Literaturgefluester

2009-12-30

Bitterfotze

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:03

Bitterfotze, der 2007 in Schweden und 2009 auf Deutsch erschienene Bestseller, der 1974 geborenen Maria Sveland ist ein interessantes Buch oder auch nicht, denn das Buch habe ich ja nicht, sondern in den letzten Tagen von der Hörbuchstimme Tanja Fornaro vorgelesen bekommen, was für mich auch eine interessante Erfahrung ist.
Die Dreißigjährige ausgebrannte bitterfotzige Sara, Mutter des zweijährigen Sigge, setzt sich an einem Jännermorgen in ein Flugzeug, um für eine Woche nach Teneriffa zu fliegen und sich dort von ihrem Ehealltag und vom Muttersein ihres geliebten Kindes zu erholen. Im Gepäck hat sie Erica Jongs „Angst vorm Fliegen“, den in den Siebzigerjahren geschriebenen Bestsellerroman, einer berühmten Feministin und sinniert vor sich hin.
Eine Woche, beziehungsweise sechs CDs lang über ihr ganzes in den Siebzigerjahren in Schweden begonnenes Leben, tut sie das. Der Roman ist flott erzählt, beziehungsweise geschrieben, manchmal klingt er lehrbuchhaft und dozierend. Manchmal wirkt Sara selbstbewußt, dann wieder unsicher und so dumm, daß man sich wundern könnte, daß das eine in den Siebzigerjahren in einem so fortschrittlichem Land Geborene erzählt.
Sara ist jedenfalls ausgebrannt und erschöpft vom Muttersein, nimmt deshalb Auszeit und alle wundern sich, daß sie das tut.
Das Flugangstmädchen, das neben ihr im Flugzeug sitzt und wahrscheinlich auch die Rentner und die Pärchen in dem Hotel, in dem sie wohnt und eine Woche lang, die Leute um sie herum scharf beobachtet. Der Gatte Johan wundert sich am wenigstens darüber und ihr Therapeut hat sie in diesen Urlaub geschickt und so geht er dahin, Saras Monolog durch ihr dreißigjähriges Leben. Durch die unglückliche Ehe ihrer Eltern, die Mutter stand immer mit den Rücken zu den Kindern vor der Abwasch oder packte diese auf das alte rote Fahrrad, um sie in die Kindertagesstätte zu transportieren. Der Vater trank und brüllte und war, obwohl ihn Sara haßte, eigentlich da, als sie mit vierzehn, die erste Nacht bei einem Einundzwanzigjährigen verbrachte, um sie von dort abzuholen und er kam auch in den Park, als Sara sich verfolgt fühlte, trotzdem litt Sara unter dem Streit der Eltern und freute sich, als sie sich endlich, als sie schon achtzehn war, zur Scheidung entschlossen.
Sara war ein starkes Mädchen, hatte frühzeitig Sex und wurde von den Gleichaltrigen als Hure beschimpft, weil sie zu knutschen anfing und sich nicht verführen ließ.
Sie hat auch den besten Johan verführt und in einem gelben Regenmantel geheiratet und wollte ihren über alles geliebten Sigge. Dann war sie aber doch sehr allein, weil der Geliebte gerade dann seine Inszenierungen irgendwo außerhalb machen mußte, als Sigge geboren wurde, einen Kaiserschnitt gab es auch und das Stillen klappte nicht, was die Stilltanten im Spital nicht verstanden und so sitzt Sara zwei Jahre später in dem Hotel in Teneriffa, hat Schuldgefühle, was sie für eine schlechte Mutter ist und sinniert über die schlechten Lehrer, die den Mädchen einredeten, unfähig für Mathematik und Physik zu sein, bzw., daß in den Schulbüchern deshalb keine weiblichen Dichterinnen stehen, weil es die nicht gibt, bzw. unwichtig sind.
Sara macht ihr Abitur, geht nach Stockholm zum Studieren und arbeitet als Reporterin, wo sie die jahrhundertlange Unterdrückung der Frau am eigenen Leib erfährt. Dann gibt es noch einige Bücher, die sie in ihre Woche Auszeit begleiten, eines ist von Susanne Brogger „Und erlöse uns von der Liebe“, bzw. „Verzweiflung über Kleinfamilie“.
In Teneriffa geht Sara spazieren, macht ihre Beobachtungen als Single im Pensionistenhotel und eine sehr starke Erfahrung mit der Fitnesstrainerin, bevor sie entdeckt, daß sie vielleicht schwanger ist und mit ihrem fast ausgelesenen Buch, an der Seite des Flugangstmädchens wieder nach Stockholm, zu Johan und ihrem Sigge fliegt. Ein paar starke Sprüche bzw. dozierende Erkenntnisse über den Sinn des Lebens bzw. Unterschied zwischen Mann und Frau begleiten sie dabei.
Es ist ein interessantes Buch über die Erkenntnis, daß die Emanzipation der Frau im emanzipierten Schweden, bei den jetzt Dreißigjährigen doch nicht so gelungen ist, wie man vielleicht glaubte, weil ich mir beim Hören, öfter dachte, das weiß man doch alles schon und mich auch wunderte, daß die starke Sara in dieselben Fallen tappte und ihrem Johan nicht widerspricht und auch sehr interessant, daß am Buch und CD-Cover eine glückliche Mutter mit Kind aus den Fünzigerjahren abgebildet ist und noch viel mehr, daß ich das Hörbuch von meiner 1984 geborenen Tochter geschenkt bekommen habe, die das Buch offenbar von einer ihrer Freundinnen bekam. Und in den Siebzigerjahren, ein paar Jahre später, als Maria Sveland geboren wurde, wurde ich im Bund demokratischer Frauen feminisiert und habe das mit skandinavischen Büchern wie „Wie vergewaltige ich einen Mann“ von Märta Tikkanen oder Gerd Brantenberg „Die Töchter Egalias“ getan.
Sind die jetzt Dreißigjährigen also fortschrittlich oder rückschrittlich? Wahrscheinlich beides, wie das berühmte Glas Wasser, denn offenbar hat das Buch, wie eine Welle eingeschlagen und Diskussionen ausgelöst, die ich schon für überwunden glaubte, andererseits herscht in ihm eindeutig ein sehr lockerer Ton, was sich für mich darin ausdrückt, daß sich alle mit „du“ anreden. Die Stewardess die Fluggäste, die Stilltanten die Mütter, usw.
Das ist im Schwedischen vielleicht so, aber auch in der deutschen Übersetzung und irgendwo habe ich gelesen, daß es ein Buch über den Feminismus der Siebzigerjahre ist.
Interessant, wie das die jungen Frauen empfinden und die, die ihre Kinder freiwillig mit Kaiserschnitt auf die Welt bringen und für mich als 1953 Geborene, interessant zu hören, was eine einundzwanzig Jahre jüngere Frau, von den Siebzigerjahren denkt und wie sie ihre Sozilisation erlebte.
Interessant auch, den Roman von der eigenen Tochter geschenkt bekommen zu haben und auch die Hörbucherfahrung, die für mich etwas eher Unpraktisches ist. Denn ein Buch ist ein Buch, ist ein Buch…
Man kann es die Badewanne mitnehmen, es an- und unterstreichen, was ich, seit dem ich über alle Bücher, die ich lese, schreibe, ja sehr viel tue.
Am Schluß der Hinweis, was mich am Scheitern der Frauenrevolution von 1970 am meisten traurig macht, nämlich, daß der von Elfriede Haslehner und anderen gegründeten Wiener Frauenverlag zuerst zu einer Milena wurde und nun überhaupt keiner mehr ist. Dann, daß soviele Frauen mehr oder weniger freiwillig einen Kaiserschnitt über sich ergehen lassen, während ich 1984 eine relativ schöne Hausgeburt hatte und den tollen Mann, der die Rechtschreibfehler verbessert, mich in der EDV berät, die Fotos ins Literaturgeflüster stellt, sehr gut und viel kocht, was nicht nicht nur Cornelia Travnicek verwundert hat, habe ich auch!

