Literaturgefluester

2019-09-20

Vorschau auf „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

Filed under: Buchpromotion — nagl @ 00:01
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„Die fünfundsechzigjährige Physiotherapeutin Magdalena Kirchberg stellt an ihrem ersten Pensionstag fest, daß sie, weil ihr ihre Patienten fehlen, ihre Tochter Magda mit Hund und Freund in Graz als Flüchtlingsbetreuerin lebt und sie außer ihrem Nachbarn Momo und ihrer Supermarktkasserierin Nastasja Stankic kaum Kontakte nach außen hat, in ein tiefes Pensionloch fallen könnte, so daß sie, um eine Depressison zu vermeiden, als sie am Abend vom Literaturhaus nach Hause geht, an einer Kreuzung einen weißen BMW stehen sieht, in dem sich drei Personen, zwei Männer und eine junge Frau befinden, die sie an ihren Gynäkologen und die Hebamme erinnern, die ihr bei der Geburt ihrer Tochter Magda vor fünfunddreißig Jahren geholfen haben und an einen Psychiater erinnern, die der Stationsarzt damals zu ihr gerufen hat, einen Roman darüber zu schreiben, weil sie das nach ihrer Matura eigentlich Schriftstellerin werden wollte, diesen Wunsch auf Anraten ihres Vaters aber alsbald aufgegeben hat.

Während sie das zu realisieren versucht, erzählt ihr ihr aus Afghanistan geflohener Nachbar Momo, der sich in Österreich als Heimhelfer ausbilden ließ, obwohl er eigentlich Medizin studieren wollte, von seiner an Alzheimer erkrankten Klientin Maria Mattuschek, einer erfolglosen Schriftstellerin, die ihre sozilakritischen Romane bisher selbst herausgegeben hat, jetzt aber von ihrer Nichte Ruth, als experimentelle Dichterin entdeckt wurde.“

Es ist soweit, das Cover für das neue Buch, mein sechsundvierzigstes Selbstgemachtes ist fertig. Der Text kann an die Druckerei gehen und ich kann das Buch hier schon vorstellen und wieder im Rahmen eines kleinen Gewinnspieles auf es aufmerksam und neugierig machen.

Also wieder drei Fragen, mit denen man das Buch nach Erscheinen gewinnen kann. Ich verlose ein Exemplar an dem oder die, der

  1. weiß, wo ich aus dem Buch schon gelesen habe
  2. in welchen Rahmen, die ersten Szenen entstanden sind und
  3. mir verrät, warum Ruth erschrickt, als Maria Mattuschek sagt, daß sie erst mit Matthes Enck sprechen will, bevor sie den Vertrag, für das Buch, das Ruth herausgeben will, unterschreibt?

Die Antworten sind sowohl in der Leseprobe auf der Website, als auch in den Schreibprozessen, die ich wieder unten verlinke, zu finden.

Ein „Mimikriy-Gewinnspiel“ mit den ersten Sätzen, will ich auch wieder machen.

Mein erster Satz lautet lapidar: „Am Abend war Magdalena Kirchberg im Literaturhaus gewesen“

Wenn mir zwei oder drei meiner Leser  auf meine Mailadresse „evajancak@fastmail.com“ einen Absatz  dazu schreiben, kann ich die, mit meinem, in den Promotionsartikel stellen und wer dann errät, welcher Absatz von mir ist, bekommt auch ein Buch.

Weiters würde ich auch gerne wieder eine Leserunde machen. Und vergebe dafür fünf Bücher an die, die sie lesen und dann mit mir im Promotionsartikel darüber diskutieren möchten.

Und jetzt die Artikel, die auf den Entstehungsprozeß des Buches hinweisen:

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2019-09-19

Der verschwundene Bücherschrank

Nach einem Arbeitstag, ein paar Stunden, ein bißchen Korrigieren am neuesten Projekt und ein bißchen Wahlkampfvideoschauen, denn das macht Spaß, informiert und weckt vielleicht auch die Schadenfreude, hat sie sich aufgemacht, um nach der Sommerpause das erste Mal wieder ins Literaturhaus zu gehen.

Zwar wartet auf die selbsternannte dreifache Buchpreisbloggerin drei solche Listen, die deutsche, österreichische und schweizerische mit entsprechend vielen aufzulesenden Büchern auf sie, was ohnehin ein bißchen schlechtes Gewissen macht, denn beim deutschen Buchpreis ist sie erst bei Buch sechs, beim österreichischen bei Buch zwei, wobei es sich um dieselben Bücher, nämlich, die der Marlen Streeruwitz und Raphaela Edelbauer handeln und bei dem schweizer hat sie zwar schon drei Bücher im Bad, beziehungweise E-Book Folder liegen, aber mit dem Lesen noch gar nichgt angefangen.

Aber trotzdem es gibt es Buchgeschehen, abseits der Buchpreislisten, natürlich ganz klar und im Literaturhaus wird auch ein solches vorgestellt, was sonst höchstwahrscheinlich an ihr vorbeigegangen wäre, sich also nach der letzten Stunde, beziehungsweise der letzten korrigierten Seite aufgemacht, um ins Literaturhaus zu gehen.

Da kommt sie am Margararetenplatz natürlich am „Wortschatz“ vorbei und kann trotz ihrer Bücherberge und Bücherstapel dort natürlich nicht vorüber gehen, denn sie könnte ja etwas versäumen, also kurz hineingeschaut und außer einem Sprachführer für den nächsten Italienurlaub nicht viel gefunden, natürlich nicht, was hätte sie erwartet, obwohl sie da und auch in den anderen Schränken schon manche Schmankerl, sprich ausgeschiedene Leseexemplare gefunden hat, an denen sie sich erfreuen konnte und das auch tat.

Manche Bildungslücken hat der Bücherschrank schon bei ihr gefüllt und sie ist auch eine absolute Freundin der solchen, die es in Wien seit 2010 gibt und die seither auch wie die Schwammerln aus dem Boden spießen.

