Literaturgefluester

2017-10-31

Halloweenparty

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Ich bin ja nicht gerade ein Halloweenpartytyp und habe über dieses Fest der Amerikaner „Was süßen oder was Saures?,  wo da dann die Kinder mit einem schwarzen Umhang herumhängen und an Türen klingeln, erfahren, als die Johanne in der Straßergasse ein Auslandsamerkajahr absolvierte und  davon erzählte.

inzwischen läuten die Kinder auch einmal an meiner Praxistüre an oder ich begegne ihnen in Harland, wenn wir über die Feiertage eine Radtour machen. Aber diesmal war ich bei einer Halloweenparty eigeladen, der ersten meines Lebens, denn das Writersstudio, das habe ich schon öfter geschrieben, feiert seinen fünfzehnten Geburtstag und feiert ihm mit einem Schreibmarathon der vom ersten bis fünfzehnten November stattfindet, wo man in der Gruppe an seinem Projekt schreiben kann und die Trainer einem dann Feedback geben.

Der Nanowrimo, das national writing Month findet dagegen vom ersten bis dreißigsten November statt und ich habe mich dafür ja schon angemeldet und seit August über elftausend Worte dafür geschrieben, die ich dann in meinen Word Account schummeln werde.

Mein Praxistag war heute sehr voll, weil ich ja mit Ausnahme des Donnerstags jeden Tag bis Sonntag vorhabe dorthin zu kommen und  bin dann  am Abend  in meinem roten Kleid, das ich einmal von der Anna zum Geburtstag bekommen habe, beziehungsweise mir von ihrem Gutschein dafür kaufte,  in das Wirtersstudio aufgebrochen, da man sich, wie im Flyer stand, als verstrobene lieblingsstriftstellerin verkleiden sollte. Ich wählte dazu die Bachmann aus, sah ihr aber, glaube ich,  nicht ähnlich und, als ich das Writersstudo erreichte waren gar nicht so viele der Anwendeneden, meistens Frauen verkleidet und es hat mich auch niemand danach gefrafgt.

Judth Wolfsberger ist aber mit einemTut im Haar herumgelaufen und hat allen, die sie traf, auf Englisch erklärt, daß sie der  Geist der Virgina Woolf sei, ihr großes Vorbild, sie schreibt, glaube ich, auch ein Buch über sie.

Michaela Muchits, die Krimschreiberin, hat moderiert, vom Schreibmarthon erzählt und dann den Impuls für eine Gruselgeschichte „In der Halloweennacht tauchte…….“auf gegeben,die man in  dreißig Minuten schreiben konnte. Dafür bekam man zwei kleine Zelltelche  mit Ort und Person des Geschehens.

Meine waren Geist und Wald in der Nacht, aber ich wollte schon  eine Geschichte zu meiner unsichtbaren Frau passend  schreiben und da ist es ja besonders lustig, daß heute zu Hallowee,n das Vermumunngsverbot ausnahmweise auffehoben ist ist, man kann sich also verkleiden darf. Die  Polizei darf zwar die vermummten Gesichter kontrollieren, man, wird aber nicht bestraft und da dachte ich schon am Morgen, als ich das im Radio hörte, lasse ich eine Reihe von Frauen in Tschadors, Nikab oder Burka auftreten, die auf eine Halloweenparty in ihre Moschee gehen.

Das habe ich dann mit der Hand geschrieben, weil ich meinen Laptop nicht mitgenommen habe, konnte es aber nicht vorlesen, weil ich so schnell geschrieben habe, daß es unlesebar war.

Morgen nehme ich meinen Laptop zu dem Schreiblemarothon mit und dann gab es eine Pause, wo man was trinken und Kekse kanbbern konnte und nachher sollte man einen Vertrag mit sich selbst schließen, wieviele Worte man in den nächsten Tagen schreiben will und von seinem Nachbar unterschreiben lassen.

Mein Ziel ist im Nanowirimo vom ersten bis dreißigsten November einen Roman mit Titel „Die unsichtbare Frau“ zu scheiben  und das habe ich dann auch auf das Blatt mit der Bleistift tragenden Läuferin, die man ausmalen und an die Pinwand heften konnte, so fixiert. Man konnte sich dann auch noch für eine Feedbackrunde eintragen. Ich wünschte mir meine für Sonntag meinen letzten Nanowrimotag und bin jetzt bespannt, was morgen da passieren wird und wieveiel Schreibwütige da mit ihren Laptop oder ihren Notizblöcken auftauchen werden. Es war jedenfalls schon am Dienstag sehr voll und die Stimmung gut, ein bißchen Plot habe ich mir auch schon aufnotiert, die nächste Szene wird eine Basti Quasti Szene sein, aber da wird er sich nur bei der Amanda über die Dirty Kampain mit der „Die Wahrheit über Sebastian Kurz beklagen“, weil ich ja chronologisch vorgehe und bei mir noch Anfang Oktober ist.

Bei den Selfpublischerautoren gibt es übrigens noch andere außer Annika Bühnemann, die mitmachen und darüber in Videos berichten.

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2017-10-30

Jurygeschehen

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:55
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Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich bin Mitglied in zwei Jurien und bin das sehr gern, weil mich ja jede Art von Literatur interessiert und ich auch gern bei literarischen Entstehungsprozessen mitmische, beziehungsweise hautnah und aktuelle literarische Entwicklungen beobachte.

Den „Literaturpreis Ohrenschmaus“ für und von Menschen mit Lern- oder intellektuellen Behinderungen gibt es seit 2007. Da wurde Franz Joseph Huanigg, glaube ich,  vierzig und hat sich zu Geburtstag intittiert von der inzwischen verstorbenen Michaela König, die ja das Vorbild für meine „Mimi“ ist, den Literaturpreis gewünscht.

Otto Lambauer, mein literarischer Verstärker, wie ich gern sage, weil er im ersten halben Jahr das „Literaturgeflüster“ sehr untertstützte, oft kommentierte und in dieser Zeit auch einen eigenen Blog betrieb, den ich von Alfreds Wandergruppe kenne, weil er, obwohl ein paar Jahre jünger mit dem Alfred in dasselbe Gymnasium gegangen ist, fragte mich, weil beim Organisationsteam als Caritas-Mitarbeiter damals dabei, wie der „Ohrenschmaus“ ins Literaturhaus käme, ich fragte ihm ob noch jemand für die Jury gebraucht wird und so lese ich seit zehn Jahren jedes Jahr im Herbst, meistens zeitgleich mit der Organisation meines Geburtstagsfest eine Reihe von sehr schönen Texten.

Diesmal waren es, glaube ic,h über hundertachtzig, also ein ganzer Stapel, Gedichte, Lebensberichte, auch Theaterstücke, Krimis, Prosetexte, etcetera, alleine oder in Werkstätten geschrieben und obwohl die Text anonymisiert eingereicht werden, erkenne ich manche sofort an ihren Stil.

Eine spannende Sache in eineLiteratur Einblick zu erhalten, die sonst an mir vorbei gegangen wären. So habe ich Anton Blitzstein persönlich kennengelernt und Peter Gstöttmeiers, sozusagen ein Stammgewinner, Buch gelesen.

Die Jury hat inzwischen gewechselt, am Anfang war noch Friedl Hofbauer, die ja inzwischen gestorben ist, dabei.

Felix Mitterer war und ist der Schirmherr, Heinz Janisch und Barbara Rett sind sozusagen auch Stammmitglieder, Kurt Palm und auch Andrea Stift haben die Jury verlassen, jetzt gehört ihr noch Franzobel und Ludwig Laher an, die ich dann bei den Jurysitzungen treffe oder die ihre Vorschläge dorthin schicken.

Die Jurysitzung ist für mich auch ein Anlaß ins Parlament zu kommen, weil sie oft  dort im ÖVP-Club stattfindet. Ein anderer Ort war das Albert Schweizerhaus und das Parlament hat, weil es derzeit  renoviert wird, ein Ausweichquartier am Heldenplatz. Dort stehen jetzt ein paar Conatainer und so habe ich heute Nachmittag, während ich mit Barbara Rett, Evelyn Prammer und der neuen Organisatorin Gerlinde Hofer ausstauschte, auch einen neuen interessanten Ort kennengelertn.

