Literaturgefluester

2020-07-31

Frühling der Barbaren

Jetzt geht es wieder zum Backlistbuchpreislesen, dem letzen wahrscheinlich, bevor es ab achtzehnten August zum richtigen „Buchpreisbloggen“ kommt, nämlich zum Jahr 2013, dem Jahr wo zwar nicht alles begann, ich mir aber zum ersten Mal überlegte, ob mich das nicht doch reizen könnte und ich das Leseprobenbüchlein besprochen habe.

Den 1976 in der Schweiz geborene Jonas Lüscher, der mit „Frühling der Barbaren“ auf der Longlist stand, habe ich damals nicht gekannt und die Perfektionistin in mir bemängelt auch, daß er eigentlich nicht darauf stehen hätte dürfen, ist das Buch doch eindeutig als „Novelle“ gekennzeichnet und wurde auch als solche geschrieben.

Sie stand trotzdem auf der Liste, die den besten deutschsprachigen Roman sucht und ich betone noch, daß Jonas Lüscher mit seinem Roman „Kraft“ 2017 nochmals auf der DBp-Liste gestanden ist und auf die Longlist des Bloggerdebuts kam, denn dann war es ja der erste Roman, also eigenlich ganz schön verrückt oder ein Hinweis darauf, wie sinnlos diese Gattungsbezeichnungen vielleicht sind.

Den Essayband „Ins Erzählen flüchten“ habe ich Anfang März gelesen und die Novelle, die sich in einem wahrscheinlich gewollt altmodischen Tonfall, sowohl der Finanzkrise, als sich auch dem arabischen Frühling annimmt, wurde überall hoch gelobt.

Man kommt in das hundertzwanzig Seiten starke Buch, zuminstest ist mir das passiert, nur schwer hinein, irritiert am Anfang doch der altmodische Tonfall, dann wird es aber packend und ich schließe mich den Kritikern an, eine köstliche Geschiche, die ja ein wenig an die Dystopie, die wir hier erleben, wo ein Virus die Wirtschaft zum Zusammenkrachen bringt, alle Masken tragen und im Frühling das Klopapier ausverkauft war, erinnert, obwohl das Buch ja schon früher geschrieben ist.

Ich habe ja nicht Literarurwissenschaft studiert, daß die Novellen früher, und ich nenne meine Sachen, der Länge wegen, auch manchmal so, obwohl sie nach den strengen wissenschaftlichen Kriterien wahrscheinlich keine sind, oft mit einem Erzähler beginnen, weiß ich aus den „Radiogeschichten“ und oft er erzählt der dann eine Geschichte, die ihm von einem, den er irgendwo kennenlernte, erzählt wurde.

in diesem Fall ist es der Schweizer Geschäftsmann Preising, das heißt, er ist ein reicher Erbe, offiziell Vorstand seiner Firma, die ihm längst von einem Bosnier aus der Hand genommen wurde, der ihm, wie die Geschichte beginnt, auf Urlaub nach Tunesien geschickt hat.

Jetzt befindet Preising sich in der Psychiatrie und erzählt dem Mitpatienten seine Geschichte, wie er da mit dem von der Haushälterin gepackten Koffer, in der sich lauter helle Wüstensachen befinden, zum Fugzeug chauffiert wird, selbst hat er kein Auto. In Tunesien erwarten ihn Geschäftsfreunde, einer will ihm mit einer seiner sechs Töchter verheiraten und zu krummen Sachen überreden. Er entkommt und ffährt mit der Tochter eines anderen in ein Wüstenressort, das bezeichneterweise „Tousands and one night“ heißt und nach der Phantasie aus Werbeprospekten nachempfunden wurde. Dort soll eine Hochzeit reicher britischer Finanzleute stattfinden. Preising freundet sich mit der Mutter des Bräutigams an und fährt am Vortag mit dem Vater auf Wüstenbesichtigung. Das wird ähnlich makaber geschildert, wie vorher die Kamele, die einen Bus zum Umstürzen brachten. Der Kameltreiber ist bankrott. Für Preising wäre es ein Knacks ihm das verlorene Geld zu geben, er überlegt und überlegt, tut es dann nicht.

Und während die Hochzeit stilvoll von statten geht, krachen in England, die Banken zusammen und die jungen Leute haben nichts mehr, um ihre Rechnung zu bezahlen, denn ihre Konten sind gesperrt. So läßt Saida, die Hotelmanagerin, das frugale Frühstückbuffet abräumen, nur Preising hat seinen Extratisch. Es kommt zu Plünderungen. Der Kärntner Hotelkoch ist mit dem Schlüßel zur Speisekammer abgetaucht. So beschließen die betrunkenen Engländer ein Kamel zu braten. Das führt zu einem Wüstenlbrand und überstürzter Flucht und der letzte Satz des Buch auf die Frage des Erzählers, was Preising damit beweisen wollte, lautet „Du stellst schon wieder die falsche Frage“ und am Buchrücken steht „Eine Entdeckung, weil es ein so komplexes Thema, wie die Finanzkrise in einer schmalen ökonomischen Novelle bündelt, deren Schauplätze nicht besser gewählt sein könnten: eine psychiatrische Anstalt und die Wüste“, „Der Spiegel“, „Treffend beoabachtet, altmodisch und zugleich modern erzählt, urkhmisch und kühn“, „Die Welt“ und „Ein absolut brillantes Buch. Für mich ist Jonas Lüscher die große Endeckung in diesem Jahr“, Ijoma Mangold, „Die Zeit“.

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2020-07-30

Wieder bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Sebastian Fasthuber, Gunther Neumann

Sebastian Fasthuber, Gunther Neumann

Wieder schönes Wetter, wieder O-Töne, diesmal mit Gunther Neumann und Birgit Birnbacher und diesmal habe ich meinen Platz in einen dieser grünen MQ-Sitzmöbel gefunden, die sind bequemer, als die Bänke, man würde auch besser hören, weil etwas näher am Geschehen, wenn sich nicht am Nebensessel eine Gruppe junger Leute eingefunden hätten, die sich laut unterhielten.

