Literaturgefluester

2020-09-22

Dresden. Die zweite Zeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:57
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Nach Jens Wonnebergers Buch über den Niedergang der ostdeutschen Dörfer bleibe ich in der Ex-DDR und komme nach Dresen, beziehungsweise zum 1956 in Henigdorf geborenen Kurt Drawert, der in Darmstadt lebt, dort ein Zentrum für junge Literatur leitet, beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat und 2018 Stadtschreiber in Dresden war.

Da wieder in die Stadt gekommen ist, in der er aufwuchs, seine Mutter lebt und er familäre Wurzeln hat.

Roman steht natürlich auf der ersten Seite und es ist natürlich keiner, wie auch Dorothee Elmigers Recherchen „Aus der Zuckerfabrik“ keiner ist.

Was ist es aber dann das Stadtschreiberbuch? Ein Memoir? Eine vorsichtige Annäherung an die Stadt in der jetzt Pegida herrscht? Eine Abrechnung mit seiner Familie? Mit dem dritten Reich, der Welt seiner Großväter, der DDR, des Vaters, ein Polizist, der später dement wurde, mit der ordnungliebenden putzsüchtigen Mutter zu der er ein ambivalentes Verhältnis hat?

Es ist alles davon und das schwierige daran ist der abgehackte Stil. Daß dieser „Roman“ in Kapitel aufgegliedert ist, die „Heimat.Ankunft (2)“, „Vaters Buch (2)“ oder „Kolumne SZ“. heißen.

Richtig, Zeitungsartikel, Fotos gibt es auch und ganz am Anfang, den Ärger als er in die Stadtschreiberwohnung kommt, dort seine Bücher, die er für seine Arbeit braucht und die die er bei Besuchen verschenken will, ausräumt, merkt, daß die fremde Wohnung Geräusche hat, die ihn bei der Arbeit hindert und als er sich darüber beschweren will, ist die freundliche Dame erstaunt, denn das hat sie noch nie gehört und es melden sich auch alle, die eine Interview von ihm wollen, ihn zu einer Lesung einladen oder etwas anderes von ihm möchten.

Er geht durch die Stadt kommt in eine Ausstellung über die „Ostdeutsche Malerei und Skulptur von 1949 -1990“ , wo ihn ein Bild an eines erinnert, das in seinem Schulbuch war.

Er kommt in die Straße, wo er als junger Pionier stand, um den Soldaten zuzujubeln, die in die Tschechei rasselten, um den Prager Frühling aufzuhalten und er wird daran erinnert, wie er als kleiner Junge mit seiner Großmutter in die Bäckerei ging und dort ein Mädchen ein Stück Pflaumenkuchen essen sah. Das wollte er auch. Aber man darf nicht darum betteln und keine Wünsche und Gefühle haben, deshalb bekommt er ihn nicht, obwohl ihm die Großmutter sonst ein Stück gekauft hatte.

Es gibt zwei Brüder Andre und Ludwig, den Steinespezialisten und offenbar autistisch, der starb, weil er beweisen wollte, daß man mit offener Türe im Lift fahren kann, die schon erwähnte ordnungsliebende Mutter und den Vater, der eingegliedert in die DDR, mit seinem aufmüpfigen Sohn Schwierigkeiten hatte, deshalb ein West T-Shirt zeriß, das eigentlich einem Freund gehörte, der Sohn heiratete mit Achtzehn und verändert seinen Namen. Er nennt seinen Sohn auch nicht Karl, wie der Vater, der Großvater etcetera hießen, sondern Leo und schreibt in seinem Buch „Spiegelland“ über den Vater. Der revanchiert sich mit autobiografischen Schriften, wird dement und stirbt.

Die Mutter ist aber da, die er an den Sonntagen besucht, verspricht den Kuchen mitzubringen, dann darauf vergißt und als er auf die eisige Straße geht, um ihn doch zu holen, rutscht er aus, zerkugelt sich die Schulter und weiß nun nicht, ob er operieren soll oder nicht?

Er läßt sich dann doch. Die Operation mißlingt und so muß er fortan den Körper verrenken, wenn er eine Tasse zum Mund führen will und in die Fabrik muß er nach der Schule, weil er nicht unterschreiben will, daß er in die „Freie deutsche Jugend“ eintritt. Dort gibt eine paramilitärische Ausbildung und dort kommt der „Dicke Heinrich zu Tode, weil er zu dick ist, um in den Fuchsbau zu springen.“

Das ist der Satz, der Drawert veranlaßt Schriftsteller zu werden, später klopft dann die Stasi an seiner Wohnungstüre an, um ihm eine zweite Chance zu geben. Er sagt zu dem Mann „Auf Wiedersehen!“ und verläßt 1985 offenbar Dresen, um 2018 als Stadtschreiber zurückzukommen, seinen „Roman“ zu schreiben und über die Stadt und sein Leben zu befinden

„Dresden ist mir eine Metapher dafür, daß es keine Gegenwart gibt, die nicht von den Insignien der Erbschaft durchdrungen wäre. Und jede Erbschaft ist zugleich ein Rätsel, das seine Spuren in die Zukunft legt.“, steht am Buchrücken.

Ein interessantes Buch, das ich zuerst für ein literarisches Sachbuch gehalten habe. Von der Stadt in der ich mit dem Alfred und der kleinen Anna zwei Tage gewesen bin und dann, weil ich für eine DDR-Zeitschrift einen Reisetext geschrieben habe, ein Dresden-Buch als Dank erhalten habe, habe ich zwar nicht viel erfahren.

Aber dahin kann ich ja, wenn Corona und die Reisewarnungen vorüber sind, wieder fahren und mir ansehen, was sich seit 1985 alles verändert hat.

2020-09-21

Susanne Ayoubs Paul Antschel Film

Nach dem ich vorige Woche mit dem Literaturveranstaltungsstreamen angefangen habe, da ich ja nicht maskiert in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus oder in die „Gesellschaft“ gehen will, habe ich mir die Programme durchgesehen und bin beim heutigen Montag bei der „Tacheles-Reihe“ in der Gesellschaft Daniela Strigl spricht mit Sybille Lewitscharoff hängen geblieben.

In der „Alten Schmiede“ war Susanne Ayoub und der mir unbekannte Klaus Demus angekündigt. Gut, kann ich ja wieder hin und herspringen, habe ich gedacht, dann aber auf der „Gesellschaft- Facebook Seite“ keinen Stream gefunden, so blieb mir nichts anderes über,als in die „Alte Schmiede“ „zu gehen“.