Jetzt sind die Preise ermittelt, nein, ich werde nicht spoilern und auch die Preisträger nicht verraten, nur so viel, es sind wieder einige alte Bekannte dabei. Ich glaube, aber auch ein paar Neue. Es gibt wieder einen schönen kurzen knappen Text für die Schokolade und die Preisleiheung wird diesmal wieder im Dezember im <museumsquartier sein.

Voriges Jahr zum zehn Jahresjubiläum war sie anläßlich der Buch-Wien in November, da gab es auch eine Diskussion und eine Lesung.

Eine Lesung wird es dort auch heuer wieder geben und zwar am Samstag Vormittag auf der Wasner-Bühne. Alle Interessierten kann ich dazu einladen und auch selbst daran teilnehmen, weil ich jetzt über den „Ohrenschmaus“ zu meiner Presse-Autorenkarte kommen werde, auf die ich schon lang warte.

Eine Laudatio muß ich inzwischen  schreiben und freue mich darauf, denn ich bin, glaube ich, gerne Laudatorin, die gute Zotter-Schokolade mit einem der Siegertexte wird es wieder gehen und dazwischen werde ich mich seit vorigen Jahr  in eine zweite Juryarbeit vertiefen, bin ich seit da ja auch Mitglied in der Blogger Debut-Jury und werde da auch sehr bald aus der über fünfzig Bücher langen Longlist fünf Titel lesen und meinen Favoriten wählen können, das heißt, ein paar der Bücher, hoffe ich, schon gelesen zu haben, interessiere ich mich ja auch sehr für Debuts, beziehungsweise haben ja auch die O Töneeine Debutschiene und der österreichische Buchpreis hat  eine Debutliste. Da gibt es, hoffe ich sicher Überscheidungen, habe ich ja kürzlich erst „Reibungsverluste“ und „Liebwies“ gelesen und bekomme demnächst, glaube ich, von FVA noch ein Debut zugeschickt, das auf der Liste steht.

„Ullstein“ hat auch ein solches. Das ich noch lesen muß. Das kann ich aber nicht mehr vorschlagen, weil da die Einreichfrist morgen endet und dann geht es nach dem Buchpreislesen an das der Debutpreisschiene und dazwischen, das heißt, vorher werde ich schreiben.

Beginnt ja bald der „Nanowrimo“ und da diesmal mit einem fünfzehntägigen Schreibmarathon des Writersstudio, an dem ich zumindest in der ersten WSoche teilnehmen werde. Man sieht, ich habe viel zu tun, bis ich dann nächste Woche meinen Geburtstag feiere und auf der „Buch Wien“ herumspazeren werde. Die „Poet Night“ gibt es inzwischen auch und noch eine Neuigkeit habe ich zu berichten.

Das „Frühstück“ ist fertig korrigert und kann an die Druckerei gehen. Die Szene achtundzwanzig, die ich am Volkkstimmefest gelesen habe und die es auf der Website als Probekapitel gibt, werde ich übrigens sowohl dort als auch bei meiner Geburtstagslesung lesen und dazwischen vorher, nachher wenn es geht, in mein neues Romanprofekt eintauchen, wenn ich die Laudatio für den Siegertext geschrieben habe, der, das kann ich auch verraten, ein sehr spannender mit einem originellen Titel ist.

2017-10-29

Schreiberfolge

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 19:03
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Da am Donnerstag  Nationalfeiertag war, sind wir am Vormittag nach Harland gefahren und ich habe mir gedacht, daß das ein Schreibmarathonwochenende werden könnte. War in den letzten Wochen ja soviel zu tun, daß ich beim besten Willen nicht zum Schreiben gekommen bin, weit  davon entfernt war und auch keine  Ahnung hatte, wie ich im Sinne des „Nanowrimos“, da hatte ich mich zwar schon letzten Sonntag angemeldet, wieder hineinkommen sollte, obwohl ich zumindestens in der ersten Woche beim Schreibmarathon des „Writersstudio“ mitmachen werde und in der zweiten  auf die „Buch Wien“ gehe, sofern ich eine Pressekarte bekomme. Bekomme ich keine, gehe ich weiter schreiben und die Bich Wien muß einmal auf mich verzichten, was sie aushalten wird und was das die „Unsichtbare Frau“ betrifft, war ich mit den zwanzig Seiten, die ich da seit August geschrieben habe, auch nicht zufrieden, weil ich einige Szenen, nur so hingeschrieben habe, dachte  mit der Alltagspolitik geht es nicht, die Szene in Minister Bastis Schlaftzimmer an der ich während der Schupperworkshops zigmal gearbeitet habe und sie dann auch noch in der Schreibgruppe im Oktober nochmals schrieb, obwohl ich  schon eine solche hatte, war es auch nicht, was auch die Alfons Tratschke Szene und die des Jonathan Larsen betrifft, davon ließen sich zwar ein paar schöne Handlungsstränge machen, aber wenn man eigentlich aus dem Ganzen heraussen ist, ständig denkt, das wird es nicht und eigentlich hundert Sachen gleichzeitig zu tun hat, ist das schwierig.

Also vierzehn Tage nichts geschrieben, denn als ich das letzte Mal in Harland war war ja in Frankfurt die Messe und da habe ich selbstverständlich gefsurft, das „Biblkiothesgespenst“ war durchzusehen, die Nationalratswahl war und der Lersemarathon mit den cirka zwanzig Rezensionsexemplaren im Badezimmer, die gelesen werden wochten, hielten auch von Schreiben ab.

So bin ich also am Donnerstag mit dem Alfi und vier Büchern nach Harland gefahren und habe gedacht, daß ich außer Buchbesprechungen und Veranstaltungsberichten schon lange nichts anderes gebloggt habe. Da wäre vielleicht etwas über „schwarz-blau“ was ja auf uns zukommen wird, fällig und dann dachte, ich könnte ich ja auch über meine Nanowrimovorbereitungsgedanken“ schreiben.

Denn da tut sich in der Blogger- und Selfpublisherszene einiges, die sind da sehr rührig und während ich früher, so vor zehn Jahren vielleicht, noch immer hörte, nur ja nicht und unter gar keinen Umständen etwas selber machen, denn dann bist du weg vom Fenster und kommst nie mehr dorthin, bilden sich da  Blogs die „Vom  Schreiben leben“ oder „Schriftsteller-werden“ heißen, wo es Ratschläge an angehende Autoren gibt und die haben oft auch den „Nanowrimo“ für sich in Anspruch genommen.

Jaqueline Vellguth tut das gerne und an sie habe ich 2009 immer meine Schreibgerichte gesandt und Annika Bühnemann deren Blog ich ja seit eineinhalb Jahrenregelmäßig verfolge, zieht sich wieder mit einer Gruppe zum  Nanowrimoschreiben zurück. Das werde ich heuer im Writersstudio auch ein wenig machen. Aber am Mittwoch oder Donnerstag oder vielleicht noch etwas früher, habe ich mich bei Annika Bühnehman zu ihrem Nano-Vorbereitungskurs angemeldet, wo sie jeden Tag ein E- Mail schickt und erklärt, wie man sich auf den Nanowirmo vorbereiten soll.

Das ist ja die Frage, ob man das eigentlich soll? Die Veranstalter wollen das glaube ich nicht und der Gründer hat ja ein Buch „No plot no problem“ geschrieben, an das ich einmal herankommen wollte, was mir aber nicht gelungen ist.

Da aber inzwischen tausende im November einen Roman schreiben, hat sich das verselbständigt und Annika Bühnemann rät beispielsweise, daß man sich ein Thema aussuchen, die Haupt- und die Nebenfiguren etcetera skizzieren soll und gibt vor allem Ratschläge, wie man die sechzehnhundert täglichen Worte am besten unterbringt.

