Literaturgefluester

2020-04-03

Trostonlineschreiben in Coronazeiten

Während ich mich mit dem Literaturcafe herumstreite, ob es richtig ist den „Bachmannpreis“ nicht durchzuführen, weil man sonst ja Klaus Kastberger schlecht beleuchtet in seiner Küche sehen könnte, ja lieber Uli, da bin ich Wolfgang Tischer bei seinem „Aprilscherz“ wieder einmal hineingefallen, weil ich ja keinen Spaß verstehe und alles Ernst nehme, die liebe Erika Kronabitter hat mich darauf aufmerksam gemacht, erkennen andere, den Wert der Onlinekommunikation.

So gibt es über all Corona-Tagebücher, Onlinelesungen und sogar die ersten Roman über Corona  oder das Leben in Krisenzeiten finden statt und das ist ja einerseits für die zu Hause gebliebenen gut, damit sie sich beschäftigen können und in keine Panik verfallen und dann vielleicht mit der Mundschutzmaske Amok laufen, Banken überfallen, etcetera…

Wenn das, bitte nur auf dem Papier, die Wut nur in der Phantasiem rauslassen hat sich wohl das „Writersstudio“ gedacht, daß ja, wenn es keine Seminare mehr abhalten kann, auch von der Krise betroffen ist und sich deshalb, was ich für gut und sinnvoll halte, Onlinekurse ausgedacht.

Ich kenne das „Writersstudio“ schon sehr lang, habe es schon besucht, als es sich, noch, ich glaube, in der Kaiserstraße befand und habe keine Ahung, wie und wo ich darauf gestoßen bin?

Das heißt, schon natürlich, die Sigmund Freud-Uni hat vor Jahren das Buch der Judith Wolfsberger vorgestellt und mich dazu eingeladen. Da habe ich dann ein paar Infoabende besucht, auch brav ein paar meiner Klienten mit Schreibblockaden dorthin überwiesen, damit sie ihre Diolomarbeiten fertigstellen können und ich war auch beim ersten Openhouse, als das Studio in die Pramergasse übersiedelt sind, seither bin ich mehr oder weniger regelmäßig zu den Schnupperworkshops, die es jährlich gibt, gegangen, habe dabei vielleicht auch Judith Wolfsgruber mit meinen Wissen über den Hochschullehrgang für Sprachkunst genervt, habe bei den Seminaren auch immer etwas für mein jeweiliges Work on Progress vorgeschrieben, war bem Schreibmarathon vor drei Jahren, habe mir durch mein Bloggen auch ein Writerretreat erschrieben und beide Veranstaltungen für meine „Unsichtbare Frau“ genützt.

2019 habe ich die Schnuppertage ausgelassen, weil wir, glaube ich, in Harland waren. Ich habe aber auch ein Sommerfest besucht, den gratis Schreibcafe mit Joga-Vormittag, eine gratis „Schreibfabrik“ wo auch Margit Heumann mitgekommen ist und ich meine Tanzschulenszene aus der „Frau auf der Bank“ ausprobiert habe.

Denn es gibt da ja jetzt schon eine Reihe von Seminaren und Ausbildungen. das Ganze ist also sehr angewachsen, während es einmal ganz klein wahrscheinlich mit Seminaren für Studenten mit Schreibhemmungen und der „Schreibnacht“ die jeden ersten Freitag des Monats stattfindet, angefangen hat, wo man sich für dreißig Euro, glaube ich, treffen und gemeinsam zu einem Thema schreiben konnte.

Da war ich noch nie und habe immer gehofft bei der Verlosung bei den Schnuppertagen, das vielleicht einmal zu gewinnen. Aber in Corona-Zeiten hat sich das „Writersstudio“, das da ja sehr innovativ ist wieder etwas besonderes ausgedacht. Es bietet nämlich in der Karwoche verschiedene Onlinekurse an, mit denen man sozusagen gegen die Corona-Krise anschreiben kann.

So gibts beispielsweise unter dem Titel „Auferstehung abgesagt“ ein „Black Humor Writing“ immer jeweils von 23 bis 01 Uhr, wo man sich wahrscheinlich den Corona-Frust ironisch herunterschreiben kann und das Tagebuch oder Journalschreiben ist ja auch eine gute Methode.

Klaus Kastberger hat im Literaturhaus Graz, die Autoren deren Veranstaltungen er krisenbedingt absagen mußte, zu einem solchen eingeladen und ich schreibe ja auch schon länger ein Corona-Tagebuch, um vielleicht auch Material für einen möglichen Roman zu bekommen.

Bei Birgit Schreiber kann man das im Onlinekurs „Keep Writing – Mit dem Journal gesund durch die Krise“, nächste Woche Montag bis Freitag von 10 bis 12 online plus einer Stunde individueller Schreib und Lesezeit tun.

Dann gibt es auch ein Online „Short Story-Seminar- Endlich Zeit, eine Geschichte zu schreiben“ das wieder Ana Znidar wieder macht.

„Writerstricks“ kann man auch online lernen und als Auftaktveranstaltung gibt es diesen Freitag eine gratis Online-Schreibnacht:

„Trost & Re-Gnose in Zeiten von Corona: Schreiben in der Oase der virtuellen Writer`studio-Gemeinschaft“  mit Janina Pollak zu der ich mich natürlich angemeldet habe.

Das beginnt um acht, da bekommt man einen link, wo man sich bei „Zoom“ anmelden kann.

Das habe ich schon bei Jurenka Jurks Gratisseminaren versucht und bin öfter daran gescheitert, kann aber natürlich auch selber und mit mir allein einen Text zu diesem Thema schreiben und dann mit meinen Blog für meine Leser einstellen.

Mal sehen, wie es geht? Am morgigen Samstag gibt esauch wieder ein Video von Ronny Rindler zu seinem „Quarantäneschreiben“ und da habe ich mir ja vorgenommen, weil ich mit dem „Fräulein No“ ja schon fertig bin und nur noch mein „Schreibebuch“ korrigieren, beziehungsweise mit dem Alfred das Cover finden muß, die Seminaraufgaben nachzumachen und da vielleicht schon die ersten Planungsstufen des „Kein Frühlingserwachen mit Corona“ zu erstellen.

Man sieht der Kreativität ist in Zeiten, wie diesen kein Riegel vorgeschoben. Man kann alles online machen, Webinare, lesen, nur schreiben muß man selber, aber wenn man das in einer Online Schreibnacht oder einem Online Webinar tut, fühlt man sich vielleicht weniger allein.

2020-04-02

Fertig mit dem Fräulein No

Hurrah, hurra, ich bin fertig mit dem Korrigeren, meines siebenten „Nanwowrimo“, „Fräulein Nos Nachtcafe“, wo ich im November zwischen „Buch Wien“ und „Buch Basel“ und auch noch andere Events den Rohtext geschrieben habe.

Den Text dann bis Jänner, glaube ich, liegen gelassen habe, weil ich ja noch das „Zweite Literaturgeflüsterbuch“ fertig zum Korrigieren hatte und den Text ab da fertig korrigiert habe.

Jetzt bekommt ihn der der Alfred, damit er das Buch druckereifertig machen kann und ich kann nur hoffen, daß es in Zeiten, wie diesen mit den Coronanöten den „Digitaldruck“ dann noch gibt und vorher sollte das zweite „Literaturgeflüstertexte Buch – Mein Schreiben – meine Bücher“ fertig werden. Das hat der Alfred jetzt soweit durch, ich muß es noch durchsehen und das Cover brauchen wir auch.

Da habe ich ja schon einige Ideen, nämlich ein Bild von mir mit einem Buch beispielsweise das und dann eines von meinen Büchern. Der Alfred will etwas Neues machen, mal sehen, wie es wird?

Das Cover vom „Fräulein No“ ist auch noch zu gestalten. Da haben wir noch kein Bild und da hötte ich an ein Cafehaus oder Beisl gedacht. Aber das wird ja jetzt, wo man nicht hinausgehen darf oder soll  schwierig. Es ist aber noch etwas Zeit dazu, weil der Alfred den Text ja erst durchsehen muß.

Fünf Szenen habe ich wie schon öfter geschrieben aus dem Text hinausgeschmissen, die sind jetzt vollständig im Blog zu finden, so daß sich meine Leser, denen vielleicht Coronabedingt fad ist, schon ein bißchen ein Bild davon machen können, bis es dann, wenn wir das Cover haben, zur „Vorschau“ kommt, wo ich natürlich wieder ein Gewinnspiel machen werde, und zur Leserunde aufrufen werde und dann ran an das neue Schreiben, etwas, was man ja jetzt, wo es keine Veranstaltungen und auch keine besondere Ablenkungen gibt, wahrscheinlich besonders gut kann und auch besonders zu empfehlen ist und wenn meine Leser jetzt vielleicht fragen sollten, wie das jetzt mit meinen Schreibednungs- oder Schreibanfangsritualen ist?

Die fallen, fürchte ich, diesmal aus oder sind  ein bißchen anders oder auch nicht, denn da gibt es ja wieder das deja vue Erlebnis.

Denn im vorigen Jahr, als ich mit der „Magdalena Kirchberg“ endlich fertig war, war ich ja noch nicht so gut bei Fuß, um in der Stadt herumzustreifen und dann waren wir schon in Harland und ich habe mich, glaube ich, mit dem „Traisenparkcenter“ begnügt und heuer könnte ich ja nicht shoppen gehen und will auch nicht mit Maske herumlaufen, die man ja demnächst zumindestens in den offenen Geschöften  tragen muß und über fünfundsechzig bin ich  auch schon, aber es gibt etwas anderes für den Neuanfang und das hatte ich ja irgendwie auch vor, wie meine  regelmäßigen Leser vielleicht wissen.