Das war wieder etwas schwierig, weil lange ein leeres Lesepult, obwohl schon Johanna Öttl, glaube ich, die Veranstaltung angekündigt hat und erzählte, daß die 1956 geborene Susanne Ayoub, die ich ja, glaube ich, von einer Veranstaltung in der „Szene Margareten“ in den Neunzigerjahren kenne, sie dann beim „Siemens-Literaturpreis traf und noch später immer wieder bei Lesungen in der „AS“, beim Volksstimmefest, Poet-Night, etcetera, sie war auch mit der Bruni sehr befreundet, ihr Buch über ihre Kindheit in Bagdad habe ich gelesen, sie hat sich jaauch sehr auch filmisch mit diesem Thema beschäftigt.

Jetzt aber ein Film über Paul Celan, weil sie zu der Idee, wie sie später Johanna Öttl erklärte auf einem Lyrikfestivasl in Czernowitz, wo sie auch Michael Hammerschmid kennenlernte, gekommen ist, zuerst stellte aber Michael Hammerschmid, den 1927 geborenen Lyriker und Kunsthistoriker Klaus Demus, einen Freund von Celan vor, den Susanne Ayoub in ihrem Film über den berühmten Dichter und seine Freundschaft sprechen ließ. Michael Hammerschmid habe ich während der Vorstellung auch nicht gesehen und dachte schon „Uje, uje, da stimmt was nicht mit der Übertragung!“

Dann kam aber der alte Herr auf die Bühne, der wie Michael Hammerschmid erklärte und auch bei „Wikipedia“ steht panthestische Naturlyrik in der Traditionslinie von Hölderlin bis Hofmannsthal und Borchardt schreibt.

Er las fünfzehn Minuten lang aus verschiedenen Büchern. Dann kam Susanne Ayoub und Johanna Öttl auf der Bühne, sprachen über den fünfundvierzig Minuten langen Film, wo Susanne Ayoub zuerst das Czernowitz von heute, das, wie sie meinte, nicht viel mit dem des 1920 geborenen Paul Antschel, der aus seinem rumänisierten Namen das Anagramm Celan machte, zu tun hatte.

Trotzdem war es ihr wichtig die revolutionäre Aufbruchsstimmung von heute zu zeigen und sie wollte zuerst die Gedichte nur aufschreiben und tonlos vorführen, weil sie die Interpretationen der Celan-Sprecher auch seine eigene nicht gefielen. Später kam dann doch eine Schauspielerinnenstimme hinzu und als Pau Celan bei der „Gruppe 47“ eingeladen von Ingeborg Bachmann mit der er ja befreundet war, vorgetragen hat, dort hat seine monologe Interpretation auch nicht gefallen und wurde sogar mit den Goebbels verglichen, was den Dichter, der sich ja durch seine Erfahrungen sehr verfolgt fühlte, glaube ich, sehr verstörte.

Den Brief wechsel mit Ingeborg Bachmann habe ich ja gelesen und als ich 1975, glaube ich, mit der Elfi nach Amsterdam fuhr, habe ich einen Celan- Band mitgenommen oder habe ich mir das Buch von der Elfi ausgeborgt und bin damit etwas später zu Workcamp nach Hamburg gefahren?

Das weiß ich nicht mehr so genau, das Buch habe ich noch und war von der „Todefuge“ wahrscheinlich nicht einmal so beeindruckt. 2000 hat es aber, glaube ich, im ORF ein Celan-Symposium gegeben, wo ich den Gedicht näher kam und auch Daniela Strigl im Fyoer stehen sah. Soweit meine Erinnerungen, aber zurück zur Veranstaltung oder zu dem Film, der gezeigt wurde und der mich sehr beeindruckt hat.

Mit Bildern aus Czernwitz hat er angefangen, hat dann in die Wohnung zu Klaus Demus geführt, ins Literaturhaus ist es aber auch gegangen, weil dort ein paar Celan-Originalausgaben aufbewahrt werden und in die „Gesellschaft“, wo man Manfred Müller im Hintergrund sitzen sieht und im Vordergrund einen Brief den Paul Celan 1968 an Wolfgang Kraus, dem damaligen Leiter schrieb und ihm versicherte, daß er sich sehr auf die Lesung freue, die am 5. Oktober stattfinden sollte und er sich nur einen einfachen Tisch und dazu ein Glas Wasser wünschte. Er ist dann nicht dorthin gekommen und Klaus Demus, der Paul Celan, wie er erzählte, durch seine Frau, die mit Ingeborg Bachmann in dieselbe Klasse gegangen ist, kennenlernte, erzählte, wie er den Dichter kennenlernte und, daß die Freundschaft einen Bruch bekommen hat, weil er ihn aufforderte seiner Paranoia wegen einen Arzt aufzusuchen. Paul Celan ist dann nach Paris gegangen, war dort als Lehrer tätig, wurde pyschiatrisch behandelt und hat sich 1970 in der Seine ertränkt.

Es gibt auch einen Briefwechsel zwischen Celan und dem Ehepaar Demus, der stand in der „Alten Schmied“ am Tisch während des Gespräches zwischen Sussanne Ayoub und Johanna Öttl und jetzt bin ich doch ein bißchen in der „Gesellschaft“ gewesen, wenn auch nicht bei Sybille Lewitscharoff, die ich aber einmal, wie ich mich erinnern kann, in der „Alten Schmiede“ hörte und im Literaturhaus habe ich einmal eine Lesetheateraufführung mit einem fingierten Treffen zwischen Marlen Haushofer und Paul Celan gehört.

Nach dem Film war die Übertragung dann plötzlich aus, es gab keine Verabschiedung und keine Schlußstatements mehr zu hören, dafür das Video, wo Jana Volkmann im Juni, glaube ich, Sabine Scholl vorstellte und zwischen achtzehn und achtundzwanzig Zusehern, kann ich noch anmerken, hat die Übertragung auch gehabt, darunter einen aus Ohio und eine aus Schweden und die Nedra Bickham, die Grüße schickte, hat in den Film auch mitgewirkt.

2020-09-20

Mission Pflaumenbaum

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:20
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In Buch neun der deutschen Longlist, das in einem kleinen Salzburger Verlag erschienen ist, geht es nach Dresden, beziehungsweise in ein ostdeutsches Dorf, denn der mir bisher völlig unbekannte 1960 geborene Jens Wonneberger lebt in Dresen, hat bei „müry salzmann aber schon einge Bücher herausgebracht und in seinem „Buchpreis-Portrait“ erzählt er, daß ihm die Idee zu seinem Buch gekommen ist, als er einen alten Mann in einem Dorf auf einer Bank sitzen sah und daraus hat sich dann die Geschichte, des schon im vorigen Herbst erschienen Romans entwickelt.

Jens Wonneberger dürfte sein Buch da auch in der Hauptbücherei vorgestellt haben, was mir ebenfalls entgangen ist, auf der Verlagsseite kann man aber die Veranstaltung nachhören.

Bei „Wikepdia“ gibt es einige Rezensionen, die von dem Buch gar nicht so begeistert waren und meinten, Wonneberger würde immer dasselbe schreiben.

