Literaturgefluester

2022-01-29

Tahiti Utopia

Am Cover ist eine Südeeinsulanerin mit Hawaikranz in den Haaren vor einer etwas kitschigen Meer- Bergkulisse zu sehen und der 1976 geborene Michal Hvorecky ist, glaube ich, ein sehr origineller Autor, den ich während meiner Bratislava-Wien Schifffahrt im Jahre 2011, die die „Alte Schmiede“ organisierte, kennenlernte.

„Tod auf der Donau“, hat das Buch geheißen, das da vorgestellt wurde und hat mich auf den Autor aufmerksam gemacht, ihn dann ein paar Mal, glaube ich, in Leipzig oder auch auf der „Buch Wien“ gehört und im Centrope Workshop das ich ja bis der Lockdown kam mit Stephan Teichgräber machte, hat der ein weiteres Buch von ihm gesprochen, das irgendwie untergegangen oder noch nicht auf Deutsch erschienen ist.

Auf Deutsch, glaube ich, schon, denn seit damals ist mir der Name des Übersetzers Mirko Kraetsch bekannt. Dann kam „Troll“ heraus.

„Klingt gut!“, habe ich gedacht, den Autor auch auf der „Buch Wien“ gesehen, wo es im Literaturcafe vorgestellt wurde, hat mir aber nicht so gut gefallen und bei meinem letztjährigen Frankfurt Surfing gab es ein Video vom Goethe Institut aus Bratislava, glaube ich, wo Micha Hvoretzky sein „Tahiti Utopia“ vorstellte. Da habe ich mir das Buch bestellt, mir aber keine großen Erwartungen gemacht, wahrscheinlich sogar „Seltsam!“, gedacht und wurde wieder einmal, wie so oft überrascht. Obwohl manchmal etwas schwer zu lesen, da Michal Hvorecky mit der Vermischung zwischen Fantasie und Realität sehr spielt.

Den ersten Weltkrieg gab es wirklich und auch den slowakischen General Milan Rastislav Stefanik, der offensichtlich oder tatsächlich ein slowakischer nationalheld ist, der war offenbar auch in Tahiti, isjt aber nicht dort, sondern 1919 in der Slowakei gestorben, der war Astronom, Politiker und Militärpilot und das Buch switscht zwischen 1911 und 2020 hin und her. Aber keine Angst, die Pandemie, kommt darin nicht vor nur Michal Hvorecky bedauert in einem Video, das ich gesehen habe, daß er wegen Corona keine Lesereise machen konnten, es wurde aber, glaube ich, auf der letzten „Buch-Wien“ vorgestellt und wenn man das Buch aufschlägt, gerät man vielleicht in Versuchung, es gleich wegzulegen. Sieht man da doch zuerst einen halbnackten Mann unter eine Palme. Dann kann man den „Traditinellen hymnischen Nationalgesang“ lesen und es beginnt auch gleich mit „Der Himmel ist eine Schale. Auch der Mann ist eine Schale“.

Nun ja, nun ja, habe ich gedacht und ursprüglich geglaubt Michal Hvorvecky ist ein origineller Dichter, der die Literatur auf den Kopf stellt. Ist er auch, man muß nur weiterlesen, denn eigentlich ist es ja sehr interessant, wie da die Wirklichkeit mit der Fiktion vermischt wird und man lernt auch viel dabei.

Also zuerst beginnt es 1923. Da sind die Slowaken in Tahiti, haben dort eine nationale Minderheit gebildet und streiten sich mit den Franzosen und den Einheimischen herum. Denn die Ungarn, die sie in der Slowakei unterdrückten, haben sie vertrieben. So vögeln sie sich dort herum, das heißt das tut hauptsächlich der General und dann sind wir schon im Jahr 2020 und da schreibt die Ururenkeltochter einen Roman über den Opa. Dann wieder zurück in die Neunzehnzwanzigerjahre.

Also wieder ein Buch, das die 1920 beleuchtet. Da gibt es in Paris die Friedensverhandlungen, wo Stefanik mitmischt und dann erfahren wir, wie die Slowaken von den Ungarn unterdrückt werden. Ihre Sprache wurde ihnen weggenommen, etcetera, so daß ihnen nichts anderes überblieb, als geführt von dem General, auszuwandern.

Das heißt, sie marschieren wochen- oder monatelang unter erbärmlichen Umständen herum, bevor sie in München gepflegt und behandelt werden, dann kommen sie nach Tahiti und vermischen sich. Die Urenkeltochter reist später nach Ungarn, um dort ihr Buch vorzustellen und erlebt den unagarischen Nationalismus, ist aber von der Landschaft begeistert, obwoh Tahiti ihr Heimatland bleibt.

„In Ungarn hat mir trotz des Erlebnisses auf der Konferenz außerordentlich gut gefallen. Doch als ich auf der Anhöhe beim Strand die vier Obelisken des Grabmals erblickte, begriff ich, wo ich Hause war.“

So sehen wir am Schluß eine nackte Frau, offenbar die Uroma an einem Baumstamm lehnen und die „Pflichtlektüre, 4. Klass Grundschule, slowakische Sprache und Literatur in französich Polynesien“ kann man auch finden.

2022-01-28

Wieder per Stream juriert

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 19:16
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Den „Ohrenschmaus-Literatrupreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ gibt es seit 2007, wurde von Franz Josef Huainigg gegründet, Felix Mitterer hat den Ehrenschutz und ich bin seit dieser Zeit in der Jury.

Die Jurymitglieder haben inzwischen auch gewechelt, derzeit sind neben Felix Mitterer und mir, Vea Kaiser, Günter Kaindlsdorfer, Ludwig Laher und immer noch Heinz Janisch der mit von Anfang an dabei war, dabei.

Vom Literaturhaus als Austrageort von 2007, wurde der Preis dann lange im Museumsquartier vergeben, voriges Jahr fand es dann, glaube ich, im Studio 44, wo auch der „Alpha“ bis 2019 vergeben wurde, aber da gab es schon Corona und da war ich dabei und die Jurysitzung fand, wie auch die heurige per Zoom statt.