Aber eine gute Stimmung, abgesehen von dieser Eingangsmaskerade und der Seucrity-Überwachung und sehen tut man auch nicht sehr viel, weil ja weit hinter, aber Margit Heumann, die unermüdliche, habe ich wieder getroffen, die mit einer alten Dame, die ich früher immer in der „Alten Schmiede“ gesehen habe und die einmal auch zu mir zu einer Lesung gekommen ist und nachher beim Weggehen, die Christa U. meine Hauptschulkollegin, die auch ein Corona-Opfer geworden ist, weil Hüft-Op leider verschoben.

Sebastian Fasthuber moderierte und stellte den späten Debutanten, den in Linz geborenen Gunther Neumann vor, der lange in leitenden Funktionen tätig war und offenbar in seiner Pension seinen ersten Roman „Über allem und nichts“ geschrieben hat, in dem es um eine Flugbegleiterin geht, die Bauch beziehungen zu zwei Männern hat.

Dann folgte, die mir schon besser bekannte, 1985 geborene Birgit Birnbacher, der Debut „Wir ohne Wal“ ich gelesen habe, die Soziologin, die im Vorjahr den „Bachmannpreis“ bekommen hat und von Sebastian Fasthuber gebobt wurde, daß sie von einem Beruf und nicht nurvon einer Schreibschule hergekommen ist.

Sebastian Fasthuber, Birgit Birnbacher

Sebastian Fasthuber, Birgit Birnbacher

Nun die Schreibschulen-Autoren sind ja eher etwas Neues, denn als ich zu Schreiben begonnen habe, hat es noch kaum solche gegeben. Das Interessante an Birgit Birnhacher ist aber, daß sie in einer sehr schönen Sprache soziale Themen erzählt, die man bei den Schreibschulabsolventen vielleicht nichtmso einfach findet, geht es doch in „Ich an meiner Seite“ um einen Arthur, der ein Straftäter ist und Birgit Birnhbacher erzählte in Gespräch auch, daß es dazu ein Vorbild gab, das sie lange suchte und das sie dann fiktionalisierte.

Interessant interessant, mit „Wir ohne Wal“ habe ich ja nicht so viel anfangen können, der „Bachmannpreisrext“ hat mich schon mehr angesprochen und auch die Textausschnitte, die sie gelesen hat, erscheinen mir sehr interessant.

Mal sehen ob das Buch einmal zu mir kommt oder ob es vielleicht auf einer der Buchpreislisten steht, schreibe ich wieder und Isabella Straubs „Im Schatten des Windrads“, die, glaube ich, 2015 bei den O-Tönen gelesen hat, wo ich wegen meiner Sommerfrische wegen auf meinem MQ-Möbel saß, den Einzug der Maskierten beobachtete und auf die Veranstaltung wartete.

2020-07-29

Corona Fehlalarm?

Filed under: Bücher — jancak @ 00:44
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Zahlen, Fakten, Hintergründe von Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi, wie am Cover steht. Meist wird im Zusammenhang mit dem Spiegel-Bestseller, bei „Goldegg“ erschienen, nur Dr. Bhakdi, der 1946 geborene Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemologie, der zweiundzwanzig Jahre, das Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz geleitet hat, erwähnt, der als Kritiker der Corona- Epidemie gilt und, wie auch einige andere kritische Ärzte beweisen will, daß es sich dabei, um kein Killer-Virus handelt und der Höhepunkt der Epidemie schon vorbei war, als weltweit der Lockdown beschloßen wurde.

Nun gehöre ich auch zu den Corona kritisch eingestellten Menschen, denke, daß man mit einem Virus auch anders umgehen kann, denke, daß der wirtschaftliche, medizinische und psychologische Schaden vielleicht größer sein wird, halte die Massnahmen auch für überzogen und bin, wie ich ja immer schreibe eine Gegnerin der Maskenpflicht oder gegen Freiheitsbeschränkungen, wie wir sie jetzt erleben, überhaupt und, daß mit der Polizei gegen ein Virus eingeschritten wird, ist auch etwas, was ich sehr bedenklich finde.

Warum dieses Virus soviel Angst auslöst, ist etwas was ich noch immer nicht so ganz verstehe. Deshalb interessiert mich das Thema sehr und ich habe schon einige mehr oder weniger kritische Bücher darüber gelesen.

So war ich sehr interessiert, als mir Doris Kloimstein, die vielleicht auch eine Corona-Kritikerin ist, mir jedenfalls schon viele schöne Coronaoder Maskenkommentare in Gedichtform geschickt hat, das Buch übergab. Der Uli hat es auch schon gelesen, in diesem Punkt scheine ich mit ihm ja einer Meinung zu sein, wie ja auch sehr interessant ist, daß die FPÖ zu den Corona-Gegner zählt, die auch eine Petion dagegen ausgerufen hat.

Die Maßnahmen der österreichischen Regierung hat die österreichischen Zahlen sehr schön herunter gebracht, so daß es ab Mai wieder Lockerungen gab, jetzt scheinen die Zahlen wieder anzusteigen, so daß die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde, man weltweit von einer zweiten Welle spricht, die die Zahlen auch in anderen Ländern sprunghaft steigen ließen und die allgemeine Angst wieder sprunghaft anzusteigen scheint. Aber nun zu dem Buch, das glaube, ich auf den Kenntnisstand von Mai beruht.

Es ist in einige Kapitel gegliedert, relativ einfach und leicht verständlich geschrieben und beruht gelegentlich auf einen leicht sarkastischen Unterton vor allem, was die Kritik bezüglich des deutschen Star-Virologen Christian Drosten, den deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn oder den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der ja einen sehr strengen Kurs fährt betrifft.

Beginnen tut es mit einer Einführung des „Alptraumes“, wo er leicht verständlich erklärt, daß das Virus im Dezember von China hergekommen ist und dort mit sehr drastischen Maßnahmen bekämpft wurde, die dann schließlich fast weltweit übernommen wurden.

Im zweiten Kapitel wird erläutert, wie gefährlich das „Killerviurs“ ist, da führt Dr. Bhakdi verschiedene Tabellen und Statistiken an und auch, daß hier die Zahl der an Corona verstorbenen mit denen mit verwechselt wird. Er zitiert Statistiken, daß die meisten Toten über achtzig waren und nennt Risikofaktoren, wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen, die immer vorhanden waren, aber oft nicht erkannt wurden. Er nennt Thrombose, als eine Ursache für spätere Lungenerkrankungen und interessant ist da ja, daß den alten Menschen und Riskogruppen ja nicht empfohlen und in den Altersheimen oft verboten wurden, aus dem Haus zu gehen, während frische Luft und Bewegung eigentlich zu empfehlen wäre.