Das kann ich nun nicht beurteilen, dazu müßte ich erst seine vorigen Bücher lesen, mir hat der kleine feine stille Text, den ich ähnlich oder natürlich anders, als bei Seethaler auch als Kammerstück bezeichnen würde, gut gefallen.

Da ist Kramer ein Bibliothekar um die oder wahrscheinlich eher Mitte fünfzig, da er schon eine zweiunddreißigjährige Tochter hat und die besucht er nun an einem Wochenende mit seinen Rucksack in dem Dorf in das sie mit ihren Mann hingezogen ist.

Seine Ehe wurde schon lang geschieden, die Tochter ist bei der Mutter aufgewahsen, so daß es keine oder nur eine ambivalente Beziehung zwischen beiden gibt und ein Teil des Buches beschreibt auch, wie Tochter und Vater zueinander finden.

Der andere ist dem Zerfall der DDR gewidmet. Denn als Kramer aus dem Bus ausgestiegen ist, trifft er den schon erwähnten alten Mann. Rottmann oder den Webervogel, wie er genannt wird und der erzählt ihm gleich, daß einmal an dieser Stelle eine Gurtenweberei gestanden hat.

Die wurde nach dem Zerfall der DDR natürlich geschlossen und noch ein bißchen früher, nämlich 1945, als der Krieg zu Ende war, hat sich der Fabriksbesitzer Freudenberg mit seiner Frau und seinen sechs Kindern aus Angst vor den Russen in der Fabrik oder in seiner Villa erhängt.

Eigentlich ist er ganz einfach der Plot aus der Jens Wonneberger sein Buch zusammenfügt.

Der Vater kommt der Tochter näher und den alten Rottmann trifft er in den zwei tagen in denen er sich in dem Dorf aufhält auch immer wieder. Er führt ihn herum zur Kirche, wo er ein altes Buch findet in dem auch ein Bild der Tochter ist. Denn Kramer und seine Frau Gabriele waren vor dreißig Jahren politisch sehr aktiv und in Kramers Arbeitszimmer hängt auch ein Bild von einem Kirschenbaum, den die tochter einmal malte.

Der Pflaumenbaum steht im Garten des Hauses, das sich die Tochter Justine, Jussi oder Tine zusammen mit ihren Hans-Günther kaufte. Der ist abgestorben und die Mission Pflaumenbaum besteht daran, daß der Vater einmal wiederkommen wird, um mit seiner Tochter den abgestorbenen Baum umzusägen.

Sehr still und ruhig plätschert das Buch dahin, die Pegida und das Flüchtlingsheim, das im Nachbardorf angezündet wurde, taucht nur am Rande auf.

Der ehemalige Fabriksbesitzer und seine Villa aus der die Möbel mehrmals enteignet werden, kommt öfter vor und ich habe ein interessantes Buch gelesen und einen interessanen Autor kennengelernt und finde es auch sehr interessant, daß seine Bücher in einen eher unbekannten österreichischen Verlag erschienen sind, von dem ich einige Bücher habe und jetzt verlasse ich ein bißchen das Buchpreislesen, gehe aber nach Dressden und lese da das Buch eines Stadtschreibers weiter und das ist sicher auch sehr interessant.

2020-09-19

Neuerlicher Demoversuch

Ich bin ja eine, die, als im Februar der Corona Virus von China über Italien zu uns hinüberschwappte, die Leute begannen Vorräte zu hamstern und das Klopapier einzukaufen und die Polizei vor dem Gymnasium in der Albertgasse auftauchte, als es dort einen Corona-Verdacht bei einer Lehrerin gab und man Gerüchte hörte, daß das Geld abgeschafft und Bill Gates, die ganze Welt impfen will, sich schon da mehr vor der Einschränkung der Freiheitsrechte und der Bevormundung, als vor dem Virus fürchtete, weil man ja da schon hörte, daß es zwar sehr ansteckend ist, aber nur bei sehr wenigen Leute Smptome auslöste und, daß eigentlich nur die Risikogruppen mit Mehrfacherkrankungen und ab fünfundsechzig gefährdet sind, habe das, glaube ich, bei der letzten Veranstaltung im Literaturhaus bei der ich war, Elfriede Haslehner und Erika Parovsky so gesagt.

Dann kam der Lockdown, die Maskenflicht, die Freiheitsbeschränkungen mit den vier Gründen aus dem Haus zu gehen und dem Babyabbstand, was später als verfassungswidrig erkannt wurde. Man wußte nicht, ob man sich auf eine Parkbank setzen durfte oder nicht.

Schulen, Geschäfte und Restaurants wurden geschlossen, Operationen und Routineuntersuchungen wurden aufgeschoben und die Zahlen gingen zurück, so daß ab Ostern, wo die Kinder auch noch nicht ihre Großeltern besuchten durften, die Maßnahmen wieder gelockert und langsam die Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet wurden.

Es gab Parties am Donaukanal, große Demonstrationen gegen black live matters, wo fünfzigtausend Menschen hinkamen und kleinere gegen die Coronamaßnahmen und da war lustig oder auch verrückt, daß sich plötzlich die FPÖ und Ex-Minister Kickl für die Freiheit einsetzen und „Stopp den Corona Wahnsinn“ forderten, während die Grünen, weil in der Regierung die Maßnahmen mitrugen.

Bis Ende Juni ging das alles gut, die Grenzen wurde wieder geöffnet, man konnte auf Urlaub fahren und sich bis auf einige Ausnahmen wieder normal benehmen, aber dann stiegen die Zahlen wieder an und die Maskenpflicht, die es nur mehr beim Friseur, in den Apotheken oder beim Arzt gab, wurde wieder vehement eingefordert und wird jetzt, da schon ganz Österreich auf gelber oder oranger Ampelschaltung, wieder allgemein eingeführt,

Reisewarunungen werden ausgesprochen, in den Schulen gibt es Maskenpflicht und es wird, weil man ja das Virus ausrotten und nicht auf die sogenannte Herdenimmunität setzen will, getestest und getestet, jeder der Positiv reagiert zehn oder vierzehn Tage isoliert und es kommen nur wenige Stimmen, die sich fragen, ob man mit dem Virus nicht anders umgehen kann?

Es gibt auch keine wissenschaftliche Diskussion zwischen den Ärzten, die das anders sehen, wie Prof Bhakdi, Dr. Wodard, Martin Spenger und denen, die, die Maßnahmen befürworten und die Teilnehmer an den Demonstrationen werden als Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker diffamiert und einige kritische Ärzte entlassen.

Ich bin eigentlich schon am ersten Mai, als die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben wurden, auf einigen Demonstrationen gewesen. Da gab es ja, die, der Künstler, die sich für ihr Auftrittsrecht einsetzen, eine am Donaukanal, die, glaube ich, von Jennifer Klauninger intitiert wurde, eine am Ballhausplatz, wo ich neben einigen Identitären stand und ich wunderte mich, daß die Demos in Wien eigentlich eher klein waren und ins rechte Eck gedrängt wurden, so daß ich und weil ich im Sommer auch nicht in Wien war, nicht mehr hinging.