2009-12-29

Jahresendzeitsplitter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:02

Nach einem intensiven Praxistag, mit Stunden, Diagnostik, Abrechnung und Mehrwertssteueraufstellung und einer Mahnung an den Letzten, der die im November bestellte „Radiosonate“ noch nicht bezahlt hat, bin ich für ein paar Tage in die Weihnachtswinterfrische zurückgekommen, um mich mit literarischen Kleindetails und Nanowrimo-Novel-Korrigieren zu erholen.
Die anderen Blogger geben ihre Jahresrückblicke oder sind in den Urlaub entschwunden. Der liebe Otto, glaube ich, nach London zu seinem germanistischen Sohn und Julia Kröhn hat genau aufgelistet, was sie im letzten Jahr alles mit ihren verschiedenen Pseudonymidentitäten in den verschiedenen Genres geschrieben hat. Es gibt noch andere Marathonschreiberinnen und zwei neue Blogs habe ich auch gefunden. Auf den einen: Thomas Wollingers „Schreiben“ bin ich schon vor längerer Zeit gestoßen, Anni Bürkl hat ihn einmal erwähnt, hängengeblieben ist er aber erst bei mir, als ich nach einem alten Schmiede Abend bezüglich der Leondinger Akademie forschte. Er ist ein Absolvent, hat „Die Archäologin“ geschrieben und gibt in seinem Blog jeden Tag einen höchst praktischen Tip übers Schreiben. Sehr informativ, wenn man ein bißchen was übers Handwerk erfahren will. Er hat auch eine informative Linkliste und so bin ich auf Emily Waltons Weblog „Frust und Freude“ gestoßen und der ist auch sehr prägnant. Knapp und kurz gibt, die 1984 in England geborene, die schon länger in Wien lebt, beim Kurier arbeitet, Germanistik studiert, in Etcetera veröffentlicht und auch mal einen kleinen oder größeren Wettbewerb gewinnt, Auskunft über den Literaturbetrieb. Für alle denen mein Geflüster zu langatmig ist, sehr zu empfehlen. Man findet dort nicht nur ihre Leselisten, sie liest viel und anspruchsvolles, sondern auch Hinweise über die Leipziger Buchmesse, die Poet Night und die Geburtstage großer Literaten. Berühmte Zitate gibt es immer wieder auch.
Äußerst faszinierend, wer sich aller mit der Literatur innerhalb und außerhalb Wiens beschäftigt und spannend, daß man das auf sehr viele Arten tuen kann.
Ansonsten habe ich noch nachzuholen, daß ich Eva Riebler vom Etcetera einige Texte schickte, die sie in irgendeinem Heft oder Studie vorstellen will.
Es tut sich also schon ein bißchen, wenn man sich nur rührig genug herumbewegt und was meine Sprachmelodie betrifft, so hat mich diese in den Weihnachtstagen bis in die Träume verfolgt, beziehungsweise bin ich aus diesen hochgeschreckt, ich hatte gerade einen Diagnostikmarathon vor mir, vier Klienten gleichzeitig, die dann noch Gerhard Jaschke moderiert wurden, so daß ich mich, wie öfter, wenn ich träume, in eine bemühte Anstrengung verstrickte, die zu keinem Ende kommt und als ich in die Küche zum Kaffeemaschineneinschalten tappte, hatte ich den poetischen Satz auf den Lippen „Liebe ich dich, trägt das Frühstück Früchte!“
Das ist ja schon ein Anfang zur Verbesserung der Sprachmelodie und eignet sich vielleicht für einen meiner nächsten Texte, denn da trage ich schon erste Ideen im Kopf beziehungsweise im Notizbuch herum.
Es könnte um ein Geschwisterpaar, eine Frau mit Downsyndrom und einen Elitemedizinstudenten und deren Beziehungen gehen und dann hat mich an meinem ersten Praxistag noch ein Klient mit seinen poetischen Weihnachtserlebnissen und dem, was er erlebte, als er sich am heiligen Abend auf die Suche nach Pferdeleberkäse und hausgemachten jüdischen Kuchen machte, beschenkt.
Ansonsten habe ich die „Heimsuchung“ ein Stückchen weiterkorrigiert und mir zwei Hörbuch CDs von „Bitterfotze“ gegeben. Emily Walton hat das Buch schon Jahr besprochen und das zweite Probeheft der Literaturen ist gekommen, in dem es einen Schwerpunktbericht über die Berliner Literaturszene gibt. Ich habe es auf der Suche nach Kerstin Hensel durchgeblättert, wurde aber von der Ankunft einer Klientin unterbrochen, so daß mir Alfred ihr Bild am Abend vor die Nase hielt, als ich gerade mit dem Wegräumen der Dezember- Diagnostik- Fälle beschäftigt war.

