Literaturgefluester

2021-04-23

Zweiter Corona-Buchwelttag

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 00:50

Der „Welttag des Buches“ wird seit 1995 am dreiundzwanzigsten April gefeiert, weil da sowohl Wiliam Shakespeare, als auch Miguel de Cervantes ihren Todestag haben und es bei den Katalanen Brauch war, an diesem Tag Rosen zu verschenken. Man kann das natürlich auch bei Büchern machen und ich weiß nicht mehr genau in welchen Jahr ich auf dieses Datum aufmerksam wurde. Da gab es aber Gratisbücher des deutschen und auch österreichischen Buchhandels und man konnte in Buchhandlungen gehen und sich dort ein Buch aussuchen, was ich auch machte.

Der österreichische Hauptverband hatte immer ein Gratisbuch. Es gab ein oder zweimal eine Bücherbim und irgendwelche Veranstaltungen. In Deutschland wurde einmal eine Schachtel voller Bücher an Interessierte verschickt, die man dann verteilen konnte und da hat sich Wolfgang Tischer vom Literaturcafe einmal aufgeregt, daß die Leute die Bücher gar nicht wollten.

Aber vielleicht dachten sie, man wollte ihnen die Bibel ansdrehen oder Geld dafür haben. Anna Jeller hat ein paarmal ihre Leseexemplare verpackt ins Schaufenster gelegt, die man sich holen konnte. Ich war einmal zu einem Fest der Wohnpartner eingeladen und habe weil ja eine Bücherfee, Ratte oder was auch immer bin und dsher auch ein besonderer Tag.

Aber heuer haben wir ja noch immer Corona und wie im letzten Jahr Lockdown. Das heißt die Buchgeschäfte geschlossen und der Hauptverband hat, glaube ich, im Vorjahr auch mit der Gratisanthologie aufgehört. Was macht man also heuer um diesen Tag zu feiern? Denn das sollte man doch. Noch dazu, wo Lesen in Zeiten der Ausgangssperre ja zu den wenigen Dingen gehört, die man darf oder kann und das gibt auch Anlaß für einen schönen Blogartikel über das Lesen in Coronazeiten, was ich intensiv betreibe und mich demnächst auch mit den Leipziger Buchpreis- Büchern beschäftigen und wenn man bloggt hat man auch das Glück, daß manche Informationen ins Haus kommen und so hat mich der Grützner-Literaturtest auch zu einem digitalen Netzwerk eingeladen, wo sich die Blogger besser kennen lernen können und der „Schöffling- Verlag“ veranstalt eine „Lange Nacht der Lyrik“, wo von sechs bis ein Uhr früh siebzig Lyriker und Lyrikerinnen darunter, glaube ich, auch Monika Vasik ihre Gedichte lesen und es gibt ja auch verschiedene Seiten, wo man sich über das Lesen austauschen kann.

Und dann hat mich auch ein Jeremy und mich auf seine Website „Reihefolge.org“ aufmerksam gemacht, die sich auf Serien spezialisiert hat und mich zu einen Besuch eingeladen. Also voila, bevor ich mich auf die „Lange Nacht der Lyrik“ begebe und vielleicht auch zum „Wortschatz“ der ja offen hat, schaue ich nach, was mir die Seite zu bieten hat, obwohl ich ja keine Serienleserin bin und sich bei meinen Leseverhalten im Laufe der Zeit einiges verändert hat.

Jetzt lese ich hauptsächlich Gegenwartsliteratur, Neuerscheinungen und die Backlist meiner Bücherschrankfunde. In letzter Zeit sehr viele Buchpreise, den deutschen, österreichischen, schweizer und jetzt auch den des Leipziger Buchpreises,. Bin aber, wie meine Leser wissen, offen für alle und möchte immer noch sehr gerne alles lesen. Also lese ich auch Krimis, Chicklits und habe mich auch einmal an erotischer Liiteratur oder Science Fiction probiert und da hat die Serienseite auch einiges anzubieten. Unterscheidet sie bei ihren eintausenfünfhundert Autoren, die sie schon etwa vierzigtausend Menschen dargeboten haben, zwischen Krimis und Thriller, Fantasy, Science Ficton, Romane und Erzählungen, historische Romane, Liebe und Romantik, Kinder und Jugendbücher, Horror, Lachen und Erotik. Also ganz schön viel und jetzt hineingetaucht in die Serien und schauen, job ich was bekanntes oder auch Neues finde?

Bei den Krimis werde ich schon mal fündig. Denn da ist gleich einmal Sebastian Fitzek aufgelistet, von dem ich schon viele Bücher gefunden und auch einige gelesen habe. Als Serie hätte ich das gar nicht empfunden. Von Dan Brown habe ich, glaube ich, schon was gefunden, aber noch nichts gelesen. Kathy Reichs ist mir vollkommen unbekannt. Von Nele Neuhaus habe ich das „Schneewittchen“ gelesen und von Volker Klüpfl auch schon viel gefunden. Stieg Larsson ist ein Serienschreiber und inzwischen verstorben, wurde aber, glaube ich, weitergeschrieben. Dann würde ich noch die Serienschreiberin Eva Rossmann anfügen von der ich schon sehr viel, fast alles gelesen habe.

Weiter geht es mit der Fantasy, wo ich, wie gestehen muß eigentlich nur Stephen King kenne, beziehungsweise ihn auf meiner Leseliste stehen habe, weil er bei den Bloggern einen großen Fankreis hat und bei der Sciene Fiction ist mir Andreas Eschbach und Haruki Murakami bekannt, obwohl ich den eigentlich nicht in disee Schachtel geschlichtet hätte. Er kommt aber, kann ich gleich anfügen bei den Romanen und Erzählungen nochmals vor. Da gibt es dann noch Ceceilia Ahern, Jojo Moyes, Lucinda Riley, Charlotte Link und Markus Zusak, da hätte ich auch noch großen Nachhollesebedarf.

Auf der historischen Schiene habe ich schon Ken Follet und Noah Gordon gelesen, bin da aber keine Spezialistin. Bei der Romantik ist mir Daniel Glattauer am besten bekannt, obwohl ich den gar nicht so eingeschätzt hatte.

Bei Lachen und Satire taucht zu meinen Erstaunen Sophie Kinsella auf, hätte ich die doch eher unter Liebe und Romantik eingereiht, aber viel von ihr gelesen und bin ein großer Fan von ihrer „Schnäppchenjägerinr. Danngibt es noch David Safier, Tommy Jaud, Kerstin Gier, die ebenfalls als Lliebesautorin eingereiht hätte und Marc-Uwe Kling dessen „Känguru- Bücher“ überreichtvon der lieben Doris ich in Harland auf dem Bücherstapel liegen habe.

Die Kinder und Jugendbücher, den Horror und die Erotik überlasse ich meinen Lesern sich da selber fündig zu machen, wünsche einen schönen Welttag des Buches, erinnere daran, daß man Bücher wenn die Buchläden schon geschlossen haben, ja auch bestellen kann und verweise auf die offenen Bücherschränke die ja immer offen haben. Also schönes Lesen! Was soll man auch in Zeiten wie diesen anderes machen?

2021-04-22

Geschichte schreiben in der „Gesellschaft“ und in der „AS“

Heute habe ich schon gedacht, ich könnte mich weder von der „Gesellschaft“ in die „AS“streame,n noch meinen täglichen „Literaturgeflüster-Artikel“ schreiben“,denn mein Computer, ich habe es, glaube ich, schon angedeutet, ist seit fast einem Jahr am Eingehen. Der Neue zwar schon bestellt. Aber die Liieferung verzögert sich immer wieder und wiederund so hatte ich in den letzten Tagen zunehmende Schwierigkeiten beim Hochladen, bis er mir gestern Abend wirklich abgestürzt ist. Zum Glück gibt es aber Reparaturanstalten und so habe ich ihn rechtzeitig vor sechs wiederbekommen und dazwischn mein „Corona-Textebuch“ auch ohne OE24 im Hintergrund laut lesend durchkorrigiert und bin dabei auf Fehler und Fehler gestoßen, so daß ich tagsüber sehr beschäftigt war, wo ich schon dachte, ich bin ohne Computer verloren und kann nichts anfangen und am Abend gab es ein abwechslungsreiches Literaturprogramm,so daß ich bequem zwischen der „Gesellschaft“ und der „Alten Schmiede“ wechseln konnte, während ich meine Misik-Rezension korrigierte, zu der ich gestern nicht gekommen bin, aber noch viele Fehler drinnen hatte. Und das Literaturprogramm war sehr abwechslungsreich. Stellte doch der „Haymon-Verlag“ doch in der „Gesellschaft für Literatur“ sein Programm vor und da zwar die ukrainische Autorin Natalka Sniadanko, die ich schon einmal in der „Gesellschaft“ hörte als sie dort ihren Roman „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“, vorstellte. Das ist ein interessanter Titel, der neugierig macht und ich hatte auch das Glück das Buch, weil es einen zerissenen Umschlag hatte, im Frick-Discounter, um einen oder zwei Euro zu kaufen und das Buch, das heute vorgestellt wurde, heißt noch ungewöhnlicher, nämlich „Der Erzherzog der den Schwarzmarkt regierte, Natrosen liebte und mein Großvater wurde“.