Er zitiert auch, die die Studie eines Ministerialbeamten der berechnete, wie hoch die Kolleratschäden, leere Spitäler, keine Behandlungen, wären, die verschwiegen wurden. Vergleicht die Situation von Italien, Spanien, England und Großbritannien, hier ist das gesundheitssystem oft schlechter, es wurde krankgespart und oft auch falsch behandelt.

Dann kommt er zur Corona-Situation in Deutschland, die ja etwas anders als in Österreich ist. Der Lockdown hat hier, glaube ich, später als in Österreich begonnen und auch länger angehalten. So gibt es dort immer noch die Maskenpflicht, eine größere Abstandsregel und vor allem in Bayern viel strengere Bestimmungen, als in anderen Bundesländern.

Die Maskenpflicht hält er auch für unnötig und führt dazu verschiedene Belege an.

Ein Kapitel ist den leeren Krankenhäusern, dem Herunterfahren der Medizin und der fehlenden Behandlungen von Schlaganfällen und Herzinfarkten, weil sich die Patienten nicht in die Spitäler trauten, gewidmet und da kann ich berichten, daß ich noch immer keinen Corona-Toten kenne, wohl von einigen potitiv Getesten und von denen mit Verdacht hörte, aber von einigen Leuten hörten, daß sie an Schlagafällen und Herzinfarkten gestorben sind und mir auch einige Freundinnen in letzer Zeit von ihren aufgeschobenen Operationen berichtet haben. Mich hat vor allem auch erstaunt, wie schnell die Allgemeinpraxen zusammengebrochen sind und, daß sich die Mediziner dort nicht mehr die Patienten zu behandeln trauten, was ich eigentartig, wenn nicht arg finde.

Die falsche Behandlung mit Beatmungsgeräten wird von Dr. Bhakdi thematisiert und immer wieder, daß kein Lockdown nötig gewesen wäre, weil im April alles schon vorbei gewesen wäre, die Poltiiker aber immer noch von der zweiten Welle reden, die jetzt ja offenbar herbeidiagnostiziert. Da gibt es ein schönes Bild im Buch, daß mit Kanonen auf Spatzen geschoßen wird, was ich mir auch schon dachte, die fliegen aber munter weiter, während alles andere in Schutt und Asche über bleibt, schreibt Dr. Bhakdi weiter.

Er meint, was auch andere meinen, daß die Risikogruppen geschützt gehörten und alles andere nicht nötig gewesen sei, führt Schweden als positives Beispiel an, was von den deutschen Politiker und Medien heruntergemacht wird.

Prof. Drosten scheint er nicht leiden zu können und führt die Beispiele von der Pandemie von 2009 an, wo ein Impfstoff erzeugt wurde, der dann nicht nötig war, meint, daß es falsch war, den Menschen Angst zu machen, da wird Kanzler Kurz und sein berühmter Ausspruch angeführt, weil dann die Menschen alles mit sich machen lassen und das habe ich ja am Donnerstag erstaunt beobachtet, wieviel Leute sich da im MQ für den Meter bis zu ihrem Platz im Freien eine Maske aufsetzen. Wahrscheinlich haben sie gedacht „Welch ein Unsinn!“, lauten Unmut habe ich aber nicht registriert.

Die fehlende Meinungsfreiheit ist das nächste Thema, daß Kritiker gleich zu Verschwörungstheoretikern, ein Wort das inzwischen inflationär verkommen ist, bezeichnet werden und da wundert mich ja persönlich, daß die rechts oder bei der FPÖ zu finden sind, während die anderen zu schweigen scheinen, was ich auch nicht ganz verstehe, daß denen nichts zu Kritisieren auffällt.

Oe 24 TV berichtet ja immer, wie sehr die Menschen mit Kanzler Kurz und seinen Maßnahmen zufrieden sind. Die Wirtschaft liegt aber danieder, die Arbeitslosenzahlen werden steigen und, daß man Menschen in den Alterheimen einfach einsperrte und sie beispielsweise weder Besuche empfangen noch spazieren gehen ließ, ist wahrscheinlich auch mehr als fahrläßig.

Sind wir also bei der Einschränkung der Grundrechte, die da sehr schnell und weltweit nicht nur in Deutschland ausgehobelt werden, angelangt. In Deutschland wird da oft der Vergleich mit der DDR gebracht. In Österreich ist der aber, wo es auch nicht viel anders zugeht, nicht zuläßig und da wunderte mich schon von Anfang an, weil, daß das Virus zwar ansteckend ist, aber nur bei alten multimorbiden Menschen wirklich zugreift, war ja schon vom Anfang an klar, daß das so wirken konnte und verstehe, wie schon zitiert, noch immer nicht warum. Dr. Bhakdi zietiert da einen, der sich fragte, ob es an der „Dummheit der Politiker“ liegen könnten oder, ob sie etwas anderes vorhaben? Und so dumm könnten die ja eigentlich nicht sein?

Eine Frage, die ich mir Angsichts der widereingeführten Maskenpflicht und der inzwischen über sechzig infizierten Praktikanten in St. Wolfgang auch stelle.

Denn wer suchet, der findet und ob es wirklich eine so gute Idee ist, das Virus, das ja ungekümmert weiterfliegt, mit aller Gewalt ausmerzen zu wollen, in dem man die Immunisierung verhindert und die Abwehrkräfte schwächt, wird auch thematisiert.

Das letzte Kapitil wird der Zukunft gewidmet. Wie geht es weiter?

Wir dürfen nicht in die finsteren Zeiten von 1930 zurückfallen, schreibt Dr. Bhakdi und wir sollten aus der Geschichte lernen.

Da bin ich gerade jetzt sehr skeptisch, denn die den Medien wird ja wieder Angst geschürt und die Leute, die mit Masken aus den Supermärkten kommen, gefragt, was sie von den Maskenverweigern oder Maskenanarchisten halten? Während die Experten gleichzeitig betonen, daß man eigentlich eine Schulung im Maskentragen bräuchte, damit sie nicht falsch angewendet werden und sich im Supermarkt noch keiner angesteckt hat und es hier die psychologische Wirkung ist, also, daß man die Angst nicht vergessen darf, auf die gesetzt werden soll und ich habe mir schon im März „Uje uje!“, gedacht.