2009-12-27

Der Weltensammler

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:48

„Der Weltensammler“ ist der zweite Roman des in Bulgarien geborenen, derzeit in Wien lebenden Autors Ilija Trojanow, der dafür 2006 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Er wurde, wie im Vorwort steht, vom Leben und Werk des von 1821-1890 lebenden Forschers Richard Francis Burton dazu inspiriert.
Ilija Trojanow ist dafür, wie ich 2006 und auch später hörte, den Reisespuren Burtons nachgefahren, hat lange an den bewußten Orten gelebt und auch sehr lang dafür recherchiert.
2007, als wir bei Ruth Aspöcks Donauradkarawane teilnahmen, gab es in der alten Schmiede drei Abende über die Orte, die Personen und sonstigen Recherchen Trojanows zu diesem Roman.
Leider konnte ich nur am ersten teilnehmen, weil wir am nächsten Tag zuerst nach St. Pölten gefahren sind und dann nach Ybbs, um mit den Rad zehn Tage bis nach Regensburg mitzufahren.
Buch und Autor wurden ab 2006 sehr berühmt. Bestseller, steht am Umschlagsbild und ich habe es 2007 vom Alfred zu Weihnachten geschenkt bekommen.
Seither lag es am Harlander SUB-Stapel, denn Abenteuerromane interessieren mich nicht so besonders und reisefreudig bin ich im Gegensatz zu Alfred und seinen Eltern auch nicht sehr.
Aber ich kenne den Autor persönlich, denn als es die Literatur im März, das letzte Mal mit dem Thema „Südafrika“ gab, ist er gerade von Kapstadt nach Wien übersiedelt und hat mitkuratiert.
Seither tritt er öfter in Wien auf, hat zum Beispiel die erste Buch Wien eröffnet und gerade ist sein erstes Buch „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ verfilmt worden. Ich hatte Karten für die Premiere und habe mit ihm über den Film geredet.
Und als Herta Müller im November bei der Literatur im Herbst nicht gelesen hat, hat er es für sie getan.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten geht es um Britisch Indien. Da lernt der britische Offizier alle indischen Sprachen, hat eine Liebespriesterin als Geliebte und macht, als Muslim verkleidet, verschiedene Exkursionen durch das Land. Im zweiten Teil, Arabien, begibt er sich in dieser Verkleidung auf die Hadj, während er im dritten Teil, Ostafrika, für die Royal Geographical Society den Ursprung des Nils erkundet, und in einer Rahmenhandlung, die in Triest spielt, wird sein Sterben beschrieben, nach dem seine Gattin veranlasste, daß er als Katholik begraben werden soll, während sich über seinem Totenbett eine persische Kalligraphie mit der Inschrift „Auch dies wird vergehen“ befand.
Erzähltechnisch löst Ilija Trojanow das Welt- und Machtproblem auf die Weise, daß er in den drei Teilen, abwechselnd jeweils Richard Burton zu Wort kommen läßt und dann immer die einheimischen Stimmen, die aus ihrer Sicht erzählen.
So möchte im ersten Teil sein Diener Naukaram, nachdem er aus England zurückgekehrt ist, einen neuen Job finden und sucht daher einen Schreiber auf, dem er, damit er ihm eine Empfehlung schreiben kann, seine Erfahrungen mit Burton Saheb erzählt.
Im zweiten Teil werden sämtliche Personen, mit denen Burton während der Hadj Kontakt gehabt hat, vom Gouverneur von Djidda und der Hijaz verhört, während im dritten Teil der alte Sidi Mubarak Bombay, ein ehemaliger Sklave, seinem Enkel und den Männern im Hof seines Hauses die Geschichte erzählt, in der er, um an seine Wurzeln zurückzukehren, Bwana Burke und Bwana Speke an den Ursprung des Nils führte und deren Expedition leitete.
Sehr gründlich recherchiert und sehr bedächtig mit viel Wissen des Kosmopoliten, der in vielen Ländern gelebt hat und viele Sprachen spricht, geschrieben und so ist eine spannende Geschichte daraus geworden, die den 1965 geborenen Autor berühmt machte und mir einige interessante Badezimmerstunden in den Weihnachtstagen 2009 bescherte, in denen sich viel übers Recherchieren, Romanschreiben, Weltreligionen und Weltgeschichte erfahren ließ.

2009-12-25

Weihnachten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:57
Krongasse

Krongasse

Harland

Harland

Weihnachten 2000

Blaue Schokoladeweihnachtsmänner von der Marke Kleiderbauer auf der Wiener Mariahilferstraße in den Mund gesteckt bekommen

Weihnachtsvernichtungsparty wünscht sich der junge Mann, um den Sehnsuchtswünschen seiner Freundin zu entkommen und erzählt mir davon

Weihnachtsstreß, Hektik, Leistungsdruck und nachher überfüllte Frauenhäuser und lange Wartelisten hat der psychosoziale Dienst

und Josef und Maria aus Argentinien bekommen bei uns ganz bestimmt kein Asyl

Weihnachten ich mag dich nicht, ich hasse dich, will dir entfliehen, es vermeiden, lautet der Standardsatz, den man in diesen Tagen überall gequält hören kann

und dennoch, trotzdem:

die eigenen Erinnerungen waren nicht positiv und an das Christkind habe ich auch nie geglaubt, soweit ich mich erinnern kann

das Konsumierenmüssen, das habe ich mir inzwischen perfekt abgewöhnt, halte mich für eine wahre Meisterin des Konsumverzichts

und dennoch, trotzdem, widerspreche ich dem jungen Mann und gehe auch nicht zur alternativen Christmasbeachparty des Frauenzentrums und nach Mallorca habe ich keinen Flug gebucht

stattdessen gehe ich in meine Küche, backe dort ein Blech Vanillekipferln, trinke Punsch und denke still und heimlich und dennoch selbstbewußt: Weihnachten ist trotzdem schön!

Enthalten ist das Gedicht im „Best of“ – Das Eva Jancak Lesebuch -Texte der letzten Jahre, Novum-Druck, 2003

Da gibt es unter anderen zwischen 1995 und 2001 entstandenen Texten, auch den „Adventkalender“, einen zweiten Weihnachtstext in Prosaform.
Obwohl Weihnachten schon fast vorüber ist, ich habe noch ein paar Exemplare, wer es lesen will, dem kann ich es empfehlen.

