Literaturgefluester

2016-05-26

Gute Reise

Filed under: Bücher — jancak @ 08:38
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Ein Slogan passend zur eigenen Reise, aber auch heitere Verse von Eugen Roth,  dem Müncher Lyriker, 1895 – 1976, mit den berühmten „Ein Mensch….“ Gedichten, aus dem Carl Hanser Verlag, der ebenfalls in München angesiedelt ist, aus dem Jahr 1954, ein sehr altes Bändchen also und ein Fund aus dem offenen Bücherschrank, der jetzt auf meiner Leseliste steht.

Ein Mann mit blauen Anzug, gelben Schal, weißen Hut und Schuhen gut gelaunt mit einer Pfeife im Mund, man sieht, es ist ein altes Buch, denn solches wäre heute als Cover wohl nicht mehr möglich, sitzt auf einem Schiffchen mit zwei Rädern mit einem roten Regenschirm auf dem „Gute Reise“ steht und fliegt damit ins blaue, in die Wolken in die Zukunft hinein.

So weit das Cover und dann geht es los mit den heiteren Versen, kurz nach dem Krieg geschrieben wahrscheinlich, denn manche beziehen sich noch darauf, so gibt es doch die „Kriegsfahrten“, wo der Landser „kam durch den Krieg, höchst unfreiwillig, Oft weit herum und zwar recht billig, Weil ihm der gute Vater Staat Die Hinfahrt gern bezahlen tat“

Aber es ist auch die Zeit des Aufschwungs, wo die Straßen gebaut werden und die Autos dahinrasen zu den Gasthäusern, die sich schnell auf Gäste einstellten und dann enttäuscht waren, wenn die vorüberfuhren oder die Leute, wenn ein Omnibus, wie das damals hieß, doch anhielt,  nur schnell auf die Toilette wollten, in die Büsche schifften und vielleicht auch noch den Flieder stahlen.

Auf 144 Seiten macht sich der humoristische Lyriker, oft auch in seinen Menschgedichten, über all das lustig und reimt mit scharfen Ironie:

„Die Gletscher wandern und die Dünen, Von Wanderpreisen, Wanderbühnen, Von Wanderlebern oder nieren Muß weiter man kein Wort verlieren. Es reist der Lachs, es reist der Aal. In ganzen Schulen zieht der Wal.

Das machen aber auch die Menschen, ist es offenbar die Zeit des Massentourismus und der Pauschalreisen, wo der arme Einzeltourist, Eugen Roth mag es erlebt haben, dann kein Zimmer und kein Essen bekommt, weil alles schon besetzt oder vorausbestellt.

„Ein Mensch, der kürzlich ganz privat Spazieren gehn in München tat, an Leuten aus Versehn geriet, die standen wo in Reih und Glied“

Ist ja nicht so schlimm könnte man denken, geht man halt vorbei an der Reisegruppe, aber „und drohend wurde er gebeten Bei seiner Gruppe einzutreten. Er protestierte doch vergebens: Schon ward, trotz seines Widerstrebens, Der Mensch mit abegezählt zu  vieren.

Und hat zum Schluß, schon halb betäubt, sich auch nicht länger mehr gesträubt. Als unfreiwilliger Ersatzmann Sah er den Königsstein und Watzmann Und war auch, gegen Mitternacht nach München heil zurückgebracht“

Wahrscheinlich auch nicht ganz so schlimm, schlimmer ist es vielleicht, wenn man den Zug versäumt, obwohl man doch extra deshalb, um sechs aufgestanden ist, während ein anderer Glück gehabt, viel später aufstand und doch zurechtgekommen ist.

„Merke!“, fügt Eugen roth noch listig an, das ist eine Metapher für das auf und ab des Lebens.

Aha, und wenn man schon Reisen macht, beispielsweilse nach Italien, wie in den Fünzigerjahren üblich, aufgebrochen ist, muß man den Zurückgelassenen auch Souveniers mitbringen. Auch davon lebt eine Industrie und die Verwandten warten auf den „Schund“, wie Roth manchmal abschätzig schreibt.l

„Edelweiß und Alpenrosen, Geldbeutelige Lederhosen, Kuhglocken, goldig, läutend hell, Mit einem Bild von Bayrischzell. Die ganze Welt wird untergehen, ihr werdet noch im Laden stehen.“

Und

„Doch kanns selbst Guten kaum gelingen, Heut noch was Schönes mitzubringen. Ist doch die ganze Welt im Grund Nur übervoll vom gleichen Schund“.

Da sind wir schon bei der „Werbung“,  bei der „Reklame“, wie das damals hieß:

„Die Reiselust Dir zu beraten, Starrt jede Wand bunt von Plakaten“ und auch bei der Zeit, denn die hat man ja in Zeiten des Massentourismus, wo man Rom in einen Tag, oder vielleicht in ein paar Stunden sehen, soll, nicht mehr.

„Spottbillig drückt wenn auch mit Schmerz, Der treue Schweizer dich ans Herz.“

Und dann steht man in Weimar und bekäme vielleicht, wie es früher üblich war, eine Einladung von Goethe, ihn in drei Tagen zu besuchen, aber da ist man schon längst abgereist, das Bett ab-beziehungsweise für den nächsten Massentouristen schon neu überzogen.

„Wer vierzehn Tag, ein Land bereist, Beschreibt es gleich, als Mann von Geist.

Und sieh, er hat im Grunde recht: Der erste Eindruck ist nicht schlecht! Doch nichts zu wissen, war der Schluß Des alten Gregorovius: Wie Rom ist, hört ihr nicht von mir- Ich bin erst dreißig Jahre hier!“

Lang lang ist das her und beim heutigen Pauschaltourismus nicht mehr möglich, aber auch Goethe hat Italien bereist und Roth darüber gedichtet:

„Der Leser möge sich des weitern An Goethes Texten selbst erheitern, Denn trieb ich fort so, breit im Strom, So kämen wir ja nie bis Rom, Geschweige bis Sizilien gar. – Wie fein heraus der Goethe war, Der an den Stätten, die ihm lieb Rund anderthalb Jahre blieb. Das konnt er als Minister halt, Bei weiterlaufenden Gehalt. Und dann noch ein besonderes Glück: Als Klassiker kam er zurück!“

Wir können dagegen ein paar Tage mit einem Bus nach München oder Italien fahren, beziehungsweise ins Kino gehen und uns all das, wohin man fahren könnte, viel einfacher ansehen und Sprachen können muß man als Reisender ja auch noch.

So ist es, wie uns Roth fast anempfiehlt, vielleicht besser gleich zu Hause zu bleiben und einen Abgesang nach all dem Reisefieber, Reisewarnungen und Kartengrüßen gibt es auch:

„Auch ich, der leider fürchten muß, Daß man sich ärgert, mache Schluß. Und wünsche meinem Leserkreise Von Herzen – trotzdem gute Reise“

Nun denn, ich werde es mir zu Herzen nehmen und davon berichten, obwohl ich ja, wie ich ja immer schreibe, eigentlich nicht so besonders reiselustig bin.

 

2016-05-25

Die Wasserfälle von Slunj

Jetzt gehts nach Kroatien, zuerst allerdings nur mit dem ersten Teil des von Heimito von Doderer auf vier Teile geplanten „Roman No 7“, beziehungsweise nach Kakanien oder in ein Wien, das um die vorvorige Jahrhundertwende vollgestopft war mit Teschechen, Serben, Engländern und Burgenländern, die damals noch zu Ungarn gehörte, die Sprache der besseren Gesellschaft war Französisch, die modernen Geschäftsleute übten sich schon in Englisch und wenn einer aufs humanistische Gymnasium ging und trotzdem Techniker werden wollte, wurde er für blöd gehalten.

