Literaturgefluester

2017-09-26

Romeo oder Julia

Buch dreizehn der LL und Buch zwei der kurzen Liste und das ist interessant, denn das dreizehnte Kapitel spielt in Gerhard Falkners „Romeo und Julia“, der schon im vorigen Jhr auf der LL gestanden ist, eine besondere Rolle.

Ich  habe beim ersten Lesen des Titels wohl ich auch  „Romeo und Julia“ gelesen und vielleicht gedacht „Hej, das gibt es ja schon!“

Aber Romeo und Julia sind ein berühmtes Liebespaar, das unbedingt zusammenkommen wollte, das aber durch Intrigen nicht konnte. Heute ist das aber anders, denn da trennt man sich. Da läßt Romeo schon einmal seine Julia zurück, um sich einen Literaturpreis abzuholen oder für ein Jahr nach New York zu gehen und Julia rächt sich dann, in dem sie Romeo entsetzlich stalkt und zum Schluß natürlich beim Fassadenklettern in die Tiefe stürzt.

Aber natürlich das ist alles nur Phantasie und der 1952 geborene Lyriiker versteht es vortrefflich daraus  einen Shortlistroman zu machen, der vielleicht sogar den Preis gewinnt, wie eine Vloggerin vermutet, die das Buch aber nicht beendet hatte, weil es ihr zu sexistisch und zu freauenfeindlich war.

Dafür hat sie sich allerdings einige Male entschuldigt, denn der Schsundsechzigjähjrige ist ja ein sehr sympathischer Mann, wie sie merhmals betont und noch hinzufügte, daß er, weil sie das Buch abgebrochen hat, jetzt sicher den Preis bekommt.

Das weiß ich nicht so genau und bin, was den Sexismus betrifft wohl auch ein wenig abgebrühter, als die jüngere Frau, denke mir nur, schon wieder ein Mainstreambuch mit schöner Sprache, wo einer künstlerisch 1a seine Midlifekrise schildert, aber was interessiert mich das?

Das Buch hat aber schon etwas Interessantes, etwas, was für mich unter das Neue oder vielleicht das Berührende fallen würde, was ja jeder „gute Roman“ haben muß.

Es beruht auf einen wahren Vorfall. Das tut zwar wahrscheinlich jeder Roman, aber Gerhard Falkner spricht das offen in einem Interview an und hat das dem Buch auch als Nachsatz angefügt.

Daß ihm bei einem Kongreß in Innsbruck wirklich einmal seine Schlüßel und seine Notizbücher in seinem Hotelzimmer gestohlen wurde und, daß dort auch eine verwirrte Frau ihr neugeborenes Kind aus dem Fenster warf, was für ihn Anlaß war, diese Geschichte zu einem Roman zu verarbeiten.

Das Buch, das ich ja ziemlich spät lese, hat für mich auch eine Vorgeschichte, denn „Literaturlärm“ hat es bei ihrem „Longlist-Rundgang“, ja als eher uninteressant bezeichnet. Mir erschien die Vorschau aber ziemlich spannend und so freute ich mich auf das Lesen und das tat besagte Vloggerin, die dann später abgebrochen hat, auch und mir erging es beim Lesen fast ebenso.

Das heißt, ich habe nicht abgebrochen, das tue ich ja nie, bin aber über das erste Kapitel gestolpert, weil es mir viel zu konstruiert und abgehoben geschrieben erschien.

Das wird später besser und man kommt in das Buch hinein, das in drei längere und einem kurzen Teil geschrieben ist, die alle Städtenamen tragen. Innsbruck, Moskau, Madrid, Berlin.

Man sieht, die Shortlistschriftsteller kommen viel herum und werden überall von den den Goethe- und andere Instituten eingeladen, fahren zu Kongreßen und Festivals, wohnen dort in großen Hotels und saufen und vögeln sich durch die Veranstaltungen.

Das ist für mich nicht wirklich neu, obwohl ich ja an der anderen Seite sitze. Es ist aber, wie auch einige andere auf der LL, ein sehr gelehrtes Buch.

Anspielungen aus  Literatur, Kunst und Musik fliegen herum und Kurt Prinzholrn, so heißt der Held, hat auf seinen Kongreßen auch zwei Bücher mit, wo er nicht zu lesen kommt und ich rätsle jetzt herum, welches anderes Longlistbuch es war, wo der Protagonist, da gibt es ja auffällige viele Universitätsprofessoren und Schriftsteller, zwei Bücher mithatte.

Warhscheinlich war es „Das Singen der Sirenen“, denn „Die Kieferninseln“ muß ich noch lesen. Aber da habe ich schon gehört,  kommen auch ein Forschen und Bücher vor. Soviel nur zu dem Neuheitsanspruch der „guten Bücher“ und jetzt zurück zum Plot.

Kurt Prinzhorn reist also zu einem Schriftstellerkongreß oder Festival, das ist nicht so ganz klar und wird auch, glaube ich, doppelt benannt, nach Innsbruck und wird dort gestalkt.

Das heißt, in seiner Badewanne liegen lauter schwarze Haare, das Notizbuch und die Schlüßel sind weg und niemand glaubt ihm das sorecht.

Dann reist er weiter nach Moskau, weil er dort wieder auf einen Schriftstellerkongreß erwartet wird. Dort werden kleine Zettelchen in sein Hotelzimmer geschoben. Er logiert in einem Riesenhotel am roten Platz, wo man sich mit einer Schlüsselkarte ausweisen muß, um in sein Zimmer zu gelangen. Die Prostiutierten schmieren aber die Wächter und wecken dann früh Morgens die westlichen Touristen auf und Prinzhorn macht und das ist eine sehr schöne Schilderung, die Bekanntschaft mit einem streundenden Hund, den er „“Raskolnikov“ nennt.

Für den stiehlt er die Wurst vom Frühstücksbuffet und wenn man beim Frühstücken nicht aufpasst, zieht einem die Servierin Olga, die vollen Frühstücksteller weg. Man sieht, der Lyriker hat schöne Bilder und schiebt sie in seinem Stalkerkrimi, wo der mittelalteSchriftsteller sich durch seine Lesungen vögelt und säuft, auch immer wieder ein.

Er beginnt sich auch dem Rätsel auf die Spur zu begeben, sieht in dem Hotel mehrmals eine Frau mit Kapuzenjacke auftauchen und wird von ihr, als er weiter nach Madrid zu einem Vortrag und zu seiner Freundin Elsa reist, auch nicht verschont.

Er trifft die Verfolgerin, die Julia, die zwanzig Jahre später eine Pistole auf ihren Romeo richtet, weil er sie schmählich verlassen hat, in einer dunklen Gasse. Sie schießt aber noch nicht auf ihn, denn wir haben ja gelernt, in einem Roman muß alles spannend sein. So dringt sie erst einen Tag später in das Hotelzimmer ein, als unser Kurt Prinzhorn sich schon wieder in Berlin befindet. Dort erwartet ihn dann auch die Polizei und fragt ihn nach seinem Alibi, beziehungsweise zeigt sie ihm eine Postkarte, die des Rätsels Lösung ist, das ich zwar, weil das Ganze ziemlich kompliziert aufgebaut ist, nicht so ganz verstanden habe, obwohl andere Vlogger meinten, daß sie das Ende durch seine Banalität enttäuscht hätte.

Gerhard Falkener, glaube ich, ist aber sehr gewifft und versteht es, gekonnt seine Leser zu narren und ich muß schon schreiben, obwohl ich das mit den vögelnden Schriftsteller schon hundertmal gelesen habe, daß das Buch durchaus spannend war, vorallem weil Falkner offenbar versuchte, die Krimiform hineinzubringen, was bei einem Shortlistbuch, ja, glaube ich, als ziemlich unstatthaft gilt.

Also wieder ein Spiel der Ironie und noch etwas hätte ich jetzt fast vergessen, in Innsbruck taucht auf einmal unter lauter mir unbekannten und daher für fiktiv gehaltene Schriftstellernahmen Robert Schindel auf, aber vielleicht habe ich die anderen trotz meines weiblichen Lerserinneninteressen nicht erkannt. Was weiß man schon so genau und ich wünsche Gerhard Falkner für das Gewinnen natürlich alles Gute und werde mich jetzt an die drei anderen SS machen, weil ich den Lehr, der ja wahrscheinlich auch ganz gute Chancen habe, noch nicht bekommen habe.

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2017-09-25

Kaffeehausliteraten

Das Kaffeehaus und die Literatur passen gut zusammen, beziehungsweise das Klischee von dem Autor, der im Kaffeehaus sitzt und dort seine Romane schreibt. Robert Menasse habe ich öfter  im Cafe Sperl gesehen, Robert Schindel geht, glaube ich, täglich ins Cafe Zartl, Peter Altenberg sitzt noch heute im Cafe Central, etcetera.

