Literaturgefluester

2015-05-24

Pfingsten verregnet

Das Pfingstprogramm hat bei mir schon Tradition, obwohl ich nicht katholisch, also keine Kirchengeher bin und eigentlich  nicht so genau weiß, was liturgisch in diesen vier Tagen passiert.

An einen Pfingstrosenstrauß vom Garten im Almweg, der jetzt verkauft wird, vor sicher mehr als fünfzig Jahren, kann ich mich erinnern und dann 1977 an mein Dissertantengespräch am Freitag davor und danach bin ich mit dem Herrn Lembacher vom Klub der logischen Denker zum ersten Mal zum Pfingsttreffen nach St. Gallen in die Steiermark gefahren, da haben wir, eine wahrscheinlich organisierte Panne in St. Pölten gehabt und so bin ich das erste Mal in meinem Leben in dieser Stadt gewesen.

Einmal viel später gab es das “Bachmann-Symposium” zu einem wahrscheinlich runden Geburtstag der Dichterin, da gab es eine Führung durch den dritten Bezirk und eine Ausstellung im Palais Palfy, nachher bin ich in den Wienerwald gegangen und vom Leopoldsberg über den Nasenberg nach Nußdorf hinuntergekommen.

Nußdorf bei oder in Wien, während es in Nußdorf an der Traisen ja den Pfingstmarkt gibt, wo wir seit einigen Jahren regelmäßig hinfradeln und einmal gab es kurz vor Pfingsten in Mürzzuschlag bzw. Neuberg an der Mürz das “Fest für Friederike Mayröcker”, da hat mich dann der Alfred am Pfingstsamstag glaube ich abgeholt und wir wollten eigentlich auf den Hochschwab wandern.

Das Wetter hat es aber verhindert, wie es auch heuer regnet, zumindestens am Samstag hat es das getan und die Traisen war, als ich trotzdem mit dem Rad nach St. Pölten in die Stadt gefahren bin, um am Markt meine auch schon traditionelle Käsekrainer zu essen schon sehr voll.

Hochwasserwarnungen gibt es auch, aber am Sonntag soll das Wetter besser werden, so daß wir vielleicht doch, wie geplant, nach Nußdorf fahren können, ein gefülltes Knödel essen, ein Glas Wein trinken oder zwei und auch  einen Kaffee mit einem Keks verkehren.

Einmal ist mir dabei das Rad dabei kaputt geworden, so daß uns Alfreds Eltern mit dem Bus abholen mußten, das ist jetzt nicht mehr möglich und am Sonntagabend fahren wir heuer auch schon wieder nach Wien zurück, weil Alfreds Betriebsausflug diesmal nach Prag geht und daher zweitägig ist, da werde ich also in Wien weiter meinen Kisch, ein Buch das übrigens in Prag spielt und die Lebenserinnerungen des rasenden Reporters ausdrückt, zu Ende lesen und dann weiter an “Selmas Kopftuch” korrigieren.

“Miranda Schutzengelchen” ist inzwischen ausgesendet und der Artikel mit der Buchpromotion gestern online gegangen, aber zurück zu Pfingsten und meinen diesbezüglichen Gebräuchen:

Manchmal ist der Alfred da auf Reisen und so gab es vor einigen Jahren ein eigenes Pfingstprogramm von der Galerie Splitter für alle Daheimgebliebenen, wo wir einen Stoß Bücher auf den Judenplatz getragen haben umd mich E.A.Richter dabei fotografierte und einen Pfingstlesemarathon habe ich einmal auch in Wien gemacht.

Jetzt habe ich einen etwas verregneten Pfingstsamstag verbracht, dabei Katharina Hackers “Eine Art Liebe” gelesen, wo die Besprechung auch bald online gehen wird, freue mich über mein neues Buch und vielleicht auch darauf, daß das Wetter etwas besser wird, obwohl mir das eigentlich gar nichts macht, ich weder eine Wetternörglerin noch ein Wettermuffel bin, sondern mich eigentlich bei jeden Wind und Wetter nach draußen begebe und ich das Radfahren im Regen, solange es nicht zu kalt ist, eigentlich auch sehr genieße und auch schon bei einigen Dauerregen durch die Stadt gelaufen bin, was eigentlich auch immer recht lustig ist.

Und den Songcontest gab es natürlich auch.

2015-05-23

Große Freude “Miranda Schutzengelchen” ist fertig

20150522-231230 Und schon ist es da mein neues Buch. Es ist das fünfunddreißigste Selbstgemachte, bin ich ja eine Pionierin im Selfpuplishing, seit 2000 die “Wiener Verhältnisse” bei “Digi-Buch” erschienen sind. Jetzt also das fünfunddreißigste diesmal ein rechtdünnes Bändchen, die Geschichte von den Visionen, die der erste Joint bei der Studentin Miranda Himmelbauer auslöste. Meine Belegexemplare an die Nationalbibliothek, “Alte Schmiede” und Ö1 sind weggeschickt, das an das Literaturhaus habe ich diesmal ausgelassen und dafür ein Buch in den “Wortschatz” am Margaretenplatz gelegt. Ich löse auch die Fragen der Vorschau auf: Am Cover ist “Die Waffen nieder” von Berta von Suttner zu sehen. Das Buch hat mir die liebe Autorenkollegin Andrea Stift verehrt und die Ruth hat mich schon danach gefragt. Weiters sind darauf viele schöne Origininale, Feldpostkarten, die mein Großvater, der Herr Anton Jantschak, aus dem ersten Weltkrieg an seine Frau und den kleinen Herrn Otto, sowie an das Fräulein Grete schrieb, abgebildet Magdalena Himmelbauer, Mirandas Ururgroßmutter, fliegt mit ihrem altmodischen schwarzen Kleid und den Schnürstiefelchen nach Donetz und sollte eigentlich, da sie 1914 an einer Frühgeburt starb, längst im Himmel sein. Die dritte Frage ist etwas kompliziert, denn eigentlich hätte der Text “Innere Stadt” heißen sollen und es hätte um die künstliche Befruchtung und Retortenkinder gehen sollen, das ist aber Berta von Suttner, beziehungsweise das Interesse meines Psychologenkollegen Wofram Huber, dem das Buch auch gewidmet ist, dazugekommen, der hat mich auf die Idee gebracht, vielleicht doch über Berta von Suttner bzw. über World War I zu schreiben und dann hat es noch im vorigen Sommer den Flugzeugabsturz von Donetz gegeben. Auf den Geschmack gekommen? Das Buch gibt es jetzt nicht mehr zu gewinnen, ist aber um fünf Euro über meine Homepage bei mir zu beziehen, dort gibt es auch ein Probekapitel und ich stelle die Rezension, wenn mir einer oder eine eine schreiben möchte, dort auch ein. Zu hören gibt es den Beginn am 2. Juni ab 17 Uhr im Amtshaus Margareten beim “Fest für Kunst und Kultur”, vielleicht auch  beim Straßenfest auf der Wiedner Hauptstraße Anfang Juli und wahrscheinlich auch bei “Pack die Badesachen ein”, des Sommerspezial im “Read!!!ingroom” am 13. 7. um 19. 30 in der Anzengrubergasse, sowie am 5. 9.  Beim Volksstimmefest im Wiener Prater, wo es das Buch auch zu kaufen geben wird. Die Vorschau auf “Im Namen des Vaters”, das nächste Buch, das hoffentlich bald erscheinen wird, gibt es auch schon. Da gibt es wieder drei Fragen zu beantworten und was zu gewinnen.