Anfang September, da gab es in Berlin schon große Demonstrationen, die verboten werden sollten, bin ich wieder auf eine gegangen, die aber, weil dort eine Fahne mit einem Herz, die, wie eine Regenbogenfahne aussah, zerissen worden, in Verruf geriet, obwohl es Jennifer Klauniger,, die das tat, glaube ich, mehr um Pädophilie, als um Homophobie ging und sie dieses Herz für ein Pädophilensymbol hielt.

Also keine Demo mehr. Aber wo drücke ich dann meinen Unmut, gegen den Umbau in einen autoritären Staat, den man nachher vielleicht nicht mehr los wird und gegen das neue Covidgesetz, wo Räume gestürmt, Akten eigensehen werden und einem die Benützung seinen Autos verboten werden kann, aus?

Und wenn man, obwohl die Pandemie vielleicht wirklich herbeigetestet wird und man bis die Impfung kommt, nur mehr mit Maske aus dem Haus gehen darf, bin ich sehr eingeschränkt.

Da sollte man etwas tun, habe ich gedacht und war dann wieder beruhigt, als ich von Eva Brenner aufgefordert wurde, gegen das neue Gesetz Einspruch zu erheben. Das habe ich schon Ende August getan und heute hat es wieder eine Demonstration gegeben, wo auch Alexander Nizberg, den mir ja einmal Christl Fallenstein vorgestellt hat und bei dem ich auch in der „Alte Schmiede“ war, aufgetreten ist und seinen Unmut äußerte.

Nächste Woche gibt es wieder eine Demonstration am Heldenplatz, aber da werden wir in Harland sein und am ersten Oktober eine am Ballhausplatz, da werde ich, wenn das mit der Maskenpflicht nicht vielleicht noch einmal verschrärft wird, beim „Skriptorium“ im Stift Seitenstetten sein, wo mich Doris Kloimstein eingelanden hat mit anderen Literatuen und bildenden Künstlern einen Text im Rahmen der Bibelwoche zu schreiben.

Also wird es wieder eine Demopause geben und inzwischen werden wir sehen, wie weit die Zahlen steigen und, ob wir, wenn wir jetzt auch mit Maske ins Restaurant und nicht mehr ohne auf den Markt gehen und uns auch nur mehr zu zehnt treffen können, was ja mein literarisches Geburtstagsfest betrifft oder einschränkt, den zweiten Lockdown verhindern können?

Der letzte Satz

Buch acht der deutschen Longlist und eines von dem ich schon sehr viel Schlechtes gehört habe. Hat es doch das Literaturcafe Robert Seethalers Mahler-Novelle würde ich sagen und mir das Wort Roman wieder wegdenken, sehr verrissen und gemeint, daß man all das, was in den hundertsechsundzwanzig Seiten steht auch bei „Wikipedia“ finden könnte und eine andere Rezensentin hat es „Mahler für Eilige“ genannt und ich habe, könnte man so sagen, zu dem 1966 geborenen Robert Seethaler von dessen „Trafikanten“, den ich dann im Kino gesehen, aber nicht gelesen habe, ich bei „Rund um die Burg“ das erste Mal etwas hörte, ein eher gestörtes Verhältnis.

Das heißt, ich habe von seinem Kultbuch, „Ein ganzes Leben“ von dem ich auf einigen Lesungen Auszüge hörte, eigentlich nicht so einen besonderen Eindruck bekommen, daß ich es lesen wollte. Jetzt hat es der Alfred zum Geburtstag bekommen und ich kann das überprüfen und auch bei den Lesungen um Musa oder bei den O-Tönen, wo sein „Feld“, das ich gelesen habe, vorgestellt wurde, war ich nicht so begeistert.

Ich habe aber, obwohl ich dachte, daß Wolfgang Tischers Eindruck auch meiner sein könnte, ihm, wie ich es ja öfter mache, wenn ein Schriftsteller angegriffen wird, widersprochen und bin nun wieder einmal überrascht, denn es ist ein sehr sehr tolles Buch und widerlegt vieles, was ich bisher über Robert Seethaler dachte.

Es ist kein Roman, auch keine Biografie und wenn ich alles über den Hofoperndirektor Gustav Mahler, dessen „Lied von der Erde“ mich in meiner Otto Bauergasse-Studentenzeit, sehr begleitet, wissen will, lese ich vielleicht besser die oder studiere „Wikipedia“, aber ich denke, das ist auch gar nicht der Anspruch des schmalen Buches, das ich eher als ein Kabinettstück interpretieren würde und das meiner Meinung nach hervorragend komponiert ist.

Es beginnt am Schiff, der alte und kranke Gustav Mahler kehrt aus New York, wo er nach dem er zehn Jahre Hofoperdirektor in Wien war, einige Jahre lebte, er sitzt am Bord, wird dort von einem Schiffsjungen betreut, der ihm Tee bringt und mit dem er sich auch unterhält, seine Frau Alma und seine Tochter Anna sitzen derweil im Speisesaal beim Frühstück und geht sein Leben durch und das ist Robert Seethaler meiner Meinung nach brillant gelungen.

Am Anfang war ich etwas irritiert, weil ich plötzlich in Toblach war, wo Mahler offenbar seine Sommer verbrachte und auch seine Komponierhäuschen hatte. Aber das ist wahrscheinlich der besondere Trick der Novelle, die an einem Vormittag auf dem Schiff spielt.

In jeden Kaptitel geht es da in das Leben des großen Meisters zurück. Es geht nach Paris, wo ihm der Schwiegervater zum fünfzigsten Geburtstag von Rodin eine Büste machen ließ und meisterhaft das Gespräch und die Abwehr der beiden Meister.

Es geht auch zu den Spannungen die Mahler mit der schönen Alma hatte, die offenbar mit dieser Zeit schon mit dem „Baumeister“ liiert war und es geht auch, obwohl ich in den schon erwähnten Rezensionen gelesen habe, daß es darum gar nicht gehen soll, um die Musik. Da bekommt man durchaus einen Einführung über die Smphonien, an denen er schrieb und den Vogel als Todesmetapher gibt es auch.

Im vorletzen Kapitel bricht Mahler offenbar zusammen und wird ohne, das er es bemerkt von Deck geholt und im letzten Kaptel geht der Schiffjunge in eine Kneipe und liest da in einer Zeitung daß der Meister gestorben ist, was schon mehr als die geschmähte „Wikipedia-Fingerübung“ ist, sondern ich, noch ehe ich dort gelesen habe, daß Mahler das Vorbild für Thomas Mann „Tod in Venedig“ war, an diese Novelle dachte.