Die1973 in Lemberg geborene Autorin scheint eine Vorliebe für lange Titel zu haben und spricht auch gut Deutsch obwohl das Buch von Maria Weissenböck aus dem Ukrainischen übersetzt wurde und das Buch ist die Geschichte des Erzherzogs Wilhelms, der 1895 in Pola geboren wurde und 1948 in der Ukraine dem Stalinismus zum Opfer fiel und von Natalka Snidalko in eine fiktive Umgebung versetzt wurde, beziehungsweise die Geschichte von seiner fiktiven Enkeltochter erzählen läßt. Eine interessante Geschichte, die neugierig auf das Buch macht. Aber ich habe ja noch die „Frau Müller“ zu lesen und nachdem die Lesung und das Grspräch mit Ursula Ebel beendet war, kam noch die „Haymon-Lektorin“ Linda Müller, die für das Programm zuständig war, auf die Bühne oder auf das Lesetischchen und stellte das Verlagsprogramm vor, das auch einige ukrainische Autoren , wie Jurij Wynnytschuk, vor. Dann wurde in der „Gesellschaft“ noch Katharina Schaller mit ihrem Debut „Unterwasserflimmern“ vorgestellt. Aber da bin ich in die „AS“ hörte hinübergeschwankt, denn da stellte Sabine Scholl in ihrer Reihe „Geschichte schreiben“ Marketa Pilatova und ihren Roman „Mit Bata, im Dschungel vor“ und Bata ist ja eine tschechische Schufabrikantenfami lie, die, offenbar vor den Naszis in den brasilianischen Dschungel flüchtete und dort eine tschechische Kolonie aufbaute und die ebenfalls 1973 geborene Marketa Pilatova, die heute in Prag lebt und von dort in die „Alte Schmiede „gekommen ist, hat ja einige jahre als Tschechischlehrerin in Braslien und Argentinien gelebt und ist dort mi tder Enkeltochter in Bezihungs gekommen und hat dann die idee gehabt, die historischen Fakten zu einen Roman zu spinnen in dem sie, wie bei einer Fuge verschiedene Stimmen, darunter interessanterweise auch die Fabrik, erzählen läßt.

Es war eine zweisprachige Lesung mit Unterstützung des tschechischen Zetrums und dort habe ich Marketa Pilatova schon einmal im Rahmen der „Buch Wien“ lesen gehört und dann auch noch „Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein“ und ihren „Tsunami Blues“ gelesen. Jetzt las Johannes Tröndle, die deutschen Stellen, die Autorin auf Tschechisch und Marketa Pilatova erzählte im Gespräch mit Sabine Scholl dann genauso viel über Antonin Bata, wie vorher Natalka Sniadanko Ursula Eibel viel über diesen Erzherzog erzählte und interessant sind auch die Enkeltöchter, die in beiden Büchern auftauchen. Die Bata Enkeltochter Dolores hat Marketa Pilatova viel erzählt und Natalka Snidelko hat eine Enkeltochter Halyna zu ihrer Protagonistin gemacht, wurde aber schon gefragt, ob sie vielleicht die Ekeltochter des Erzherzogs ist. Das ist sie nicht, hatte aber auch zwei Großmütter, die denen ähneln, die in ihren Roman vorkommen. Interessant, die Ähnlichkeiten zwischen den Büchern, die historische Details auf der eine Seite von einer Ukrainerin, auf der anderen von einer Tschechin erzählt wurden undich plage mich derzeit mit einer argentinischen Autorin und ihren „Wilden Theorien“ ab.

Und noch einen Erfolg habe ich zu vermelden, das Cover von „Mathilde im Coronaland“ ist jetzt da, so daß die Vorschau bald erscheinen kann.

2021-04-21

Die neue (Ab)normalität

Filed under: Bücher — jancak @ 09:30
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Ich bin ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr am Thema Corona interessiert, habe, während ich schon unzählige Artikel geschrieben habe und gerade an meinem Corona-Literaturgeflüsterbuch arbeite, auch schon einige gelesen, Sucharid Bhakdis „Corona Fehlalarm?“, „Pandemische Zeiten“, „Lockdown 2020“, beispielsweise und natürlich das erste von Paolo Giordano „In Zeiten der Ansteckung“, das Robert Misik auch erwähnt und was alle, bis auf das Letzte gemeinsam haben, ist, daß sie eher Corona kritisch sind.

So hat der „Lockdown 2020“ , beispielsweise „Wie ein Virus dazu benützt wird, die Gesellschaft zu verändern“, aus dem „Promedia Verlag“ als Untertitel. Dann gibt es noch unzählige andere. So hat wahrscheinlich Martin Sprenger eines geschrieben. Michael Fleischhacker, der jeden Donnerstag sehr kritische Diskussionen zu diesem Thema im „Hangar 7“ macht, wo man sich allerdings auch testen lassen muß, so daß allzu Kritische dort nicht mehr hingehen und das Interessante ist daran, wie schnell die Kritiker ins rechte Eck, wie die Demonstranten, gerückt werden, was man vielleicht auch einmal untersuchen sollte.

Ich höre seit März 2020 sehr viel OE24-TV, weil mich das Thema sehr interessiert und die ständig darüber berichten und obwohl das vielleicht ein konservativer Boulvardsender ist, bringen sie, glaube ich, eher Kritischeres, als beispielsweise Ö1.

Das hat sich im letzten Jahr auch erstaunlich viel geändert, was man untersuchen sollte und sie bringen täglich Diskussionen zwischen links und rechts. Josef Cap gegen Peter Westenthaler, Sebastian Bohrn-Mena gegen Gerald Grosz und am Montag Robert Misik gegen Andreas Mölzer, der sich am Donnerstag auch gelegentlich mit einem Heimo Lepuschitz matscht und ich kenne, den 1966 geborenen Blogger und Politjournalisten schon lange und habe ihn eigentlich immer als sehr kritisch eingeschätzt. Eine Zeitlang habe ich mir seine Vlogs angeschaut und war auch einmal bei einer Diskussion im Kreisky-Forum, wo er, glaube ich, Kurator ist.

Jetzt diskutiert er ein – bis zweimal in der Woche als Linker gegen rechts und da habe ich gemerkt, er ist einer, der das Corona-Virus offenbar für gefährlicher, als ich es finde, hält und er sich auch vor der Ansteckung fürchtet und habe ihn, als er sich einmal darüber wunderte, daß da offenbar auch ein paar linke Bekannte, auf die Demos gehen und nicht nur die bösen Rechten, bevor ich das auch tat, als man das noch konnte, ohne gleich registriert und angezeigt zu werden, gemailt, daß ich gern mit ihm darüber diskutieren möchte.

Er hat mir leider nicht geantwortet und genauso leider nach dieser oder der nächsten Demo bei OE24 gesagt, daß man doch mit Wasserwerfern gegen die rechten Corona-Covidoten auftreten sollte, was ich nicht finde und dort zwar sehr viele Österreichfahnen, aber eigentlich wenig Idioten sehe und was der Grund ist, daß die Linken nicht auf diese Demos gehen würde ich gern mit ihm diskutieren.

Er hat aber jetzt ein Buch über die neue Corona-Abnormalität geschrieben und das habe ich mir natürlich besorgt. Las es gespanntund kann berichten, daß es mich vom Stil mehr beeindruckt hat, als die „Herrschaft der Niedertracht“ die ich gelesen habe.

Denn Robert Misik geht es sehr literarisch an und beginnt mit Charles Beaudlaire und seinen „Bösen Blumen“. Denn da gibt es ein Gedicht „Auf eine Vorübergehende“ wo die zufällige Begegnung mit einer Passantin beschrieben wird, die man gerne kennenlernen möchte, es dann aber doch zu keinen Kontakt kommt und das darf man jetzt auch nicht. Denn seit dem letzten Jahr ist das soziale Distancing angesagt und da beginnt Robert Misik und das finde ich interessant, gleich die Masken tragenden guten Amerikaner von den bösen Trump-Wählern zu trennen, die das nicht tun.

Da fängt auch meine Frage an, wie ist es zu dieser Klassizifierung gekommen? Weil man vielleicht deshalb keine Maske tragen will, weil man ein Trauma oder Atmebeschwerden hat? Ich habe bei mir selber nachgeforscht, warum ich so gegen Masken bin, daß es mich schon beutelt, wenn ich daran denke, daß ich eine aufsetzen soll und habe lange gedacht, daß das so ist, weil ich mich nicht zu etwas zwingen will, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann!