2015-05-22

Der Vorleser

Nun kommt das zweite Buch, auf meiner “Deutschland-Leseliste”, das ich von  Ulm nach Würzburg mitgenommen habe.

Bernhard Schlinks “Der Vorleser”, ein Fund aus dem Bücherschrank und ein sehr berühmtes Buch, das auch verfilmt worden ist. Beides ist an mir vorbeigegangen, so daß ich nicht genau wußte, worüber es darin geht.

Von dem  1944 in Großdorning geborenen Juristen, habe ich mir, glaube ich, 1996 als ich nach Klagenfurt gefahren bin, um dort zuzuhören und das literarische Feeling zu schnuppern, beim  “Libro” einen Krimi gekauft, der mir aber, glaube ich, nicht sehr gefallen hat.

Jetzt ist vor kurzem ein neuer Schlink “Die Frau auf der Treppe” erschienen”, da habe ich die Rezension ein bißchen mitverfolgt und jetzt den ” Vorleser”, gelesen

Auf der Zugfahrt zurück von Würzburg nach Wien, als ich mit der Gabriele Wohmann fertig war, habe ich es begonnen und ich kann schreiben, daß es leichter zu lesen war und mir auch sehr gefallen hat.

Sehr eindrucksvoll die Geschichte des Ich-Erzählers, Michael Bergs, der in den frühen Sechzigerjahren mit fünfzehn Jahren als er an Gelbsucht erkrankte, die etwa zwanzig Jahre ältere Hanna Schmitz kennenlernt.

Sie hilft ihn bei einer Unpäßlichkeit, seine Mutter schickt ihn mit Blumen zu ihr, um ihr zu danken. Sie ist gerade beim Bügeln, entkleidet sich bis aufs Unterkleid, er läuft davon, kommt aber wieder und sie beginnt ihn zu verführen “Das ist doch, was du willst, Jungchen!” und die Geschichte beginnt.

Heute würde man das sexuellen Mißbrauch nennen, aber das wird nicht einmal thematisiert.

Eine Geschichte also über die sich sehr nachdenken läßt und, die in den drei Teilen, in denen sie erzählt hat, mehrere überraschende Drehungen und Wendungen nimmt.

Der Ich-Erzähler, ein Jurist, der sich mit Rechtsgeschichte beschäftigt, man könnte auch einiges Biografisches zuordnen, beziehungsweise finden, erzählt die Geschichte, zehn Jahre nach Hannas Tod.

Im ersten Teil übersteht er die Gelbsucht, muß dabei solange zu Hause bleiben, daß er glaubt, das Schuljahr wiederholen zu müßen, das läßt Hanna, die er seither jeden Tag besucht nicht zu, so verspricht er ihr zu lernen und schafft es auch.

Er muß ihr vor der Liebe jeden Abend vorlesen und es kommt auch zu Mißverständnissen zwischen den Beiden, einmal schlägt sie ihm mit ihrem Gürtel, als er nur kurz Frühstück holen wollte, sie glaubte offenbar, er wolle sie verlassen und hat den Zettel, den er ihr hinterließ, nicht gesehen. Einmal will er sie, sie ist Straßenbahnschaffnerin, auf der Fahrt überraschen, da ignoriert sie ihn und sie auch auf einmal verschwunden.

Das irritiert den jungen Mann, Sohn eines Philosophieprofessors, der die Nazi Zeit einigermaßen mit Anstand überstand, der nach der Matura Jus studiert und während eines KZ-Seminars, wo die Studenten einen Prozeß mitverfolgen, trifft er Hanna wieder.

Sie, die ihm nie sehr viel von sich erzählte, war Aufseherin in einem KZ bei Krakau, ist auch Schuld, daß Frauen und Kinder in einer Kirche verbrannten und wird lebenslang verurteilt.

Er kommt jeden Tag in den Gerichtssaal, reagiert dann körperlich, daß er keine Kälte verspürt und fast daran stirbt, schließt sein Studium  ab, heiratet und läßt sich bald wieder scheiden.

Im dritten Teil beginnt er Hanna Cassetten von der “Odyssee”, aber auch von anderen Klassikern, die er besprochen hat, zu schicken, dernn er hat während des Prozeßes herausbekommen, daß sie Analphabetinist, deshalb interessiert sie sich soviel für Bildung.

Auch eine überraschende Wendung und nach achtzehn Jahren soll sie freikommen, da wendet sich die Leiterin der Strafanstalt an ihn mit der Bitte ihr eine Wohnung und eine Arbeit zu besorgen, da er offenbar der einzige ist, der Kontakt zu ihr aufnahm.

Er drückt sich erst vor einem Besuch, kommt dann aber doch, trifft eine alte, dicke Frau, die auch so riecht und am Tag vor ihrer Entlassung, als er sie abholen will, hat sie sich in ihrer Zelle erhängt.

Die Leiterin zeigt ihm ihre Zelle, sie hat an Hand seiner Cassetten das Lesen und das Schreiben erlernt und sich Bücher von Primo Levi, Elie Wiesel, Jean Amery, aber auch die über die Eichmannprozesse aus einer Spezialbibliothek bringen lassen und sie hinterläßt ihr Geld einer Überlebenen, er soll das Geld, das sich in einer Dose befand, nach Amerika bringen und dann beginnt er über Hanna und sich zu schreiben und man hat eine etwas andere Holocaustliteratur gelesen.

Kann darüber nachdenken, wie es dazu kommen konnte und bekommt vielleicht auch ein bißchen Einblick in die Psyche der KZ-Wärter, die wahrscheinlich oft einfache Menschen waren und vielleicht auch nicht schreiben und lesen konnten. Kann über die Sozialisierung in den Fünfzigerjahre und über den Liebessommer eines Fünfzehnjährigen zu einer zwanzigjährigen älteren Frau nachdenken, die sich als KZ-Wärterin meldete, weil sie verhindern wollte, daß jemand ihren Analphabetismus bemerkte.

Auch so kann man den Holocaust erzählen, denke ich, lese am Buchrücken, daß das Buch in neununddreißig Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller wurde und bin wieder gespannt, was ich noch von Bernhard Schlink finden und lesen werde.

2015-05-21

Einsamkeit

Filed under: Bücher — jancak @ 09:07
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Jetzt kommen die sechzehn kurzen Erzählungen aus dem 1984 erschienenen “dtv-Taschenbüchlein”, das am Cover vor einem begrünten Gartenzaun, einen großen gelben deutschen Postkasten trägt, den es noch heute gibt und an welchen wir in der letzten Woche öfter vorbei gefahren sind, der 1932 in Darmstadt geborenen Gabriele Wohmann, die in den Siebzigerjahren, als ich sowohl studierte, als mich auch für Literatur zu interessieren begann, sehr bekannt war, so daß ich, um den Namen nicht herumgekommen bin, einige Bücher von ihr in Harland stehen habe und wohl auch einiges gelesen habe, obwohl sie, wie die sechszehn Erzählungen beweisen, nicht sehr leicht zu verstehen ist, weil sprachlich hintergründig und auch etwas distanziert erzählt, wie ich realistisch flapsig formulieren würde.

Heute hört man eher weniger von ihr, sie scheint vergessen zu sein, ihre letzten Romane sind wie ich “Wikipedia” entnehme, in den frühen Zweitausenderjahren erschienen, aber man findet öfter etwas in den Schränken, so auch das 1984 erschienene Bändchen, da im Juni besagten Jahres, die Klassenbeste der 6A in Melk, wahrscheinlich in einem r Gymnasium bekommen hat und dann irgendwann viel später im Schrank deponierte.