Der Erste wurde dort in der Zieglergasse-Westbahnstraße von Frank Gassner aufgestellt und zwei Jahre später sogar mit Hilfe von Hermann Nitsch erneuert und gewidmet, dann gibt es den beim Heger-Park in der Grundsteingasse, da hat sie schon einmal gelesen, beziehungsweise ihre „Mimi“, dort vorgestellt, in der es ja auch eine Bücherschrankbenützerin beziehungsweise Betreuerin gibt, denn die Bücherschränke haben sie nicht nur bezüglich Lesen bereichnert, nein, sie hat auch immer wieder darüber geschrieben und findet ein solches Tauschverhalten im öffentlichen Raum sehr gut, gibt auch zu, daß sie mehr Bücher hinaus als dort hineinstellt, ist sie doch eine Sammlerin, die sich eigentlich nur ungern von ihren Büchern trennt, aber die eigenen Werke finden regelmäßig nach Erscheinen hinein und, daß es Leute gab, die sich über die Schränke lustig machen, sie sogar zerstören und beschmieren oder sie als „Sandlerbibliothek“ beschimpfen hat sie nie verstanden und glaubt auch, daß sich diese Vorurteile und auch die, daß die Leute sich dann nur der Bücher bedienen und sie verkaufen würden, ein Argument, daß vor allem Anfangs sehr zu hören war, glaubt sie nicht so recht, sondern hat sogar den Verdacht, daß sich die Antquariate eher ihrer Ladenhüter dort entledigen, als Bücher von dort ankaufen, dazu gibt es in Zeiten der „Make it small-Philosophie“ höchstwahrscheinlich zu viele Bücher und sich der Bücher, statt sie in den Mist zu werfen, sie in den Bücherschrank zu stellen, wenn man zum Beispiel eine Verlassenschaft zu entsorgen hat, ist sicher eine gute Idee, an der sie sich, sie gibt es zu, schon öfter daran bereichert hat und manchmal die Bücher auch eine Weile bei sich stehen hat, bis sie dazu kommt sie zu lesen.

Auch das gibt sie zu, aber als sie diesen Sommer in die Schweiz auf Urlaub gefahren ist, hat sie sich vorher in ihren Regalen umgesehen und dort sogar drei ehemalige Buchpreisbücher gefunden, die sie dann in Locarno nach und nach aufgelesen hat, dort in einem Bücherschrank in einem Kaff einen aktuellen Krimi fand und sich nur ärgerte, daß sie „Herrmann Hesse antwortet…. auf Facebook“, das sie einmal vom Schrank nach Hause trug, dann aber nicht rechtzeitig gefunden hat, um es  in Montagnola stilgerecht aufzulesen.

Egal, das Buch ist jetzt gefunden und kann gelesen werden, wenn sie sich wieder in die Schweiz begibt oder nein, doch nicht so ganz denn der nächste Schweiz-Urlaub geht nach Basel zur Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ und da wird sie sich wahrscheinlich eher die Buchpreisbücher“, als den Hesse mitnehmen, denkt sie, während sie an dem noch leeren und im Dunklen liegenden Literaturhaus, es ist zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn und sie eine  pünktliche Person, vorübergeht, um vorher noch in Richtung Schrank und Westbahnstraße hinaufzugehen, denn es könnte ja sein, daß ihr wieder eine oder eine ein besonderes Schmankerl hineingelegt hat, daß sie unbedingt lesen muß, wenn sie mit ihrem dreifachen Buchpreisbloggen  fertig ist, denkt sie wieder, um dann etwas erstaunt, in das Gesicht von Barbara Zeman zu schauen, die gerade an ihr vorübergeht.

Aber natürlich, sie ist ja die Moderatiorin der Veranstaltung, wie sie sich sogleich erinnert und an den vielen Baustellen vorbei, die sich momentan offenbar in ganz Wien und daher natürlich auch in der Zieglergasse befinden vorübergeht und ihre erwartungsvolle Vorfreude kurz darauf  verschwinden läßt, beziehungsweise diese einen Dämpfer bekommt, denn was ist denn das, das kann es doch nicht sein, an der Ecke Zieglergasse Westbahnstraße, wo sich der Schrank und seit kurzem auch ein paar Sesseln befinden, in denen man sich während des Büchersuchens ausruhen oder vielleicht gleich ein bißchen lesen kann, gibt es nur mehr den Briefkasten, der sich auch  dort befindet, ansonsten ein Absperrgitter, einen Baustellenzaun: „Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder!“, heißt es da und kein Bücherschrank.

Vorübergehend geschlossen, abmontiert, entfernt.

„Wird nach Beendigungen der Bauarbeiten wieder aufgestellt!“, wird sie später auf der betreffenden Facebookseite lesen. Zuerst einmal aber nur entäuscht und ein bißchen verloren dreingeschaut, aber dann angesichts der eldendslangen Bücherliste und dem sechsten deutschen und zweiten österreichischen Buchpreisbuch, dem der Raphaela Edelbauer, das ihr sehr gefällt und das sie ohnehin  in der Tasche trägt um bis zu Veranstaltungsbeginn noch ein bißchen darin zu lesen, die Achseln zucken und „Macht ja nichts!“, denken.

Macht ja nichts, denn es gibt im intensiven Bücherherbst der Neuerscheinungen und des dreifachen Bücherbloggens ohnehin sehr viel zu lesen und wenn die Bauarbeiten bis Dezember beendet sind, kann sich der Schrank nach Weihnachten ja wieder dort befinden, um die ungewünschten Weihnachgtsgeschenke oder eventuelle Duplikate aufzufangen und vielleicht ist dann, wenn sie wieder dort vorbei kommt, sogar eines der Buchpreis-Bücher darin, das sich momentan nur in ihrem E- Bookfolder befinden, denn sie ist ja eine Büchersammlerin und außerdem, auch wenn sie an keinen Buch riecht, leckt oder schmeckt, der Meinung, daß nur ein Printbuch ein richtiges Buch ist und sie ein solches lieber hat.

Barbara Zeman moderiert Hendrik Otremba

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:26
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Im Februar war ich ja bei der Präsentaion von Barbara Zemans Debut „Immerjahn“ im Literaturhaus und habe sie  auch bei der Eröffnung der „O- Töne“ daraus lesen gehört.

Das Buch ist nicht, wie ich es erwartet habe, auf die Debutschiene des Öst gekommen und als ich am Mittwochabend vor der Buchpräsentation von Hendrik Otrembas „Kachelbads Erbe“ zum Bücherschrank in der Zieglergasse gehen wollte, ist mir Barbara Zemann entgegenkommen, was mich zuerst etwas erstaunte, dann ist mir aber eingefallen, daß sie die Veranstaltung moderiert, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist, daß das eine Autorin im Literaturhaus tut, aber Barbara Zemann habe ich schon bemerkt, ist eine ungewöhnliche Autorin.  Buch undLesung waren das dann auch.

Aber schön der Reihe nach, denn zuerst erlebte ich noch eine Überraschung, denn in der Zieglergasse eine Baustelle, die sich bin zur Westbahnstraße hinüberzieht und kein Bücherschrank.

„Vorübergehend entfernt!“, habe ich gerade gelesen, nach Beendigung der Bauarbeiten wird er wieder aufgestellt. Also können wir uns darauf freuen und ich ersticke derzeit ohnehin unter meinen Neuerscheinungen, da jetzt ja zum deutschen und zum österreichischen Buchpreis auch noch der Schweizer dazugekommen sind.