Vielleicht sollten die, die „Österreich zuerst!“, rufen und jetzt enttäuscht sind, Doderer lesen, um sich bewußt zu machen, aus welchen Völkergemisch wir kommen und, daß die Kroaten und die Serben in Wien längst die Fäden zogen, bevor man die Gastarbeiter in den Siebzigerjahren nach Wien holte.

Im Roman jedenfalls, denn da organisert ja der Hotelportier Milohnic für das Ehepaar Clayton, das seine Hochzeitsreise zu den Waserfällen von Slunjica in Kroatien macht, die Route und dann noch einiges für die Firma, die der Senior für den Junior in Wien anlegen will.

Die Reise geht mit der Bahn über den Semmering, was damals offenbar noch eine technische Meisterleistung war, so ist der Techniker Robert Clayton auch fasziniert davon, später übernimmt er die Leitung seiner Firma in Wien und wohnt mit seiner Frau Harriet in der Nähe des Praters. Der Sohn Donald wird selbstverständlich in England beim Großvater erzogen und pendelt mit seiner Nurse hin und her und der tüchtige Milo bringt Robert auch den Prokuristen in die Firma, das ist der Herr Chwostik, von dem habe ich schon im „Doderer-Buch“ gelesen, der in der Adamsgasse zwischen den zwei Huren Feverl und Fini, die ihm von der Hausmeisterin der reschen Frau Wewerka aufgeschwatzt wurden, lebt,  dann aber in eine bessere Gegend zieht und der Hausherr, den er bei seinem Auszug besucht, ist auch der uneheliche oder natürliche Vater, wie das, glaube ich, früher hieß von dem Fräulein Ingenieur Monica, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Zürich studierte, in Wien konnte man das noch nicht, aber das kleine Mäderl ist, das die Feverl und Finerl, die zwei beherzten Schwimmerinnen aus dem Donaukanal zogen.

Einen Metternich-Club gibt es auch, den haben ein paar Gymnasiasten gegründet, die seltsam tüchtige Musternaben sind, sich zum steten lernen verpflichten, ihren Umgang pflegen und später wahrscheinlich die Gesellschaft stützten, zukünftige Buschenschaftler waren sie wohl auch, aber davon stet nichts in dem Buch.

Wohl aber, daß der Stiefsohn der Frau Wewerka als Postmeister nach Kroatien geht und dann das Telegramm aufgeben muß, das Vater Clayton vom Ableben seines Sohnes Nacharicht gibt, der, als er Jahrzehnte später mit dem Herrn Chwostik auf der Rückfahrt einer Geschäftsreise wieder in Slunj Station macht, bei den Wasserfällen aussrutscht und verunglückt.

Aber ich habe vorgegriffen, noch sind wir nicht soweit, noch stirbt erst Frau Harriet und Donald kommt nach Wien, um seinen Vater im Geschäft zu unterstützen. Die beiden Herren sehen sich sehr ähnlich. So werden sie meist für Brüder gehalten, obwohl Donalds Haar schon früher, als das seines Vaters ergraut.

Donald würde gerne ein Verhältnis mit dem älteren Fräulein Ingenieur beginnen, zaudert aber, so daß der Vater sie ihm wegschnappt und einiges andere, wie die berühmten dicken Damen und die Frösche in den Auen gibt es in dem Buch auch, das gar nicht so einfach so lesen war.

Ich finde, wie ich auch in den Rezensionen gelesen habe, daß es vielleicht zu wenig auskomponiert ist, die Personen kommen und gehen, beziehungsweise werden sie andeinandergereiht und dann vergessen. Das Buch hat mich aber, obwohl ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern konnte, daß ich es gelesen habe, ist es ja eine alte  „dtv-Ausgabe“, die ich mir vielleicht schon als Studentin kaufte, es gibt aber ein Eselsohr ziemlich am Schluß,  eine unterstrichene Stelle, insofern beeindruckt, daß auch bei mir Hausmeisterinnen eine Rolle spielen und den Namen Wewerka gibte es in meinen Ouvere auch.

Eva Menasse hat die „Wasserfälle“ allen deuteschen Lesern, als Einstiregslektüre zu Doderer empfohlen, nur nicht die „Strudlhofstiege“, die ist zu schwer, um das speziell Österreichische zu vertehen, meint die „Alpha Preisträgerin“.

Nun verstehe ich das Österreichische, glaube ich, sehr gut, habe meinen Doderer in den Siebzigerjahren mit den „Dämonen“ begonnen und die sicher nicht verstanden, mich jetzt noch einmal durch die „Merowinger“ gelesen und denke, daß Doderer sicher ein sehr ungewöhnlicher, kauziger, steht irgendwo Autor war, mit einer sehr eigenwilligen Schreibweise und er hat das Wien der Neunzehnhundertfünfziger und auch das Vorkriegswien sicher sehr originell auch mit einer sehr eigenwartigen Orthografie beschrieben, der zu empfehlen ist, so daß ich es ein wenig schade finde, daß Doderer inzwischen offenbar ein wenig vergessen ist.

Eine Wiederentdeckung würde auch hier gut tun, Eva Menasse hat auch vor kurzem einen Bildband herausgegeben und jetzt gehts mit einem eher filmvorausschauenden brasilianischen Zwischenstop wirklich bald nach Kroatien, mal sehen, was ich an Reiseeindrücken in das nachkakanische Wien mitbringen werde.

2016-05-24

Wildgans- und andere Preise

Ich bin ja eine eifrige Preisgeherin, zum „Wildgans-Preis“ bekomme ich seit einigen Jahren durch Barabara Neuwirth, eine der Jurorinnen, die Einladung, zum „Alpha“ inzwischen auch, zum „Bachmannpreis“ bin ich auf eigene Kosten 1996 einmal gefahren und habe da den jungen Arno Geiger kennengelernt, der inzwischenauch den „Wildganspreis“, den der Industrie, bekommen hat, den, wie es in der Ausschreibung heißt, die Dichter und Dichterinnen bekommen sollen, die schon einiges geschaffen haben, deren Hauptwerk aber noch zu erwarten ist, was heißt, wie mir Barbatra Neuwirth vor einigen Jahren einmal erklärte, daß sie noch nicht über sechzig sind da war ich, glaube ich, knapp darüber und habe mich geärgert, aber wenn man so neben dem Preisgeschehen steht und von allen übrersehen wird, wie ich, hat man sowieso keine Chance und so ist es wahrscheinlich keine Trost, daß Erich Hackl, der ihn heuer bekomen hat, 1954 geboren wurde.

Es gibt auch, aufmerksame Leser werden es bemerken, eine Neuerung, wurde der Preis ja bisher, glaube ich, im Oktober vergeben, diesmal ist es Mai und Erich Hackl ist ein politischer Autor und ein Chronist, so stellte ihn jedenfalls Marianne Gruber, auch eine Jurorin, in ihrer Laudatio vor und bezog sich dabei hauptsächlich auf „Abschied auf Sidonie“, das habe ich, wie „Auroras Anlaß“ gelesen und auch noch  „Als ob ein Engel“, das mir der liebe Otto einmal zu meinem Geburtstagtsfest brachte und der Präsident der Industriellenkammer hielt die Einleitung, wo er die Wichtigkeit von Literatur und Bildung für das Wirtschaftsleben betonte und auch, daß man nie vergessen darf.

