Literaturgefluester

2023-06-04

Schneewittchen und der kopflose Kurator

Als wir während wir auf unserer Main-Radreise in Schweinsfurth waren, habe ich mir beim „Hugendubel“ fünf Bücher aus einer Ein-Euro-Abverkaufkiste gezogen.

Eines war Christian Saehrendts „Schneewittchen und der kopflose Kurator“, das ich mir kaufte, weil ich auf die Schneewittchen-Stadt Löhr, auf die mich der Andreas H. in Leipzig aufmerksam machte, neugierig war.

Inzwischen waren wir in Löhr und in Hanau. Ich habe über die Grimmsche Märchenstraße ein bißchen gegoogelt und die „Verwandelten“ ausgelesen, dann mir das PDF der „Zwei und vierzigjährigen Äffin“ vorgenommen und gedacht „Jetzt brauche ich was, das ich auf der Bahnfahrt von Mainz nach Wien lesen kann!“ und habe mich für den „Reisefühhrer für Documenta-Besucher, Romantiker und Horrorfans“ entschieden, denn in dem Buch geht es um die „vierzehnte Documenta“, die prominente Kunstmesse, die 2017 in Kassel stattfand und der 1968 dort geborene Kunsthistoriker Christian Saehrendt hat dafür sein 2016 erschienenes „Ist das Kunst oder kann das weg?“ neue überarbeitet, was bei mir einige Fragen aufwarf, die auch nach dem Lesen nicht ganz beantwortet wurden, obwohl das Buch interessante Aufschlüße gab und ich ja mehr an den Grimmschen-Märchen, als an der „Documenta“, auf der ich noch nie war, interessiert bin.

Daß Kassel in Hessen, wie Frankfurt und Hanau, liegt, habe ich mitbekommen und Christian Saehrendt versucht, wenn ich es recht verstanden habe, die Grimmsche Märchenwelt in die „Documenta“ zu integrieren, was sicher ein interessanter Ansatz ist, wenn ich mich als „Documenta-Besucherin“ in das Buch einlese und denke „Aha, das „Schneewittchen“ gibt es auch!“

Bei mir ist es umgekehrt. Es gibt die Grimmschen Märchen, die von den in Hanau geborenen Brüder Grimm gesammelt wurden und dann noch die „Documenta“, die offenbar seit den Fünfzigerjahren alle fünf Jahre stattfindet und vielleicht komme ich mal hin, das wäre interessant.

Und nun zu den einzelnen Kapiteln, die mit dem „Hessenland, Märchenland, Heimatland des Horrors“ beginnen.

Da bestätigt Christian Saehrendt etwas, was ich mir in Lohr auch dachte, als ich den Touristenführer las, daß sich da einige Orte, die Märchen an sich gerissen haben und sich als den Entstehungsort betrachten. Da gibt es beim „Schneewittchen“, die kleinwüchsigen Bergarbeiter, also Knder, die zur Bergarbeit gezwungen wurden und sich nicht recht entwickeln konnten und dann macht es Christian Saehrendt noch besonders makaber und kommt auf den Horror, denn in Hessen gibt es offenbar viele Orte mit seltsamen Namen wie „Machtlos,“ „Starklos“, Sterbfrtz“, „Eiterhagen“, „Eiterfeld“, „Wüstenfeld“, etcetera und dann kommt er zu den Leichen oder den Totenköpfen, die in dieser Gegen schon gefunden wurden und macht den Rückschluß auf die Sagen und Märchen der Gegend.

Es gibt den „Kannibalen von Rotenburg“ und die Nazis, die die Autobahn bauten, auf der man nach Kassel kommt. Da sind wir schon beim zweiten Kapitel „Auf der deutschen Märchenstrasse in die Documenta-Stadt“.

Das dritte und viertel Kapitel geben einen kleinen Abriss in die Geschichte von Kassel aus der der Autor ja stammt und dann kommt das umfangreichste Kapitel, das eine Einführung in die schon stattgefundenen „Documentas“ gibt, die nach dem Krieg in die kriegszerstörte Kleinstadt, eine der größten experimentellen Kunstmessen brachte, wo Joseph Beuys, Keith Haring und so weiter, ihre Werke ausstellten.

Dazu kommen die Geschichten von den Putzfrauen, die, die Werke für Müll hielten und entsorgten oder die, der Besucher die riefen „Mein kleiner Fritz kann das auch!“ und Bilder von Wehrwölfen, einem Schneewittchen und vielen Ausstellungsstücken, sowie einen Anhang gibt es ebenfalls.

Ein interessantes Buch und ein interessanter Rundumschlag von der Märchenstraße zu der zeitgenössischen Kunstmesse in einer offenbar eher kleinen Stadt und ich bin, kann ich anmerken, mit dem „Reiseführer“ gut nach Hause gekommen. Kann damit meine Main-Reise abrunden und wieder zu meiner üblichen Leseliste zurückkehren.

Wie das mit dem „Kopflosen Kurator“ gemeint ist, habe ich zwar nicht verstanden, aber Christian Saehrendt wird sich schon was dazu gedacht haben.

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2023-06-03

Vom Main zum Kuba-Fest

Gut zurückgekommen von der vierzehntägigen Main-Radfahrt von Bamberg nach Mainz. Inzwischen ist der Sommer nach Wien gekommen und die kubanische Gesellschaft feierte ihr jährliches Sommerfest.

Seit der Alfred von ein paar Jahren mit dem Karli in Kuba war, ist er Mitglied der Gesellschaft und geht fast jeden Montag zu den wöchentlichen Veranstaltungen. Ich eher weniger, obwohl ich mich da ja wahrscheinlich mit dem Omikron-Virus angesteckt habe. Zu den Sommerfesten aber schon und ein paar Mal war ich auch bei den Vorträgen, die die Ruth dort gehalten hat und die habe ich bei den letzten Sommerfesten auch dort getroffen.

Heute aber nicht, obwohl ich sie am Vormittag angerufen und mich danach erkundigt habe. Sie hatte aber am Abend eine Veranstaltung, so bin ich am Nachmittag, als ich alle Befunde ausgedruckt und meine Abrechnung fertig gemacht habe, hingegangen.

Der Alfred war schon da, denn er ist von der Gesellschaft sehr begeistert, obwohl es heute ein spannendese Alternativprogramm gegeben hat. Nämlich der Parteitag der SPÖ, wo sie, nach dem sie die Frau an der Spitze endlich abserviert hatten, den neuen Vorsitzenden wählten. Den eher konservativen Hans Peter Doskozil und den als Linken bezeichneten Andreas Babler, der in seiner Wahlkampfrede von seiner Arbeiterkindjugend schwärmte und allen armen Kindern ein tägliches warmes Mittagessen versprochen hat.

„Mit uns kommt die neuen Zeit, Genossen und Genossinnen!“, hat er ständig empathisch ausgerufen und die Kommentatoren waren sich nicht einig, wer jetzt besser ist und wer gewinnen wird?

Der Newcomer aus Traiskirchen oder der Landeshauptmann von Burgendland, der dann auch, wie bei der vorher stattgefundenen Mitgliederbefragung knapp geonnen hat.

Das habe ich mir ein bißchen gegeben und anstonsten alles, was sich in den letzten vierzehn Tagen angesammelt hat, aufgearbeitet.

Alles nicht, denn ich sollte ja das Gstöttmaier-Buch lektorieren, das bei der nächsten „Buch-Wien“ präsentiert werden soll. Habe auch schon die Texte durchgesehen und mein Nachwort geschrieben, kann weil ich noch immer keinen eigenen Computer haben, die Texte nicht in mein Programm aufnehmen, was mich etwas nervös macht, daß ich jetzt wieder bis Montag warten muß, ob ich dann entlich den neuen Computer bekomme.

Den Alten habe ich zwar nach Leipzig zurückbekommen, hat aber nur ein paar Tage funktioniert und den Neuen hätte ich ein paar Stunden vor unserer Reise bekommen.

Ansonsten warten meine beiden Texten, den „Ukraine Blues“ und die „Drei Frauen“, die ich noch korrigieren muß und dann lesen lesen lesen.

Eigentlich sollten wir in zwei Wochen nach Frankreich fahren, aber dann kann ich den Text nicht korriegieren, vor Montag kann ich ohnehin nichts machen.

Also langsam wieder in Wien angekommen und weil ich sehr ungeduldig bin, habe ich nach ein paar Stunde und zwei Mojitos, das Kuba-Fest wieder verlassen und höre mir im OE 24 an, wie die Wahl von Hans Peter Doskozil aufgenommen wurde.