Denn ich habe ja immer die Idee, es vielleicht doch einmal mit der „Heldenreise“ zu probieren, das heißt einen Roman mit Spannungsbogen zu schreiben, trifft mich ja immer der Vorwurf, daß bei mir nichts passiert, beziehungsweise das, was niemanden interessiert. Da habe ich mir ja Gustav Ernsts Buch „Romane schreiben“ dafür schicken lassen und zum Jahreswechsel die Unterlagen und die Probeseminare der Jurenka Jurk dafür studiert.

Dann war ich im Jänner bei diesesn Schütte-Lihotzky-Abend und habe dann bald die idee geboren im nächsten Buch, die Beziehung einer Frau, eine Museumskuratorin ist mir das vorgeschwebt, deren Mann einen Schlaganfall oder Alzheimer hat, also von ihr gepflegt wird, sich in einen Jüngeren verlieben zu lassen und darauf die Handlung vorher nach Stufenplan aufzubauen, bevor ich mit dem Rohtext beginne.

Als ich das plante, war ich, glaube ich, gerade mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ fertig und die Rohtextüberarbeitung des „Fräulein Nos“ folgte, dann kam Corona und, daß ich darüber schreiben will, ist ja irgendwie naheliegend aber vielleicht nicht möglich, weil wir stecken ja mittendrin im Geschehen und haben keine Ahnung, wohin uns der Weg noch führt. Trotzdem was eignet sich dazu, wenn nicht das?

Und so werden meine Leser vielleicht bemerken, daß ich auch eine Art Corona-Krisentagebuch führe und die Idee, die Roswitha sich in Quarantänezeiten sich in ihren Viktor, heißt er, glaube ich, verlieben zu laßen und das Ganze darum herum, einzubeziehen, ist auch naheliegend, obwohl ich, wie gesagt, ich keine Ahnung habe, ob und wie sich das realisieren läßt.

Dazu einen Erinnerungssplitter, als ich eine junge Studentin war, habe ich mich in einen älteren Mann verliebt und wollte, naiv wie ich damals war, darüber schreiben. Es ist nicht gegangen, weil ich viel zu sehr befangen von der Chose war.

Das könnte jetzt ähnlich werden. Es läßt sich aber probieren und das nach Romanfahrplan schreiben, läßt sich glücklicherweise auch ohne Jurenka Jurks Lehrgang zu besuchen, wie, ich glaube, jetzt auch besuchen, veranstaltet ja Ronny Rinderer derzeit einen „Quarantimo“ und stellt dazu jeden Samstag ein Video ein, wo er spezielle Aufgaben zur Romanentwicklung gibt.

Diese Videos habe ich mir bisher immer angeschaut, ein bißchen mitgeschrieben, die Aufgaben aber nicht gemacht. Jetzt könnte ich das am nächsten Samstag tun. Die aufgaben nachholen und mit dem Romanplanen  beginnen.

Ob ich vorher noch die Fenster putze oder nicht, weiß ich nicht so genau, ist das vielleicht  ja, da der Alfred  Homeoffice macht, derzeit etwas schwierig. Aber am Freitag fährt er immer nach St. Pölten, um mit der Vierundzwanzigstundenbetreuerin einzukaufen. Da ginge es vielleicht und da gibt es auch ein Quarantäneschmankerl über das ich dann auch berichten will.

Nämlich eine Online Schreibenacht des Writersstudio. Man sieht an Schreibimpulsen gibt es derzeit keinen Mangel und so werde ich mein neues Projekt vielleicht ein bißchen anders, aber ebenso kreativ starten und nur hoffen, daß das „Schreibebuch“ und das „Fräulein No“ auch trotz Corona erscheinen können.

2020-04-01

Dorothea

„Dorothea Hartinger hatte heute „Elterndienst“, wie Bruno, das zu nennen pflegte. Das heißt, sie war an der Reihe zum Elternsprechtag in der Schule zu erscheinen, wo die Zwillinge in die erste Klasse gingen. Es war eine ganz gewöhnliche Volksschule, die nächst gelegene im Wohnsprengel, die Antonia und Jakob besuchten. Darauf hatte sie Wert gelegt, obwohl Bruno sie in der letzten Zeit öfter darauf ansprach und „Glaubst du wirklich, daß das eine gute Idee ist? Vielleicht sollten wir darüber sprechen, denn wenn man das glaubt, was man so in den Zeitungen liest, können einen schon Bedenken kommen, ob sie da nicht unterfordert sind und vielleicht sogar Verhaltensauffälligkeiten bekommen!“, zu ihr mit besorgter Stimme sagte.

Dorothea hatte ihn da immer empört angeblinzelt und „Ich dachte, Bruno, du bist ein aufgeschlossener  Mensch, der sich, um diese ausländerfeindlichen Debatten nicht kümmert und seine Kinder nicht in die elitären Privatschulen schicken will oder habe ich mich getäuscht?“, eingeworfen.

Da hatte er den Kopf geschüttelt und „Natürlich nicht, Doro!“, geantwortet. „Sonst wäre ich nicht Anwalt geworden und hätte nicht so viele Asylwerber unter meinen Klienten! Aber ich möchte, daß die Kinder lesen und schreiben lernen, sowie später studieren können und die Toni hat mir gestern empört von einem Jungen erzählt, der ihr das Essen einer Schinkensemmel verbieten wollte, beziehungsweise sie „Blödes Schwein!“, genannt hat, weil das nicht halal wäre „Und das will ich nicht, daß meine Kinder gemobbt werden und die Toni vielleicht aufgefordert wird, ein Kopftuch aufzusetzen, weil sich das für eine anständige Frau so gehört!““

„Dabei hast du Fatma Sajyan vertreten, das heißt, nein, die war nicht deine Klientin! Du warst der Anwalt, der angeblichen Bespuckerin, aber die ist auch eine sozial schwache Frau und gehört eigentlich in mein Revier!“

„Natürlich, Doro!“, hatte Bruno versöhnlich geantwortet und sie an sich gedrückt.

„So ist es und schau nicht so bös! Ich meine nur! Natürlich will ich noch immer nicht meine Kinder in elitäre Privatschulen schicken und werden weiterhin Flüchtlinge und Außenseiter vertreten! Aber den Kindern möchte ich auch nicht schaden! Das verstehst du sicher und bist auf meiner Seite! Also schau dich um, wenn du in die Schule gehst! Mach die Augen auf und du kannst mir danach davon berichten!“

Das tat sie auch, als sie jetzt zwischen zwanzig anderen Müttern und nur einem einzigen Vater, die Emazipation schien sogar in dem angeblich noblen neunten Bezirk, in dem sie mit Bruno und den Kindern in einer Altbauwohnung in  der Währingerstraße lebte, Halt gemacht zu haben und sie gestand sich auch ein, daß es die  Gegend war, die sie veranlaßt hatte, die Kinder in der Seegasse einzuschreiben. Wenn sie in Margareten oder Ottakring wohnen würden, wäre es vielleicht anders gewesen. Aber in AKH-Nähe, hatte sie gedacht, könnte sie die Kinder in eine öffentliche Volksschule schicken, um sie nicht von der Wirklichkeit auszuschließen. Sah  sich jetzt in einer Reihe von Kopftuch tragenden Frauen sitzen, schüttelte aber, ob dieser Gedanken gleich den Kopf und dachte „Es ist trotzdem fortschrittlich, daß die Frauen in die Schule kommen! Habe ich doch gehört, daß es bei den Muslimen, die Männer sind, die das tun, weil sie die Frauen nicht aus dem Haus gehen lassen oder die sich das nicht zutrauen und dann wieder Ärger erregen, weil sie der Lehrerin nicht die Hand geben oder die nicht als solche anerkennen!“ und bemerkte nun, daß der einzige Mann in der Runde tatsächlich Syrier oder Türke zu sein schien. Ob er der Lehrerin, einer Frau Silvia Reiter, die Hand gegeben oder sie verweigert hatte, konnte sie nicht sagen. Das hatte sie nicht gesehen und die Lehrerin, die sie sehr freundlich begrüßt hatte und „Willkommen, Frau Doktor Hartinger! Setzen Sie sich nur! Ich hoffe, die Kinderstühlchen sind für sie nicht zu unbequem!“, machte auch nicht den Eindruck, als würde sie sich unterdrücken lassen, sondern wirkte mit ihren kurzen Pagenschnitt, den hennarotgefärbten Haaren und ihrer Baumwollbluse, ebenfalls sehr fortschrittlich, die sich darüber zu freuen schien, daß sie  die Kinder in ihre Klasse gegeben hatte, was den Klassendurchschnitt und das Image sicherlich erhöhte, wenn sie sagen konnte „Ich habe eine Ärztin und einen Anwalt unter meinen Klasseneltern!“

Die anwesenden Mütter schienen diese Berufe nicht auszuüben, wie sie schätzen würde, obwohl sich außer einigen asiatisch aussehenden Frauen und einigen Serbinnen, wie sie schätzen würde, auch österreichische  Frauen befanden und die hoben gleich die Hand und erkundigten sich, ob es wahr wäre, daß heuer die Nikolofeier ausfallen würde, weil man den muslimischen Kindern den heiligen Mann nicht zumuten könne und sie sich vor dem Krampus fürchten würden.