Da bin ich auch schon etwas voraus, denn ich schreibe ja schon seit Anfang September am Text, habe mich aber am Donnerstag als ich meinen Nano-Atikel schrieb oder eigentlich schon vorher am Dienstag beim „literarischen Heimatabend“ entschlossen, all das was mir nicht gefällt wegzuschmeißen und am 1. 11. mit der Amanda als Hauptstrang neu zu beginnen. Noch während des Schreibens am Donnerstag dachte ich aber, daß ich ja am langen Wochenende vielleicht Zeit haben werde, schon damit anhzufangen und dann am nächsten Mittwoch doch nicht bei Null einzusteigen. Macht ja nichts, denn da das ohnehin niemand kontrolliert und man nur für sich selber verantwortlich ist, kann man das Romanschreiben ja so gestalten, wie es für einen am besten geht.

Und mit dem Schreiben kommen auch die Ideen und wenn man etwas Zeit hat, komme ich auch in den Stoff hinein, habe ich zu wenig und zwinge mich trotzdem, dann wird es nichts und ich schmeiße das dann doch geschriebene am besten weg.

Am Freitag war es kalt und es regnete sehr stark, so daß ich mein Rad so zwischen Ochsenburg und Wilhelmsburg wieder umdrehte und am Nachmittag mit dem Neuschreiben beginnnen wollte, habe mich dann aber doch entschlossen, nicht neu anzufangen, sondern im Test zu korrigieren. Das habe ich ja schon so vor vier Wochen, glaube ich, einmal gemacht und die erste Szene, die im September in der Schreibgruppe entstanden ist, neugeschrieben. Aber damit war ich auch nicht zufrieden, denn ich wollte mit der Amanda beginnen und die Lily und die Slavenka, die ja  beim letzten Projekt übrig geblieben sind, vielleicht weglassen.

Also habe ich mit dem Material, das ich schon hatte, die ersten zwei Szenen neu geschrieben. Amanda kommt vom Kurs nach Hause, da war schon der erste Oktober, das Vermummungsverbot im Gang und Muna Gahdi und Shima Salem nicht da, sie ärgert sich darüber, schaut sich die Vedieos vom „Tu was Hasi“an,  geht danach schlafen, macht ihre Entspannungsübungen, beginnt die Schäfchen zu zählen, eines legt ihr die Tarnkappe vor die Füße und sie zaubert sich in Ministers Bastis Zimmer. Szene drei war dann eine adaptierte Form vom ursprünglichen Beginn, Slavenka ist in New York angekommen. Am Abend gibt es eine große Lesung mit Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann und da habe ich noch drinnen, daß Slavenka mit der Lily gemeinsam die Geschichten schreiben wird. Das nehme ich jetzt heraus. Die Lily ist allein für die „unsichtbare Frau“ verantwortlich, die Slavenka schreibt ihre Dissertation, hilft der Sekretärin und schenkt bei den Veranstaltungen Wein aus.

Es kommt dann aber schon Nachricht von Don Qucho, während Dr .Hartner Lily in sein Zimmer ruft, Mister Kehlmann ist angekommen.

Dann geht es zu Alfons Tratschke, das blieb in etwa so und ich glaube es kam dann noch die Szene in Minister Bastis Schlafzimmer und die erste Jonathan Larsen Szene.

Das waren dann sechs Szenen, die ich am Freitag Abend hatte und knapp achttausend Worte und die Ideen gingen dann weiter und das show not tell, wo ich ja vorher blokiert war, beginnt wieder möglich zu werden. So habe ich letzten zwei sehr schlechten Szenen, die ich hatte, gelöscht und gestern wieder mit einer Slavenka-Lily Szene weitergemacht. Die Lily kommt zurück, erzählt der Slavenki sowohl von der Lesung, als von Alfons Tratschke, der einen Blog namens „Don Qucho reitet gegen rechts“ hat und sie als „linke Schwester“ beschimpfte. Dann kam noch eine Alfons Tratschke Szene und ich stehe jetzt bei acht Szenen und 11536 Worten mit denen ich dann am Mittwoch etwas schummelnd einsteigen werde, wenn ich nicht noch heute etwas schreibe. Stoff habe ich ja genug und ich habe auch die ungefähre Handlung im Kopf, wie es weitergehen wird.

Von Annika Bühnemann ist ja gestern ein Mail gekommen, daß man nach der „Heldenreise“ oder dem „Vier Akt-Modell“ plotten soll. Das ist ja etwas womit ich mir schwer tue. Aber natürlich muß in einem spannenden Roman etwas passieren und da habe ich schon ein paar vage Ideen.

Annika Bühnemann, die ja vom Schreiben lebt und da auch Marketingkurse gibt, schickt bis zum 31. 10. kostenlose Ermunterungsmail aus. Ab ersten November kann man sich bei ihr anmelden und bekommt für dreißig Cent am Tag einen Tip, wie man seinen Nano weiterschreibt und er gelingt.

Da bin ich ja schon voraus, denn ich habe ja schon fünf Nanos geschrieben und auch dieser wird gelingen, wenn er nicht vielleicht wieder zu kurz wird, da habe ich ja in den letzten  Jahren oft noch ein paar Szenen angestückelt und meine letzten Texte sind oft kürzer.

Aber ich habe schon Ideen für meine drei bis vier Handlungsstränge, aber bei meinem letzten Text, den ich ja nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen geschrieben habe, die Erfahrung gemacht, daß es so tatsächlich spannender wird. Und sogar der Alfred, dem meine Sachen sonst nicht so gefallen, hat mich gelobt. Es wäre also vielleicht schon etwas zu versuchen, wie es meiner unsichtbaren Frau gehen wird, wenn ich beispielsweise meine Protagonistin sich am fünften Tag von ihrem alten leben verabschieden und ein Abenteuer beginnen lassen will, aber da steht meine Amanda in meiner jetztigen Fassung ohnehin schon im Minister Bastis zimmer und das Abenteuer hat begonnen und ich habe jetzt auch vor sie diesen in ihren Träumen durch den Wahlkampf gleiten zu lassen, mich also von Wladimir Putin, Donald Trump, etcetera, weil das zu aufwändig wäre, zu verabschieden, aber in der zweiten Nacht erzählt ihr der vielleicht von den dirty campaigns der Konkurrenz und den die „Wahrheit über Sebastian Kurz-Seiten“, dann von den Videos der FPÖ „Vordenker statt Nachdenker“ und so weiter und so fort, während Alfons Tratschke einen Thriller schreibt, nach Frankfurt zur Buchmesse fährt und dort vereint „Wir alle hassen Antifa!“ schreit. Mathilde Schmidt und Moritz Lichtenstern, bekannt aus „Besser spät als nie“ kommen nach New York und besuchen Lily und Jonathan Larsen, der um seine Frau trauert, entdeckt Lilys Blog, während er in die Sitzung muß, um den neuen Nobelpreisträger, das ganze spielt ja Anfang Oktober, zu bestimmen.

Mit dem Lesen bin ich wegen all dieser Schreibideen etwas in Rückstand und habe in den vier Tagen nur Margit Heumanns „Paul und Emma-Geschichten“ ausgelesen und muß das jetzt auch noch bei Verena Boos „Kirchberg“ tun. Aber alles auf einmal geht nicht und die nächsten zwei Wochen werden hektisch sein.

Morgen „Ohrenschmaus-Jurysitzung“, da muß ich meine Vorschläge auch noch einmal durchgehen, am Dienstag Halloweenparty im „Writersstudio“, da soll man sich als tote Leblingsschriftstellerin berkleiden.

Ich ziehe, glaube ich, meine rotes Kleid an und sage ich bin Ingeborg Bachmann, die Frisur stimmt ja vielleicht und dann geht es los am ersten November mit dem Schreiben.

Da gehe ich hin, während ich am Donnerstag Praxis mache und am Abend der „Alpha“ verliehen wird, wo ich ja jetzt immer eingeladen werde. Dann drei Tage Schreiben und meine Abrechnung muß ich dazwischen auch irgenwie machen und herausbekommen, wie es mit der „Buch-Wien“ werden wird. Mal sehen, ich bin gespannt und eine „Online- Autorenmesse“ geibt es vom fünften bis zwölften November auch, zu der ich mich ebenfalls angemeldet habe.