Dann ist mir aber eingefallen, daß ich mit knapp sieben einmal fast ertrunken wäre. Das Buch „Mauern“ hat mich darauf gebracht, daß ich da vielleicht eine Traumatisierung habe. Ich habe nie um eine Maskenbefreiung angesucht, aber die werden auch nicht anerkannt, sondern Maskenverweigerer gleich als rechts bezeichnet. Ob das wirklich so einfach ist, lieber Robert Misik möchte ich bezweifeln, weil ich wegen der Widersprüche auf die Demos gehe und nicht, um das Parlament zu stürmen und ich diese Vermischung für sehr gefährlich halte!

Robert Misik kommt aber in seinem zweiten Kapitel zu den Epdiemien und führt uns da durch die Pest, die Cholera und die spanische Grippe. Also durch Krankheiten, wo die Menschen wirklich reihenweise umgefallen sind und tot auf der Straße lagen, was bei Corona zum Glück nicht der Fall ist. Da ist es wohl eher die Angst davor, was vielleicht den logischen Blick vernebelt.

Es gibt aber auch literarische Vorbilder. So hat Camus mit der „Pest“ ein berühmtes Buch darüber geschrieben und Foucault hat sich mit der Pest in historischen Zeiten beschäftigt und ich frage mich immer noch, wie man dazu gekommen ist, ab März 2020 mit Polizei- und Militärgewalt gegen das Virus anzukämpfen. Das tut man jetzt vielleicht ein wenig weniger offensichtlicher. Mich stört ja da vor allem die Entmündigung, die da passierte und die mich auch demonstrieren ließ, weil ich mir immer noch denke, man müßte es eigentlich mit Hausverstand probieren und kann ja selber den Abstand halten und die Politik kann auch darauf vertrauen, daß sich die mündigen Menschen vielleicht selber testen und müßen das nicht unbedingt kontrollieren, was aber offenbar nicht passiert, so daß es, was mich auch stört, zu einer Vernaderungsgesellschaft gekommen ist oder kommen kann.

„Die Krankheit als Metapher“, ein Ausdruck, den Susan Sontagfür einen Essay verwendet hat, kommt bei Misik auch vor. Früher war es einmal schick „tuberkulös“ zu sein, schreibt er und meint damit wohl die „Zauberberg-Gesellschaft“ obwohl er den nicht zitiert und, daß Seuchen immer auch soziale Ursachen haben, was vielleicht auch bei Corona so ist.

Wenn ich in beengten Verhältnisse wohne, klebe ich halt mehrauf den anderen, als wenn ich eine Luxusvilla mit Garten habe. Deshalb gab es vor hundert Jahren den sozialen Wohnbau, um die Nachwirkungen der spanischen Grippe zu bekämpfen. Daß die neoliberale Gesellschaft das Gesundheitssystem kaputt gespart hat, ist auch kein Geheimnis.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Leben in der Pandemie und da beginnt Robert Misik mit den Gesetzen über die man sich nicht wundert, wenn man sie für gerecht hält. So schnallen wir uns protestlos an, wenn wir mit dem Auto fahren. Nur als das Rauchen verboten wurde, begannen vielleicht die Probleme und jetzt haben wir die, wenn die Reichen ungestört ihre Corona-Parties feiern oder nach Dubai fliegen, während wir zu Hause sitze

Da habe ich das Problem, daß ich denke, daß mit Freiwilligkeit alles besser geht und ich keinen Polizisten brauche, der mit sagt, daß ich eine FFP2-Maske aufsetzen muuß, wenn ich beim Karlsplatz um die Ecke biege. Es gibt Umfragen, daß sich etwa fünfzig Prozent schärfere Maßnahmen wünschen. Die sollen ihre Masken tragen und sich testen lassen, denke ich. Die anderen, die das Virus für nicht so gefährlich halten, zumindestens steckt sich ja nicht jeder an und fällt tot um, wie man manchmal suggeriert bekommt, passen vielleicht so auf, in dem sie Abstand halten und keine Hände geben. Das tue ich zum Beispiel und hatte daher überhaupt keine Angst, daß ich mich damals auf der Jesuitenwiese anstecken könnte, wurde aber schon danach gefragt und ärgere mich manchmal über Leute, die den Abstand nicht halten und sich, wie beispielsweise im Sommer am Markt einfach, um das überfüllte Tischchen drängten.

Robert Misik kommt hier schnell zu der Ungerechtigkeit und das rechne ich ihm hoch an. Die systemerhaltene Putzfrau im Krankenhaus und die Kassiererinnen im Supermarkt wurden bekatscht, haben aber nichts davon, während wir uns ärgerten, daß wir zu den nicht Systemrelevanten gezählt wurden und das habe ich teilweise auch so empfunden.

Das Virus steckt die Armen an, die Reichen können es sich richten, schreibt Robert Misik und erzählt von Lehrern, die sich beklagten, daß manche Kollegen zu den Verschwörungstheoretikern zählen und nicht lüften wollten. Da denke ich, daß die sogenannten Verschwörungstheorien, „Das Virus dient Bill Gates!“, beispielsweise, wahrscheinlich auch den Zweck haben, sich die Unischerheit zu erklären und sollten vielleicht doch nicht so verteufelt, sondern ernster genommen werden und Robert Misik beschreibt auch, wie er bei einem Meeting mit vier Personen saß und plötzlich kam die Nachricht Paula wurde postiv getestet und er hat mit ihr erst vor ein paar Tagen gegessen. Ist er jetzt Kontaktperson und auch positiv uje uje?

Die „Betrachtungen“ der Zadie Smith, die ich auch gelesen habe, werden zitiert und das nächste Kapitel ist der Wirtschaft „Koste es was es wolle!“, gewidmet und den Konkursen, die wir in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich erleben werden und den auch eintreffenden sozialen Niedergang und interessant auch das Schlußkapitel, das sich „Laßt die Party beginnt!“ überschreibt, denn was folgte auf die spanische Grippe?

Die wilden Zwanziger, wo sich die Frauen die Haare abschnitten, Zigaretten rauchten und sich vielleicht eine Freundin suchten. Da habe ich ja, vielleicht nicht so zufällig, einiges gelesen und was kam dann, uje uje…?

Gar nicht auszumalen, obwohl die Verwandlung von links nach rechts ist schon da und Martin Sellner rühmt sich tatsächlich, daß es seine Leute sind, die er auf die Demos bringt.

Ein gutes Buch und Robert Misik ist zum Glück doch noch kritischer, als ich schon befürchtet habe, daß er es vielleicht nicht mehr ist. Also lesen, lesen, lesen und ich würde noch immer sehr gern mit ihm darüber diskutieren!

2021-04-20

Der verkaufte Feminismus

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Für die, die sich vielleicht darüber mokieren, daß ich beim „Leipziger Buchpreis“ keine Sachbücher anfragte, ich lese manchmal welche, nicht sehr oft zugegeben und auch nur in bestimmten Fachgebieten die hauptsächlich die Politik, die Literatur und vielleicht auch sonst noch Gesellschaftskritisches betrifft und voila, jetzt kommt ein Sachbuch, eines über den Feminsmus, zumindest stehtdas darauf. Es ist bei „Residenz“ erschienen, es aber durch ein Literaturbüro zugeschickt bekommen und der Titel ist verwirrend „Der verkaufte Feminsmus“, was bedeutet das?

Doch natürlich hat die Feministin, die vielleicht verspätet in die Auf-Bewegung hineingekommen ist, da eine Antwort parat, haben wir den ja, glaubt man, schon überwunden, glauben, wir brauchen ihn nicht mehr. Denn die Frauen können ja studieren und manche Medizinstudentin soll schon gesagt haben „Ich bin doch nicht so blöd, wie meine alleinerziehende Mutter, die sich in ihrer Praxis abquält! Ich heirate meinen Doktor lieber, als ihn selbst zu machen!“

Und Ronnja von Rönne hat ja vor einigen Jahren auch viel Unmut erregt, als sie sich über den Feminmus mokierte.

Aber wir sind nicht so weit, auch wenn die meisten Frauen arbeiten und daher von ihren Männern angeblich nicht mehr so abhängig sind und sie brauchen sie auch nicht mehr fragen, ob sie das dürfen? Trotzdem verdienen sie weniger, haben die Doppelbelastung und den muslimischen Frauen geht es besonders schlecht und sind verstärkt Gewalt ausgesetzt. Die Me to-Debatte gibt es auch. Also interessant und bin gleich darauf gekommen, daß der Titel eigentlich eine Mogelpackung ist. Denn es geht weniger, um den Feminsmus sondern darum, wie sich der Kapitalismus derFrauen bemächtigen, um damit seine Geschäfte zu machen.

Die 1978 in Trol geborene Standard-Redakteurin Beate Hausbichler setzt sich in drei Teilen damit auseinander.