Durch die Corona-Zeiten hat sich auch das Preisverleihungsdatum, das bisher immer Anfang Dezember war, verschoben und weil sich im Vorjahr weniger Leute eingereicht haben, gab es dann noch einen zusätzlichen Schokopreis zu einem Thema und das wurde auch heuer fortgeführt. Diesmal war das Thema, wo die Texte dann auf die „Zotter-Schokolade“ kommen, „Luftsprung“. Vorher ist der Lyrik-Preisträger in die Schokolade gekommen.

Es gab diesmal bei der Hauptpreisschiene cirka 90 Einreichungen, früher hat es, glaube ich, schon ein paar hundert gegeben und die Juroren haben gestöhnt. Jetzt also weniger und wieder für mich interessant, daß sich relativ viele Texte mit dem Thema Corona, das mir ja auch sehr wichtig ist beschäftigten und das Thema „Luftsprung“, wo es eine extra Einreichung gab, klingt ja auch sehr interessant, und lustig. Und das war, glaube ich, ja auch die Absicht, ein bißchen Optimismus in die Sache hineinzubringen.

Es gab vierundzwanzig Einreichungen und mehrere Texte können in die Schokolade kommen und heute um fünf also Jurysitzung.

Außer Franz Joseph Huainigg und Lea Siegl, waren noch Ludwig Laher und Günter Kaindlsdorfer im Stream, die anderen hatten ihre Vorschläge hingeschickt und interessant bei den Hauptpreisvorschlägen war ich diesmal ziemlich allein,bei den „Luftsprung-Texten“ gab es einige Übereinstimmungen und einen meiner Favoriten habe ich auch auf die Ehrenliste gebracht.

Bis Corona habe ich mich immer bemüht eine Laudatio zu halten, zwei zum Beispiel auf Peter Gstöttmeier . Mit 2G und Maske

geht das ja nicht und mit den Videos kenne ich mich nicht so aus. Die Preisverleihung wird jedenfalls am 21. März in der Nationalbibliothek stattfinden.

Wahrscheinlich kann man streamen, so daß ich darüber berichten kann und jetzt kann ich schon verraten, es sind wieder spannende Texte von sowohl bekannten als auch unbekannten Preisträgern dabei, die dann wahrscheinlich ihre Luftsprünge machen werden und es ist ja sicher spannend zu erfahren, welche Texte Menschen mit Lernschwierigkeiten schrieben, wie interessant, lehrreich, lustig, etcetera sie sind.

2022-01-27

Sandseele

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt kommt ein Buch über Afghanistan, oder die Erfahrungen die ein deutscher Oberstleutnant 2008 dort machte. „Buch Contakt“ machts möglich und da habe ich schon ein Buch über Albanien und eines über den Kosovo gelesen, die in kleinen oder wie bei diesen bei BoD erschienen ist. Geschrieben wurde esvon einem Wolf Gregis, der eine Offiziersausbildung machte und im Auslandseinsatz in Afghanistan war. Dann hat er Germanistik und Geschichte studiert und für den Roman „Sandseele“, das jetzt erschienen ist, ein Stipendium erhalten. Außerdem engagiert er sich in Verteranenverbänden und das Buch handelt von einem Martin Küfer, der eben vor zehn Jahren im Einsatz in Afghanistan war. Jetzt sitzt er in seiner schönen Wohnung, von seiner Frau Greta liebevoll mit IKEA-Dekorationen versehen, was ihm auf die Nerven geht.

Es geht ihm, seit er aus Afghanistan zurückgekommen ist, nicht sehr gut. Hat die Geschehnisse von damals verdrängt und die Erinnerungsstücke daran in eine Schachtel verbannt. Seine Frau Greta ist mit den Kindern in einem Spa-Hotel, endlich allein, sagt sich, er will arbeiten. Aber da holt ihn, als er sich mit den Nudeln, die Tagesschau ansieht, die Vergangenheit ein. Denn da ist ein Abdul Rahman, jetzt, Mahor, zu sehen, den er von damals kannte, was bei ihm Angstvorstellungen auslöst und er wieder zu rauchen beginnt. Er holt die Schachtel und packt nach und nach die Erinnerungsstücke aus. Da gibt es ein Bild von Abdul, seinen Freund, einen Schlüßelbund, einen Shemag, das ist eine Kopfbedeckung der Beduinen gegen den Sandsturm, der offenbar ins Afghanistan herrscht, etcetera.

Stück für Stück nimmt er sie aus der Schachtel auf der „Afghanistan“ steht, heraus und geht dabei seinen bisher verdrängten Afghanistaneinsatz durch. Dazwischen wird, er, was für mich ein bißchen unverständlich ist, von seiner Greta immer wieder angerufen. Er geht aber nicht ran und man denkt, die Ehe ist offenbar nicht gut. So war es aber schon früher. Greta ist Krankenschwester und sehr häuslich, siehe die IKEA-Dekorationen, die er haßt. Er will in das Leben hinaus, will nach Afghanistan, sie will das nicht und man erfährt nun, wie er idealistisch nach Kabul gekommen ist. Da sitzt eine Bettlerin mit Burka, die sie Maria nennen. Er will zu ihr hin, wird aber vom Fahrer abgehalten, weil sie dann überfallen werden könnten. Als Nächstes sieht er, wie ein Soldat mißhandelt wird. Er will auch da helfen. Dann kommt es zu einer Aktion „Maiwand“, eine deutsch-afghanische Operation, wo er Abdul und seinen Onkel kennenlernt und es zu den Erlebnissen, kommt, die er zehn Jahre lange verdrängte und dabei auch einen Freund verlor.

Am Schluß schickt Greta Videos von den Kindern und er meldet sich bei ihr.

„Der Karton stand offen auf dem Boden, leer. Es war noch ein guter Karton, die Ecken nicht abgestoßen, sondern fest und gradlinig. Greta würde ihn noch gebrauchen können. Für die zu klein gewordenen Kindersachen, die sie auf dem Dachboden sammelte. Für das aussortierte Spielzeug, Bilderrahmen und Osterdekoration. Die Aufschrift „Afghanistan“ würde ich wegradieren, dann fiel er unter all den anderen Kartons mit all dem anderen Krams auf dem Dachboden gar nicht auf.“, lauten die letzten Sätze.

„Man konnte dem Sand nicht entkommen. Nicht am Hindukusch. Man konnte auch den Erinnerungen nicht entkommen. Nirgends.“, steht am Buchrücken.