Und in Essen wird heute der „Blogger-Debutpreis“ an Ursula Knoll vergeben, wäre, wenn wir das besser organisiert hätten, fast ausgegangen, wieder hinzukommen.

2023-06-02

Bamberg – Mainz drei Jahre verspätet

Filed under: Reisebericht — jancak @ 07:41
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Wir sind ja mit der kleinen Anna ein paar Mal den Radweg von Passau nach Wien gefahren, das heißt einmal sind wir bis nach Ybbs ,das andere Mal nach Melk gekommen.

Dann ist die Ruth 2007 mit ihrem Verlag die „Doanu hinunter“ in Pension gegangen und wir sind mit ihr von Ybbs bis nach Regensburg gefahren. Die „Dichterkarawane „ist bis Bamber weitergegangen und vor ein paar Jahren sind wir von Ulm bis Regensburg gefahren und haben dabei das Deutsche Lesen erprobt.

Mit der Ruth sind wir dann noch zum siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren und dann noch einmal um den Neusiedlersee und vor drei Jahren wollten wir den Main-Weg entlang radeln, ob das der Alfred schon plante, weiß ich gar nicht mehr so genau, denn es kam ja bekanntlich Corona und alles war gestoppt.

Den Sommer 2020 sind wir zwar bis nach Strobl und dann noch ins Burgenland ins Künstlerdorf zu einer Lesung gekommen und 2021 haben wir die Ruth zwei Wochenende lang bei der „Kittner- Stiftung besucht.

2022 war dann alles wieder fast normal wir sind im Sommer zuerst nach Kroatien gefahren und dann noch ein paar Tage mit der Anna, dem Andreas und der kleinen Lia, die ja jetzt bald vier wird, nach Ungarn und heuer hatte der Alfred der sich ja seit 2020 in Pension befindet, große Pläne.

Der Karfreitag n Trapani ist ihm da vorgeschwebt, dann „Literaur und Wein“ und endlich wieder Leipzig und dann den Radweg den Main entlang von Bamberg nach Mainz und da sind wir am Donnerstag zu „Christi Himmelfahrt“ auch losgefahren.

Vom Hauptbahnhof, wo wir eine Stunde zu früh eintrafen, so daß ich zwischen einer Sandlercrew gewartet habe, die den Feiertag offenbar dazu nützten um nah Bratislava zum billigen Saufen zu fahren. Wr haben aber den Zug in Richtung Dortmund genommen, der sehr voll war. Kinder, alte Leute, ein Ehepaar, das seine diamtantene Hochzeit feierte und das via Handy ihrer ganzen Verwandtschaft mitteilten.

Bis Nürnberg sind wir gefahren. Das Ehepaar ist schon eine Station früher in Regensburg ausgestiegen. Wir in Nürnberg umgestiegen, in einenTug der nach Würzburg und zur Hälfte nach Leipzig gefahren ist.

Eine junge Frau mit Rad hat uns erzählt, das sie auf den Weg sei ihrern Geburstag mit einer Thüringer Bratwurst zu feiern. Ein Bamberger hat uns Tipfs für den Bierkeller zum Mittagessen gegeben.

Das war aber erst nach drei, als die Bierkeller schon ihre Mittagspause hatten, so daß es schwer war, um vier etwas zu essen zu bekommen, was für mich die Frühesserin ohnehin sehr spät war.

Drei Bratwürstl mit Sauerkraut sind es dann trotzdem geworden und in einem Bierlokal sind wir auch in eine laute, ausgelassene Gesellschaft gekommen. Es war ja ein Feiertag, daher eine gute Stimmung, bevor wir uns in unser „Bed und Breakfast-Quartier“ zurückgezogen haben.

Am Freitag sind wir dann durch den überfüllten Morgenverkehr zur Regnitz und dann zum Main gefahren, um ins Altstadthotel nach Hassfurt zu kommen.

Es war für mich ein wenig schwierig mich mit dem Gepäck und dem Klapprad durch die überfüllten Straßen zu fahren, habe ich ja keinen Führerschein und kenne mich daher mit den Verkehrsregeln nicht so aus, so daß ich durch die Städte meistens schiebe und in Wien überhaupt nicht Rad fahre. Außerdem war ich bezüglich meiner Kondition doch nicht so sicher, hat die ja während der Pandemie ziemlich gelitten, dann ist es aber doch gut gegangen, auch wenn ich cirka um vier ziemlich erschöpft im Altstadt Hotel eingetroffen bin.

Zu Mittag haben wir in einen netten Biergarten gegessen, den wir gar nicht so leicht gefunden haben und da eine Weile an einer versperrten Pizzeria vorbei, herumgefahren sind.

Schaufele mit Klössen und Sauerbrot, beziehungsweise Hackbraten mit Kartoffelpürree und dazu natürlich Bier beziehungsweise habe ich einen Rotling dazugetruken, der als eine fränkische Spezialität gilt.

Nach der Blogging-Pause sind wir dann nochmals durch die Stadt gegangen, ich habe einen riesigen Erdbeereisbecher gegessen, wir haben die beide Stadttürme angeschaut, sind an den Main gegangen und ich habe den offenen Bücnherschrank entdeckt, in Bamberg habe ich darauf vergessen und dann noch auf ein Glas Wein in eine Weinstube, nur auf eines, denn ich war ja sehr erschöpft und wollte auch noch ein bißchen geworden. Drei sind es dann beim Alfred geworden, bei mir waren es eineinhalb und wir haben uns intensiv mit einem Ehepaar aus Schweinsfurth unterhalten, wo wir ja morgen hinfahren und das war sehr interessant, wem man da alles zufällig kennenlernen kann.

Am Samstag konnte man dann schön beobachten, wie die Gäste, die wir im Frühstücksraum trafen, sich für ihre Radtour vorbereiten, den Helm aufsetzen, die Räder aus der Garage holten und die Kinder in den entsprechenden Anhänger setzten.

Am Kirchplatz ein Feuerwehrjugendfest statt, wo die Tische gerade aufgestellt wurden und der Weg nach Schweinsfurth war sehr idyllisch, zwischen dem Main, den Feldern und der Bahn gelegen, die Räder mit den Kinder überholten uns und wir haben zu Mittag im Cafe Rohr in Schonungen Halt gemacht, was uns gestern empfohlen wurde. Da waren wir schon vor zwölf, so konnten wir die Gäste b eim Frühstücken beobachten. Ein alter Mann hatte, glaube ich, Geburtstag und hat das entsprechende Geschenk bekommen, ein junger Mann mit einem kleinen Mädchen bestellte fünf Eier, Lachs und Palatschinken ohne Zimt und Zucker. Dann waren wir schon bald in Schweinsfurth, wo überall, im Hotel aber auch der Straße Schweine aufgestellt waren, vor denen man sich auch fotografieren konnte. Ich habe mir eine neue Sonnenbrille gekauft, weil meine alte kaputt gegangen ist und bin dann gleich in einige Buchhandlungen hineingestolpert. so gab es beim „Hugendubel“ eine „Ein-Euro-Kiste mit interessanten Büchern und für den Balzano, den ich mir in einer anderen Buchhandlung um drei Euro gekauft habe, habe ich eine altmodische, handschriftliche Quittung bekommen und das Wetter ist schön, was ja auch erfreulich ist.

Am Abend haben wir dann noch eine kleine Stadtrunde gemacht, sind an der alten Stadtmauer vorbei worüber viele dunkelhaarige Jugendliche vorbei, wieder zu einer Brauerei gegangen und haben Bier beziehungsweise Wein getrunken. Interessant ist, daß bei vielen Lokalen alle Tische reserviert sind und man sich erst platzieren lassen muß.

Und dann am Sonntag mit einer Fähre über den Mai gefahren, das Storchennest dabei versäumt und dreißig Kilometer nach Volkach ins Weingsthaus Rose gefahren. Hier haben wir im Gastgarten Cordon Bleu und Bratwürste gegessen und auf das Zimmer gewartet. Das hat ein bißchen gedauert, so sind wir zu spät zu der spätgotischen Kirche Maria am Weinberg, zwischen Weinbergen gelegen mit dem Riemenschneider Altar gekommen ist und wir nur zu einer Weinprobe kamen und wir uns dabei wieder sehr nett mit ein paar Leuten unterhalten haben.