Trotzdem bin ich ins Literaturhaus gegangen zu der Präsentation eines mir bisher unbekannten Autors, nämlich dem 1984 im Ruhrgebiet geborenen und in Berlin lebenden Sänger, bildender Künstler und Dozent für kreatives Schreiben, Hendrik Otemba, der 2017 im „Verbrecherverlag“ sein Debut „Über uns den Schaum“ und jetzt bei „Hoffmann und Campe“ seinen zweiten Roman herausgegen hat.

Barbara Zemans Debut ist auch bei „Hoffmann und Campe“ erschienen. Das ist vielleicht die Klammer zwischen Autor und Moderatorin. Im Publikum wieder lauter mir Unbekannte

Also der Freundenkreis von Autor und Moderatoren wahrscheinlich und Barbara Zemann sagte wieder, was sie schon die letzten beide Male sagte, daß sie sehr aufgeregt sei und lächelte dabei, dann begann sie Hendik Otremba sehr viel zu fragen, beispielsweise nach der Herkunft seines Namens und seiner Musik.

Er ist, das hat noch Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnt, schon öfgter mit seiner Band „Messer“ in Wien gewesen, aber noch nicht als Autor, also eine Österreich Premiere und daß das Buch von der Kyonik, also der Wissenschaft Menschen einzufrieren, um sie später wieder aufzutauen, handelt, darauf ist das Gespräch erst später gekommen.

Im Beschreibungstext steht noch etwas von einer abgehalfterten Schriftstellergattin, einer ukrainischen Wissenschaftlerin und einem vietnamesischen Auftragskiller und Barbara Zemann hat noch erwähnt, daß es sich dabei sowohl, um einen <krimi als auch um eine Liebesgeschichte handeln würde.

Die Kyonik gibt es wirklich und wird in Amerika , Russland und Japan betrieben, während sie in Deutschland und Österreich verboten ist, erklärte der Autor noch und die Handlung spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren.

Aus dem ersten Teil hat Hendrik Otremba schließlich ein Stück gelesen, wo der achtzigjährige deutsche Auswanderer Kachelbad, für das Unternehmen Exit-US Menschen einfriert.

Da kommt auch seine Assistentin Rosary vor, der der erste Teil gewidmet ist. Dann kam ein längeres Gespräch, wo Hendrik Otremba vor allem etwas über seine Recherche zu dem Buch erzählte und dann, glaube ich, eine Stelle von hinten, wo es in das schwule New York ging und da, glaube ich, die Liebesbeschichte geschildert wurde und ein Stückchen, wo es, um das Kochen ging, wurde auch noch gelesen, weil sie Barbara Zeman eine solche Stelle wünschte.

Ein interessanter Abend würde ich urteilen, wo ich ein Buch kennengelernt habe, daß angesichts der vielen langen Listen und sonstigen Neuerscheinungen, bisher an mir vorbei gegangen ist und spannend auch, daß Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnte, daß es ihr auch so gegangen wäre, weil sie nur österreichische Neuerscheinungen liest.

Barbaar Zeman hat sie aber auf das Buch aufmerksam gemacht.

2019-09-18

Saisoneröffnung mit Thomas Stangls Körper

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:51
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Saisoneröffnung in der „Alten Schmiede“, in der „Gesellschaft“ ist es schon vorvorige Woche so weit gewesen, das Literaturhaus werde ich morgen besuchen und eigentlich war die Präsentation von Thomas Stangls Erzählband“ die „Geschichte des Körpers“ gar nicht so spekulär neu, wurde es ja schon in der Leseauslese in Juni von Cornelius Hell oder Katja Gasser empfohlen.

Ich hätte es mir auch auf die östBpListe gewünscht. Auf die Deutsche kommen ja nur Romane , aber trotzdem war heute in der „Alte Schmiede“ etwas anders oder schon vorher, hat das Programm ja ein neues Design, an das ich mich erst gewöhnen muß und Daniel Terkl, der neue Leiter trat gemeinsam mit Johanna Öttl auf, erzählte etwas von einem schönen Ort, der die „Alte Schmiede“ wäre und ließ seine Kollegin dann das Programm der nächsten Saison aufzählen, bevor er den aus dreißig mehr oder weniger langen Erzählungen bestehenden bei „Droschl“ erschienen Band, einleitete.

Ich kenne den 1966 in Wien geborenen,  „Alpha- und Fried-Preisträger“,schon lange, habe ihm mehrmals in der „Alten Schmiede“ gehört, sein „Alpha-Preisbuch“ gelesen.

Ich bin vielleicht gar nicht so begeistert in die „AS“ gegangen oder doch natürlich, habe ich ja andere Veranstaltungen diesbezüglich abgesagt und wurde auch nicht enttäuscht, denn Thomas Stangl hat eine wirklich sehr dichte Sprache und er las zuerst die Geschichte, wo die „Monster kommen“ oder die Hausbewohner, Flüchtlinge wahrscheinlich, die ihre Bücher und ihre Spielsachen verloren habe, die bei einer Anna mit aufgeklebten Bart untergekommen sind, dann gar nicht finden.

Nach der Geschichte gab es ein Gespräch, wo Daniel Terkl, den Autor nach den Regeln fragte, die in dem Text vorkommen und Thomas Stangl etwas über die Entstehung des Erzählbandes und die Klammern, die ihn zusammenhalten, beziehungsweise seine Geheimnisse und Ausparungen, erzählte.

Dann folgte die „Als ob Geschichte“, „Das Sterben in Zimmer 105, wo Thomas Stangl wohl versuchte seine Erfahrungen als Zivildiener in einem Pflegeheim sprachlich dicht aufzuarbeiten und darüber zu philosophieren, ob und, wie das gelingen kann.

Eine sehr dichte Geschichte, der Arzt und die Stationsschwester sagen: „Man stirbt nicht im Parterre!“, natürlich nicht. Das tut man gewöhnlich im Spital und es kommen dann nur die Söhne und die Töchter, um die Zimmer auszuräumen und ich dachte die ganze Zeit an meine Maria Mattuschek, die sich ja auch in ihre Erinnerungen und in ihre Vergangenheit zurückzieht und war dann sehr verwundert, als Daniel Terkl nicht über das Sterben und die Demenzen, sowie die Eindrücke, die das auf einen zwanzigjährigen, der plötzlich in ein Pflegeheim gesteckt wird, sondern nach den Perspektiven und den Hierarchien der sprachlichen Analyse fragte.