Erich Hackl hat es nicht, aber sonst nicht sehr viele Gemeinsamkeiten, wie er in seiner Dankesrede betonte, zur Industriellenkammer, ist er doch gegen die EU und für die Vermögenswsteuer, nur für die Gesamtschule ist er und wahrscheinlich auch für Alexander van der Bellen, aber davon war in seiner Dankensrede nicht die Rede und nachher gab es wieder Sandwich und sehr feine petit fours und Gespräche, mit denen, die sich mit ihr unterhalten haben.

Arno  Geiger war da, Evelyne Polt Heinzl, Petra Hartlib machte den Büchertisch und deren „Wundervolle Buchhandlung“ habe ich ja vor kurem im offenen Bücherschrank gefunden.

Ansonsten gibt es auch noch einige Nachrichten aus dem Literaturbetrieb, bei dem ich ich ja komplett daneben stehe, obwohl ich mich so sehr für ihn interessiere, daß ich schon fast acht Jahre blogge und eigentlich schon glaube, wie ich auch Marianne Gruber sagte, daß ich gar nicht so schlecht schreibe, aber das ist natürlich nur meine Meinung, stimmt schon, klar, so wurden heute auch die Namen der vierzehn ausgewählten Autoren und Autorinnen bekannt gegeben, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, der  vom neunundzwanzigsten Juni bis dritten Juli stattfinden wird und die aus acht Nationen kommen, Israel, GB, Frankreich, Serbien, Tüprkei, neben den schon bekannten Ländern, wie Deutschland, Schweiz und Österreich und von denen ich nur Stefanie Sargnagel, Sascha Macht und Sevin Özdodan kenne, bei Bastian Schneider war ich mir nicht ganz sicher und für den Literaturkurs wurde Theodora Bauer eingelanden, auf deren Debutroman ich ja noch warte und beim Wartholz Literaturpreis, der ja immer im Februar stattfand, gibt es heuer auch eine Änderung, findet der ja erst im Juni statt und Cornelia Travnicek, Robert Prosser, Marlen Schachinger Katharina Tiwald, Josef Kleindienst, Didi Drobna, Jürgen Lagger  und Ursula Wiegele gehören zu den mir bekannten Finalisten.

 

 

2016-05-23

Eine moderne Zeitgenossin

Die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl ist ja schon seit längeren bemüht Marie von Ebner Eschenbach, die vor hundert Jahren, genau wie Kaiser Franz Joseph, gestorben ist und ihr Werk zu entstauben.

Hat sie ja gemeinsam mit Evelyne Polt-Heinzl und Ulrike Tanzer, die vierbändige „Residenz-Werkausgabe“ herausgegeben, deren zweiten Teil ich gelesen habe und eine Biografie  „Berühmt sein ist nichts“, herausgegeben.

Es gab im März ein Marie Ebner Eschenbach-Symposium und Ruth Klüger hat vor ein paar Wochen im Wiener Rathaus die Festrede gehalten und heute wurde dies im Rathaus im Rahmen der „Wiener Vorlesungen“ durch einen Vortrag von Daniela Strigl „Marie von Ebner-Eschenbach- Zeitgenossin der Moderne“, ergänzt und  Elisabeth Orth, die Burgschauspielerin, hat zu Beginn  die Erzählung „Die Großmutter“ gelesen, wo eine arme alte Frau ins anatomische Institut kommt und nach der Leiche ihres Enkels, ihres einzigen Verwandten fragt.

Ja, die Baronin, die als Komtesse Dupsky 1830 in Mähren geboren wurde, war schon sehr sozialkritisch und hat sich für alle Stände und Gesellschaftsschichten eingesetzt und Daniela Strigl betonte in ihrem Vortrag wieder das Bild der Matrone, der alten Frau, die wir im Kopf haben, wenn wir an die Ebner Eschenbach denken, von der wir in der Schule höchstwahrscheinlich „Krampambuli“ und „Die Spitzin“ gelesen haben.

Sie hat betonte Daniela Strigl selbst an diesem Image eifrig gearbeitet, das vergessen machte, daß sie einmal jung gewesen ist und so verwegen, daß sie im Damensattel in den ersten Stock des Schlosses Zdislawitz geritten ist und dann wollte sie schon als unges Mädchen, die berühmteste Dichterin aller Zeiten und als Dramatikerin der weibliche Shakespeare werden, obwohl solches für eine Adelige ja als nicht standesgemäßt galt.

Sie hat aber geschrieben und geschrieben, nach dem sie mit einem Stück durchgefallen ist, hat sie das Drama aufgegeben und ist zur Prosa übergegangen, hat das in ihrer Familie verteidigen müßen, berühmt ist aber doch geworden und um 1900 die erste Ehrendoktorin der Universität Wien.

Dann kam die Aufzählung der Werke, „Unsühnbar“ ist dabei und die Erzählungen, die auch Ruth Klüger in ihrem Vortrag erwähnte, wo es um das Thema Vergewaltigung gegangen ist.

Die Gräfin war auch sehr widerspüchig, einerseits modern, dann wieder konservativ und mit den Dichterkreis. um Jung Wien mit Freud und Schnitzler hatte sie ihre Schwierigkeiten, weil wahrscheinlich zuviel Sexualität, aber als Schnitzler ihr geschrieben hat, hat sie höflich geantwortet.

Der Festsaal in dem diese Vorlesung stattfand, war sehr voll, ich bin neben meiner Hauptschulkollegin Christa U. die ich manchmal bei literarischen Veranstaltungen treffe, gesessen und gemeinsam haben wir uns gefreut, daß jetzt doch Alexander van der Bellen der neue Bundespräsident geworden ist, ob das auch die Gräfin Dubsky gefreut hätte, die mit Grillparzer befreundet war, wissen wir nicht.

Sie wurde jedenfalls wie Daniela Strigl erwähnte, auch in der DDR verlegt, in ausgewählten Ausgaben, wie sie betonte und eine solche habe ich vor kurzem im Schrank gefunden, eine 1982 bei „Aufbau“ in der Bibliothek der Klassiker erschienenes „Werk in einem Band“, in dem es am Beginn das berühmte Matronenportrait gibt, eine Photografie um 1900, also wahrscheinlich schon die Frau Ehrendoktor , darin enthalten sind:  „Die Freiherren von Gemperlein“, „Krambambuli“, „Er läßt die Hand küssen“, „Das Gemeindekind“ und der „Vorzugsschüler“.

„Das Gemeindekind“ habe ich ja noch in einer anderen Ausgabe einmal gefunden und einen Band mit „Krambambuli und andere Erzählungen“, habe ich auch.

Also sehr viel Lesestoff für eine, die sich ja eigentlich auch mehr für die zeitgenössische Literatur, als für das Neunzehnte Jahrhundert interessiert, sich aber gerade durch Zweig und Doderer gelesen hat, beziehungsweise den letzteren immer noch liest und das hat Hubert Christian Ehalt in der Diskussion von Daniela Strigl, die ja eine sehr schlagfertige und redegewandte Diskutantin ist, wissen wollen.

Wie das mit der Literatur des Neunzehntenjahrhunderts ist?  Daniela Strigl hat ja ihre Habilitation über Marie Ebner von Eschenbach geschrieben, bei der Literaturwissenschaft und auch in den Schulen ist ja wegen der Zentralmatura wenig Platz und Zeit dafür und leider hat der „Residenz-Verlag“ nur eine vierbändige Ausgabe gestattet, sonst hätte man auch ihre Autobiografie „Aus den Kindertagen“ wiederauflegen müßen.