Ein tolles Buch, das meinen Seethaler-Eindruck revidierte, ja liebes Literaturcafe man erlebt beim Lesen immer seine Überraschungen und daher bin ich sehr dafür auch über die erste Seite weiter zu lesen, aber da habe ich wahrscheinlich schon gewußt, daß mir das Buch gefallen wird und schade, daß es bei einigen rezenseten so schlecht wegkommt, denn ich halte es für das Beste, was ich bisher von Robert Seethaler gelesen habe.

2020-09-18

Ich an meiner Seite

Buch sieben der deutschen Buchpreisliste und der erste oder zweite Roman der 1985 im Pongau geborenen Birgit Birnbacher, die Soziologe studierte, als Sozialarbeiterin gearbeitet hat und 2019 den „Bachmannpreis“ gewonnen hat.

Ihr Debut „Wir ohne Wal“ mit dem sie auch für den „Alpha“ nominiert wurde und auf das ich durch den „Bloggerdebutpreis“ aufmerksam geworden bin, habe ich gelesen und hatte meine Schwierigkeiten, weil ich so schnell von einer Geschichte oder Kapitel nicht zum nächsten springen konnte und daher den Romaninhalt nicht ganz erfaßte.

Die Bachmanngeschichte der „Schrank“hat mir aber sehr gefallen und, ich glaube, ich habe beim Publikumsvoting auch dafür gestimmt.

„Ich an meiner Seite“ wurde auch bei den O-Tönen vorgestellt und da mußte der Moderator die Autorin nach dem realistischen Thema, es geht ja um einen Haftentlassenen fragen und wunderte sich darüber, daß eine Soziologin Romane schreibt oder so und das ist glaube ich, auch das Dilemma des Romanes, beziehungsweise der Birigit Birnbacher oder des Anspruches, daß vielleicht nur dann etwas als literarisch gilt, wenn es sehr abgehoben ist und damit habe ich ja, die realistisch schreibende erfolglose Autorin meine Schwierigkeiten.

Bei der Lesung bin ich auch nicht ganz mitgekommen, was ja natürlich ist, wenn man aus einem Buch nur Auszüge hört und jetzt, denke ich, daß es sehr schwer und wahrscheinlich unmöglich ist, auf eine literarisch anerkannte Art, die Geschichte eines Haftenlassenen zu erzählen.

Da geht es mir dabei wahrscheinlich ähnlich wie bei „Blauschmuck“ wo ich ja auch dachte, so spricht eine türkische Unterschichtfrau nie im Leben bei „Ich an meiner Seite“ ist es noch viel viel schwieriger, da Birgit Birnhaber meiner Meinung nach hier zu oft von einem Stil und einer Zeitebene zur anderen hinundherpendelt, obwohl das Buch von der Kritik sehr gelobt wird und es vielen auch sehr gefallen hat.

Birigt Birnbacher erwähnte bei den O-Tönen noch, daß ihr Arthur nach einem realien Vorbild geschrieben wurde und ich muß sagen, das Buch hat mich sehr verwirrt.

Es beginnt mit einer Fahrt von St. Pölten nach Wien, da fährt Arthur auf die Universität und traut sich dann nicht hinein, weil er hat ja eine Haft hinter sich und das darf er den Mitstudenten nicht verraten.

Dann geht es zurück oder nach vor. Das Buch wechselt, wie schon geschrieben, sehr oft die zeitlichen Ebenen. Da ist jedenfalls Arthur zweiundzwanzig, der eine drei jährige Haftstrafe hinter sich hat. Man erfährt lange nicht, das wurde auch bei den O-Tönen thematisiert, warum er gesessen ist,

Er hat jedenfalls einen Bewährungshelfer oder komischen, sprich unkonventionllen Therapeuten namens Dr. Vogl genannt Bird, der an ihm ein besonderes „Starring“ genanntes programm ausprobieren will, wo er in „Schwarzschrift“ alles aufschreiben soll.

Sigmund Freud hat, das glaube, ich freies Assoziieren genannt. Aber bei Birgit Birnbacher ist alles komplizierter und Arthur schreibt auch alles schön auf und da erfahren wir teilweise ganz realistisch und das fand ich sehr gut, den Lebenslauf des Arthur, auch wenn der wieder ganz schön verwirrend ist.

Er ist in Bischofshofen in einer Eisenbahnsiedlung aufgewachsen, hat einen Bruder, der Vater hat die Mutter bald verlassen und er sollte eigentlich auch Mario heißen. Die Mutter fand dann bald einen anderen Freund und ging mit ihm und den Kindern nach Andalusien, um dort ein luxus Sterbehospitz zu gründen, was auch schon mal ganz ungewöhnlich ist, das von einer Eisenbahnsiedlung aus zu machen.

Es gibt dann einen Freund und eine Freundin und einen Unfall, die Freundin ertrinkt, Arthur fühlt sich an ihrem Tod schuldig und kehrt kurz nach der Matura nach Österreich zurück. Dort hat er kein Geld und kommt so in den Betrug hienein, der ihn drei jahre ins Gefängnis bricht.

Nun ist er entlassen und soll resozialisiert werden, hat den schon erwähnten Bewärungshelfer, wohnt in einer betreuten WG und soll Bewerbungsschreiben schreiben und Praktika machen.

Daß ein Haftentlasser in der Gesellschaft wie dieser, seine Schweirigkeiten hat, ist auch sehr realistisch und Birgit Birnbacher versucht auch, glaube ich, mit dem Buch das aufzuzeigen, warum dann eine alte Exschauspielerin die an einer unhelbaren Kranheit leidet und Patientin in dem elterlichen Hospitz war, Arthur nach Wien mit ihren vierundzwanzig Stunden Betreuerinnen ins Hotel Bristol folgt, um ihn zu helfen, ist wahrscheinlich nicht ganz realistisch und warum sie nicht, wenn sie das schon tut, ihn nicht unter die Arme greift, sondern ihn seiner seltsamen Therapie und dem ähnlich seltsamen Wohnheim überläßt, ist auch nicht klar.

Ein Buch das „Jung und Jung“ und auch der Literaturkritik gefällt, bei „Amazon“ schreiben die Leser, das Strafentlassene bisher eher etwas Fremdes für sie waren und ich bin nicht ganz sicher, ob man dem Thema nach diesem Buch wirklich näher gekommen ist und auch nicht, ob das Leben des Vorbildes wirklich so wiedersprüchlich war, wie Birigt Birnhaber es in ihrem Roman schildert.