Es gibt eine Menge Bücher über die Wiener Kaffeehäuser und einge über Bildbände über Literaten , ich habe auch einige davon und jetzt gibt es ein neues, nämlich „Melange der Poesie. Wiener Kaffeehausmomente in Schwarzweiß“, wo der französische Fotograf Alain Barbero etwa fünfzig Kaffeehäuser und ebensoviele Autoren fotografiere. Die Autoren haben einen kurzen Text dazu geschrieben.  Barbara Rieger, die Schreibpädagogin und Deutsch als Fremdsprachelehrerin, die Alain Barbero, einmal in einem  Kaffeehaus getroffen hat, um ihm Deutsch beizubringen, hat die Kaffeehäuser vorgestellt und das Buch, das bei „Kremyr&Scheriau“, erschienen ist, herausgegeben.

Heute wurde es in der“ Gesellschaft der Literatur“ vorgestellt und einige der über fünzig abgebildetten Autoren waren auch anwesend. Marianne Gruber, die ehemalige Präsidentin der Gesellschaft, Robert Schindel und Sabine Gruber und im Publikum saßen noch Gerhard Jaschke, Jörg Zemmler, Herbert J. Wimmer und Peter Boesch, der, glaube ich, aber in dem Buch nicht enthalten ist.

Ich auch nicht, dafür aber Armin Baumgartner, den ich später im zweiten Raum sah, Erika Kronabitter, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Friederike Mayröcker, Gustav Ernst, Peter Henisch und und . Es gab auch eine kleine Ausstellung, nämlich zwanzig Fotos, die man sich anschauen und natürlich auch das Buch durchblättern und kaufen konnte.

Es gibt auch einen Blog: cafe.entropy.at, der dem Ganzen vorausgegangen ist und Barbara Rieger leitete, nachdem Ursula Ebel ein paar Begrüßungsworte gesagt und gemeint hatte, daß Marinne Gruber nie in der Gesellschaft gelesen hätte, ich kann mich aber an eine Lesung mit ihr und Julian Schutting erinnern, ein, verwies auf die Entstehungsgeschichte, dann stellte sie die lesenden Autoren vor und sagte dazu jeweils ein paar Worte, beziehungseis las sie ihre Beschreibung der Kaffeehäuser vor und da stellte Sabine Gruber, die zweite „Veza Canetti-Preisträgerin“, die mit ihrem „Davaldossi“ glaube ich auch der Shortlist des letzten österreichischen Buchpreises gestanden hat, das Cafe Else vor, ein mir völlig unbekanntes, im zweiten Bezirk gelgegenes, das früher einer Prostiutierten gehört hat, Sabine Gruber sagte etwas dazu und las dann ein Stück aus ihrem 2007 erschienen Roman „Über Nacht“ wo die Protagonistin Irma ins Kaffeehaus geht, ich glaube, es ist  das „Prückl“, in dem ich diesen Sommer ja einige Male war, um mir die Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium“ anzuhören, um einen Schriftsetzter zu interviewen.

Dann folgte Robert Schindel auch ein eifriger Kaffeehausgeher. Für das Buch ging er aber in das Cafe Prückl und hatte einen Text über „Krähen“ dafür geschrieben. Gelesen hat er dann zwei Stellen aus dem „Kalten“, die auch im Kaffeehaus spielen und zwar im „Diglas“ und im „Oswald und Kalb“ und zwar findet im letzteren, eine Geburtstagsfeier statt, wo ein Schauspieler tot umfällt, worauf einer der Besucher ins Cafe Diglas flüchtet.

Dann kam Marianne Gruber und die wollte zuerst ins „Hummel“, da hatte sich aber schon ein anderer Autor, eine andere Autorin angemeldet. Barbara Riegler ließ raten, wer das war. Ich hätte auf Christine Huber getippt, aber die war dann, glaube ich, im Florianihof abgebildet und die zwei Textstellen, die Marianne Bruber, die sich dann für das „Central“ mit dem Peter Altenberg aus Pappmachee entschied, las, hatten eigentlich nicht sehr viel mit dem Kaffehaus zu tun, außer, daß Mmarinanne Gruber, die erste sehr wütend in einem Kaffeehaus geschrieben hat, die dann von einem „Lederband und einer Kluppe“ handelte und die zweite handelte von einer alten Frau, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann, aber früher oft ins Kaffeehaus gegangen ist und dort drei Monate alte Zzeitungen gelesen hat, weil man dann erst die Nachrichten beurteilen kann.

Und von den Kaffehäusern ist noch zu berichten, daß ich immer am „Griensteidl“ vorüber gehe, wenn ich in die Gesellschaft gehe, das ja in meiner „Verbrüderung“ eine Rolle spielt, aber das gibt es nicht mehr in dieser Form, sonder heißt jetzt Cafe Rien und ist ein Cafe auf Abruf, also eines das nur ein paar Monate bestehen wird und dann verschwindet.

Ich bin als Studentin viel ins „Sperl“ und ins Cafe Jelinek in der Otto Bauergasse gegangen, wo ich in dieser Zeit ja wohnte. Gehe heute nicht mehr viel in Cafehäuser wenigstens nicht mehr zum Schreiben und Zzeitungslesen. das heißt in der Schreibgruppe waren wir ja eine Zeitlang im Cafe Ludwig das dann zum Cafe Fortuna wurde, aber eigentlich eher ein Beisel war und das „Sperl“ kommt in meinem Stadtroman vor und ich habe, glaube ich, auch in anderen meiner Texte immer wieder Kaffeebäuser beziehungsweise Kafceeehausbesuche beschrieben.

2017-09-24

Margaretner Sonntag

Filed under: Veranstaltungen,Alltagsgeplauder — jancak @ 15:55
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Ich lebe ja schon über zwanzig Jahre in Margareten, im fünften Wiener Gemeindebezirk. Aufgewachsen bin ich in Hernals in einem alten Gemeindebau in der Wattgasse. 1977 zog ich  als Studentin in die Otto Bauergasse, später mit dem Alfred in die Gumpendorferstraße. Dann hatte ich Anfang Neunzig einePraxis in der Reinprechtsdorferstraße. Eine Zeitlang sind wir auch von Harland nach Wien gependelt und seit Ende 1990 habe ich meine Praxis und meine Wohnung in der Krongasse und seit da beschäftigte ich mich  auch mit dem Bezirk, beziehungsweise der Kunst und Kultur die des dort gibt.

In „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“, habe ich darüber geschrieben und mit der Frau Bezirksrat Steininger, habe ich meinen ersten Frauenspaziergang durch Margareten gemacht.

Ich erinner mich genau, da sind wir in dem Cafe gewesen, das sich in dem Haus befindet wo die Mutter von Bruno Kkreisky geboren wurde und als wir in die Zentagasse wollten habne wir da bei den Bankerln bei dem Durchgang zur  Siebenbrunnengasse Jeannie Ebner getroffen und gleich angesprochen.

Das Wiener Lesetheater hat seinen Ostersapziergang 2009 durch Margareten gemacht.Da habe ich an einigen Stationen gelesen, darunter im Cafe Standard mein Gedenken an Elfriede Gerstl die da gerade gestorben war und wir haben den „Read!!ing room“ besucht, wo ich inzwischen mehrmals gelesen habe und der ja selbst Bezirksrundgänge macht. Einen habe ich einmal besucht und jetzt hat mich der Alfred auf einen Wiener Frauenspaziergang aufmerksam gemacht die Petra Unger veranstaltet und dem Bezirk anbiegtet.. Drei solche hat sie und einer ist den Künstlerinnen, vorwiegend bildende, wie sich herausstellen sollte, gewidmet und es war wieder sehr interessant, was es alles in dem Bezirk gibt, beziehungsweise wer dort gelebt hat, was ich nicht wußte.

So zum Beispiel Teresa Feodowna-Ries eine Bildhauerin, die von Russland nach Wien gekommen ist, da in der Laurenzgasse lebte, wo der Spaziergangbegonnen hat.

Und Petra Unger scheint eine sehr kämpferische Frau zu sein, so flocht sie in ihrem Vortrag immer wieder Beispiel der Unterdrückung der Frau ein. So haben Frauen lange nicht an der Akademie studieren dürfen, sondern mußten Privatunterricht nehmen. Teresa Feodowna-Ries hat sich aber trotzdem durchgesetzt und auch eine Skulptur geschaffen, die immer noch im Kongreßpark steht.

Dann ging es weiter zu einer Volksschule in die Gassergasse, in der sich einmal das „Sulkowski Theater“, befand wo eine Burgschauspielerin namens Stella Hohenfells laufgetreten beziehungsweise geprobt hat.