Es war also sehr interessant nach soviel Zweig, den ich in den letzten Wochen gelesen habe, wieder mein Wissen über die Baronin aufzufrischen, obwohl es mich ja auch schon wieder nach dem Zeitgenössischen drängt.

Daniela Strigl antwortete Hubert Christian Ehalt auf die Frage, wie es ihr damit geht, daß sie sich davon manchmal durch die Lektüre aus dem neunzehnten Jahrhundert erholt. Ich würde dagegen sagen, daß ich mich jetzt schon auf das Literaturrätselspielbuch „Mimiky“ aus dem „Aufbau“ bzw. „Blumenbar-Verlag“ freue, das vielleicht noch vor dem Urlaub zu mir kommt, um mein zeitgenössisches Literaturwissen aufzufrischen, beziehungsweise zu überprüfen und das neue Buch von Annika Bühnemann soll auch zu mir kommen, es geht also rund zu mit meinem literarischen Wissen, wo ich, wie ich glaube, ja auch ohne literaturwissenschaftlichen Studium ziemlich bewandert bin und mich auch für Selfpublishing, Chicklit, Thriller und anderes interessiere, aber diesen Vortrag über die moderne Aphoristikerin, Erzählerin, Dramatikerin, etcetera sehr genossen habe und die Biuografie sollte ich vielleicht auch einmal finden, das wäre schön, obwohl ich  ja ohnehin schon so viele Bücher habe.

2016-05-22

Zur Bundespräsidentenwahl

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 21:00
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Warum ich nichts zur Bundespräsidentenwahl schreibe, hat mich Judith Gruber-Rizy nach dem ersten Durchgang gefragt, wo ich meinen damaligen Eintrag mit den Worten beendete, daß ich jetzt das Radio aufdrehe und vielleicht auch noch bedauerte, daß ich El Awadalla nicht mehr wählen konnte.

Nun das „Literaturgeflüster“ ist ein literarischer Blog oder mein höchstpersönliches Schreiben über das Lesen, das Schreiben und die literarischen Veranstaltungen, die ich besuche und auch ein bißchen über den Literaturbetrieb.

Ich bin aber auch ein politischer Mensch oder natürlich eine solche Frau, in einem sozialistschen Gemeindebau aufgewachsen, wo jedes Monat die Frau Schauffler, glaube ich, hat sie geheißen kam, um den Mitgliedsbeitrag zu kassieren, dann war ich bei den „Kinderfreunden“ in einer Tanzgruppe und im Sommer in Ferienlagern, wo ich einmal in St. Veit an der Glan fast ertrunken wäre.

Meine erste Tat aus Prostest gegen meinen Vater, war, daß ich die ÖVP wählte, die Presse habe ich mir damals, das war knapp nach meiner Matura, wo ich  im November so zwischen neunzehn und einundzwanzig volljährig wurde,auch gekauft.

Dann kam ich aber bald in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, ging zu Veranstaltung des „Bundes demokratischer Frauen“, fing irgendwann auch beim „Volksstimmefest“ zu leen an und richtig, die „Grünen“ habe ich zwischendurch auch einmal gewählt, aber eher nur kurz und was die Bundespräsidentenwahl betrifft war das ja, so weit ich es erlebte, immer eine Wahl zwischen rot und schwarz und ein Matsch wer da der Stärkere ist.

In den Siebzigerjahren war das eindeutig die SPÖ unter Kreisky und das würde ich auch, die Zeit in der ich studierte und glaubte, daß mir die Welt und der Literaturbetrieb offenstehen würden, als sehr starke Jahre betrachten.

Dann es aber auch die „Waldheim-Krise“, in dieser Zeit wurde ich in die GAV aufgenommen und da hatten wir einen Präsidenten, den vielen nicht wollten,  mit starken Prostest begegneten und beispielsweise dagegen anschrieben.

Ich auch, „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ wäre so eine Erzählung, die sich damit beschäftigt, damals habe ich an einer sehr starken Protestveranstaltung, im NIG,im Hörsaal 1, wo auch Julian oder vielleicht auch nocn Jutta Schutting, Hans Weigel am Arm hereinführte, teilgenommen und ein Stück daraus, das „Nur seine Pflicht getan“, im Titel oder im Text hatte, gelesen, das dann auch in einer von Milo Dor herausgegebenen Anthologie veröffentlicht worden ist.

Heute glaube ich, daß er wirklich nicht verstanden hat, was man ihm da vorwirft. Er hat aber nicht mehr kanditiert und Thomas Klestil, auch ein ÖVP-Kanditat mußte dann die schwarz blaue Regierung mit sauren Gesicht angeloben und Benita Ferrero-Waldner war einige Jahre später sehr verärgert, daß die „linken Feministinnen“, lieber Heinz Fischer zum Präsidenten wollten.

So weit, so what und diesmal war alles anders, denn im Dezember erklärte plötzlich Irmgard Griss, eine Frau und ein Namen, den ich damals nicht kannte, daß sie zur Wahl antreten würde. Dann hörte man Erwin Pröll will nicht, stattdessen kanditiert Andreas Khol, der ja bei schwarz blau sehr aktiv tätig war, der Name van der Bellen, der langjährige „Grünen-Sprecher“ tauchte auf, für die Sozialisten der Sozialminister und ehemalige ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer und die FPÖ nominierte statt der ehemaligen ÖVP-Bezirksvosteherin Ursula Stenzel, doch Norbert Hofer, den jüngsten der Kanditaten, der zuerst wegen seiner Jugend gar nicht wollte und den ich auch nicht sehr kannte.

Richard Lugner, der Baumeister und Society-Löwe kanditierte zum zweiten Mal und während ich dann meine Rangreihe machte, Alexander van der Bellen mit etwas Bauchweh, denn ich glaube auch, daß Wirtschaftsflüchtlinge oft einen guten Grund haben ihre Heimat zu verlassen und daß man sie gar nicht so scharf von den anderen unterscheiden kann und dann im zweiten Durchgang Rudolf Hundstorfer,  denn ich hatte ja dieses Modell eingeprägt, tauchte El Awadalla, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne, die 2005 bei der „Millionenshow“ gewonnen hat, auf und sagte „Ich kandidiere auch!“

„Fein!“, habe ich gedacht, „dann weiß ich, wem ich das erste Mal wähle!“

Aber dazu braucht man sechstausend Unterstützungserklärungen und die sind wahrscheinlich nicht so einfach zu bekommen. So fiel das dann leider weg und ich hörte mit Erstaunen, aber eigentlich noch nicht sehr interessiert, van der Bellen liegt vorne, dann kommen Hofer und Griss und als ich nach meiner Wahl am vierundzwanzigsten April mein Mittagessen machte, hörte ich im Radio, Hofer würde vorn liegen.

Das lag er dann auch mit fünfunddreißig Prozent, ganz klar an der Spitze und zuerst war noch nicht sicher,  ob ihm Alexander van der Bellen oder doch Irmgard Griss folgen werden und die beiden Großparteikanditaten weit weit ab.

Da war ich dann erstmal froh, daß ich nicht El Awadalla wählen konnte und wunderte mich bei den folgenden Wahlkampfduellen über die Sanftheit und die viele Zustimmung von Alexander van der Bellen für Norbert Hofer und habe auch nicht ganz verstanden, warum er angegriffen wurde, weil er einmal bei der SPÖ war und dann „Sprecher der Grünen“ war.