Was ist, wenn dann im September der nächste Virus kommt? Wenn sich diese Einstellung nicht verändert, kommen wir aus dem Schlammassel nie heraus!

Mal sehen, ich bin wieder gespannt und kann das Buch wirklich allen sehr empfehlen, hörte, daß „Amazon“ die Lieferung verzögert haben soll. Es steht aber Bestseller darauf und ich kenne schon zwei Leute, die es gelesen haben.

In den öffentlichen Medien hört man nicht viel davon, das stimmt, im Internet sind aber auch die entsprechenden Videos zu finden.

2020-07-28

Im Künstlerdorf

Der Alfred hat ja jetzt, bevor er in Pension geht, Urlaub und da möchte er herumfahren.

Die Sommerfrischewochenden in Harland, bei St. Pölten sind ihm da zu wenig und so hat er gleich angebissen, als ihm Erika Kronabitter zu zwei Lesungen eingeladen hat.

Auf diese Art und Weise waren wir vor zwei Wochen beim Lesefest in Strobl am Wolfgangsee, wo jetzt ja die Horromeldungen von den Coronazahlen in St. Wolfgang herkommen und für diese gab es eine Einladung in das Künstlerdorf in Neumarkt an der Raab. Das ist im Burgenland, wo Erika Kronabitter im Rahmen der Sommerakademie eine Schreibwerkstatt „Schreiben mit Freude“ abhält und es außerdem eine GAV->Lesung „Zwischen den Zeilen“ im Stadl mit Petra Ganglbauer und Peter Pessl geben sollte.

Als wir das Dorf, ein paar idylle strohgedeckte Häuser mit teilweise sehr alten Möbeln auf einer Wiese erreichten, sahen wir die Teilnehmer der Schreibwerkstatt, ich glaube acht Frauen und zwei Männer, schon auf der Terrasse oder Galerie sitzen und eifrig vor sich hinschreiben oder denken.

Unser Zimmer war in der Mansarde eines der Häuser und die Lesung, die von Erika Kronabitter, der unermüdlichen, moderiert wurde, fand nur mit Peter Pessl statt, da Petra Ganglbauer, die ehemalige GAV-Präsdidentin, erkrankt ist.

Peter Pessl, Erika Kronabitter

Peter Pessl, Erika Kronabitter

Erika Kronabitter stellte den 1963 in Frankfurt am Main geborenen und in Österreich Aufgewachsenen vor, erklärte, daß er einer eher experimentellen Schreibweisei zuzuorden ist, sein erstes Buch „Splitter und Sporen“ ist im „GanGan-Verlag“ erschienen und, daß er mit Petra Ganglbauer, Friederike Mayröcker und anderen Literaturgrößen in Verbindung stand.

Es sind schon viele Bücher bei „Ritter“ und anderen Verlagen erschienen. Darunter drei, die den „Aufzeichnungen aus dem Himalaya“ gewidmet sind. Da war ich bei der Vorstellung von einem in der „Alten Schmiede. Bei dem aus dem er dann gelesen hat, dem Zaubermärchen „Mamamaus Mandzukic“, war ich auch. Da gibt es ja Zeichnungen, die damals präsentiert wurden und er las den Ausschnit aus einem, das in Italien beginnt und in einem KZ endet und danach einen Ausschnitt aus dem neuen Buch, das demnächst erscheinen war, das sich dran lehnt und auch märchenhafte Textpassagen hat.

Erika Kronabitter erwähnte dann noch die Preise, die Peter Pessl, der sich auch als politischer Autor versteht, bekommen hat und fragte, ob es nicht unangenehm sei, die, von Politikern überreicht zu bekommen, wenn man aus dem bürgerlichen Leben ausgestiegen ist? Was ich für eine interessante Frage fand, wie Erika Kronabitter überhaupt sehr interessante Fragen stellte, wo man viel über den Literaturbetrieb lernen oder über ihn nachdenken konnte.

Nachher gab es eine Jause aus dem Bioladen mit „Uhudler“ und interessanten Gesprächen.

die Schreibwerkstatt, wo ich eine Teilnehmerin traf, die ich, sowohl aus der „Alten Schmide“ kenne, die aber auch in Strobl war, geht, glaube ich, bis Ende der Woche weiter.

Ein Buch über das Künstlerdorf in dem schon viele Berühmtheiten gelesen haben, gibt es auch und so kann man den Sommer auch verbringen, mit Lesungen und mit Schreibwerkstätten in einer schönen Gegend. Aber meine Sommerfrischenwochenenden in Harland, wo jetzt ja bald Halbzeit ist, sind auch sehr interessant.

Die Schreibwerkstatt mache ich mir selber. So war ich am Montag mit meinen beiden Notizbücher wieder in der „Seedose“ am Viehofner See, sogar auf zwei Kaiserspritzern und habe mir ein paar weitere Szenen aufnotiert, obwohl ich mit dem bis jetzt Vorhandenen noch nicht so zufrieden bin und nach Wien zu Lesungen beziehungsweise zu Arbeitssitzungen geht es auch immer wieder.

Die nächste Lesung wird bei schönen Wetter bei den O-Tönen sein, da es die „Podium-Sommerlesereihe“ jah nicht mehr gibt.

2020-07-27

Vorschau auf „Fräulein Nos Nachtcafe“

Filed under: Buchpromotion — nagl @ 00:05
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Der Allgemeinmediziner Ulrich Blumenbach hat nach
dem Tod seiner Mutter eine Psychose durchgemacht.
Infolgedessen wurde er von seiner Freundin Anna
verlassen und hat seine Praxis verloren.

In dieser Situation lernt er in einem Nachtcafe nicht
nur die Schauspielschülerin Nolantha kennen, die
dort als Servierein tätig ist, sondern kann auch einer
ehemaligen Patientin aus einer Krise helfen.

Hurrah, hurrah, es wird fertig mein siebenter „Nanowrimo“, das Buch das ich im vorigen November in Basel und auch in Wien geschrieben  und da im Anhang auch von den  Schreibprozessen berichtet habe.