„Und das will ich nicht!“, sagte jetzt eine hagere Frau in einem schwarzen Rock und einer schwarzen Bluse energisch, an deren Aussprache Dorothea,  den polnischen Dialekt erkannte.

„Meine Katinka soll christlich erzogen werden und ich will auch ein Weihnachts- und kein Winterfest!“

„Aber den Christlindlmarkt zu besuchen, ist vielleicht gefährlich? Hört man doch so viel von den terroristischen Anschlägen, die da passieren!“, warf eine andere Frau ein und ehe Dorothea  „Blödinn!“, sagen und einwerfen konnte, daß sie  auch den Nikolo wünsche nicht nicht wollte, daß Antoia wegen einer Schinkesemmel angepöbelt  wurde, es ihr aber egal war, ob es Weihnachts-oder Winterfest heiße, da sie ohnehin nicht katholisch und die Zwillinge nicht getauft waren, mischte sich Silvia Reiter ein und sagte in  breiten Wiener Dialekt „Keine Sorge, liebe Mütter, lieber Vater! Zu uns kommt der Nikolo und ein Christkindlmarktbesuch ist geplant, weil sich die Kinder darauf freuen! Aber keine Angst, das Rathaus hat uns versichert, daß er gut gesichert ist, so daß man unbesorgt einen Schulausgang dorthin machen kann! Und die Antonia und der Jakob halten sich sehr gut! Sie sind unsere Musterschüler und wir freuen uns sehr, daß wir sie in der <klasse haben!“, erklärte sie an sie gewandt und fügte, als würde sie den Einwand des muslimischen Vaters befürchten, hinzu „Was für den Mo, wie wir den Mohamed nennen, auch gilt, Herr Pashmir! Er bekommt auch kein Schweinefleisch! Da achtet die Küche sehr darauf, daß das nicht passiert, obwohl wir für die Ganztagskinder drei Menus zur Auswahl haben, so daß sich jeder aussuche kann, was er mag und wenn Sie rechtzeitig, die Menüs bestellen, brauchen Sie nicht in Sorge sein!“

Dorothea fiel wieder Brunos Frage ein und überlegte, ob sie es Silvia Reiter antun könne, die Kinder abumelden, die sich in der schule trotz der „Schwein-Beschimpfung“, die Antonia widerfahren war, wohlzufühlen schienen und ihre Freunde hatten und, als sie später im Einzelgespräch, nachdem sich die Runde aufgelöst hatte und die meisten Eltern nach Hause gegangen waren, die Lehrerin danach fragte, beziehunsweise ihr die Geschichte mit der Schinkelsemmel erzählte, schüttelte die den Kopf und wiederholte wieder „Keine Sorge, Frau Doktor Hartinger! Es stimmt schon, da hat der Ali, die Toni ein wenig angerempelt! Das hat er wohl zu Hause so gehört, aber keine Angst! Die Toni ist ein starkes Mädchen und hat sich gewehrt! Ich dürfte Ihnen das vielleicht gar nicht sagen! Aber sie hat ihn wütend angefunkelt und „Spinnst du?“, gefragt. „Ich lasse mir von dir nicht vorschreiben, was ich esse und ein Kopftuch werde ich mir auch nicht aufsetzen, da ich keine Muslimin bin!“, und dann hat sie zugeschlagen.  Aber bevor ich mich einmischen und sie ermahnen konnte, hat sie sie dem Ali ihre Schikensemmel hingesteckt und  „Tut mir leid, entschuldige!“, gesagt. „Willst du nicht einmal probieren?  Sie schmeckt sehr gut und ich weiß gar nicht, was du gegen Schinken hast? Ich esse ihn jedenfalls sehr gern!“ Und wissen Sie, Frau Doktor Hartinger, da habe ich gesehen, wie es in seinem Augen aufgeblitzt hat und er gerne zugebissen hätte, wen er sich nicht vor dem Mo und dem Hassan, die daneben standen und ihn anstarrten, geniert hätten!“, sagte Silvia Reiter und nickte ihr schelmisch zu, bevor sie sich Frau Wysocki zuwandte, auch eine Frage an sie hatte.“

So das war jetzt die vierte hinausgeschmissene Anhangszene, die ich im November meinen siebenten „Nanworimo“ angefügt habe, um die geforderte Wortanzahl zu kommen.

Die Szenen „Fatma“, „Harry“ , „Sibylle“ sind hier zu finden, sowie die frühere Szene neunzehn, die in den Text, der derzeit hundertzwei Seiten, neununddreißig Seiten und derzeit 49527 Worte hat, nicht mehr enthalten ist, so daß man sich jetzt schon einen kleinen Einblick machen oder zumindestens die handelnden Personen kennenlernen kann.

Ich bin ja derzeit sehr am Korrigieren, hoffe bald fertig zu werden, so daß mein achtundvierzigsten Selbstbemachtes bald erscheinen kann. Vorher soll ja das zweite „Literaturgeflüsterbuch“„Mein Schreiben-meine Bücher“ fertig werden und ich hoffe nur, daß es dann den „Digitaldruck“ noch gibt, so daß die Bücher erscheinen können.

Bis dahin fordere ich auf in die Blogartikel hineinzuschmöckern, das erste „Literaturgeflüsterbuch“ ist auch im Blog zu finden und die Kurzgeschichtenerzählung „Besser spät als nie“ sowie auch einige Artikel aus der „Nika, Weihnachtsfrau“, aber das passt derzeit nicht zum schönen Wetter und nicht zur Jahreszeit.

Wer  mehr von meinem Schreiben wissen will, kann sich auch auf meiner Website umsehen und eventuell bei mir bestellen oder sich  die Videos anhören, die es von meinen Lesungen gibt.

Da habe ich ja einmal im El Speta aus meiner „Frau auf der Bank“ und der „Wiedergebornen“ gelesen und einmal vor dem offenen Bücherschrank aus der „Mimi“

2020-03-31

Bis zum Ende

Filed under: Bücher — jancak @ 00:33
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Remigiusz Mroz, dem polnischen Kultautors „Bis zum Ende“ habe ich  nicht angefragt, wohl aber seine „Kalten Sekunden“ gelesen und damit, ob der Brutalität und der überraschenden Wendungen, meine Schwierigkeiten gehabt, aber eigentlich auf das vor einem knappen Jahr gelesene Buch inzwischen fast vergessen, so daß ich, als ich den Inhalt von „Bis zum Ende“ gegooglet habe, ein deja vue hatte und glaubte, ich hätte das Buch schon gelesen, aber nein, „Bis zum Ende“ ist  die Fortsetzung der „Kalten Sekunden“, der Geschichte von  Damian Werner, dem seine Braut Ewa verloren gegangen ist, sie suchen will, sich an eine Detektei wendet, die Detektivin Kassandra von ihrem Mann Robert mißbraucht wird und sich dann in Ewa verwandelt und so weiter und so fort.

Nun sind zu den zehn Jahren des Verschwindens ein weiteres vergangen. Damian Werner zieht in eine neue Wohnung, trinkt Bier,  lebt depressiv vor sich hin, bis er Kassetten  findet. Wieder eine Botschaft von der verschwundenen  Ewa und Kassandra, seine Feindin taucht auf, erzählt von ihrem verschwundenen Sohn, den finden sie dann im Koma in einer Klinik. Kassandra wird verhaftet, im Gefängnis mißbraucht und Damian Werner zieht mit Kassandras Assistentin, die er in einem Sushi-Lokal findet, zu einem ehemaligen Jugendclub und man forscht wieder in Ewas Vergangenheit.

Dann taucht Ewa plötzlich auf und verschwindet wieder, beziehungsweise zwingt sie Kassandra, die Kassetten aufzunehmen, also eigentlich eine Zeitsprung nach hinten, wenn ich nicht etwas mißberstanden habe und die Schwierigkeit, der Bücher ist auch, daß sie in zwei Perspektiven geschrieben sind, in der von Damian Werner und der von Kassandra.
Aber beide in Ich- Form, dann hatte ich genau, wie einige „Amazon-Rezensenten“ auch Schwierigkeiten mit den Namen, obwohl ich das Vorbuch ja gelesen habe. Hat man nicht,   tut man sich wahrscheinlich noch viel schwerer, das Ganze zu verstehen, obwohl es ja eigentlich nur, so weit ich es verstanden habe,   eine Wiederholung des Erstens ist und nicht wirklich neue Fakten bietet oder doch vielleicht, Ewa sticht Kassandra nieder, die wird von Damian gerettet und die beiden gehen in ein neues Leben.

Man könnte den Thriller also auch psychanalytisch deuten und dann wäre ich auf den dritten Teil gespannt. Mal sehen ob ein solcher zu mir kommt?

„Zuerst war es Stieg Larsson, dann Jo Nesbo, jetzt ist die Zeit für einen weiteren sensationellen Spannungsautor gekommen:ausPolen“, steht  am Buchrücken.