Und in dem Hochhaus in der Leopold Ristergasse, Petra Unger nannte es „Prominentensilo“ und zeigte ein Foto aus einem Artikel her, wo das so bezeichnet war und das in meiner „M.M. Geschichte“ auch vorkommt, hat die Schauspielerin Gretl Schörg gelebt, die als „Fiaker Milli berühmt geworden ist, aber auch Christine Busta.

Dann wares schon aus mit der Literatur und es ist in die Siebenbrunnenfeldgasse zu dem ehemaligen Atelier einer bildenden Künstlerin gegangen, die aber inzwischen im sechsten Bezirk tätig ist  und danach zum sozialen Wohnbau der Neunzehhundertdreißgerjahre, sprich den Gemeindebauten erbaut aus der Breitnerschen Wohnbausteuer, wo es am Gürtel ja ein paar sehr große gibt, die ich während meiner „M.M.-Recherche“  auch abgegangen bin.

Wir gingen als zum Matteotti-Hof, wo es eine Gedenktafel, des von den Faschistisn ermordeten italienischen Politiker gibt und Petra Unger erklärte, daß bei dem Wohnbau tamals immer ein Teil  der Kunst gewidmet werden mußte. So gibt es in diesen Gemeindebauten  auch Bronzereliefs und Skulpturen und man könnte jetzt fragen, was der sozialistische Gemeidebau und die „Matteotti- Gedenktafel“ mit den Frauen zu tun hat?

Richtig, sie wurde von einer Frau gestaltet  und dann ging es in die Brandmayergasse und zu Ulrike Linbacher, die ja die „Nazi-Idylle-Tafel“ umgegstaltet hat und woch vor kurzem auch gewesen bin, um mit der Ruth den öffentlichen Raum zubeschreiben.

Petra Unger wies hier auf die Familienidyllen hin, meinte, daß Familie nicht Privatsache sei und, daß es erst durch die zweite Frauenbewegung bessere Gesetzte für die Frauen gibt und man bei den Wahlen, die ja bald auf uns zukommen aufpassen muß, daß diese Rechte nicht wieder still und einfach verschwinden und in eine falsche Idylle übergehen, worauf Ulrike Linbacher mit ihrer verkehrten Schrift auch aufmerksam machen wollte.

Weiter ging zum Siebenbrunnenplatz. Hier wies Petra Unger auf Haldis Scheicher hin, deren Atelier zwar geschlossen war, die sich aber sehr für die Umgestaltung der Reinpreichtsdorferstraße und für die Begrünung des Siebenbrunnenplatzes einsetzte und zuletzt ging es zum Künstlerhaus und ich dachte, ha?, denn das befindet sich ja am Karlsplatz. Also dachte ich, es wäre ein neues, aber es gibt, was ich nicht wußte, ein Ausweichquartier in der Siebenbrunnengasse mit einer aktuellen Ausstellung die Petra Unger sehr empfohlen hat.

Das war es dann. Petra Unger wies noch auf ihre Website und ihre anderen Themenspaziergänge hin.Ich ging nach Hause wo  mich der Alfred der da ja sehr fortschrifttlich ist, bekochte und am Nachmittag gibt es wieder das traditionelle Sturmfest im Schloßquadrat, was ja auch eine Margaretner Institution ist.

2017-09-23

Fünfzehn Jahre Writersstudio

Das Writersstudio gibt es jetzt schon fünfzehn Jhre, daß heißt, daß Judith Wolfersberger oder Huber, wie sie früher hieß 2002 mit dem Freewriting angefangen hat. Sie hat auch ein Buch geschrieben, daß sich mit den Schreibblockaden bei Studenten beschäftigt hat. Das wurde einmal in der Sigmund Freud Uni vorgestellt. Da bin ich hingegangen und habe ihre Seminare auch einmal einer Kientin und später einer Bloggerin empfohlen.

Ich bin auch zweimal in ihr Studio im siebenten Bezirk in die Kaiserstraße, glaube ich, gegangen, um an einen der kostenlosen Infoabende teilzunehmen, dann ist das Studio in die Pramergasse, in ein ehemaliges Zuckergeschäft übersiedelt und seither gibt es die „Tage der offenen Tür“ mit den kostenlosen Seminaren und seither gehe ich auch regelmäßig hin, erstens weil mich ja alles Schreiben interessiert und zweites, weil ich  auch möglichst umfangreich darüber bloggen möchte, was ew im Bereich des Schreibens so alles gibt.

Man kann an den kostenlosen vierzig Minuten Workshops die Entwicklung des „Writersstudios“ ganz schön ablesen, Zuerst hat es da einen Tag gegeben, dann waren es schon zwei und dann wurde auch das berufliche vom literarischen Schreiben abgetrennt.

Ich bin dann eine Zeilang nur mehr zu dem Tag gegangen, wo das Passion writing, also  Shortstory, Memoir, etcetera angeboten wurde, weil ich ja nicht unbedingt journalistisch und auch keine Werbetexte schreiben will.

Vor zwei Jahren bin ich dann auch um die Abendveranstaltung gekommen, weil die Anna unbedcingt mit mir ins Kino gehen wollte und im vorjahr werden wir wohl in Harland gewesen sein.

Aber heuer hat es gepasst, mir wieder alles zu geben und da waren, die zwei Tage auch wieder anders eingeteilt. So hat es am Freitag mit „Diary“ also dem Tagebuchschreiben begoggen und als ich da, um fünf vor neun da war, war das Studio schon voll.

Ein full House gleich vom Beginn und ich habe gerade noch einen Platz an dem großen Tisch gefunden und begonnen hat es wieder mit den Morgenseiten, beziehungsweise mit den Regeln ohne den Bleistift abzusetzen  zehn Minuten vor sich hinzuschreiben. Das ist von Julia Cameron und deren Buch habe ich ja auch gefunden und gelesen und ich habe mir heute auch ein Programm vorgenommen, bin ich ja beim Schreiben meiner „Unsichtbaren Frau“ und komme da nicht recht weiter, aber eigentlich habe ich gar nicht so viel Zeit dazu und gestern ist mir auch wieder eine Idee  für eine Amanda Siebenstern Geschichte eingefallen, also habe ich mir vorgenommen, möglichst in jedem der Miniworkshops daranzubleiben und darüber zu schreiben und das war bei den Morgenseiten auch sehr passend.

Vor ein paar Jahren, als ich an meiner „Sterbehilfegeschichte „ geschrieben habe, habe ich das auch so gemacht.

Dann ging es weiter mit Johanna Vedral, die, glaube ich, außer Schreibtrainerin auch Psychologin ist und die hat ja das Collagenschreiben als Weg zum Unbewußten weiter gentwickelt.

Da muß man sich immer ein Bild nehmen und darüber schreiben und ich erwischte eines mit einer gütigen alten Frau und einer jüngeren. die irgendwie ekstatisch wirkte. Das passte nun nicht so gut zu meiner Tarnkappengeschichte über das Vermummungsverbot , aber dann kam Birigt Schreiber aus Bremen mit den nichtabschickten Briefen und da habe ich schon einmal einen langen an den Herrn Kurz geschrieben, mit meiner Nachbarin, einer AHS- und Yogalehrerin, habe ich mich dann darüber unterhalten und dann wurde es vollends kreativ, nämlich mit „Picken, stempeln, sprayen“ Judith Wolfersberger packte den Tisch voll mit Wasserfarben und anderen Malutensilien und erzählte, wie sie da am Morgen meistens noch im Bett mit den Faben spielt und einmal haben wir in einem Workshop auch ein bißchen die Kalliographie probiert und daraus ist dann mein Cover für das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ entstanden.

Das wars dann mit dem Unbewußten, dann ist es in den Beruf gegangen und da kam gleich wiederJohanna Vedral mit den „WriterTricks“, ich glaube, da ist es um das Einstiegen in den Text gegangen und das ist ja auch etwas was mich momentan beschäftigt, bevor Simone Leonhardsberger kam, bei der ich  schon einmal einen Mini-Workshop machte und die uns unter dem Titel „Rasende Reporterin“ wieder mit dem wie warum wieso eine Nachricht schreiben ließ, ich erwischte eine mit einer Gefängnisrevolte und habe mir da ein bißchen schwer getan, weil ich ja eigentlich wieder über meine Amanda mit der Tarnkappe schreiben wollte, aber damit war es vorläufig Schluß, denn es ging gleich mit dem Aufbereiten der eigenen Texte für die Presse weiter. Dann kam die Krimi Autorin und Coachin Michaela Muschitz und erzählte etwas übers „Newsletter“ schreiben, bevor der FM4-Sieger Markus Fischer kam und uns zu den „Knalligen Überschriften“ texten ließ.