Das Frühstück im Hotel Rose war sehr exzellent. Es hat, glaube ich, sogar Sekt gegeben. Zumindestens haben zwei dicke Damen, die wir dann mit Helm bei der Radgarage getroffen haben, welchen getrunken.

Lachs, russische Eier, viele Käsesorten, Eier und Speck, Natursäfte und sogar einen Apfel-Ingwersaft zum Kraftauftanken und bezüglich Kaffee konnte man wählen, ob man den aus der Kanne oder vom Automaten, also Cappucchino statt Filter wollte.

Dann in Richtung Kitzingen, die Mainschleife zwischen den Weinbergen entlanggefahren. Irgendwo bei einem Weingut, wo schon was los war, Halt gemacht und dann das Mittagessen in dem Gasthaus vis i vis des Klosters Münsterschwarzachs, wo gestern die Büchertage stattfandenl, die wir nicht erreichten, aber jetzt das Programm gefunden haben, eingenommen. Eine christliche Buchmesse mit viel Ansem Grün und Navid Kermani.

War sicher interessant und ich habe mir auch ein paar Prospekte und Buchjournale zum Schmökern mitgenommen. Der „Fränkische Hof“ in Kitzingen scheint sehr rührig. Ein schönes altes Hotel mit einem fürsorglichen Wirt, der selbst die Semmeln für das Frühstück einkaufen gehen wird und dann waren am Montag alle gespannt, wie die SPÖ-Mitgliederbefragung ausgegangen ist? Ein Vorteil, wenn man den Laptop bei sich hat, so daß keine Informationen verlorengehen.

Dann doch noch einmal in die Stadt gegangen, den offenen Bücherschrank entdeckt, der genau gegenüber einer Buchhandlung lag, so daß auch ein Leseexemplar von Ljudmila Ulizkaja allerdings schon aus dem Jahr 1998, drinnen gelegen ist. Dann habe ich im Gastgarten des „Bayrischen Hofs“ ein Glas Wein, der Alfred zuerst noch ein Bier getrunken und heute ist es bei nicht so guten Wetter nach Würzburg gegangen, neununddreißig Kilometer und ich war schon in der Früh erschöpft.

Mittagspause in Sommerhausen im „Ritter Jörg“, was sich als ein italienisches Restaurant mit fränkischer Küche entpuppte. Also der Koch offenbar Italiener, die Kellner haben untereinander auch so gesprochen. Die Spargepasta war leider schon aus, so habe ich mit Käse und Spinat gefüllte Ravioli gegessen und der Weg nach Würzburg hat sich dann gezogen und zu regnen hat es kurz auch angefangen.

In Würzburg waren wir schon zweimal, einmal haben wir in einem Luxushotel hoch in den Weinbergen logiert, das zweite Mal, als wir zuerst nach Essen und dann nach Leipzig gefahren sind, im „B&B“, wo wir zum Glück auch jetzt logieren, obwohl das Hotel ziemlich am Ende der Stadt liegt.

Dann habe ich eigentlich ins Literaturhaus streamen wollen, um mir die Buchpräsentation mit Klaus Kastberger anzuhören. Aber die Würzburg an der alten Mainbrücke gibt es ja den Weinausschank und das habe ich versäumen wollen und den Bücherschrank, den ich, glaube ich, schon das letzte Mal gesehen habe, wollte ich auch wieder besuchen.

Am Mittwoch nach dem Frühstück haben wir am Radabstellplatz zwei Leute gesehen, die sich über unsere Rädchen wunderten, die nach Wertheim wollten, wo wir dann am Freitag hinkommen und uns zweimal überholten. Wir sind laut Alfred sehr schnell die dreißig Kilometer nach Karlstadt gefahren, das Zimmer war noch nicht fertig und so sind wir zuerst essen gegangen. Spargel mit Schinken und Käse. Die Kellner sehr nett und die ältere Radherrenrunde haben meistens Schäufle, diese riesigen Fleischportionen bestellt.

Die heurigen „Bachmannpreis-Leser“ wurden heute auch bekanntgegeben. Aus Österreich werden Robert Prosser, Helena Adler, Mario Wurmitzer und Anna Felnhofer lesen. Von den anderen Autoren ist mir noch Andreas Stichmann bekannt und wir sind dann noch am Nachmittag auf die Karlsburg gegangen und haben am Main einen Pink Hugo getrunken.

Dann sind wir nach Lohr weitergefahren, das sich als „Schneewittchenstadt im Spessart“ ausgibt, behauptet, daß Schneewittchen eine Lohrerin war, weil die Gebrüder Grimm in Hanau lebten, wo wir auch noch hinkommen werden.

Es gibt einen Schneewittchenwanderweg, im Ausmaß von fünfunddreißig Kilometer. Den werden wir wahrscheinlich nicht ganz oder überhaupt nicht schaffen. Zwei Zwerge haben wir aber schon gesehen, die, wie die Schweine in Schweinsfurth überall in der Stadt aufgestellt sind und Fotos von der Schneewittchenstadt hat mir schon der Andreas Hundertmark gezeigt, als wir in Leipzig waren.

Das Frühstück im „Bundschuh“ war dann sehr exquisit mit Aussicht in einen schönen Garten. Es gab sogar Spiegeleier mit Schinken nach Wahl und dann losgefahren. Zweiundvierzig Kilometer in Richtung Wertheim. War gar nicht so arg, weil ein schöner Weg. Nur mit dem Mittagessen war es etwas schwierig. Denn da gab es zwar ein Lokal mit Namen „Ritter“, im Führer sehr empfohlen. Dann ein Schild, daß es im Sommer 2022 wieder aufgesperrt wird, aber jetzt haben wir schon 2023.

Also weitergefahren. Dann gab es Wurstsalat bzw. Flammkuchen in einem Campingplatz. Die Kellnerin wie alle hier sehr freundlich und das Hotel in Wertheim an der Tauber mit Blick auf den Fluß war auch sehr schön.

Am Abend eine Mainrunde gedreht, dort wo die Tauber hinfließt, eine Weinschorle auf einer Bank getrunken und dann noch einen Hugo bem Schoppen-Fenster am Hauptplatz, wo sich ein paar Leute unterhielten, eine Holländerin Rambazamba haben wollte und der Alfred enttäuscht, daß um acht alles ziemlich leer war.

Am Pfingstsamstag nach Miltenberg geradelt, dabei in einem Biergarten in Dorfprozelten Halt gemacht, gut gegessen und bei sehr schönen Wetter weitergeradelt.

Am Sonntag dann weiter nach Aschaffenburg, bei schönen Wetter und viel Radverkehr, in einen kleinen Biergarten oder Schnellpizzarestaurant Rast gemacht und dann am Nachmittag im Aschaffenburger-Hof angekommen.

Am Abend dann ein Spaziergang durch das Schloss und durch den Park, der wie ein Labyrinth anglegt war, so daß wir lange brauchten bis wir den Main erreichten, wo offensichtlich das Pfingstfest, das schon von oben zu hören war, stattfand. Bänke und ein paar Buden, wo man sich Wein und Bier und was zu essen kaufen konnte und es war sehr interessant zu beobachten, was sich für Leute mit ihren Hunden auch ohne dort einfanden.

Der Alfred hat ja befürchtet, daß am Sonntag und den Feiertagen nur schwer ein offenes Restaurant zu finden sein wird, was sich für den Pfingstmontag, wo wir nach Hanau radelten, wo es die Grimms-Festspiele gibt, auch bewahrheitet hat.

Es gibt ja am Main relativ wenige offene Restaurants oder Biergärten und die die es gab, waren oft verschlossen. In Großauheim in der Nähe von Hanau, wo ich schon etwas hungrig war, haben wir die singenden Stimmen einer Pfingstprozession gehört, sind über die Brücke gefahren und eine freundliche Dame, die uns gleich als Wiener erkannte, hat uns zwei italiensiche Restaurants empfohlen, die aber geschlossen waaren.

Bei der Prozession am Main gab es zwar eine Bratwurstbude, wo man gegen Spenden etwas haben konnte, wir sind aber doch nach Hanau weitergefahren, wo wir in einem türkischen Restaurant, wo es keinen Alkohol, aber einen Gratistee und türkische Nachrichten gab, dann vor zwei noch etwas essen konnte. Ich einen Adana-Kebab, der Alfred Sardinen genommen und das City Hotel, wo wir gebucht haben, lag außerhalb der City an einer befahrenen Straße. Wir mußten den Rezeptionisten oder Wirt herbeirufen, der dann mit dem Auto angefahren kam und den Schlüßel ausgab. Frühstück gibt es keines, dafür ist aber ein mexikanisches Restaurant im Haus.