Ob sie es gelesen hat, weiß ich nicht, ich hätte es mit Sechzehn höchstwahrscheinlich nicht verstanden, habe ich mir in den jeweiligen Hotelzimmern zwischen Ingoldstadt und Würzburg und dann noch im Zug nach Wien schon recht schwer getan, was wohl daran liegt, daß ich eine bin, die es gerne realistisch hat, die  alles nacherzählen können will und wahrscheinlich auch eine Anhängerin des linearen Schreibens, also das, grob gesagt, was nicht für besonders literarisch gilt, Gabriele Wohmann ist oder war aber eine Meisterin des literarischen Erzählens und so geht es in den sechzehn Kurzgeschichten auch höchst anspruchsvoll zu und sie sind, wie ich vermute, höchstwahrscheinlich weder für eine Klassengabe einer sechsten Gymnasialklasse, noch als Reiselektüre für das “deutsche Lesen” auf einer Radtopur zwischen Ulm und Regensburg geeignet, aber wo soll man sie sonst lesen?

Man soll es natürlich und sich wahrscheinlich mehr Mühe geben, als ich es tat, trotzdem nehme ich mir, glaube ich, einen Eindruck des Wohmannschen-chreibens mit und wenn ich auch nicht alle Geschichten verstanden habe,  realistisch ist das, worum es darin geht wohl auch, ist die Einsamkeit heute wahrscheinlich noch ein viel größeres thema, als es vor dreißig Jahren war und die Literatur soll ja, wie ich höre, kunstvoll und abgehoben sein und wenn man es einfacher will, kann man sich ja etwas anderes zum Radfahren mitnehmen, in den Bahnhofkiosken werden die Chicklits und die Krimis ja auch angeboten, ich habe mich aber in Gabriele Wohmann eingelesen, von der ich auch gerne wissen würde, was sie heute macht und wie es ihr geht und dem “Rheinischen Merkur”, am Buchrücken entnehme ich, “daß die Kunst von Gabriele Wohmanns Gegenwartsschilderung darin liegt, daß sie in der scheinbaren Normalität heutigen wohlgeordneten Lebens plötzlich die Brüchigkeit der vermeintlichen Sicherheit, mehr noch: die Gefahr, die für die Psychie gerade in dieser Sicherheit liegt, aufzeigt”.

Vielleicht ist es das, was mich ein wenig störte oder mir das Lesen schwermachte, weil ich gerne alles psychologisch gradlinig und nachvollziehbar haben will, vielleicht habe ich deshalb Psychologie studiert, höchstwahrscheinlich sogar und nun hinein in die Nacherzählung oder zu dem, was in meiner Erinnerung haften geblieben ist:

Der Buchbeschreibung führt noch die Erzählung “Solange es Menschen gibt” an und da geht es um Frau Schober, Witwe wohlsituatiert und bei ihr hat sich eine Miriam mit ihrem Freund einquartiert, die ihr nach und nach alles wegnimmt, schwanger wird und sogar davon spricht, daß die Wirtin in ein Altersheim ziehen soll, damit es mehr Platz für sie, ihren Freund und ihr Kind in dem Wohnhaus gibt.

Nicht alltäglich erzählt, aber wahrscheinlich eine alltägliche Geschichte, die sehr vielen Frauen oder auch Männern, inzwischen sicher passierte und noch passieren wird und ähnlich eindrucksvoll auch die Geschichte “Erinnerungen an den Tod von Felix Mendelssohn Bartholdy”, um den es, wenn ich mich recht erinnere, dabei gar nicht geht, sondern um zwei Geschwister, die mit ihren Puppen spielen oder spielten.

Wahrscheinlich handelt die Erzählung von der Vergangenheit, als sie Kinder waren, jetzt ist wahrscheinlich sowohl die Mutter tot, als auch die Tanten, von denen ebenfalls erzählt wird.

In “Mein schönster Tag” geht es um einen Zoobesuch und um einen Schulaufsatz, der darüber geschrieben wird und da ist etwas Schreckliches passiert, nämlich der Freund Peter, konmmt dabei um und die Erzählerin heißt Molly und das ist ein Name, der passt, wie gleich am Anfang steht. Später kommt man darauf, daß sich das am “schönsten Tag” auf das Moll des Lebens bezieht.

“Tiefe Not” ist auch so eine Geschichte, da richtet eine Frau alles für eine Party her, überlegt, ob es Würstchen geben soll, entscheidet sich dann  für  Salzgebäck und dazwischen  soll sich der Sohn auf eine Schularbeit für den Buß und Bettag vorbereiten, aber man ist im Wohlstanddeutschland nicht mehr gläubig, die Pastoren interessieren sich, das ist wohl als leichte Kritik zu verstehen, mehr für den Umweltschutz und die Friedensbewegung, als für Bach und so plätschert es dahin, wird bosartig, brüchig und man kann über diese vermeintliche Wohstandswelt bei Getränken und Kuchen nachdenken, aber etwas anderes haben wir in Würzburg im “Kulturspeicher” beim Volker Pispers auch nicht gemacht und auch da habe ich das meiste, worüber die Leute lachten, so gar nicht lustig gefunden.

“Strafporto” ist auch so eine tiefgründige Geschichte. Da will eine alte Frau ihrer Tochter ein Erinnerungsalbum in den Urlaub nachschicken, sie ist aber nicht sicher, ob sie es mit der Frankierung richtig schaffte. Die tochter soll aber nicht über sie lachen und sie als hilflose Alte brandmarken. So rennt sie durch die Sommerhitze zum Postkasten, um sich das Paket vom Postler wieder zurückgeben zu lassen, weil sie sich vor dem weniger, als vor ihrer Tochter geniert.

Sechzehn tiefgründige Geschichten über Nachbarinnen, Hausfrauen, Lehrerinnen, Ehebruch und Kinder, die das zu verhindern wissen und noch vielesmehr, die alle etwas mit der deutschen und wahrscheinlich auch anderen Wohlstandseinsamkeit zu tun haben und die sehr tiefgründig und schön erzählt sind.

Ich würde diese Themen ja viel einfacher und verständlicher hinunterschreiben, werde aber ( auch) nicht gelesen und ich habe noch andere Wohmann-Bücher auf meiner Liste stehen, weil ich sie mir aus dem Schrank nehme, wenn ich sie finde und in Harland habe ich auch noch einiges, was ich höchstwahrscheinlich noch nicht gelesen habe.

2015-05-20

Mit dem Rad von Ulm nach Regensburg

Filed under: Alltagsgeplauder,Reisebericht — jancak @ 22:56
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Ulm

Ulm

Günzburg

Günzburg

Nach der allgemeinen Reisebetrachtung kommt jetzt  der Bericht über unsere Donauradreise von Ulm nach Regensburg, die der Alfred sehr lange und sehr genau vorbereitet hat.

Eigentlich sollte es zwei Wochen lang von Donaueschingen nach Regensburg gehen, dann haben wir es aber auf eine Woche verkürzt und sind am vorigen Mittwoch mit dem Zug vom Westbahnhof über Salzburg nach Ulm losgefahren, die Klappräder im Gepäck und in Ulm in einem schönen Hotel logiert.