2009-12-24

Weihnachten in Harland

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:08

Nun also das Weihnachtsfest. Wichtigster Wirtschaftsfaktor inzwischen und wenn man bei www. buecher.at, der Seite des Hauptverbandes nachsieht, sieht man, am vierten Einkaufssamstag ist das Weihnachtsgeschäft nicht so gut gelaufen, dafür haben das die Käufer nachgeholt und in den letzten Tagen, bis heute vierzehn Uhr, offenbar doch noch genügend Bücher eingekauft.
Wie ist das bei mir, einer konsumverweigernden Atheistin?
Weihnachten ist für mich sehr schön und auch sehr wichtig, aber es ist in den Advent vorverlegt. Eigentlich beginnt es meist Anfang November mit meinem literarischen Geburtstagsfest. Da gibts oft schon Geschenke vom Weihnachtsmarkt und die vielen Lichter und die Dekorationen haben einen Reiz auf mich und die Gutscheine natürlich.
Da gabs heuer bei dem Kronenzeitungsprobeabo, das ich auf der Buch-Wien abgeschlossen habe, einen Gutschein über sieben Euro von Möbel Lutz. Ein ganz liebes Weihnachtsengerl und drei Punschhäferln habe ich mir eingelöst und dann gibts natürlich den Weihnachtspunsch. Den mache ich mir immer selber, ein drittel Rotwein, ein drittel Wasser, ein drittel Orangensaft, ein Sackerl Früchtetee, eine halbe in Scheiben geschnittene Orange und etwas Zimt. Heuer hat mir eine liebe Klientin um den Nikolo ein Sackerl mit einem Teelichtständer, einem Weihnachtshäferl und fünfzig Gramm Weihnachtstee mit Mandeln und Rosinen gebracht. Eine andere brachte Kaffee und Weihnachtsstollen und dann gabs noch eine Großpackung After Eight und im Haus der Energie wurden Energiebündel verteilt. Das sind orangenfarbene Sackerl mit einer Packung Schogetten, einer Teeprobe und zwei Nußkostproben. An den Dezember-Dienstagen gab es dazu Maroni oder Bratkartoffeln. Die Anna hat Kekse gebacken und ich habe mir die FM4-Anthologie von der Buch Wien nach Hause geholt, das neue Etcetera und dann noch die „laut lauter lyrik“ – Anthologie von den Erich Fried Tagen. Von der Nanowrimo Blogparade gab es das schöne Paper Blanket und das kleine Bücherpackerl vom Resistenzverlag und dann natürlich den Ohrenschmaus, den ganz besonders. Diesmal habe ich sogar noch ein Packerl mit einer Zotter-Schokolade und einer CD zugeschickt bekommen und von der Anna gab es zum Geburtstag den Sonnentor Tee-Adventkalender.
Es ist also der Advent mit den vielen vorweihnachtlichen Überraschungen, die zum Einkaufen animieren sollen, aber da ist eine konsumverweigernde Atheistin abgestumpft. Literarisch gab es den Adventrundgang „Alles Gute“ und im Amerlinghaus die traditionelle Kleinstverlagsschau xxxxxxx-small und Punsch trinken im Amerlinghaus pflege ich mit der Anna seit einigen Jahren auch regelmäßig.
So zieht sich der Advent dahin mit den Adventkalendern, diesmal mit dem der Claudia Zotzmann und dem vom literaturcafe und dann fuhren wir am Abend des dreiundzwanzigsten nach Harland. Ich habe dort geschmückt, aber keinen Christbaum. Den gibts im Erdgeschoß bei Alfreds Eltern, da treten wir um fünf Uhr an. Bekommen unser Geschenkpaket, hundert Euro und eine Packung Lindorkugeln und vom Alfred Buchgeschenke. Diesmal war es Gustav Ernst „Helden der Kunst – Helden der Liebe“ und den Arche Literatur Kalender über das Schreiben. Von der Anna gab es ein Hörbuch, nämlich „Bitterfotze“ von Maria Sveland, denn aus irgendeinem Grund schenkt mir die Anna nicht so gerne Bücher.
Ich habe „Das Haus“ und die Volksstimmeanthologie an die Schwiegermutter, die gern liest, verschenkt, die Anna bekam ein Zweijahres-Falter-Geschenkabo und die zweite Ohrenschmaus CD. Dann ist es meistens aus. Nach der Geschenkübergabe und dem Foto vor dem Christbaum gibts ein Abendessen mit den Eltern, diesmal Fisch mit Kartoffelsalat und natürlich Weihnachtskekse. Der Schwiegervater war gelernter Konditor, bevor er als Briefträger in Pension gegangen ist. Danach war es oft wie abgerissen. Ich habe den kitschigen Weihnachtsmann mit Dschingle Bells, den meine 1991 verstorbene Mutter einmal der Anna zu Weihnachten geschenkt hat, aufgedreht und meistens den aktuellen Eva Rossmann Krimi gelesen. Diesmal aber nicht, denn den gabs schon im September. Ich habe aber den Ilija Trojanow im Badezimmer, den mir der Alfred vor zwei Jahren geschenkt hat und ein paar Tage Zeit. Bis Sonntag. Dann gibt es zwei Praxistage, zu Silvester sind wir bei Ruth Aspöck in der Burggasse eingeladen und weil ich es mir diesmal schlecht eingeteilt habe, müssen wir am Sonntag wieder nach Wien, denn am 4. und 5. habe ich Stunden, obwohl es noch einen Feiertag gibt.
Kann aber trotzdem geruhsam werden und wird es sicher auch und den Jahresrückblick für 2009 kann ich schon geben. Da gab es gleich Anfang Jänner die Abfuhr von Christa Nebenführ, weil ich mich für die Prückl-Sommerlesereihe, wozu sie in den GAV-Nachrichten aufgerufen hat, angemeldet habe. Sie hatte ästhetische Bedenken und das hat sich fast durchs ganze Jahr gezogen und vor Weihnachten gab es den literarischen Rundumschlag von Maria Heidegger.
Dazwischen habe ich bei den Textvorstellungen in der alten Schmiede gelesen, war kurz in Leipzig bei der Messe, hatte im November ein sehr schönes Portrait bei den „Texten“ in Ö1 und war als special guest in der Augustin Schreibwerkstatt, sowie bei den wilden Worten.
Vor allem aber habe ich geschrieben. „Das Haus“ habe ich im Jänner begonnen, dann kam „Sophie Hungers Krisenwelt“ und ganz überraschend und höchst erfolgreich, das Nanowrimowriting mit „Heimsuchung oder halb eins“, an dem ich gerade korrigiere.
Natürlich gab es das Literaturgeflüster, mit dem ich das ganze Jahr beschäftigt war und das ist sehr toll, mit den fünfzig bis hundert Zugriffen pro Tag, die ich inzwischen habe, gibts da keinen Zweifel. Vor allem macht es großen Spaß. Ich habe meine Stammleser, einige davon sind Autoren: Andrea Stift, Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, seit kurzem auch Rudi Lasselsberger und drei Verleger haben sich auch dann und wann gemeldet. Alfred Goubran, Herwig Bitsche, Paul Jaeg, der hat diese Woche übrigens, als ich noch mit der Fehlerkultur und den Kommentaren von Frau Heidegger beschäftigt war, meinen Schlagabtausch mit Frau Heidegger bezüglich der Poet Night gefunden und seine diesbezügliche Meinung abgegeben. Wen es interessiert, es ist ermutigend.
Ja und auch den leselustfrustblog habe ich in diesem Jahr gefunden. Das war interessant. Es war August und ich war in der Sommerfrische. Hatte gerade Anni Bürkls Buchpräsentation besucht, surfte herum und stieß auf einen Blog, der mein Design hatte. Dann gings noch um ähnliche Inhalte und die Betreiberin wohnt auch in der nächsten Straße und für mich spannend, sie interessiert sich im Sommer für Sommerbücher, im Winter für Weihnachtsbücher und das ist für mich etwas Fremdes. Zwar bin ich vor Jahren, als der Thalia noch Amadeus hieß und sich in St. Pölten angesiedelt hatte, an einem frühen Samstagmorgen mit dem Rad dorthin gefahren, weil die ersten fünfzig Besucher das Amadeus Weihnachtsbüchlein bekamen.
Sie haben es für mich aus dem Lager geholt und eine Adventgeschichte habe ich auch einmal geschreiben und zwar einen Adventkalender. Jeden Tag ein Stückchen, dann das Ganze zusammengefaßt und in dem „Best of Eva Jancak Lesebuch“ veröffentlicht und als ich 2000 in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, ist auch eines meiner wenigen Gedichte entstanden. Weihnachten 2000 heißt es und ist ebenfalls im „Best of, Lesebuch“ enthalten.
Eigentlich wollte ich es meinen Lesern als Weihnachtsgeschenk ins Literaturgeflüster stellen, aber dieser Blogbeitrag ist schon sehr lang. Also morgen, schöne Weihnachten noch einmal und eine stille Nacht, auch wenn ich nicht zur Christmette gehe.

