auch von den neoliberalen, beziehungsweise prekären Arbeitsverhltnissinen mit der Füchtlingsmigrationen. in den wir heute leben. gesprochen.

Dann gab es noch eine Diskussion und man konnte sich das Buch in dem Spezialpaket  mit eineigen Postkarten, die Marie Johada zeigten, zu einem Spehzialangebot von füfundzwanzig Euro kaufen.Mein Nacbhbar, den ich immer wieder bei politischen Veranstaltunen sehe, hat das gemacht und daran interessiert geblättert.

Nach der Veranstatlung gab es ein Buffet mit Wein und Brötchen und ich habe mich mit der Angela und ihrem Freund Josef unterhalten und auch mit einem der Herausgeber gesprochen und ihm ein bißchen von meinem Kurzsozoiologiestudium bei einen der Brüder Zapatozky erzählt.

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2017-05-25

Rote Tränen

Von Ostende im Sommer 1936 ist es nur ein kleiner Schritt zur Zerstörung der Arbeiterliteratur durch Faschismus und Nationalsozialismus und es sind zum Teil auch die gleichen Protagonisten, die hier eine Rolle spielen.

Joseph Roth, Friderike Zweig, Ernst Toller und so habe ich nach der Buchpräsentation vergangenen Dienstag und Voler Weidermanns Stimmungsbild einer untergegangenen Zeit, die „Roten Tränen angefangen, die „Ergebnise der gleinahmigen Internationalen Tagung in memoriam Herbert Exenberger am 14.- 15. November 2014“, wie so schön im Vorwort steht und die in der VHS-Brigittenau stattgefunden hat.

Da war ich wahrscheinlich woanders, vielleicht bei meinem Geburtstagsfest, in Ungarn oder auf der „Buch-Wien“ und Herbert Exenberger, den 1943 in Simmering geborenen Arbeitersohn, der es zum Bibliothekar und Sammler der Parteispenden brachte und der 2009 gestorben ist, habe ich, glaube ich, gesehehen, als einmal, ich habe da gerade für das Cover von „Tauben füttern“ am Donaukanal foografiert, als eines von Else Felmanns Bücher in der jüdischen VHs, die es irgendwo beim Praterstern gibt oder gab, vorgestellt wurde.

Der Tagungsband beginnt mit den üblichen Grußworten, dann wird gleich Herbert Exenberger vor- und die Frage gestellt, ob die Arbeiterkultur eine Fortsetzung der bürgerlichen oder etwas ganz anderes ist?

Gar nicht nicht so leicht zu beantworten und das Buch, will ja, glaube ich, beweisen, daß diese Kultur, das rote Wien der Zwischenkriegsjahre durch den Faschismus zerstört wurde und ich kann michnur auf das beziehen, was ich, als 1953 geborenene erlebte, als ich in einem der alten Gemeindebauten, erbaut aus den Mitteln der „Breitnerschen-, von dem im Buch auch noch die Rede sein wird, Wohnbausteuer“, aufgewachsen bin.

Von dort bin ich  in Volksschule, dann in die Hauptschule, mehr war zuerst nicht drin, dann in die höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe gegangen, um doch zu einer Matura zu kommen und dann an die Universität, um Psychologie zu studieren.

Und mein Vater war wohl so ein typisches Arbeiterkind in den Ottakringer Jubiläumsbauten, als der Kaiser ein solches hatte, aufgewachsen, in die SPÖ eingetreten, dort Parteifunktionär und an die Frau Schauffler, die jedes Monat, den Parteibeitrag abkassieren gekommen ist, kann ich mich auch noch erinnern.

Das jährliche Weihnachtsbuch der Kinderfreunde für die Parteimitglieder, gehört für michzurArbeiterkultur und meine Eltern hatten, glaube ich, einVolksstheater-Abo, keines in der Oper oder im Burgtheater und den berühmten schönen Bücherkasten, der zuerst im Wohnzimmer später im Schlafzimmer stand, als meine Schwester, dieses für sich bekommen hat, hat es auch gegeben.

Dort sind die Büchergilde Gutenberg-Ausgaben gestanden, die B. TravenBände, Joseph Roths „Radetzkymarsch“, die Brunngrabers und noch einiges anderes, was inzwischen von mir gelesen wurde und jetzt in Harland steht.

Für mich gibt es diese Arbeiterkultur also ein bißchen noch, der Vater hat die AZ gelesen, die Mutter „Die Frau“.