Danach das Münster, die Stadt und vor allem die Buchhandlungen besichtigt, fünf Stück habe ich gezählt und weil mit dem Klapprad das Gepäck ja begrenzt ist, eine Tasche vorn und eine hinten, habe ich nur drei Bücher, neben zwei T-Shirts, einem Nachthemd und der Toilettentasche mitgenommen, bin dann aber in einen “Thalia-Abverkauf” hineingekommen, die schließen dort offenbar das Geschäft, das gleich neben einem “Hugendubel” liegt und verkauften die Bücher, die sonst 3.99  kosten und noch einige andere, um einen Euro ab, so daß ich nicht widerstehen konnte und die zwei schwarzen Taschen haben sich dann auch bequem füllen lassen, so sind wir am nächsten Tag, dem Feiertag, der in Deutschland eher der Vatertag, als Fronleichnahm war, nach Gundelfingen losgefahren, die Donau ist in Ulm eher schmal und Schiffsverkehr gibt es auch keinen, auch nicht so viele Radfahrer, am Feiertag aber einige Bierzelte an der Donau und das Gasthaus, wo wir in Gundelfingen übernachtet haben, hatte eine eigene Metzgerei und auch sowas wie eine Rindfleischakademie im Haus gegenüber und auf der anderen Seite gab es die Stadtbücherei und davor eine Kiste mit Büchern zum Verschenken. Glück muß man haben und große Taschen, dann kann man sich ein Souvenier mitnehmen, obwohl die Auswahl nicht so besonders war, aber trotzdem sehr interessant und der Rundgang durch das kleine Städtchen, alles sehr schön ausgeschildert, war es auch.

Am Freitag hat es dann ein bißchen geregnet und wir sind bis Donauwörth geradelt, haben dort ein sehr schönes Hotel gehabt und sind gerade zur historische Stadtführung zurechtgekommen, wo uns ein Herr Ottokar Müller alles über die Fuger, den Kaiser Maximillian und auch von einem inzwischen nicht mehr existierenden Verlagshaus Auer erzählte.

Gundelfingen

Gundelfingen

Ingolstadt

Ingolstadt

Am Samstag ist es dann bis Ingoldstadt gegangen, das war die längste Strecke, sonst sind wir eher nur an die fünfzig Kilometer geradelt und da lag der Weg auch ziemlich an der Donau, sonst sind wir auch oft die Straße entlanggeradelt.

Ingolstadt kenne ich literarisch von der Marie Louise Fleisser und von der kann man dort, glaube ich, auch das Geburtshaus besichtigen, allerdings sind wir eher erst am Abend angekommen, so daß der Alfred einige Plakate fotografiert hat, wo man sehen konnte, daß es da einen Poetryslam, beziehungsweise einen literarischen Frühling gab und am Sonntag sind wir bis Kehlheim geradelt, beziehungsweise vom Kloster Weltenburg mit dem Schiff dorthin gefahren. Übernachtet haben wir in einer sehr schönen Pension, die eigentlich eine Ferienwohnung war. mit einer sehr freundlichen Wirtin, die ein ausgezeichnetes Bircher Müsli und einen Buttermilch-Smoothie zum Frühstück servierte.

Sonst ist mir in Kehlheim nicht sehr viel Literarisches auf- bzw-eingefallen, wenn man nicht, ein wenig gewagt, die Verbindung zu Daniel Kehlmann setzt, da schlägt aber nur die Namensgleichung zu und von dem habe ich mir ja das “Portrait mit Leo Richter” in Ulm gekauft, allerdings noch nicht gelesen, denn da war ja, was das “Deutschlandlesen” betrifft, noch die “Wohmann-Erzählungen” angesagt.

Kelheim

Kelheim

Würzburg

Würzburg

Am Montag sind wir und das war die schönste Strecke bis Regensburg geradelt und dort waren wir schon einmal mit dem Rad und zwar 2007, als wir mit Ruth Aspöcks-Dichterkarawane von Ybbs bis dorthin mitgeradelt sind. Wir haben sogar im selben Gasthaus, nämlich im Spitalsgarten übernachtet.

Ein riesiger Biergarten mit ein paar Fremdenzimmer und interessant und für die Betroffenen wahrscheinlich eher ungemütlich, daß es daneben, das “Katharinenspiatal” bzw. ein Pflege-und Altersheim gibt und von unseren Zimmer konnte man direkt auf die Terasse von dort, bzw. in den Biergarten schauen und unter dem Altersheim befindet sich auch noch eine Brauerei, wo am Morgen dann die Kisten und die Flaschen etc gewaschen wurden, also wahrscheinlich immer laut.

Von Regensburg haben wir dann wieder die Donau verlassen und sind diesmal mit dem Zug nach Würzburg gefahren, weil der Alfred dort unbedingt einen Kabarettabend mit Volker Pispers sehen wollte, der  in Wien offenbar nicht auftritt.

Dort haben wir dann in einem tollen Hotel am Steinberg gewohnt und sind mit den Rädern durch die Weingärten gefahren und nach dem Kabarett heute Nachmittag von Würzburg mit dem Zug zurück.

Das war kein Problem, obwohl es eines werden hätte können, denn in Deutschland seit gestern Streik der Bundesbahn, zum Glück betraf das aber nicht die internatrionalen Züge, so daß ich gestern nur beobachten konnte, wie das Fernsehen die Zugsreisenden dazu befragte, die Leute und sogar Volker Pispers am Abend im Kulturspeicher, haben darauf Bezug genommen, sonst habe ich von dem Streik nicht sehr viel mitbekommen, so daß wir relativ pünktlich wieder zurückgekommen sind, ich meine Bücher ordnen und meine Blogartikel schreiben kann und morgen ist dann das “Schutzengelchen” von der Änderungsschneiderei in der Ziegelofengasse abzuholen, das mir die Post heute nicht zustellen konnte.

Vea Kaiser, das hätte ich jetzt fast vergessen, hat heute beim “literarischen Frühling” in Würzburg aus ihrem neuen Buch gelesen und der Alfred wird wahrscheinblich wieder ein paar schöne Fotos in den Blog stellen, so daß meine Leser auch die neuerliche Radreise mitverfolgen können.