„Wie aus einer politischen Bewegung ein profitables Label wurde“, lautet der Untertitel und der erste Teil beschäftigt sich mit der „Pseudofeministischen Warenwelt“ und die ist interessant, haben sich die Firmen doch in den letzten Jahren scheinbar den Frauen angenommen, in dem sie „Feminist-Washing“ machten und also um viel Geld frauenfreundliche Produkte anboten und das ist gleich meine Kritik an dem Buch. Die vielen englischen Ausdrücke, kann man das nicht in Deutsch schreiben und sind es wirklich nur die amerikanischen Firmen, die sich in den letzten Jahren den Frauen angenommen haben?

Die ersten Kapitel könnten darauf schließen lassen. Die Marke „Dove“ gehört aber zu „Unilever“ und die hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, weil sie die Frauenkörper so darstellen, wie sie sind und daher zur „Body Positivity: Liebe dich selbst wie deine Beautyprodukte“, aufriefen, uje, schon wieder Denglisch!

Aber das ist ein wichtiges Thema, obwohl es eigentlich nicht viel mit Feminsmus zu tun hat, warhscheinlich ganz im Gegenteil, denn die Feminstinnen die ich kenne, schminken sich eher nicht und geben ihr Geld auch nicht für in Beauytprodukte aus. Aber die Frauen, die das tun, sind oder waren in der Werbung vorwiegend hyperschlanken Frauenkörpern ausgesetzt und bekamen dann Schuldgefühle, weil ihre Körper das nicht waren und sie nicht Kleidergröße 34 hatten, wie die Models, die sie ihnen vorführten und das, denke ich, ist ein wichtiges Thema.

Gut, daß es schon Kampagnen gegen die magersüchtigen Models gibt, die dazu gezwungen werden. Die Durchschnittsfrau ist dagegen meist adipös oder hat sich ein paar Kilo zu viel angefressen. Daher ist es sicher gut, daß die Kosmetikfirmen mit normalgewichtigen und normalaussehenden Frauen werben, wenn wir dabei nicht bei dem Punkt sind, daß Übergewicht vielleicht doch nicht so gesund ist, weil es ja zu Bluthochdruck und Diabetes führen kann, aber das ist ein anderes Thema!

Beate Hausbichlergeht es, glaube ich, eher darum, daß es den Firmen nicht, um die kleinen Schwächen der Frauenkörper geht, sondern darum, daß sich diese die meist teuren Produkte kaufen sollen und sich damit verschönern.

Von da kommt Beate Hausbichler, die sich, wie schon bemängelt, in ihrem Buch ein wenig sehr an Amerika orientiert, zur Black Lives Matter- Bewegung, die hat mit Feminsmus vordergründig nicht soviel zu tun, da ja ein Schwarzer von einem weißen Polizisten erstickt wurde. Aber die schwarzen Frauen haben es zugegeben, noch viel schwerer, als die weißen Alleinerzieherinnen und können sich die Wohlfühlcremes noch weniger leisten, sondern produzieren wahrscheinlich zu miserablen Bedingungen, die Wohlfühlkleidung für die weißen Feministinnen, die inzwischen vielleicht schonMarkenkostüme und nicht nur Latzhosen tragen.

Das weiß ich nicht so genau, aber nach dem „Feminst- Washing“ kommt das „Greenwashing“. Das hatmit Feminismus wohl auch nicht soviel zu tun, wenn sich die Firmen, um ihre Produkte zu verkaufen, einen ökologischen Anstrich geben und sagen „Unsere Waren werden nachhaltig erzeugt!“, aber die unverkaufte Waren bei „H&M“ werden, statt sie billig an Unterpriveligerte weiter zu geben, da lobe ich mir die Bücherschränke, wo man seine ausrangierten Bücher abgeben kann, verbrannt.

Dann schreibt Beate Hausbichler noch von einer dieser pseudofeministischen Kampagne, die auch bei uns im letzten Jahr beschlosen wurde, nämlich die Steuersenkung bei Damenhygieneartikeln und da bemängelt, die Autorin, den antiquierten Ausdruck. Es sind die Tampons und Slipeinlagen damit gemeint und, daß sich die Frauen mit der Pille vielleicht nichts Gutes getan haben, ist auch ein anderes Thema, das angeschnitten wird, während Beate Hausbichlervon der von der „Period Pride“ schreibt, die die Firmen in der „Liebe deinen Körper- Bewegung“, den Frauen beibringen wollen. Aber wenn man jedes Monat Regelschmerzen hat, ist das nicht so leicht und da hilft wahrscheinlich die schöne teure Tamponpackung mit der aufgemalten Vulva auch nicht weiter.

Im zweiten Teil geht es um die Medien oder „Feminismus auf Quote und Kliks optimiert“und da beginnt Beate Hausbichler damit, daß sich die Medien lange nicht um die frauenspezifischen Themen kümmerte. Dann änderte sich das allmählich, aber auch da blieben die wirklich relevanten Themen unerwähnt. Denn es geht ja um die „Quotenbringer“.

Aber dann kam die „Me too-Debatte“, die auch im Mainstream nicht zu übersehen war. Beim Kopftuch war das anders und da führt Beate Hausbichler das Beispiel von Kübra Gümüsay, einer kopftuchtragenden engagierten Feministin an, die lange als Quotenfrau zu diversen Talkshows eingeladen wurde, die aber im Vorjahr ausgestiegen ist, weil sie erkannte, daß das Vorsichhertreiben der immer gleichen Themen die Frauenbewegung auch nicht wirklich weiterbringt.

„Alte Werte neu verpackt“, heißt das Kapitel, wo es um die „Frauenmagazine“ geht, die sich im Laufe der Jahrzehnte auch des Feminismus angenommen haben. Was heißt, daß eine Frau jetzt nicht nur mehr schön und sexy, sondern auch selbstbewußtzu sein hat und als geschminkte Karrierefrau, den Haushalt und die Kinder nebenher schupfen muß. So strotzen diese Magazine jetzt von Artikel zum Frauenempowerment und geben Ratschläge, wie die Frauen die Drei oder Vierfachbelastung packen kann. Als Beispielwird hier eine Ausgabe derZeitschrift „Woman“ angeführt, die im Jahr 2020 als Cover die „Neue Heldin der Frauen, die US-Politikerin Alexandria Ocssio-Cortez“ zeigt und dann im Inneren Tips gibt, „wie man mit Raumdüften ein atmosphärischen Heim kreirt, der Rat, die deutsche Feministin Margarete Stokowsi zu lesen, Erzählungen von Promi-Frauen, wie sie lernten, ihr Äußeres zu lieben, statt sich häßlich zu finden, Beratung, man seinen inneren Schweinehund überwindet, der durch falsche Reaktionen im Alltag unser Lebenglück ruiniert, sowie ein „Best of Wintermäntel“ zeigt. Ziemlich kompliziert, das Ganze und dann steht auf einer Zeitschrift oder auf einem T-Shirt auch noch „FeminisMUSS“ was ganz schön die Kontrakonkuriertheit zeigt.

Das nächste Kapitel ist den meist amerikanischen Serien gewidmet, wo ich mich, weil ich die nicht sehe, nicht auskenne. Aber die Sitcoms, hieß es schon früher, dienten in den Fünfziger- und Sechzigerjahren dazu, den Hausfrauen beim Kochen, Putzen und Babyfüttern, Abwechslung zu bringen und so durften sie nicht anspruchsvoll sein, weil man ja während des Kochens öfter wegrennen muß und da soll man nicht zu viel versäumen. Das hat sich jetzt geändert, weil die Sitcoms oder Serien jetzt auch den Aufstieg und die Nöte der meist Mittelschichtkarrierefrauen zeigen. So gibt es eine Premierministerin, die eine magersüchtige Tochter hat, mit der man mitleiden kann.

Sehr kritisch scheint Beate Hausbichler mit der „Social Mediea“ umzugehen, schreibt sie doch „Von wegen Freiheit“ dazu und meint, daß man wenn man seine Meinung in den Netzen von Facebook, Instagram, Twitter allzu freudig preisgibt, der Werbemachinerie ausgeliefert ist und führt als Beispiel an, daß man dann vielleicht ein Johanna Dohnal Buch empfohlen bekommt, wenn man allzu offen über eine Frauenkonferenz schreibt, die man besucht hat. Sollte es Schlimmeres geben, könnte man meinen und natürlich mögen die Vollzeitjournalisten die Bloggerszene nicht. Aber trotz aller Mißbrauchsmöglichkeitfinde ich es doch sehr gut, daß man hier seine Meinungnoch mehr oder weniger offen äußern kann.

Der dritte Teil „Feminismus, markttauglich gemacht“ beginnt mit einem Zitat aus den „Zündenden Funken“, das Buch über die „Auf“ die sogenannte zweite Frauenbewegung, die erste war wohl zu Beginn des neunzehnten jahrhunderts, als die Frauen um das Wahlrecht zu bekommen, aufdie Straße gingen, das von Ruth Aspöck, , Erna Dttelbach und anderen Frauen herausgegeben wurde und führt dann über die „Frauennetzwerke“ zu der „Individualismus-Falle“. Begriffe wie „Choice-Feminsmus“ oder „Populärer Feminismus“ tauchen auf, die mich etwas verwirrt zurücklassen. Beate Hausbichler meint damit aber wohl, wie auch am Buchrücken steht „Daß überall, wo Feminsmus in dicken Lettern draufsteht, wohl nur Selbstoptimierung, Selbstdarstellung und letztlich Konsum drinstecken“.