Zehn unbekümmerte Anarchistinnen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:49
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Jetzt kommt nach all den österreichischen Neuerscheinungen und Buchpreislesen ein Buch aus dem wahrscheinlich kleinen oder feinen Schweizer „Limmat Verlag“, der mich Anfang September, als ich gerade den deutschen Buchpreis gelesen habe und durch meine Besprechung von „Katie“ aufgefallen bin, angeschreiben hat und mir die Fahnen und eine Menge Informationsmaterial über Daniel de Roulets „Zehn unbekümmerte Anarchistinnen“ geschickt hat.

Der 1944 in Genf geborene Architekt Daniel de Roulet scheint ein „Lmmat-Hausautor“ zu sein, hat er doch schon zehn Bücher dort veröffentlicht.

Jetzt ist das Buch erschienen und ich denke es ist auch ein kleiner feiner Bericht über das, was vielleicht abseits des Literaturbetriebs so passiert und es dem Zufall, dem Anschreiben des Verlags, der Literaturagentur oder die offenen Bücherschränke braucht, um es zu entdecken.

Die zehn unbekümmerten Anarchistinnen, sind zehn Schweizer Frauen, die in einem kleinen schweizer Uhrwerker-Dörfchen aufgewachsen sind und Ende des neunzehnten Jahrhunderts nach Südamerika auswanderten.

Ob wahr oder Fiktion habe ich nicht ganz herausgefunden. Im Klappentext steht etwas von „Auf der Basis historischer Dokumente und mit Hilfe seiner Imignation erzählt Daniel de Roulet das Schicksal von zehn Frauen, die in einer Zeit, die ihnen nichts zu bieten hat, die Freiheit suchten.“

Am Cover ist eine alte Fotografie abgebildet, die wahrscheinlich so einen Vorraum zu einem Auswanderungsschiff oder schon eine diesbezügliche Ankunftshalle zeigt, Frauen Mädchen, Kinder sitzen da auf Bänken und schauen eher frustriert vor sich hin oder in die sie fotografierende Kamera.

Und das Dorf-, in dem die zehn Frauen, erzählt wird der Bericht von einer Valentine, die sich tapfer weigerte sich in Patagonien Tina nennen zu lassen, die zu Anfang des Buches von ihrer Schwester gefragt wird, wo das Weiß hinkommt, wenn der Schnee schmilzt?, eine Frage, die im ganzen Buch nicht beantwortet wird, -ist ein besonderes, hat es doch einmal Bakunin beherbergit, es ist zu einem Aufstand gekommen. Wahrscheinlich der Anfang der Anarchie oder der Beginn der tapferen Frauen sich zu wehren und für sich die Freiheit zu suchen.

Zuerst lernen sie aber alle das Uhrmacherhandwerk., Daniel de Rout zählt hier die verschiedenen Berufe auf, die es da mal gegeben hat. Die Frauen sind in den unteren Ränge geblieben und so brechen sie auf. Kaufen sich jede ein 2Zwiebelchen, das ist eine Schweizer Präzensionsuhr und fahren in das gelobte Land.

Zwei von ihnen sind schon vorausgegangen und umgekommen und das Buch ist auch nach den „zehn kleinen Negerlein, jawohl, das steht so drinnen, obwohl es auch „Negerinnen“ oder „Zwiebelchen“ beziehungsweise „Anarchistinnen“ heißen könnte, aufgebaut und von jener Valentine 1919, als alles schon zu Ende war, in Monteviedo in zehn Kapitel aufgeschrieben.

Die anderen acht buchen eine Schiffspassagage nach Patagonien, über eine andere Auswanderung habe ich ja erst vor kurzen gelesen und auch über andere Schiffskatastrophen. Eine der Frauen, ich habe vergessen, sie haben Kinder, aber keine Männer mit, stirbt an Bord während einer Geburt, die anderen kommen an und sollen vom Gouverneur eigentlich als Soldatenbräute vergeben werden. Da weigern sie sich, verlangen für sich selber Land und bauen sowohl eine Uhrwerkstatt, als auch eine Bäckerei auf.

Trotzdem übersiedeln sechs von ihnen dann auf eine Robinson ähnliche Insel, um dort die Anachie zu leben, was auch irgendwie nicht möglich ist. Seltsame Begegnungen mit seltsamen Typen werden geschildert, ein Freitag schließt sich ihnen anl.

Lison wird erdrosselt, ihr „Zwiebelchen“ verschwindet, wie die der beiden Lesberinnen und taucht dann wieder auf, beziehungsweise muß es mit Hilfe von Dynamitstangen zurückerobert werden.

Dazwischen kommen immer wieder Briefe von einem Benjamin, der ihnen von der Revolution am Festland erzählt. Weil die Zustände auf der paradisischen Insel aber schließlich doch unerträglich sind, verlassen die restlichen Frauen sie wieder und übersiedeln nach Argentinien. Hier werden sie verhaftet und verhört. Eine von ihnen stirbt an Cholera, die tapfere Mathilde bei einer Bäckerdemonstration und Valentine läßt sich nach Monteviedo bringen, um 1919 alles aufzuschreiben.

Ein kleines feines und auch sehr poetisches Buch aus der Anarchistenszene des neunzehnten Jahrhunderts, nach all dem politisch aktuellen über Patrioten und Flüchtlingsschicksale, der Neuzeit, das ich jetzt gelesen habe.

Interessant und eindrucksvoll, aber die Gegenwart ist wahrscheinlich packender und erfordert mehr Aufmersamkeit, obwohl es sicher gut ist, sich immer wieder an die Vergangenheit zu erinnern und sich literarisch mi ihr zu beschäftigen.

2017-10-28

Patrioten

Nachdem ich mit dem österreichischen Buchpreislesen und den zwei Büchern der Debutshortlist fertig bin, bleibe ich weiter in Österreich und nach den „Reibungsverlusten“ weiter in der Politik, denn Eva Rossman, mit der ich 2000, glaube ich, gemeinsam beim Poetenfest in Raab gelesen habe, ich aus meinem ersten Indie „Wiener Verhältnisse“, sie aus ihrem ersten Mira Valensky-Krimi „Wahlkampf“, hat ein neuerliches Buch geschrieben.

Allerdings keinen Krimi mit der Mira und der Vesna aber wieder ein aktuellen Thema, das mich ja seit der van der Bellen Wahl und seit sich mein Kritiker ja auch als Pedgida Fan entpuppte, sehr beschäftigt.

„Patrioten“ heißt zu Wahl passend das Buch, hat einen schwarzen Umschalg mit geheimnissvollen Zeichen und ist, ich weiß nicht so recht, ist es eine Enttäuschung?

Natürlich nicht, denn es hat ja wieder, nachdem bei der Frankfurter Buchmesse, ja auch der Messeschef hilflos zwischen dem „Antaios-Chef“ getanden ist und von der Menge mit „Wir alle hassen Antifa!“ niederbebrüllt wurden, worauf die Identitären jubelten, daß sie  die Linken auf der Messe besiegt hätten, ein sehr aktuelles Thema und eines das mich sehr interessiert.

Auf das Buch wurde ich von einer literaturbegeisterten Dame, ich glaube, bei der „Perutz-Rreisverleihung“ aufmerksam gemacht, dann habe ich ein Interview von Eva Rossmann mit Günther Kaindsldorfer in der Hauptbücherei gehört und erfahren, dieses Buch hat nichts mit Mira Valensky zu tun, denn Eva Rossmann wollte die nicht in diesem Fall ermitteln lassen. Es scheint, habe ich, aber gedacht, doch eine Art Krimi zu sein, denn der Vorsitzende der Patriotischen Sozialen wird an ein Kreuz genagelt.

Das klingt spannend, wie ein Krimi und ist von der identitären und Pegida-Wirklichkeit weit entfert und da fällt mir ein, ich habe ja auch vor einem Jahr im Literaturhaus auf einer Veranstaltung gelesen, wo Eva Rossmann dabei war und morderierte. Damals ist es auch um Flucht und Vertreibung gegangen und darin geht es in dem Buch ja auch.