2020-09-17

Literaturhaus und Alte Schmiede hin und hergeswitscht

Heute, wo wieder ein Maßahmenpaket bekanntgegeben wurde, private Treffen nur bis zehn Personen, überall Maskenpflicht und nur mehr sitzende Konsumation, hätte ich ein sehr umfangreiches Programm gehabt. Das heißt ursprünglich das KAV-Reflexionstreffen, also eigentlich ein Pflichttermin, das wurde aber der hohen Zahlen wegen abgesagt und dann wäre im „Siebenstern“ ein Famulus-Lessung, diese Lesereihe, die Luis Stabauer und Erika Kronabitter organiseren gewesen, da habe ich eigentlich hingehen wollen, aber Andi Pianka hat mir einmal kommentiert, daß man dahin ohne Maske nichtkann und weil alle ohnehin so aufgeregt und ich dann noch daraufgekommen bin, daß im Literaturhaus Clemens Berger seinen Unterhaltungsroman „Der Präsident“ vorstellte und mir Robert Huez letzten Freitag sagte, daß man sich das im livestream ansehen kann, also gut und dann doch ins Programm der „Alten Schmiede“ geschaut, wo Lydia Mischkulnig ihren neuen Roman „Die Richterin“ präsentierte, der mich auch sehr interessierte und da man ja, was man physisch nicht kann, im livestream switschen kann, habe ich mich entschloßen die neue und für mich, ich gebe es zu, immer noch sehr seltsame Situation auch etwas seltsam zu benützen und zwischen literaturhaus und „Alte Schmiede“ hin und her zu switschen, ich höre schon meine Kritiker stöhnen, daß man das nich darf und kann, aber was kann man schon in Zeiten wie diesen und interessant ist ja auch, daß beide Bücher von inzwischen schon ziemelich anerkennten österreichischen Autoren weder auf der österreichischen noch auf der deutschen Buchpreisliste stehen, also ohne Livestream an mir vorbei gegangen wären.

Also um halb sieben statt aus dem Haus mit dem Laptop in mein Schlafzimmer gegangen und mir den Livestream eingestellt, was in beiden Fällen, im Gegensatz zu meinem gestrigen Versuch in der „Gesellschaft“ nicht so einfach war, denn die hat ziemlich pünktlich angefangen.

Hier hat es gedauert, bis ich zuerst Martin Kubaczek, der die Lesung in der „Alten Schmiede“ moderierte und dann Lydia Mischkulnig auf dem Bildschirm hatte, vorher hat man nur die leeren Lesungspulte gesehen und der 1954 in Wien geborene Martin Kubaczek, der ja selber Autor ist, hielt auch eine sehr lange Einführung über den neuen Roman der 1963 geborenen Lydia Mischkulnig, die ich schon auf einigen Lesungen hörte und auch schon einige Bücher gelesen habe, die den Veza Canetti-Preis gewonnen hat und ihre Romane immer sehr impulsiv und bildhaft einleitet.

In der „Richterin“ geht es, wie schon der Name sagt, um eine Richterin namens Gabrielle, die Asylverfahren zu bearbeiten und einen Mann hat, der Hausmann ist, bei der „Amazon-Beschreibung“ habe ich noch etwas gefunden, daß sie ihn einmal in Frauenkleider antrifft und Martin Kubaczek deutete noch etwas von zwei Autoren im Roman an und, daß der Mann offenbar auch ein Buch über seine Frau schreiben möchte. Das habe ich aber nicht so ganz verstanden, bin ich ja inzwischen in das Literaturhaus vefrschwunden, denn da tauchte dann etwas verspätet doch Barbara Zwiefelhofer mit Maske auf und es dauerte auch etwas bis ich den Ton bekam. Sie stellte dann den Moderator Florian Baranyi vor und der oder sie erzählte, daß es in dem Buch um ein burgendländischen Ronald Reagan Double namens Jay geht, der Ronald Reagan offenbar bei allen seinen nicht so wichtigen Terminen, wie Eröffnungen, etcetera, vertreten soll.

Eine Stelle, die der 1979 geborene Clemens Berger las, von dem ich auch schon einige Bücher habe und ihn auf einigen Lesungen höre, war, wie er mit seiner Lucy durch eine Restaurantküche geführt wird und dabei dem Küchenpersonal Witze erzählt. Dann gab es noch einen, wo der Präsident offenbar im Burgenland war und einen Präsidentenwein gab es auch. Der stand am Lesungstisch und eigentlich hätte er auch nachher ausgeschenkt werden sollen.

Aber Corona bedingt ist das nicht möglich. So forderte Barbara zwiefelhofer das pt Publikum nur zum Kauf von Buch und Wein und zum Masken aufsetzen auf und in diesem sinn ist vielleicht auch interessant, daß der Republikanische Club aufgrund der neuen Maßnahmen seine weiteren Veranstaltungen ohne Publikum und per Livestream durchführen wird, also auch sehr schön verrückt und ich überlege mir welche Romane man darüber schreiben könnte und wer sie dann in ein paar Jahren, wenn alles vorüber ist im Literaturhaus, der „Alten Schmiede“ oder anderswo präsentieren wird.

Interessant ist vielleicht auch, daß beide Streams zwischen vier und sieben Zuschauer hatten.

Maskenlos in die „Gesellschaft für Literatur“

Die Veranstaltungen im Literaturhaus, „Alte Schmiede“ und „Gesellschaft für Literatur“ haben nach und nach angefangen, die Sommerlesereihen im Weinhaus Sittl,Cafe Prückl, O-Töne etcetera, sind beendet und da die Zahlen der massenhaft Getesteten steigen, jetzt sind die täglichen Fünzehntausend, die Kanzler Kurz im März versprach, erreicht und da jetzt circa täglich siebenhundert postiv getestet sind, ist die Angst und Panik wieder angestiegen, Wien auf die Ampelfarbe orange geschaltet und seit Montag generelle Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen.

Daß man die in der „Gesellschaft für Literatur“ schon bei der Farbe gelb tragen muß, im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“, glaube ich, nur beim Eintreten habe ich schon früher herausgefunden und noch früher, ich glaube schon im April geahnt, daß die Corona-Krise mich warhhrscheinlich zumindest in der Veranstaltungsseite von der Literatur wegbringen wird, denn ich schreibe und lese wie meine Leser wissen werden, nach wie vor sehr viel.

Beim Lesen bin ich jetzt doch beim dreifachen Buchpreisbloggen angekommen und beim Schreiben beim zweiten CoronaText, aber da ich ja keine Maske tragen will, war ich wohl am letzten Freitag und am Montag bei meinen letzten Veranstaltungen und da am Freitag bei der Literaturmeile Zieglergasse vor dem Literaturhaus, den Herr Huez hatte ich da schon vor der Hauptbühne getroffen und ihm gesagt, daß wir uns jetzt wahrscheinlich länger nicht sehen würden.

„Verfolgen Sie uns per stream hat er gesagt!“ und das war ein guter Tip, denn ich hatte ja die mir zugeschickten Programme ein wenig wehmütig beiseite gelegt, jetzt aber durchgeblättert, um herauszufinden, was ich mir alles digital geben könnte?