Etwas, was wohl nur die Frauen selbst ändern können, die natürlich die Wahl haben, ob sie sich im Beruf oder bei ihren Kindern wirklichen wollen und dazu amerikanische Markenkleidung oder Parfums brauchen und auch, wie sie es mit ihren Kndern halten wollen und dadenke ich immer noch, daß man, wenn man rechtzeitig verhütet, auch nicht auf das Recht auf Abtreibung bestehen braucht.

Ein interessantes Buch, das viele Aspekte aufzeigt, die mir bisher unbekannt waren und denke, daß die Frauen es immer noch oder immer wieder schwer haben. DieFrauenbewegung viel erkämpft hat, was man sich nicht durch den Markt und auch nicht durch den Neoliberalismus oder Corona wegnehmen lassen soll, da stimme ich Beate Hausbichler zu und interessant ist auch, daß bei den „Amazon Rezensionen“ eine sehr lange zu finden ist und eine das Buch als „unlesbar“ beschreibt, dem ich nicht zustimmen kann.

2021-04-19

Marie-Therese Kerschbaumer, Elisabeth Wäger und Ilse Kilic

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:18
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Wieder Doppelpack in der „Alten Schmiede“ und man könnte auch sagen, Begegnung mit Kolleginnen, denn alle drei erwähnten Autorinnen habe ich in der GAV oder in der „Alten Schmiede“ getroffen und zuerst begann es mit der „Dichterin liest Dichterin-Reihe“ und da hat die 1938 geborene Marie -Therese Kerschbaumer, die ich beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt habe und dann immer wieder bei den GAV- und den IG-GVs getroffen habem hat sich der 2019 verstorbenen Elisabeth Wäger, die ich unter den Namen Wäger-Häusle kennengelernt habe, angenommen und sich durch ihre Texte gelesen. Johanna Öttl hat eingeleitet und Marie-Therese Kerschbaumer, als eine Weggefährtin oder Freundin, der 1942 in Rankweil Geborenen vorgestellt, die mehrere Nachworte für ihre Bücher geschrieben hatund Marie-Therese Kerscbaumer hat mit einem frühen Buch nämlich „Annas Häuser “ begonnen. Dann kam der 1983 erschinene Erzählung „Verhärtung der Puppenhaut“, wo Reinhardt Priessnitz das Nachwort geschrieben hat und Marie-Therese Kerschbaumer merkte an, daß sich Elisabeth Wäger sehr darüber gefreut hat, weil er sehr streng gewesen wäre. Marie-Therese Kerschbaumer hat dann einen Texgt über eine verstorbene Tante Stella gelesen, deren Haus ausgeräumt werden mußte in dem viele unausgepackte Schachteln oder Koffer standen, denn die Tante hat nicht einmaldie Bücher indie Regale geräumt und die mutter hat immer wieder eingeworfen, daß Tante Stella nicht lange bleiben wollte, als sie mit Deißig zurückgekommen ist. Sehr dichte beeindruckende Sätze, die immer wieder wiederholt wurden.

„Blick durch den Spiegel!“ ist 1991 in der „Edition Splitter“ erschienen, da hat Marie -Therese Kerschbaumer das Nachwort gschrieben und hinzugefügt, daß sie sich noch gut an die Präsentation erinnern kann, da gibt es einen sehr berührenden Text über einen verschwundenen Sohn, der offenbar autobiografische Bezüge hat.

Dann gibt es ein „Podium Portrait“ aus dem Jahr 2012 und andere Texte der Autorin, die auch Theatertexte geschrieben hat, die Marie Therese Kerschbaumer sehr berührend gelesen hat und immer wieder etwas dazu erzählte und ich habe wie schon erwähnt, die Autorin mehrmals getroffen und auch zwei ihrer Bücher in meinen Regalen, die offenbar doch kein GAV-Mitglied war, wie ich glaubte, da sie sich in den Schachteln befunden haben, die mir Doris Kloimstein von ihrer PEN-Ausstellung im St. Pöltner Stadtmuseum hinterlassen hat.

Die 1958 geborene lIse Kilic, die, wie im Programm steht, im „Fröhlichen Wohnzimmer“ lebt, kenne ich, glaube ich, wirklich durch die GAV, war sie doch, als ich dort aufgenommen wurde, Sekretärin oder habe ich sie schon vorher in Linz kennengelernt, als ich im Römerhof zu der Schreibwerkstatt eingeladen wurde, und sie den „Max von der Grün-Preis“ gewonnen oder dort gelesen hat? Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich kenne sie jedenfalls schon sehr lang, war bei vielen ihrer Veranstaltungen. Sie war auch in unserer Schreibgruppe. War GAV- Generalsekretärin, jetzt, glaube ich, die Prädsidentin und hat viele Bücher geschrieben. Die „Verwicklungsromane“ mit Fritz Widhalm, ihrem Lebensmenschen, etcetera und jetzt ist bei „Ritter“ wieder ein Buch herausgekommen.

„Fadenspannung – Eine Verbündung“ heißt es und Johanna Öttl erwähnte, daß es viele Autoren verknüpft und das kenne ich von Ilse Kilic, hat sie ja einmal vor vielen Jahren, bei einer GAV-Vollversammlung oder der nachfolgenden Lesung ein Gedicht vorgetragen, daß sie Ernst Jandl gewidmet hat und bei der „Lyrik im März“ hat sie auch einmal andere Autoren ein Gedicht gewidmet. Jetzt hat sie nach Annalena Stabauers Einleitung Gedichtzeilen gelesen, die ich eigentlich für typisch Kilic gehalten habe. Der Bauch ist darin vorgekommen. Dann hat sie zwei Gedichtzeilen von Jopa Jotakin zitiert, die auch vom Bauch, aber von dem eines Fisches handeln und ist nachdem sie die Ultraschallbehandlung ihres Bauches erwähnte, zur Liebe übergegangen, wo sie meinte, daß sie die nicht mag. Dann folgte die Erwähnung der „Ode an die Masturbation“ des 1988 geborenen vietnamnesischen-amerikanischen Autors Ocean Vuong.

„Die Argonauten“ von von Meggie Nelson kamen auch vor und im Gespräch mit Annalena Stabauer stellte sich heraus, daß das Buch ihre Lektüreerfahrungen wiedergegeben hat oder soll und da kann ich mich an ein Gespräch erinnern, wo sie mir einmal sagte, daß sie keine Mainstreamautoren lesen würde. Nun diese waren mir unbekannt und daran knüpfend ihre Bezüge oder die zum realexistierenden Lebenherstellen würde. Dann ging es noch um die „Entlassung der Figuren“, was ich auch nicht so ganz verstanden habe und in der zweite Stelle, die sie las, ging es ums Zitieren und da war die Fragen, ob sie ein Buch von Fritz Widhalm abschreiben und mit Anführungszeichen, als das ihre herausgeben könne oder dürfe? Nun dazu gibt es ja das Urheberrecht, das sich damit beschäftigt, aber Ilse Kilic ist, glaube ich, sehr originell und es lohnt sich sie zu lesen. Zeichnungen sind auch dabei und im Programm steht noch, was der Verwirrtenein wenig weiterhelfen könnte „Die Bücher von Ilse Kilic sind Verbündungen. Sie verbünden sich mit Romanfiguren mit Leser*innen und Autor*innen, welche im besten Fall selbst wiederum Leser*innen sind und so den Kreislauf zwischen Literatur und Leben befeuern“.

2021-04-18

Beautiful Fools

Filed under: Bücher — jancak @ 00:29
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Wir bleiben am Beginn des vorigen Jahrhunderts, gehen aber in die Neunzehnhundertdreißigerjahre und da in die USA beziehungsweise nach Kuba und zu Zelda und F. Scott Fitzgerald, denn der amerikanische Schriftsteller, Journalist und<kulturkritiker R. Clifton Spargo hat 2013 einen Roman über das berühmte Paar unter diesem Titel geschrieben, der jetzt bei „ebersbach & Simon“ auf Deutsch, übersetzt von Heddi Feilhauser herausgekommen ist, die und das finde ich interessant, obwohl ich eigentlich nicht so für das „Denglisch“ bin, das wir jetzt alle sprechen, bei dem amerikanischen Titel geblieben ist.