Wie immer gibt es drei Fragen, mit denen man das Buch nach Erscheinen gewinnen kann. Also

  1. Worum geht es in dem Buch?
  2. Wer ist das Fräulein No?
  3. Warum hat sich Anna von Ulrich Blumenbach getrennt.

Das wärs über rege Beteiligung würde ich mich wieder freuen. Wenn das Buch dann erschienen ist, wird es wieder eine Leserunde geben, für die man sich sich jetzt schon anmelden kann.

Die Schreibberichte gibt es auch hier zu finden:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

 

2020-07-26

Abschiedsfarben

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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„Geschichten über Abschiede, die belasten, und Abschiede, die befreien, über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und ewältigte Erinnerungen und darber, wie im falschen Leben oft das richtige liegt und im richtigen das falsche“, des 1944 bei Bielefeld geborenen Jruisten Bernhard Schlink, Autors des berühmten „Vorleser“, von dem ich außer einem Krimi noch „Olga“ gelesen habe, steht als Nächstes auf meiner Leseliste und beeindruckend die Ironie und der feinen Ton des alten Mannes, der in hoher Brillanz wohl Abschied von seinem Leben nimmt.

In „Künstliche Intelligenz“ nimmt der Ich-Erzähler Abschied von seinem Freund Andreas. Beide haben in der DDR ein Institut über Kybernetik aufbauen wollen, aber Andreas wollte mit einem Boot nach dem Bau der Mauer in den Westen. Das hat er anonym verraten und ist Institutsleiter geworden und Andreas nach seiner Haftstrafe nur von ihm geförderten Zweiten oder Gehilfen. Der ist längst gestorben. Jetzt kommt aber die Tochter, will die Geschichte aufarbeiten und die Stasi-Akten haben. Da hilft nur Verdrängen, Dissoziieren oder eben, das berühmte Abschiednehmen.

In „Picknick mit Anna“ steht ein alter Lektor oder „Buchdoktor“, also einer „der aus schlechten Manuskripten gute Bücher macht“, auch ein leicht überheblicher oder ironischer Überton, am Fenster in der Nacht und beobachtet, wie Anna, die Hausmeistertochter, der er Nachhilfestunden gab, um aus ihr eine „feine Dame, wie in Pygmalion“ zu machen und mit ihr in Oper ging, von ihrem Freund ermordet wird. Er steht dabei und holt nicht die Polizei oder den Rettungsdienst. So kommt der Kommissar zu ihm und sagt ihm, eine Nachbarin des Nebenhauses hätte ihn am Fenster gesehen. So resummiert er über seine Beziehung zu Anna und holt dann die Pistole, um, wen den Freund oder sich selbst zu töten?

In „Geschwisterliebe“ trifft ein Musikwissenschaftler Susanne, seine Jugendliebe wieder. Er hat sich als Sechzehnjähriger in dieTochter aus reichen H<haus verliebt, die aber einen rollstuhlfahrenden Bruder hat, der sein bester Freund wurde. Die Eltern tuen alles um den Jungen zu fördern, Er will aber auf einer fremden U<u<u<uni studieren und Philip soll ihn begleitet. Der will Susanne nicht verlassen, die ihn aber nicht als Liebhaber will, so geht er nach Amerika. Jahrzehnte später wird er von Susanne, die verheiratet ist und zwei Kinder hat, ein fünftes gibt es auch noch, sagt der Mann spöttisch zu einem Vortrag über Fanny Mendelssohn eingeladen und erfährt, daß der Bruder, der alle „Arschloch“ nennt, dement geworden, als fünftes Kind im Haushalt lebt und Susanne gesteht ihm, daß sie es war, die damals Eduard vom Berg hinuntergestoßen hat, weil sie auf ihn wütend war und jetzt lebenslang dafür büßt.

Ein wenig altmodisch und sehr konstruiert wirken die Geschichten, die von Ursula März besser, als die Romane empfunden werden. Mir sind sie vielleicht ein wenig zu dicht.

In „Amulett“ wird eine Ärztin vom ehemaligen Au Pair Mädchen besucht, die hat ihr den Mann weggenommen. Jetzt hat er Krebs und will seine Ex-Frau sehen. Sie trifft sich nach längeren Zögern mit ihm und er übergibt ihr das Amulett, das ihr seine Mutter hinterlassen hat.

Noch einmal tragisch die Geschite der „Geliebten Tochter“, die heißt Mara und ist nicht das Kind von Bastian, denn der hat Theresa erst kennengelernt, als sie schon fünf war. Ist aber ein Vorzeigevater mit dem Mara über alles sprechen kann. So fragt sie ihn einmal, ob sie lesbisch ist, weil sie ein Verhältnis mit ihrer besten Freundin Sylvie hat. Dann gibt es aber einige Freunde. Mara wird Gebärdensprachenlehrerin, bevor sie zu Sylvie endgültig zurückkehrt. Jetzt wollen die beiden, die im weißen Kleid und weißen Anzug heiraten, ein Kind. Die künstliche Befruchtung hilft nicht. So fährt sie mit Bastian in ein Hhotel und kommt in der Nacht zu ihm. Er erkennt sie angeblich oder tatsächlich nicht, glaubt, sie wäre Theresa und ist danach nicht sicher, ob die drei Frauen, das miteinander ausgemacht haben, wälzt auch noch die Literatur, wo solche Geschichten erwähnt werden und wird dann ein Großvater, der sich in sein Schicksal ergibt.

„Der Sommer auf der Insel“ nimmt das Motiv von Stefan Zweigs „Brennenden Geheimnis“ auf. Ein Junge fährt mit seiner Mutter im Sommer auf eine Insel und entdeckt dort das Geheimnis, das sie mit einem Fremden hat und in „Daniel, my brother“, wird vom Selbstmord eines Bruders, der sich mit seiner Frau umgebracht hat, berichtet, was laut dem Interview mit Ursula März autobiografische Bezüge zum Autor hat.

In „Altersflecken“ gehen einem nach dem siebzigsten Geburtstag alle Niederlagen, Peinlichkeiten, Enttäuschungen seines Lebens durch den Kopf. Der Psychiater nennt das Altersdepression und will was Auffhellendes verschreiben. Er spürt aber einer ehemaligen Geliebten auf und am“Jahrestag“ geht ein auch schon älterer Herr, erfolgreicher Schriftsteller mit jüngerer Geliebten erfolgreicher Journalistin in ein Restaurant, um Champagner zu trinken und sie fordert ihm zum Tanzen auf, was bei ihm ein bißchen Widerwillen erregt.