2020-03-30

Harry

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:36
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In Zeiten der Corona-Krise und des Veranstaltungsstops, wieder ein „Fräulein No-Schmankerl“, denn ich habe ja noch zwei der vier hinausgeschmissenen Anhangszenen, die ich hier vorstellen kann, denn ich war ja am vierzehnten November schon mit meiner Gliederung fertig, wußte, es werden keine fünfzigtausend Worte und bin auf die Idee gekommen, einigen Personen, die im Text keinen eigenen Handlungsstrang hatten, eine eigene Szene zu schenken, eine ist davon der Harry, dem Cafehausbesitzer, der das Ganze überspannt, beziehungsweise in seinem Cafehaus alle zusammenbringt und dem habe ich am Schluß noch eine Krebserkrankung verpasst.

Als ich mit dem Rohtext fertig war, habe ich von den vier Anhangszenen, die keinen direkten Bezug zu der Handlung hatte, die von der Dorothea, die zum Elternsprechtag geht und der Fatma, die zum Begräbnis der Großmutter nach Teheran fliegt, die ja damals noch eine Iranerin war, hinausgeschmissen und die des Harrys und der Sibylle vorerst drinnen gelassen, dann aber  auch weggelassen, weil sie ja keinen direkten Handlungsbezug hatten, beziehungsweise, die Krebserkrankung des Harrys der Handlung eine andere Interpretation gegeben hätte.

„Es ist alles in Ordnung, Henrike“ hatte er am Sonntag zu der alten Freundin gesagt, als er mit ihr an dem mit einer altmodischen weißen Häkeldecke, die wohl noch von ihrer Großmutter angefertigt worden war, gedeckten Tisch gesessen war und auf die schon etwas verblasste Tapete im Speisezimmer der alten Grinzinger Villa gesehen hatte, die dringend renoviert gehörte, wozu aber das nötige Kleingeld fehlte. Die Häkeldecke war aber frischgestärkt und in der Mitte stand in einer genauso altmodischen Glasvase, die auch von der Großmutter stammte, seine mitgebrachte Rose. Eine Schachtel „Lindt-Bonbons“, die wohl der Schauspielschüler mitgebracht hatte und das Gansl mit dem Rotkraut und dem Kartoffelknödel, das er Gabel für Gabel in sich hineingeschaufelt hatte, hatte ausgezeichnet geschmeckt.

„Alles in Ordnung!“, hatte er gesagt und dachte, während er in einer der Abulanzen des Allgemeinen Krankenhauses saß und auf seinen Onkologen wartete, „Wie man es nimmt!“

Die Grinzinger Villa verfiel allmählich und wurde von Henrike nur mit seiner Unterstützung halbwegs in Schwung gehalten. So hatte er ihr versprochen, sich im Frühjahr, um das Dach  zu kümmern und auch die Zimmer im Erdgeschoß und im ersten Stock auszumalen und sie hatte ihn  dankbar angesehen.

„Gilt das auch für die Psychotante, die übrigens eine patente Person zu sein scheint. Ich habe mich vor der Vorstellung, um in die richtige Stimmung hineinzukommen, ein wenig mit ihr unterhalten!“, hatte der Schauspielersohn gefragt und dabei angestrengt an seiner Gänsekeule genagt.

„Wirklich ausgezeichnet ist dir der Braten gelungen, Henrike!“, hatte er gelobt, bevor er die an ihm gestellte Frage beantwortet hatte.

„Ist sie, junger Mann, wenn  vielleicht auch ein wenig schwierig! Hat das Leben sie doch ein bißchen mehr, als die meisten anderen gebeutelt! Sie ist aber, wie ich mich überzeugen konnte, ein Stehaufmännchen oder besser Frauchen, um politisch korrekt zu gendern, das sich nicht unterkriegen läßt, sondern es immer wieder neu probiert, so oft sie auch auf den Boden geworfen wird!“, hatte er an seinem Gänsebein kauend gesagt und sich die Frage gestellt, wie das wohl bei ihm wäre? Dann „Wirklich ausgezeichnet!“, wiederholt und No versichert, daß seines Wissens nach alles in Ordnung sei!

„Wenn ihr nach der Vorstellung nicht so schnell geflüchtet wärt, hättet ihr euch davon überzeugen können! Die Anzeige ist zurückgezogen, Fatma Sayjan hat sich entschuldigt und eine Nichte ist aufgetaucht, die sich, um die Tante kümmern will!“, hatte er verkündet und war sich sicher, daß absolut nichts in Ordnung war, er aber nicht wußte, wie er das der alten Freundin beibringen sollte, die ihm zwar zu durchschauen schien, merkte er doch, daß sie immer wieder nachdenklich zu ihm hinübersah, beibringen konnte, daß er laut Auskunft seines Arztes, der ein hochspezialisierter Onkologe war und kein Allgemeinmediziner, wie Ulrich Blumenbach, nur mehr ein paar Monate zu leben hatte, weil der Krebs seinen Körper und seine Prostata schon sehr angeknabbert hatte, wie er das vor fünfundzwanzig Jahren, bei ihrem Walter getan hatte, den sie immer noch  mit ihrem Setter jeden Tag an seinem Grab besuchte. Er hatte es ihr nicht sagen können, die sich freute,  daß das Dach im Frühling, endlich ausgebessert wurde. So daß es nicht mehr hineinregnen konnte, wie es jetzt gelegentlich geschah. Ihr nicht sagen, daß er nicht versichern konnte, daß er dann noch am Leben und so fit war, auf der Leiter herumzuklettern und die Arbeiten, die er von ihr versprochen hatte, auszuführen. Zwei Wochen bevor ihm der Onkologe mit besorgten Gesicht mitgeteilt hatte, daß es sehr ernst und mit dem Befund nicht zu spaßen war, hatte er ihr das versprochen und sie hatte sich, wie ein Kind gefreut und ihr Gesicht hatte gestrahlt, als sie „Dann wird doch noch etwas aus der Villa und ich brauche nicht zu fürchten, daß sie über uns zusammenkracht und uns begräbt!“, zu ihm sagte.

„Ich danke dir vielmals lieber Harry und werde mir auch überlegben, den Krümel doch in einen Theodor oder einen Heinrich umzunennen, um dich nicht zu ärgern!“, hatte sie versprochen und ihn, wie sie sich zu erinnern glaubte, am Sonntag fragend angesehen, als ob sie etwas von seiner Spannung und seinen Sorgen, die ihn seither plagten, ahnte. Er konnte es ihr aber nicht sagen, fürchtete er doch, daß sie die Nachricht nicht aushalten,sondern darüber zusammenbrechen würde, wie sie es beim Tod ihres Walters und dem ihrer Tochter fast getan hatte. Damals hatten sie zuerst Martha und später die kleine Enkeltochter davon abgehalten. Jetzt  war aber Nolantha erwachsen und würde sie mit ihrem Schauspielerfreund wahrscheinlich verlassen, wie er es auch bald tun würde, so daß sie in der baufälligen Villa mit ihrem Hund ind ihren Toten alleine blieb. Er hatte es nicht geschafft, sondern getan, als wäre alles in Ordnung, wie er ihr an diesem Sonntag, wie eine Marionette immer wieder versichert hatte, obwohl sie es ihm nicht zu glauben schien. Deshalb hatte er auch Ulrich Blumenbach gefragt, ob er sich nicht um die Junkies und die Nutten, die regelmääßig im Cafe auftauchten, kümmern konnte, was aber ein Vorwand  war, denn wenn er ehrlich war, hatte er es deshalb getan, um einen Arzt im Haus zu haben, wenn es ihm schlecht ging und er vielleicht zusammenbrach, hatte er bei Henrike gedacht und nach dem Glas gegriffen, um einen Schluck von dem mitgebrachten Wein zu trinken und sich von den düsteren Gedanken abzulenken, die in seinem Kopf routierten und nicht zu vertreiben waren.

„Alles in Ordnung, Oma!“, hatte auch No bestätigt und nach einer der Bonbons gegriffen, nachdem sie ihre Günsekeule und den Pudding, den es zum Dessert gab, gegessen hatte.

„Gerti Schuster wird vielleicht zu ihrer Tante ziehen  Harry hat uns einen Hausarzt engagiert, der jetzt Abend für Abend zu uns kommt und ich und der Fabi werden das Stück demnächst in Graz  aufführen und dir Oma, geht es auch sehr gut, nicht wahr?, hatte sie noch wissen wollen, bevor sie in die Küche verschwunden war, um dort Kaffee zu kochen und er hatte keine Antwort gegeben. Hatte das nicht über sich gebracht, obwohl er es wahrscheinlich mußte, weil er die alte Freundin, die ihm, als es ihm schlecht gegangen war, wieder aufgerichtet hatte, nicht unvorbereitet verlassen sollte, dachte er und seufzte auf, während sein Blick durch die Amublanzräume und über die anderen Patienten glitt, die wohl ebenfalls auf ihre Diagnose wartend, auf den orangen Plastiksesseln Platz genommen hatten. Vielleicht sollte er mit Ulrich Blumenbach darüber sprechen, wie er es Henrike beibringen könnte, dachte er und war erleichtert, daß ihm dieser Einfall gefallen war. Denn der war ein guter Arzt, dem es, weil sein Lebensmensch zu ihm zurückgekommen war, auch wieder besser zu gehen schien. Professor Wagner, der ihm demnächst etwas von Chemo- und Strahlentheraphie vorschwatzen würde, der er sich unterziehen sollte, könnte er natürlich gleichfalls fragen, dachte er und stand auf, weil sein Name auf der Anschlagtafel aufleuchtete und er ins Besprechungszimmer gerufen wurde.“

Die hinausgestrichene Szene neunzehn mit den Schreibberichten gibt es hier zu lesen.