Am Samstag ging es am Vormittag weiter mit dem „New Meomoir“, da begann Anna Laturner, die ihre Seminare immer sehr sorgfältig vorbereitet und viele Anleitungen und Übungen mit gibt mit einer Übung, wo man die Graphic  mit dem Wort verband. Das heißt, man zeichnete Kreise und Wellenlinien und schrieb dann, wennn es kam, ein Wort hinein. Mein Kreis hieß „Kunstprojekt“, da habe ich wohl meine Erinnerungen an den öffentlichen Raum hineingepackt und die Worte „Kunst“ „Recht haben, „künstlich“ Aha“.

Dann gabs wieder Zettelchen, ich erwischte eines mit dem Text „Hast du Geschwister? Erinnerungen an den Bruder die Schwester“.

Das wurde dann  ein Speedwriting, absolut unlesbar, aber ich glaube ziemlich klärend „Tell me, Ursula, an was kannst du dich, kann ich mich an dich erinnern?“

Ana Zidnar machte weiter und bot den Einstieg in das litarische Schreiben, den „Short Story Kurs“ mit den drei Regeln „Herzblut, Origininalität, show not tell“ für eine spannende Geschichte. Das gab mir wieder Gelegenheit die Tarnkappe aufzusetzen. Das machte ich dann, glaube ich, auch bei dem „Personal Essay-Workshop“ von Judith Wolfersberger, irgendwie und irgendwann geriet ich dann von der VHS in eine Hietziger oder Döblinger Villa und Amanda Siebenstern war bei Minister Basti gelandet. Ich glaube, das war dann mein „Personal Essay“, während Judith Wolfersberger etwas von dem Verlust ihres Notizbuches vorlas.

Mit Ana Znidar ging es mit dem „neuen Memoir“ weiter und den Erinnerungen mit den Sinnen „Ich erinne mich“ mit Szenen aus der Kindheit, aus denen sich dann später in dem Seminar, wenn man das bucht, ein ganzes Buch oder Text formen läßt.

Dann gings in das „Classic Liiterary“ und da gabs zum ersten Mal ein Workshp zur Kinderliteratur mit einem echten Amerikaner, einem New Yorker, der seit einigen Jahren im neunten Bezirk wohnt. Keith Mc Gowan, der mit starken Akzent sehr gut Deutsch sprach, seine Bücher, die in verschiedenen Sprachen übersetzt sind, zeigte und uns eine phantastische Figur ausdenken ließ und da kam dann endlich der Aha Effekt und es klappte, bei mir als er sagte, daß man seine phantastische Figur sehr real aussehen lassen soll.

Also ging die Amanda in ihr Badezimmer frisierte und schminkte sich, setzte sich dann die Tarnkappe auf und landete, siehe oben bei Minister Basti in der Villa und das Ganze, die Ergebnisse von einigen Mini Workshops werden sich zu meiner Szene sechs formen lassen, beziehungsweise der Beginn eines neuen Handlungstranges sein, denn zwischen Amanda und dem Minister könnte sich ja auch etwas  entwickeln.

Dann kam eine kleine Amanda Pause oder die „Ode an die Zwiebel“ beziehungsweise an das „Kaffeehäferl“ oder „Poetry“ vorgetragen von Gundi Haigner, aber die „Ode an die Zwiebel“, habe ich schon einmal mit einer anderen Trainerin geschrieben.

Ana Zidnar „Travel-Workshop“ habe ich auch schon einige Male gemacht und habe mich kurz wieder einmal nach Trogir begeben, um zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu hören und dann gibt ein neues Seminar, das Markus Fischer, der inzwischen die „Leonharder Akademie“ absolvierte, anbietet, nämlich  Veröffentlichungsmöglichkeiten mit den Teilnehmern zu besprechen. Er teilteLiteraturzeitschriften aus, sagte „Dum“ wäre gut geeignet, „Kolik“ eher nicht, denn die nehmen nur Insider (sprich vermehrt Absolventen der Leonharder Akademie oder spätere „Priessnitzpreisträger“ – Anmerkung von mir) und ließ uns dann eine Szene schreiben und verbessern, in dem man sie von rückwärts wiederholte, verkürzt oder in einem Satz schrieb.

Da war ich dann wieder in der Volkshochschule, denn in der Szene sollten sich zwei Menschen auf der Straße treffen, die einander nicht begenen wollten.

Amanda trifft da die Männer ihrer Schülerinnen und will ihnen nicht begegnen, weil die ja nicht ohne Schleier oder Kopftuch in den Kurs kommen wollen. Mit dieser Szene war ich nicht so recht zufrieden, beziehungsweise war sie noch nicht fertig, so habe ich in der Verkurzung versucht sie zu verändern.

Dann kiam wieder Michaela Muschitz mit dem Krimischreiben. Meinte, spannend wird die Geschichte durch die Figuren und den Schauplatz und wir sollten uns einen ausdenken, wo unsere Geschichte spielt. Meine spielt in Wien und in New York und vor allem wahrscheinlich auch im Netz. Da ich aber nicht wieder in die Volkshochschule wollte, ging gleich in die Szene sieben, nämlich nach Stockholm, obwohl Michaela Muschitz meinte, man solle die Orte kennen, über die man schreibt und stellte mal meinen Jonathan Larsen vor, der todunglücklich ist, weil er seine Frau Wiebke an Krebs verloren hat. Das ist die Ausgangslage, warum er sich in seiner Depression mit Blogs beschäftigt und da auf den von Lily und Slavenka kommt.

Das wars dann mit den Mini Workshops. Dann gabs Wein, Käse und Brot und eine Festansprache von Judith Wolfersberger zum fünzehnten Jubiläum mit ihren Erinnerungen, wie es begonnen hat.Birigt Schreiber hielt dann noch eine Lecture über das neue Tagebuchschreiben, davor und danach gab es die übliche Verlosung von Gutscheinen zu Schreibkursen. Gewonnen habe ich wieder nichts. Aber diesmal gab es einen Trostpreis für alle, beziehungsweise einen fünzehntägigen Schreibmarathon der mit einer Haloweenparty am 31. Oktober beginnt und am fünzehnen November endet. Da kann man kommen und an seinem Proekt schreiben und sich Feed back holen und da ich ja wieder beim „Nanowrimo“,  mitmachen will, von dem ich übrigens das erste Mal übers „Writersseminar“ hörte, habe ich auch vor das mit meiner „Unsichtbaren Frau“ zu tun und soviel wie möglich zu kommen. Das heißt, meine Praxis muß ich natürlich machen und die „Buch Wien“ ist in dieser Zeit ja auch.

2017-09-22

Jochen Jungs Wunderkind und Quotenmann

Am Mittwoch war ich ja bei einem „Buch und Kommunikation“, wo es um Sexismus beziehungsweise das Genderthema in der Verlagsbranche ging, wo Jochen Jung am Podium saß und gegen die Quote sprach, denn bei der Literatur zählt natürlich die Qualität und nicht die Quote.

Da wurde er von den jungen Buchhändlerinnen natürlich ordentlich angegriffen, dabei hat er bei seinen Buchpreisnominierten ohnehin nur lauter Frauen und außer Jonke und Handke seinen Superstars ist mir da so schnell nur Lorenz Langenegger eingefallen, dessen Bücher ich ebenfalls gelesen habe, aber sonst eigentlich nur Frauen bei den „Jung und JungBüchern„.

Am Donnerstag war Jochen Jung dann Gast in der Sendereihe „Im Gespräch“, wurde von Günter Kaindlsdorfer interviewt und erzählte von seinem literarischen Werdegang.

Er war ja lange Leiter oder Lektor des „Residenz-Verlages“, wurde dann dort hinausgeschmissen, hat 2000 „Jung und Jung“ gegründet, wo er mit seinem Büchern immer wieder mit Frauen auf der deutschen Buchpreisliste stand und zweimal dort auch gewonnen hat.

Für einen kleineren Verlag eigentlich beachtlich. Er hat inzwischen auch selber zu schreiben angefangen.

„Wolkenherz“ habe ich gelesen und er hat mich damals in den Siebziger und Achtzigerjahren, als ich meine Texte noch zu „Residenz“ schickte auch abeglehnt, allerdings, was kein Trost ist, er aber gestern in dem Gespräch erwähnte, auch Brigtitte Schwaiger, Robert Schneiders „Schlafes Bruder“ und Norbert Gstrein und jetzt hat er einen ganz jungen Autor und um an die Veranstaltung vom Mittwoch anzuschlußen, einen Quotenmann, nämlich, den 1994 in Wien geborenen Elias Hirschl, der schon 2009 im Literaturhaus slamte und auch Slam Welt- Europa- Österreicheichmmeister oder was auch immer ist ist und auch schon bei „Milena“ dem nicht mehr Frauenverlag zwei Bücher herausgegeben hat, eines trägt den langen Titel „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist ein lausiges T- Shirt“.

Das klingt schon einmal interessant, ungewöhnlich und aufmüpfig und jetzt ist bei „Jung und Jung“ „Hunder schwarze Nähmaschinen,“ herausgekommen, wo es um die Erfahrungen eines Zivildieners in einer betreuten Wohngemeinschaft geht.