2009-12-23

Jänner-Lesungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:18

Anbei der Hinweis zu meinen nächsten zwei Veranstaltungen im neuen Jahr. Ich lade alle herzlich dazu ein und möchte speziell Frau Heidegger ermuntern, einen Schritt aus dem Dunkel herauszugehen, ein Buch ist Ihnen sicher und ich würde auch gerne Texte mit Ihnen tauschen:

1. Präsentation der neuen Volksstimmeanthologie „Wir retten ein System“ am 14. 1. 2010 um 19.30 im reading!!room, 1050 Wien, Anzengrubergasse 19/1
Lesung aus dem Buch und Präsentation eigener Texte von Lale Rodgarkia-Dara, Elfriede Haslehner, Philip Hautmann und Eva Jancak.
Ich werde außer meinem Anthologiebeitrag auch ein oder zwei Szenen aus „Sophie Hungers Krisenwelt“ lesen.

2. 2. Wiener Katzenfasching – Sitzung der Katzengilde – Literatur und Musik – Fest der närrischen Katzen am Samstag 23. 1. 2010 ab 19 Uhr bis ca 24.00 im Weinhaus Sittl (Stüberl) Lerchenfelder Gürtel 51, 1160 Wien
Bis 4. 12. haben M. Büchler, Helga Eichler(VA), El Awadalla, Michael Ernst, C. Exler, E. Fuhry, M. Girisch, W. Grüner, H. Golinger, Eva Jancak, G. Jatzek, Ingrid Jantzen u. R. Matula, Christa Kern, S. Kragora, M. Loydolt, Johnny Mauser, Uli Makomasky, Christa Mitaroff, S. Schneider(VA), S. Schwarz-Aschner, Helga G. Schwaiger, Rolf Schwendter, Fritz Steppart, Pia Taibl, Christa Urbanek und Richard Weihs zugesagt.
Ich werde erstmals aus der extra dafür geschriebenen Satire „Die Schmerzansichten der Kätzin Murana“ lesen.

3. Wir retten ein System! – Präsentation der Anthologie 2009
Lesung in Gedenken an Eugenie Kain mit: Ruth Aspöck, Judith Gruber-Rizy, Elfriede Haslehner, Eva Jancak, Ursula Knoll, Hilde Langthaler, Carina Nekolny, Lale Rodgarkia-Dara, Hilde Schmölzer, Simone Schönett
30. Jänner, 17 Uhr, Museum für Volkskunde, Gartensaal, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

2009-12-21

Fehlerkultur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:53

Das Weihnachtswinterwetter mit Schnee und Kälte ist eingetroffen, das Wochenende in Harland vorüber und mein Bericht über die Literatur der Fünfzigerjahre wohl ein bißchen unverständlich ausgefallen, denn nicht nur Rudi Lasselsberger mailte launig, daß ich den Gerhard Fritsch zu einem Thomas machte und mich beim Konrad Bayer verschrieben habe, sondern auch meine kritische Leserin Maria Heidegger hat sich mit einem Rundumschlag gemeldet, zu dem ich, obwohl ich auf ihre Kommentare schon geantwortet habe, in einem eigenen Artikel Stellung nehmen will.
Denn das, wie gehen wir mit Fehlern oder auch mit Schwächen um, ist sicher interessiert. Beim KAV, dem Wiener Krankenanstaltenverbund, der die Wiener Gemeindespitäler verwaltet, verwendet man einen eigenen Begriff, den der „Fehlerkultur“, damit ist der Umgang mit Kunst- oder Beinahefehler, die nicht passieren sollen, aber immer wieder vorkommen, denn nobody is perfect, gemeint und wir leben auch in einer Gesellschaft, in der man immer stark und perfekt sein muß.
Wie ist das nun beim Schreiben? Denn da geht es eigentlich um nichts, so daß man keine Abteilung für Fehlerkultur bräuchte, wenn eine ein s zuviel oder zuwenig schreibt.
Sollte man meinen, denn dem ist nicht so, wurden wir ja wahrscheinlich alle in einer öffentlichen Schule sozialisiert, wo wir von klein auf das Konkurrenzdenken lernten und die Hand über das Heft zu legen, wenn der Nachbar abschreiben wollte.
„Frau Lehrer, ich bin besser!“ und wo das nicht so ist, braucht es Ritalin oder andere Psychopharmaka und dann gibt es die Kreativität und den weitverbreiteten Wunsch in uns zu singen, zu tanzen, zu malen und zu schreiben und unserem Leben dadurch einen besonderen Sinn zu geben.
Dann gibt es die literarischen Wettbewerbe, da schicken drei-, vierhundert Leute ihre Texte hin und einer bis zwei oder drei werden ausgewählt.
Was passiert mit der Kreativität der anderen, wo wird die endgelagert, bis sie vielleicht in den Seniorenheimen von einer engagierten Ergotherapeutin aufgeweckt werden wird? Die Behindertenvereine haben da schon zugelegt und bieten für ihre Klienten Kreativwerkstätten an, wo gemalt, getöpfert und geschrieben wird. Ein Beispiel ist der „Ohrenschmaus“ und vor Weihnachten druckt der Standard die Siegertexte und Ö1 sendet sie auch!
Was passiert aber mit den anderen, der sogenannten Normalbevölkerung, die nicht so gut, wie Peter Handke, Cornelia Travnicek oder Thomas Bernhard schreibt?
Dürfen die es nicht trotzdem probieren, wenn es Spaß macht und gefällt?
Doch, denke ich und schreibe so gut ich kann, mit und ohne Rechtschreibprüfung. Denn mir wäre die Rechtschreibung an sich egal, ich habe inzwischen aber gelernt, verständlich sollte es schon sein und möchte Mut und Beispiel geben, es selber zu probieren, auch wenn es vielleicht nicht so schön, wie die Texte von Robert Menasse, Elfriede Jelinek oder Gert Jonke wird.
Der eifrige Literaturzeitschriftenleser Otto Lambauer hat in seinem Blog von einem Text von Peter Landerl in der Zeitschrift Kolik berichtet, in dem der Literaturwissenschaftler klagt, daß die Texte, die heute eingereicht werden, einfallslos und beliebig sind. Gut gemachtes Handwerk, wie man es in Leipzig oder Hildesheim lernt. Vielleicht weil alle nach demselben Muster schreiben, um bei den Wettbewerben bei den ersten drei zu sein und das ist schade, finde ich und denke, daß wir uns selber sehr viel nehmen, wenn wir immer auf die sogenannten Fehler schauen, statt wertschätzend und offen auf die Arbeiten anderer zuzugehen und erst einmal zuhören. Ich versuche das jedenfalls und kann auch einmal über einen Fehler hinwegsehen, bzw. mich freuen, wenn ich selber besser bin!
Ich habe schon geschrieben, daß ich mir mit der Kritik, auf die ich vor dreißig Jahren, in Arbeitskreisen, wie zum Beispiel, den der schreibenden Frauen, gestoßen bin, schwer getan habe. Die war nicht sehr konstruktiv. Das hat sich inzwischen geändert. Die heutigen Autoren, die Schreibwerkstätten anbieten, sind da anders, zumindest die Schreibpädagogen. Da habe ich im November so ein Seminar mit Doris Nussbaumer mitgemacht und Anni Bürkl hat hier auch einmal ein Beispiel angeführt.
Das „Schauen wir, wie der Text bei uns wirkt, was er in uns auslöst, was habe ich verstanden und was nicht?“, ist sicherlich viel konstruktiver, als ein Rundumschlag, der zu Beschimpfungen und persönlichen Untergriffen führt. Denn irgendwie sind wir alle verletzbar, zumal wenn wir über Persönliches schreiben.
Ich habe einmal, als wir Besuch von einer Amerikanerin hatten, mich mit dieser in Englisch unterhalten, worauf ich von meiner Tochter unterbrochen wurde, die meinte, daß ich eine fürchterliche Aussprache hätte.
„Gut!“, habe ich gedacht, höre ich mir an, wie sie Englisch spricht. Und es kam nichts. Sie hat nicht gesprochen. Als ich nachfragte, sagte sie mir, daß sie sich das nicht trauen würde, um keine Fehler zu machen.
Und das ist es, denke ich, nicht! Nur durch Fehler lernt man und so gesehen, habe ich durch das Literaturgeflüster viel gelernt und durch Frau Heidegger, mit Kritik umzugehen. Auch wenn ein persönlicher Untergriff nicht sein muß! Ein Hinweis: „Das ist falsch geschrieben und bei dem Text bist du ein bißchen unverständlich!“, hilft aber, es besser zu machen!
Ich frage mich natürlich, was ist das, daß wir gelernt haben, auf vermeintliche Schwächen anderer herumzuhacken, warum tun wir das? Und wenn es zur Folge hat, daß wir selbst verstummen, um keine Fehler zu machen, kann es das doch auch nicht sein!
Also ich traue mich und schreibe das Literaturgeflüster als meine literarische Visitenkarte, als schreibende Frau, nicht als Dichterin, das sind für mich Friederike Mayröcker und Marie Therese Kerschbaumer, aber als meine persönliche Lebensform, die mir sehr wichtig ist und ich möchte alle ermuntern, das auch zu tun!
So gut, wie man es kann, denn der Literaturwissenschaftler Peter Landerl hat ja die Authentizität und Ehrlichkeit in den literarischen Texten vermißt. Schreiben wir so gut wir können, hören wir den anderen zu und wenn wir besser sind, freuen wir uns!
So sieht es die Psychologin und Psychotherapeutin, die ich hauptberuflich bin und damit möchte ich die Weihnachtswünsche, die ich gerade von Judith Wolfsberger vom Writersstudio bekommen habe, weitergeben.
„Ich wünsche euch“, hat sie geschrieben „daß ihr eure Schreibprozesse und eure Texte wertschätzt, ganz egal, ob sie frisch und ungehobelt, abgelegen und zerkaut oder abgeschlossen und glänzend sind!“
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Kritikern ein schönes Weihnachtsfest mit viel Freiraum und Kreativität, Mut, Wertschätzung und Toleranz und das schöne japanese paper blank mit dem original Schreibwerkstatt Kugelschreiber und einigen Schreibwerkstatt.de Visitenkarten ist auch gekommen. Das ist auch ein Forum zum Mut holen und hat gleich den passenden Artikel nämlich, „Bestseller, Welterfolge – das schaffe ich nie!“
Nachzulesen auf www.schriftsteller-werden.de.