Dann haben wir natürlich das Brüder Grimm Denkmal, die rote Schals umgebunden hatten, angesehen und eine Figur des Märchenpfads entdeckt. Einen Bücherschrank gab es auch, sogar einen sehr großen und da lag unter anderen Gert Jonkes „Der ferne Klang“ darin, mit dem er ja 1977 den „Bachmannpreis“ gewonnen hat und der Alfred war ein wenig enttäuscht, weil Hanau zwar eine Märchenstadt ist, aber keine richtige Altstadt hat.

Am Dienstag einen Kaffee und einen Schokoplunder bei der nächsten Bäckerei konsumiert und dabei einen Mann oder eine Frau auf der anderen Straßenseite beobachtet, die jeden um Zigaretten anschnorrte, obwohl es bei der Bäckerei einen Automaten gegeben hat.

Den Weg nach Frankfurt dann nicht gleich gefunden. Es hat lange gebraucht, war aber ohnehin nicht so weit. Zu Mittag in einem schönen, aber auch teuren Gastgarten am Main Rast gemacht, wo sowohl Radfahrer einkehrten, als Leute, die im Anzug zum Geschäftsessen kamen.

Ja, Frankfurt ist eine Bankerstadt und die Skyline, die ein wenig an New York erinnert, konnten wir auf der Fahrt ins Hotel auch bewundern. Das Hotel Flemming liegt direkt neben dem Literaturhaus, aber da gab es am Dienstag kein Programm. Nur die Clemens J. Setz Poetikvorlesung in der Goethe Uni. Das hatte ich schon in Wertheim ergoogelt und dorthin sind wir dann auch aufgebrochen.

Vorher zwei Bücherschränke abgesucht. Angeblich gibt es dreiundsiebzig in Frankfurt. Ja, Frankfurt ist eine Bucherstadt in der wir schon zweimal 2000 und 2002 bei der Buchmesse waren. Wir haben nur zwei aufgesucht. Den einen, der sich im Hof des „Haus des Buches“ befindet, wo sich sowohl der „Börseverein des deutschen Buchhandels“, als auch die „Büchergilde“ befindet und einen anderen in der Buchgasse.

Da hat sich offenbar wer was dazu gedacht. Ich habe aber, weil die Tragetasche schon sehr voll, nichts genommen. Nur bei einer Buchhandlung etwas später ein paar Leseproben. Der Weg zu Uni war sehr schön und lang. Zweimal haben wir in einem Biergarten, wo auch gegrillt wurde, Halt gemacht und Clemens J. Setz in Frankfurt zu erleben war auch sehr interessant. Sein Buchpreisbuch habe ich gelesen und ihn das letzte Mal vor vier Wochen auch in Leipzig gesehen.

Nach einem opulenten Frühstück, Spiegeleiee, Pancakes, man hätte glaube ich auch Miso und Reis haben können, sind wir die fünfundvierzig Kilometer nach Mainz aufgebrochen. Der längste Weg, war aber nicht so arg und eine schöne Rast in einem Bootshaus dicht am Main hat es auch gegeben. Das „B&B“ in dem wir diesmal zwei Nächte bleiben, weil der Alfred übersehen hat, daß der Mai eindunddreißig Tage hat, neben dem Bahnhof gelegen, war dann aber nicht so leicht zu finden.

Am Abend ein paar Drinks am Rhein genommen, war sehr idyllisch und am Donnerstag sind wir zuerst zum Dom marschiert, dann einen Capucchino im Cafe Extrablatt, ein bißchen „Hugeldubel-Schauen“ und ein mexikanisches Mittagessen.

Nach dem letzten Frühstück ist es dann mit dem Zug wieder zurück nach Wien gegangen. War ein toller Urlaub, bei tollen Wetter könnte man so sagen, obwohl ich ja Angangs wegen der vierhundert Kilometer, die wir da in vierzehn Tagen mit dem Rad zurückgelegt haben etwas skeptisch war. Ist aber gut gegangen, die Kondition wieder da und ein tolles Buch- und Weinerlebnis war es auch und jetzt fängt der Alltag und das Schreiben wieder an.

2023-06-01

Die zwei und vierzig jährige Äffin oder das vermaladeiteste Märchen unter der Sonne

Jetzt kommt am Ende unser Main-Radfahrt eine Rarität und ein weiterer Fund und Neuauflage aus dem Verlag „Das kulturelle Gedächtnis“, der mir ja seit einiger Zeit, sowohl als Print, als auch Digital seine Werke schickt, von denen ich einige gelesen habe.

Kurz vor Leipzig ,habe ich wieder zwei PDFs bekommen, die ich weil mein Computer ja kaputt wurde, gar nicht so richtig speichern konnte.

In Leipzig habe ich den Stand besucht und mit einem Herrn dort kurz gesprochen, der mich auf dieses oder war es das andere Buch auch aufmerksam machte. Kurz bevor wir nach Bamberg fuhren, habe ich mir die beiden Bücher angeschaut ,und mich jetzt, da ich die „Verwandelten“ ausgelesen habe, für das Buch des 1773 in Pleß geborenen und 1844 in Breslau verstorbenen Michael Kosmeli entschieden, der vierzehn Bücher geschrieben hat, viele Reisen machte und dann auch den erotischen Roman mit dem skurillen Titel, dem man jetzt auch politische Inkorrektness unterstellen könnte, aber 1800, als das Buch anonym erschienen ist, war das vielleicht anders oder auch nicht, da das Buch verboten wurde und jetzt von Dirk Sangmeister, der auch das Nachwort geschrieben hat, herausgegeben wurde.

Vielleicht habe ich mich für das Buch engtschieden, weil es das kürzeste ist, vielleicht auch wegen dem Untertitel Märchen, weil ich mich ja in Lohr und in Hanau auf der deutschen Märchenstraße befunden habe, obwohl das auch ein Fake ist, denn ein Märchen ist der Lebensbericht der femme fatale aus Äthiopien eigentlich nichg oder doch?

Im achtzehnten Jahrhundert war der fiktive Lebenbericht einer farbigen Schönen, die die Männer verachtete und ausnahm, in den Selbstmord trieb und sich mit ihrer Kammerjungfer vergnügte, was sie auch in fünfzig Kapitel einen Grafen schilder, ein wenig märchenhaft. Deshalb gibt es auch den Fake einer arabischen Übersetzung und diese femme fatale ist auch sehr gebildet, reist in der Welt herum. Kommt nach Wien, Berlin und auch nach Schlesien oder auch wieder nicht. Denn dort sprechen die Leute, wie das femme launig anmerkt, „sowohl schlecht Deutsch als auch Polnisch.“

Sie geht in die Oper und ins Burgtheater, gibt Soireen und andere Essen in denen sie sich mit den Größten un Mächtigsten vergnügt und am Schluß zieht sie sich mit ihren zwei Kindern und dem ererbten Vermögen nach Dresden zurück, um ihre Memoiren zu schreiben.

Ein interessanter Fund könnte man so sagen oder auch, was es alles gibt und uns der Verlag „Des kulturelles Gedächtnis“ ins Bewußtsein ruft.

Mein Jahr im Cafe am Rande der Welt

Filed under: Bücher — jancak @ 07:01
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Von der Anna habe ich zum Geburtstag einen Kalender, bekommen, der der Buchoutfit hat. Ein farbenprächtiges buntes Cover, eine Art Tagebuch mit Illustrationen von Root Leeb und das „Cafe am Rande der Welt“ ist glaube ich, ein esoterisches Kultbuch von John Strelecky, der mit seiner Familie in Florida lebt und den ich einmal bei „Rund um die Burg“ gehört habe.

Und ich bin ja ein Fan von literarischen Kalendern und literarischen Tagebüchern. Der Platz ist zwar ein wenig klein, denn wenn ich auf Urlaub fahre, nehme ich mir ein ganzes Notizbuch mit und schreibe es dann voll. Was mache ich also damit? Mein literarisches Tagebuch ist ja mein Blog und für literarische Notizen ist es vielleicht auch nicht so ganz geeignet, denn es ist zu umfangreich, um es im Rucksack mit mir herumzutragen?

Also schauen wir hinein und weil es ja auf den ersten Blick, wie ein Buch ausschaut, kann ich auch darüber bloggen und der „Reisegefährte bei diesem fantastischen Abenteuer namens Leben mit Namen John“ hat auch eine Einleitung geschrieben in der er verspricht, dieses Jahr zum fantastischen Jahr zu machen und damit es das wird, soll man zwölf Sachen aufschreiben, die man in diesem Jahr machenn will und dazu vielleicht auch noch zwölf Personen, die man mitnehmen kann.