Der Chef der fiktiven Patriotisch Sozialen Partei wird also ans Kreuz genagelt und keine Mira kommt um zu ermitteln, schickt ihre Putzfrau Vesna auch nicht in die Kirche, wo die Füchtlingsfrau Sina, deren Mann verschwindet, Unterschlupf fand. Sie lernt dort auch nicht die zweiundachtzigjährige Lotte Klein kennen, die Sina betreut und folgt der nicht nach Brüssel, wo zwar kein Schwein herumläuft, aber fast ein Terroranschlag passiert.

Das wäre wahrscheinlich interessant und spannend gewesen. So war es, fürchte ich, sehr fad und langweilig und ich habe mich durch die fast dreihundertsechzig Seiten gequält und bei Seite fünfzig war ich dann wahrscheinlich schon so weit, zu sagen „Da passiert ja nichts und worum geht es da eigentlich?“

Detail am Rande. Alfred hat das Buch zweimal gekauft und eines seiner Mutter geschenkt. Keine Ahnung ob die das noch liest? Daß es ihr, der passionierten Krimileserin gefällt, kann ich mir nicht vorstellen und frage mich auch, warum Eva Rossmanmm, wenn sie schon ein so  zeitakteulles Thema wählte, dann auskneift und um den Brei herumschreibt?

Ist es Angst vor den Patrioten oder einer Klage, die die ja sehr gerne androhen? Recherchiert ist es, die ich mich in diesem Gebiet ja auch ein wenig auskenne, sehr gut.

Also nicht Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna, die inzwischen ihre Freundin ist, recherchieren, sondern die dreiundachtzigjähre Lotte Klein, die früher Chefsekretärin war, Witwe eines berühmten Fernsehsprechers, Großmutter von David, der auch Reportagen schreiben will und die betreut, weil sehr katholisch, in ihrer Pfarre eine syrische Flüchtlingsfrau namens Sina und Julius Sessler, der Chef der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagel. So weit so gut und das wissen wir jetzt schon.

Was dann passiert, ist langweilig, das habe ich auch schon geschrieben. Denn es wird geredet und gedacht.Einander auch manchmal ein wenig beleidigt und in die Vergangenheit zurückgeschwenkt und dazwischen passieren durchaus krimiähnliche haarsträubende Dinge und vor allem tauchen auch immer wieder, auch ein sehr aktuelles Thema, Hasspostings auf, die von einem ES angeführt werden.

Rami, Sinas Mann verschwindet und die bittet Lotte um Hilfe. Die hat auch einen Verehrer, nämlich einen zweiundneuzigjährigen ehemaligen Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt, namens Richard Pribil, der Lotte kennenlernt, als sie ihm in sein Fahrrad rennt. Alles vielleicht auch nicht sehr realistisch und nicht sehr spannend. David und Frau Klein, so wird sie auch immer wieder genannt, sollen herausfinden was passierte. Sina ruft auf seinen Computer ihren Vater in Damaskus an. Dann kommt die Polizei auf ihre Spur und verdächtigt den verschwundenen Rami ein Terrorist gewesen zu sein. Seine DNA und die einiger ander Flüchtlinge, die ebenfalls verschwunden sind, taucht bei dem Kreuz auf. Sina kommt in Untersuchungshaft und Lotte Klein macht sich bei einem Fernsehjubläum an den neuen Chef der Patrioten heran. Sie versucht auch bei der Polizei zu ermitteln, beziehungsweise tut das Richards alter Freund, der früher Polizeipräsident war und David geht als Prakikant nach Brüssel. Das will er zwar nicht wirklich oder doch. aber nicht in Anzug und Krawatte. So kauft ihm die Oma eine schwarze Jeans und eine Jennifer taucht auf, die beim Fensehen, die Besucher empfängt. Die ist achtzehn und ist von einem in Wien geborenen türkischen Medizinstudenten, der dann ebenfalls verschwindet, schwanger. Das entsetzt ihren Vater, denn der, ein arbeitsloser Baupoliert ist ja patrotisch. Dann ist er aber wieder ein Kommandant und bildet am Semmering arabische junge Männer aus. Das beobachtet Jennifer hinter einem Baum verborgen und ruft Lotte an, um ihr das mitzuteilen, die sich inzwischen in Brüssel befindet und da taucht dann plötzlich Rami in einem Sitzungssaal auf, der in jenem Ausbildungslager war. Es kommt fast zu einem terroristischen Anschlag und am Ende klärt sich alles auf oder auch nicht. Julius Sessler hat offenbar auf eine sehr spekuläre Art und Weise Selbstmord begangen, um seinem Krebstot zu entgehen und ich frage mich, was habe ich aus der Lektüre des Buches gelernt und was weiß ich jetzt mehr als vorher?

Daß die Frankfurter Buchmesse den Protesten gegen die rechten Stände eher hilflos gegenübergestanden ist, habe ich schon früher gewußt und daß „Mulitkulti“ angeblich gescheitert ist, höre ich, wenn ich mir die Videos der Identitären ansehe, glaube es aber noch immer nicht.

„Natonalismus, Terror, Hass, die Angst geht um in Europa – der Spannungsroman über Europa am Scheungsweg“, steht am schwarzen Buchrücken. Aber ich habe das Buch,  wie schon geschrieben, sehr langweilig gefunden. Obwohl die Fakten, soweit ich es beurteilen kann, stimmen und der Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint.

„Natürlich sind die handelnden Personen rein fiktiv. Viele der Zitate sind allerdings der Wirklichkeit entnommen. Man kann sie auf Facebook, in Presseaussendungen und Medienberichte finden“, schreibt Eva Rossmann auf der letzten Seite vor der Danksagung.

Und ich freue mich von ihr im nächsten Jahr vielleicht ein spannenderes Buch über ein vielleicht nicht so brissantes Thema zu finden und bin jetzt gespannt, was die passionierten Mira Valensky Leser dazu sagen?

Und wie schon geschrieben, ich denke mir, daß man auch aus diesem Thema ein spannendes Buch schreiben hätte können und finde es sehr schade, daß sich Eva Rossmann das offensichtlich nicht zutraute.

Das auf das Kreuz nageln, was ich  auch ein wenig kitschig finde, hätte sie dabei ja weglassen können. Eine Demonstration auf einer Buchmesse mit einem verschwundnenen Linken, Flüchtling oder Messedirektor hätte vielleicht schon genügt.

2017-10-27

Nanowrimovorbereitungsgedanken

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 08:49
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Die letzten Monate waren bei mir durch das doppelte Buchpreisbloggen, dem „Ohrenschmaus“, wo es ja am Montag die Jurysitzung gibt, den Vorbereitungen zu meinen Geburtstagsfest und meiner Praxis, wo ich derzeit viele Erstgespräche habe, sehr hektisch, so daß meine Befürchtung, daß ich am ersten November vielleicht mit der „Unsichtbaren Frau“ schon fertig bin und dann korrigieren muß, statt mitzuschreiben, nicht eingetroffen ist.

Denn da stecke ich ja fest,  bin nicht so recht zufrieden und korrigiere im übrigen noch immer an der Endfassung von „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, bis das an die Druckerei gehen kann, so daß es zum Weiterschreiben in der letzten Zeit nicht recht gekommen ist.

Zwar habe ich da schon dreiundzwanzig Seiten, über zehntausend Worte und neun Szenen, bin aber nicht damit zufrieden, denn ich glaube, ich bin zu rasch eingestiegen und war dann auch sehr bald durch die politischen Ereignisse, die ja auch damit zu tun haben und die darin eine Rolle spielen sollen, so sehr abgelenkt, als daß ich die nötige Konzentriation nicht aufbrachte, um mich auf die Handlung zu konzentrieren.