2015-05-19

Deutsches Lesen

Filed under: Bücher,Glosse — jancak @ 01:36
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Vor einiger Zeit bin ich ja auf die Idee gekommen, auf meine jweiligen Reisen immer die Bücher einzupacken, die in dem Land, in das ich fahre, spielen oder  von dortigen Autoren geschrieben wurden. Also nach Polen Bücher polnischer Autoren, nach Ungarn ungarische, und so weiter und so fort. Da liegt es  auf der Hand nach Deutschland, die von Deutschen mitzunehmen, was ja ein Sonderfall ist, da ich meistens Deutsch lesen, obwohl ich sehr davon überzeugt bin, daß man in Österreich österreichisch spricht und ich auch von der österreichischen Literatur viel halte, sie von der deutschen unterscheide, aber zufällig auf meiner Leseliste bald einige Bücher von Bachmannpreisträgern oder Lesern oder solchen, die auf der dBp Liste standen, an die Reihe kommen, die ich mir  vor einiger Zeit bei diesem “Augustin-Flohmarkt” kaufte. Also habe ich mir, als wir mit dem Zug und dem Klapprad nach Ulm gefahren sind, Bernhard Schlinks “Vorleser” und einen Erzählband von der 1932 geborenenen Gabriele Wohmann eingepackt, dazu dann auch die “Picus-Lesereise-Donau”, obwohl die ja viel mehr in Bulgarien, Ungarn, Rumänien etc, als in Deutschland spielen. Auf meiner Leseliste kommt bald Lisa-Marie Dickmeisters “Vom Atmen unter Wasser”,  Sudabeh Mohafez “brennt”, Alina Bronskys “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” und Sabrina Janesch “Katzenberge” an die Reihe, aber soviele Bücher kann man ja in zwei kleine Radtaschen nicht packen und so typisch Deutsch sind die Bücher wahrscheinlich auch nicht, obwohl die Autorinnen ja beim Bachmannpreis gelesen haben. Damit also losgefahren und im Zug schon mit der “Lesereise Donau” begonnen, in Ulm sind wir dann spazierengegangen, haben herausbekommen, daß dort Susanne Heinrich, die auch schon beim Bachmannpreis gelesen hat, einen Poetry Slam veranstaltet und sind dann in fünf Buchhandlungen gelandet, die sehr viele Buchjournale liegen hatten und in der ersten, die auch sehr viele Schulbücher bzw. religiöse Literatur liegen hatte, aber auch Vea Kaisers neuen Roman,  hat es dann auch das Kinderbuch zum “Welttag des Buches” “Ich schenk dir eine Geschichte” gegebeben, das ich mir in Wien gar nicht mehr nehme, da ich aber mit dem “Donaubuch” schon weit gekommen bin, hatte ich Angst mit meinen drei dünnen Büchern, in der Urlaubswoche vielleicht gar nicht auszukommen. Das könnte ich dann lesen habe ich gedacht und dann die zweite Buchhandlung besichtigt, die eine Mischung zwischen Antiquariat und Museum war, weil immer wieder auch Bücher in Glaskästen ausgestellt waren und es auch sehr viel antiquarisches gegeben hat und sich das Geschäft auch interessanterweise im “Unseld-Haus” befunden hat. Die dritte Buchhandlung gehörte auch zu einer Kette bzw. einem Buchclub, dann kamen wir aber zum “Thalia” und der verkaufte in großen Kisten, das, was es sonst um 3. 99 um einen euro ab, weil er offenbar geschlossen wird. dazu belauschte ich später ein Gespräch zwischen einer Kundin und einer Verkäuferin, die das sehr bedauerte, aber erst wühlte ich mich durch die Kisten, die schon ziemlich ausgesucht schienen, aber schließlich habe ich achtzehn Bücher zur Kasse getragen und einige von deutschen Autoren, die beim Bachmannpreis gelesen haben, bzw. auf der dBp-Liste standen waren auch dabei. Daniel Kehlmanns “Leo Richters Portrait”, beispielsweise, der zählt wahrscheinlich schon zu den österreichischen Autoren, lebt in Wien und Berlin und vielleicht New York, wurde aber in München geboren, dann gab es “verschwunden” von Silvia Bovenschen,  “Gewalten” von dem Leipziger Clemens Meyer, “Mit der Geschwindigkeit des Sommers” von Julia Schoch, “Vier Äpfel” von Davon Wagner, “Unter Paaren” von Thomas Lang, Michael Lentz “Liebeserklärung” und Jakob Heins “Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand”, also geographisch alles ziemlich durch- und auseinander, aber Deutschland ist ja sehr groß und wenn man auf meine elendslange Leseliste sieht, wird man merken, daß ich sobald ohnehin nicht zum lesen kommen werde, höchstens wenn ich früher fertig bin, habe ich gedacht, könnte ich ja mit dem dünnen Kehlmann Büchlein oder mit der Silvia Bovenschen etc, beginnen. So weit kam es dann nicht und am nächsten Tag in Gundelfingen, bin ich aus dem Gasthaus Sonne, wo wir übernachteten gegangen und gleich auf die Bücherkiste vor der Stadtbücherei gestoßen. “Zum Verschenken” stand darauf und das waren auch Bücher über Witze und zur Schwangerschaft, es lag aber auch Canettis “Fackel im Ohr” darin und für mich besonders interessant das “Weißbuch – Verführung zum Lesen” eine Sammlung der schönsten Geschichten aus dem “Dtv-Verlag” und da bin ich schon darauf gekommen, daß zu Ingoldstadt die Marie Luise Fleißer mit ihren “Pionieren aus Ingoldstadt” etct passt. Vielleicht finde ich da was darin habe ich gedacht, war nicht so, aber Erzählungen der Gabriele Wohmann gab es zu finden und die sechzehn Erzählungen zur “Einsamkeit” habe ich ja nach dem Donaubuch begonnen. In Ingoldstadt gab es , wie in Würzburg auch, einen Bücherfrühling und da lesen die bekannten Autoren wie Robert Seethaler, Michael Köhlmeier, Vea Kaiser, etc, man kommt den Österreichern in Deutschland also nicht aus und Vea Kaisers neuer Roman war auch in den meisten Buchhandlungen zu finden und dort bin ich dann auch in Regensburg viel herummarschiert, da gibt es auch die “Dombrowski-Buchhandlung” der Büchergilde und die hatten auch sehr schöne Buchjournale, sogar eines über das “Reisen” mit Texten unter anderen von Martin Pollack, also wieder kein Deutscher, aber es gab auch ein Heftchen mit Lyrik Empfehlungen, wo zwar Daniela Strigl Andrea Grill empfahl aber auch die “Regentonnenvariationen” von Jan Wagner und “manual numurale” von Judith Zander vorkamen. Vielleicht ist das Österreichische vom Deutschen doch nicht so leicht zu trennen.Ich habe aber jetzt wieder sehr viel Lesestoff und wenn wir demnächst wieder nach Leipzig zu Utes sechzigen Geburtstag fahren, werde ich mir wieder etwas entsprechendes mitnehmen, da könnte dann auch der Clemens Mayer passen und während ich jetzt wieder zwanzig neue Bücher habe, mit denen ich von Ulm nach Regensburg geradelt bin, was wahrscheinlich ziemlich einzigartig ist, lesen sich deutsche österreichische und schweizer Autoren durch über hundertsechzig deutschsprachige Neuerscheinungen um im August die Longlist für den neuen dBP bekanntzugeben und die Liste der vierzehn Autoren, die heuer in Klagenfurt lesen dürfen, da werden wahrscheinlich wieder mehr deutsche als österreichische dabei sein, wird es auch bald geben. So einfach ist das eine vom anderen doch nicht zu trennen, obwohl ich nach Leipzig nichts österreichisches mitnehmen werden, höchstens das, was ich der Ute als Geschenk mitbringe und das ist wahrscheinlich das “Miranda Schutzengelchen”, ich hatte aber auch Anna Migutschs “Zwei Leben und ein Tag” im Gepäck, Christine Gräns “Helden sterben”, einen “irren Wien-Roman”, wie am Cover steht und Margit Schreiners “Eskimorolle”. Swpannend spannend und wahrscheinlich hätte ich auch noch genauer auf die byerische Literatur schauen sollen, also den Herbert Rosendorfer einpacken, wenn ich schon nichts von der Marie Louise Fleißer habe, aber vielleicht läßt sich das einmal im Wortschatz am Margaretenplatz oder in einem der offenen Wiener Bücherschränke finden.

Interessant dazu sind auch die “Gedanken für den Tag”, die Cornelius Hell diese Woche dem bayrischen Schriftsteller und Umweltaktivisten Carl Amery zum zehnten Todestag widmet, von dem ich mir einmal bei “Thalia” in der Wienerstraße “Das Geheimnis der Krypta” gekauft und gelesen habe, weil ich ihm natürlich mit dem Jean verwechselte.