Die Duelle wurden schärfer und ich habe mir in der letzten Woche sehr viele angeschaut, auch das Konzert für van der Bellen auf der „You Tube“ oder „Facebook Seite“ und habe mitgefiebert, denn ich möchte eigentlich auch keine Beschimpfungen, Kornblumen und Burschenschaft, sondern Solidarität und Weltoffenheit und da habe ich vor einer Woche am Markt von St. Pölten einige unerfreuliche Szenen erlebt.

Es ist also sehr spannend und sehr sehr ungewöhnlich, wer der nächste Präsident von Österreich werden wird?

Der Bundeskanzler ist  inzwischen auch zurückgetreten, beziehungsweise wurde er am ersten Mai am Rathausplatz, als wir seit langen wieder Mal in Harland und beim Kirtag in Wilhelmsburg waren, ausgebuht und die Menschen sind frustiert und von der Flüchtlingskrise, die wir das letzte Jahr erlebt haben, auch überfordert.

Die Politik und die Medien waren da auch nicht sehr hilfreich,  daß das aber durch Rechtsruck, Drohungen und Beschimpfungen besser wird, glaube ich nicht.

Ich bin also sehr gespannt, wie das Duell zwischen blau und grün ausgehen wird, das, wie ich höre  und lese  sehr, sehr knapp werden wird, da ja noch die Wahlkarten ausgezählt werden müßen, mit denen van der Bellen mit ein paar Stimmen vorne liegen könnte und dann muß man, wenn man sich so die Facebookkommentare ansieht, ein zerstrittenes Land wieder zusammenbringen und die Gräben schließen, die jetzt geöffnet sind, weil sich alle gegenseitig beschimpfen.

 

2016-05-21

Literarische Reisevorbereitung

Wir werden ja demnächst nach Kroatien auf Urlaub fahren und so haben meine Lektürevorbereitungen schon  begonnen, da ich mir  vor einiger Zeit angewöhnt habe, auf meinen Urlauben jeweils landesspezifische Bücher zu lesen, in Ungarn also einen Ungarn-Schwerpunkt mit Sandor Marai, Magda Szabo, Imre Kertesz etcetera, nach Litauen habe ich mir die Leseprobenhefterln mitgenommen, die ich in Frankfurt 2002 bekommen habe.

Bei der Radfahrt von Ulm nach Regensburg habe ich überhaupt gleicheinmal meinen schwarzen Reisekorb mit „Thalia-Abverkaufbüchern“ zum Deutschen Lesen angefefüllt und bin dann mit einem solcherart gekauften Clemens Meyer ein paar Wochen später nach Leipzig zu Utes Geburtstagsfest gefahren.

Die kroatische Buchauswahl hätte ich gedacht, sollte nicht  schwer sein, gibt es ja auf der Buch-Wien und auf den Messen immer  diesbezügliche Schwerpunkte von „Kultur-Kontakt“, „Wieser“ bringt mit seiner „Edition Zwei“ immer Zweisprachige und hat auch die „Europa-Erlesen-Reihe“, aber dann habe ich gesucht und gesucht und außer Marica Bodrozic, 1973 in Jugoslawien geboren,  seit 1973 in Deutschland lebend wie in der Erstausgabe von „Tito ist tot“ steht, die ich vor Jahren, als es noch keine Bücherschränke gab, in einer Kiste vor einem Antiquariat, um nur dreißig Cent, glaube ich, in einer Kiste gefunden und nicht gelesen habe, weil ich Erzählungen nicht mag, nicht so viel gefunden.

Bei „Europa erlesen“ gibt es bei mir nur „Belgrad“ und „Budapest“, neben „Niederösterreich“, „Linz“ und „Wien“, die ich vor einem Jahr etwa im Schrank gefunden habe und bei der „Eiition „Zwei“, gabs nur Stanko Andrics „Der Simurg“ und dann neben dem schon gelesenen,  eher slowenische Autoren, wie die überhaupt in der Mehrzahl zu sein scheinen, „Hermagoras“, hat mir da ja einmal eine ganze Kiste geschickt  und wenn ich nach einem mir bekannten Autorennamen googlete, habe ich sehr oft entdeckt, daß das Slowenien sind, wie sich ja vielleicht überhaupt die Frage stellt, wer als kroatischer Autor zu verstehen ist?

Bei Marica Borozic, steht im Buch „In Jugolslawien geboren“, sie lebt aber in Deutschland, das trifft auch auf Jagoda Marinic zu oder nicht einmal, denn die wurde 1977 in Waiblingen geboren, ihre Eltern stammen aber aus Dalmatien, dem südlichsten Zipfel von Kroatien und an die habe ich bei meiner Suche, als ich schon Marica Bodrozic und Bora Cosic herausgesucht hatte, gar nicht gedacht, da ist aber Alfred mit einem von ihr geschriebenen „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ gekommen und ich habe mich daran erinnert, daß die Autorin beim „Bachmannpreis“ gelesen hat und ich einmal bei einem dieser „Ein Euro Buchlandungs-Abverkäufe“ von ihr den Geschichtenband „Eigentlich ein Heiratsantrag“ gekauft habe.

Es ist also gar nicht so leicht zu erkennen, ob der im ehemaligen Jugoslawien geborene Autor, jetzt ein Kroate ist oder nicht.

So wurde Bora Cosic, der im März auf der Liste für den „Leipziger Buchpreis“ stand 1932 in Zagreb geboren, lebt, wie  in meiner in der  „Edition Brigitte“ erschienenen Ausgabe von „Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution“ steht, in Rovinij, Istrien und Berlin, das Buch ist aus dem Serbischen übersetzt, Dragan Velikic, der ehemalige serbische Botschafter hat seine Jugend in Pula verbracht und auch einen Roman darüber geschrieben und Marica Bodrozic kann man wahrscheinlich auch nicht als typische kroatische Schriftstellerin bezeichnen.

Solche habe ich also nicht gefunden, beziehungsweise nicht in meinen Buchständen und ich kaufe mir für meine Reiselektüren ja nur selten extra was, sondern schöpfe aus meinen schon vorhandenen Bücherbergen.

Der Alfred aber kauft, nämlich bevorzugt Reiseführer und da hat er mir, wie schon erwähnt Jagoda Marinics „Gebrauchsanweisung“ gebracht und dann noch eine „Picus Lesereise Kroatien“ von Tomo Mirko Pavlocic, nämlich „Krawatten, Schlösser, Weinberghäuser“, einen uralten „Dubrovnik-Reiseführer“, aius dem Jahr 1976, sieht heute wahrscheinlich alles anders aus, habe ich im Schrank auch einmal gefunden und dann bin ich Leipzig auf der Buchmesse extra zum Kroatienstand gegangen, wo ich allerdings nur einen englischsprachigen Katalog „V B Z – the best of Coratian Literature“ entdeckte, wo ich Autorenportraits und Buchvostellungen von Ivica Prtenjaca, Ankica Tomic, Aleksandar Novakovic, Dragan Pavelic, Predrag Crnkovic, Hrvoje Salkovic, Nura Bazdulj-Hubijar, Davor Spisic, Marinko Koscec, Jelena Markovic und Josip Mlakic, Namen die mir eigentlich nicht viel sagen, gefunden habe, den ich mir aber auf meine Reise, neben den schon erwähnten Reiseführern, dem Bora Cosic Roman, den „Simurg“ und „Tito ist tot“ mitnehmen werden.

„Eigentlich ein Heiratsantrag“ werde ich für alle Fälle auch einpacken, damit ich in Kroatien keinen Lesenotstand bekomme, obwohl das Buch wahrscheinlich nichts damit zu tun haben wird und dann könnte ich auch andere Bücher von der Liste, wie Chick Lists oder Krimis, die ja immer für Reisen empfohlen werden, einpacken.