F. Scott Fitzgerald wurde 1896 inMinnesota geboren und ist 1940 in Hollywood gestorben und hat in den Zwanzigerjahren seine berühmten Romane, wie beispielsweise den „Großen Gatsby“ geschrieben, galt in den Neunzehnunderzanzigerjahren mit seiner Frau, als der große Dandy, Emily Walton hat darüber auch einen Roman oder Biografie geschrieben, den ich gelesen habe, war in den Neunzehnhundertdreißiger Jahren, wie ich „Wikipedia“ entnehme, wieder vergessen, verdingte sich in Hollywood mehr schlecht, als recht als Drehbuchschreiber, litt unter Alkoholexzesse und hatte auch Probleme mit der psychischen Erkrankung seiner Frau Zelda, die in dieser Zeit in Psychiatrien untergebracht war.

Da steigt R. Clifton Spargo ein, nämlich am 12 Februar 1932, da fährt Fitzergald mit seiner Frau im Zug, um sie zu dieser Klinik zu bringen, wo er für sie sorgt, sich von ihr auch nicht scheiden läßt, aber längst in Hollywood mit anderen Frauen zusammenlebt. Der zweite, längere Teil spielt dann im April 1939, Fitzgerald hat eine Geliebte namens Sheilah Graham, trennt sich aber von ihr, um mit Zelda, wie versprochen noch einmal einen schönen Urlaub in Kuba zu verbringen, wo sich dann, wie im Klappentext steht, „die Ereignisse überstürzen“.

Ich weiß nicht und kann das auch nicht „Wikipedia“ entnehmen, ob es diese Reise wirklich gegeben hat. Clifton Spargo schreibt jedenfalls einen Roman darüber und bettet ihn in eine spannende Handlung ein, die er wahrscheinlich erfunden hat. Man erfährt aber viel dabei vom Leben des berühmten Skandalspaar und ansonsten kann man sich auch, was wahrscheinlich anzuraten ist, in Fitzgeralds Bücher einlesen, ich habe auch ein paar in meinen Regalen, ihn im Original aber noch nicht gelesen.

Die Beiden kommen in Havanna an, mieten sich in einem Hotel ein. Über die Freundschaft zu Ernest Hemingway wird berichtet, der kommt in dem Buch aber nicht vor. Zelda wird als labil beschrieben, sie fühlt sich verfolgt, will aber ihre Ehe mit Fitzgerald wieder aufleben lassen. Er will das nicht so recht und weicht ihr aus und während sie sich in ihrem Zimmer befindet, wird er an der Bar von einem Fremden angesprochen, der ihm erzählt, daß er lange in den USA war, er ist Immobilienmakler und will sich um Schott kümmern.

Das tut er sehr aufdringlich, bringt Scott und Zelda dann in eine Bar, wo es zu einer Schlägerei kommt, Zelda, die sie sich wieder verfolgt fühlt, hat sie ausgelöst und Mateo Cardona rät ihm vor der Polizei zu füchten. Er taucht dann immer wieder auf, beziehungsweise schickt er ihnen einen Fremdenführer. Scott und Zelda reisen auf eine Insel ab und lernen da einen Spanier und seine französische Freundin kennen, die sich als Flüchtlinge zu erkennen geben. Die Paare freunden sich an, Zelda organisert einen Ausflug und ein Picknick läßt sich von einer Wahrsagerin die Zukunft sagen, verschwindet dann verstört und nach dem sie alle suchen, findet Scott sie im Zimmer wieder.

Der Fremdenführer von Mateo taucht auch wieder auf und Scott will mit Aurelo, das ist der Spanier, einen Hahnenkampf besuchen, um darüber zu schreiben. Zelda bleibt im Hotel zurück. Der Hahnenkampf wird sehr genau beschrieben und Scott, wie immer betrunken, will ihm aus Mitleid mit den Hähnen, die dabei getötet werden, unterbrechen. Es kommt zu einer Schlägerei in die auch der Fremdenführer verwickelt ist.

Scott wird verletzt in das Ressort gebracht, der Fremdenführer, ein Senor Famosa Garcia, rät Zelda sich mit Senor Cardona in Verbindung zu bringen, der Scott in Havanna in einem Sptal unterbringen soll.

Nun erweist Zelda ihre Stärke. Panisch beginnt sie zu packen, weiß nicht, wo die Flugtickets und das Geld ist und der Leser vermutet, daß die Fitzgeralds von dem Kubaner ausgenützt werden. Zelda besteht aber darauf nicht in Havanna zu bleiben, sondern zurück in die USA zu fliegen, was auch gelingt. Senor Cardona regelt alles und ein paar Monate später ist Fitzgerald, wie in dem Buch noch steht, in den Armen seiner Geliebten gestorben.

Zelda wird aus der Klinik entlassen und kehrt in die Obhut ihrer Mutter zurück. Sie ist, entnehme ich wieder „Wikipedia“ 1948 in Asheville gestorben und R. Clifton Spargo hat, glaube ich, einen spannungsgeladenen Roman über die Beiden geschrieben, der, wie schon erwähnt einem das Werk des großen Amerikaners näherbringen soll.

Interessant finde ich auch, daß ein „Moleskine“ immer wieder eine Rolle spielt, in dem Scott Fitzgerald immer wieder seine Notizen aufnotiert, um sie später in seinen Romanen zu verwenden und ich weiß gar nicht, ob es in den Dreißigerjahren schon „Molekines“ gegeben hat? Es gibt auch immer wieder Briefe von Zelda an Scott, wo ich auch nicht weiß, ob es sich dabei, um Originaldokumente handelt oder sie aus der Clifton Spargos Feder stammen? Werde da wohl nicht weiter recherchieren, nehme mir aber vor, den „Großen Gatsby“ und auch meine anderen Fitzgerald-Bücher wenn ich dazu kommen sollte, zu lesen.

2021-04-17

Gertrude Stein

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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Von der 1874 in Pennsylvania geborenen und 1946 in Paris gestorbenen Gertrude Stein habe ich schon viel gehört , „a rose is a rose is a rose“ und war auch schon einmal in einer Veranstaltung der „Alten Schmiede“, eine experimentelle Autorin von der alle begeistert sind und die auch Friederike Mayröcker in ihren Texten öfter erwähnt, habe ich gedacht und jetzt, weil das die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert und ihre literarischen Gestalten offenbar sehr in Mode sind, bin an ihre Autobiografie gekommen und war da erst einmal verwirrt, denn wer hat die Biografie geschrieben und über wen geht sie?

„Gertrude Stein Autobiografie von Alice B. Toklas“ steht am Cover und ich habe mich als ich den „Königvon Amerika“ besprochen habe, einmal eine harsche Kritik bekommen, weil ich das Wort Autobiografie mit der Biografie verwechselt habe. Dann bin ich darauf gekommen, daß das gar nicht so einfach ist, denn Autobiografien werden oft von Ghostwritern geschrieben, aber Bigorafien sind Texte überMenschen und Autobiografien über einen selbst.

So weit so gut, Gertrude Stein, die sich sehr selbstbewußt „Genie“ nennt oder ihre Biografin, die sie selber ist, so nennen läßt, hat in den Neunzehnhundertdreißigerjahren einen ganz besonderen Kunstgriff angewendet. Sie hat im Namen ihrer Lebensmenschin, Köchin und Sekreätrin Alice B. Toklas, die die 1877 in San Francisco geboren wurde und 1967 in Paris gestorben ist , die Autobiografie geschrieben, weil sie, wie im Klappentext vermerkt ist, sich damit freier fühlte über sich zu schreiben.

So beginnt das „Kapitel Eins: Bevor ich nach Paris kam“ auch mit den Worten „Ich wurde in San Francisco, Kalifornien geboren.“ und endet im „Kapitel Sieben:. Nach dem Krieg 1919 – 1932“ mit „Vor etwa sechs Wochen sagte Gertrude Stein, es sieht mir nicht so aus, als würdest du jemals diese Autobiogrie schreiben. Weißt du was ich tun werde.Ich werde sie für dich schreiben wie Defoe die Autobiografie von Robinson Crusoe geschrieben hat. Und das hat sie und dies ist sie.“

So weit so klar. „Die deutschsprache Erstausgabe“ steht noch in der“ Editorischen Notiz“ „erschien 1956 im „Origo Verlag“.

Jetzt wurde das Buch von „ebensbach & simon“ neu herausgegeben und von Roseli und Saskia Bontjes von Beck neu übersetzt, die sich,wie weiter steht „Zur aufgabe machten, de besondere Eigenheit der Sprache, des Stils und der Orthografie und Kommasetzung von Gertrude Stein zu pflegen und die Moderiniät dieses Textes entsprechend zu Geltung zu bringen.“

Und so voila hinein in das Buch, das sehr interessant ist, wieder in die Künstlersalons von Paris der Neunzehnhundertzwanziger und dreißigerjahre oder noch davor hineinzutauchen. Denn Slice B. Toklas ist, glaube ich, 1907 ein Jahr nach dem Erdbeben, nach Paris gekommen, wo Gertrude Stein schon mit ihrem Bruder lebte und dort einen literarischen Salon bzw. ein Atelier betrieb.