2015-05-18

Lesereise Donau

Filed under: Bücher — jancak @ 00:17
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Der “Picus-Verlag” hat eine sehr schöne Lesereihe, wo man die Gegenden dieser Welt literarisch bereisen kann und da gibt es von Duygu  Özkan und Jutta Sommerbauer ein Bändchen, wo es in achtzehn Kapiteln vom “Schwarzwald zum schwarzen Meer” hinuntergeht, die, glaube ich, alle in der “Presse” als Artikeln erschienen  sind und hier in einem Buch zusammengefaßt wurden, das sich der Alfred einmal kaufte und mir nach dem Lesen überließ, so daß ich es auf unsere jetztige Donauradreise mitnahm, obwohl es eigentlich gar nicht passte, da nur ein einziges Kapitel ein Stück beschrieb, das wir bereisten, so daß ich in Ulm, Gundelfingen und Donauwörth von Bulgarien, Moldawien und Budapest gelesen habe, aber soviel Phantasie habe, mir das Gelesene vorzustellen, beziehungsweise bin ich die Donau schon selber ein Stückchen hinauf und hinunter geradelt bzw. mit dem Schiff gefahren.

Mit der Anna, als sie klein war, sind wir zweimal von Passau, einmal bis Melk und das zweite Mal bis Ybbs geradelt, mit der Ruth von Ybbs bis Regensburg die Donau hinauf, mit den Hundertmarks dann ein Jahr später von Traismauer nach Passau mit dem Rad und mit dem Zug bzw. dem Schiff wieder zurück und von Bratislava sind wir einmal mit dem Literaturschiff bis nach Wien gefahren und viel früher auch schon einmal mit einem Schiff von Budapest nach Wien, viel weiter sind wir die Donau nicht hinuntergkommen, das heißt, in Begrad waren wir auch zweimal, da allerdings mit dem Auto und als ich 2007 von Ruths Radreise zurückgekommen bin, habe ich “Und Trotzdem” geschrieben und da reist ja eine Frau auch ihrem Krebs davon, beziehungsweise fährt sie mit dem Rad bis zum schwarzen Meer.

Aber zurück zum Buch und das beginnt an der Quelle, beziehungsweise mit der Erkenntnis, daß die Donau zwei solche haben soll, nämlich eine in Donaueschingen, die andere in Furtwangen und dort waren wir nicht, haben wir die heurigen Radreise ja erst in Ulm begonnen, da gibt es aber ein Kapitel in dem Buch, das sich mit der “Ulmer Schachtel”, das sind die Boote, die es dort gibt und die wir nicht gesehen habe, beschäftigt.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit einem Frachtschiff, beziehungseise dem Kapitän Bach und ein solches Schiff haben wir gesehen, dann geht es in dem Buch, aber schon nach Grein und dort waren wir auf unseren Radreisen, haben bei der der Ruth auch eine Führung gemacht und daher auch das Theater besichtigt, das in dem Buch beschrieben wird und in dem Cafe Blumensträußl gab es bei der Ruth auch eine Lesung, Irene Wondratsch hat da ihr Buch vorgestellt.

Dann gehts schon nach Wien und da ist ja interessant, daß die Donau, die schöne blaue, die soviel besungen wird, daneben und nicht durch die Stadt fließt und das die eigentliche Donau, der Donaukanal ist und den habe ich ja öfter beschrieben, zum Beispiel in den “Donaugeschichten”, die ich bei Ruths Radreise in Vilshofen vorstellte, aber auch in “Tauben füttern”.

Dann gehts nach Bratislava bzw. in die Slowakei wo Michal Hvorecky, der einige Jahre auf einen Ausflugsschiff gearbeitet hat, die Donau als Sehnsuchtsort in seinem Roman “Tod auf der Donau” beschrieben, den ich sowohl in Leipzig als auch auf unserer Schifffahrt von Bratislava nach Wien hörte.

In dem Kapitel “Eine Retortenstadt für Stalin” geht es nach Ungarn und da wird beschrieben, “Wie im ungarischen Dorf Dunapentele (fast) eine kommunistische Musterstadt entstand”.

“Schwaben” auf der Donau  gibt es auch und dann geht es in die ostslawonische Stadt Vukovar wo die Serben und die Kroaten versuchen ihre Kriegstrauma zu bewältigen.

Eine Geschichte von einem “Donauschwimmer” gibt es auch und bis 1971 hat es in der Donauenge des eisernen Tores ein überbleibsel des osmanischen Reiches gegeben.

Dort war der rasende Reporter Egon Erwin Kisch, von dem ich gerade seinen “Marktplatz der Sensationen” lese und hat von den “so tiefverschleierten Frauen” geschrieben, von denen man “gerade die O-Beine” sieht.

In einem Kapitel erinnert sich der Schriftsteller  Laszlo Vegel an Novi Sad und den habe ich, glaube ich, bei der “Literatur im Herbst” gehört.

In Bulgarien gibt es ein Gefängnis auf den Fluß und dann geht es schon nach Russe, dem Geburtsort von Elias Canetti und da ist es interessant, daß es “Die Fackel im Ohr”, wo er,  glaube ich, seine Kindheit dort beschreibt, in der Kiste vor der Städtischen Bücherei in Gundelfingen, also sehr weit weg, aber auch an der Donau, zu finden gab.

Die Kaviarfänger, die die Störe auszurotten drohen, werden in einem Kapitel beschrieben, dann geht es in die Republik Moldau, ins Donaudelta und ganz am Schluß  zu den Altgläubigen  im ukrainischen Wylkowo.

Interessant, interessant im Schnellverfahren die Donau hinunterzulesen und wahrscheinlich als Sehnsuchtsort für weitere Reisepläne sehr geeignet, literarisch bin ich ja schon öfter im schwarzen Meer gewesen und einen Radführer, wo die Radwege in Donaueschingen, bzw. der Rhein-Main-Donaukanal beschrieben werden, hat der Alfred in der Touristen-Information in Würzburg auch bekommen, so daß er schon Pläne für die nächste Donau-Radreise schmiedet, wo man dann ja auch wieder diesbezügliche oder auch andere Bücher mitnehmen und lesen kann.

2015-05-17

Reisen

Filed under: Glosse — jancak @ 00:47
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Auf dem Fahrrad durch Deutschland reisen, Quatsch, nicht so patschert formuliert, eine Woche lang die Donaus hinauf oder hinunter radeln. Von Ulm nach Regensburg, weil wir im Jahr 2007 mit Ruths Dichterkarawane von Ybbs nach Regensburg mitgefahren sind.

Mit dem Klapprad fahren, reisen, radeln, das der Alfred extra besorgte, damit wir nicht auf die Geduld der ÖBB oder der deutschen Bundesbahn angewiesen sind und so, wie 2007, viermal umsteigen müßen, um von Regensburg nach St. Pölten zu kommen.

Reisen, ein allzeit beliebtes Thema. Dabei bin ich, ganz ehrlich nicht besonders reiselustig und nach Shanghai, New York, Teneriffa, etcetera zu fliegen, interessiert mich nicht die Bohne. Dafür bin ich eine bibliophile Frau, die ihre Pension lieber damit verbringen will, ihre tausend, zwei oder vielleicht schon dreitausend ungelesenen Bücher aufzulesen, statt um die Welt zu reisen.

Eine Einstellung, die in meiner Umgebung eigentlich nicht verstanden wird, aber trotzdem praktizieren und darüber schreiben. Immer wieder, immer öfter und das ist auch oft das Thema von Lesungen.