Das ist auch etwas das man an dem wohlgeschliffenen Buch bemängeln könnte, daß alle Geschichten in der gehobenen intellektuellen Mittelschicht spielen. Die Protatgonisten, Ärzte, erfolgreiche Geschäftsleute, cetera sind, Campagner trinken und die Männer jüngere Geliebte haben und beinahe sorglos ihre Ehen brechen etcetera.

Ich weiß schon, das ist höchstwahscheinlich die Lebenswelt des Autors, der ja ohne Zweifel etwas Altmodisches in seiner Themenwahl und Sprache hat, obwohl er auch durchaus aktuelle Themen anschneidet, die aber dann in dieser Art und Weise behandelt und da würde es ihm wohl nicht wirklich liegen, mal einen jügeren Knaben um des Erfolgs oder auch um der Liebe willen mit seiner Chefin anbändeln lassen und die dann nicht zum Champagner sondern vielleicht zum Joint verführen.

2020-07-25

Monster wie wir

Als Nächstes kommt der Debutroman der 1979 in Sachsen geborenen Pfarrerstochter Ulrike Almut Sandig, die auch als Lyrikerin tätig istund die ich einmal in Leipzig lesen hörte.

In einer sehr dichten Sprache wird hier über die Gewalt erzählt, der Kinder in Wahrheit hoffentlich nicht so oft, wie in den Romanen ausgesetzt ist. Von Gewalt, Kindesmißbrauch und den Ohrfeigen, die man auch in einem Pfarrerhaushalt bekommen kann.

Da ist Ruth, die Pfarrerstochter, die später Musikerin wird, bei einem Konzert ihrem Freund Viktor wiedertrifft und einem Voitto sehr metaphernreich, die wohl die Diszzoziationen verdeutlichen sollen, ihre Geschichte erzählt.

Da beginnt es gleich, daß sie als Embryo im Bauch der Mutter geschwommen ist und dann von ihrem Bruder Fly verlassen wurde, der als Erster auf die Welt kam. Sie erzählt ihm das Geschichte und er schüttelt den Kopf, kann sie sich doch nicht daran erinnern können, ist er doch vier Jahre älter als sie.

Der Vater ist ostdeutscher Pfarrer und hat die Kinder nie geschlagen oder doch, ein paar Ohrfeigen hat es gegeben.

Jedenfalls erzählt Ruth Voitto von den vier ihres Leben. Die Mutter eine Apothekengehilfin, ist sehr liebevoll zu den Kinder, erkennt aber in den Vampirbissen von denen Ruth ihr erzählt, die vom Großvater stammen, nur Bremsenstiche und geht dann, als sie sich vom Vater trennen will, mit dem Kind zum Großvater, der ihr vorwirft, daß eine Pfarrersfrau ihren Mann nicht verläßt und Ruth, die inzwischen Geige spielen lernt und es beim Großvater nicht aushält, sie wieder zur Rückkehr bewegt.

Viktor, den halbrussischen oder kleinen Russen, wie Ruths Vater sagt, Offizierssohn, lernt Ruth im Kindergarten kennen, besucht mit ihm später dieselbe Schule und er erzählt ihr vom Mißbrauch, die der Schwager, der Mann der älteren Schwester, die auf ihm aupassen soll, an ihm ausübte, während sonst, was Ulrike Almig Sandig in einem Interwiev thematisierte, darüber der Mantel des Schweigens gelegt wird.

Der zweite Viktor genannte Teil ist der packenste. Da ist die DDR vorbei, Viktor erwachsen und in Springerstiefel, wie ein junger blonder Nazihühne wirkend, auf dem Weg nach Frankreich, wo er sich als Au Pair beworben hat, damit er genommen wird, hat er seinen Namen in Viktoria umgewandelt.

Die Madame nennt ihn Victoire erklärt ihm, daß er nicht nur die Kinder betreuen und Französisch lernen, sondern auch ihre Unterhosen bügeln, staubsaugen und kochen soll. Dafür darf er das alte Brot, das nicht weggeworfen werden darf, in den Kaffee tauchen.

Die Kinder heißen Maud und Lionel, es gibt wieder ein paar poetisch surreal anmutende Szenen, wo Maud die Dinge aus ihrer Sicht erklärt. Maud liegt im Bett der Maman, Lionel in dem des Papas, der nicht sein Vater ist und als Viktor das bemerkt, schlägt er ihn zusammen.

Er wird nicht angezeigt, aber hinausgeworfen und das Aupair-Mädchen im Nachbarhaus, die Ukrainerin Julija, die wie der Großvater, ein alter Frankreichkämpfer, in dem durch Codes gesicherten Haus ein- und ausgeht, um nach dem Rechten zu sehen, bedauert das sehr, denn nun ist Lionel wieder allein und Maud hätte Viktor, wenn er geblieben wäre, sogar ihre Schnecken geschenkt.

Das fand ich packender und überzeugender, als den ersten Teil, wo Ruth, den Großvater in eine Vampirangst dissoziiert, das erscheint mir ein bißchen zu sehr dem Lehrbuch nachempfunden und wie auch anderes poetisch überfrachtet.

Es gibt auch noch einen Schluß- oder dritten, Voitto genannten Teil, in dem Ruth, die offenbar doch Pianistin gerworden ist, während sie vorher die verschiedensten Instrumente ausprobierte, ihrem Freund erzählt, was nach dem Fall der DDR aus dem Pfarrhaus und ihrem Bruder, dem Aktivisten und Filmer geworden ist.

Interessant wahrscheinlich, die Verbindung zwischen DDR und Kindesmißbrauch, interessant auch, das in einer sehr lyrischen Sprache zu erzählen, daß ich damit meine Schwierigkeiten habe, habe ich ja schon öfter geschrieben.

Ein interessantes Buch, schade, daß es nicht beim „Bachmannpreis“ vorgestellt wurde.