Da habe ich auch einen Eugen Roth Gedicht Band „Gute Reise“ auf meiner Leseliste, denn ich  lesen sollte, damit ich endlich zu meinem Vicki Baum-Schwerpunkt komme und während meiner Berührungsrecherchen bin ich auf ein anderes Buch gestoßen, das passen könnte oder, wie die anderen schon erwähnten Bücher auch wieder nicht, nämlich Heimito von Doderers  „Die Wasserfälle von Slunj“, die sich ja dort befinden, aber heute, wie Doderer in den Sechzigerjahren, wo er das Buch geschrieben hat, schreibt, wahrscheinlich gar nicht mehr existieren.

Das Buch werde ich bis zu meiner Abfahr wahrscheinlich schon ausgelesen und besprochen haben, also mit leichten Gepäck zwei alten und einem aktuellen Reiseführer nach Kroatien, Bora Cosic, Stanko Andric und Marica Bodrozic und ansonsten auf der Buch Wien, in Leipzig, etcetera die Ohren und die Augen aufhalten, wenn es wieder etwas über die kroatische Literatur zu hören und zu sehen gibt und vielleicht ist in Kroatien dann ohnehin nicht soviel Zeit zum Lesen, weil man sich im Urlaub ja das Land anschauen soll, so daß ich gespannt bin, was ich alles von dem Mitgenommen lesen werde.

Aber das Büchersammeln bin ich in Zeiten, wo in den Blogs überall die Bücher aussortiert werden und an Hand von einem tollen Buch über das tolle Gefühl des Loslassens und sich Befreien geschrieben wird, ist, bin ich daraufgekommen, in diesem Punkt nützlich und werde es höchstwahrscheinlich weiterbetreiben, da ich ja, wie man sieht, immer wieder alte Bücher hervorziehe oder auch schon Mal, was  Gelesenes nochmals lese, obwohl ich mich inzwischen gar nicht mehr so an meine Leseliste halte und herumjongliere,  Bora Cosic und Marica Bodrozic, beziehungsweise Stanko Andric stehen  noch gar nicht darauf.

2016-05-20

Polemik und Essays in der Rotlichtbar

Ich habe es ja schon einmal geschrieben, am Freitag gibt es eher wenige literarische Veranstaltungen, beziehungsweise gehe ich , seit der Alfred in Altersteilzeit ist, an diesem Tag nicht so gerne wohin und wir sind da manchmal auch schon in Harland.

Auf der anderen Seite drängt es mich aber täglich zu bloggen und da wir nächste Woche  auf Urlaub fahren, habe ich meine Artikel, die bis dahin erscheinen sollen, auch schon in etwa vorausgeplant.

Kurzer Sinn der langen Rede, ich brauchte für heute eine Veranstaltung, über die ich schreiben kann, fand aber nur im Literaturhaus eine, die mir nicht besonders literarisch erschien und dann ein Musikprogramm in der „Alten Schmiede“, also auch etwas über das ich nicht unbedingt bloggen will und dann erreichte mich das Programm des „Aktionsradius“, die jetzt Veranstaltungen in der „Arene Bar“ in der Margaretenstraße, also nicht sehr weit von mir, haben und da gab es am Freitag eine Buchvorstellung, Richard Schuberth von dem ich ja noch ein Buch auf meiner Leseliste habe, stellt Mladens Savics bei „Drava“ erschienene Essays, Reflexionen und Polemiken  „Mücken und Elefanten“ vor und das Problem war gelöst.

Kenne ich ja Richard Schuberth, der mir immer seine Aussendungen schickt, als kritischen Denker, wir haben glaube ich auch schon ein- oder mehrmals am Volkkstimmefest gelesen, deshalb bin ich vielleicht auch in seinem Verteiler, die „Arena-Bar“ kannte ich nicht, zumindestens nicht als literarischen Ort.

Es gibt dort aber eine Literaturrreihe, einen Rotlicht Poetry Slam“, wo nächste Woche  Christian Schreibmüller auftritt, gibt es auch und der heißt wahrscheinlich so, weil der Ort dieser literarischen Veranstaltung, die klassische Nachtbar ist, also Rotlicht, roter Samt und goldene Stühlchen, dort wo es früher  vielleicht Sex und Eroitk  gab und die Sektkorken knallten, jetzt aber gelesen wird und vor Jahren war ich einmal am Vormittag an so einem Ort, da hat glaube ich, der „Molden-Verlag“ eingeladen und man konnte über das künftige Verlagsprogramm abstimmen.

Jetzt stellte der1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der 1985 nach Österreich kam und 1988 nach Kanada übersiedelte, dort Philosophie studierte und 2007 wieder nach Wien kam, seine sechsundzwanzig Essays vor und der scheint ein sehr origineller ungewöhnlicher Geist zu sein, ein linker kritischer Denker, der aber allgemein verständlich und verrgnüglich schreibt, wie ihn ihn Richard Schuberth  einleitete.

Einige seiner Texte sind schon im „Augustin“ erschienen, so hat auch Robert Sommer, der im Publikum war, die Lesung vermittelt und dann ging es durch die radikalen Thesen und zu den Fragen, wo heute die Intellektuellen stehen?

Mladen Savic, hat die Texte nur jeweils kurz angelesen, so daß man sich das Buch dann auch zum Selbstkostenpreis und mit Unterschrift, wie das so üblich ist, kaufen konnte und begann mit der Rolle des Intellektuellen und der Frage des Geistes, der für Mladen Savic sehr wichtig zu sein scheint und der auch beklagte, daß manche Leute nurund demonstrieren, aber nicht diskutieren wollen.

Es ging dann  um Bildung,  aber auch um die Schere zwischen arm und reich oder überhaupt über die herrschenden Verhältnisse.

Ein Essay ging über Platon, beziehungsweise Sokrates, ein anderer erklärt das Werk Nietzsches, wozu der Philiosophieprofessor Konrad Paul Lissmann fünfhundert Seiten brauchte, wie Richard Schuberth anmerkte, in knappen zwölf Seiten und Mladen Savic erklärte dazu, daß er in der Schule den Lehrern durch seinen Wunsch zu diskutieren negativ aufgefallen ist, so daß ihm seine Mutter mit vierzehn Nietzsche schenkteund ihn damit verdorben, beziehungsweise zu dem Philosphen hingeführt hat.

Es gab aber auch einen Essay über die Wirtschaftskrise und einen über die Medien und danach eine Diskussion, wo es wieder, um die Bildung, aber auch über die Wahlprognosen für den kommenden Sonntag ging, die den Autor aber nicht besonders aufregte, ist er ja auch international ausgebildeter Wahlbeobachter und ich habe wieder einen neuen literarischen Ort und einen interessanten, unkonventionellen Autor kennengelenrt, obwohl die Philosophie ja nicht unbedingt mein Spezialgebiet ist.

2016-05-19

Fouche

Jetzt kommt eine andere literarische Seite Stefan Zweigs, neben seinen leidenschaftlichen Novellen, mit denen er berühmt wurde, der „Welt von Gestern“ und seinem Roman „Die Ungeduld des Herzens“, hat er auch viele Biografien geschrieben.