2020-03-29

Leben im dystopischen Raum

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse — jancak @ 00:52
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Wenn ich vor einigen Monaten jemanden erzählt hätte, daß man in Wien und auch sonstwo nicht mehr auf die Straße gehen  soll und, daß man, wenn man es trotzdem tut und sich in einem Park oder am Donaukanal auf eine Bank setzt, ein Polizist kommen und sechshundert Euro oder was auch immer Strafe von einem verlangen kann. Man in der  U-Bahn einen Berechtigungsschein vorweisen muß, daß man zur Arbeit fährt und, daß die die Hausärzte einen nicht mehr in ihre Praxis lassen und sich auch weigern die E-Cards anzugreifen, also nur über das Internet ordinieren und womöglich darüber Ferndiagnose abgeben, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt gehalten oder bestensfall gefragt, ob ich nicht zuviele Horrorromane lese und wenn ich das in einem solchen aufgeschrieben und an „Rowohlt“ oder auch nur oder „Droschl“ oder „Arovell“ geschickt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen oder das das zu phantastisch wäre, obwohl ich in den letzten Jahren einige solcher Dystopien gelesen habe.

Das erste Mal bin ich auf den Ausdruck Dystopie, vorher hätte ich utopischer Roman gesagt, glaube ich, 2015 aufmerksam geworden, als ich beim „Deutschen Buchpreisbloggen“ auf Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“ gelesen habe. Dann hat Stephan Teichgräber ein Workshop zur utopischen Literatur abgehalten, wo ich noch einmal in George Orwells „1984“ hineingeblättert habe und mir dachte, das haben wir ja längst erreicht.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, die sich von China über die ganze Welt erstreckte.

Jetzt hebt China die Ausgangssperren langsam wieder auf und öffnet am Montag, glaube ich, die Einkaufszentren , dafür ist die USA, wo Präsident Trump zuerst sehr lange, die Gefährlichkeit des Corona Virus leugnete zum Spitzenherd der Infiszierten angestiegen und er hat notgedrungen auch Ausgangssperren eingeführt, die er aber jetzt wieder aufzuheben will, weil ja die Wirtschafts darunter leidet.

Ein Dilemma natürlich und es weiß wahrscheinlich keiner, wie man sich verhalten soll?

Durch strikte Maßnahmen, wie diese, daß jetzt die Polizisten durch die Straßen laufen und jeden der sich dort befindet,  ermahnt und sich dadurch natürlich selber einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzt und auch der, daß genervte und wahrscheinlich psychisch nicht so stabile Bürger ausrasten und zu spucken und zu schreien anfangen, was in den zwei Wochen in denen es diese Maßnahmen schon gibt, zu hunderttausend Arbeitslosen und Kurzarbeitern führte.

Die Wirtschaft schreit auf, wir halten das nicht durch, fangt endlich an zu testen und haltet nur die alten, also, die über fünundsechzig, wo ich auch betroffen bin, von den Straßen fern, also vielleicht dreitausend Euro Strafe, wenn ich  einen Brief einwerfe, als wenn da ein Virus auf mich zurasen würde oder die Laissez faire-Methode, die auf  sogenannte Herdenimmunität setzt, wo ich mich eigentlich auch anschließen würde, denn die Jüngeren werden ja  kaum krank, wenn die dann vierzehn Tage zu Hause bleiben, sind sie immun und können wieder hinaus und das Leben kann halbwegs weitergehen. England hat das, glaube ich, praktiziert oder es so wollen, nur die Alten wegschließen, worauf es, glaube ich, zu einem Aufschrei kam und die Taktik geändert wurde, zu spät wahrscheinlich, denn jetzt sind sowohl Prinz Charles, als auch der Premiermistister infisziertund Angela Merkel wurde glaube ich, nachdem sie von einem positiven getestet Arzt geimpft wurde, als negativ erkannt.

Sehr viel Verwirrung also, wenn man jetzt zu Hause sitzt und im Fernsehen die ansteigenden Zahlen hört und, daß da jetzt schon wieder so und soviele Leute erkrankt sind.

Sie sind positiv getestet worden und wenn wüßte, wieviel Leute schon immun sind hilft das wahrscheinlich weiter und auch, wenn die Leute dann selber die vierzehn Tage zu Hause bleiben.

Das ist eine Methode, auf die ich setzen würde und sich das Ganze dann irgendwann in drei Monaten vielleicht, wie in China, ich weiß, da verwendete man noch drastischer Methoden an, als hier, wo ja nur die Polizisten kontrollieren und, die jungen Reporterinnen von Oe24 auf der Straße stehen, den leeren Graben zeigen und die alten Damen, wie die Frau B., die Tochter von einem einmal sehr bekannten Schriftsteller schief anschauen, wenn sie ihren Hund äußerln führen oder sich ihre Milch einkaufen.

Eine schwierige Situation und das Schlimmste, was die nach 1945 Geborenen wohl erlebt haben. Die Krise als Chance gibt es natürlich auch, ist aber warhscheinlich nicht so leicht umzusetzen, wenn ich ständig höre, schon wieder so und so viel Leute infisziert und die Zahl der Todesfälle nimmt zu und zu.

Die Kinder, die jetzt zu Hause mit ihren freigestellten im Homeoffice werkenen Mütter  lernen,  werden aber vielleicht verhaltensauffällig, wenn sie nicht in den Park dürfen und wenn sich dann die älteren zu viert oder auch mehr treffen um ein Bier zu trinken und das Corona-Party nennen, gleich die Polizei zu holfen, ist vielleicht auch nicht die Lösung.

Eine schwierige Situatuon, der Alfred hat gestern vor der Garage eine offensichtlich verwirrte Frau mit viel Gepäck getroffen, die nicht so genau wuße, wo sie hin soll?

Das hat mir die Frau auf der Krisenhotline, die ich angerufen habe, auch nicht so genau sagen können, so ist sie dann mit einem Taxi irgendwohin gefahren, ich hoffe sie ist gut angekommen und im Netz kann man sich, ich wiederhole es und betreibe es auch selber momentan sehr gut beschäftigen, deshalb habe ich auch wegen meines Veranstaltungsstop keine Entzugserscheinungen, sondern arbeite  mit  einem Teil meiner Klienten per Telefon, habe mich für die Krisenhotline des Berufsverbandes der Psychotherapeuten und auch für Krisensupervisionen zur Verfügung gestellt und auch bei Büchern scheint es einen Verzögerungsstop zu geben, da „Amazon“, bei dem aber, wie ich immer höre, ohnehin nicht bestellen soll, sich derzeit bevorzugt auf die Auslieferung von Klopapier und Hygienemittel zu konzentrieren scheint und die anderen Bücher, auf die ich  warte, von den Botendiensten ohne eine Unterschrift zu verlangen, vor die Tür gelegt werden sollen.

Innerhalb Österreichs scheint das zu funktionieren, da habe ich diese woche ein Buch bekommen, „Rowohlt“ hat mir geschrieben, daß sie derzeit sehr viele Bücher zurück bekommen und mir den neuen Camilleri als E-Book geschickt. Die lese ich zwar nicht so gern, aber in der Not frißt die Teufelinin  ja angeblich Fliegen und so ist Nele Pollatscheks „Dear Oxbridge“ auf diesen Weg jetzt doch zu mir bekommen, obwohl der Verlag es zweimal normal an mich verschickte.

Dann korrigiere ich natürlich viel, bin, wie ich hoffe mit dem „Fräulein No“ demnächst fertig, habe da zwei neue nicht mehr im Text enthaltene Szenen als eigene Geschichten im Text eingestellt und bereite mich  natürlich schon auf das Schreiben in Zeiten von Corona vor, plane also darüber zu schreiben, obwohl, das wahrscheinlich nicht so leicht sein wird, weil man da ja noch nicht die nötige Distanz dazu hat und das Ganze wahrscheinlich erst in einigen Jahren so richtig beurteilen kann.

Und hier mein Corona-Textarchiv 1 2 3 4 5 6 7 8

2020-03-28

Die Probe

Jetzt ein Schmankerl aus der Schreibwerkstatt. Nämlich die ursprüngliche Szene neunzehn aus dem „Fräulein No“, meinem siebenten „Nanowrimo“, an dem ich derzeit korrigiere, die im ursprünglichen Text nicht mehr drinnen sein wird, weil sie, da ich ja während des Wettschreibens zwischen „Buch Wien“ und „Buch Basel“ nicht so chronologische geschrieben habe und immer wieder Szenen eingefügte, um zu dem geforderten Seitensoll zu kommen, zeitlich und handlungstechnisch nicht mehr hineinpasste und ich sie daher weggelassen habe:

„Nolantha hatte sich mit Fabian, der, wie, sich eingestehen mußte, mit seinen blonden Locken und den meist strahlend blauen Augen einen verführerischen Eindruck auf sie machte, in Johannas Buchhandlung getroffen, um den Dialog zu proben, den die taffe Hanni, die vielleicht auch Schriftstellerin werden wollte, jedenfalls war sie schon mehrmals bei Poetry Slams im Literaturhaus und sogar schon in Innsbruck aufgetreten, verfasst hatte.

„Gern!“, hatte Fabian Neumayr, der Sohn eines sehr bekannten Burgschauspielers, der seinen Vater aber nicht leiden konnte, sondern ihn als arroganten Arsch bezeichnete, von der elterlichen Wohnung nach der Matura ausgezogen war und seither mit zwei Freunden in einer WG hauste, zu ihr gesagt, als sie ihn zögernd gefragt hatte, ob er mit ihr einen solchen Dialog aufführen wolle?