2009-12-20

Kannitverstan

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:26

Es ist nicht leicht zu verstehen, das Textprojekt über die Folgen von Mißverständnissen, von Ruth Aspöck, wie am Buchrücken steht.
Eigentlich ist es eine Art Entwicklungsroman, die Geschichte von Jeremy-John, des Mannes aus gutem Haus, in dessen Leben Bücher eine große Rolle spielen. Man gab ihm vor jeder Mahlzeit zwei, die er sich unter die Oberarme zu klemmen hatte, bevor er zum Besteck greifen durfte.
Dann gabs noch eine Heerschar von Erziehern, die um den Heranwachsenden herumschwänzelten und ihm alle seine Wünsche nur ein wenig später erfüllten, weil ein Kind aus gutem Haus das Warten lernen muß, bzw. ihm erklärten, daß er sich von den Kindern, die sich außerhalb des ummauerten Parks befanden, fernzuhalten hat.
„Aha“, denkt man und an das vorvorvorige Jahrhundert. Dann fährt Jeremy-John aber mit dem Auto seines Vaters, später mit dem Fahrrad in die Schule und man erkennt, daß die Geschichte in der Jetztzeit spielt.
Der junge Mann aus gutem Haus studiert zuerst Rechtswissenschaft, reist viel herum, wird Redakteur und Schriftsteller, beginnt sich politisch zu betätigen, hat große Ideen von Rebellion und Weltverbesserung im Kopf, obwohl er, wohl wegen seiner verkorksten Erziehung, distanziert und einsam, nur das Allernotwendigste spricht und mit sich selber Domino spielt.
Trotzdem gibt es Beziehungen in seinem Leben, zuerst die Tanzpartnerin Johanna, dann noch eine junge Frau, die er als Jus-Student kennenlernt, später heiratet er Sonja, bekommt von ihr einen Sohn und eine Tochter, beginnt in der Erziehung der Kinder völlig zu versagen, so daß Sonja mit ihnen in den ersten Stock der großen Villa zieht, während Jeremy unten bleibt, wo er von Gelegenheitsaufträgen als Redakteur, einem nächtlichen Postzusatzjob und der Pflege des großen Gartens lebt.
Die Verständnisschwierigkeiten und Ungereimtheiten, das Kannitverstan, das aus einer Novelle von Peter Hebel stammt, aus der jedem Kapitel ein paar Zeilen vorangestellt werden, ziehen sich durch das ganze, ebenfalls sehr distanziert und bedächtig geschriebene Buch, in dem eine Unzahl von Personen und Ideen vorkommen, bzw. angerissen werden.
Ein Thema ist die Schrulligkeit und Lebensuntüchtigkeit des Helden, der mit seiner Umwelt nicht zurecht kommt, sich von ihr kontrolliert und verfolgt fühlt, aber dennoch große Veränderungs- und Verbesserungspläne schwingt.
So gründet er beispielsweise eine Leihbibliothek in einer ehemaligen Bank, um die Welt zu verbessern oder plant, während seine Seele vollends eingekapselt ist, die Menschen in Modellpartnerschaften zusammenzubringen.
Romanpläne gibt es auch, spielen doch Bücher im Leben des Mannes aus gutem Haus, der sich schon als Kind am liebsten in der Bibliothek der Eltern aufhielt, eine große Rolle und es sind drei bekannte Werke aus der Weltliteratur, die ihn durchs Leben begleiten:
Eichendorffs „Leben eines Taugenichts“, Thomas Morus „Utopia“ und Mark Twains „Huckleberry Finn“ .
So geht es hin in vierzehn Kapiteln und einem Auftakt. Jeremy taumelt durch das Leben, macht Pläne, scheitert und beginnt von vorn, bis er als Mittfünfziger, als die Eltern gestorben, der Kontakt mit Sonja gering und unerfreulich geworden, die Kinder am Weg ins eigene Leben sind, in der Redaktion die ehemalige Tanzpartnerin Johanna wiedertrifft, mit der er, da ja noch ein Stück des Lebens vor ihm liegt, vielleicht ein besseres Leben beginnt …
Sehr fundiert, das 2005 erschienene Buch zum ewigen Thema menschlicher Mißverständnisse, mit dem sich die 1947 geborene Autorin und Verlegerin Ruth Aspöck an ein engagiertes Publikum wendet. Interessant, daß die Feministin für ihren Entwicklungsroman einen männlichen Helden wählte. Es stellte sich mir auch wieder die Frage nach autobiografischen Elementen, bzw. würde ich gerne wissen, ob es ein Vorbild für Jeremy-John gibt?
Ich habe das Buch, da ich die Autorin gut kenne, aufmerksam gelesen, auch wenn ich manchmal dachte, daß es, wie es in den Schreibwerkstätten heißt, beim Beschreiben statt Zeigen geblieben und die Personen und die Handlung nicht wirklich ausgearbeitet sind. Vieles ist widersprüchlich, wird nur angerissen und als Materialsammlung vorgelegt, aus der man den spannenden Roman, der einen in die angedeuteten Fragen und Probleme wirft, vielleicht erst schreiben muß.
Der ach so spannende narrative Roman aus Amerika a la Jonathan Franzen oder Jonathan Littell, von dem wir momentan alle so fasziniert sind, ist aber auch eine Modeerscheinung. Also passt es vielleicht wieder.