Sehr viel Zeit habe ich ja eigentlich nicht dazu, bin ich im Lesestreß, die Veranstaltungen fehlen aber doch ein bißchen, obwohl das Livestream schauen den Kollgenkontakt ja nicht ersetzen kann, wie mir auch die Ruth am Freitag sagte, aber da bin ich ja ohnehin immer nur daneben gestanden und ich habe mir auch noch vor dem Sommer ein paar der Corona- Lesungen angehört und auch über zwei Veranstaltungen der „Gesellschaft für Literatur“ gebloggt.

Aso mir das Programm der „Alten Schmiede“ und des Literaturhauses ansehen und beschloßen, da am Donnerstag einen Livestreamabend zu machen, weil ich das Geflüster ja sonst schon mit meinen Buchbesprechungen geblockt habe.

Dann ist mir zufällig die Facebookseite der „Gesellschaft“ in die Hände gefallen und da habe ich gesehen, es gibt einen Ernst Lothar Abend beziehungsweise der Zsolnay Verlag hat da jetzt das dritte Buch des Autors des „Engels mit der Posaune“ herausgegeben, „Das Wunder des Überlebens“ und das habe habe ich schon in Harland liegen, hat es mirdie Doris Kloimstein mit der ich ja immer am Markt von St. Pölten Bücher tausche, gegeben und das zweite Buch „Die Rückkehr“ habe ich mir mit dem Alfi noch live in der „Gesellschaft“ angehört.

Das erste Buch den „Engel mit der Posaune“, habe ich in einer Uraltausgabe gelesen und den Film gesehen, der sich, wie Herbert Orlinger, der „Zsolnay– Verleger“ erklärte sich von dem Buch unterscheidet und er deshalb lange gezögert hat sich mit dem Original zu beschäftigen.

Dann hat er es doch getan Eva Menasse hat das Nachwort geschrieben, beim zweiten Buch war es der Doron Rabinovici, jetzt offenbar Daniel Kehlmann, aber der war nicht in der „Gesellschaft“, lebt der ja, glaube ich, in Amerika und so habe ich umdisponiert und mir schon am Mittwoch Abend den Livestream gegeben, statt zum Lesen in die Badewanne zu gehen und habe dann auch gleich Manfred Müller, Herbert Ohrlinger, Nikolaus Kinsky der drei Textstellen gelesen hat und Dagmar Heißler, die eine Lothar-Kennerin ist, mit Masken den Saal betreten sehen, die haben sie dann abgenommen. Das Publikum von denen ich einige Köpfe gesehen habe, hat sie anbehalten und Manfred Müller führte auch gleich in das Leben des 1890 in Brünn geborenen und 1974 in gestorbenen ein, der Jus und Germanistk studierte, dann Direktor der Josefstadt war, bevor er nach Amerika emigirieren mußte. Geschrieben hat er da auch schon, zum Beispiel die „Die Mühle der Gerechtigkeit“, das 1960 wiederaufgelegt wurde.

Ein Buch, das ich im Schrank gefunden habe und das mich zum „Im Namen des Vaters“ angeregt hat. Den „Engel mit der Posaune“ hat er in Amerika geschrieben, dann ist er 1946 als US beauftragter nach Wien zurückgekommen. Darüber hat er in der „Rückkehr“ geschrieben und dannn 1960 „Das wunder des Überlebens“, das jetzt von „Zsolnay“ neuaufgelegt wurde.

Drei Stellen daraus hat Nikolaus Kinsky gelesen. Die Erste, wo er Sigmund Freud in seiner Ordination besuchte, dann die, wo er schon in Amerika mit Franz Werfel über die Ränge mit denen sie in den Bestsellerlisten erwähnt wurden, diskutierte worauf Manfred Müller dann seine Gäste fragte, wer von beiden wohl der berühmtere oder bessere Schriftsteller sei?

„Beide sind wohl etwas vergessen!“, antwortete Herbert Ohrlinger, ich habe von Franz Werfel vor einigen Jahren einiges gelesen und Herbert Ohrlinger betonte wieder, daß vier oder fünf Lothar-Romane wohl Gültigkeit hätten, die drei schon aufgelegten, dann noch „Die Zeugin“ und der“ Südtirolroman“, der wohl damals in Amerika erschienen ist und er erwähnte wieder, daß der den „Heldenplatz“ nicht wiederauflegen wird. „Die Mühlen der Gerechtigkeit“ nachdem ich ihn damals fragte, wohl ebenfalls nicht und dann wurde, glaube ich, noch die Stelle aus der „Rückkehr“ gelesen, wo Lothar mit seiner Frau Adrienne Gessner und seinem Schwiegersohn mit dem Zug nach Wien zurückkehrt und dann über die Mariahilferstraße in das Hotel Bristol fährt, wo er unterbegracht war.

Interessant, interessant und jetzt ab in die Badewanne, Kurt Drawerts Dresden-Buch wartet auf mich und am Donnerstag habe ich dann zwischen dem Literaturhaus und der „Alten Schmiede“, die Auswahl oder kann bei beiden hin und herswitschen und nach Hause gehen muß ich auch nicht, was ja ebenfalls ein Vorteil ist.

2020-09-16

Die Infantin trägt den Scheitel links

Nun kommt Buch sechs der deutschen Longlist, der zweite Roman der 1983 in Oberndorf bei Salzburg geborenen helena Adler, die eigentlich Stehphanie Helena Prähäuser heißt und deren erstes Buch bei „Arovell“ erschienen ist. Der zweite bei „Jung und Jung“ erschienene Roman hat dann eingeschlagen, ist auch auf die „Öst“ gekommen und bisher bei mir wegen dem Titel und dem Cover, wo es ein Kinderbild mit Beschmierungen und einer Augenklappe zu sehen gibt, an mir vorbeigegangen ist, denn was heißt denn das?

Das Buch ist auch an mir vorbeigegangen, als es bei den O- Tönen vorgestellt wurde, denn da hat es geregnet.

Malte Bremer der im Literaturcafe die Longlisttitel nach ihrer Lesbarkeit bewertet, war von den der „schwarzen Regensuppe zum Nachtmahl“ und dem Bruegel-Gemöde im Eingangskapitel, des „Antiheimatromans“, wie das Buch auch genannt wird, nicht begeistert und ich habe, als ich auf Seite siebzehn war, gleich einen Kommentar geschrieben und bin dann ein bißchen hin und hergeschwankt, ob das jetzt ein tolles Buch ist und sprachlich noch viel besser als Valerie Fritsch oder vielleicht doch ein bißchen übertrieben und manche Formulierungen zu sehr abgehoben?

Ich weiß auch jetzt noch nicht so genau, ob ich es auf die Shortlist geben würde, sie ist aber sehr beeindruckend, diese Heimatgeschichte vom Aufwachsen im Dorf, die, außer im Literaturcafe überall gelobt wird und mit Winkler und Innerhofer verglichen wird.