Da sieht man wohl den Unterschied zwischen den Literaturwissenschaftlern und den Psychologen und Psychotherapeuten.

Thomas Stangl antwortete auch da geduldig, verwies aber auf seine eigene Zivildienstzeit und die Musik, die er damals hörte, aber nicht ganz verstand, weil es noch keine Booklets und kein Internet gegeben hat.

Ein interessanter Abend und eine interessante Saisoneröffnung, obwohl mich ja meine Bücherberge meines nun schon dreifachen Buchpreislesens eigentlich keine Zeit dazu lassen, aber das „Literaturgeflüster“ war ja schon immer dreifach angelegt und eine Mischung zwischen Veranstaltungsprogramm lesen und dem eigenen Schreiben, das derzeit ja aus meiner eigenen Schreibwerkstatt mit dem Korrigieren von meinem „Schreiben und meinem Büchern“ besteht.

2019-09-17

Deutsche Shortlist und die Schweizer Nominierten

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 11:29
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Ich bin ja, wie ich schon geschrieben habe, durch das Auflesen von neun Neuerscheinungsbüchern, die nach meinem Schweiz-Urlaub auf mich gewartet haben, erst vor einer Woche zum Lesen der Longlistbücher gekommen, die aber alle schön aufgereiht, zum Teil im Badezimmer, zum Teil im E-Bookordner schon auf mich warten, bin derzeit beim Lesen von Buch fünf und Buch sechs, da Eva Schmidts „Die untalentierte Lügnerin“ als PDF habe und mich mir gestern, als ich in die „Gesellschaft“ gegangen bin, Raphaelas Edelbauers Printbuch mitgenommen habe.

Die „Winterbienen“, die mir nicht so gefallen haben, weil ein sehr übertriebener Hauptcharakter, habe ich schon im Juli gelesen, in der Vorwache waren „Cherubino“ und „Nicht wie ihr“ daran, am Wochenende, die Streeruwitz, die ja schon seit Juli in Harand überm Bett lag.

Die „Buchpreisblogger“ oder Buchpreispaten“ haben sich bei ihren Vorschauen etwas zurückgehalten. So habe ich nach den mir bekannten Namen geschätzt und vermutet Karen Köhler, Sasa Stanisic und Marlen Streeruwitz kommen auf die Shortlist und mir gestern gedacht, daß ich mir sowohl das Buch der Eva Schmidt, als das der Raphaela Edelbauer, die sehr gelobt wird, dorthin wünschen.

Nun es kommt, meine Leser wissen es wahrscheinlich, immer anders, als man denkt und man sitzt nachher da mit offenen Mund und denkt: „Das hätte ich mir nicht gedacht!“

Diesmal ist es auch so, aber nur ein bißchen:

1.Raphaela Edelbauer „Das flüßige Land“

2.Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“

3.Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“

4.Norbert Scheuer „Winterbienen“

5.Sasa Stanisic „Herkunft“

6.Jackie Thomae „Brüder“

Zwei der Bücher habe ich schon gelesen, beim dritten bin ich gerade, „Kintsugi“ und „Brüder“ wird bald folgen.

„Herkunft“ steht ziemlich unten auf meiner Liste und wird noch etwas dauern.

Ich finde es schade, daß die Streeruwitz nicht darauf steht, aber vielleicht kommt sie auf die österreichische Liste, bei „Winterbienen“ bin ich wahrscheinlich so erstaunt, wie vielleicht im Vorjahr bei „Archipel“ und kann mir das Buch eigentlich nicht als „deutsches Buchpreisbuch“ wünschen, aber vielleicht wird es der Stanisic, den ich ja erst lesen muß.

Beim Schachinger bin ich auch erstaunt, bei den  Büchern, die ich noch nicht gelesen habe, sehr gespannt.

Und wieder interessant, daß die Hälfte der nominierten Bücher Debuts sind.

Außerdem wurden heute auch die fünf Nominierten für den „Schweizer Buchpreis“, der ja am am zehnten November in Basel vergeben wird, wo wir  auch teilnehmen wollen, bekanntgegeben.

Da stehen:

1.  Sibylle Berg „GRM. Brainfuck“

2.Simone Lappert „Der Sprung“

3.Tabea Steiner „Bald“

4.Alain Claude Sulzer „Unhaltbare Zustände“ und

5. Ivna Zic „Die Nachkommen“ auf der Liste.

Zwei der Bücher habe ich schon, wenn auch nicht gelesen, weil die 1986 in Zagreb geborene Ivna Zic interessanter Weise auch auf der österreichischen Longlist steht und mir „Diogenes“ schon den „Sprung“ geschickt hat.

Eine gute Liste denke ich, hätte mir aber eigentlich den neuen „Wolkenbruch“, den ich auch noch lesen will, dort erwartet, den Lukas Hartmann und auch den Charles Lewinsky.

Die drei restlichen Bücher, Alain Claude Sulzer habe ich ja in der Schweiz gelesen, werde ich anfragen und die Bücher  wahrscheinlich in vor oder nach der Schweiz lesen und bin wieder sehr gespannt.

2019-09-16

Ein Michael Stavaric Portrait

Die Reihe „Werk-Gänge“, wo Brigitte Schwens-Harrant immer je durch ein Werk eines Autors, einer Autorin führt, gibt es, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erwähnte, seit 2015 nun schon das sechzehnte Mal.

Da war ich, glaube ich, nur bei einer, wo es um Michael Prinz ging und ansonsten war ich über die Werkpräsentation des 1972 in Brünn geborenen Übersetzers und Autors, der mit sieben Jahren nach Österreich kam und hier zuerst als Sekreät von Jirsi Grusa später als Autor und Übersätzer tätig war, sehr erstaunt. Denn ich habe gedacht ihn kenne ihn eigentlich recht gut.

Bei der Präsentation von „Stillborn“, 2006 erschienen war ich, glaube ich, im Literaturhaus und bei der von „Brenntage“, in der AS war ich, glaube ich, einmal bei den Textvorstellungen mit Angelika Reitzer und bei der Präsentation über die „Gute Literatur“, und bei der von Marlen Schachingers „Anthologie“ in der Hauptbücherei.

Im „Standard“ habe ich einmal einen Artikel, sowie einer seiner Übersetzungen gelesen. Das er Kinderbüchet schreibt, wußte ich auch, aber  in der letzten Zeit habe ich nicht so viel von ihm gehört und war daher erstaunt über die präsentierten Bücher, „Stillborn“ und „Brenntage“ habe ich schon erwähnt.