Die Idee mit der unsichtbaren Frau, die prekäre Literaturwissenschaftlerin oder auch die Figur der Lily Schmidt hatte ich ja schon im Frühjahr, als ich an dieser Pizzeria-Geschichte geschrieben habe. Da sollte der Blog der Lily ja neben der Mathilde Schmidt  eine Rolle spielen, was sich dann aber eher als Seitenstrang erwiesen hat, so daß ich, als ich mit „Besser spät als nie“ fertig war, dachte „Na gut, dann schreibe ich das extra!“ und habe dann auch damit begonnen, nämlich in der Schreibgruppe im September und da bin ich noch dazu mit einem vorgesetzten Thema, glaube ich, zu schnell eingestiegen und habe mich wieder an den Rand gefahren, von wo ich dann trotz der vielfältigen Schreibversuche bei den offenen Tagen des Writersstudio nicht recht weitergekommen bin.

Denn da habe ich mit der Slavenka und der Lily begonnen, die Slavenka ist nach New York gekommen, um dort ihre Dissertation über Blogs fertig machen und soll gleich an der unsichtbaren Frau weiterschreiben, während die Llily Daniel Kehlmann unterviewte.

Dann kam das Volksstimmefest und dann die Idee, die Amanda Siebenstern, die prekäre Deutschlehrerin und ihre Tarnkappe extra einzuführen. Auch ein schöner Handlungsstrang und dann gibt es de,n des Alfons Tratschke und den des Jonathan Larsen, der ursprünglich ein amerikanischer Literaturprofessor war, der Lilils Blog entdeckt, weil ich ja eine Zeitlang sehr viele amerikanische Aufrufe hatte, aber die scheinen eher Roboter, als ein an mir interessierte Fan zu sein und da die Lily ja in New York Kuratorin ist, habe ich dann an Stockholm und an den Nobelpreis gedacht.

So weit, so what, aber wirklich kreativ bin ich damit auch nicht geworden, weil ich beim Schreiben, wenn ich einmal dazu gekommen bin, gedacht habe, das ist ohnehin nicht gut und dann hatte ich auch mit diesen Tarnkappengeschichten meine Probleme. Denn ich wollte ja, wie ich es  auch schon bei der „Sophie Hungers“ gemacht habe, die zum amerikanischenPräsidenten, der jetzt Trump und nicht mehr Bush heißt, schicken. Dann ist mir aber  Sebastian Kurz mit seinem Vermummungsverbot eingefallen und die Ruth hat während der Schreibgruppe auch gefragt, willst du wirklich so politisch sein? Kann darf man das und ich dachte ständig, das ist nicht gut.

War es auch nicht und die letzten Wochen war ich vom Weiterschreiben ohnehin sehr weit entfertn und habe auch öfter gedacht „Macht ja nichts, habe ich doch ohnehin schon über vierzig Bücher für die sich niemand interessiert und sich kein einziger bei meinen Gewinnspielen meldet, der eines lesen will, warte ich also ab, bis sich der Erfolg von draußen, also der ameriksanische Literaturprofessor oder das schwedische Akademiemitglied bei mir meldet!“ und dachte dann aber auch sofort, das ist nicht gut, denn die kommen ja nicht und dann ginge es nicht weiter!

So weit so gut und auch sicher richtig, aber die letzten zwei Wochen bin ich ohnehin nicht zum Weiterschreiben und nicht einmal zum Korrigeren von dem „Frühstück“ gekommen und am Samstag bei der GAV-GV habe ich wieder einmal gehört, daß ich keinen einzigen deutschebn Satz richtig schreiben kann.

Etwas was auch nicht neu  und wahrscheinlich auch nicht wirklich stimmt, denn ein paar Sätze werden schon richtig sein, aber nicht sehr aufbauend, sondern entmutigend ist und mich auch trifft, wenn auch nicht mehr wirklich sehr, denn ich mache ja weiter und habe auch schon meine „Nanowrimopläne“ und da sogar was ich sonst immer erst am ersten November machte, mich angemeldet und mein Projektprofil erstellt.

Der „Nanowrimo“, für die, die es noch nicht wissen, ist ja das kreative Schreibprojekt aus Amerika, wo sich alle sogenannten Hobbyautoren und wahrscheinlich auch ein paar andere, im Monat November hinsetzen, um einen Roman mit fünfzigtausend Worten zu schreiben. Sinn der Sache ist es die Schreibblockaden aufzulösen und inzwischen schreiben da, glaube ich, schon hunderttausende mit.

Als ich das 2009 das erste Mal tat, habe ich immer Jackeline Vellguth von „Schriftstellerwerden.de“ meine Schreibprojekte geschickt und sogar, glaube ich, etwas dabei gewonnen. Dann hat einmal Anni Bürkl Schreibtips gegeben und ein paar ihrer Kursteilnehmer, habe ich sogar als meine Buddies.

Inzwischen ist Annika Bühnemann sehr aktiv und verschickt, wenn man sich bei ihr anmeldet, jeden Tag einen Schreibtip, wie man sich auf den „Nano“ vorbereiten kann und wenn das, was sie da rät, für mich auch nicht wirklich sehr neu ist, hat es mich, glaube ich, doch sehr motiviert. Denn ich habe schon gedacht, was soll ich da ab ersten November, wenn ich zumindestens Tagetweise beim Schreibmarathon des Writerstudio teilnehme, mit meinen festgefahrenen zehntausend Worten tun und wie soll ich da motiviert weiterschreiben, wenn ich überzeugt bin, daß das nichts taugt?

Das Writersstudio, das sollte ich vielleich auch noch einmal erwähnen, wird heuer fünfzehn Jahre alt und macht da nach der Halloweenparty, vom ersten Bis fünzehnten November einen Schreibmaratohon, wo man einfach kommen und an seinem Projekt arbeiten kann.

Das geht gut für die erste Woche, da habe ich mir das Wochenende dafür schon extra freigenommen, die Woche darauf ist dann die „Buch Wien“, für die ich mir auch schon  freigenommen habe. Teresa Preis hat mir zwar noch nicht gemailt, ob sie mir wieder eine Pressekarte hinterlegen wird. Wenn aber schon, werde ich da sicher herumlaufen. Aber das war ja in den letzten Jahren, wo ich auch öfter am „Nanowrimo“ geschrieben habe, auch schon so.

Denn das wäre jetzt mein sechster. 2009 habe ich das erste Mal mit der „Heimsuchung“ sehr motiviert und voll Enthusiasmus, jetzt entdeckt zu werden, teilgenommen dann 2012-20015 jeweils wieder.

Voriges Jahr nicht und ein paar mal habe ich auch geschummelt, weil ich schon ein paar tausend Worte hatte und dann meistens am zehnten Tag fertig war, denn ich bin ja eine schnelle Schreiberin.

Diesmal habe ich gedacht, als ich im August mit „Besser spät als nie“ fertig war, ob sich das wohl ausgeeht, dann zu schreiben angefangen. Habe jetzt an die  zehntausend Worte, aber vor ein paar Tagen gedacht, ich schummle diesmal nicht, sondern fange am Mittwoch ganz neu, das heißt,  mit den zwanzig Seiten die schon habe, die ich auch einbauen werde, an. Aber mit einer Amanda Szene. Die kommt vom Kurs an dem Farida Shima und Muna Ghadi wegen dem Vermummungsverbot nicht waren, nach Haus, ärgert sich über Minister Basti, träumt dann vom Schäfchen, das ihr die Tanrkammpe gibt, etcetera und in der nächsten Szene kommt die Slavenka in New York an und beschließt mit der Lily gemeinsam an ihren Blog zu arbeiten, wieder etcetera und alle Fallen verschwunden?

Man wird sehen. Da wir  jetzt ein langes Wochenende haben, könnte es sein, daß ich am Mittwoche vielleich doch nicht ganz bei Null einsteige, sondern schon ein paar Seiten von der Amanda neu haben werde. Aber die Fallen habe ich dann hoffenlich trotzdem entfernt und es wird ein fröhliches motiviertes Schreiben und wie das dann mit der Unterstützung durch das Writersstudio wird, finde ich auch ganz spannend und bin gespannt. Denn bisher habe ich immer ganz allein geschrie ben und nur im Blog über meine Fortschritte berichtet, wo  nicht viel Feedback kommt.