2020-07-24

Schwarzpulver

Filed under: Bücher — jancak @ 00:16
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Nun kommt eine Juni-Neuerscheinung, das Debut der 1985 in Münschen geborenen Laura Lichtblau, ein dystopischer Roman, der eigentlich von unserer Corona-Dystopie schon ein bißchen überholt ist, geht es darin doch um das altbekannte Szenario eines Berlins in dem die Bürgerwehr regiert, das gendert verbietet, den homosexuellen und allen anderen das Leben schwer zu machen versucht und es geht auch, um drei besondere, wie bei „Amazon“ steht oder auch etwas skurrile Figuren, was vor allem Charlotte, die Mutter und Scharfschützin der Bürgerwehr betrifft, denn die ist eine etwas labile Person, Cognac trinkende, alleinerziehende Mutter, des Charly oder von seinem Onkel und der Bürgerwehr auch Karl genannt, ein unbezahlter Praktikant in der gerade noch erlaubten Musikbrachche, die fährt zu Beginn des Buches und das ist für mich interessant nach Wien, um dort einen Vortrag über die „Sicherheit in der Straßenbahnen“ zu halten und dort hat sie auch ihre Wurzel, beziehungsweise Charly seinen ihm unbekannten Vater.

Dann gibt es noch Burschi oder Elisa, am Land aufgewachsen und verliebt in Johanna, was in Staaten wie diesen, ja verboten ist. Sie wohnt bei einem alten Ehepaar oder räumt deren Wohnung aus und verkauft die Sachen am Schwarz- oder Flohmarkt, so lernt sie auch Charly kennen, der von ihr ein Musikequipment kauft.

Es kommt der Silvester. Charlotte wird von der Partei zu einer Feier auf einem Schiff eingeladen, Burschi hat Johanna in die Wohnung des Ehepaar März eingeladen. Die alte Frau entkommt und Johanna landet in einem U-Bahnschacht, so daß Charly in seiner Ratlosigkeit, seine Mutter, die Scharfschützin zu Hilfe ruft, die kommt betrunken, wie sie ist, schießt auf Johanna und wird von der Partei in eine Psychiatrie gebracht, sie kann aber fliehen, wird von Chary in einem Schuppen versteckt und Johanna hat noch Schwierigkeiten mit dem Amt für Volksgesundheit, die sie zu ihren sexuellen Vorlieben befragt.

Eine wie beschrieben schon sehr bekannt Dystopie mit einer etwas skurrilen Mutter.

Nora Gomringer meint am Buchrücken, daß „Wer halbdunkle Dystopien mag, die einzelne Figuren eben heller aufscheinen lassen, weil sie Heil suchen, Sehnsucht und Leidenschaft beweisen, und wer eine Sprache mag, die verführt, betört und -wow wow wo- so klingt wie die keiner anderen Erzählerinnen im Land, der wird Laura Lichtblaus „Scharzpulver“ schätzen können und sich keine andere Lese-Montion für diesen Herbst wünschen“.

Das erscheint mir, somal wir ja noch Sommer haben, ein wenig übertrieben, bin aber gespannt, ob das Buch auf die Blogger-Debutshortlist kommt.

2020-07-23

O-Töne von hinten

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:56
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Publikum

Publikum

Heute also schönes Wetter für die O-Töne und so bin ich, weil ich vorher noch mit dem Alfred zum Beziksamt gegangen bin, um die Unterstützungserklärungen für die KPÖ auszufüllen, kurz nach halb sieben im MQ eingetroffen.

Die Bank auf der ich letzte Woche kurz gewartet habe, war leer. Vor dem Eingang, die Sitzreihen sind jetzt ja mit Absperrbändern und Absperrgittern umrundet und davor maskierte junge Leute mit Security- Leiberl, standen schon ein paar Leute.

Ich stellte mich kurz dorthin, verschwand aber wieder auf die Bank, als ich sah, Eintritt nur mit Maske. Auf den Plakaten stand zwar immer noch „erwünscht“, neben den Hinweisen bezüglich Desinfektion und Abstand halte und begann weiter in Bernhard Schlinks „Abschiedsgeschichten“ zu lesen.

Langsam füllten sich die Reihen, maskierte und unmaskierte Leute schwirrten herum, der Alfred kam und umrundete das Gelände, berichtete, Margit Heumann und Christa U. säßen schon drinnen, ein paar „Alte Schmiede-Stammbesucher“ tauchten auch noch auf, dann begrüßteGabriela Hegedüs, erzählte etwas von Wohlfühlen und Bequemlichkeit und davon, daß man nun die Masken abnehmen dürfe.

Florian Baranyi, Dominik Barta

Florian Baranyi, Dominik Barta

Ich fand das ganze ein bißchen ein bißchen unwirklich,, wie den dystpischen Roman, an dem ich gerade schreibe oder die, die dort ja oft gelesen wurden, die Schlange der maskierten Menschen, die an der Security vorbei eingelassen wurden.

Daß die Sitze im Schachrettmuster geordnet waren, habe ich schon das letzte Mal gesehen und an den Sackerln, die ja wieder ausgeteilt wurden, hing, erkärte Gabriela Hegedüs das Tracing-Kontaktformular, das man diesmal, weil im Freien, nur freiwillig ausfüllen sollte. Dafür gab es eine Pause, dann erschien der mir unbekannte Moderator Florian Baranyi und stellte das Debut von Dominik Bartas „Vom Land“ vor. Hinten auf der Bank und vor dem Restaurantgarten, sah und hörte man ein bißchen schlecht, so stellte mich vor das Absperrgitter und das Buch habe ich ja irgendwann im April gefunden, als ich noch mitten im Shutdown zum Bücherschrank, Briefkasten und Plastikflaschencontainer ging.

Es handelt offenbar von einem Paar am Land und der 1982 in Grieskirchen geborene Autor las eine Stelle, wo es für achtzig Euro zu einem Wunderheiler geht, weil die Frau nicht schlafen kann, der Mann ist damt unzufrieden, die Frau packt aber ihre Koffer und geht auf seinen Rat auf Reisen.