Nach der Danksagung gibt es einen Anhang, wo man erfahren kann, welche Musik Wolf Gregis beim Schreiben hörte. Man erfährt etwas über die Vereranenvereine und die Dienstgrade der Bundeswehr, was mich nicht so unbedingt interessante, aber sonst ein spannendes Buch gelesen habe.

2022-01-26

Großartiger Leseclub mit Grete Scheuers Kriegsroman

Der großartige Leseclub, den die 1981 in Eisenstadt geborene Barbara Zeman, bei der ich einmal im Literaturhaus bei einer ebenso großartigen Lesung,war und die ich glaube ich, auch bei den O-Tönen hörte, während der „finsteren Coronawelle von 2020“ gründete, findet ja in, regelmäßigen Abständen Literaturhaus statt und ist, glaube ich, eine interessante Kombination, nämlich eine Buchpräsentation von einem meist unbekannten Buch einer vergessenen Exilautorin, Brigitte Schwaiger war auch einmal dabei. Dann stellte ein Künstler seine Bilder aus und ein Musiker spielt seine modernen Lieder. Barbara Zemann moderiert und eine Schauspielerin liest die Texte vor. Eine interessante Kombination und auch die Moderation ist sehr interessant und das diesmal ausgewählte Buch stammt von einer Grete Scheuer, die 1900 bei Aflenz geboren wurde, adelig war, 1933 bei „Rohwohlt“ einen Kolportageroman wahrscheinlich im Stil der Vicki Baum schrieb und 1946 „Die lange Nacht“, die Erfahrungen in einen Luftschutzkeller im Jahre 1945. Barbara Zeman erwähnte in ihrer Einleitung den berühmten „Philipphof“, der an der Stelle stand, wo sich heute das Hrdlicka-Denkmal befindet, der sicherste Luftschutzkellern wie es damals hieß, dann gingen dreihundert Leute hin, nicht alle wurden geborgen und man hörte im Augustinerkeller noch sieben Tage lang klopfen.

Die Protagonisten der Grete Scheuer befanden sich statt dessen in einem Luftschutzkeller beim Stephansplatz, hatten Whisky, Kekse und Sardinen mit. Die Schauspielerin Clara Liepsch hat mehrere Stellen daraus gelesen, sowie ein Gedicht, das in den Sechzigerjahren erschienen, wo die inzwischen in Graz lebende Journalistin , die auch mehrere Literaturpreise bekommen hat, das „Forum Stadtpark“ mitbegündete und 1988 gestorben ist. NSDAP-Mitglied war sie einmal auch, wollte später aber nichts mehr davon wissen.

Der junge Musiker Oskar Haag spielte einige Lieder und Barbara Zemann erzählte welche Strafen man zu zahlen hatte, wenn man nach Abschaffung der Monarchie seinen Adelstitel noch verwendet. Heute muß man angeblich dreihundert Euro dafür zahlen. Das hat die Familie Habsburg wohl noch nicht gehört, aber vielleicht verwenden eher die anderen ihre Titel.

Was es für Bombenarten es gibt, hat Barbara Zeman auch recherchiert und dann die Biografie, der mir unbekannten Autorin erzählt. Interessant, denn ich interessiere mich ja sehr für die unbekannten Autoren der Zwischenkriegszeit und glaube, daß auch Paula von Preradovic über das Wien 1945 beschrieben hat. Zumindestens habe ich mir da einmal einen Text kopiert, in den frühen Achtzigerjahren, glaube ich, als ich ich einen Text darüber schrieb, mit dem ich ein Stipendium bekommen wollte.

2022-01-25

Street-speech-Perspektiven

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Die „Perspektive“ ist eine Grazer Literaturzeitschrift, die inzwischen auch in Berlin verortet ist und in der ich, glaube ich, auch schon einmal, vor langer langer Zeit einen Text drinnen hatte.

Jetzt wurde im Literaturhaus das Heft 108/109 vorgestellt, das das Thema „street-speech“ hatte. Der 1979 in Graz geborene Stefan Schmitzer, der sich seit kurzem oder auch schon länger in der Redaktion befindet, so genau habe ich das nicht verstanden, hat moderiert und die beitragenden Autoren vorgestellt. Zwei waren live anwesend, zwei wurden, ich glaube Corona bedingt, zugeschaltet und der 1963 geborene Ralf B. Korte, der das Heft zumindestens teilweise herausgegeben hat, hat sein Vorwort gelesen.

Street speech, die Sprache und die Straße, das große Thema und die 1992 geborene Katharina Pressl, eine Sprachkunststudentin, die aus beim Projekt „Prosa für Prosa“ beteiligt war, begann mit einem Sprachtext, wo ich lange nicht wußte, was das jetzt mit Straße zu tun hatte, aber sehr lustig war, die Autorin hat jedenfalls sehr gelacht beim Lesen u nd um Paranoia ging es auch.

Die Straße kam dann aber in dem Videobeitrag der 1985 in Graz geborene Bettina Landl. Hat die nämlich ein paar Grazer Straßen mit ihren Häusern und Verkehrszeichen abgefilmt und dazu einenText gesprochen und wieder etwas schwierig war die Videolesung von Ariane Hassan Pour-Razavi, die 1974 in Berlin geboren wurde. Sie saß in ihrem Zimmer, las den Text und hatte dabei auch einige performative Elemente eingebaut.

Bei der 1978 in Wien geborenen Natalie Deewan wurde es dann wieder konkreter, denn die hat mit Jugendlichen ein Straßenprojekt gemacht, wo sie im fünften Bezirk beim Matzleinsdorferplatz, Graffitis gesammelt hat und daraus eine Schrift formte aus der dann texte standen, die eine Zeitlang bei den haltestellen der Wiener Linien zu finden waren, aber auch im Literaturhaus von Schriftrollen verlesen wurden.

Daran folgte eine Diskussion mit den anwesenden Autoren was Street art oder überhaupt die Straße ist? Der öffentliche Raum was ist das? Die Corona-Demos wurden da natlürlich thematisiert und die sind jetzt wahrscheinlich ein Feinbild, während das bei den Widerstandslesungen gegen schwarz blau. Ich sehe es nicht so ganz, aber der öffentliche Raum ist jetzt auch, wie Nathalie Deewan thematisierte, die auch während der Lesung Maske, trug durch den Mund-Nasenschutz oder die FFP2 Maske dominiert, weil ja derzeit auch im Freien Maskenpflicht.