Nun habe ich ja über mein Jubiläumsjahr schon geblogt, weiß was ich schreiben will, habe auch Pläne und vielleicht wieder am Volksstimmefest und am „Tag der Freiheit des Wortes“ zu lesen.

„Wagenbach hat mich zu einer Vorpräsentation von Milena Michiko Flasars neues Buch eingeladen, ich habe mir das neue Buch der Marlene Streeruwitz bestellt und eine Menge Reisen will der Alfred auch mit mir machen.

Es geht dann gleich weiter mit dem Monat Januar oder Jänner. Da gibt es auch noch ein paar Tips was man in diesem phantastischen Monat alles machen kann, damit es ein glückliches Jahr wird.

Man kann seine tägliche Routine mit kleinen positiven Veränderungen verbessern. Man kann auch versuchen persönlich zu wachsen und zu einer regelmäßigen Routine zu kommen und damit das besser klappt, hat man dann für jeden Tag eine halbe oder sogar ganze Seite Zeit.

Also kann ich damit beginnen meine täglichen Erlebnisse einzutragen und da ist ja in der ersten Woche das Romanplanjahr der Jurenka Jurk, das dominierende Ereignis über das ich meine ersten Eintragungen machte.

Und das habe ich auch getan und der Jänner war ja ein sehr erfolgreiches Monat. Das neue Buch „In den Wolken leben oder das soziale Kreditsystem“ ist erschienen, ich habe in der „Klahr-Gesellschaft“ über Erika Danneberg referiert, die zwei Bücher über sie sind erschienen. ich war mit Milena Michiko Flasar japanisch essen und lese gerade ihr neues Buch.

Die Laudatio für eine neue „Ohrenschmaus-Preisträgerin“ ist geschrieben und ein paar Texte habe ich auch weggeschickt und wenn ich wieder in das Strelecky-Büchlein schaue, gibts da auf der Februarseite den Aufruf sich in die Vergangenheit zu begeben.

Welcher Film hat mir gut gefallen und welches Buch in meiner Jugend?

„Onkel Toms Hütte“ als Schulmädchen, das habe ich glaube ich schon mal geschrieben. „Don Carlos“ hat mich einmal in der Oper sehr fasziniert. An einen Film kann ich mich jetzt nicht erinnern und einen Schöpfer, wie das John Strelecky von mir will, kann ich eigentlich auch nicht für meine schönen Momente danken, denn ich bin ja nicht religiös. Es gibt aber ein schönes Bild mit ein paar Blümchen und am vierzehnten Februar ist ja der Valentinstag.

Im März meint John Strelecky, daß man sich die Aktivitäten die man plant makieren soll, er schlägt auch den Osterputz vor und ich habe tatsächlich meinen Terminkalender geordnet, was es da an Terminen gibt.

Ganz wichtig, die Maskenpflicht in den Wiener Öffis, die es jetzt drei Jahre gab, ist mit Ende Februar gefallen, obwohl es fünftausend tägliche neue Fälle gibt und ich auch eine bißchen krank bin.

Aber da heißt es eine schwache Kurve und wir müsen mit dem Virus leben lernen. Hat man das vor einem Jahr gesagt, war man ein böser Schwurbler, jetzt wird das normal, wo man überlegen kann, wie wichtig das vorher war oder auch gut gelaunt in den Frühling starten.

Da wünscht sich sicher John Strelecky. Also im März gibt es die „Ohrenschmus-Preisverleihung“ und im April kommt dann Ostern mit dem Osterspaziergang. Die „Buch und Wein“ und die „Leipziger Buchmesse“, wo wir endlich, nach dem es die jetzt drei Jahre nicht richtig gab, wieder hinfahren werden und das ist Österreich das Gastland und diesbezüglich bekomme ich schon länger viele Informationen.

Im April geht es dann mit Ostern beziehungsweise der Karwoche weiter.Im Kalender spricht John Strelecky von einem Monat der wunderbaren Veränderungen. Die Farbe kehrt in den Pflanzen zurück und dazu gibt es ein Bild , wo die Bäume aber noch ziemlich kahl sind. Dann sprich er von dem Neuen, das die Krisen, beziehungsweise die Veränderungen bringen können und ermuntert, daß man sich für das Neue öffnen soll. Gleichzeitig gibt es die Rituale. Das Ostereiersuchen oder der Frühjahrsputz beispielsweise und was das Öffnen für das Neue betrifft, bin ich auf die Ergebnisse der Versöhnungskommission von Kanzler Nehammer neugierig, die ja nach Ostern ihre Ergebnisse präsentieren soll. Aber wenn uns da nur erklärt wird, wieso die gesetzten Maßnahmen notwendig waren, sehe ich schwarz für die positive Veränderung, aber trotzdem neugierig sein, was der April bringen wird?

„Finde etwas, was dein Herz erfüllt und dich zum Lächeln bringt“, wird in dem etwas esoterisch gehaltenen Kalender weitergeschrieben. Ein paar Seiten weiter geht es ins „nächste Abenteuer zu den geöffneten Türen, durch die man erst durchgehen muß.“

Im Mai rät Strelecky hinauszugehen, das Leben zu genißen und positive Erfahrungen zu machen und ich befinde mich am ersten Mai wo man ja mit der roten Fahne zum Parlament oder Rathaus gehen sollte, noch in Leipzig und fahre dann mit dem Alfred nach Wien zurück, wo der Mai sehr literarisch beginnt, fünzig Jahre GAV wird da in der ersten Woche gefeiert und ich feiere ein paar Wochen später fünfzig Jahre schreiben und fünzig Jahre Matura. Da muß ich den Artikel wahrscheinlich ein bißchen voraus datieren, weil wir da schon den Main entlang radeln werden, also Bewegung machen und die frische Lust genißen werden, ob die Corona-Maßnahmen dann schon aufgearbeitet sind,, weiß ich noch gar nicht so genau, da der Kanzler der das bis Ende April angekündigt hat, darüber schweigt oder nein, der Herr Auer hat schon gesagt, daß alle Maßnahmen richtig waren, weil sie hunderttausend Leben retteten ohne das genau zu belegen.

Also in den Monat Mai wo ich am Festwocheneröffnungstag auch wieder beim „Tag der Freiheit des Wortes“ lesen werde.

„Bereits ein kurzer Blick auf eine Weltkarte entfacht das Feuer im Herzen eines Abenteuers“ ist dann das Motto das man am 7. Mai finden kann.

„Können Sie, glauben, daß es erst Juni ist?“, geht es dann weiter.

„Sie hatten bereits ein ein solch unglaubliches Jahr und es gibt 2023 noch so viel zu erleben!“, schwärmt John Strelecky euphorisch. Auf der Nebenseite ist eine riesige Eistüte zu sehen und ich, die ich eigentlich eine Pessimistin bin, komme nicht umhin, ihm ein wenig zuzustimmen. Denn der Mai war wirklich intensiv. Zwar kann ich noch immer nicht in meinen Computer und muß nach wie vor den vom Alfred benützen, aber kaum von Leipzig zurückgekommen, ging es mit den GAV-Feiern weiter. Die Krit-Lit gab es auch und da durfte ich sogar lesen und auch beim „Tag der Freiheit des Wortes“. Das Gstöttmeier-Buch soll ich lektorieren und kann es derzeit nicht, denn wir sind ja am achtzehnten auf eine vierzehntägige Radreise den Main entlang aufgebrochen, die eigentlich auch sehr schön und erfreulich war und John Strelecky rät in seiner Monatsvorschau auch sich einen speziellen Fokus zu suchen.

„Gibt es Treffen mit Freunden oder wollen Sie viele Tage auf dem Wasser verbringen?“

Eigentlich nicht, denn ich bin ja keine Schwimmerin und keine Kanufahrerin. Aber der Alfred will im Juni noch einmal nach Frankreich fahren und die Sladky-Wandertage gibt es auch. Also ziehen wir in den Juni und lassen uns überraschen, wie es in Klagenfurt mit dem „Bachmannpreis-Lesen“ wird, wo ja heuer Robert Prosser und Helena Adler antreten werden?

„Das Reisen verändert unsere Perspektive auf die Zeit“, rät Strelecky weiter. Lassen wir uns also überraschend, auch wenn es nur die Sommerfrische in Harland werden wird.