Florian Baranyi, Valerie Fritsch

Florian Baranyi, Valerie Fritsch

Dann kam Valerie Fritsch, der Shootingstar aus Graz mit dem neuen Buch „Herzklappen von Johnson & Johnson“, das von einem Großvater und seinen Kriegserfahrungen, einer Alma und ihrem schmerzunempfindlichen Sohn Emil handelt und ich muß sagen, obwohl mir „Winters Garten“ ja nicht so gefallen hat, daß die ja noch sehr junge Frau wirklich eine schöne Sprache hat. Ich habe mir viele Sätze in mein Notizbuch aufgeschrieben und dazwschen beobachtet, wie einige der Besucher ihre Plätze verließen. Ging man nur aufs Klo bekam man einen Stempel und die Security stand das ganze überwachend mit Maske herum. Sie ließen aber auch neue Leute herein und eine junge Frau sagte zu mir, ich könne das auch und das hat dann auch ohne Maske geklappt.

Valerie Fritsch las drei Stellen, dazwischen gab es ein Gespräch mit dem Moderator und neben der Schmerzunempfindlichkeit scheint ein Thema auch das Schweigen zu sein, das die Kriegsgeneration ihren Kindern und Enkel vererbte. Dazu fragte der Moderator, die 1989 Geborene, wie das denn sein könnte und ich dachte mir, wie kann sie dazu eine Antwort geben, war sie ja gerade drei Jahre alt, als die Waldheimdebatte losbrach und war befriedigt, daß sie genau das antwortete.

Security

Security

Manche Moderatoren denken offenbar nicht sehr nach und stellen sterotype Fragen. Ein thema scheinen aber auch die Fotos zu sein, Valerie Fritsch arbeitet ja auch als Fotografin und reist sehr viel herum, so hat sie Orte, wo der Großvater im Krieg war, bereist und in dem Buch scheinen offenbar auch Fotografien zu sein. Die habe ich mir nicht angeschaut, Gabriele Hegedüs wies aber nach der Lesung auf die Möglichkeit des Signierens hinter Plexiglas hin und da kann man wieder „Seltsam, seltsam!“, denken und die Frage, warum im Freien zu seinem Platz mit Maske gehen muß, während man sie drinnen nicht braucht und auch im Haupthof draußen nicht, ist wahrscheinlich nicht so leicht zu beantworten und morgen gibts es ja die Maske an allen öffentlichen Orten, wo man hingehen muß, also Lebensmittelhandel, Post und Bank, während man sich weiter in Lokale setzen und Kleider, Möbel, etcetera kaufen kann, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht.

Seltsam, seltsam und ich bin schon gespannt auf die nöchste Woche, wo Birgit Birnbacher, die „Bachmann-Preisträgerin“ vom letzten Jahr und Günther Neumann ihre Bücher vorstellen.

Mal sehen, ob es regnet oder ob ich wieder der Veranstaltung von hinten beiwohne? Die letzten Jahre bin ich ja immer extra früh gekommen, um ganz vorne einen Platz zu haben, wo man bestimmt besser sieht, aber hören kann man, wenn man sich an das Absperrgitter stellt, ganz gut.

2020-07-22

Noch einmal Nacht

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:10
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Jetzt geht es gleich und wahrscheinlich für heuer das letzte Mal, weil ich am nächsten Montag in Harland bleiben will, weiter mit dem Cafe Prückl und da habe ich am letzten Montag ja geschrieben, daß mir die heute auftretende Nathalie Rounaet unbekannt ist. Stimmt aber nicht, denn ich habe sie schon ein paar Mal im Literaturhaus slamen gehört, jetzt las sie einen, wie sie betonte, ihren Lieblingsslamtext, den ich, glaube ich, schon hörte, „Sie nennen dich Flüchtling, Migrantin, dein Name ist Leyla und das bedeutet Nacht“ und dann Ausschnitte aus einem Roman, an dem sie gerade schreibt, in dem es um die Resistance und ihren Großvater geht.

Dann ging es, wie Birgit Schwaner bedeutete, weiter mit dem Politischen, nämlich mit Gerald Jatzek, dem Liedermacher, Kinderbuchautor und Lyriker, der drei Texte vorbereitet hatte, den ersten hat er, wie er betonte letzte Nacht geschrieben und er handelt, was mich natürlich besonders interessiert, wo ich ja bevor ich ins Cafe Prückl gegangen bin, meine zehnte Szene geschrieben habe, wo die Lena Wünsche, die Eja Corona-Gedichte schickt und die Wiedereinführung der Maskenpflicht gerade in den Nachrichten durchgegeben wird, von einem „Vir“ das die Welt verändert hat. Ob das eine Anspielung an das „Wir ist, habe ich nicht ganz herausbekommen. Der Satz „Wenn Konzerte ausfallen, macht die Polizei Musik“, hat sich mir aber besonders eingeprägt.

Dann kam eine ältere Geschichte von einem alten Tschecheranten, der am Zentralfriedhof Blumen aus Gräber aus und in andere für Geld eingräbt, mit den alten Witwen schäkert und dann auf einer Bank in Friedhofsnähe verstirbt. Dann kam noch ein Nachtstück oder ein Totengesang „Die Toten sind…“, in fünf Teilen. Gerald Jatzek hat E. T. Hofmann dabei erwähnt. Mich hat es eher an die Jelinek und „Die Kinder der Toten“ erinnert.

Die Ruth war wieder da, der Hansjörg Liebscher und noch eine Menge andere mir unbekannter Leute und interessant ist, denke ich, abschließend, wie unterschiedlich man die Nacht beschreiben kann.

Ich habe mich ja diesmal nicht beworben, da ich mir die GAV-Aussendung, die dazu aufforderte, nicht oder nicht so genau angeschaut habe, bei den Deutungshoheiten oder, daß Nacht ja auch vergessen bedeutet, wäre aber das Stück aus der „Magdalena Kirchberg“, das ich das letzte Jahr beim Volksstimmefest gelesen habe, passend gewesen und da gibt es heuer nicht nur keine Anthologie und kein „Linkes Wort“, sondern, wie ich gestern hörte, auch kein Volksstimmefest weil die Organisation und die Auflagen offenbar doch zu schwierig ist. Man sieht Corona schlägt wild herum und das gehört wahrscheinlich auch irgendwie zur Nacht, obwohl das Birgit Schwaner sicherlich nicht eingeplant hat, als sie dieses Thema wählte.

Viermal war ich heuer bei den Podiums-Lesungen. Früher hätte ich mir das eher ausgespart, aber heuer hat es dieser Juli literarisch auf sich und jetzt bin ich nur gespannt, ob ich morgen zu den O-Tönen komme oder nicht.

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