„Gotland“ 2017 erschienen, ist offenbar an mir vorbei gegangen, obwohl ich mich ja sehr für Literatur interessiere und regelmäßig in die Veranstaltung der „AS“, des Literaturhauses und der „Gesellschaft“ gehe. Auf den Buchpreislisten sind die Bücher  nicht gestanden und bei „Stillborn“ das als Erstes vorgestellt wurde, bin ich daraufgekommen, daß ich vom Inhalt nicht viel mußte. Es geht aber um eine Elisa Frankenstein, eine Maklerin, die Feuer legt, um sich zu spüren.

Brigitte Schwens-Harrant, die Literaturkritikerin und Feuilletonchefin, der „Furche“, erwähnte Michael Stavaric als Vielschreiber und erkundigte sich wer „Stillborn“ auf Tschechisch übersetzt hat.

Radka Denemarkova, die ich ja auch schon mal in der „AS“ hörte, ist das gewesen, denn Michael Stavaric übersetzt nicht mehr und sie hat das sehr freizügig getan und so zum Beispiel, die Handlung von Wien nach Prag verlegt.

Etwas, was ich, die ich ja viel von Werktreue halte, nicht verstehe und auch nicht mag und das zweite Buch „Brenntage“ handelt auch vom Feuerlegen und von einem Protagonisten, der eigentlich der Enge des Tales entkommen will, das aber nicht schafft.

Hier hätte das Buch eigentlich „Niemandsland“ heißen sollen, aber die Verlage suchen ja meistens die Titel aus und das dritte Beispiel stammt von 2017, wo ich  schon lange intensiv bloggte heißt „Gotland“ und handelt von einem, der in Gotland seitlang einen großen Roman schreiben will und schließlich in der Psychiatrie landet. Hier hat sich Michael Stavaric in dritten Teil des Buches „Das Gutachten“, sehr viel Mühe gegeben, ein solches zu verfassen und ein demächst erscheinendes Kinderbuch „Menschenscheuche“, wo es um einen Raben geht, der eine solche bastelt, wurde auch noch vorgestellt.

Jetzt schreibt Michael Stavaric wieder ein Buch für Erwachsene, das im Frühling erscheinen soll und ich bin gespannt, ob ich etwas davon hören werde und, ob es auf eine der Buchpreislisten schaffen wird?

2019-09-15

Nicht wie ihr

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:02
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Wir kommen schon zu Buch drei der deutschen Buchpreisliste, kleiner Scherz am Rande, obwohl es stimmt, daß ich diesmal mit dem Buchpreisbloggen, das ich ja schon zum fünften Mal sozusagen „unautorisiert“ auf mich nehme, spät daran bin, weil  ich bevor ich mit dem ersten, beziehungsweise zweiten Buch beginnen konnte, noch frisch von der Schweiz zurückgekommen, neun  andere Neuerscheinungen gelesen habe, die nicht auf der Liste standen.

Jetzt also Buch drei des dBp, das erste Printbuch, denn sowohl „Winterbienen“, als auch „Cherubino“ habe ich digital gelesen und Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ ist eine Überraschung, da eines der sechs Debuts, ein „Kremayr&Scheriau-Buch“ der mit seiner Literaturschiene, glaube ich, zum ersten Mal auf der Liste steht und, als ich mir das Buch vor einem halben Jahr oder so bestellt habe, habe ich beim Namen Schachinger wohl zuerst an die Marlen gedacht und dann wahrscheinlich erst beim zweiten Blick gesehen, das ist  ein anderer.

Ein Tonio Schachinger, 1992 in New Dehli geboren, in Nicuargua und Wien aufgewachsen, Student der Sprachkunst, von da hätte ich ihn eigentlich kennen sollen, habe ich ihn doch schon bei einer dieser Sprachkunstlesungen im Literaturhaus gehört, da nannte er sich allerdings Antonio und das Thema „Fußball“, ein Ball ziert, so auch das Cover, ist ja eines, wie ich immer schreibe, das mich absolut nicht interessiert.

Aber wieder Überraschung! Um das Fußballspielen geht es eigentlich nicht, sondern um einen Fußballspieler, einen Siebenundzwanzigjährigen mit Migrationshintergrund, weil aus einer bosnischen Familie stammend, der es  geschafft hat, in den ersten Kadern zu spielen, daher hunderttausend Euro pro Woche verdient und mit einem Bugatti durch die Gegend düst.

Klingt, wie ein Märchen oder ein Kitschroman, ist aber Sozialbeschreibung pur und von daher für mich sehr interessant und, wie es der Zufall will, ist es das totale Kontrastprogramm zu Andrea Grills „Cherubino“, wo es auch, um eine Karriere, die einer Sängerin Ende dreißig, die gerade schwanger wird, als sie sowohl an der Met, als auch in Salzburg singen soll.

Das sind wohl die neuen Themen der Literatur und bevor ich zum Inhalt komme, spoilere ich gleich munter weiter, das Malte Bremer vom Literaturcafe, der ja immer einen Buchpreischeck macht, geschrieben hat, daß er nicht weiß, wer dieses Buch auf die Buchpreisliste gesetzt hat?

Das weiß ich natürlich auch nicht, Daniela Strigl oder Petra Hartlieb vielleicht mit den anderen fünf Juroren. Aber, ich denke, es gehört hin, denn so genau wie Antonio Schachinger, der offenbar ein Diplotmatenkind ist, hat, glaube ich, noch keiner, das Schicksal der Fußballer mit Migrationshintergrund beschrieben und ich habe, glaube ich, somit wieder ein bißchen  Einblick in das soziale Leben von heute bekommen, obwohl man das mit den Bugatti und den hunderttausend Euro , die ich eigentlich  bezweifle, vergessen kann und ein solcher, wie der Ivo nur die Spitze des Eisberges ist, während hunderttausend andere mit bosnischen Migrationshintergrund, die von der Fußballkarriere und dem Bugatti träumen, den und das nie erreichen.

Ivo Trifunovic, siebenundzwanzig hat es aber und solche Stars gibt es auch und wir begleiten ihn nun ein Jahr lang durch das Fußballlereben.

Wie schon beschrieben, es beginnt mit dem Bugatti und in diesem trifft er Mirna seine Jugendfreundin wieder, verliebt sich in sie, aber er ist verheiratet, hat schon zwei Kinder und seine Frau Jessy ist die perfekte Fußballerfrau, die alle Geschenke perfekt aussucht und das  Leben, um Ivo auch perfekt cool lächelnd inszeniert.

Das Paar schläft getrennt, weil die Mutter mit dem kleinen Sohn schläft, um den Vater nicht zu stören. Ivo bringt die fünfjährige Lena aber brav in den Kindergarten. Eine Zeit in diesem Jahr lebt die Familie in London und da ärgert sich der Star, weil der Sicherheitskindergärtner vor dem Eingang „Excuse me, Sir, sie stehen nicht auf meiner Liste!“, sagt und ihm das Abholen seiner Tochter verweigert.