Diese Zeitungen gibt es nicht mehr, sie wurden eingestellt, wie es auch den „Luitpold-Stern-Preis“ der Gewerkschaft nicht mehr gibt, weil der ja nach dem „Bawag-Skandal“ 2005, nicht mehr vergeben wird und noch viel früher, als Kreisky gerade reagierte und ich studierte, war ich mit meinem Vater und der SPÖ einmal ein paatr Tage in Schweden, um uns dort den Sozialismus anzuschauen und in der Oper war ich auch einmal mit ihm.

Das war eine Parteiveranstaltung, da ist, glaube ich der Minister Sinowatz auf die Bühne gekommen und hat gesagt „Ich höre gleich mit dem Reden auf, damit wir uns die Zauberflöte anhören können!“

In der berühmten Ausstellung „Mit uns zieht die neue Zeit“ oder so ähnlich, hat sie geheißen, war ich auch  mit meinem Vater. Es erscheint mir also vieles gar nicht so unbekannt, was in dem Buch steht und Alexander Emanuely, einer der Herausgeber bezieht sich in seinem Beitrag „Rund ums „Erste proletarisch-revolutionäre Denkmal in Wien-“ auch  auf eine Else Feldmann Geschichte, die ja in Brigittenau geboren, in der Arbeiter-Zeitung schrieb und von den Nazis ermordet wurde.

„Der Leib der Mutter“ in der Originalausgabe befindet sich auch in den Harlander Regalen, denn das hat mein Onkel Hans wahrscheinlich meiner Mutter 1933 oder so zu Weihnachten geschenkt.

Jürgen Doll bezieht sich  in seinen Beitrag auf Luitpold Stern, den führenden Bildungsfunktionär der Arbeiterbibliotheken, der selbst gedichtet hat, ich habe einmal zwei Bände seiner Gesamtausgabe in den Schränken gefunden und wohl ein wenig pathetisch gewesen sein muß und den Arbeiter  „Weihespiele“ und solches schenken oder verordnen wollte, während die vielleicht lieber in die Kabaretts von Jura Soyfer gegangen sind.

Ester Saletta bezieht sich und das fand ich sehr interessant in ihrem Beitrag auf Adelheid Popp, die Arbeitertochter die in ihren „Aufzeichnung“ „Die Jugend einer Arbeiterin“ genau die katastrophalen Zustände, wie sechzehn Stundentag, etcetera beschrieben hat und dann in den sozialistischen Partei für andere Zustände kämpfte und sich auch von den Nazis nicht einschüchtern ließ.

Wolfgang Fritz läßt zwei „vergessene Namen“ nämlich Rudolf Goldscheid und Hugo Breitner wieder auferstehen. Aber ich bin ja jeden Tag an der Tafel mit der „Breitnerschen Wohnbaustuer“ vorbeigegangen und habe das, glaube ich, auch meiner Volksschulllehrerin vorgetragen, als die wollte, daß wir unseren Schulweg oder Wohnhaus beschreiben.

Sabine Lichtenberger berichtet auch von Luitpold Stern und führt dann noch zwei weitere Arbeiterbildungsfunktionöre nömlich Franz Rauscher ud Richard Wagner an, die mir kein Begriff sind. Aber vielleicht ist mein Vater wirklich in ihre Volkshochschulkurse gegangen und den Namen Luitpold Stern habe ich, glaube ich, durch den gleichnamigen Preis, zu dem ich ja hinschickte und den ich bevor er eingestellt wurde, auch ein paarmal gewonnen habe, durch das Handbuch der IG-Autoren kennengelernt.

Primus Heinz Kucher hat schon bei der Präsentation von den Literatur- und Filmkritiken von Fritz Rosenfeld, der dann später als Kinderbuchautor Friedrich Feld durch die Gaben der Wiener Kinderfreunde bei mir Einzug gehalten hat und dessen Bücher auch in dem großen Harlander Bücherregal stehen, denn ich bin ja eine Sammlerin und werfe nichts weg, berichtet und Evelyn Adunka, die Historikin, die ich regelmäßig bei den „Krarmer- und anderen Veranstaltungen“ sehe, hat sich in ihrem Beitrag ausführlich mit der jüdischen Arbeiterbewegung der „Poale Zion“ befaßt, von der ich, wie ich zugeben muß, nicht sehr viel wußte.