Dann gibt es noch die offenen Bücherschränke, die Kunst im öffentlichen Raum, wo ich ja einmal mit der Ruth ein Projekt machte und vieles anderes mehr. Die Jugendlichen besetzen die Straße, die Obdachlosen leben dort, die Demonsranten nehmen sie in Anspruch und die Graffitkunst. Da meldete sich ein Herr im Publikum der offensichtlich schon ein bißchen älter war und sagte, daß er mit dem Hund seines Sohnes öfter spazieren geht und dadurch in Kommunikation mit Menschen kommt und meinte dann, daß er bei den Graffits Neid und Aggression merken würde, weil sie oft zerstört und übersprüht und eigentlich wie, ich glaube, überhaupt verboten sind.

Interessant interessant und sehr vielfältig dieses Thema viel umfassender, als in eine Literaturzeitschrift zu fassen und wie man die Videobeiträge darin unterbringt, ist auch die Frage.

Da müßte man sich das Heft ansehen und durchblättern. Barbara Zwiefelhofer hielt es in der Hand und empfahl das Erwerben.

Also interessant und eigentlich wollte ich mich in die Gesellschaft streamen, wo Daniela Strigl mit Eva Menasse „Tacheles“ sprechen wollte, aber diese Veranstaltung wurde verschoben.

2022-01-24

Sprachkunstfluchen

Den Hochschullehrgang des „Instituts für Sprachkunst“ an der „Angewandten“ gibt es, glaube ich, seit 2009. Von Gustav Ernst und Robert Schindel wurde es gegründet und seither gibt es immer zu Semesterende Sprachkunstlesungen. Das erste Mal war ich beim „Tag der offenen Tür“ der „Angewandten“ dabei, Marietta Böning hat mich herumgeführt, ich habe Rhea Krcmarovan kennengelernt. Sandra Gugic habe ich schon früher gekannt und Cornelia Travnicek, die sich beworben hat, haben sie nicht aufgenommen, weil sie, da schon veröffentlicht, zu überqalifizert war. Darüber habe ich in der „Heimsuchung“, geschrieben und Robert Schindel hat glaube ich, immer gesagt, daß die Aufnahme, da gibt es immer viel Bewerbungen und eine strenge Auswahl, nicht den literarischen Erfolg garantiert. Aber Irmgard Fuchs, die, glaube ich, im ersten Jahrgang war und inzwischen einige Bücherbei „Kremayr & Scheriau“herausgebracht hat.

Es gab 2011 schon eine Studentenlesung im Literaturhaus, da habe ich mich mit Yusophie, die mich damals kommentierte, verabredet, die auf meinen Artikel zuerst sehr freundlich und dann sehr abweisend antwortete, keine Ahnung warum und hat mit der Studentenlesung, die dann nochmals wiederholt wurde auch nichts zu tun. Es gab in dieser Zeit Lesungen, wo berühmte Autoren eingeladen wurden, wo die Studenten dann zuhörten, ein Symposium gab es einmal auch, Robert Schindel hat sich zurückgezogen, Ferdinand Schmatz übernommen und ab dann hatten die Studentenlesungen Namen oder Motti, in der „Alten Schmiede“ gab es auch gelegentlich Veranstaltungenund ich habe mich auch bemüht so regelmäßig wie möglich hinzugehen

Fieda Paris ist eine Absolventin und fast alle bekannten österreichschen Autoren unterrichten, ich natürlich nicht und Corona hat mich auch ein bißchen davon entfernt, obwohl es neulich erst in der „Schmiede“ eine Sprachkunststudentin gab. Diek „Jenny“ gibt es auch, jetzt wahrscheinlich schon in x Bänden, ronald Greinl hat mich auf die erste aufmersam gemacht und sie mir zugeschickt und diesmal war das Motto „Dir beim fluchen zuhören“.

Da hatte ich immer Schwierigkeiten die Texte dem Motto zuzuorden, weil keinen Zusammenhang gefunden. Aber als ich fragte, haben sie mir, glaube ich erklärt, daß es den nicht gibt. Natürlich die Studenten tragen ihre Semesterarbeiten vor und seit einigen Jahren werden die Lesungen auch von den Studenten selbstorganisert und von einer die dort Arbeitet moderiert und die Professoren kommen, glaube ich, auch nicht mehr und da sagte die Literaturhausmoderatorin, daß es interessant im Literaturhaus junge Autoren vorzustellen. Das, glaube ich, auch, deshalb habe ich mich wieder hingestreamt und dreizehn Studierende haben gelesen.

Das Motto hieß „Dir beim Fluchen zuzuhören“ und der Gag war offenbar, daß die Studenten ihr Lieblingsschimpfwort preisgeben sollten

Der Erste war ein Jonathan Fei, der einen eher altmodisch klingenden Tonfall hatte. Der Titel war sein „Schimpfwort“ und es ging um einen „zwielichtigen Herrn“ mit einem Brotkorb, der sich in seine Wohnung einschlecht und ihm die Brote, die er dann verkauft überäßt. Klang fast kafkaesk und kann man sich merken.

Katharina Klein hatte, glaube ich, einen Romanausschnitt und das Schimpfwort, die oft eher kunstvoll klangen, war hier „patschert“ oder die Voralbergische Form von „Patschen“.

Dann kamen Gedichte von Elisa Lehmann. Emil Alicia Huppenkothen folgte mit den Schimpfwort „Pflaumenschuß“. Und der Text der Pauline Tagwerker, die „Eierberg“ schimpfte, die „Nachtkatze“, hat mich sehr beeindruckt. Die ist ihr zugelaufen, um eine Trennung schien es auch zu gehen. Sie erkundigte sich, was sie mit ihr anfangen sollte und am Schlu lief die Katze davon.

Katharina Heubner folgte und Leonie Ziem, die den „Idioten“ als Schimpfwort hatte und dazu erklärte, daß das aus dem Griechischen kommt und den meint, der sich nicht am öffentlichen Leben beteiligt, während Leon Locher performte , sich auszog und Liegestütze aufführte, was seine Nachleser sehr beeindruckte. Sean Pfeiffer hatte „Schwuchtel“ als Schimpfwort und Grace Oberholzer die aus der Schweiz zu stammen scheint, las aus einen Text der von ihrer Großmutter handelte.