So kann ich mich an einen Sommer erinnern, wo die Sommerfrische, die ich regelmäßig, statt einer Urlaubsreise in Harland bei St. Pölten verlebe und dort Rad fahre, schreibe, bade, meine Bücher lese, etcetera, mit einer Lesung in Krems an der Donau, begonnen wurde, wo das Thema  “Reisen” war und Robert Eglhofer mit einem roten Stern am Käppchen von Kuba gelesen hat und Ruth Aspöck von Italien, beziehungsweise über die Reisen, die sich machte, als sie dem alten grantigen Hofarchivdirektor Grillparzer nachgereist ist.

Reisen sind Abenteuer mit den Füßen und den Geldtaschen, während das Lesen und das Schreiben angeblich, die im Kopf sind.

Was habe ich eigentlich so gegen das Reisen? Gute Frage. Denn eigentlich bildet es. Erweitert den Horizont und ich bin als Studentin natürlich herumgefahren. Habe Amsterdam, New York, Japan und später auch öfter Italien bereist und man muß wohl auch ein Stückchen von dieser Welt gesehen haben, um sich auszukennen und mitreden zu können, ecetera.

Aber ganz ehrlich halte ich von  diesen organisierten Touristenreisen und den überall gleichen Hotelzimmern, die ein bis zwei Hunderter pro Nacht kosten nicht viel. Was habe ich von der all inclusiv Reise, wo man sich hinter einer Mauser am Pool bräunen lassen kann, während draußen vor der Mauer der Security Guard steht und die ausländischen Touristen von den Einheimischen abschirmt.

So nicht und möchte ich nicht reisen, obwohl ich natürlich weiß, daß Bücher auch nur eine Ersatzbefriedigung darstellen.

Reisen also. Nächste Woche geht es los. Von Ulm mit der Bahn mit dem Klapprad im Gepäck und dann mit dem Rad nach Regensburg und das wird mir schon gefallen. Im Nachhinein voll damit zufrieden sein und so schließe ich jetzt diesen Text, den ich sehr unkonzentriert und abgelenkt vor mich hingeschrieben habe, während es drüben in dem Cafe um die Eichmann-Prozesse und das Onanieren gegangen ist.

Entstanden am 7. Mai im Cafe Ludwig im Rahmen der “Westbahn-Spontan Schreibegruppe”

Eine Übersicht über meine Reisen und die in diesem Rahmen entstandenen Reisetexte gibt es hier: 1 2 3 4 5 6 78 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19

2015-05-16

Alberta empfängt einen Liebhaber

Filed under: Bücher — jancak @ 00:08
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Weiter geht es mit den Liebesromanen, vom Harlander “Thalia-Abverkaufsstapel”, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob Band sechzehn der “Brigitte Buch-Edition- Die Liebesromane” wirklich ein solcher ist und in dem hundertzehn Seiten Büchlein, steht auch keine Gattungsbezeichnung.

Ich würde es eher für eine dreiteilige Erzählung halten und interessant, seltsamerweise geht es wie bei “Agnes” und “Luft und Liebe” auch ein wenig, um die Schreibprozesse, zumindest kippt die Geschichte, der 1956 bei Potsdam geborenen Birgit Vanderbeke , die in Südfankreich lebt, mit  “Das Muschelessen”, ein Buch das ich endlich lesen sollte, 1990 beim “Bachmannpreis” gewonnen hat und von der ich “Geld oder Leben” und “Sweet Seexteen” gelesen habe, im zweiten Kapitel” Jeanne-Philippe”, in das Leben der Schriftstellerin, wo sie vom Schreiben der Geschichte erzählt.

Aber wieder schön der Reihe nach, damit sich meine Leser auskennen und nicht über meine elendlangen Schachtelsätze stolpern:

“Seit sie Teenange sind und “Bis zum jüngsten Tag” sind Alberta und Nadan füreinander bestimmt. Doch leider sind sie selbst nicht immer dieser Meinung. Und wenn, dann auch nicht immer gleichzeitig. So umkreist das verhinderte Traumpaar einander ein halbes Leben lang. Dabei könnte alles so einfach sein, wenn Männer und Frauen nur nicht so verschieden wären”, erfährt man am Buchrücken und im ersten Kapitel “Eine Mizzebill” geht es damit los, das Alberta und Nadan  vor Himmelfahrt durchbrennen wollen.”

Sie haben nur das Problem, daß sie nicht genau wissen wohin, sie will nach Paris, weil sie Übersetzerin ist und sich dort mit ihrem Autor unterhalten könnte, er nach Amsterdam, weil Paris schmutzig ist und es dort Kakerlaken in den Zimmern gibt, das kann aber sie nicht leiden, weil dort die  Häuser Halbgardinen haben.

So wäre Kopenhagen noch eine Option, dann kippt es in das Ferienlager, wo sich die Beiden mit Fünfzehn kennenlernten und bei einer Nachtwanderung offenbar küssen wollten und das irgendwie auch nicht zusammenbrachten, dann taucht noch eine Bettina auf, mit der Nadan sich befreundet. Sie geht mit einem Rudi davon und später ist sie mit Rudi bei ihm und Bettina zum Essen eingeladen. Einige Jahre später bEschließen die Beiden durchzubrennen und übernachten in einem Hotel zwischen Ludwighafen und Mannheim, können aber nicht schlafen, weil sie die ganze Nahct husten muß, er Migräne bekommt, so flüchtet sie auf den Balkon und am nächsten Tag trennen sie sich, er geht nach Arizona, um dort Astrophysik zu studieren, sie nach Lyon, um zu unterrichten und zu übersetzen.

Kapitel zwei “Jean-Philippe” beginnt mit den Worten “Es ist schon einige Jahre her, seit ich die Erzählung, “Eine Mizzebill” schrieb. Ja richtig eine Mizeebill ist “so ziemlich das Übelste was einem Mann passieren kann” und außerdem ist Alberta eine solche, zumindest behauptet Nadan, das vor Rudi und Bettina und nennt sie auch immer so.

Die namenlose Erzähler, vielleicht Birgit Vanderbeke, das ist ja immer die Frage, jedenfalls eine Schriftstellerin und Übersetzerin, die mit ihrem Mann Jean-Philippe und der kleinen Tochter bei den Schwiegereltern in T. lebt, zeigt ihm die Geschichte  und er sagt, sie ist noch nicht fertig.

Dann geht es in dem Kapitel, um verschiedenes anderes, um den Keuchusten der Tochter, um die Weinstöcke der Schwiegerteltern, auch um die Übersetzungen eines Herrn Vallot, der möglicherweise ein Plagiateur ist und der interessanterweise sowohl von Alberta, als auch von ihrer Schriftstellerin übersetzt wird.

Jean- Philippe fragt jedenfalls immer wieder in dem Kapitel nach, wie es Alberta geht und es endet damit, daß sie ihm antwortet “Oh Alberta empfängt einen Liebhaber.”