Also sehr spannend und nein, ich gebe nicht auf und wenn ich nicht schreiben kann, dann soll das so sein. Dafür habe ich allerdings schon sehr viel geschrieben und tue es auch weiter und das „Frühstück“ soll bald fertig werden.

Das wäre dann mein zweites Buch für 2017, voriges Jahr waren es fünf. Man sieht, heuer ist es bescheiden, aber „Besser spät als nie“, dieses Malen nach zahlen gibt es auch noch. Das hat jetzt der Alfred zum Korrigieren und Setzen und das Cover dafür müssen wir auch noch machen.

Reibungsverluste

„Reibungsverluste“ der 1981 in Sarajevo geborenen Mascha Dabic, die 1992 nach Österreich kam, hier Translations- und Politikwissenschaften studierte und als Übersetzerin im Asyl- und Konferenzbereich tätig ist und unter anderen auch Barbi Markovic übersetzte, ist das zweite und wahrscheinlich letzte Buch der österreichischen Debutshortliste, das ich gelesen habe und es ist, obwohl das wahrscheinlich draufsteht, kein Roman, sondern, ich weiß nicht, ob man es als Memoir oder Personal Essay bezeichnen könnte. Vieles davon ist wahrscheinlich autobiografisch und aus dem Leben und Erfahrungsschatz der jungen Autorin gegriffen.

Ein Sachbuch ist es wahrscheinlich auch nicht, denn es hat  eine Handlung. Ein Tag im Leben einer jungen prekären Geisteswissenschaftlerin, die zwei Jahre lang in Russland lebte und daher jetzt in Asylheimen bei Therapien Tschetschenen dolmetscht, wird da erzählt.

Ein narrativer Sachbericht ist wahrscheinlich der bessere Ausdruck, der uns viel vom Leben der prekären Geisteswissenschaftler und der Asylsuchenden, ihren Alltag, ihren Sorgenschildert und das ist in Zeiten, wie diesen ein sehr wichtiges Thema, das uns alle angeht, obwohl der Zug nach rechts mit blauer Wolke ja wahrscheinlich schon längst fährt.

Friederike Gössweiner hat im Vorjahr mit ihrer „Traurigen Freiheit“, nur vom Leben eine prekären jungen Akademikerin erzählt und damit den Debutpreis gewonnen.

Ich dachte damals, das wäre deshalb, weil die „Arbeiterkammer“ den Preisträger aussucht und das ist ja ein soziales Thema, während Katharina Winklers „Blauschmuck“, das sicher viel literarischerischer war, leer ausgegangen ist.

Jetzt könnte ich sagen „Liebwies“ ist literarischer,  skurriler und wahrscheinlich ausgedacht, während „Reibungsverluste“ vom Alltag in dem wir leben erzählt, der,auch für mich, die über Sechzigjährige erfolglos schreibenden Psychologin und Psychotherapeutin, die in ihrer Praxis keine Dolmetsch gestützte Therapien, aber eine Zeitling eine solche Diagnostik mit oft auch tschetschenischen Asylwerbern machte, sehr interessant ist.

So weiß ich auch nicht genau, welchen Buch ich den Preis wünschen soll, das von  Nava Ebrahimi, das wahrscheinlich genauso sozialkritisch einzuschätzen ist, habe ich nicht gelesen.

Muß mich aber ohnehin nicht entscheiden und denke, es ist auf jeden Fall sehr interessant „Reibungsverluste“ zu lesen, obwohl ich das Buch nicht als Roman verstehen würde.

Interessant für mich natürlich in den Alltag einer Dolmetsch gestützten Therapie hineinzugleiten. Da erschien mir manches hözern und dahin erzählt. Aber Mascha Dabic ist wahrscheinlich keine Theraupeutin, wie das auch ihre Protagonistin Nora nicht ist und die hat ihre liebe Not, wie sie beispielsweise, die Therapeutenfloskel „Was haben Sie aus dieser Stunde mitgenommen?“, übersetzten soll, ohne daß der Klient empört „Ich habe nichts geklaut!“, antwortet.

Darum geht es in dem Buch, um die Reibungsverluste, die entstehen, wenn der Klient „Doppelgänger“ sagt, die Doolmetscherin „Zwilling“ übersetzt und Klient und Therapeut dann eine Weile aneinander vorbeirreden, bis der Dolmetscher eingreift und neu übersetzt.

Das ist das Interessante an dem Buch, für mich und wahrscheinlich auch für die, die letzte Woche schwarz oder blau wählten, weil man darin Einblick in das Leben von tschetschenischen Flüchtingen bekommt, den man sonst wahrscheinlich nicht erfährt, wenn man sie nur auf der Straße sieht oder in den Medien über die sogenannte Flüchtlingskrise hört.

Mascha Dabic übersetzt wahrscheinlich auch dem Russischen oder Serbischen, deshalb kommen in dem Buch die syrischen Flüchtlinge, die momentaner aktueller sind, nur am Rande vor.

Ich habe es aber und das gehört wahrscheinlich auch zu den „Reibungsverlusten“, das Buch, weil ein PDF und ich meinen Laptop nicht in meine ohnehin viel zu kleine neue schwarze Handtasche stecken kann, parallel mit Eva Rossmanns „Patrioten“ gelesen und da geht es unter anderen, um eine syrische Flüchtilingsfrau und ich hoffe, ich komme dadurch nicht zu sehr durcheinander und die dabei entstandenen Reibungsverluste halten sich in Grenzen.

Mascha Dabic, die ich mit ihrem Buch auch schon bei den „O-Tönen“ hörte, wurde auch von Daniela Strigl für den „Franz Tumler-Preis“, den inzwischen Julia Weber gewonnen hat, vorgeschlagen und steht auch auf der „Blogger Debut-Longlist“.

Sie war schon drauf, als ich von den O-Tönen kommend, auf der Seite nachschaute. Ich mußte sie also nicht vorschlagen, beginnt aber den Tag, durch den sie ihre Protagonistin Nora Kant führt, literarisch und läßt sie beim Aufstehen fluchen. Der Wecker läutet, sie muß los, denn am Montag dolmetscht sie im Flüchtlingsheim, am Mittwoch bei der Caritas, dazwischen gibt sie syrischen Flüchtlingen Deutschunterricht. Das kommt also doch vor und auch die „Flüchtlingsindustrie“ von denen ganze Heerschafen sonst arbeitsloser Geisteswissenschaftler leben und sie sieht schlecht,  hat „sieben Dioptriein und einen Astigmatismus am linken Auge“ und setzte als Kind immer die Brillen ihrer weit- beziehungsweise kurzsichtigen Eltern auf, die sie dann prompft vor dem schecht Sehen warnten.

In der kleinen Wohnung die, die prekäre Geisteswissenschaftlerin bewohnt, liegen überall Bücherstapeln, über die eine verschwommen Sehende schon mal stolpern kann und Nora hat sich und das finde ich, die „Büchernärrin“, wie die Ruth es einmal nannte, sehr originell sich ein dreimonatiges Leseverbot erteilt.

Bei „Amazon“ gibt es eine Einsternrezension, der das Buch “ eine langweilige Geschichte aus dem langweiligen Leben seines  sehr langweilig Menschen nennt“ nennt, da hat der Rezensent glaube ich  den Hintergrund „der zahlreichen Fluchtgeschichten“ nicht verstanden oder verstehen wollen, der sich aber genau auf das bezieht und das das spannenste Moment der Geschichte hält, daß sie am Abend wenn sie müde nach Hause kommt, nach einem Buch und da zwar zu japanischer Literatur, greift, was ich auch sehr spannend finde.

Die Protagonistin steigt also am Morgen unter die Dusche, macht sich eine Tasse Espresso, denkt dabei an ihren Russlandaufenthalt, wo sie am Geothe-Institut beschäftigt war, von Olgabei der sie zuerst wohnte, Unterricht im Nägelmaniküren bekam, dann mit einem Vladimir zusammenlebte und nach der Trennung von ihm, jetzt in einer kleinen Wohnung lebt und von einem Termin zum nächsten hetzt.