Theresa Metzinger, die endlich das Wort „Arsch“ brachte, weil das ihr Kind verwenden würde. Ich hätte „Scheiße“ gesagt, hatte Gedichte, die von Schwänen aber auch von reisen in die DDR handelte.

Als nächstes kam Sophie Eisenhut und die las aus ihren 2021 bei „Schöffling &Co“ erschienen Band, 92 Seiten, 10 Euro, erklärte sie gleich „Excercitia S. Catharinae de Manresa Anorexie und Eisenhut“ und richtig Marie Luise Lehner, die vor Jahren auch aus einem Buch gelesen hat und später den „Alpha“ gewonnen hat, hätte ich jetzt vergessen und der Text aus dem Buch der jungen Frau klang auch sehr interessant, hatte einen religiösen Bezug und ich bin gespannt, was ich noch von ihr hören werde.

Zuletzt las Leonie Pürmayr , die auch das Wort „Arschloch“ hatte, das in ihrem Text eingebunden und „Wien darf nicht Chicago werden“ und das Wort „Schnappatmung“ kam in der „Hymne der Kontrolle“ auch vor.

Felix Senzenberger hat auch noch moderiert und die Texte ausgewählt, die Studenten traten, wie jetzt üblich mit Maske auf und desinfizierten. Dann kam das Schimpfwort und dann die Texte, die alle sehr kunstvoll waren und unterschiedliche Stilarten hatten, was mir in dieser Zusammenstellung wieder sowohl unwirklich als aufgesetzt erscheint und interessant auch, sich vorzustellen, daß sie von Leuten stammen, die wahrscheinlich um die zwanzig sind.

2022-01-23

Bananenangst

Filed under: Bücher — jancak @ 00:02
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Jetzt kommt ein Debut, das, glaube ich, nicht auf der Bloggerdebutlonglist steht, der in Stuttgart lebenden Patricia Modispacher, die Germanistik, Philosophie und deutsche Literatur studierte, das als Jugendroman definiert wird.

Ich denke es ist ein erzählender Therapiebericht einer Eßstörung, wie weit er autobiografisch ist, weiß ich nicht, war mir die Autorin doch bisher unbekannt, im Buch ist kein Hinweis darauf zu finden und es erscheint mir einiges darin auch widersrpüchig und an die Grenzen gehend, obwohl sich das Buch sehr spannend liest , einen interessanten Einblick in die Störung und die Therapiemöglichkeiten gibt und glaube ich, Leuten, die Probleme mit dem Essen haben, zu empfehlen ist.

Es geht um die dreiundzwanzigjährige Soziologiestudentin Scarlett Schweighart, die die die Geschichte erzählt. Ja die Namen sind, glaube ich, auch ein Problem in dem Buch, gibt da doch eine Frau Kleist, eine Frau Samt, eine Frau Holz, eine Frau Best, etcetera und der Therapiebericht in zehn Kapitel beginnt mit einer Art Vorwort:

„Du weißt, daß es schlimm ist, wenn du vor Bananen Angst hast. Wenn du nicht mehr dazu fähig bist, eine Banane in dein Frühstückmüsli zu schneiden oder gar einfach als Zwischenmahlzeit in eine Banane zu beißen.“

Das klingt schon sehr eindrucksvoll und dann geht es in den Therapiebericht hinein, der in jeden Kapitel zuerst etwas aus dem Leben der Protagnostin, die sich zu einer Therapie entschlossen hat, erzählt.

Sie war immer dick, wurde von ihren Freundinnen gemobbt, als „Fetti“ beschimpft und ausgegrenzt. Die Eltern haben immer gestritten. Der Vater hat die Mutter herunter gemacht. Die Beziehung zu ihrem Bruder Robin war sehr gut, aber als die Ehe geschieden wurde, ist der Bruder mit dem Vater fortgezogen. Die Beziehung zur Mutter ist sehr problematisch und offenbar scheint die Muutter mit dem Essen auch ein Problem gehabt zu haben.

Der Freund hat Scarlett verlassen und der Bruder hat die Schwester gezwungen, sich in eine psychosomatische Klinik zu begeben, weil er sie sonst einweisen lassen würde, weil er nicht zusehen, wollte, wie sie verhungert.

Das erste Kapitel beginnt mit dem Ersten Tag in der Kinik. Wir lernen die Theraupeuten, eben die Frau Best und die Frau Kleist kennen. Die Frau Best die Bezugspflegerin, wird von Scarlett oder „sexy Scar,“ wie sie auch beschimpft wurde, „Arielle“ wegen ihrer grünen Augen genannt und da stoßen wir im Lauf des Buches, das bis zum glücklichen Ausgang erzählt, vielleicht an eine Grenze, denn Scarleltt verliebt sich in sie, was nicht so unüblich sein dürfte, aber es passiert auch ein bißchen umgekehrt.

In der Klinik sind auch Patienten mit anderen Problemen, die Eßgestörten müßen aber mit „Eßbegleitung“ essen und da finde ich einiges an den Therapiemethoden ein bißchen ungewöhnlich und bin nicht ganz sicher, ob das wirklich so passiert.

Man darf keinen Sport betreiben, Scarlett hat sich nämlich mit Sport und „gesunden Essen“ zum Skelett hinuntergehungert. Jetzt darf sie keine Stiegen steigen und keinen Salat essen, sondern muß sich Butter auf ihr Brötchen streichen. Da bekommen die Patienten Magenkrämpfe, die auch genau beschrieben werden. Es gibt viele Therapien, wie ich es mir vorstellen kann. Die Frau Kleist ist die Psychotherapeuten, einen etwas seltsam scheinenden Ernährungsberater und eine Kunsttherapeutin, da malt Scarlett immer Fahrräder und Pinguine, was mit der Beziehung zum Bruder in Zusammenhang steht, gibt es auch und dann natürlich die Patienten.

Scarlett hat Schwierigkeiten mit einer Lisa, freundet sich aber sonst mit den Meisten an, kümmert sich auch als Patin oder Ersatztherapeutin, um sie und arbeitet das alles mit ihrer Therapeutin auf.

Das erscheint mir alles sehr authentisch und selbst erlebt. Ein wenig klingt das ganze Buch vielleicht zu therapeutisch, so berichtet Scarlett machmal so von sich, wie sie am ersten Tag der Therapie noch nicht gefühlt haben kann.