Die von „Marie Antoinette -Bildnis eines mittelmäßigen Charakters“, eine Büchergilde Gutenbergausgabe, aus dem Bücherkasten meiner Eltern, habe ich, glaube ich, noch als Hauptschülerin gelesen, wo ich mich sehr für Geschichte interessierte und Napoleon sehr verehrte, dann gibt es die von „Maria Stuart“ „Balzac“, „Magellan“ etcetera und dann die von Joseph Fouche, dem französischen Polizeiminister unter Napoleon „Der Mann, der Napoelon Furcht einjagte“, steht auf meiner Fischer TB-Ausgabe, aus dem Jahr 1964, ein Fund aus dem Bücherschrank, 1929 geschrieben, die ich nach dem Roman, der Autobiografie und den Novellen, jetzt gelesen habe, ein ganz anderer Stil des Vielschreibers, der auch noch sehr viel auf Reisen war, wie er das wohl alles machte, seine Manuskripte wird wahrscheinlich seine Sekretärin getippt haben und um an das Material heranzukommen, Google hat es damals noch nicht gegeben, dürfte er diverse Memoiren, zumindest erwähnt er das in dem Buch, benützt zu haben.

Interessant, interessant, obwohl ich mich für die Geschichte nicht mehr so interessiere und die französische Revolution für eine sehr blutige halte, so daß ich eigentlich gar nicht verstehen kann, daß sie heute noch am vierzehnten Juli gefeiert wird, habe ich auch schon einiges gelesen, am Pfingstmontag vor ein paar Jahren  Victor Hugos „1793 Frankreichs Schreckensjahr“ beispielsweise, das ich während des Lesemarathon, den ich damals machte, im Schrank gefunden habe und Joseph Fouche und Marie Antoinette passen zeitlich auch  zusammen, hat er ja das Todesurteil des französischen Königs unterzeichnet oder ausgerufen, der 1759 geborene, wie Zweig betont, häßliche Mann, der die unteren kirchlichen Weihen erhielt, eine zeitlang Mathematik in Priesterseminaren unterrichtete, bevor er sich der Revolution anschloß, zum Schlachter von Lyon wurde, Kirchen plünderte und dann zuerst Polizeiminister der Revolution wurde, Robespearre hat er auch zum Sturz gebracht. Dann war er zweimal ein solcher unter Napoleon, wurde von dem aber versetzt, als er  selbständig Friedensverhandlungen begann, ein gigantisches Spitzelwesen, wo er alle überwachte, hat er vorher auch noch eingeführt. Er der zuerst ein kommunistisches Manifest schrieb, die allgemeine Armut verordnete, wurde dann zum Millionär und zum Herzog, stürzte danach auch Napoleon, führte die Bourbonen wieder ein, die ihm aber den Königsmord nicht verziehen, so wurde er nach Linz versetzt, wo er sich mit seinen Verteidigungsschriften beschäftigte, beziehungsweise seine Memoiren schrieb.

Wenn man kurz vorher Stefans Zweig leidenschaftliche Novellen und seine sehr ehrliche Biografie gelesen hat, wird man den Stil vielleicht ein wenig trocken finden, die „Amazon Rezensenten“ schreiben allerdings etwas „von spannend von der erste Seite an“, wahrscheinlich liegt es auch am Gegenstand, der Darstellung des „Bildnis eines politischen Menschens“, wie der Untertitel heißt.

Interessant ist natürlich all das Faktenwissen. Zweig zieht auch Schlüße und macht Feststellungen. Der Aufstieg und der Fall eines französischen Polizeiministers zur Zeit der französischen Revolution interessiert mich aber heute nicht mehr sehr, spannender vielleicht die Verbindungen zum ersten Weltkrieg, die Zweig an ein paar Stellen zieht und spannend auch die Vielseitigkeit Zweigs, des überzeugten Europäers und spannend mich durch sein Werk zu lesen, das ich höchstwahrscheinlich demnächst mit dem 1941 geschriebenen „Brasilien-ein Land der Zukunft“, das vermutlich wieder eine andere Facette seines literarischen Schaffens zeigt, beschließen werde.

2016-05-18

Literatur Fälschungen

Im Literaturhaus wurde heute ein sehr interessantes und auch ungewöhnliches Buch präsentiert, „Mimikriy, der große Literaturschwindel“, erschienen bei „Blumenbar“ und als ich vor ein paar Wochen im Literaturhaus gesessen bin und das neue Programm studierte, ist mir die Veranstaltung aufgefallen, da ich ja eine Büchersammlerin, eine literarische Rätselraterin und Literaturquizzinteressierte bin und weil mir „Aufbau“ immer seine Bücher schickt, habe ich es  angefragt, leider bin ich dabei aber auf die Beantwortung der Herbstvorschauwünsche gekommen, so daß mein Wunsch wahrscheinlich untergegangen ist, was aber gar nichts macht, denn erstens habe ich ja schon eine so elendslange Bücherliste, daß ich bezüglich meines Recherchelesens nicht und nicht zu meinem „Vicki-Baum-Schwerpunkt komme, von allen anderen Plänen ganz zu schweigen und zweites stand im Programm, konnte man das Buch ja auch bei der Veranstaltung gewinnen und da ich ja keine so ganz unbedarfte Literaturkennerin bin, habe ich mir eine gewisse Chance ausgemalt, erstelle ich mir ja immer selber meine Leserätsel und wahrscheinlich auch meine Literaturspiele und, um ein solches handelt es sich auch bei „Mimikry“, dem von Philipp Albers und Cornelius Reiber herausgegebenen Buch, das auf Grund eines Spieles entstanden ist, das im letzten Sommer in Berlin stattfand und zwar wurden da immer einige Literaturexperten, Autoren, Kritiker, Intellektuelle etcetera zu einer Runde eingeladen und dann wurde aus dem jeweiligen Bücherregal ein paar Bücher herausgesucht, erinnert mich ein bißchen an meine „Wurf- und Greifworte“ mit denen ich mich ja in letzter Zeit bevorzugt beschäftigte.

Aber da wurden ein paar Seiten aus einem Buch vorgelesen, um auf den literarischen Stil des Autors hinzuweisen, danach der erste Satz und dann mußten die Anwesenden so zwischen fünf  und acht Personen, Rona von Rönne war dabei und Iloma Mangold, der aber angeblich immer falsch geraten hat, einer war der Spielleiter, die nächsten Sätze weiterschreiben.

Der Spielleiter schrieb die Richtigen und nachher mußte man raten, welcher Satz  vom Originalautor aus dem Originalbuch war. Da gab es, glaube ich, achtzig Bücher und einige Runden und so ist dann die Idee entstanden,  ein Buch daraus zu machen, wo die jeweiligen Spielabende mit Fotos und den falschen und den richtigen Texten enthalten sind.

Die beiden Herausgeber erzählten das, dem ziemlich leeren Literaturhaus, obwohl, glaube ich, in dem Vorraum sogar die Videowand hergerichtet war, falls ein großer Andrang wäre, weil ja als Literaturexperten und Rätselerrater Tex Rubinowitz, der Bachmannpreisträger vor zwei Jahren, bei dem ich schon einmal in einem sehr vollen Literaturhaus war und dann noch Hanna Engelmeier eingeladen wurden.

Das Publikum durfte  mitraten und das tue ich ja sehr gerne und würde ja auch einmal beim Literaturquizz der „Buch-Wien“ teilnehmen, so waren Zettel ausgeteilt und dann ging es los mit den vorbereiteten fünf beziehungsweise sechs Bücher.

Das erste war von Werner Herzog, die „Eroberung der Nutzlosen“, der ja, glaube ich, eher ein Filmregisseur war, so hatte ich keine Ahnung, was ich raten sollte und bin auch falsch gelegen, die beiden Experten lagen aber richtig, obwohl Tex Rubinowitz immer ziemlich herumredete und den Ahnungslosen markierte.