So heißt dann auch Kapitel drei, da kommt Alberta nach Hause und am Antrufbeantwortet hat Nadan ihr seinen Besuch angekündigt. Was sie in Aufregung versetzt, sie überlegt sich Sätze, was sie sagen oder nicht sagen soll, damit sie nicht in Streit getraten, schließlich fällt ihr ein, daß sie sich über “Vallot” unterhalten könnten. Sie beginnt das Abendessen vorzubereiten, Taubensuppe, bekommt aber nur Wachteln, die Nachspeise mißlingt, für die Forellen kauft sie eine eigene Pfanne, damit sie sich nicht anlegen, dann öffnet sie ihm mit Hauspantoffeln und noch naßen Haaren und das erste was er macht, ist, daß er einen Viertelstunde telefoniert, bevor er ihr eröffnet, daß er einen Wagen braucht, weil seine Frau hochschewanger ist, dann geht er und im Epilog zeigt die Erzählerin die Geschichte Jean-Philippe,” der sie las und dannkam er lachend und gut gelaunt heraus und sagte ironisch: Madame meine Hochachtung. Ich lachte auch  und sagte: Monsieur, heute abend bringen  Sie mal Ihre Tochter ins Bett.”

Am Buchrücken kann man noch “Genau beobachtet, gnadenlos komisch und ungemein lebensklug: die Geschichte einer großen Liebe mit Hindernissen” lesen.

Ich würde es wieder eher etwas konstruiert und künstlich empfinden und kann als Bonmot noch anmerken, daß ich mich vor einigen Wochen in der “Gesellschaft für Literatur”, mit der Stammbesucherin, die immer die “Literatrischen Soirees” besucht, über das Lesen unterhalten habe, wo sie mir sagte, daß sie “Alberta empfängt einen Liebhaber” gelesen, ihr das Buch aber nicht gefallen hat.

2015-05-15

Luft und Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:45
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Der nächste Fund beim “Thalia-Abverkauf-Stapel” um den Jahreswechsel 10/11 oder 11/12 mag das wohl gewesen passt thematisch gut zu Peter Stamms “Agnes”, denn auch bei Anne Webers “Luft und Liebe” geht es um das Schreiben über das Schreiben oder wie ich es mir interpretiere, um das Schreiben eines Liebesromans Anfang des dritten Jahrtausends ohne kitschig zu wirken.

Es könnte auch als eine Parodie auf einen Liebesroman zu verstehen sein und ich habe die Lesung daraus in der “Alten Schmiede” schon gehört und da, wie ich bekennen muß, nicht wirklich verstanden worum es geht, beziehungsweise hat sich, die 1964 geborene, in Paris als Autorin und Übersetzerin tätige Anne Weber, die auch beim Bachmann-Preis gelesen und oder gewonnen hat, nicht in die Karten schauen lassen.

Es geht also, wie schon der Titel sagt, um einen Liebesroman, die Protagonistin, Ich-Erzählerin und Schriftstellerin, die wahrscheinlich,  wie das beim Schreiben so ist, nicht Anne Weber ist, hat schon, wie sie schreibt, einen schlechten Roman darüber geschrieben und ihn in den Mistkübel geworfen.

Da hat sie das selbst Erlebte, einer Kunstfigur namens Lea zugeschrieben und das Resultat hat ihr nicht gefallen, also noch einmal von vorn, wie das die Schriftsteller ja angeblich öfter so tun.

Die nächsten achtzig bis vielleicht hundert Seiten passiert in sehr schönen Worten, manchmal auch mit der französischen Übersetzung, nicht sehr viel.

Man erfährt, daß die Protagonistin, bzw. Leo schon  einmal verheiratet war und zwar mit einem Vladimir, der sich gleich nach Zeremonie wieder scheiden ließ, weil er die Bindungen des Ehstands nicht ertrug, dann taucht ein Interviewer, ein Adeliger, namens Enguerrand bei der Erzählerin auf, um sie zu inerviewen.

Er verschwindet, nach Jahren treffen sie sich wieder, es gibt auch einen Aufenthalt in Italien und der Roman, bzw. die spannende Handlung immer wieder vom Perspektivenwechsel unterbrochen, den die Erzählerin “Arme Ritter-Roman” nennt beginnt.

Lea, im Papierkorb liegend, funkelt auch immer wieder dazwischen, aber jetzt werden die Protagonisten, die Prinzessin und der Ritter genannt, denn die Liebe ist ja offensichtlich ein Märchen, wie uns Anne Weber vielleicht sagen will und die Protagonistin schon über vierzig.

Also eigentlich nach heutige Auffassung nicht zu spät ein Kind auf natürliche Weise zubekommen. Die Protagonistin, die von ihrem armen Ritter, auf sein Schloß geladen wird und sich dort die Zimmer aussuchen darf, das Schreibkämmerchen, das Schlafzimmer und daneben das für das künftige Kind, das sie sich wünscht, der Ritter hat nichts dagegen, muß dazu aber die Fortpflanzungsspezialisten aufsuchen und viele Untersuchungen über sich ergehen lassen, denn nach dem Liebesakt vom Sperma keine Spur.

Der Ritter ist liebevoll und entledigt, wie er versichert, sich seines Spermas in der Kabine, als die Prinzessin aber ins Labor kommt, verkündet ihr der Chef betroffen, das Sperma ist nicht da.

Der Prinz ist reumütig, versichert die Prozedur zu wiederholen, entzieht sich aber wieder seiner Pflicht, obwohl er ihr doch schon vor Zeugen, die Hochzeit versprochen hat, als sie ihm in seinem Schloß anruft, hebt niemand ab, es kommt aber ein Brief, er hat sich reumütig und von Schuldgefühlen, ob seines Versagens geplagt, auf Reisen begeben.

Wie, denkt sich da die Prinzessin, die fortan die tote genannt wird, der Betrug hat ihr offensichtlich den Todesstoß versetzt, wie kann er das, geht er doch nie auf Reisen, weil das Personal fehlt, um das Haus zu hüten?

Also fährt sie hin, der Prinz öffnet verschämt und aus der Küche kommt eine Mathilde, Jeanne oder Benedicte, im siebenten Monat schwanger und stellt sich als die Schloßfrau vor.

Die Prinzessin rauscht beleidigt ab, sinnt auf Rache und wird fortan auch die Rächerin genannt. Sie kauft sich Farbe, Leinen und Holzrahmen, malt Transparente, auf denen  seine Schuld zu lesen ist, mietet sich in einem Hotel ein, um in der Nacht die Tafeln aufzustellen.

Nur leider wählt sie dazu den Hinterausgang, die Alarmanlage ertönt, der Wirt muß sich seine Hosen anziehen und ihr das Vordertor aufsperren, sie stellt die Tafeln trotzdem auf, wird anonym angezeigt und klaut ein Fahhrad, um mit vielen Plänen in die Zukunft davonzuradeln, kommt aber natürlich wieder in ihr Leben zurück.

“In ihrem ersten Liebesroman konstruiert Anne Weber ein elegantes Verwirrstück um große Gefühle. Aus einer eigentlich banalen zwischenmenschlichen Begebenheit wird so ein raffiniert aufgebautes  Lesestück in bester französischer Tradition”, kann man noch am Buchrücken lesen.

Dazu passen auch die beiden anderen kürzlich gelesenen Liebesgeschichten zum Vergleichen , wie andere Autoren, die schönste Sache der Welt beschreiben und eine “Dachkammer”, wo es um die Liebe geht, gibt es auch.

Das “Show, not tell”, das man, wie man in den Schreibwerkstätten lernt, unbedingt beachten soll, wurde hier jedenfalls nicht ausgeführt oder aber parodiert  und da dachte ich, wenn ich über das Erzählen reflektiere, wäre das, weil  ich es nicht besser kann.

Vielleicht schreibe ich also doch nicht so schlecht und bräuchte wirklich nur einen Lektor, der meine Fall. und Beistrichfehler korrigiert, über die sich meine Leser manchmal aufregen.

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