Manches kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Zum Beispiel die „Bananenangst“, denn als es Scarlett schon ein bißchen besser geht, darf oder muß sie Zwischenmahlzeiten einnehmen und kann da zwischen Studentenfutter einen großen und zwei kleinen Schokoriegel wählen. Einmal sucht sie sich eine Banane aus und besteht da Todeskämpfe bevor sie sich sie zu essen überwinden kann. Aber Bananen haben viel weniger Kalorien als fette Schokoriegeln oder Brötchen mit Käse und Butter, was Scarlett zu dieser Zeit schon ißt.

Scarlett hat sich ihr eigenes Abnehmprogramm zusammengestellt, Unmengen von Salat und Wasser, klar, aber im Therapieplan würde ich als Therapeutin, die Bananen vor den Schokoriegeln setzten.

Trotzdem ein gutes Buch, das die ganze Therapie bis zur Entlassung schildert und mit dem Satz „Wenn du dich liebst und akzeptierst, so wie du bist und Essen schmecken darf und kein Zeichen für Charakterschwäche mehr ist, dann weißt du, dass es gut ist“, endet, das jeden zu empfehlen ist, der abnehmen will oder vielleicht an einer Magersucht oder Anorexie, Wörter, die Scarlett nicht leiden kann, leidet.

Ich habe ja schon einiges über Eßstörungen gelesen, finde das Buch, wie schon geschrieben sehr interessant und denke darüber, ob die Widersprüche so passierten, Absicht waren oder vielleicht als ein wenig provokant zu verstehen sind, noch nach.

2022-01-22

Wolkenkuckucksland

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Jetzt kommt wieder ein Buch das ich von der 2021 Liste ,mitgenommen habe und das seit September, glaube ich, auf meinen Stapel liegt und dem ich im Netz immer wieder begegnet bin, ist es doch, wie ich vielleicht ein wenig frech schätzen würde, ein Abenteuerroman, der ähnlich wie Sharon Dodua Otoo,die ganz Geschichte zu umspannen zu versucht.

Es versucht es nicht mit der Frauen- sondern mit der Weltgeschichte, bzw., der der Bibliotkeken. Ein Lob des Lesen also und versucht die Geschichte von den Argonauten bis zur Argos neu zu erzählen. So was gibt es im Jugendbuchbereich wahrscheinlich zu Hauf. Bei C. H. Beck ist es wahrscheinlich Novum und der in Clevland 1973 geborene Anthony Doerr hat, glaube ich, einmal oder öfter den „Pulitzer-Preis“ bekommen. Einer seiner Bestseller heißt „Alles Licht, das wir nicht sehen“. Ich muß gestehen, noch nie etwas davon gehört und habe mir beim Lesen auch ein bißchen schwer getan.

„Wolkenkuckucksland kann man nicht mehr aus der Hand legen, es ist eines dieser Bücher, die unser Leben verändert. Auf solche Bücher hofft man immer, aber es gibt sie nur ganz selten. Ein absolutes Meisterwerk“, schreibt Betsy Burton von The King´s Englisch Bookshop auf dem Rücken, auch davon habe ich noch nichts gehört und deckt nicht nicht mit meiner Wahrnehmung, es gibt aber einige Details die ich für interessant halte.

So schaut das Buch nach dem Lesen, es wäre mir ein paarmal fast in die Badewanne gefallen, es ist ja sehr umfangreich, ziemlich durchnäßt und zerfetzt aus und das passiert auch einem der Protagonisten in dem Buch. Da ist es zwar nicht die Badewanne, die gab es im fünzehnten Jahrhundert wahrscheinlich noch nicht. Der Protagonist namens Oumeir setzt es nachher aber wieder sorgfältig zusammen. Ich werde es auf die Heizung legen und trocknen lassen und Detail zwei, was mit dem Inhalt nicht so viel zu tun hat, zumindestens nicht was die Absicht des Autors betrifft.

Ich bin ja mit meinem letzten Text den „Arbeitstitel“ auch in die Zukunft gegangen. Zuerst habe ich es mit 2099 versucht, aber wie sieht die Welt da aus? Dann bin ich bis 2053, meinen hundertsten Geburtstag, zurückgegangen und habe gedacht, da ißt man aus der Retorte und die KIs servieren das Essen und Anthony Doerr, ich muß es zugeben, ist perfekter als ich, no na, ist er ja unwidersprochen viel mehr Profi , obwohl er wahrscheinlich nicht so lange schreibt, wie ich, da kann man sich das Essen drucken lassen. Warum ist mir das nicht eingefallen? Aber zum Buch zurück.

Es geht um ein Buch, um einen Roman oder einen, der in Tafeln von einen Antonis Diogenes geschrieben wurde. Da findet man diese immer wieder in den fünfhundert Seiten verstreut und dann, was das Jugendbuch betrifft. Es geht um fünf Jugendliche, glaube ich und um einen alten Mann, der glaube, ich 2020 gestorben oder etwas später gestorben ist. Etwas später natürlich, denn 2020 war erst der Terroranschlag in der Bibliothek und da kann ich mich gleich wieder unterbrechen, genial oder interessant ist vielleicht auch, daß, ich glaube, daß Anthony Doerr, da die Covid-Krise in den Text einbezogen hat. Rennen doch alle mit Mundschutz herum und es gibt auch Sauerstoffmesser. Aber da sind wir schon in der „Argos“, das ist, glaube ich, eine Weltraumkapsel, denn die Welt ist tatsächlich oder angeblich untergegangen und da fliegt die vierzehnjährige Konstanze überwacht von ihrer KI Sybill um die Welt herum oder befindet sich in einer virtuellen Bibliothek und ein großer Teil des Buches spielt 2020 in einer Bibliothek in Lakeport. Da hat der sechsundachztigjährige Zenos, der vorher im Koreakrieg war, dieses „Wolkenkuckusland -Manuskript“ irgendwo gefunden, es auf Englisch übersetzt und führt es mit sozial benachteiligten Jugendlichen auf. Die Aufführung wird aber unterbrochen, denn da gibt es einen Jugendlichen nam,ens Seymour der den Umweltgedanken mißversteht. Man sieht Anthony Doerr ist höchst aktuell und der plant einen Terroranschlag. Zenos rettet die Kinder. Aber gehen wir ins fünfzehnte Jahrhundert zurück und nach Konstatinpbel. Da stickt eine Anna bei einer Witew, stieht deren Wein und läßt sich dafür Altgriechisch beibringen. So fällt ihr dann das Manuskript in die Hände, das Omeir, der zum Krieg dorthin geschickt wird, nach ihrem Tod nach Urbino bringt, aus dessen Klosterbiliothek, es glaube ich, herkommt.