Das erscheint mir mir vielleicht auch ein bißchen übertrieben, es ist aber auf jedenfall sehr beeindruckend das Buchm das wahrscheinlich Autobiografisches in einer sehr ungewöhnlichen, zum Teil rotzigen Sprache erzählt.

Das beginnt außer beim Titel schon bei den Kapiteln, die Namen wie“Glaube Hoffnung Liebe“, „Der Triumpf des Todes“,“Tod des Helden“, „Bäuerin eine Kuh melkend“, etcetera tragen und die offensichtlich, wenn auch vielleicht weniger klar, wie beim Eingangskaptiel Assoziationen zu berühmten Gemäden, die im Anghang zitiert werden, darstellen sollen und dann wird die Geschichte der aufmüpfigen Ich-Erzählerin, der Infantin, die am Schluß auch mit einem kind an ihrer Brust endet, in einundzwanzig Kapitel erzählt.

Sie lebt im Dorf mit Urgroßeltern, Großeltern, Eltern und den Zwillingsschwestern, die sie mobben und unterdrücken. Es beginnt gleich damit, daß sie den Stall abfackelt, der Vater zwinkernd vom „Blitz“ spricht und grinsend zur Feuerversicherung geht und dann wird von Kapitel zu Kapitel mit der Familie abgerechnet.

Die Mutter erscheint am Anfang noch ganz vernüfntig, später erscheint sie dann bigott, denn sie will vom Vater eine Kapelle erbaut habe,n weil ihr eine Marienbesrscheinung begegnete. Es war aber nur die Maria des Vaters.

Soviel zum Stil, manche Formulierungen wie die „ÖVP Frisur“ oder diem der“ selbst diagnostizierte Sozialverwaisung“ haben mich sehr begeistert und an Angela Lehners Debutroman vom Vorjahr erinnert, so daß dieser Antiheimatroman sicher, als stärker zu interpretieren ist als Petra Piuks „Toni und Moni“.

BEs geht dann von den Urgroßeltern, deren Tod beschrieben wird, weg, bis ins Gmnasium, in das die lehrerin die aufmüpfige infantin schickte, um „Sozialstudien“ zu machen. Dort gerät sie in schlechte Gesellschaft oder an schlechte Freundinnen, während sie selbst den Drogen, die die „schwarze Anna“ auf die Pschiatrie bringt, widerstehen kann. Die Mutter ist entsetzt, gerät aber auch an Beruhigsmittel und in Streit mit dem Vater, der mit seinen Gewehren alle zu erschießen droht. Die Mutter zieht in die Stadt, der Vater kommt ins Gefängnis und sie ist zuerst auf dem großen Hof, wo es auch eine Beziehung zum Cousin, Inzest ist natürlich auch ein Thema, wie der Mißbrauch in dieser Antiheimatgeschichte, allein, bevor sie von den Schwestern hinausgeworfen und um ihren Pflichtteil betrogen wird.

Ein starkes Buch auf jeden Fall, mir vielleicht wieder ein bißchen zu übertrieben, obwohl mich die Überhöhung der Alltagssprache, die ich so noch nie gelesen habe, sehr begeistert hat und ich Helena Adler alles Gute wünsche, gespannt bin, was ich von der jungen Frau mit der starken Sprache noch so alles hören oder lesen werde und wieder nur empfehlen kann, ein Buch auch weiter als bis zur ersten Seite zu lesen, obwohl mein Eindruck in diesem Fall ja eher in die umgekehrte Richtung, als die von Malte Bremer ging.

2020-09-15

Die deutsche Shortlist und die der Schweiz

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 11:06
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Hurrah, hurrah sie wurden ausgewählt, die sechs Bücher von denen eines in einem Monat, diesmal nur im Livestream, findet die Frankfurter Buchmesse, so weit ich gehört habe, auch hauptsächlich im digitalen Raum statt, den deutschen Buchpreis bekommen wird und sie ist wieder, wie ich schon fast befürchtet hatte, eine große Überraschung, obwohl ich ja eigentlich nicht sehr viel dazu sagen kann, habe ich von den zwanzig Büchern ja gerade nur acht gelesen, bin jetzt beim neunten, den Jens Wonneberger, hatte aber durchaus eine Vorsellung was ich auf diese Liste stelle würde und hätte da für

1. Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel links“

2.Robert Seethaler „Der letzte Satz“

3. Stephan Roiss „Triceratops“

4.Charles Lewinsky „Der Halbbart“

5. noch nicht gelesen aber gehört Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“ und

6.geschätzt dem Namen nach, Thomas Hettche „Herzfaden“, getippt.

Malte Bremer vom Literaturcafe, der ja auch immer eine Schätzung gibt, hatte da an

1. Birigit Birnbacher „Ich an meiner Seite“, das mir nicht so gefallen hat, was ebenfalls

2 .Bov Bergs „Serpentinien“ betrifft

3.Arno Camenisch „Goldene Jahre“

4.Deniz Ohde „Streulicht“

5.Olivia Wenzel „Tausend Serpentinen Angst“

6.Iris Wolff „Die Unschärfe der Welt“, alles von mir noch nicht gelesen, gedacht.

Und nun zur hehren Juryauswahl, die mir auf den ersten Blick nicht so viel sagt, denn auch da habe ich vier Bücher noch nicht gelesen und eines auch noch nicht bekommen.

1.Bov Bergs „Serpentinen“

2.Dorothee Elmiger „Aus der Zuckerfabrik“ ein Roman, der keiner ist, das steht sogar in dem Buch, aber sprachlich sehr schön und daher nicht so leicht zu lesen.

3.Tomas Hettche „Herzfaden“, ein möglicher Gewinner und ein Buch auf das ich sehr gespannt bin.

4.Deniz Ohde „Streulicht“ wird überall sehr gelobt

5.Anne Weber „Anette ein Heldinnenepos“, das Buch müßte ich mir erst bei Netgalley hochladen, angefragt ist es und

6.Christine Wunnicke „Die Dame mit der bemalten Hand“, auf das Buch bin ich, da Wunnike ja schon auf zwei vorigen Longlists stand, sehr gespannt.

Wenn ich die restlichen vier Bücher gelesen habe, kann ich mehr dazu sagen. Auf Thomas Hettche würde ich, wie bereits erwähnt, schon jetzt als möglichen Sieger tippen und nun lesen lesen, sowohl die deutschen, als auch die österreichischen Bücher und das zwischendrin.

Die Schweizer Shortlist, die ich mich jetzt doch zu lesen entschlossen habe, wurde heute auch noch bekanntgegeben:

1. Dorothee Elmiger „Aus der Zuckerfabrik“

2. Tom Kummer „Von schlechten Eltern“

3. Charles Lewinsky „Der Halbbart“

4. Karl Rühmann „Der Held“

5. Anna Stern „das alles hier, jetzt“

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