Da ruft er wutentbrannt Jessy an und brüllt in das Phone „Der Hurensohn von einem Kindergärtner hat…“

Jessy ist nun wütend auf ihn, weil er sich in Beisein seiner Tochter so gehen läßt und die fragt nun natürlich begierig „Tata, was ist ein Hurensohn und warum darf man das nicht sagen?“

An diesen Passagen sieht man, glaube ich, schon, wie das Buch und sein Autor tickt und diese Szenen finde ich sehr spannend, weil sie mir Einblick in ein Milieu geben, das mir bisher unbekannt gewesen ist.

Ivo wird für drei Wochen gesperrt, bekommt einen Hexenschuß, kann sich nicht bewegen und Jessy auch nicht zu einer Ballettaufführung begleiten. So geht sie mit ihrer Freundin Kata, auf die er eifersüchtig ist und wir erleben ihn mit seinen Schmerzen und sein Warten bis endlich der Not- oder Vereinsarzt zu ihm kommt.

Ivo macht sich auch über sein Leben oder dieses allgemein Gedanken und fragt, nachdem seine Tochter  von ihm wissen will, wieso sie Lena heißt, auch seine Eltern nach seinen Namen und dem seines Bruders, der heißt seltsamer weise Kurt, weil 1986 geboren und diese kleine Szene sagt auch sehr viel aus über Buch und Autor, das eigentlich keinen Plot und keine Handlung hat, sondern aus der Aneinanderreihung solcher Szenen besteht.

„Ein Jahr im Leben des Fußballstars Ivo Trifunovic, ein Roman für Fußballfans und Fußballverweigerer gleichermaßen; rotzig, deep & fresh“, steht am Buchrücken und ich spoilere gleich dazu, daß mir das Buch gefallen hat, Fußballfan aber keiner aus mir geworden ist und ich vermute, daß es wahrscheinlich nicht auf die Shortlist kommen wird, empfehle aber jedermann und jederfrau sehr das Lesen.

Und nun geht es gleich an Buch vier und Marlene Streeruwitzs „Flammenwand“ um bei der österreichischen Literatur der neuen deutschen Longlist zu verbleiben.

2019-09-14

Cherubino

Jetzt kommt, sehr spät, ich weiß, das zweite Buch von der deutschen Longlist, das erste hatte ich schon im Juli gelesen, aber der Schweizurlaub hinderte mich wohl daran, denn als ich diesmal vor Verkündigung der Longlist zurückgekommen bin, warteten einige andere Neuerscheinungen auf mich, die ich inzwischen brav eines nach dem anderen hintergelesen habe.

Also ein sehr später Beginn des Buchpreislesens, die deutsche Shortlist wird ja schon nächste Woche verkündet und da hatte ich in Bestzeiten schon die Hälfte der Bücher gelesen, dafür wird es jetzt wahrscheinlich zügiger vorangegehen, denn ich habe alle Bücher, zur Hälfte digital, denn das schicken die Verlage jetzt gern und den Rest kann man auf der „Netgalley“ anfragen und zuerst wird es beim Longlistlesen österreichlastig zugehen, denn alle sechs österreichischen Bücher stehen weit vorn auf meiner Leseliste und wem es interessiert, mit dem Printbuch von Tonio Schachinger habe ich  schon angefangen.

Aber zuerst als zweites deutsches Longlistbuch kommt Andre Grills „Cherubino“, für mich eine Überraschung, als ich im August in die Liste einsah, obwohl ich Ende Juni als in Klagenfurt das „Bachmann-Lesen“ angefangen hat, eigentlich in die „Gesellschaft“ zu einer Andrea Grill- Lesung gehen wollte, das dann aber nicht geschafft habe, aber die hat, wenn ich mich nicht irre, wahrscheinlich ohnehin etwas anderes, nämlich eine Übersetzung gelesen.

Also „Cherubino“ von Andrea Grill, die 1975 in Bad Ischl geborenen wurde, vom Beruf Biologin ist und die ich schon vor ihrem Auftritt beim „Bachmann-Preis, 2007“, glaube ich, literarisch verfolge.

Im Blog habe ich sie  zu Beginn in  meinen Namensartikel erwähnt, „Zweischritt“ habe ich gelesen und das Buch das sie in New York geschrieben hat, bei einigen ihrer Lesungen, beispielsweise bei der, wo sie den „Stoeßl-Preis“ bekommen hat, war ich  und sehe sie auch sonst manchmal im Publikum des Literaturhause und „Cherubino“ war, ich schreibe es gleich, für mich eine Überraschung, denn es geht für eine, die vor drei Monaten Großmutter wurde und eine fünfunddreißigjährige Tochter hat, sowie in Locarno den Schweizer Film „Die fruchtbaren Jahre sind vorbei“ gesehen hat, wo eine Architektin verzweifelt am Boden herumrobbt, weil ihr schon über der Zeit liegendes <kind nicht kommen will, sie aber auf die Baustelle muß, um ihren Auftrag nicht zu verlieren und ihre Karriere nicht zu gefährden.

Und genau davon handelt der Roman, er ist aber, eine Überraschung, im Sänger- und nicht im Biologenmilieu angesiedelt.

Iris ist neununddreißig, als sie im Klo einer Konditrei steht und einen Schwangerschaftstest in der Hand hält. Sie steht gerade am Beginn ihres Durchbruchs. An der Met singt sie den titelgebenden Pagen und im Sommer soll sie in Salzburg in „Sophie Choices“ brillieren, das ist die Oper, wo sich eine Frau in Auschwitz für eines ihrer zwei Kinder entscheiden soll.

Iris muß sich dagegeben entscheiden oder herausfinden, welcher ihrer zwei Männer der Vater ist?

Man sieht, Andrea Grill ist sehr modern und baut in ihrem Roman alle Realitäten des modernen Lebens ein.

Da gibt es Ludwig, den Politiker, den sie liebt, aber der ist verheiratet und will von seiner Familie nicht weg und Sergio, den Sänger, mit dem sie schon seit einigen Jahren zusammen ist.

Sie erzählt beiden Männern von der Schwangerschaft und, daß sie die Väter wären und sonst zuerst nur ihren Eltern und fremden Leuten, wie dem Taxilenker oder der Friseurin davon. Nicht aber in der Met und in Salzburg, denn sie ist freiberufliche Unternehmerin,  hat daher keinen Mutterschutz und würde damit womöglich ihre Rolle bzw. ihre Karriere gefährden.