Gertrude Stein hat in den USA bei William James Psychologie und auch Medizin studiert und ist 2003 nach Paris gegengen. In den ersten Kapitel wird beschrieben, wie Alice B. Toklas in den Salon bzw. zu den künstlerischen Abendessen kam, die es dort gab. Es gab ein Hausmädchen namens Helene, das sehrselbstbewußt war, immer Souffles zubereitete, sich bei manchen Gästen aber weigerte. So hatMatisse beispielsweise öfter nur Spiegeleierbekommen.

Die Namen Matisse, Picasso, Cezanne, etc, tauchen immer wieder auf, denn Gertrude Stein war offenbar nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine große Kunstsammlerin. So kauften die beiden Frauen immer wieder Bilder von den besagten Malern an und stellten die dann aus.

Der schriftstellerische Erfog ist am Anfang, glaube ich, auch ausgegblieben. Als Alice B. Toklas nach Paris kam hat Gertrude Stein ihre „tree lives“ gerade als Privatdruck herausgegeben und an dem tausend Seiten Buch „The making of America“ geschrieben und etwas später wird beschrieben, daß es für sie unmöglich war einen Verleger zu finden, so daß sie die drei „lives“ selber drucken hat lassen.

„Es war kein ungewöhnlicher Einfall, denn die Leute in Paris taten dies oft“, steht auf Seite zweiundneunzig, was ich sehr interessant finde, weil ich javor der Selfpublishingwelle immer hörte, daß man das nie und auf gar keinen Fall tun dürfe

Die selbstbewußten Frauen taten das in Paris schon Anfang des Zwanzigstenjahrhunderts und die beiden Frauen sind auch viel herumgereist. Verbrachten ihre Sommers in Fiesole bei Florenz oder Spanien und wurden durch den ersten Weltkrieg daran gehindert. Der schriftstellerische Erfolg kam bei Gertrde Stein dann auch später, sie war, glaube ich, auch Verlegerin und hat inzwischen einen sehr berühmten Namen. Gilt als Ikone und großes Vorbild, obwohl die meisten wahrscheinlich, wie auch nich, noch nicht sehr viel von ihr gelesen haben und die Weggefährtin, Alice B. Toklas, auf dem Cover sind auch Fotografien von den beiden Frauen, als ältere Damen zu finden, überlebte ihre Freundin um zwei Jahrzehnte und starb 1967, wie ich „Wikipedia“ entnehme in ärmlichen Verhältnissen. Sie hat auch Kochbücher hinausgegeben und ich finde das Eintauchen in das frühe zwanzigste Jahrhundert und in die damaligen Künstlerszenen sehr interessant und werde, trotz des Leipziger Buchpreislesen, das ja auch auf mich wartet, gleich weitermachen.

2021-04-16

Abara da Kabar

Filed under: Bücher — jancak @ 00:33
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Das nächste Buch schließt gleich, wenn vielleicht nicht so ganz linear ersichtlich an Raphaela Edelbauers“Schicefiction“, denn da geht es um die künstliche Intelligenz und es ist eine phantasievolle Dystopie daraus geworden, hier um die die Sprache und das Buch,der erste Roman, des 1958 geborenen Profil-Journalisten Emil Bobi, der schon einige Sachbücher darunter das über den „Friedensnobelpreis“, das mir Wolfram Huber einmal zu meinem Geburtstagsfest mitbrachte, geschrieben hat. Es ist bei „Anton Pustet“ erschienen, das ist der Verlag in dem auch das Buch von Brunis Onkel Theodor Sappar „Kettenreaktionkontra“ erschienen ist, herausgekommen und die Kenner werden jetzt schon nicken, aha ein eher schwer lesbares theoretisches Buch.

Das Literaturbüro von Barbara Brunner, die mir immer meine K&S Bücher schicken, hat es mir zugesandt und am Cover ist ein Rabe zu sehen. Das Literaturbüro hat mich etwas später auch auf eine Online „Thalia-Buchpräsentation“ aufmerksam gemacht, die ich mir jetzt über Facebook angeschaut habe, wo Emil Bobi im Gespräch mit Niki Glattauer die graphische Gestaltung besonders lobte. Am Cover und zu Beginn der beiden Teile sind jeweils Raben zu sehen und die spielen im dem theoretischen Roman, wie ich ihn nennen möchte, eine große Rolle, obwohl das eigentlich gar nicht so ersichtlich ist.

Es beginnt sehr theoretisch, also gar nicht so einfach in das Buch hineinzukommen und der Zusammenhang erschließt sich einem wohl erst später. Zuerst hat sich die Psychologin natürlich gedacht, ist das jetzt die Beschreibung einer Psychose oder eines Burn outs? Aber, ich denke, Emil Bobi spielt sehr theoretisch damit und es geht, um den Wiener Journalisten Franz Ignaz Baumhackl.

„Ist das ein Alter Ego?“, hat Nki Glattauer in der Diskussion gefragt und der kommt eines Tages darauf, daß die Sprache nicht funktioniert.

„Hui!“, könnte man da denken. Sie tut das doch! Aber das ist Emil Bobis Aufhänger für das Buch. In der Redaktionssitzung kommt der Journalist am Beispiel eines Politikers während des Wahlkampf darauf, daß die Sprache kaputt ist und beschließt einen Artikel darüber zu schreiben.

Daher beginnt er darüber zu recherchieren, lernt eine Linguistin namens Michaele Halbmond kennen, mit der er eine Buchpräsentation besucht. Er besucht auch die Hauptbücherei und trifft sich mit der Linguistin dann in einem seltsamen Lokal, wo die tollsten Speisen angeschrieben sind, aber kein Kellner da ist, der serviert. Das erinnert ein bißchen an „DAVE“, obwohl ich bezweifle, daß Emil Bobi dieses Buch gelesen hat. Er geht mit der Linguistin auch in den Zoo und denkt sich, er muß in die Sprache der Tiere zurück, um dieses Problem zu lösen.

Es geht auch in die Vergangenheit des Journalisten. Der hatte eine Großmutter, die eigentlich seinen Vater abtreiben wollte, aber der überlebte. Bei dessen Geburt ist sie dann, glaube ich, gestorben. Der Vater war auch etwas seltsam, hatte aber Donnerstagrunden, wo eines Tages eine Zauberin auftrat, die dem achtjährigen Knaben, das ist auch so eine Metapher das „Abrakadabra“ beibringen wollte. Der versprach sich, sagte „Abara da Kabar“ und alle lachten. Aber das heißt ja „Es werde“ und der Bub beschließt ein Tagebuch zu führen. Er hat auch ein Schönes mit einer Neanderthalerfrau am Cover. Aber das bleibt immer leer, als Metahper, daß man seine Gedanken nicht in Worte fassen kann.

Jetzt ist er aber erwachsen und an der Sprache gescheitert. So beschließt zum Tier zu werden, das noch keine Sprache hat. Er reist nach Marokko, um dort einen Militärarzt dazu zu bringen ihm mit Hilfe der Lobtomie sein Sprachzentrum zu zerstören, um dann geheilt wieder zu erwachen und einem anderen Achtjährige das Schreiben beizubringen oder ihm das Werkzeug dazu zur Vergügung zu stellen und befriedigt die Heimreise wieder antreten zu können.

Anja Baumheuer hat sich in ihrem letzten Buch auch mit der Sprache beschäftigt und hat das mit mehr spannungsgeladener Handlung getan. Liest man sich aber, was zugebenermaße etwas mühsam ist, zum Ende, kommt man wahrscheinlich darauf, ein interessantes Buch gelesen zu haben, das fast ein bißchen an Kafka erinnert, auch wenn Emil Bobis Sprache manchmal etwas umständlich ist, weil er sich offenbar auch um Wortneuschöpfungen bemühte.

Am Schluß zitiere ich noch das Motto“Ohne sprache ist nichts wahr. Mit Sprache ist alles unwahr“ Auch ein wenig unverständlich. Man kann aber darüber nachdenken.

2021-04-15

Hotel Weitblick

Filed under: Bücher — jancak @ 00:15
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Jetzt kommt gleich ein Buch der Preisträgerin des „Rauriser Förderungspreises“ von 2013. Das Debut der 1975 geborenen Renate Silberer von der ich schon ihren 2017erschienenen Erzählband „Das Wetter hat viele Haare“ gelesen habe und jetzt auch ein bißchen verwirrt bin, dachte ich doch die „Rauriser Preise“ gehen an Debuts und Renate Silberer habe ich auch schon bei verschiedenen Lesungen gehört.

Das Buch ist vielleicht ein bißchen verwirrend, weil wieder viel zu viel darin verknüpft und etwas, was ich eigentlich für normal halte, als Problem geschildert wird.