Clemens J. Setzt, der ja auch ein junger Erfolgsstar war, hat mit seiner „Stunde zwischen Frau und Gitarre“ auch etwas Ähnliches geschrieben und als ich das Literaturhaus um dreiviertel Sieben nach dem Open day im „Writersstudio“ erreichte, war es schon sehr voll. Vielleicht nicht so voll wie bei dem Poetry Slams, aber sehr viele junge Leute und eine DJ gab es auch.

Der Lektor Günther Eisenhuber hat eingeleitet und dann hat sich der sehr junge Mann durch das Buch gelesen und das Publkum hat zwischendurch gejohlt, gelacht und sogar eine Zugabe verlangt, dabei war das, was Elias Hrschl gelesen hat, gar nicht so lustig.

Es begann mit der Mariahilferstraße und den schrägen Typen, die offenbar dort verkehren, den Schnorrern und den Süchtlern und die WG in die der Zivi tätig ist, scheint sich auch dort zu befinden und Elias Hirschl hat sich offenbar besoders bizarre Szenen aus einem solchen WG-Alltag herausgesucht und vorgelesen, von einer Frau, die keine Veränderungen verträgt und dann schreit und tobt und sich mit Waschpulver vollstopft, damit sie wieder auf die Baumgartner Höhe und ins Otto Wagner Spital, ehemals Steinhof, kann, damit sich alle, um sie kümmern, während sie in der WG ihr Zimmer selber aufräumen muß. Aber dort läßt man sie nach zwei Tagen wieder hinaus, und der Zivildiener muß ihr weiter gut zureden und am Sonntag mit den anderen Klienten in die Konditorei Aida gehen, wo sie alle mit Kaffee und Kuchen vollstopfen, obwohl sie Diabetes haben und schwere Medikamente bekommen und das eigentlich nicht essen dürfen.

Spannend, spannend, das Thema, obwohl ich, wie schon geschrieben, nicht glaube, daß das so lustig ist und die Betreuer dort und die Zivis werden das wohl auch nicht finden, sondern überfordert sein und auch, daß es wieder ein junges literarisches Wunderkind gibt.

Fräulein Wunder kann man ja hier nicht sagen, der junge Mann war aber sehr freundlich und hat auf das Buffet verwiesen, als alle nach einer Zugabe riefen und da gab es Brötchen und nachher eine Torte in der Form des Buches und ich habe mich mit Anna Jung unterhalten und mich bei ihr für die beiden Buchpreisbücher ihrer nominierten Nichtquotenfrauen bedankt, die ich noch lesen muß.

2017-09-21

Außer sich

Jetzt kommt Buch zwöf der LL, mein erstes Shortlist Buch, eines von den vier mir bisher unbekannten Autoren, ein Debut, denn die 1985 in der Sowetunion geborene und in Berlin lebende Sasha Marianna Salzmann, die 2009 auch den Exil -Dramatikerpreis der Wiener-Wortstätten gewonnen hat, ist bisher als Theaterautorin bekannt und leitet auch ein Studio im Maxim Gorki Theater.

Ein Buch das hochgelobt wurden und von dem ich vorher mindestens drei verschiedene Inhaltsangaben gehört habe.

Da ist die von dem Anton der aus Deutschland mit seinen Addias- Schuhen nach Moskau zurück auf Besuch zu den Großeltern kommt und von seinen ehemaligen Freunden, die sauer sind, weil sie nicht ausreisen dürfen, als „Schwuchtel“ und „Judensau“ beschimpft wird.

Dann die von Alissa die nach Istanbul reist, um dort ihren Zwillingsbruder Anton zu suchen, das deutsche Asylbewerberheim, in dem die aus Russland emigrierte Familie zuerst wohnt, kommt auch vor und dann scheint es auch ein Transgenderthema zu geben.

Ganz schön verwirrend, aber auch etwas das neugierig auf das Buch machte, mit dem ich dann, ich schreibe es am besten gleich, nicht so ganz warm geworden bin.

Es hat, da die Autorin in Hildesheim Theater, Literatur und Medien studierte, eine sehr schöne Sprache, eine „You Tuberin“, die Russisch spricht, hat lobend, die kyrillischen Worte erwähnt, die immer wieder in dem Buch vorkommen.

Das ist ungewöhnlich, der Ton ist stark und frisch, das Transgenderthema habe ich selten so brutal offen behandelt gesehen, der Gezi Park und die politischen Unruhen in Istanbul kommen vor und irgendwo habe ich auch gelesen, daß es jetzt schick ist, seine Romanhandlungen nach Istanbul zu verlegen.

Das weiß ich nicht so genau, da ich wahrscheinlich mehr ältere Männer Mainstreamliteratur als die von aufmüpfigen jungen Frauen lese, dachte aber beim Lesen und das war nicht so ganz leicht, da die Autorin chronologisch hin und herspringt, daß es erstens eigentlich keine Handlung hat, sondern eher, wie eine autobiografische Auseinandersetzung mit seiner persönlichen und der Familiengeschichte klingt und das gilt, habe ich auch gehört, ja eigentlich nicht, als große Literatur und es ist auch nicht die erste russisch jüdische Familien-Auswanderungsgeschichte, die ich gelesen habe.

So habe ich mir beim Lesen der Geschichte, es beginnt damit, daß Ali oder Alissa, lobenswerter Weise ist dem Buch am Beginn ein Personenregister angefügt, sonst hätte ich mich nicht ausgekannt, nach Istanbul reist, um ihren verschwundenen Zwillingsbruder Anton, der seiner Mutter eine Karte von dort geschrieben hat, zu suchen, nicht leicht getan.

Eigentlich beginnt es aber mit der Ausreise aus Moskau der Familie, wo Alissa, die sich Ali nennt, ein Marmeladeglas an die Brust drückt.

In Istanbul sucht, beziehungsweise findet sie ihren Bruder nicht, lebt beim Onkel ihres Exfreundes, lernt in einem Szenelokal Katho oder Katüscha kenne, eine Frau, die sich selber Testosteron spritzt. Ali macht das auch, so sprießt der Bart und sie wird immer mehr zu Anton, zu dem es auch so was, wie ein inzestiöses Verhältnis oder eine Geschwisterliebe gegeben hat und dazwischen während sie sich zum Mann verwandelt, interessant, es wird dann auch die männliche Erzählform gewählt, wie ich es dann ja auch in „Paul und Paula“ machte, geht sie die Familiegeschichte durch.

Da gibt es Valentina und Konstantin, die Eltern, die Mutter ist Ärztin, der Vater Techniker, hat sich zu Tode gesoffen, beziehungsweise ist er vom Balkon gestürzt, was Anton, der auch eine Stimme hat, „peinlich“ nennt.

Emma und Daniil sind die Großeltern, der Großvater ist mit nach Deutschland gekommen und spricht immer davon, die Großmutter nachzuholen. Schura und Etja, die Urgroßeltern, alle oder die meisten jüdischer Abstammung, die meisten auch Ärzte, die Unterdrückung, der Krieg und die Gewalt wird auch erzählt, während sich im Gezi Park die Unruhen abspielen.

Anton, den Alissa nie findet und vielleicht auch nicht wirklich sucht, sie wird ja währenddessen selbst zu ihm, lebt eigentlich dicht an ihrer Seite, hat die gleichen Istanbuler Bekannten und sie begegnen auch einander, aber erkennen oder treffen sich nicht.

Später bin ich mit dem Buch, nachdem ich schon geschrieben habe, daß ich den Hype, um es herum, nicht verstehe und auch nicht ganz, warum es auf die Shortlist gekommen ist und es eigentlich das ist, das mir bis jetzt von den LLs am wenigsten gefällt, wärmer geworden. Die Shortlistplazierung verstehe ich noch immer nicht, sie ist mir aber eigentlich egal, weil ich  ohnehin gegen jede Platzierung bin und denke, daß das ja nicht geht und immer irgendwie, falsch und ungerecht sein wird.

Aber „Das Jahr der Frauen“ und „Das Singen der Sirenen“, Bücher von vielleicht auch noch nicht so bekannten Autoren, die ungewöhnlich, kompliziert und verwirrend geschrieben sind, die auch nicht auf die Shortlist gekommen sind, was ich auch gar nicht annahm, haben mir wahrscheinlich besser gefallen. Aber das ist natürlich nur mein subjektiver Eindruck und ich wünsche Sasha Marianna Salzmann für den Buchpreis alles Gute.

2017-09-20

Sexismus im Literaturbetrieb?

Mit dem Thema gehts gleich weiter, denn offenbar kann man dast gut verkaufen oder anlocken, aber eigentlich war der dritte B u K – Buch und Komminikation „Ist der Chef auch hier?“ eine Themenverfehlung, denn um Sexismus, das Grapschen und das Kneifen, ist es eigentlichim Siebenstern kaum gegangen, sondern um die Quote.