„Sehr gern, denn hier ist es, wie du ebenfalls festgestellt hast, äußerst langweilig! Fechten kann ich schon, das hat mir mein Vaterarsch, als Kind immer beibringen wollen und außerdem will ich kein Burschenschaftler werden, wie dieser FPÖler, der bei der Diskussion auftrat! Spannend, daß du diese Sandlerin in deinem Cafe kennengelernt hast! Sehr interessant, obwohl mein lieber Vater, jetzt sicher seine Brauen hochziehen, mich mahnend mustern und „Siehst du, Sohn!“, in einer Stimme, die er sich von dem einmal so berühmten Werner Krauß, seinem großen Vorbild abgeschaut hat „Das Leben ist es, was wir suchen müßen in der Kunst!“, deklamieren würde, der von diesem aber, das kann ich dir versichern, keinen Deut versteht!  – Aber das ist wirklich interessant, wenn auch zweideutig, liebste No! Denn wem soll man da zustimmen oder widersprechen? Dieser Sandlerin, die wahrscheinlich eine arme Haut ist und der man, wie ich hörte, übel mitgespielt hat oder der pakistanischen Studentin, die natürlich recht hat, wenn sie von keiner Sandlerin bespuckt werden will? –  Auch eine taffe Frau und vielleicht sollten wir sie anmailen und ihr von unseren Vorhaben berichten? Vielleicht hat sie Lust mitzumachen? –  Aber nein, erst müßen wir den Dialog erarbeiten, liebste No!“, hatte er jetzt fast mit einer Kraußschen Stimme deklamiert und sie dabei verschmitzt angesehen. Denn die beherrschte er ebenfalls sehr gut. War er doch ein perfekter Stimmenimitator, was auch, wie er es sich wünschte, der Grund gewesen war, daß er in den hehren Reinhardt-Hallen aufgenommen wurde und dann bedauernd, die Achseln zuckte und wieder höchst dramatisch „Aber ich fürchte,  liebste No, das dem nicht so war! – Es war wahrscheinlich schon der berühmte Namen meines ebenso berühmten Vaterarschs, der mich in das Dilemma brachte, ob ich nicht vielleicht ablehnen soll, weil ich dem alten Herrn keine Protektion verdanken möchte! Aber da siehst du gleich, Nolantha, deren Vater sich keine Namen merken konnte, das Leben ist auch ein Arsch und ich bin es vielleicht gleichfalls und inkonsequent, denn ich sitze, statt selbst das Leben zu erfahren, schön brav neben dir im Seminar und mache jeden Unsinn mit!“

„Oder du stehst in meines Vaters Buchhandlung, der übrigens ein patenter Mann und kein Arsch ist, wie ich betone möchte und uns sein Büro für unsere Proben zur Verfügung gestellt hat!“, warf Johanna ein und zog ihren Dialog heraus.

„Voila, da sind die kopierten Seiten! Ich habe mir für euch keine Mühen gespart! Ich hoffe, es gefällt!“, setzte sie ein wenig kokett hinzu und sah die Freunde erwartungsvoll an.

„Selbstverständlich, gnädiges Fräulein, das wird es wohl! Ich bin entzückt und bedanke mich vielmals!“, antwortete Fabian im Stil eines Arthur Schnittzler-Helden, verbeugte sich dramatisch und schickte sich an, Johanna einen Handkuß zu geben, die lachend „Du bist ein Spinner und wir sind nicht im Burgtheater!“, zu ihm sagte.

„Gehen wir es an und in meinem Dialog mußt du moderner werden!“, fügte sie hinzu und Nolantha dachte, während sie einen Blick auf den blondgelockten Fabi warf, daß er das in seinen knappen Jeans und dem schwarzen Poloshirt, ohnehin war, obwohl er sicherlich auch einen ausgezeichneten „Anatol“ geben würde, wenn sie erst auf den Burgtheaterbrettern standen, wohin sie höchstwahrscheinlich nie kommen würde und Fabian wahrscheinlich auch nur wegen seines Vaters.

„Gehen wir es an!“, wiederholte sie, blickte auf die kopierten Seiten, die Johanna vor sie hingelegt hatte und ergänzte, daß es eine gute Idee wäre, mit Fatma Sayjan Kontakt aufzunehmen.

„Worum geht es eigentlich? Ich fürchte, ich habe das Ganze doch nicht so verfolgt, wie ich eigentlich sollte!“, stand Fabian jetzt schuldbewußt ein und war in die Gegenwart zurückgekommen.

„Zumindest habe ich die Diskussionen nicht gesehen! Zwei hat es davon schon gegeben und in der zweiten ist dieser Arzt aufgetreten, der auch eine Psychose hat, deshalb seine Praxis verlor und nun in dein Nachtcafe kommt, nicht wahr, Fräulein No?“, fragte er.

„So ist es, Harry Krempinsky, mein Chef, der ein guter Freund meiner Großmutter ist, hat ihn gefragt, ob er das machen würde? Und dieser FPÖ-Mann hat ihn dann in der Sendung angegriffen und ihn als Psycho geoutet!“

Er hat sich aber gut gehalten!“, warf Johanna ein.

„Und das gesagt, auf das ich auch im Dialog hinweise! Man muß beide Seiten beachten und zusammenbringen! Die Schimpferin, aus der ich Fabians wegen einen Mann gemacht habe und die der bespuckten Knopftuchfrau, die deine Rolle ist, Nolantha!“, sagte sie und zeigte mit dem Finger auf die Seiten.

„Seht ihn euch durch! Ich hoffe, er gefällt! Ich habe versucht, wie es auch die Jelinek macht, die Tradition der Klageweiber wieder zu beleben und das Ganze trotzdem  in aktuellen Kontext zu stellen! Diese Gerti Schuster, habe ich herausbekommen, soll früher eine bekannte Germanistin gewesen sein und wurde von einem Peter Gruber, der noch vor kurzem Professor an dem Institut war, wo ich studiere, auf mieseste Art hinausgedrängt! Da habe ich Insiderinformationen, die ich auch in den Text eingearbeitet habe! Vielleicht nützen sie dieser Gerti etwas, die ich leider nie kennenlernen konnte! Die aber, wie ich gehört habe, eine ausgezeichnete Germanistin gewesen ist, bevor sie auf miese Machoart hinausgedrängt wurde! Dieser Peter Gruber soll auch ein Arsch gewesen sein, wie mir die älteren Kollegen zuflüsterten! Das habe ich auch zum Ausdruck zu bringen versucht und aus der Gerti einen männlichen Looser mit Asperger-Syndrom gemacht!“, sagte sie und sah sowohl Nolantha, als auch Fabian erwartungsvoll an, der wieder den Kopf hob und sowohl galant, als auch nonchalant „Selbstverständlich, Gnä Frau, ihr Wunsch ist mir Befehl! – Gemmas an, Medames! Und ich kann euch versichern, ich werde ein ausgezeichneter „Asperger“ mit oder ohne „Germanistik-Erfahrung“ sein, denn ich war ja in der Schule meines Vaters und der, kann ich euch verraten, ist auch nicht mit den lautersten Mitteln auf die hehre Burgtheaterbühne gekommen, sondern hat so manche unbedarftere Kollegen sehr schön hinausgedrängt! Von denen ich leider keine Ahnung habe, ob sie deshalb ein Tourette-Syndrom entwickelt haben oder ganz normal, wie das in Wien so üblich ist, still und leise zu saufen angefangen haben!“, deklamierte. Dann atmete er aus und griff nach den kopierten Seiten.“

Neugierig geworden? Dann verweise ich auf das Manuskript an dem ich derzeit korrigiere und das so wie es ausschaut, vielleicht schon bald fertig ist beziehungsweise zum Alfred zur Endkorrigur gehen kann.

Derzeit stehe ich bei neununddreißig Szenen, hundertzwei Seiten und 49527 Worten. Die hinausgeschmissene Szene hat mich also unter die fünfzigtausend Wortmarke gebracht. Herausgefallen sind auch die vier Anhangszenen, die ich im November angefügt habe, um an die geforderte Wortzahl zu kommen.

Zwei davon habe ich Ende Februar, Anfang März hier schon veröffentlicht, die zwei weiteren die der Dorothea und die des Harry werden wahrscheinlich noch folgen.

Und um einen kleinen Einblick in den Text zu bekommen, hier die Schreibberichte: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

2020-03-27

Leichte Böden

Jetzt kommt das Buch zur Situation, könnte man unken, die alltägliche kleine Katastrophe, in der großen, in der wir gerade stecken und keine Ahnung haben, ob und, wie wir da hinaus und davonkommen können?

David Fuchs zweiter Roman, mit dem ersten ist der 1981  in Linz geborene Onkologe und Palliativmediziner 2018 auf einigen Debutpreisschienen gestanden und er hat wieder ein brandaktuelles Thema gewählt, das er sowohl auf eine sehr witzige Art und Weise und dann auch der gehörigen Portion Spannung und Crime zu erählen weiß und uns damit über das Altern und ein Leben in Würde nachdenken lassen würde, wenn die aktuelle Situation nur nicht so brandtaktuell wäre und David Fuchs vielleicht jetzt statt an seinem Schreibtisch in  der Intensivstation stehen wird.