Dann folgen zwei Artikel zur Musik und zwar der von Derek Weber, der auch bei der Präsentation über die Rolle des Arbeitersynphonieorchesters referierte, während sich Irene Suchy mit der „Arbeiterinnengesangskultur“ beschäftigte.

Im dem Teil der sich mit der „Zerstörung“ auseinandersetzt, wird zuerst von der Rolle der Arbeiterkammer berichtet, dann kommt Eva Gebers Beitrag zum „Frauenkampf“ und Peter Zimmermanns Beitrag zur „Zerstörung der Arbeiterkultur im zwanzigsten Jahrhundert in Deutschland“, geht sogar soweitin die Zukunft, daß er sich mit Günter Wallraff, Max von der Grün und dem „Werkkreis zur Literatur der Arbeitswelt“ auseinandersetzt, wo es ja in den Siebzigerjahren, bei „Fischer“, glaube ich, eine eigene Taschenbuchreihe gab und was den „Max Grün Preis betrifft“, der ja einige Zeit von der AK in Linz vergeben wurde, da habe ich mich auch beteiligt, aber nie etwas gewonnen. Nur einmal wäre ich fast in die engere Wahl gekommen.

Dann folgen zwei Fallbeispiele. So erzählt Yves Müller von der „Köpeniker Blutwoche“, wo die Nazis in den Dreißigerjahren in die Laubenkolonien der Arbeiter bei Potsdam eindrangen und die1928 in Deutschland geborene Vera Freud erzählt anhand des Kinderfreundeliedes „Wir sind jung die Welt ist offen“, das für mich auch eine große Rolle spielte, weil ich ja einige Jahre lang in einer Tanzgruppe der Wiener Kinderfreunde war und auch die Sommer regelmäßig in diesbezüglichen Ferienlagern verbrachte, das Schicksal der gleichaltrigen Dorli Löbl, die mit ihr in Frankreich in einem Kinderheim war und 1942 nach ihrem vierzehnten Geburtstag von den Nazis vergast wurde.

Weiter kommen ein paar Beispielen, wie sich man als Schriftsteller in der NS-Zeit verhalten konnte.

Der Arbeiterschriftsteller, Sexualkämpfer und „Schundheftschreiber“ Johann Ferch hat um Aufnahme in die Reichschriftkammer gebeten und war verärgert, daß ihm das nicht gleich gewährt wurde, während die Arzttochter Lyrikerin und Komponistin Hedda Wagner in die innere Emigration ging.

Dann beschäftigt sich Konstantin Kaiser mit dem Volksbildner Otto Koenig, dem Vater des Verhaltensforschers mit den Graugänsen, der der Beitrag heißt „Zwischen Goethe und und Sozialismus“ angesiedelt ist.

Traude Bollauf hat ihren Beitrag über Stella Klein-Löw, die als Hausangestellte nach England ging und nach dem Krieg in der Raalgasse Lehrerin war, schon bei der Präsentation vorgestellt und für mich besonders interessant war der Beitrag über Fritz Brügel, dem Schöpfer „Der Arbeiter von Wien“. Er hat auch noch die „Februarballade“, die vom Ausland glaube ich in das austrofasihistische Wien geschmuggelt wurde und das „Flüsterlied“ geschrieben.

Dann kommen Erinnerungen oder die Beiträge der Erben von damals, so erinnert sich eine Frau an ihre Kindergarten Erlebnisse in Sandtleiten in dem berühmten Gemeidebau, der ja auch eine Arbeiterbibliothek hat, in der ich mir als Hauptschülerin eine Zeitlang Bücher ausborgte, obwohl ich ja nicht so ein Bibliothekstyp bin und mit den Bibliothekarinennen auch keine so gute Erfahrungen machte.

Dort wurden die Kinder bevor sie in die Schule kamen in den Prater ausgeführt, durften mit den Ringelspielen fahren und bekamen im Restaurant Eisvogel wahrscheinlich ein Kracherl.

Und Peter Schwarz, der das ESRA leitet, erinnert sich an den Widerstand, den seine Mutter und Großmutter in Sandtleiten leisteten.

Vorher war noch einmal Konstantin  Kaiser mit einem Beitrag zum „Verschwinden der Arbeiterkultur“ am Wort, aber wie schon geschrieben, ich kann ihm da, da ich doch den Ausfschwung unter Kreisky, der freien Straßenbahnfahrt, dem freien Hochschulzugang, den Schulbüchern, etcetera erleben konnte, nicht ganz zustimmen.