Beim zweiten war es dann leichter, denn „Amerika“ ist so ziemlich der einzige Kafka den ich gelesen habe und daß Karl Roßmann dorthin geschickt wurde, weil er das Dienstmädchen seiner Eltern geschwängert hat, habe ich mir gemerkt, obwohl ich mir das Buch, glaube ich, schon als Studentin kaufte.

Dann durfte man zwischen Houllebeque und Beigbeder wählen, das Publikum entschied sich für die „Ausweitung der Kampfzone“, das habe ich dann richtig erraten, während ich mir bei Nietzsche „Also sprach Zarathrustra“ und Felizitas Hoppe „Hoppe“, die ich ja vor kurzem in Göttweig aus diesem Buch lesen hörte, mehrere Alternativen vorstellen hätte können.

So brachte ich es dann schließlich auf vier richtige Antworten, habe das Buch aber trotzdem nicht gewonnen, das tat eine junge Kunststudentin, deren Hund man dann bewundern konnte und Wein und Bier und mehr oder weniger intellktuelle Gespräche gab es auch und wenn ich mit den „Berührungen“ dann fertig bin, kann ich ja wieder nach meinen „Wurf und Greifgeschichtenbüchern“ fassen und sozusagen für mich selber „Mimikry“ spielen und mir aus dem gefundenen Wort meine eigenen Geschichten machen und den Spaß meine eigenenen Romananfänge aufzuschreiben, habe ich mir auch einmal gemacht.

2016-05-17

Wochenbeginn

Am Sonntag war es dann beim Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen ein wenig kalt und windig und die Gespräche, die man an den Weinfäßern vor den Ständen über die kommende Bundespräsidentenwahl machen konnte, waren auch nicht unbedingt erfreulich.

Der Alfred ist dann bei der Rückfahrt auch noch vom Rad gestürzt und hat sich den Arm geprellt und ich habe mir in der Nacht die „ATV-Diskussion“ mit Alexander van der Bellen und Norbert Hofer ohne Themenvorgabe und Diskussionsleiter angeschaut, die von den sie anschließend analysierenden Politikberatern, als untergriffig empfunden wurde.

Ich habe sie gar nicht so schlecht empfunden, denn es ist ja auch sehr wichtige Wahl, beziehungsweise Weichenstellung, ob wir jetzt einen „grünen“ oder „blauen“ Bundespräsidenten bekommen sollen, da diesmal die Farben der beiden Großparteien, die sonst üblich wären, beim ersten Durchgang weggefallen sind.

Gestern gab es noch ein Konzert auf Alexander van der Bellens Facebookseite „Stimmen für van der Bellen“ mit Hubert von Goisern, Andre Heller, Andreas Vitasek und noch vielen anderen Künstlern, beziehungsweise Botschaftsgebern, das mich auch einige Stunden gekostet habt und heute habe ich wieder mit dem Korrigieren der „Berührungen, das jetzt „Nicht berühren oder Variationen der Romanentstehung“ heißen wird, angefangen.

Da habe ich ja das letzte Mal geschrieben, daß ich mit den ersten zwei oder drei Szenen noch immer nicht einverstanden bin. Ab Szene fünf, wo die Anna Augusta in Theo Hardenbergs Praxis geht und der ihr einen Tip für eine Szene gibt, wird es besser.

Aber in den Anfang bin ich wieder viel zu schnell, beziehungsweise ohne recht zu wissen, wie, hineingegangen, denn nur mit dem „berühren“ oder „Angesichts der Flüchtlingskrise darf man nicht um die Welt reisen“ geht es vielleicht nicht.

Das habe ich jetzt, obwohl ich es ohnehin schon öfter machte, noch einige Male durchgenommen und diesmal je ein paar Sätze hinzugefügt, um das Ganze fülliger beziehungsweise verständiger zu machen.

Mal sehen, wie weit ich damit komme und wie zufrieden ich damit bin, ansonsten ist es vielleicht spannend, daß ich diesmal, womit ich ja früher immer Schwierigkeiten hatte, den Inhalt nacherzählen kann.

Es gibt drei oder vier Ebenen, die Himmelsgeschichte mit Zweig, Doderer und Anne Frank, die Ebene mit Zarah, den Studenten und Hildegard Hadringer und dann, die der Anna Augusta, die ihrem Psychiater Theo Hardenberg ihren Roman erzählt, beziehungsweise dieser in den drei Ebenen entsteht, deshalb der Titel und als Buchtext habe ich gedacht, könnte ich die „Bierdosen-Geschichte“ nehmen, die ich mir bei der letzten Schreibgruppe ausgedacht habe. Die müßte wahrscheinlich gekürzt werden, damit sie auf den Buchrücken passt, aber sonst ist das vielleicht ganz spannend.

Der Druckauftrag für „Paul und Paula“ ist gegeben, jetzt bin ich gespannt, ob das Buch noch kommt, bevor wir auf Urlaub fahren und die „Nika“ müßte auch noch fertig werden, damit wir das Dummie bestellen können. Das wird sich wahrscheinlich nicht mehr ausgehen, da es aber ohnehin ein Adventkalender ist, ist noch Zeit, bis das Buch zur Jahreszeit passt, denn für den Sommer liest man ja ohnehin besser ein Sommerbuch, also meine „Ereignisreichen Sommererlebnisse vierer prekärer Literaturstudentinnen“, beispielsweise.

Bezüglich Lesungen kann ich vermelden, daß sich jetzt Christoph Kepllinger gemeldet hat, der an der letzten „Linken Wort Anthologie“ arbeitet und für die nächste Lesung das Thema „Arbeit“ vorschlägt, da habe ich ja sicher einige Texte, obwohl ich noch nicht extra darüber nachgedacht habe, aber ein Text über eine Romanentstehung gehört ja auch zum Thema Arbeit.

Mit dem Zweig und Doderer lesen, komme ich auch bald an das Ende, beziehungsweise habe ich jetzt den „Fouche“, die Biografie über den französischen Polizeiminister angefangen und da ist erstens spannend, daß Stefan Zweig neben seinen leidenschaftlichen Novellen, auch vielleicht nicht ganz so erfreuliche Biografien schrieb, denn der Joseph Fouche war ja ein ziemlicher Wendehals, beziehungsweise sicher unangenehmer Zeitgenosse.

Mir ist er jedenfalls nicht sympathisch und zweitens ist interessant, daß er in den „Berührungen“ auch vorkommt und zwar sitzt er im Wolkencafe mit Marie Antoinette an einem Tisch, was vielleicht nicht ganz passend ist, weil er ihr Todesurteil unterzeichnete, aber im Himmel ist ja alles vorstellbar, ich kann ihn aber auch immer noch an den Nebentisch setzen und sie feindlich zu ihm hinübersehen lassen.

„Brasilien“, das Buch, das Stefan Zweig über seinen letzten Aufenthaltsort schrieb, ist jetzt auch gekommen, das ist dann wahrscheinlich der letzte Zweig, den ich zu Recherchezwecken lese, von Doderer warten ja noch die „Wasserfälle von Slunj“ auf mich, die ich auch nach Kroatien mitnehmen kann und wenn wir zurückkommen, läuft vielleicht der Film „Vor der Morgenröte“, wo Josef Hader, den Zweig spielt, der, um wieder zum Ausgangsthema zurückzukommen, auch in den „Stimmen für van der Bellen“ aufgetreten ist und spannend, wer dann am Sonntag unser neuer Bundespräsident werden wird, ist es sicher auch und kann in den „Berührungen“ auch noch ergänzt  werden, bevor die Hildegard Richtung Istanbul mit ihrem blauen VW-Bus fährt.

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