Da ist Daniel Kobicek, ein Biologe oder Biologielehrer, der wurde von seiner Schule auf ein Sabbatical geschickt, weiß nun nicht so genau, was er in diesem anfangen soll und fährt aufs Land hinaus zu Tante Klara, weil er in deren Garage seinen Porsche abgestellt hat. Den will er nun holen, um eine Spritzfahrt nach Italen oder Frankreich zu machen.

Das klingt vielleicht ein bißchen unglaubwürdig, das einer jahrelang sein Auto am Land stehen läßt, aber David Fuchs brauchte es wahrscheinlich für seinen Handlungsbogen und es beginnt schon einmal äußerst spannend, beziehungsweise komisch.

Denn der Held kommt am Bahnhof an, muß dringend aufs Klo, pinkelt in die Büsche, wird von einem Polizeiauto verfolgt, gerät in Panik. Es ist aber nur die Nachbarstochter Maria, mit der er als Kind aufgewachsen ist, die ist Polizistin und fährt ihn zu der Tante, die mit ihrem dementen Mann Alfred und dem krebskranken Nachbarn Heinz, der sich nur noch mit einem Sprachcomputer verständlich machen kann, in einer Art Wohngemeinschaft lebt.

Maria lebt daneben, als ihre Mutter Hilde gestorben ist, ist der Vater zu Klara hinübergezogen, die ihn versorgt und Daniel erwacht nun in der Nacht von komischen Geräuschen, bemerkt, daß es Alfred ist, der schreit, weil Klara ihn eingesperrt hat und ist entsetzt darüber.

Beim Frühstück will Alfred trotz allem Bemühen seinen Toast nicht essen und als Daniel ihn füttern will, scheißt er sich an. Dann will er essen, soll aber in die Dusche und außerdem sagt er zu allem nur „Ja genau!“

Daniel ist noch mehr entsetzt, denn man mußt doch den Alten helfen, so organisiert er ein Babyphone, damit Alfred nicht mehr eingesperrt werden muß, was aber nur zur Folge hat, daß er in den Schweinestall entfleucht und der ist ein bißchen geheimnisvoll, denn Maria weigert sich ihn zu betreten.

Vielleicht nicht so schlimm, würde man nun vermuten, denn er gute Biologe ist auch nicht so ohne, spielt mit Schwertern, hat eine Spinnenphobie und trägt Psychopax bei sich, die er Alfred aufdrängen will.

Klara sagt ihm dann, daß Heinz Maria  als Kind immer in den Schweinestall gesperrt hat. Alfred aber jeden Abend kam, um sie von dort herauszuholen und während man noch glaubt, daß der Palliativmediziner uns weißmachen will, daß man sich nicht die scheinbar nicht so perfekte Pflege einmischen und mit besten Willen alles noch viel schlimmer, als es ist, machen soll, bahnt sich schon die nächste Tragödie  an und nun wird es ein bißchen aktionreich, denn nur das alltägliche psychosoziale Elend genügt ja nicht, den Lesern, denn die haben wir ja ohnehin zu Haus, wir wollen es schon mit der Spannung haben.

So kommt es zu einem Stromausfall, Heinz Tablett funktioniert nicht mehr und schließĺich findet Daniel, der sich langsam mit Maria angefreundet hat, die beiden Alten wieder im Schweinstall. Heinz hat Alfred niedergestoßen, der erleidet einen Schenkelhalsbruch, muß ins Spital. Daniel zerrt Heinz auch dorthin, weil er sich bei ihm entschuldigen soll und schließlich findet man, während Daniel bei Maria ein Schäferstündchen hat, Heinz erschoßen im Stall und die Beiden fahren dann mit dem Auto, dessen zuerst verschwundene Batterie doch gefunden wurde, davon.

Ob ins Glück oder ins neue Elend weiß man nicht so genau, ich habe aber, glaube ich, eines der besten Bücher der Saison gelesen und denke fast, man könnte es den Krisenmanagern empfehlen, die jetzt vielleicht verzweifelt versuchen, uns vor der Katastrophe zu retten und womöglich schon daran sind, uns weiter hineinzustürzen.

Und noch etwas könnte ich hinzufügen, daß ich wieder nicht verstanden habe, warum das Buch so heißt?

2020-03-26

Die rechtschaffenen Mörder

Das zweite Buch der Belletristik-Schiene, des diesmaligen „Preises der Leipziger-Buchmesse“, der nicht dort vergeben wurde. Nach der Lyrik und dem Mondgedicht, folgt nun der beinharte Wenderoman oder die drei Variationen darüber, denn so einfach läßt sich das wohl nicht erzählen, wie durch einen DDR-Dissidenten und Lesemenschen ein Rechtsradikaler wurde, wie das in Ostdeutland wohl öfter passierte oder gerade passiert.

Autor ist Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, ich habe ihn nach der Wende, wie ich ja immer schreibe, bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ kennengelernt und einiges von ihm gelesen, einiges habe ich wohl auch noch ungelesen in den Regalen und von dem Buch, das den „Buchpreis“ nicht gewonnen hat, habe ich, bevor ich zum Lesen gekommen bin, schon einiges gehört, hat Ingo Schulze es ja, glaube ich, trotzdem in Leipzig und auf jeden Fall auf der Online-Buchmesse vorgestellt.

Drei Teile und ein wunderschöner Klappentext „Ich wollte eine Erzählung schreiben über das Lesen und die Leser und ich wollte fragen, ob man durch Lesen sein Leben verfehlen kann oder warum es Leser gibt, die plötzlich zu verraten scheinen, was ihnen ihr Leben lang wichtig war“, hat dort Ingo Schulze und dann geht es los mit dem ersten langen Teil und das ist wohl der Wenderoman, wie ihn der Leser sich vorstellt oder vielleicht auch das Lieschen Müller, weshalb sein Held der Dresdner Antiquar Norbert Paulini auch von einigen Amazon-Rezensenten, als naiv dargestellt wird.

Ich, die ich ja ebenfalls eine Vielleserin bin und mich jetzt auch durch die Corona-Krise lese, vielleicht um nicht verrückt zu werden und zu denken, ich wäre in einen dystopischen Roman, empfinde das nicht so und habe ja auch Bücherberge in meiner Wohnung und wahrscheinlich auch die fünftausend ungelesenen Bücher, von denen in dem Buch, glaube ich, irgendwo geschrieben wird.

Da ist also Norbert Paulini, 1950, glaube ich, in  die DDR geboren und seine Mutter Dorothea war Buchhändlerin, beziehungsweise Antiquarin. Sie ist, glaube ich, bei der Geburt gestorben und der Vater sammelte all ihre Bücher in die zwei Zimmer, die er in der Villa Kate bewohnte, so daß der kleine Norbert auf Bücherbergen aufgewachen ist.

Zuerst nach der Schule etwas „Anständiges“ lernen sollte. Er war schon damals Vielleser, dann von Freunden vermittelt, eine Buchhändlerlehre machte und schließlich in der Villa sein Antiquariat aufzog, das, wie man vielleicht sagen könnte, die DDR zu etwas Besonderes machte, zu einem Hort des geistigen Widerstands, wo es Lesungen und Feiern in den Räumen gab und Paulini hier eine Menge Intellektuelle und Künstler kennenlernte. Doch dann kam die Wende und die schönen DDR- Bücher und vielleicht auch die etwas weniger schönen, wie die Honegger Biografien, ich schreibe das deshalb, weil ich vor circa vierzig Jahren eine solche, von einer Müllhalde gerette, geschenkt bekommen habe, wurden dorthin gekippt und niemand wollte mehr Paulinis schätze haben.

Die Bank gewährte keinen Kredit mehr, sondern zuckte nur die Achseln und die Frau, die Paulini geheiratet hat, eine Friseurin, entpuppte sich zuerst, als Stasi-Spitzel, später als Kapitalistin, die zwischen ihren drei Friseursalons hin- und herpendelte, weil alle nur von der Chefin frisiert werden wollte und Paulini versuchte sich zuerst als Kassier in einem Supermarkt. Dann flüchtete er mit seinen Restbeständen in die sächsische Schweiz und dort klopft eines Tages die Polizei bei ihm an. Denn es gab einen Anschlag an ein Asylheim und Paulini und sein Sohn wurden verdächtigt, die Täter zu sein.

So weit, so gut.

„Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär- oder zum Revoluzzer. Eine aufwühlende Geschichte, die uns alle angeht“, steht am Buchrücken.

Wenn es Ingo Schulze dabei belassen hätte, hätten wohl alle geschrieen, nicht schon wieder ein DDR-Roman, das wollen wir nicht hören, kitschig, aus, etcetera.

Also endet es nicht da, sondern es gibt einen zweiten und einen dritten Teil. Im Zweiten taucht ein Ich-Erzähler auf, der sich imTeil drei, als der Autor Schultze entpuppt, der Paulini einmal in seiner Villa „Prinz Vogelfrei“ wie er sich auch nannte, kennenlernte und dann einen Roman, beziehungsweise, die Novelle über ihn schrieb, die wir auf den ersten hundertsechsundneunzig Seiten gelesen haben und im Dritten sind dann Paulini und seine Weggefährtin Elisabeth Samten tot, bei einem Bergunfall vergunglückt und Schultzes Lektorin macht sich auf den Weg mit dem Nachfolger des Antiqarats zu sprechen und herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

Also drei deutungen, drei verschiedene Versionen des Geschehehn oder Perspektiven. Drei Wahrheiten und, daß die ja sehr verschieden sein kann, habe ich  erst kürzlich bei Daniel Zipfel gelesen.