2023-05-31

Die Verwandelten

Beim dritten Belletristik-Buch der Leipziger Nominierungen, das ich in Leipzig begonnen habe, habe ich ein bis zwei Wochen gebraucht. Beim vierten, Ulrike Draesners „Die Verwandelten“, am Hauptbahnhof begonnen, in Hanau ,beendet fast vierzehn Tage und in dem Buch ist es auch um eine Reise in die Vergangenheit in einen anderen Teils Deutschland ,das bis nach Polen führt oder auch dort beginnt, gegangen.

Ein Jahrhundertroman und wieder einer, der den Krieg und seine Verwirrungen aufarbeitet. Dem sechshundert Seiten Buch ist ein kleines Heftchen mit einem Interview mit der 1962 in München Geborenen, die schon mehrere solche Bücher geschrieben hat, beigelegt, wo die Autorin sagt, daß sie mit dem Buch, an dem sie wahrscheinlich auch sehr lang gearbeitet hat, den Verstummten eine Stimme geben wollte und ich habe schon sehr viele Bücher über den Holocaust, den Krieg, Lebensborn und und und gelesen.

Habe die Vergangenheit begierig in mch aufgesaugt, als der Alfred schon sagte, daß er nichts mehr davon hören will.

Damals habe ich das nicht verstanden, jetzt denke ich, daß man sich auch mit der Gegenwart, die in die Zukunft führt, beschäftigen sollte, also die Fragen beantworten, wieso durch Corona, plötzlich alle als rechts gelten, die die Maßnahmen kritisierten sind und, daß ich wissen will, wieso es dazu gekommen ist, als mich wieder mit einem Lebensborn-Schicksal zu beschäftigen.

Aber darum geht es nicht wirklich oder auf eine andere Art, denn Ulrike Draesner hat sich zwei Familien vorgenommen, eine schlesische und eine stramme Deutsche und da haben zwei Frauen durch den Krieg eine neue Identität und andere Namen bekommen und weil es schon so viele Bücher zu diesem Thema gibt, hat es Ulrike Draesner wahrscheinlich auch so kompliziert gemacht, daß die Amazon-Rezenenten wissen wollten, wer das Buch wohl zu Ende gelesen hat?

Ulrike Draesner springt chronologisch durcheinander. Von vorn nach hinten und wieder zurück. Schreibt eigentlich mehrere Romane in einen und fügt damit man das Ganze vielleicht doch verstehen kann, ein Personenverzeichnis und eines der schlesischen Ausdrücke an.

Es gibt auch immer wieder „Gesänge der gezwungenen Kinder“, wo Wörter durchgestrichen sind. Wortschöpfungen und eine sehr kunstvolle Sprache gibt es auch und sehr schöne Kapitelüberschriften wie „Das 21. Jahrhundert schaaut aus der Wäsche“ mit denen die zwei Familiengeschichten beschrieben werden, gibt es auch.

Es beginnt mit Kinga, die hat kein Geburtsdatum angegeben, dürfte aber, wie Ulrike Dreasner in den Sechzigern geboren sein, Ulrike Draesner nennt ihre Generation „Nebelkinder“, weil die Eltern ihren Kindern nicht viel von ihren Kriegserlebnissen erzählten, die ist Anwältin, geschieden und hat ein dunkelhäutiges Adoptivkind namens Flummy. Ihre Mutter Allissa oder Gerhild ist vor kurzem gestorben und hat ihr eine Wohnung in Brelau vererbt. So reist sie dorthin, um auch einen Vortrag über den Lebensborn zu halten, lernt dort ihre Cousine Doro kennen und die Geschichte beginnt.

Denn da gibt es zwei Familien, die Valerius und die Schücking. Else Valerius ,1902 geboren ,ist in Breslau mit dem dortigen Theaterdirektor und Shakespearre-Fan Marolf verheiratet. Der hat aber ein Verhältnis mit der Köchin Adele, 1911 geboren, die eigentlich Seefahrerin werden wollte und bekommt das Kind Alissa von ihm, das sie im „Lebensborn“ zur Welt bringt, dann aber mit ihm wieder nach Brelau zurückkehrt und Else und Marulf haben auch ein Kind, Reni, das sich später Walla nennt und als es Else reicht, bringt sie die kleine Lissi wieder zum „Lebensborn“ zurück, wo sie von dem Anwalt Gerd Schücking und seiner Frau Gerda, die schon ein Kind verloren haben, adoptiert wird. Sie nennen die kleine Alissa Gerhild und Gerda ist eine Art Johanna Haarer und reist „Mit der deutschen Mutter und ihrem ersten Kind“ durch Deutschland und hält Vorträge darüber. Das passierte in den Vierzigerjahren.

Als der Krieg vorbei ist, werden Else und Marolf nach Deutschland deportiert. Reni soll mitkommen, weigert sich aber, nimmt unter den Namen Walla eine polnische Identität an, wird Krankenschwester, verheiratet sich zweimal und hat vier Kinder. Eines ist die schon erwähnte Doro, Kingas Cousine also, die in Hamburg Logopädin ist.

Kompliziert genug? Ich habe versucht die sechshundert Seiten zusammenzufassen und habe Ulrike Draesner ja schon in Wien gemeinsam mit Clemens J. Setz ,der ja auch auf der BelletristikListe stand, gehört und wieder einmal ein Jahrhundert durchstreift, das ich zur Hälte auch, wenn auch in Wien, erlebte.

2023-05-30

Clemens J. Setz Frankfurter Poetikvorlesung

Da ich ja diesmal einen Computer auf der Radreise habe, ist es mein Ehrgeiz jenden Tag etwas zu bloggen. Aber was schreibe ich da vierzehn Tage lange, wenn ich in dieser Zeit nur ein Buch gelesen habe und es keine Veranstaltungen gibt?

Jeden Tag wird sich kein Reisebericht ergeben und dann ist mir eingefallen, ich könnte ja nach Wien ins Literaturhaus und in die „Gesellschaft“ streamen.

War aber nur eine theoretische Idee, denn um sieben, wenn die Veranstaltungen beginnen, bin ich meistens mit dem Alfred unterwegs und in die „Gesellschaft“ habe ich gemerkt, kann man offenbar auch nicht mehr streamen und dann ist mir in Lohr eingefallen, wir könnten ja in Frankfurt und in Mainz, also in den größeren Städten ins Literaturhaus gehen und habe danach gegooglet.

Aber am dreißigsten, wo wir in Franfurt waren, gab es keine Veranstaltung und in Mainz nur ein Literaturbüro.

Also habe ich nach Veranstaltungen in Frankfurt und Mainz gesucht und da herausgefunden, daß es am Dienstag in der Goethe Uni eine Poetik-Vorlesung von Clemens J. Setz gibt.

Hui, habe ich gedacht, da habe ich etwas Besonderes für meinen Leserkreis und ich bin ja auch sehr neugierig immer etwas Neues zu erleben. So sind wir, als wir noch n ach Obergail mit der Anna zum Schiurlaub gefahren sind, einmal bin nach Bruneck gekommen, weil dort Josef Haslinger gelesen hat und als wir mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, sind wir mit ihr und der Erika Kronabitter, in den Bregenzer Wald gefahren um dort Antonio Fian zu hören.

Also zu Clemens J. Setz in die Goethe Uni und der ist ja ein sehr interessanter Autor, den ich kenne ,seit er seine „Söhne und Planeten“ geschrieben habe. Ich habe einige nicht alle Bücher von ihm gelesen und wenn ich mich nicht irre hat es auch in Wien eine Vorlesung des 1982 geborenen „Büchner-Preisträgers“ gegeben und jetzt eine F“rankfurter Poetik Vorlesung“, die am Dienstag begonnen hat.

Dann wird es noch zwei andere Vorlesungen, wenn wir schon wieder abgereist sind, geben und die Schlußveranstaltung wird im Literaturhaus stattfinden, wo wir bei unserer Anfahrt vorbei gekommen sind, man aber Eintritt zahlen muß.

Also zur Goethe Uni hinausgepilgert, wo es eine große Adorno Statue gibt und wir das Hörsaalzentrum, wo die Veransgtaltung stattfand, nicht gleich fanden. Dann war es aber ein sehr großer Höörsaal und auch sehr voll und ich habe, glaube ich, auch Sara Wipauer mit einem Baby gesehen. Sonst natürlich niemanden gekannt.Die Vorlesung stand unter dem Titel „Mysterien“ und der 1982 Geborene ist ein etwas skujriller Typ, obwohl ich die „Monde vor der Landung“ eher konservativ geschrieben gefunden habe.