Man sieht, das Leben in den neoliberalen und prekären Zeiten ist sehr hart, ansonst freut sich Iris auf das Kind, besucht gleich zwei Ärzte, ihre Gynäkologin in Wien und einen in New York, wo sie ja immer wieder hinfliegen muß, weil sie Schmierblutungen hat.

„Das ist der Streß!“, beruhigen die Ärzte und raten sich zu schonen. Das kann man aber wohl schwer, wenn man außerdem noch den „Hänsel“ an der Wiener Staatsoper singt und niemand von der Schwangerschaft wissen soll. Das klappt aber ohnehin nicht so ganz, denn die Kostüme werden enger und müßen geweitet werden und auf dem Bauch über die Bühne robben, kann sie auch nicht.

So redet sie Regisseurin ein, daß ein Priester, der das Militär verweigern will, denn das Ganze ist auch noch eine Paradie auf das moderne Regietheater, das den „Figaro“ nicht in einem andalusischen Schloß, sondern in einem Gerichtsaal spielen lassen will, das nicht tun würde.

So darf sie ihre Arie im Sitzen singen und weil der Bauch immer größer wird, kommt das mit der Schwangerschaft doch einmal heraus und sie verliert zuerst ihre Rolle in Salzburg. Später bekommt sie sie zurück, denn jemand hat sie in der Met fogografiert und das Foto ins Internet gestellt.

Das wird jetzt so berühmt, wie Iris während ihrer gesamten bisherigen Karriere nicht wurde, wieder ein Seitenhieb der Autorin. So darf sie doch, als „Sophie“ auftreten und soll in Salzburg ihren Bauch zeigen.

Das Kind, der kleine Linus oder Marius Orion, glaube ich, vereitelt das Ganze, denn er kommt etwas früher oder kündigt sich doch an, so daß Iris im Kreißsaal, die Premiere mit ihrer Vertreterin sehen darf und wer der Vater ist, weiß sie immer noch sehr genau, obwohl sich der am Schluß nicht mehr meldet.

Ein tolles Buch mit einem überraschenden Thema, würde ich meinen, denn leider ist es das immer noch, wenn jemand eine Schwangerschaft in die Literatur hineinholen will. Zumindest höre ich die Blogger, die die Longlist bewerten, das so sagen.

Da legen junge Frauen das Buch weg und sagen ,“Interessiert mich nicht!“, was ich etwas seltsam finde, weil die ja vielleicht auch einmal schwanger werden und ein anderer, dem das Buch gefallen hat, vermutet, daß es nicht auf die Shortlist kommen würde.

Ich würde es mir und Andrea Grill wünschen und  würde von den Büchern, die ich noch nicht gelesen habe, schätzen, daß es die Streeruwitz, Sasa Stanisic und Karen Köhler schaffen könnten, über die anderen kann ich noch nichts aussagen, nur daß das Buch ganz gut zu den anderen Frauenbüchern, wie, das der Marlene  Streeruwitz, der Gertraud Klemm und der Mareike Fallwickl passt, die ja auch, wenn auch auf andere Art und Weise, das Thema „Frau in der Gesellschaft“ bearbeiten.

Und ehe ichs vergesse, Kinderlieder, listig abgeandel „Ri ra ru, wir sitzen auf einer Kuh, wir sitzen auf einer Milchpartie, billiger war das Reisen nie“ und Szenen übers Kochen und Essen, beispielsweise das von Linsen mit Knödel,  kommen in dem Buch auch immer wieder vor.

Etwas rätselhaft waren für mich die Kapitelüberschriten, die von „* 0 (75 cm) bis *36 (105cm) lauten. Ob das die Schwangerschaftswoche und der Bauchumfang gemeint ist? Denn ein Neugeborenes hat ja ungefähres fünfzig Zentimeter.

Ein Personenverzeichnis am Anfang und ein Werkverzeichnis am Ende gibt es übrigens auch.

2019-09-13

Es wird Zeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:28
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Bevor es doch an das Buchpreislesen geht, da sind schon alle Bücher da, aber bisher erst ein Einziges gelesen, jetzt noch ein Frauenroman von Ildiko von Kürthy.

Ich habe, die ich ja manchmal auch Chicklits und Krimis lesen von der 1968 Geborenen schon einige Bücher gelesen und sie haben mir, glaube ich, nicht so besonders gefallen. Hier ist es anders, aber auch ein bißchen ambivalent.

Geht es doch, um die Bewältigung einer Midlifekrise einer Frau, um die Fünfzig mit drei Söhnen, einen Zahnarzt, als Gatten mit einer Ehe, wo nicht mehr viel läuft, in einem Vorort von Hamburg, wo sie all das macht, was die Mittelschichtfrauen halt so machen, die Kinder zur Schule bringen, dort im Elternverein oder sonstwo helfen, halbtagstätig ist, kocht, putzt, bügelt, mit der Putzfrau verhandeltund mit ständig schlechten Gewissen wegen des Übergewichts doch noch ein bißchen Nutella aus dem Glas nascht.

Das ist Judith Rogge und deren Mutter ist gestorben und nun muß sie zur Beerdigung der Urne und zum Verkauf des elterlichen Hauses in das Dorf, wo sie aufgewachsen ist und das ist keine gute Idee, hat sie dort doch ein großes Geheimnis, das sie die letzten zwanzig Jahre sehr belastet hat.

Das wird nun nach und nach und manchmal durchaus sehr langatmig und so geschrieben, als käme es aus einem Ratgeberbuch aufgeklärt, manche Szenen sind wieder sehr lustig und am Schluß ist alles gut und die Mittelschichtfrau geht glücklich in ihr neues Leben hinein?

Doch nicht so ganz, denn vor zwanzig Jahren, hatte Judith eine beste Freundin und die hatte einen Freund mit dem sie in die Anwaltskanzlei ihres Vater einsteigen wollte, aber der macht zuerst noch eine Reise, kommt von dort nicht mehr zurück und Judith plagt das schlechte Gewissen, hat sie sich doch in Michael verliebt und ist nun schwanger.

Kopflos verläßt sie die Freundin und das elterliche Haus, zieht nach Hamburg, heiratet Joachim, bekommt drei Söhne und nun steht sie am Friedhof des elterlichen Dorfes, um das künftige Grab ihrer Mutter zu besichtigen und fällt dort fast hinein, als Anne sie entdeckt.

So was hatten wir schon ein oder zweimal in der Literatur und es geht auch gleich weiter, denn der der dasHaus kaufen will, ist eine andere Jugendliebe, ich glaube, der, der sie mit Vierzehn oder Fünzehn entjungfert hat und auch ihr Meerschweinchen ermordete, also ein Arsch.