Aber natürlich habe ich auch ein bißchen, die „Verbürgerlichung“ meines Vaters erlebt, der nach dem Krieg endlich ein paar große Reisen machen konnte, die Mutter hat im Alter wieder ihre katholischen Wurzeln entdeckt und hat mich, die nicht getaufte, auch in der Schule am Religionsunterricht teilnehmen lassen.

Das hat bei mir nicht gefruchtet und ich habe den sozialistischen Gemeidebau auch ein bißchen als Kontrolle erlebt. Ich habe nach meinem Fertig werden,  auch einige Zeit die Kindergärten der „Kinderfreunde“ als Psychologin betreut.

Als ich dort angestellt werden wollte, mußte ich in die SPÖ eintreten. Ich bin wieder ausgetreten und habe bald die Kommunisten gewählt, wähle sie immer noch und gehe am ersten Mai auch vors Paralment und nicht oder erst später oder zwischen durch auf den Rathausplatz, wo jetzt ja die Herren im schwarzen Anzug und mit  den Krwatten stehen und wenn wir Pech haben, haben wir bald wieder eine schwarz-blaue Regierung.

Der Niedergang der Arbeiterkultur hat für mich aber eher erst mit der Einstellung der Arbeiterzeitung, der Abschaffung des freien Hochschulzugangs, den Neoliberalismus, der Generation Praktikum etcetera begonnen und erlebe den Verlust des Sozialismus, wenn ich meinen Kritiker Uli über die „Linken“ schimpfen und die Identitären vom „Schreitern von Multikulti“ reden höre.

Im Herzen bin ich immer noch eine Sozialistin, meine da auch vielleicht die, die ich gar nicht so erlebt habe.

Lese am Volkssctimmefest und wenn man  wissen will, was Arbeiterkultur ab den Siebzigerjahren war, kann man das warhscheinlich ein bißchen in meinen Blogartikeln und Büchern finden.

2017-05-16

Zerstörung der Arbeiterkultur durch Faschismus und Nationalsozialismus

Kaum vom Bodensee zurückgekommen, geht es schon weiter mit dem Literaturbetrieb, mein Kritiker Uli, der ja jetzt ganz friedlich ist, hat auf meine „Stipendiatin“ einern Text geschrieben „Albttraum in der Ulmenstraße – eine Satire aus gegebenen Anlaß“, wo er aus dem Literaturhaus eine ziemliche schäbige Absteige macht, aber vieleicht ist das in Deutschland so und eine Frau Jahnke auftreten läßt, die dort mit ihren Büchern herumwachelt, die habe ich dem Herrn im Literaturhaus Wien zwar gezeigt, Bluttropfen hat es dabei keine gegeben, aber in den Schreibseminaren sollen ja die Hobby- und auch die anderen Autoren lernen, daß nur etwas schlimm und blutig genaug sein muß, damit es die Leser interessiert und Alptraum schreibt, was die leidige Rechtschreibfrage betrifft, zumindestens der „Standard“ wieder mit harten „p“ so weit, so gut, aber wie hängt das mit der Arbeiterkultur zusammen?

Eigentlich überhaupt nicht oder nur insofern, daß ich ja einmal ein Arbeiterkind war das in einem dieser schönen sozialistischen alten Gemeindebauten aufwuchs, weil der Vater engagiertes Parteimitglied war und jedes Jahr zu Weihnachten gab es von den „Kinderfreunden“ der sozialistischen Jugendorganisation, ein Kinderbuch als Geschenk, so bin ich mit Friedrich Feld, Vera Ferra Mikura, den „Drei Stanisläusen“ und anderen in Berührung gekommen und von dem erstenen war heute auch in der Arbeiterkammerbibliothek die Rede, da hat er zwar noch Fritz Rosenfeld geheißen und hat in der Zwischenkriegszeit tausend oder hundert Filmrezensionen geschrieben und das weiß ich, weil es vor ein paar Jahren in einer Volkshochschule ein von der „Kramer- Gesellschaft“ organisiertes Symposium gegeben hat, das sich mit der Arbeiterkultur der Zwischenkriegszeit beschäftigt hat und jetzt ist das diesbezügliche Buch „Rote Tränen“ herausgekommen, das in der Arbeiterkammer-Bibliothek präsentiert wurde und als ich hingekommen bin, haben gerade Thomas Reimer und Eva Feimer mit Kontrabaß und Keyboard „Die Arbeiter von Wien“ gespielt und das war sehr angenehm, denn das Kollegium Kalksburg hat dieses schöne Lied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ und dann auch noch die ziemlich verhunzt, um damit den Niedergang der Sozialdemokratie zu zeigen und den gibt es ja, denn durch den Bürgerkrieg und den Faschismus, wurde ja, wie ich alsbald hören konnte, sehr viel zerstört, waß es nachher nicht mehr gegeben hat.