2009-12-18

Neue Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:56

Jetzt kommt noch keine Besprechung zu Ruth Aspöcks „Kannitverstan“, denn da bin ich mitten drin beim Lesen und wenn jetzt der Alfred und sein Gepäck hoffentlich bald kommen, werden wir das Wochenende wieder mal nach Harland fahren. Da nehme ich das Buch nicht mit, denn in Harland gibts ja eigene Bücher, die meisten meiner fünftausend Stück, in einem großen Regal im großen Wohnzimmer und da liegt Ilija Trojanow „Der Weltensammler“ schon lange im Badezimmer und wird heute sicher nicht mehr ausgelesen und da ich gern regelmäßig schreibe, kämen die Kleindetails gerade recht, denn es gibt ja meistens irgendwas, was ich schreiben wollte, sich aber nicht ausgegangen ist.
Es gab heute aber auch etwas Erfreuliches und zwar nicht das Packerl von Jacqueline Vellguth mit dem schönen Notizbuch und dem Schreibwerkstatt-Kugelschreiber, das ich erwartet habe, weil sie mir Montag oder Dienstag mailte, daß das jetzt weggeschickt wäre. Die Post ist aber offensichtlich nicht so schnell, dafür hat mir Dietmar Ehrenreich sein Weihnachtsbücherpackerl geschickt, obwohl ich da ja, wenn ich es richtig verstanden habe, gar nicht bei den ersten drei gewesen bin, die den Namen des Autors des Resistenz Buches, das Sonntag Abend in Ö3 erwähnt wurde, hingemailt haben.
„Packerl kommt trotzdem!“, hat Dietmar Ehrenreich geschrieben. Jetzt habe ich drei neue Bücher, von denen ich vorher nichts wußte. Als ich voriges Wochenende nachgegooglet habe, ob ich den Namen des bewußten Autors früher finden kann, bin ich beim Verlagsprogramm daraufgekommen, daß der Resistenz Verlag sehr viele österreichische Autoren und Autorinnen verlegt.
Einige sind damit zufrieden, andere weniger, aber irgendwie scheint es doch ein rühriger Verlag zu sein, denn ich bekomme immer wieder Einladungen zu Veranstaltungen, die meist in Linz stattfinden, was der Grund ist, daß ich nicht hingehe, aber Christl Greller hat, glaube ich, ihr letztes Buch dort verlegt und da war die Präsentation am Karlsplatz, wenn ich mich richtig erinnere.
Dann kommt zu Weinachten die Aufforderung sich mit dem kleinen oder großen Weihnachtspackerl einzudecken. Gekauft habe ich das zwar nie, aber trotzdem einige Resistenzbücher bei meinen SUBs und jetzt drei neue und zwar „Farbe der Angst“ von Corinna Antelmann, die, wie ich auf ihrer Homepage nachschaute, eine sehr engagierte Linzer Autorin ist, an der Hochschule von Hildesheim Workshops für Dramatik anbietet und auch schon einige Preise gewonnen hat.
Leider gibts in den Büchern keine biografischen Angaben, was zwar schade ist, dank google aber nichts macht, und so habe ich auch beim zweiten Buch, nämlich Christoph Eric Hacks „Geschichten aus dem Kürnbergwald“, nachgeschaut und bin daraufgekommen, daß das ein sehr junger, nämlich 1985 geborener Autor ist und das gekürzte Buch soll eine bösartige Satire auf die Jugend des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts mit sehr viel Sex und Gewaltexzessen sein, da bin ich also sehr gespannt.
Das dritte Buch ist das für mich offensichtlich Uninteressanteste, nämlich „Querpässe“, nicht schon wieder Fußball oder doch mehr?, interessant daran aber, daß Dietmar Ehrenreich der zweite Autor neben einem Günther Lainer ist, daß Dietmar Ehrenreich selber schreibt, wußte ich schon, weil er einmal gemeinsam mit Judith Gruber-Rizy bei den Textvorstellungen war.
Also wieder viel Lesestoff und sehr erfreulich, denn ich freue mich immer über neue Bücher und auch darauf neue Autoren kennenzulernen. Irgendwie ist Dietmar Ehrenreich um seinen Verlag also sehr bemüht, heißt sein Logo, wie in einem Art Manifest auf der letzten Seite steht „Andere drucken Bücher, ich verlege AutorInnen!“
Das könnte man zwar mißverstehen, ich freue mich aber sehr und werde weiter berichten.
Berichten wollte ich schon lange über Herta Müllers Nobelpreisrede, die sie Anfang der letzten Woche, am Montag und nicht erst am Donnerstag, wie ich lesen konnte, gehalten hat und die ich nach einigem Suchen doch im Internet gefunden habe.
„Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis“, beziehungsweise, ein „Taschentuch gegen die Diktatur“, wie es die Rezensenten zusammenfassten und das ist sehr interessant, habe ich ja „Atemschaukel“ erst gelesen und mich in meinem „Nanowrimo-Novel“ auch damit beschäftigt und an dem korrigiere ich nach wie vor sehr intensiv.
Das dritte Mal nehme ich es mir gerade vor, als nächstes werde ich es Szene für Szene durchgehen und im Großen und Ganzen finde ich diese Geschichte über das Schreiben und über meine Lieblingsblogs auch sehr gelungen.
Wenn man hinter das Nanowriomo Participant Logo klickt, findet man noch immer die 50.687 Worte. Das ist schon lange Geschichte. Derzeit halte ich bei 47.380, ein paar davon werden noch wegfallen, bis es mein wahrscheinlich einundzwanzigstes Digitalbuch geworden ist. Bezüglich meinem neunzehnten, dem „Haus“, gibt es zu vermelden, daß es mit der Rezension im „Augustin“ von Franz Blaha leider nichts werden wird, weil der seine Mitarbeit dort inzwischen zurückgelegt hat, es gibt aber zwei andere, mehr oder weniger schöne „Haus“ -Rezensionen und zwar wieder von Helmuth Schönauer bei „Lesen in Tirol“, wenn man da jetzt bei „J“ nachschaut, kommt man hin und dann noch die von Elisabeth Pratscher in „leselustfrust“.
Da der Alfred aus Patagonien zurückgekommen ist, kann er meine in der Zwischenzeit erschienenen Artikel auf Fehler korrigieren, denn da schlichen sich ja einige ein, mein neuer treuer Stammleser Rudi Lasselsberger scheint aber drauf zu schauen, beziehungsweise die „Haus“-Rezensionen zu meinen Seiten stellen, damit sich die, die sich dafür interessieren, sie ansehen können.