Clemens J Setz machte in seiner Antrittsvorlesung einen wilden Rjumumschlag. Begann mit einer Brille, die er sich in Corona Zeiten, wo alles scharf auf G2 und, wie er meinte, auf Verschwörungstheorien, aus, war, kaufte und damit sollte man offenbar die echten von den falschen Menschen unterscheiden können. Also die mit oder ohne Aura und was die Verschwörungstheorien betrifft, gab er ein Beispiel von einer Bekannten, die zu Weihnachten 2021 von ihren Verwandten ausgeladen wurden, weil ihr Immunsystem schwach war und da kam Setz gleich zu den Haupt- und den Nebenromanfiguren und am Schuß ging es, um die Autisten, die zuerst mit Unterstützung, dann allein ihre Romane schrieben, was ihnen dann nicht geglaubt wurde.

Ingteressant, interessant, die Mysterien des Clemens J. Setz. Wieder was gelernt und den Indiebookday der gleichzeig in Wien am Badeschiff stattfand, versäumt und auch Ruths Vortrag in der „Gesellschaft“ über Franz Grillparzer, aber vielleicht kann ich den doch noch streamen.

2023-05-29

Die Brüder Grimm bekommen Besuch

Es war kurz vor Mitternacht am Hanauer Marktplatz vor dem Naustädterrathaus, als die beiden Herren auf dem berühmten Denkmal sich zu regen begannen und aus einem tiefen Schlaf zu erwachen schienen.

„Hallo Wilhelm!“, sagte der Stehende zu dem neben ihm Sitzenden.

„Was meinst du? Wollen wir wieder unsere Plätze tauschen, um die Touristen, die uns suchen kommen, zu verwirren?“

„Aber nein, Jacob!“, sagte der und schüttelte den Kopf.

„Laß doch diese kindischen Spiele, die sie irgendwo in ihren Führern eingetragen haben, um die Suchenden anzulocken! Laß das doch, das ist genauso Unsinn, wie die roten Schals, die sie uns vor kurzem umgehängt haben! Hast du eine Ahnung, was das bedeuten soll?“

„Nein, Wilhelm!“, sagte Jacob Grimm und hob sich seine Hand suchend vor die Augen.

„Schau einmal! Merkst du was? Wir haben um die Mitternacht besuch bekommen! Schau einmal ,was da angeschlichen kommt!“, fragte er und Wilhelm schob ebenfalls seine Hand vor seine Augen.

„Keine Ahnung, Jacob!“, antworte er dann .

„Oder doch! Ich sehe einen Esel, der einen Hund auf sich sitzen hat, darauf thront eine Katze und das Ganze wird von einen Hahn abgerundet! Natürlich, Jacob! Das sind die Stadtmusikanten, die wir in unserer Märchensammlung beschrieben haben! Aber was wollen sie in unseren Geburtsstädtchen Hanaus, sind sie doch in Bremen zu Hause, weil sie dort ins Ausgedinge wollten! Was meinst du? Sollen wir sie danach fragen?“, wolltee er wissen und sah den Esel energisch nicken.

„Jahwohl! Scharf erkannt, wir sind die Stadtmusikanten! Haben aber Bremen verlassen und wollen in den „Hanauer Märchenpfad“ aufgenommen werden! Da gibt es elf Attraktionen! Das Rotkäppchen , den gestiefelten Kater, den König Drosselbart, das Dornröschen und sogar das Schneewittchen, obwohl sich das die Lohrer geknallt und zur Touristenattraktion gemacht haben! Nur wir fehlen, obwohl wir doch auch berühmt sind, genauso bekannt, wie die anderen, das ist doch ungerecht! Und da haben wir gedacht, verlassen wir das schöne Bremen und gehen noch einmal auf Wanderschaft, um uns zu beschweren! Und das tuen wir hiermit!“

„Jahwohl!“, krähte der Hahn.

„“Die Katze und das Hündchen sind auch dieser Meinung! Wir sind in unsere Geburtsstadt Hanau zurückgegkommen und wollen auch hier und nicht nur in Bremen unser Denkmal haben!“

Wilhelm Grimm schüttelte den Kopf und schaute seinen Bruder etwas ratlos an

„Was meinst du, Jacob? Ist das ungerecht? Wahrscheinlich! Ich fürchte aber, wir können da nicht viel machen und euch nichts helfen! Sind wir ja selber stumm und steif auf dieses Denkmal gesetzt und können uns nicht wehren, daß sie uns einen roten Schal umgebunden haben, obwohl wir diese Farbe hassen und keine Sohzialisten sind! Aber seid nicht so unbescheiden! Gibt es doch die Hanauer „Grimm-Spiele“ und da werdet ihr regelmäßig aufgeführt und in Bremen habt ihr euer Denkmal und euren Ruhm! Was wollt ihr allso mehr?“

„Unsere Meinung sagen und uns nicht alles gefallen lassen!“, sagte jetzt die Katze.

„Habt ihr Meisterforscher denn keine Ahnung, daß das heute noch viel nötiger ist, als damals, als sie uns ins Ausgedinge schicken wollten? Das war ungerecht! Wir haben uns gewehrt! Sind berühmt geworden und kommen jetzt zurück, um unsere Stimme zu erheben und wenn wir auch ein Denkmal in Bremen haben, spricht nichts dagegen, uns auch hier ein Bildnis zu geben! Deshalb sind wir da! Unser Denkmal in Bremen ist leer und die Bremer und die Touristen werden Augen machen, wenn sie morgen hinkommen, um uns zu fotografieren und uns nicht mehr finden werden! Und jetzt, Hündchen, was meinst du? Jetzt stellen wir uns hier einfach auf! Der Marktplatz ist ja groß genug! Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und werden die Touristen, die morgen euch Sprachforscher besuchen kommen, verwirren! Ich freue mich schon zu erfahre, was die dann sagen oder schreiben werden! Die Stadtmusikanten aus Bremen verschwunden und in Hanu wiederentdeckt! Hey, das wird eine Aufregung geben und ein Spaß! Und jetzt gute Nacht, verehrte Sprachschöpfer! Wir sind von der lagen Reise ein wenig müde und wollen ein Nickerchen machen! Sind auf die morgendliche Entdekcung gespannt und jetzt, Esel los! Such uns ein schönes Plätzchen und euch werte Herren, eine gute Nacht!“

2023-05-28

Pfingsten am Main

Filed under: Reisebericht — jancak @ 21:47
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Es ist wieder Pfingsten, wo in Nußdorf an der Traisen der große Pfingstmarkt stattfindet. Da waren wir einige Male. Zuletzt im letzten Jahr, wo ich, als ich nach Hause gekommen bin, das Radfahren, wir sind zurück von Traismauer mit dem Zug nach St. Pölten gefahren, als sehr anstrengend empfunden habe, aber jetzt sind wir schon fast eineinhalb Wochen mit den Rad unterwgs, täglich dreißig bis vierzig Kilometer geradelt, was eigentlich bis jetzt mehr oder weniger problemlos verlaufen ist und Pfingsten hat für mich ja eine eigene Geschichte.

So kann ich mich an einen Pfingstrosenstrauß vor Jahrzehnten und das Häuschen am Almweg erinnern und dann als Studentin bin ich ein paar Mal mit den „Logischen Denkern“ nach St. Gallen in die Steiermark gefahren.

Das ist lange her und dann, wie beschrieben, bin ich, seit ich den Alfred kenne, öfter zum Pfingstmarkt nach Nussdorf an der Traisen geradelt und einmal war ich, als der Alfred mit dem Karli irgendwo war und in Wien ein großes „Bachmann-Symposium“ zu einem runden Geburtstag der Dichterin, gab es am Vormittag eine Führung in die Ungargasse und zum Cafe Raimund. Ich wollte am Nachmittag auf den Kahlenberg, habe den Wanderweg aber nicht gefunden, so daß ich mit dem Bus hingefahren bin und dann vom Leopoldsberg über den Nasenweg nach Nußdorf in Wien zurück.

Ein andereres Mal habe ich dann einen mehrtägigen Lesemarathon unternommen und wahrscheinlich auch noch einiges anderes.

Corona-Pfingsten gab es auch. Aber jetzt ist alles wieder normal wir verbringen Pfingsten am Main und da ist es interessant zu sehen, was sich da alles tut und, ob das anders verläuft ab bei uns.