En prominent besetztes Podium, Max Freudenschuß von der „Buchkultur“, Ulla Harms von „Buchkontor“, Jochen Jung vom gleichnamigen Verlag, Doris Knecht, die Autorin und Journalistin beim „Falter“, moderiert von Evelyn Steinthaler, die, glaube ich, auch gestern in der „Gesellschaft für Literatur“ moderierte.

Einleiter gab es auch und die verkündeten 441 Likes für die Veranstaltung, soviele waren nicht im Siebenstern, es war aber ganz voll und vorwiegend Frauen, denn die machen ja die Branche aus, als Leserinnen, Buchändlerinnen, Verlagsmitarbeiterinnen in den unteren Etagen und Evelyn Steinthaler begann auch gleich mit dem Aufhänger, Shortlist vier Frauen zwei Männer oder umgekehrt, eigentlich ein Skandal sowas zu thematisieren?

Nun denke ich wird bei der heugigen dBp SLja auch thematisiert, daß da drei „Suhrkamp Bücher“ dabei sind und der eigentlich Skandal oder das Problem wäre für mich ohnehin die Limitierung und, daß da soviele wahrscheinlich Frauen und Männer überbleiben und ansonsten denke, stimmt das Vorurteil, daß nur Männer Preise bekommen nicht mehr, zumindest was den „Buchpreis“ betrifft, beim „Büchner- und  Nobelpreis“ wird es wohl noch so sein.

Ulla Harms widersprach auch gleich und meinte eine solche Schlagzeile verschafft Aufmerksamkeit und ist daher sehr gut und bei der öst Debutliste sind ja  beispielsweise nur Frauen nominiert. Die Männer verhielten sich in dieser Runde vage, Max Freudenschuß wich aus und der Herr Jung sprach eigentlich ganz klar, daß nur die Qualität zählen würde und alles andere ist Quatsch.

Dann sagte er auf die Frage, ob dann Männer besser schreiben würden, zuerst „Ja!“, dann meinte er aber von den Einreichenden sind fünzen Frauen und neun Männer oder ist das schon seine Verlagsquote?

Ich begann nachdenken, welche seiner Buchpreisnominierten Männer wären? De Frau Helfer nicht, die Olga Flor nicht, die Ursula Krechl nicht und und…

Aber die Diskussion ging schon weiter, nämlich dahin, daß die Leser zu fünfundsechzig Prozent weiblich wären und die Männer keine Bücher von Frauen lesen würden und die jungen Frauen oft un- oder schlecht bezahlt im Buchhandel oder im Verlag arbeiten würdeen, weil das so interessant ist. Die <männer dagegen nicht, die melden sich nicht, als Lehrlinge. Hier widersprach Doris Knecht vehemt,  sagte, das dürfte man sicht so machen und selbst schuld, wenn das eine tut, sie kann es sich aber leisten.

Es ging dann, um die Cover und ein bißchen darum, daß die jungen Frauen von den männlichen Chefs im Buchbetrieb schon einmal bedrängt würden, aber gleich wieder vom Thema weg und zurück zur Quote.

Dann gings ins Publkum und da kamen dann die Fragen, ob es Sexismus nur in der Buchbranche gäbe?

Natürlich nicht, aber „Buch und Kommunikation“ brauchte wohl ein Thema und hatte hier ein interessantes. Eine andere Frau griff dann den Herrn Jung mit seiner Qualitätsmeinung an und wunderte sich, daß die Moderatorin hier nicht unterbrochen oder eingebriffen hätte.

Sprachlosigkeit am Podium, die mich dann doch die Frage stellen ließ, ob einer seiner Buchpreis Nominierten jemals männlich war?

War er nicht und ich denke jetzt nicht, daß der Herr Jung besondern femministisch ist, glaube ihm aber, daß er die Qualität über die Quotenfrage stellt und zufällig oder, wie man sieht, schreiben die Frauen dann doch besser und spannend ist es ja auch, wenn ich mich jetzt wieder an die Buchpreisbücher halte und da an die vielen mittelalten Männern mit ihren Leiden an den Frauen und da könnte ich dann noch den Herrn Walser und den Philph Roth dazu tun denke, daß es dann vielleicht schon seltsam ist, daß die Frauen das so geduldig lesen und da kann ich mich ja einschließen, während Männer wie man noch hörte, keine Krimi kaufen würden, wenn von einer Frau geschrieben, deshalb gibts da sehr viel neutrale Namen wie Alex Beer, die man am ersten Blick gar nicht als Frau erkennt, aber vorige Woche den „Perutz Preis“ gewonnen hat.

Spannend, spannend dieses Thema, wenn auch hier wohl ein bißchen um den Brei geredet wurde, aber ich denke, da hat sich auch schon sehr viel getan, wenn auch in Chefetagen immer noch sehr viele Männer sitzen und den „Büchner-Preis“ mehr Männer als Frauen bekommen und ich lese, glaube ich, gleich viel Männer als Frauen oder ist mir das eigentlich gleich, aber dann mokiere ich mich über die Midlifekrises des intellektuellen Mannes und dem Herrn Freudenschuß hätte ich noch sagen können, daß es in Deutschland einen Kleinverlag gibt, der von zwei jungen Türkinnen betrieben wird und, daß dort, glaube ich, auch sehr viel Buchhändlerinnen studierte Literaturwissenschafterlinnen sind, was vielleicht auch ein bißchen über die prekären Verhältnissen diese Brachne oder überhaupt aussagt.

Und die Evely Steinthaler könnte man auch fragen, warum „Milena“ jetzt auch Männer verlegt und das habe ich auch schon getan und da die Antwort bekommen, daß ein reiner Frauenverlag heute nicht mehr wichtig wäre?

2017-09-19

Sex and Crime zur Saisoneröffnung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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In der „Alten Schmiede“ ist, wie Kurt Neumann erläuterte, die dreiundvierzigste Saison mit „Sex und Crime“ beziehungsweise einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. Noll und Alexandra Millner, die inzwischen die Präsidentin der „Albert Drach Gesellschaft“ ist, Albert Draches 1971 erschienenen Roman „Untersuchung an Mädel“ vorgestellt.

Ich bin ja keine Kennerin des 1902 in Wien geborenen und 1995 in Mödling verstorbenen Juristen und Schriftstellers und weiß auch gar nicht, ob ich je eines seiner Protolkolle gelesen habe, daß er aber, als großer und auch eigenwilliger Schriftsteller galt, habe ich gewußt, persönlich aber, glaube ich, ihn nie gesehen, obwohl er, wie mir Kurt <neumann sagte in der „Alten Schmiede“ in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren aufgetreten ist, aber nicht selbst gelesen hat.

Ich glaube ,ich bin einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo Peter Henisch ihm eine Stunde der literarischen Erleuchtung wiedmen wollte, die dann aber ausgefallen ist und daß das Kriminalprotokoll „Untersuchungen an Mädeln“ 1999 verfilmt wurde, habe ich auch gewußt, denn da habe ich im Literaturhaus oder sonstwo eine diesbezügliche Promotionskarte gefunden.

Alexandra Millner erläuterte den Abend und erzählte den Inhalt des Romans, beziehungswweise des Protokolls, denn das war ja die Schreibweise von Albert Drach. Im ersten Teil wird der Kriminalfall geschildert, zwei Mädeln Stella Blumentrost und Esmaralda Nepalek werden beim Autostoppen vom Stechviehhändler Joseph Thugut, man sieht die sprechenden Namen, vergewaltigt, worauf sie ihm mit einem Wagenheber ermorden.

Im zweiten Teil kommt es dann zur Untersuchung, da treten bei paar Untersuchungsrichter mit ebenfalls sprechenden Namen auf und im dritten Teil kommt es zur Verhandlung.

Dabei gibt viele Verwirrungen und Verwicklungen, Alfred Noll, der drei Stellen aus dem Roman gelesen hat, erklärte, daß Albert Drach, der, wie er meinte kein guter Rechtsanwalt war, weil er die Moral höher, als die Gesetze gestellt hat, in seinen Schriften immer aneckte und von der Justiz auch nicht viel hielt und erläuterte dann eine Stelle, wo der Untersuchungsrichter Baldur Mausgrub sehr verwirrt ist, weil er bei der Untersuchung einen Beistift zwischen die Schenkel von Esmaralda Nepalek fallen ließ und sich diesen dann holte.

Die wird, wie Alexandra Millner erläuterte, der bildungsfernen Schicht zugeordnet, mit einer Verganenheit, wie Josefine Mutzenbacher, während Stella Matura hat und eine Haushaltungsschule besuchte. Die zwei hatten ein Verhältnis zu einem sehr selbstbewußten Exmatrosen namens Harald Puppinger, der sich dem Gericht nicht unterordnen will und beim Verhör einen Sitzplatz einfordert.