2009-12-16

Wien der Fünfzigerjahre

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:58

Heute die Abschlußdiskussion zum literarischen Begleitprogramm der Ausstellung „Kunst und Kunstverständnis in Wien“ des Museums auf Abruf, das zum Kulturamt der Stadt Wien gehört und die Bilder zeigte, die die Stadt Wien in den Fünfzigerjahren als Kulturförderung angekauft hat und noch einmal großkarätig darüber diskutierte, was in Wien in den Fünfzigerjahren losgewesen ist.
Klaus Kastberger hat das Programm gestaltet und das Podiumsgespräch moderiert, zu dem Alexandra Millner, Daniela Strigl, Friedrich Achleitner und Franz Schuh eingeladen wurden und das war schon einmal interessant vom Alter der Teilnehmer und der Teilnehmerinnen.
Friedrich Achleitner, der 1930 geborene, Mitglied der Wiener Gruppe, die es, wie er betonte, eigentlich gar nicht gegeben hat, zumindest nicht als formal eingetragenen Verein, es waren vier Freunde, H.C. Artmann, Gerhard Rühm, Konrad Bayer und Oswald Wiener. Er ist erst viel später dazu gestoßen und dann gab es noch einen größeren Freundeskreis. Elfriede Gerstl war so viel ich weiß, eine der wenigen Frauen dabei. Franz Schuh mit Geburtdatum 1947, als Sandwich zwischendrin und dann die beiden viel jüngeren Literaturwissenschaftlerinnen, 1964 und 1968 geboren.
Alexandra Millner begann mit ihrer Studie über die literarischen Vereine, die sie auch in der alten Schmiede vorgestellt hat, mit den Förderern und den Zeitschriften. Da gab es ja den Hans Weigel und den Hermann Hakel und als Zwischenglied den Rudolf Felmayer, das ist jetzt meine Zusammenfassung und bei den Zeitschriften den „Plan“ von Otto Basil und die „Neuen Wege“, die Zeitschrift des Theaters der Jugend und natürlich Hakels „Lynkeus“.
Friedrich Achleitner erzählte ein bißchen was von dem Freundeskreis, der sich Wiener Gruppe nannte, weil er irgendwo auftreten mußte, wo er einen Namen brauchte und den Regeln, die diese Gruppe nicht hatte, sich aber trotzdem immer gegenseitig irgendwo ausschloß, so wurde Oswald Wiener einmal für eine Nacht hinausgeworfen, weil er einen schlechten Umgang hatte. Erscheint mir irgendwie bekannt.
Das nächste Thema, das Klaus Kastberger gekonnt in die Diskussionsrunde warf, der Brecht Boykott, der Herren Torberg und Weigel, von dem man jetzt mehr wissen sollte, als daß die Herren Hakel und Weigel im Cafe Raimund und woanders die jungen Dichter und Dichterinnen förderten.
Angeblich gab es niemanden, den Weigel übersehen hätte, aber Bachmanns Prosa hat er nicht anerkannt und Hakel hat Hertha Kräftner als Nymphomanin beschimpft. Den Brief, wo Weigel Bachmann verbietet sich politisch zu betätigen, hat mir einmal Lisa Seidl zum Geburtstag mitgebracht. Hans Weigel hätte einen breiten Literaturbegriff gehabt und Torberg nicht so gut wie Berthold Brecht geschrieben, den er als Dichter hoch geschätzt hat, aber große Angst vor dem Kommunismus und dann gab es natürlich noch den Doderer und die Dorothea Zeemann, die, wie Friedrich Achleitner sagte, den alten Meister in die Wiener Gruppe brachte und natürlich noch viele andere.
Den Lernet und den Holenia, nach Hans Weigel, die österreichischen Literatur um 1950, der Monarchist, der aber angeblich wieder sehr fortschrittlich war.
Den Rudolf Henz hat es, glaube ich, auch gegeben und der ist ja indirekt schuld , daß sich 1973 …
Und den Gerhard Fritsch als Außenseiter, den Walter Buchebner, die Marlen Haushofer und und und.
Der Reinhard Federmeier und der Milo Dor wurden, glaube ich, nicht erwähnt. Man sieht, daß die Fünfzigerjahre vielfältig waren und sehr interessant.
Ein klein wenig kenne ich mich ja darin aus, weil ich die Bibliothek meiner Eltern erbte, den Wohnzimmer Bücherkasten und die Seiten aus den Heften der Büchergilde Gutenberg, mein Geheimtip und mich natürlich schon sehr lang dafür interessiere und Ende 1953 mit sehr viel älteren Eltern und einer älteren Schwester geboren wurde. Das prägt auch. Sonst war der Abend ein ziemliches Durcheinander, aber das ist wahrscheinlich auch typisch für die Fünfzigerjahre. Franz Schuh erwähnte noch den Hermann Schürrer als literarischen Außenseiter und Klaus Kastberger warf ein, daß man damals noch ein literarisches Individuum sein konnte, während man heute verloren hat, wenn man es nach fünf Jahren Schreiben nicht auf die Liste des deutschen Buchpreises geschafft hat. Da habe ich den Kopf geschüttelt, denn das weiß ich ein bißchen anders.
Heute gibts ja das Internet, das Book on Demand – Verfahren, die literarischen Blogs, das Nanowrimowriting und die 376 Bewerber für das Hochschulstudium der Sprachkunst von denen sechzehn dann genommen werden, von denen die Professoren der Germanistik vielleicht noch nicht viel wissen. Alexandra Millner hat es gesehen und prompt widersprochen.
Nachher gabs noch Wein, ein bißchen Brot am Gang und ein langes Gespräch zuerst mit Mechthild Podzeit-Lütjen, die mir erzählte, daß sie jetzt auch Germanistik studiert und mit Klaus Kastberger hergekommen ist, und eines mit Alexandra Millner.
Wieder viel gelernt, jetzt warte ich auf den Alfred, der in Madrid das Flugzeug versäumte, daher über London hergeflogen ist und erst morgen sein Gepäck bekommt.

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