So ganz habe ich den welt- und zeitumfassenden Inhalt nicht verstanden und reime es mir selbst zusammen und Konstanze entdeckt in ihrer virutellen Bibliothek, unterstützt von einem Computerhund, ,das Buch, bzw. daß es auf dem Nachtkästchen ihres Vaters lag. Wie kam es dorthin? Er war natürlich eines der Kinder, die Zenos gerettet hat und interessant, interessant, kann ich nur sagen und äußerst spannend, wie sich dieses Buch in der Weltliteratur behaupten wird.

Wir es da ja schon als „Weltbestseller“ bezeichnet, „Dieser ganze Roman ist einfach ein großes und stauneswertes Geschenk“ schreibt Booklist, USA. Ö1 hat es, glaub ich, ebenfalls besprochen und da muß ich noch auf das Motto hinweisen, das es auf den ersten Seiten gibt, das natürlich auf Aristophases und seine „Vögel“ hinweist.

2022-01-21

Daniel Wisser über den Abbau der Demokratie

Ein tolles Thema habe ich gedacht, als ich das Literaturhausprogramm durchgegangen bin und ich bin wahrscheinlich ähnlich, wie bei Gustav Ernst und Peter Henisch auch irgendwie eine Fanin von Daniela Wisser, den ich als sehr politisch einschätze und einmal, glaube ich, bei einer Wohnzimmerlesung im Amerlinghaus mit seinem „Ritterbuch“ kennenlernte.

„Wow!“, habe ich gedacht „Wenn das geht, dann schaffe ich das auch!“

War ein Irrtum natürlich und Daniel Wisser habe ich bei einigen Lesungen im Literaturhaus, im Musa und auch anderswo gehört, beim „Alpha“ war er mit einem „Klever-Buch“ nominiert, dann hat er für mich überraschend den Öst gewonnen, den letzten Roman kenne ich nur von Lesungen, aber vielleicht finde ich es einmal. Da geht es um die Entwicklung der Sozialdemokratie und inzwischen scheint Daniel Wisser zu den Kolumnisten gegangen sein, wo er das politische Geschehen kommentiert, das ist jetzt bei „bahoe books“ als Buch herausgekommen und als ich das bemerkte habe ich mich gefreut, denn ich würde ja sehr gerne im Literaturhaus oder wo auch immer über das Corona -Thema diskutieren, das ich auch für sehr politisch halte.

„Welch ein irrtum!“, kann man wieder sagen oder da wurde ich enttäuscht, denn das wurde, wenn überhaupt, ganz anders, als erwartet diskutiert und ein mächtiger Diskussionpartner war Armin Thurnher, der für mich überraschend sehr lange Haare hatte.

„Ist er nicht geimpft?“, habe ich mich erstaunt gefragt. Ist er wahrscheinlich schon, denn sonst käme er nicht in das Literaturhaus hinein und die beiden oder drei Herren Diskussionsleiter war einer von „bahoe books“ namens Rudi Gradnitzer statt dem angekündigten Oliver Das Gupta, sind auch mit Masken aufgetreten und dann ging es los mit der Diskussion und da begann es mit dem System Kurz und auch dem Ibiza-Video, denn es stimmt schon, die Jahre seit 2015 hatten es sehr in sich und da hat es wahrscheinlich mehr als eine 180 Grad Drehung gegeben, war da ja schwarz-blau zu bekämpfen und einen Bundespräsidenten Hofer zu verhindern. Dann kam Kurz an die Macht und hat sich das, wie wir jetzt wissen, mit seinen Buberl gerichtet. Der ist jetzt weg oder ins Siicon Valley abmarschiert und 2020 hat Corona begonnen und die Linken und die Grünen haben seltsamerweise nichts gegen die massiven Grundrechtsverletzungen, sehen sie aus lauter Virenangst nicht und sehen offenbar nicht, daß da ja sehr viel unlogisch ist.

Weil die FPÖ das anspricht ist man automatisch ein Rechtsexetremer, wenn man sagt, daß man sich nicht impfen lassen will, im Schuhgeschft nicht seinen Ausweis zeigen und auch nicht gezwungen werden will, im Freien eine Maske zu tragen, weil ich denke, daß jeder das eigenverantwortlich machen kann und man dazu nicht eine solche Entmündigung braucht und vor allem habe ich Angst, daß das so bleiben wird, sind ja auch die Sicherheitsverschärfungen nach nine elefen nicht zurückgenommen werden und Viren wird es immer geben.

Nun ja, nun ja, darüber hätte ich gerne diskutiert und tue das ja auch im Literaturgeflüster seit zwei Jahren und meine Kolumnensammlung ist das „Corona-Texte-Buch“ und so wurde die Corona-Krise ausgelassen oder nur kurz erwähnt, daß man eine bessere Impfkampagne machen hätte können und es gibt ja auch ein dickes Buch von „bahoe- books“ namens „Virenregime“, das einmal in der „AS“ vorgestellt wurde und das mir der Alfred einmal brachte, ich aber noch nicht gelesen habe, das kann ich noch tun, wenn ich mit meiner Vorjahrsleseliste fertig bin und jetzt also mit dem Sprachgewaltigen Armin Thurnher durch die Medienlandschaft und die Medienskandale, da kennt er sich gut aus und, ob die Regierung jetzt wirklich besser ist, weil Kurz nicht mehr Bundeskanzler ist, glaube ich eigentlich nicht und wüßte wirklich nicht, was ich wählen sollte, wenn es Neuwahlen gäbe?