Am Schluß kommt es zur Verhandlung, obwohl man die Leiche des Viehhändlers nie gefunden hat und das letzte Wort hat Stella, die nur „Ich“ sagt.

Alexandra Millner erläuterte dann auch die Schreibweise. Drach hat schon in den Sechzigerjahren mit dem Schreiben angefangen und wurde auf der Autobahn davon inspiriert, als er dort zwei Autostopperinnen gesehen hat.

Alexandra Millner nannte Albert Drach einen Feministen, weil er sich für die Rechte der unterdruückten Frauen einsetzte, etwas das meiner Meinung nach ein Mann nicht sein kann. Alexandra Millner ist da anderer Meinung und meinte auch Arthur Schnitzler wäre ein solcher gewesen.

In der Schmieden Galerie habe ich nach der Veranstaltung die bildende Künstlerin Linda Christanell getroffen, die wieder von dem Wort „Mädeln“ sehr entsetzt war und daher an dem Protokoll keinen Gefallen fand, aber in den Sechzigerjahren hat man wohl  so gesprochen.

„Lesen sie das Buch, es ist nicht leicht, man muß sich in den Stil einlesen, dann lohnt es sich aber!“, erläuterte noch Alfred Noll und, ich glaube, ich habe mein Interesse an Albert Drach gefunden und hoffe, ich komme einmal zum Lesen dieses oder auch eines anderen Buches. Bei „Zsolnay“ gibt es jetzt  auch eine neue Werkausgabe.

Dann gab es eine Pause, wo ich Marie Therese Kerschbaumer, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Susanne Ayoub und noch viel andere traf.

Dann ging es weiter mit dem zweiten Crime, nächmlich dem sechsten „Herrn Groll“, Erwin Riess neues Buch, das er schon am „Volksstimmefest“ vorgestellt hat.

„Herr Groll  und die Stromschnellen des Tiber“ und das ist auch sehr kompliziert und hat diesmal zwei Handlungsstränge. Herr Groll und der Dozent fahren nach Rom, aber der Dozent trifft sich dort mit einer polnischen Historikerin, die über den Koran forscht und seltsame sexuelle Vorlieben hat. Herr Groll soll einen verschwundnen Priesterzögling finden und auch hier gibt es einige Verwicklungen, die damit enden, daß plötzlich Herr Groll mit dem Papst in einem Taxi sitzt.

Sehr interessant, aber mehr hat Erwin Riess, der durch das Buch gelesen und geführt hat, nicht verraten. Denn man soll auch das selber lesen. Aber ich lese ja gerade mein zwölftes Longlist und erstes Shortlist Buch nämlich Sasha Mariana Salzmann  „Außer sich“.

Das heißt, ich wollte eigentlich in der Pause zwischen den zwei Veranstaltungen damit beginnen, habe aber mit der Ruth geplaudert, vor uns saß Renata Schmidtkunz, die Erwin Riess ja kürzlich für Ö1 interwiewte und neben der Ruth Karin Peschka, die ich wieder fragte, ob sie glaube, daß sie auf die öst. Shortlist kommt.

„Nein!“, sagte sie oder „Ich laß mich überraschen!“

Sie hat aber gute Chancen und hat ja einmal auch nicht geglaubt, daß sie und nicht Valerie Fritsch den „Alpha“ gewinnt.

2017-09-18

Peter Holtz

Jetzt kommt Buch elf der LL 2017, eines das nicht auf der Shortlist steht, obwohl ich mir auf Grund des Namens des Autors, des1962 in Dresden geborenen Ingo Schulze, der glaube ich 2009 mit „Adam und Evelyn“ darauf stand, das dachte und mir beim ersten Drittel des fünfhundertsiebzig Seiten dicken Schelmenromans dachte, daß ich es mit Zaimoglu und Regener auf meine tun würde.

Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher. Einen Rekord hat das Buch auf jeden Fall. Es ist das zweit oder dritt dickste der LL.

Da gibt es ein You Tube-Video, das die Bücher der Dicke nach präsentiert. Das Dickste ist der Lehr, dann kommt Franzobel und danach Ingo Schulze. In fünf Badewannensessons und an einem Wochenende habe ich das Lesen geschafft. Es liest sich leicht, ist aber insgesamt, glaube ich, etwas zu lang und, wie ich bei „Amazon“ und den Blogs entnehme, gefällt das Buch nicht allen, einige fühlen sich verarscht dabei und sagen so wars in der DDR nie.

Ach richtig, es ist auch ein DDR-Roman, das mögen die Blogger ja auch nicht so sehr, der wievielte wahrscheinlich, soviel Jahre nach der Wende. Aber ich lese DDR-Romane sehr gerne und eigentlich, wenn auch nicht alles neu ist, was in dem Buch steht, ist Ingo Schulze damit schon ein Schelmenstreich gelungen.

Das Buch ist in zehn Büchern aufgesplittet, die alle so zehn oder mehr Kapitel haben und als Überschrift wird in jedem auch genau erzählt, wie es dem Peter in dem Kapitel geht. Das stammt, glaube ich, von E. T. A  Hoffmann und Ingo Schulze von dem ich ja schon einiges gelesen habe und ihn auch, langs lang ists her einmal in der alten „Alten Schmiede“ hörte, tut das so bei seinen Büchern und der Anfang ist, glaube ich, wenn schon nicht genial gewählt so doch sehr eindrucksvoll.

Da ist der zwölfjährige Peter aus dem Waisenhaus, in dem er lebt, ausgerissen, um den Heimleiter Paul Löschau, der jetzt ein Heim in der Ostsee leiten soll, zu suchen und ihm heimzubringen, denn mit dem neuen Heimleiter geht es bergab, da wird der Sozialismus nicht genügend hochgehalten.

Wir sind mitten in den Siebzigerjahre und Peter verzehrt ein Eisbein mit Sauerkraut und Brause in einer Gaststätte, hat kein Geld und erklärt dann dem Personal, das der Staat für alle und sowieso für seine Kinder zu sorgen hat. Die Logik ist einleuchtend, ob das Kinderheim oder die Gaststätte ist eigentlich egal und der Peter kommt damit auch durch, findet an der Ostsee den Heimleiter aber nicht. Er macht Rast in einem Bungalow, wo das Paar, das dort lebt, so begeistert von ihm ist, das es ihm gleich adoptiert.

Jetzt geht es rassant aufwärts mit Peters sozialistischer Karriere, er vernadert gutmeinend andere, will Berufssoldat werden, gerät aber in die junge Gemeinde, wird irrtümlich oder weil sich der Sozialismus mit dem Christentum ja gut verträgt, Christ, also ists aus mit der Karriere. Die Stasi verhört ihn, macht ihn zum Informanten und fühlt sich von ihm verarscht.

Mit der Armee ist es auch aus, so wird er Bausoldat und später Maurer und bekommt von der Besitzerin des Hauses, der Frau Schöntag dieses, als er achtzehn oder so ist mit einem Trabi geschenkt, damit er sich besser, um die Verwaltung kümmern kann. Ja, es ist auch eine Hans im Glück-Geschichte „Peter Holtz-sein glückliches Leben von ihm selbst erzählt“, steht am Cover.

Peter tritt dann, weil ihm die SED nicht mehr will, in die CDU ein und als das Jahr 1989 und die Wende kommt, engagiert er sich in Reden für die CDU und für den Sozialismus, er hat inzwischen einige Häuser übertragen bekommen und nach der Wende ist er plötzlich reich.

Wird zum Kapitalisten ohne es zu wollen, alles fliegt ihm zu, er will seine Häuser, es gehört ihm inzwischen auch ein Bordell, verschenken, aber irgendwie gelingt ihm das nicht umd am Ende steht unser Peter da, verkauft alles, stiegt zuerst in die Kunst ein und steht schließlich auf der Straße um seine Tausend-Mark-Scheine zu verbrennen, weil nur das der Sinn des Lebens ist und landet schließlich in der Psychiatrie und ist dort auch noch glücklich.

Ein wahrer Schelmenstreich könnte man so sagen und denkt mituntert mehrfach, das ist ja alles wahr.Einige Sachen sind in dem Buch trotzdem unlogisch, beziehungsweise habe ich sie nicht verstanden. So beginnt es ziemlich am Anfang mit Peters Lese-Rechtschreibschwäche, die aber später nicht mehr vorkommt und zum vierzehnten Geburtstag oder so läßt er sich von seinen Adoptiveltern einen Föhn schenken und föhnt sich später mehrmals die trockenen <haare, warum und wieso ist mir nicht ganz klar geworden. Ist das ein Phallus-Symbol? Die einzelnen Kapitel erscheinen oft auch in sich abgerundet, haben dann aber manchmal keine Übergan zum nächsten. So als ob sie für sich geschrieben worden wäre.