Es geht, wie ich der Beschreibung entnehme, um Kritik am Leistungsdenken und an Führungsseminare und es geht auch wieder in die Vergangenheit, nämlich in die Eziehungsmethoden der Natonalsozialisten „Der Letzte, der nicht den Verstand verloren hat, wird Geschäftsführer: ein bitterböser Roman über das Leistungsdenken und den Glauben an sich selbst.“

Das klingt schon einmal interessant und der Anfang, der die Ausstiegspläne des Consultersmarius Tankwart schildert ist auch recht spannend und gut geschrieben. Dann zerfleddert es sich aber und verknüpft Dinge,die eigentlich nicht verknüpfbar sind. Da ist der sehr erfolgreicheConsulter, Platz vierundsechig bei den Top hundert, glaube ich, der will aussteigen und nach Mexiko gehen will. Vorher soll er aber noch unter vier Angestellten, den künftigen Geschäftsführer einer Werbeagentur aussuchen. Das soll im Saal „Harmonie“ des „Hotel Weitblicks“ geschehen. Die vier Kanditaten sind Horst, der ehrgeizige, wahrscheinlich FPÖ-Wähler mit ausländer- und frauenfeindlichen Ansichten, der während er zum Seminar fährt, Angst hat, von seiner Veronika verlassen zu werden. Dann gibt es Franz, den Familienvater, der am Schluß von seiner Frau verlassen wird, die Quotenfrau Annette, die an Panikattacken leidet und Helmut der offenbar der Schwächste ist, weil er immer von seinem Psychiater spricht.

In dem Hotel wird Dr. Tankwart, der lieber Schauspieler geworden wäre, aber keine Chance hatte sich gegen seine Mutter durchzusetzen, von dieser angerufen, die ihm zum Geburtstag gratuliert und dabei schildert, wie schwierig die Geburt für sie war. Das tut sie jedes Jahr und das führt zu dem berühmten Buch der Frau Dr. Haarer „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, das bis in die Neunzehnhundertsiebzigerjahre wieder aufgelegt wurde und in dem steht, daß man Kinder nicht verwöhnen, sondern schreien lassen soll, damit sie harte Menschen werden und im leben nicht versagen.

Das ist das Problem von Dr Tankwart. Er geht dann aber in den Seminarraum, das Buch beginnt am Freitag und endet am Sonntag, wie das bei Assmesmentseminaren üblich ist und es beginnt auch mt den üblichen Psychoübungen. Aufeinander zu gehen, einen Baum zeichnen und sich dann auf den heißen Stuhl setzen, etcetera. Das denke ich, ist normal bei solchen Assesmentseminaren und die Teilnehmer darauf eingestellt. Diese, besonders Horst rebellieren aber und verstehen den Sinn nicht, betrinken sich am Abend, was vielleicht wieder ganz typisch ist und am Schluß flippt der Cosulter aus und sagt, er wird niemanden vorschlagen, sondern das Seminar verlassen. Der Schwächste, nämlich Helmut wird von der Polizei abgeführt. Die Quotenfrau bleibt über und die beiden anderen schreiben sich ihre Empfehlenungen selbst. Da würde ich jetzt an Daniel Glattauer und sein Paartherapiestück denken, wo der Therapeut zusammenbricht, weil ihm seine Frau angeblich verlassen hat. Das zerstrittende Paar verläßt versöhnt die Praxis, und der Therapeut ruft die Frau an und sagt „Hat wieder mal funktioniert!“

Aber hier war das ernstgemeint und nicht Seminarmethode, sondern sollte „Das Leistungsdenken, den Glauben an sich selbst und die Handlungsweisen der Gesellschaftbitterböse aufzeigen“, wie in den Beschreibungstexten steht.

Was das mit den nationalsozialistischen Erziehungsmethoden der Dr. Haarer zu tun hat, wird mir nicht ganz klar, beziehungsweise finde ich diese Verknüpfung zu den Assesmentmethoden und der Führungskräfteauswahl als zu plump und einfach gestrickt. Denn schließlich sind es jetzt wahrscheinlich schon die Enkelkinder die zu Führungsseminaren gehen und die wurden oft von den Achtundsechzigern erzogen, die den „Struwwelpeter“ und die Dr. Haarer längst in den Mistkübel geworfen haben und sie antiautoritär aufwachsen ließen, was, wie ich immer höre, auch nicht gut ist.

Gut hat mir aber die Anfangsstelle gefunden, wo der Consulter im Cafehaus sitzt, sich Zeitungen holt, als er zurückkommt, sitzt eine alte Frau auf seinen Platz, sagt er kann sich dazusetzen. Er liest einen Artikel von einer Frau, die ein Sessel sein möchte und die alte Dame spricht ihn darauf an, die ist dann offenbar der Mutterersatz und führt ihn durch das Buch und motiviert sein Aussteigen.

2021-04-14

Prosa für Prosa

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:34
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Prosa ist nicht eine Literaturgattung, die ich auch betreibe, sondern auch der Name fürdas Projekt „Schule für alle“, wo, glaube ich, Menschen mit Fluchterfahrungen zu einem Grundschulabschluß kommen sollen und drei Studenten der Sprachkunst nämlich der 1990 geborene Sohn türkischer Eltern Muhammet Ali Bas, der 1992 in Tübingen geborene Luca Manuel Kieser und die 1992 in Wolfsberg geborene Katharina Pressl, die schon bei „Residenz“ ein Buch herausgebracht hat, haben mit Absolventen im Herbst einen Schreibprozeß begonnen, wo die ihnen wichtigen Themen, festgehalten werden sollten. Dabei ist ein Buch herausgekommen „Prosa für Prosa“ heißt es und acht Autoren und Autorinnen haben es heute im Literaturhaus vorgestellt und ihre Texte daraus gelesen.

Zuerst kamen einleitende Worte von Sassan Esmailzadeh, dann stellten die drei Herausgeber die acht Lesenden vor. Zwei davon sind keine Prosaschüler, aber auch Menschen mit Mgrationshintergrund und haben beide, glaube ich, beim „Exilpreis“ mitgemacht und den 1995 in Kabul geborenen Ibrahim Rahimi, der schon einige Veröffentlichungen hat und an senem ersten Roman arbeitet, habe ich auch erst vor kurzem in der „Alten Schmiede“ gehört. Er las ein Gedicht und die Tschetschenischstämmige Amina Kurbanova, deren Mutter ich, glaube ich, einmal bei den IG-Autoren hörte aus einem längeren Text über ihre Großmutter. Yohannes Berihu ist noch aktiv bei Prosa und las, glaube ich, genauso wie Abdul Wasi Safizadeh überseine Fluchterfahrungen, während ein anderer von seinem Studium an der WU und den Schwierigkeiten, die er es dabei gab, berichtete. Zuerst mußte er, weil kein österreichisches Maturazeugnis Extraprüfungen machen und dann, weil er erst seit Deutsch lernte und die in Syrien geborene Aya Reymaier, die im Dirndl auftrat möchte gerne Medizin studieren. Muß dazu aber erst ihre Matura machen, deshalb ließ sie sich als Sanitäterin ausbilden und arbeitet jetzt als Covid-Testerin im Parlament, was sie sehr interessant schilderte, als sie im schönen Büro des Parlamentspräsidenten stand und die aus Armenien kommende Ania Hakobian, las zuerst von ihrer Lehrerin und hatte dann einen Text über ihren Namen.

Interessant welche Themen, die Fluchterfahrungen, das geplante Studium, etcetera, den jungen Migranten wichtig sind und ebenso spannend davon in einem Text zu erfahren, deshalb sind solche Schreibwerkstätten wohl wichtig und spannend, daß sich die Sprachkunststudenten dafür interessieren,man kann dabei gleich sein Deutsch üben und Erfahrung mit der Öffentlichkeit machen, obwohl die ja in Zeiten, wie diesen aufden Onlinestream reduziert sind. Die drei Moderatoren stellten abwechselnd die Autoren vor und erzählten ein bißchen was über ihr Leben. Barbara Zwiefelhofer wies am Schluß auf die Anthologie hin und forderte zum Kaufen, Lesen und Verschenken auf.

Vorläufig kann man das auf der Homepage des Prosa-Projektes machen, später wird es die Anthologie in ausgewählten Buchhandlungen geben und interessant natürlich auch, was ich noch von den jungen Autoren hören und lesen werde.

Zwei davon habe ich schon gekannt und die Moderatoren schon bei Lesungen gehört, wie man im Literaturgeflüster-Archiv nachlesen kann. Spannend, daß sich das Literaturhaus auch, um die noch ganz am Anfang stehenden kümmert und wenn es mich vielleicht auch noch einmal einmal, vielleicht mitmeinen zweiten oder dritten Literaturgeflüsterbuch einlädt, wäre das auch sehr schön. Das Dritte das mit den Corona-Texten ist zwar noch nicht fertig, es wird aber wahrscheinlich ohnehin noch ein Weile dauern, bis ich ohne Test und Maske hingehen kann. Vielleicht lese ich bis dahin die Texte der jungen Migranten mit Fluchterfahrung, da ich aber so einen dicken Lesestapel habe, wird auch das eher unwahrscheinlich sein, außer es legt es einer oder eine für mich in den offenen Bücherschrank.

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