Ein Buch, das mit gefallen hat, füge ich hinzu und ich wäre wahrscheinlich auch mit dem ersten Teil schon zufrieden gewesen.

So habe ich, muß ich gestehen, den Titel nicht ganz versctanden. Denn wer hat oder, wie hat Paulini jetzt ermordet?  Der Autor Schultze, wie das die Autoren mit ihren Figuren gerne tun?

Wieso dann das Plural?

Vielleicht kann  mir das einer meiner Leser erklären? Mein Stammleser Uli wird das Buch aber wahrscheinlich nicht gelesen haben.

2020-03-25

Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau

Buch vier der Übersetzerschiene der zum „Leipziger Buchpreis“ 2020 nominierten, den ersten Band der sämtlichen Erzählungen der 1929 geborenen brasilanischen Autorin Clarice Lispector, die in der Ukraine geboren wurde  und 1977 mit sechsundfünzig Jahren verstorben ist und von Clarice Lispector habe ich, glaube ich, vor einigen Jahren in der Sendung Ex Libris zum ersten Mal etwas gehört und dann auch später immer wieder ihre Bücher in Buchhandlungen liegen gesehen.

Jetzt habe ich das erste Mal etwas von ihr gelesen und bin überrascht, denn der Schreibstil ist wirklich ungewöhnlich, obwohl ich Erzählungen, wie ich immer schreibe, eigentlich nicht so mag.

Nominiert wurde natürlich nicht die Autorin, sonder der 1970 in München geborenen Luis Ruby, der das Buch übersetzt hat, das von dem  1976 in Texan geborene Benjamin Moser, herausgegeben wurde.

Die Erzählungen sind in mehrere Abteilungen gegliedert und am Schluß gibt es einen Anhang, wo unter anderen Clarisse Lispector darüber schreibt, wie ihre Erzählungen entstanden sind.

Die erste Abteilung sind die ersten Geschichten und fielen mir schon am Anfang durch die ungewöhnliche Themengestaltung auf, so erzählt in „Triumpf“ eine Frau, daß sie von ihrem Mann verlassen wurde, weil der sich von ihr beengtfühlte. Der ist Schriftsteller und sie liest ein zurückgelassenes Notizblatt, was sie mit Triumph erfüllt, weil sie danach weiß, daß er zurück kommt, weil sie die Stärkere ist, was man als Widerstand, der vor fünfzig oder siebzig Jahren unterdrücken Frauen gegen die Männer interpretieren kann. Die Stärke und die Schwäche ist ein wichtiges Thema und auch der Widerstand gegen das Mittelmaß.

Das kommt auch in „Obsession“ so vor, wo eine Frau von ihrer unauffälligen Kindheit erzählt. Sie heiratet dann einen Mann, ist eine Weile mit ihm glücklich, bis sie erkrankt und zu Erholung auf Kur in eine Pension geschickt wird. Dort lernt sie einen Mann kennen, zu dem eine seltsame Obsession beginnt und bei ihr wie sie schreibt „Ihr Erwachen als Mensch  und Frau“ beginnt.

Sie verläßt, was zu erwarten war, ihren Mann. Später dann den Liebhaber, der sie sie ja sehr herablassend behandelt, kehrt zu ihrem Gatten zurück und trotzdem ist nachher nichts mehr wie es vorher war.

Zehn mit Ausnahme der „Obsession“, eher kurze „Erste Geschichten“, die von den unterschiedlichsten Beziehungsmustern handelt, da geht es um einen „Fiebertraum“, um eine Frau, die ihren Mann schließlich doch nicht verläßt, „Briefe an Hermengardo“ geschrieben von einer Idalina und von einem  jungen Mädchen, namens Tuda, das sich ratsuchend in die Sprechstunde einer Dr. B. begibt.

Auch in der nächsten Abteilung, der, der „Familären Verbindungen“ geht es weiter mit den kleinen feinen,  oft auch sehr rätselhaften und überraschenden psychischen Veränderungen, die vor allem die wahrscheinlich unterdrückte Mittelschichtfrau der damaligen Gesellschaft betrifft.

So bleibt die namensgebende Heldin in ihrem Tagtraum plötzlich im Bett liegen, worauf sich ihr Gatte ihre Veränderung mit einer Krankheit erklärt. Als sie dann mit ihm und einem Geschäftsfreund in ein Restaurant essen geht, betrinkt sich sich unmäßig, während der Geschäftsfreund unterm Tisch zufällig oder nicht ihr Bein Berüht.

Eine andere Dame fährt mit ihren Einkäufen in der Straßenbahn nach Hause, sieht da einen Blinden Kaugummi kauen, was sie in einen seltsamen Ausnahmezustand versetzt, so daß das Netz hinunter fällt, die Eier, die damals noch in Papier verpackt wurden, zerbrechen und sie auch die Station, wo sie eigentlich aussteigen sollte, verpaßt.

Eine Henne, die für das Mittagessen des Hausherrn bestimmt war, fliegt davon. Die Köchin schaut ihr verdutzt nach und wir erinnern uns, daß das Buch in Zeiten geschrieben wurde, wo jeder bessere Haushalt noch ein Dienstmädchen hatte.

Dieses soll in einer anderen Geschichte, der Freundin ihrer Hausfrau die Rosen überbringen, die diese vorher am Markt kaufte, dann aber darüber hadert, ob sie sie nicht besser für sich behalten hätte sollen?

Und ein Geburtstagsfest gibt es auch, wo die Söhne und die Schwiegertöchter samt ihren Kindern zu einer neununachtzigjährigen Jubilarin kommen und dann nicht so recht wissen, was dabei anfangen sollen, was diese mit feinen Humor kommentiert.

Makaber die Geschichte von der „Kleinsten Frau der Welt“, in der auch von Kindern erzählt wird, die mit einer Toten spielten, weil sie keine Puppen hatten.

Die kleinen feinen Beobachtungen, der seelischen Zustände des Menschens können schon manchmal skurille Züge annehmen. Bleiben wir also bei den familiären Verbindungen, die, füge ich hinzu, auch manchmal etwas surreal und seltsam sind.

Ein Abendessen in einem Restaurant beschrieben, von den „Anfängen eines Vermögens“, sowie von dem „Verbrechen des Mathematiklehrers“, erzählt, bevor es in die dritte Abteilung, in die „Fremdenlegion“ geht.

Das sind schon einmal „Sofias Dramen“, eine umgekehrte „Lolita-Geschichte“ sehr beeindruckend, man sieht Clarisse Lispector hat ein Talent alles umzudrehen und mit der Absurdität zu spielen, was auch noch später vorkommen kommen wird.

Hier ist ein neunjähriges Mädchen in ihren Lehrern verliebt und will ihn, nicht ganz leicht zu verstehen, dadurch retten, in dem sie ihm ihren Haß ausdrückt.

„Im Brechen der Brote“, geht es, wie schon der Titel vermuten läßt, um das „Essen und in den „Affen“, die übrigens wahrscheinlich Brasilien bedingt, in dem ganzen Buch öfter vorkommen. Hier kauft einer eine Äffin, „Lisette“, genannt, wie das damals offenbar üblich war,  mit Rock und Ohrringen ausgerüstet für sich und seine Kinder und muß sie dann in der Tierklinik mit Sauerstoff behandeln, beziehungsweise verenden, lassen.

„Die Henne und das Ei“, ist noch einmal extra hintergründig, mutet doch die sehr lange Geschichte, zuerst fast, wie ein philosophischer Dialog, etwa, was zuerst da war oder wichtiger ist, an, bevor es sich wieder, um den Ausdruck einer menschlichen Seele oder fast, um ein psychotisches Geschehen, dreht, wie die Psychologin deuten würde.

In der „Reise nach Petropolis“ wird eine obdachlose Frau hin- und hergeschoben.

„Die Lösung“ ist eine Geschichte über zwei Freundinnen, wo die eine auf die andere mit einer Gabel sticht, nachdem sie sie“Fette Kuh!“,  genannt hat und in der fünften Geschichte wird fast spielerisch über das Geschichtenschreiben erzählt, während ich auch nach zweimaliger Lesung die Namensgegebung der titelgebenden Geschichte nicht ganz verstanden habe, in der es  um eine Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Küken geht, aber ja, Tiere spielen in den manchmal  sehr surreal anmutenden  Geschichten eine große Rolle.

Dann gibt es noch ein paar Texte, die mit „Ganz hinten in der Schublade“ übertitelt sind. Da ist ein Drama dabei und eine Eröffnungsrede und ich kann sagen, daß ich über manche Geschichten eher hinweggelesen habe, während mich manche  wegen ihres ungewöhnlichen Tons und ihrer ungewöhnlichen Erzählweise sehr beeindruckt haben.

„Clarisse Lispector ist eine Ikone weiblichen Schreibens. Diese vierzig Erzählungen neu und teilweise erstmalig ins Deutsche übertragen, zeigen ausdrücklich Virtuosität, Poesie und Humor „einer der geheimnisvollsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts“, hat Orhan Pamuk, der Nobelpreisträger von 2006 am Buchrücken geschrieben und ich füge hinzu, Clarisse Lispektor ist für mich eine unbedingte Entdeckung, so daß ich über die Buchpreisnominierung, ohne die das Buch vielleicht nicht zu mir gekommen wäre, sehr dankbar bin.

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