Die ÖVP habe ich nie gewählt und die FPÖ wähle ich auch in Corona-Zeiten nicht, obwohl die das sagen, was ich mir denke und wenn das Madeleine Petrovic auch tut, dann ist sie prompt eine Schwurblerin. Ich gelte das wahrscheinlich auch, obwohl es auf meinen Blog eigentlich sehr ruhig ist und ich mir das Wisser-Buch natürlich wünsche. Vielleicht finde ich es mal im Schrank. Eine „bahoe-book“ habe ich dort schon gefunden und bei „Amazon“ werde ich es nicht bestellen, höchstens beim Verlag und da brauche ich eigentlich gar nicht Barbara Zwiefelhofers Empfehlung, daß ich das nicht soll, obwohl Armin Thurnher meinte, daß man ohne das Buch zu kaufen, den Saal nicht verlassen dürfe. Da ich dort nicht war, weil ich keine Maske trage und mich nicht impfen lasse, bestand da keine Gefahr.

2022-01-20

Grillparzers hundertfünfzigster Todestag und Impfpflichtdebatte im Parlament

Franz Grillparzer der grantige Rebell und österreichische Hofdichter ist am einundzwanzigsten Jänner 1872 in Wien gestorben, deshalb sind ihm diese Woche die „Gedanken für den Tag“ gewidmet, in denen ihm der Germanist Arno Dusini neu beleuchtet. Denn er war offenbar gar nicht so grantig und verstaubt, wie ich als Hauptschülerin seine Gesamtausgabe gehalten habe, sonder hat seine Mitarbeiter in dem Hofarchiv, das heute das Literaturmuseum ist, mit den Worten „Ich freue mich bei Ihnen zu sein!“, begrüßte und am Mittwoch hat er den „Witz der Zensur“ beleuchtet. Ich habe mir die Sendung vier Minuten vor sieben vor dem Morgenjournal angehört und dann die Ruth, die ja ein Buch über seine Reisen geschrieben und im Frühjahr vor dem Denkmal drei Privatissimenveranstaltungen abgehalten und aus ihrem Buch gelesen hat, darauf aufmerksam gemacht, weil ich dachte, es würde sie interessieren und die ist ja Mitglied der Grillparzer-Gesellschaft und die hat mir gesagt „Donnerstag um drei legt die Gesellschaft einen Kranz vor dem Denkmal nieder!“

Nun bin ich ja nicht so ein besonderer Fan des grantigen alten Herrn, bin aber schon von diversen Impfkritikern auf Demonstrationen aufmerksam gemacht worden, die am Donnerstag ab neun vor dem Parlament stattfinden würden, denn da wird heute das Impfpflichtgesetz abgestimmt.

„Scheiße!“, habe ich gedacht, denn da hatte ich zwei Stunden, aber wenn ich um drei zum Grillparzerdenkmal marschiere und die Ruth treffe kann ich schauen, ob noch Reste von der Demo treffe.

Dann habe ich gehört, es gibt eine Bannmeile dreihundert Meter um das Parlament, aber das wird jetzt renoviert und ist derzeit in der Hofburg untergebracht und um das Impfpflichtgsetz das ja heute beschlossen werden soll, geht es rund her. Es hat sich um Madleine Petrovic eine Gruppe „Grüne gegen Impfpflicht“ gebildet und verschiedene Abgeordnete haben gemeldet, daß sie dagegen stimmen würden, so zum Beispiel einige der Neos. Es gibt große Diskussionen, wie verfassungswidrig der Entwurf ist und ob es Angesichts Omikron, das ja bald durchgeschoßen sein wird, noch notwendig sein wird? Elga kann es vor April auch nicht abwickeln, deshalb soll es drei Phasen geben, die erste, wo es eine Impflotterie als Anreiz geben soll. Jeder zehnte gewinnt einen Gutschein, dann wird von der Polizei kontrolliert und anschließend bekommt man den Strafbescheid, wenn noch notwendig.

Also sehr turbulent und viele Demos, bevor wir in Richtung Volksgarten aufbrachen, hörte ich in Oe24 TV, der Ring ist gesperrt und es gibt eine Demo am Platz der Menschenrechte, aber wir haben nur ein paar „Grüne gegen Impfpflicht“ vor dem Parlament gesehen, sowie ein paar Polizeiautos und haben auch lange den Eingang in den Volksgarten gesucht, wo es vor dem Denkmal um dreiviertel drei nur eine Dame mit Hund zu sehen war. Deshalb bin ich den Volksgarten abgegangen, um die Absperrungen zu suchen. Der Hmmel war dunkel, aber der Blick zum Burgtheater sehr sonnig und als Fotomotiv geeignet und als wir zurückkamen, lag ein kleiner Kranz schon vor dem Denkmal und ein Foto wurde auch geschossen. Die Ruth war noch nicht da, weil sie eine Vorlesung hatte.

Kam aber später, als es schon zu schneien angefangen hatte und innerhalb zehn Minuten war der Boden schneebedeckt, trotzdem hat eine Dame eine Rede vorgelesen, die zu seinen achtzigsten Geburtstag gehalten wurde. Dann zerstreuten sich die circa acht Teilnehmer. Morgen wo der Todestag sein Jubeläum hat, wird am Hietzinger Friedhof noch ein Kranz niedergelegt, aber ich bin ja kein Mitglied der Gesellschaft. So sind wir mit der Ruth in Richtung Oper gegangen, wo wir am Ring ein paar Leute mit einer Österreichfahne, also Restdemonstranten, stehen sahen und wir wollten am Würstlstand bei der Oper einen Glühwein trinken, aber der war schon aus, so sind wir über den Naschmarkt nach Hause gegangen, wo mich dann OE24 -TV darüber informierte, daß es doch Demonstranten gab und die habe ich auch schon am Vormittag via TV gesehen, wo sie von der Polizei in den Volksgarten abgedrängt wurden. Jetzt standen sie in der Rotenturmstraße und wurden von der Polizei zur Ausweiskontrolle aufgefordert und Wolfgang Fellner informierte, daß sich einige Abgeordnete krank gemeldet haben, weil sie nicht für die Impfpflicht stimmen wollten, so daß schließlich achtzig Prozent der anwesenden Abgeordneten, hauptsächlich ohne FPÖ für die Impfpflicht stimmten.

Am Abend hat es dann eine Zoom-Sitzung mit dem Bloggerdebut gegeben, wo ja am ersten Februar das neue Gewinnerbuch bekanntgegeben wird und darüber gerätselt wurde, ob die Leipzigerbuchmesse heuer stattfinden wird.

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