Das ist er noch immer, verheiratet und das Haus will er auch zu Spekulationszwecken, aber Judith verliebt sich in ihm und hält nun während es zu verunglückten Treffen kommt und die Urne doch nicht so schnell, wie gedacht beerdigt werden kann, schier endlose Mologe über das glücklose Leben einer Mittelschichtfrau und dem fluch des Älterwerdens.

Dabei ist das Leben der anderen noch viel schlimmer. Anne hat nämlich Krebs im letzen Stadium. Die Freudinnen versöhnen sich wieder, Judith begleitet sie zu den Behandlungen, beschließt das Haus doch nicht zu verkaufen, sondern mit ihren Freunden in einer Art Altershippiekommune glücklich zusammen zu leben.

Sie erfährt, daß Michael nicht gestorben, sondern nur ausgestiegen und das Kind auch nicht von ihm ist, trennt sich glücklich von ihrem Joachim, der sich mit einer Seljacht statt mit einer Frau fortan vergnügen will und alles wird gut, bis, daß Anne doch stirbt und das den anderen irgendwann auch nicht erspart bleiben wird.

Ein vergnüglicher Roman über die Midlifekrise könnte man so sagen und ich denke, daß er wahrscheinlich hauptsächlich von Frauem, um die fünfzig oder noch älter, wie ich beispielsweise, gelesen werden wird und frage mich, wie das Buch auf sie wirkt?

Ich habe mich ja schon in meiner Jugend mit der Mildlifekrise beschäftigt und als ich noch nicht viel davon verstanden habe, eine Dissertation darüber geschrieben und als ich am vorigen Donnerstag das Buch gerade angefangen hatte, und zum Salten-Symposium ins Rathaus ging, meine Straßergassenfreundin auf der Straße getroffen, die mir von ihrem Krebs und der sechsten Chemotherapie erzählte, die sie erwartete.

So wird es wahrscheinlich auch den anderen Frauen gehen, das Übergewicht ist da, die Ehe im Heimer und das Buch gibt manchmal sehr lustig, beispielsweise die Stelle, wo der achtzehnjährige Sohn mehrmals anruft, weil er nicht weiß, wie man eine Waschmaschine betätigen muß, sich die Mutter gerade in einem Schweigekloster befindet, manchmal sehr langatmig gute Ratschläge, wie man das Leben bewältigen kann, die wahrscheinlich auch mehr oder weniger gut wirken werden.

So bin ich gespannt, wie das Buch von den Lesern aufgenommen wird  und kann auch noch spoilern, daß sich Ildiko von Kürthy derzeit auf Lesereise befindet, war doch dem Buch ein Flyer beigelegt, auf dem man die genauen Termine von September 2019 bis Juni 2020 finden kann.

2019-09-12

Caroline Pichler und Margit Schreiner

Die „Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung“ gibt es seit 2014, seit Julia Danielczyk das Literaturreferat der Stadt Wien übrnommen hat, da hat Marlene Streeruwitz den Festvortrag über Berta von Suttner gehalten.

Dann waren Betty Paoli, Marie von Ebner Eschenbach, Mela Hartwig und im Vorjahr Jeannie Ebner an der Reihe und heuer wurde Caroline Pichler fast pünktlich zu ihrem zweihundertfünzigsten Geburtstag gefeiert und neu war diesmal, daß es schon am Nachmittag ein Begleitprogramm in den Musiksammlungen in der Bartensteingasse gegeben hat.

Da haben Elisabeth Grabenweger, Johann Sonnleitner und Wynfried Kriegleder Vorträge aber das Leben der  1769 geboroenen Schriftstellerin, deren Mutter Vorleserin bei Maria Theresia war, gehalten.

Sie hat sechzig Romane geschrieben, Johann Sonnleitner hat über ihre Briefromane, dieses ausgestorbene Genre, referiert und Wynfried Kriegleder über die historischen Dramen und Romae etwas erzählt.

Dann gab es nicht nur Kaffee un kleine Kuchenstücke in der Pause, sondern zwischen sechs und sieben ein so großes Buffet, daß die Reste in das Rathaus in den Staatssenatsitzungsaal, wo der Festvortrag stattfand, hinübergetragen wurde.

Die angekündigte Stadträtin fehlte, weil gleichzeitig der ehemalige Bürgermeister Michael Häupl seinen siebzigsten Geburtstag feierte. So hat Julia Danielczyk eröffnet.

Es gab wieder eine Sonderausgabe der „Furche“ in der ein Teil der Festrede „Was können wir vom Leben und der Literatur mehr verlangen, als zu verstehen“, unter der Überschrift „Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau“, abgedruckt war.

Die ganze Festrede, vom „Mandelbaum-Verlag“ herausgegeben, gab es diesmal auch zum Mitnehmen und der Vortrag der 1953 in OÖ geborenen Margit Schreiner die mit ihrem „HausFrauenSex“ berühmt wurde und deren letztes Buch „Kein Platz mehr“ mit dem sie im Vorjahr auf der ÖstList stand, ich gelesen habe, war sehr spannend, auch sehr zeitnah und interessant, erwähnte sie doch, daß die Biedermeierdichterin, die erste Frau war, die von ihrer Kunst leben konnte und erzählte, daß sie trotz ihrem traditionellen Weltbildes so progressiv war, daß sie jährlich mit ihrem Freundinnen sich für einige Wochen auf Schreiburlaub nach Ungarn zurückgezogen hat.

Interessant etwas von der Autorin von der ich bisher nur den Namen kannte und die sich, wie Margit Schreiner ebenfalls erwähnte, 1843 umgebracht hat.

In „Wikipedia“ steht, daß sie an Altersschwäche gestorben ist. Sie war eine bekannte Saloniere und wurde in ihrem Werk und wahrscheinlich auch in ihrem Leben sehr von den Napoleonischen Kriegen und Feldzügen beeinflußt. Ihre Werkte sind, wie Julia Danielczyk am Schluß erwähnte vergriffen, man kann sich aber in die Festrede einlesen.

Nachher gibt es, wie, glaube ich seit drei Jahren Wein und den Rest des Buffets und ich bin zum Ballhausplatz hinüber gegangen, wo es das erste Mal seit dem Sommer wieder eine Widerstandsdemo gegeben hat, wo ich den Alfred getroffen habe, der mir die „Volksstimmeantologie“ von 2017 „Von der Ordnung und der Unordnung der Welt“, die mir eigentlich Christoph Kepplinger aus Kostengründen vors Rathaus bringen wollte, übergeben hat, in der die „Fabi-Szene“ aus der „Unsichtbaren Frau“ enthalten ist, die eigentlich ganz gut zu der Widerstandsdemo passt.

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