Das habe ich als 1953 in einem Gemeindebau Geborene zwar nicht so sehr erlebt, denn meine Eltern, die als Kinder den World War I erlebten und als junge Eltern, mit meiner Schwester Uschy, den zweiten, haben ja in dieser Zeit ihren ersten Aufstieg erlebt.

Die Mutter hat in Kindergärten geputzt oder geholfen, sie war gelernte Stickerin, der Vater hat die Statistik der WGKK in der Wipplingerstraße gemacht, dann war er noch am Abend im Tanzclub Hernals Billiteur, der auch der SPÖ gehörte und die die Bücher der Büchergilde Gutenberg hat er auch vertreten, daher wohl meine Bücherliebe und meine literarische Sozilisation und als ich dann die Haushaltsschule oder die höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe beendet hatte, waren die Siebzigerjahre angebrochen, Bruno Kreisky an der Macht, Johnna Dohnal zuerst Staatssekretärin für Frauenfragen, dann Frauenministerin, es hat sich die AUF gegründet, es hat die Freifahrt für Studenten und die Grratisschulbücher gegeben und ich habe in sehr aufbruchsorietierten Zeiten Psychologie studiert.

Seither hat sich viel geändert, die gläserene Decke war bald da und der Neoliberalismus, der Sozialismus ist zurückgegangen, in meinen Herzen aber, obwohl ich höchstens einmal SPö gewählt habe, geblieben und ich interessiere mich auch sehr für Zwischenkriegszeit und den Faschismus, so hat die Zeit nach dem Urlaub gleich sehr politisch begonnen, ich habe mit einem höheren Gewerkschaftsfunktionär neben dem ich gesessen bin, diskutiert, Klaus Dieter Mulley, der Leiter des Institus für Gewerkschafts- und AK-Geschichte, was es nicht alles gibt, hat eröffnet und für die Herausgeberinnen hat  Sabine Lichtenberger eingeleitet.

Dann war schon Konstatntin Kaiser am Wort, hat das Podium vorgestellt und jeden der vier Teilnehmer eine Frage gestellt. So hat Derek Weber vom Arbeitersynfonieorcheste erzählt, das in der Zwischenkriegszeit Mahler und Bruckner gespielt hat,  bis zum elften Februar 1934 hat es das getan. Dann war es aus damit und hat nie wieder begonnen und Primus-Heinz Kucher, ein Literaturwissenschaftler von der Uni Klagenfurt hat von denschon erwähnten Filmkritiken von Fritz Rosenfeld gesprochen. Dann kam Eva Geber mit der Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit, die beklagte, daß die heutigen Frauen sehr müde geworden seien, klar, es gibt ja Ronja von Rönne oder Zeitschriften, die jungen Frauen tatsächlich den Auftrag erteilen, gegen dien Feminismus anzuschreiben, aber die haben studiert und sogar beim Bachmannpreis gelesen und Traude Bollauf, die Redakteurin bei der schon erwähnten „Frau“ war, in der ich einmal auch einige Texte hatte, lang lang ists her, denn die sozialistischen Zeitungen gibt es  nicht mehr, hat von Stella Klein Löw gesprochen, die nach dem Anschluß als Hausangestellte nach London gegangen ist, später aber wieder Lehrerin in der Rahlgasse war, in die ja auch die Anna gegangen ist.

Danach gab es eine Diskussion mit einigen kritischen Fragen aus dem Puplikum, dann Wein und Brötchen, man konnte sich das Buch verbilligt kaufen, ich habe es mir für das „Literaturgeflüster“ genommen und habe also nach Volker Weidermanns „Ostende“, das auch nicht sehr weit vom Thema abliegt, noch etwas zu lesen, bevor ich zur Gegenwart und der ebenfalls sehr frauenbewegten und kritischen Marlene Streeruwitz komme.

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