Dem Autor, würde ich meinen, hat das Schreiben großen Spaß gemacht.Beim Lesen denkt man manchmal, das weiß ich doch schon alles oder habe es schon gelesen. Diese Abrechnung mit der DDR und dem Kapitalismus ist aber recht vergnüglich, obwohl unterm Strich gesagt, so einfach ist es wohl nicht und deshalb haben manche Leser das Buch vielleicht auch so schlecht bewertet oder fühlen sich verarscht.

2017-09-17

Wiedermal ein Schreibbericht

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 20:01
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Für die, die sich dafür interessieren, wie es neben meinem doppelten Buchpreislesen, mit meinem Schreiben weitergeht, es geht so solala, so recht und schlecht.

Jedenfalls habe ich inzwischen fünf Szenen, sechzehn Seiten oder sechzehntausendsiebenhunderteinundsiebzig Worte meiner „Unsichtbaren Frau“ geschrieben, bin damit aber nicht so recht zufrieden und denke wieder einmal mehr denn je, das kann nicht!

Einen ungefähren Handlungsplan und auch die Figurenbögen habe ich inzwischen. Da wird es zwei Ebenen geben. Die Lily Schmidt und die Slavenka Jagoda schreiben in New York einen Blogroman über eine „Unsichtbare Frau“. Das ist die prekäre Literaturstudentin Amanda Siebenstern, die am Tag „Deutsch als Fremdsprache“ unterrichtet und in der Nacht mit einer Tarnkappe Donald Trump etcetera aufsucht.

In der einen Ebene schreiben Lily und Slavenka diese Geschichten in der zweiten kommen die dann vor. Es gibt dann noch einen Kritiker und einen Litteraturprofessor und der Moritz Lichtenstern, den man schon aus „Besser spät als nie“ kennt, könnte auch eine Rolle spielen.

Das klingt in der Theorie ganz gut, in der Praxis bringe ich es nicht, wie ich es will, zusammen, bin in die Geschichten vielleicht zu schnell eingestiegen und denke beim Schreiben, nach wie vor ständig „Das ist nicht gut, so geht das nicht!“, etcetera.

Das Gefühl mich wieder einmal an die Wand gefahren zu haben, ist da und wenn ich dann denke, Zeit assen umschreiben, hilft das wohl auch nicht wirklich, weil ich das dann ja, wie die Erfahrung zeigt, meistens nicht zusammenbringe.

Es war auch die Frage, wann ich mit der Geschichte anfange, jetzt schon oder, ob ich sie mir bis zum „Nanowrimo“ aufsparen soll, bei dem ich wieder mitmachen möchte?

Ich habe inzwschen angefangen. In der ersten Septemberwoche bei der Schreibgruppe mit der ersten Szene, dann bin ich noch einen Tag spazieren gegangen,  habe ich die Figurenbögen gemacht und in meinem Notizbuch die Szenenfolgen aufnotiert, aus dem Jonathan Smidt wird jetzt ein Jonathan Larsen, ein Mitglied der schwedischen Akademie werden, weil es in New York wahrscheinlich nicht so auffällt, wenn man einen amerikanischen Follower hat.

Ich denke jetzt wieder, ich sollte die vier Geschichten nacheinander hinunterschreiben und für die Amanda-Geschichten müßte ich mir wahrscheinlich mehr Zeit lassen.

Schreibe dann los, bringe sie nicht so, wie es will, zusammen , bin ein bißchen unzufrieden und denke wieder, ich kann es nicht, ich kann es nicht….

Das ist  nicht wirklich etwas Neues und da ja eigentlich  kein Feedback kommt, zumindestens kein Positives, ist es auch nicht  so leicht den Inneren Kritiker auszuschalten. Ich denke dann, du mußt nicht schreiben, laß dir Zeit, warte, bis es von selber kommt oder auch, warte, bis ein Feedback kommt.

Ein guter Ratschlag der zumindestens beim zweiten, wie beschrieben, nicht so funktioniert und so wurschtle ich eher mißmutig herum, trödle erst, schaue mir You tube Videos an, schreibe dann doch eine Szene, denke das ist nicht gut und dann gleich wieder, in Wien ausdrucken, verbessern, die Fallen auflösen, die schon wieder drinn sind. Die Amanda- Szenen neu und extra schreiben und wenn ich dann am ersten November vielleicht zwanzigausend oder so Worte habe, aber noch nicht fertig bin, kann ich ja wieder schummeln, beim „Nanowrimo“ ist das ja egal und den kann ja eigentlich ein jeder, wie es für ihn passt, machen, da er ja eher  eine Schreibmotivation für sich selber ist und da weiterschreiben oder neu anfangen, um vielleicht den Text so hinzukriegen, wie ich ihn will oder ich denke, daß er dann passt.

Aber das ist auch ein Problem für mich, denn mit den Texten, die mir eigentlich gefallen, komme ich auch nicht weiter und eigentlich ist die Idee ja gut, nur stelle ich mir offenbar selber die Haxerln, indem ich vermutlich zu schnell einsteige. Da war das Schreiben nach Schreibimpulsen, wie ich das ja bei  „Besser spät als nie“ praktizierte, besser, weil ich dadurch, daß ich immer nach einem Impuls geschrieben habe, die Fallen offenbar umgangen bin, dafür ist es aber sehr kurz geworden und immer ist diese Methode warhscheinlich auch nicht anwendbar.

Ich denke eher, ich müßte es schaffen, vier Geschichten zu schreiben, die von Lily und Jagoda, die von der Amanda, die des Alfons Tratschke, wie er jetzt heißen wird und die des JonathanLarsen und miteinander verweben. Mal sehen, wie mir das gelingt, ich gebe ja nicht auf, auch wenn ich jetzt vielleicht nicht sehr motiviert und mit dem Lesen auch sehr beschäftigt bin.

Da bin ich jetzt  beim elften Longlistenbuch, Ingo Schulzess Schelmenrom „Peter Holtz“, das lenkt aber natürlich auch sehr ab und ich denke manchmal, ich sollte mich vielleicht mehr auf mein Schreiben, als auf die Bücher der anderen konzentrieren.

Aber noch warten siebzehn Neuerscheinungen auf mich, die ich lesen sollte oder muß und dann gibt es noch die vielen anderen SUBs, die mich auch sehr interessieren und die Mischung macht es ja und eigentlich bin ich  auch sehr konsequent und muß vielleicht nur wirklich länger dran bleiben und nicht so schnell vorpreschen, mal sehen, wie es geht.

Das „Bibliotheksgespenst“ wird dagegen bald fertig. Ich bin jedenfalls schon beim Endkorrigieren, also bei dem, was mir der Alfred korrigiert und gesetzt übergeben hat. Da gibt es ja meistens noch ein paar Fehlerrunden und dann kommt das Buch und ich kann mir  eigentlich wirklich bis November Zeit lassen. Abwarten, wie es dann steht und ob ich die „Unsichtbare Frau“ beim „Nanowrimo“ weiter- oder neu schreibe oder da schon wieder korrigiere. Was ja eigentlich nicht Sinn der Sache ist, beziehungsweise ich mir heute nicht vorstellen kann, daß ich dann schon so weit bin. Aber vielleicht schreibe ich beim „Nanwrimo“ meine Amanda-Geschichten oder einen anderen Handlungsstrang und verwebe es dann mit dem, was ich schon früher geschrieben habe.

Die Shortlist des Bloggerward, gibt es jetzt auch schon. Wie erwartet, bin ich nicht dabei, obwohl mir der Frans aus Holland gemail hat, daß er für micht gestimmt hat. Die Liste ist aber eigentlich ganz gut, denn es hätten da ja auch nicht so qualitätsvolle Blogs die meisten Stimmen haben können. Mal gespannt, ob da das Literaturcafe, das ja eigentlich nicht mit dem Blog einer vierzehnjährigen Phantasyleserin, die sich sicher auch beworben haben, zu vergleichen ist, gewinnen wird und auch die Booktuber, die daraufstehen, gefallen mir.

Ich habe ja, wie ich immer schreibe eigentlich drei Blogs in einen. Einen über Bücher, dann den über die Veranstaltungen, beziehungsweise dem Wiener Literaturbetrieb und dann den über mein Schreiben. Mache das ganz allein neben Beruf und Familie  und mit ein paar Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehlern, die die anderen offenbar oft nicht so aushalten, aber mit Herzblut und mit Konsequenz und wenn mein Schreiben über mein Schreiben, auch nicht so interssieren sollte, für mich ist es, glaube ich, wichtig und soetwas, wie ein Schreibecoaching, was mich weiterbringt, wenn ich meine eigenen Ratschläge, wie Zeit lassen und noch einmal von vorne anfangen, nur annehmen könnte.

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