Eigentlich nicht und eigentlich habe ich nicht viel von Pfingstfeierlichkeiten gesehen.

Aber am Montag, bevor wir weggefahren sind, wurde, als ich in die „Alte Schmiede“ wollte, am Stephansplatz schon alles für den Pfingstmarkt dort aufgestellt und diesen Montag in Volkach, als wir den Main hinuntergegangen sind, haben sie, glaube ich, auch alles für einen Fest- oder Kirtag vorbereitet.

Sonst eigentlich nicht sehr viel Auffälliges gesehen, als wir am Sonntag von Miltenberg nach Aschaffenburg geradelt sind.

Nur mehr Radverkehr als sonst und wir sind auch an einigen mit großen Campingwägen gefüllten Campingplötzen vorbeigekommen, wo Kinder fröhlich spielten und sich die Leute offensichtlich gut unterhalten haben.

„Einen schönen Tag oder schöne Pfingsten!“, wurde auch mehrmals gewünscht. Die Leute hier sind sehr freundlich und zu Mittag haben wir in einem kleinen Biergarten oder Pizzaschneellrestaurant Halt gemacht, wo man eine bayrische Brezzlpizza, aber auch eine griechische essen konnte und ein paar Cocktails mit Eis aus der Flasche, hat es auch gegeben.

Ich habe aber zwei „Hugos“ getrunken und eine schon vorgeschnittene „Tonno“ gegessen und der Alfred, weil die nicht so besonders aussah, hat sich während meiner Bloggingpause in Aschaffenburg auf die Suche nach etwas Eßbares begeben.

Mal sehen was er findet. Einen Abendspaziergang werden wir wohl noch machen und da sind wir zuerst zum Schloß und durch den Schloßpark gegangen und haben dort lange nicht zum Main gefunden, denn der Park war wie ein Labyrith und dann sind wir offenbar zu dem Pfingstfest, das wir schon von oben hörten zuerecht gekommen, haben Wein und Rose und ein Brezzl gegessenund am Montag, der ja auch ein Feiertag ist, werden wir nach Hanau weiterradeln, wo ja die Brüder Grimm geboren wurden oder lebten und das ist, wie in der Fremdenverkehrsbroschüre von Lohr steht, nicht so weit. Wir haben aber einige Tage dazu gebraucht.

Vielleicht weil der Main viele Schlefien hat. Aber die Gebrüder sind wohl mit der Postkutsche gereist, um ihre Märchen aufzuschreiben und haben da wahrscheinlich auch einige Zeit gebraucht.

Mal sehen, ich werde sicherlich darüber berichten, wie es zu Pfingsten in Hanau war und die katholischen Feierlichkeiten, die Pfingstbegründer, gibt es auch. Ab er damit habe ich, weil ja nicht katholisch, nichts am Hut und kenne mich auch nicht so aus.

2023-05-27

Drei frauenlose Herren

Es war Mittag, als die drei Herren, alle um die Siebzig, Fahrradhosen, entsprechende Jacken, ein schickes Stirnband oder Kopftuch, um die weißen Haare gestülpt, den Marktplatz erreichten und sich auf einen der dort aufgestellten Restauranttische setzten. Die Räder auf denen die Helme baumelten hatten sie schon abgestellt. Platz genommen und nach der Speisekarte gegriffen.

„Die Atomsphöre verlangt Ruhe!“, sagte der am extrovertierten Wirkende mit dem braunen Stirnband.

„Wenn ich das gewußt hätte, daß du so auf Eile drängst, Alex, hätte ich meine Unterlagen für die Steuererklärung, die ich auf unserer Reise machen wollte, nicht mitgenommen!“

„Brauchst du nicht, Werner! Ich dränge auch gar nicht und du kannst deine Erklärung, wenn wir im Hotel angekommen sind, auch erledigen! Weiß ich doch, daß du, obwohl schon Pensionist noch immer freiberuflich tätig bist!“, sagte der mit Alex angesprochen, der ein Kopftuch, um seine Haare gebunden hatte und einen intellektuellen Eindruck machte.

„Ich komme ja von der Semper Oper und war dort in der Regie tätig!“, sagte er zu dem Dritten in der Runde, der das gerade festgestellt hatte.

„Jetzt bin ich, wie wir alle in Pension und geniesse unere E-Bike Main Tour! Drei Tage sind wir drei Herren schon unterwegs und werden uns noch drei weitere gönnen, bis es wieder nach Hause geht! Aber jetzt schauen, was wir uns Schönes bestellen können? Was meinst du, Werner? Du bist ja als Gourmet bekannt, was würstest du empfehlen?“, fragte er den am extrovertiertest Wirkenden, der seine Radhandschuhe vor sich abgelegt hatte.

Die Speisekarte hatte er schon in der Hand. Blickte hinein und sagte nach einer Weile „Den Schinken mit Brotteig, würde ich euch empfehlen! Und dazu einen gepflegten Silvaner! Aber ihr seid Biertrinker, wie ich in den letzten Tagen bemerken konnte!“ und nickte dem Fragenden zu.

„Du hast recht, Peter genießen wir unsere frauenlose Auszeit! Sechs Tage am Main entlangradeln ohne die holde Gattin, die, weil sie, obwohl ebenfalls schon in Pension, etwas zu erledigen hat und daher nicht mitkommen konnte!! Das muß sich lohnen und das wollen wir geniessen! Aber verzeih, Peter, ich weiß, du bist betroffen, denn du hast deine Hannelore erst vor zwei Monaten durch einen schlimmen Krebs verloren und trauerst, wie ich mir vorstellen kann, noch sehr um sie! Der Alex ist und war ja immer Junggeselle und kann meine frauenlose Freude und kurze Strohwitwerzeit nicht so recht verstehen!“, sagte er launig und nickte der blonden Kellnerin in der rotgestreiften Bluse, die an den Tisch getreten war und „Haben die herrenschon gewählt!“, wissen wollen, zu.

„Haben wir, liebes Fräulein, nicht wahr, Peter und Alex? ich nehme jedenfalls den Schinken im Brotteig und ein Viertel Silvaner und die beiden Herren hier wählen sicher Bier, wenn ich mich nicht irre?“

„Tust du nicht!“, antwortete, der Alex genannte und sagte zu der Kellnerin „Ich nehme den Matjesherig dazu!“ und Peter hatte sich ebenfalls für den Schinken entschieden.

„Eine gute Wahl! Geht in Ordnung! Wird gleich bestellt und serviert!“, sagte die Kellnerin in der hier üblichen Freundlichkeit und der extrovertierte Werner, der inzwischen in sein Handy geblickt hatte, schaute auf und wollte „Was sagt ihr dazu?“, von seinen Freunden wissen.

„Was meinst du? Du liest sicher die Nachrichten! Erzähl uns, was es Neues gibt auf der Welt? Gibt es Nachrichten von den Grünen? Wollen die uns wieder, die Freude auf unser Eigenheim und unser Auto nehmen? Aber damit treffen sie uns nicht! Sind wir doch E-Bikefahrer und das ist, denke ich, erlaubt und freut die Regierung, obwohl der Schinken könnte den Veganern madig aufstoßen! Vielleicht kommen sie auch in diese schöne Schneewittchenstadt, die wir uns, bevor wir weiterradeln, noch ansehen sollten und wollen dem Werner und dem Peter den Schinken ausreden! Aber wenn ich mich so auf den anderen Tischen umsehen, wo die Schaufele und die Bratwürste dominieren, kann ich euch Entwarnung geben! Da hätten sie sicher mehr zu meckern, als bei uns und können, da wir ja brav den Mainz hinunterradeln, mit uns zufrieden sein.

„Beruhie dich, Alex!“, sagte nun der extrovertierte Werner.

Und entspann dich auch, denn militante Veggganer sind keine da! Ich sehe nur an dem Tisch hinten, drei munterte Damen, die sich an einer Flasche Sext erfreuen und dabei viel zu lachen haben und einige Familien, die Käsespätzle essen! Da kommt aber schon die Kellnerin mit meinen Wein und euren Bieren! Also Prost! Geniessen wir unsere neue Herrenfreiheit, die Radfahrt und den Silvaner! Er schmeckt wirklich ausgezeichnet! Den könnte ich euch Biertränker sehr empfehlen!“, sagte er, strich sich mit der Zunge, über seine Lppen und den Bart und nickte den anderen, so wie der freundlichen Kellnern, die ebenfalls „Wohl bekomms den Herren!“, sagte, zufrieden zu.

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