Sie kommt in das Flüchtlingsheim auch zu spät, sagt „Entschuldigung!“, zur Sekretärin Erika, die „Kein Problem!“, antwortet, denn der Klient hat abgesagt. So hat Nora eine Stehstunde, für die sie elf Euro bekommt und übersetzt in dieser Zeit für die Therapeutin Roswitha „Folterprotokolle“, denn nur wenn die selbstverständlich anonymisiert abgegeben werden, bekommt das Heim Subventionen und kann die Therapeuten, die „Sozialkas“ und die Dolmestscher zahlen.

Ich finde das nicht langweilig, sondern im Gegenteil sehr interessant, aber natürlich surrealistisch, experimentell oder sonst literaisch unverständlich ist es nicht, wenn die Klienten erscheinen.

Aber da kommt es eben zu „Reibungsverlusten“ und das fand ich auch besonders interessant, wie es bei diesen Dolmetsch gestützten Therapien zugeht und das ist ein bißchen anders als in meinen Kassentherapien.

Die Therapeutin Roswitha scheint aber auch eher analytisch zu arbeiten und die Dolmetscherin Nora hat sich erst an den Therapeutenjargon gewöhnen müssen und wenn ein Mann der Klient ist, stecken sich beide Eheringe an, um nicht noch unnötigere Reibungsverluste zu haben und wertvolle Zeit zu verlieren.

Es kommen aber ohenhin, wie meist üblich mehr Frauen mit Kopftücher. Malinka, die tschetschenische Zweitfrau mit dem einjährigen Baby auf dem Schioß, das natürlich quengelt und die Stunde verkürzt. Diese Stelle hat Mascha Dabic bei den O-Tönen gelesen und da wird vorher von Dolmetscherin und Sekretärin darüber philosophiert, ob die muslimischen Zweitehen-Gewohnheiten grausamer, als die die Seitensprünge und die Betrügereien einer angeblich monogamen Gesellschaft sind?

Vorher ist Frau Magomadowa zu Roswitha gekommen und da gibt es auch Reibungsverluste, denn sie sollte eigentlich davon erzählen, wie es war, als ihr Mann  geschlagen und gefoltert wurde und der kleine Mustafa unter dem Bett lag, nicht ganz klar war, was er beobachtet hat, aber ihn seine Mutter, die mit dem Kind jetzt alleine in dem Asylheim ist, schon erzählen hörte, daß der Vater auf Dienstreise wäre.

„Man soll nicht lügen!“, eh klar, also auch Reibungsverluste. Frau Magomadowa ist aber ohnehin zu spät gekomen, beziehungsweise hat sie die letzte Stunde abgesagt, weil sie sich mit der afrikanischen Nachbarin, die laut ist und schlecht putzt, zerstritten hat. Sie hat von dem Lärm Kopfweh gekommen, die Folge des PTSD und hat sich bei den Sozialarbeitern und der Heimleiterin über die Frau beschwert. Jetzt hat sie Angst, daß man sie für rassistisch halten könnte. Und als sie von der Stunde in ihr Zmmer geht, um für Mustafa zu kochen, überlegt sie, daß sie der Therapeutin eigentlich von den Geschehnissen damals erzählen hötte sollen,  aber nicht konnte, weil sie die Theapeutin schonen wollte.

Reibungsverluste oder Aspekte, die auch für mich neu und meinen therapeutischen Alltag interessant sein könnten.

Dazwischen wird eingekauft oder Kaffee aus dem Stockwerk geholt, wo die Familien wohnen. Da schüttet Nora den Kaffee aus, sagt „Scheiße!“ und der kleine Jusuf, der mit seinem Vater, einem Witwer und der altklugen Halbschwester  dort lebt, sagt ebenso altklug „Scheiße darf man nicht sagen!“

So geht der“ langweilige Tag einer langweiligen Dolmetscherin“ und Flüchtlingsleben dahin. Am Ende sind trotzdem alle erschöpft. Nora fällt vom Fahrrad, verletzt sich die Wange, fährt mit einem aserbaidschanischen Taxilenker nach Hause, mit dem sie sich tut unterhält und der ihr auch seine Visitenkarte gibt und am Ende stolpert sie wieder über ein Buch und bricht ihren Vorsatz.

Sie liest das Buch im Bett, mit der obligatorischen Zigaretten, denkt kurz an Ingeborg Bachmann,  dann zuerst „Das Bettt ist ein sicherer Ort“.

Aber „Es gibt keinen sicheren Ort. Nirgends“

So schließt das Buch und ich bin gespannt, weil ich wirklich nicht weiß, ob ich Mascha Dabic oder Irene Diwiak den Preis wünschen soll und denke wieder „So eine Scheiße, daß man sich da entscheiden muß und angeblich nur einer gewinnen kann!“, weil man, wie ich ja schon oft schrieb, Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann.

2017-10-26

Gedanken zu schwarz-blau

Pünktlich zum Nationalfeiertag kommen von mir ein paar politische Überlegungen, denn Österreich hat ja am fünfzehnten Oktober gewählt und wird wahrscheinlich wieder eine schwarz-blaue Regierung bekommen.

Die zweite, denn soetwas gab es schon vor siebzehn Jahren. Im Jahr zweitausend und damals herrschte großer Aufruhr und es gab ständig Demonstrationen und Widerstand dagegen, an denen ich auch teilgenommen.

Zuerst täglich während und kurz nach der Regierungsbildung und eine ganz große am Heldenplatz, wo ich nachher eine Politikerin im Radio sagen hörte, die Österreicher würden keine Demonstationen lieben, aber da waren ein paar hunderttausendleute auf der Straße und auch sehr viele ausländische Fernsehsender, was mich damals sehr verwirrte, daß man die Wirklichkeit so verzerren kann.

Es gab dann sehr lange, die sogenannten Donnerstagsdemonstrationen und am Ballhausplatz ebenfalls sehr lange jeden Donnerstag organisiert von El Awadalla und Traude Korosa, die sogenannten Widerstandslesungen.

Da gibt es auch ein Buch dazu. Ich habe ein paar Mal dort gelesen.  Das erste Mal kann ich mich erinnern, nach Lydia Mischkulnig die ja kürzlich den Veza Canetti -Preis bekommen hat. Und die Jelinek war, glaube ich, auch dabei. Ihr Roman „Gier“ nimmt, glaube ich, Bezug darauf und dann gibt es auch ein entsprechendes Theaterstück „Das Lebewohl“.

Das war damals eine politisch sehr bewegende Zeit. Es gab sehr viele Kulturinitiativen, Ernst Jandls, der ja auch 2000 gestorben ist, Theaterstück „Die Humanisten“ wurden als Protest in einem Theater in der Gumpensorferstraße bei freien Eintritt aufgeführt und ich habe das Stück dort kennengelernt.

Im Volkstheater gab es ein halbes Jahr lang jeden Tag nach der Vorstellung eine sogenannte Widerstandsleseung. Als ich mich dann auch dazu anmelden wollte, war es plötzlich aus, wie sich der Widerstand allmählich leider auch langsam aus- und tot gelaufen hat.

2007 hat es die Regierungsangelbung mit dem sozialistischen Kanzler Alfred Gusenbauer gegeben. Da bin ich, kann ich mich erinnern, ins Museumsquartier gegangen, um an einer Veranstaltung zu „Hunger nach Kunst und Kultur“ teilzunehmen und habe mich über die vielen Absperrungen und das große Polizeiaufgebot gefwunden, während die Demonstranten 2000, glaube ich, problemlos das Dac hder Volkspartei hinaufklettern und das das Burgtheater besetzen konnten.

Alles ändert sich und nine elefen hat es inzwischen auch gegeben. 2008, als ich schon bloggte, hatte Jörg Haider einen Autounfall. Vorher gab es noch eine Abspaltung der FPÖ in das sogenannte BZÖ und rings um Österreich haben sich inzwischen viele andere Rechtsregierungen gebildet.

Voriges Jahr gab es in Österreich eine Bundespräsidentenwahl, die sehr seltsam abgelaufen ist, weil ich, als ich noch an den Sieg  eines der Kanditaten der beiden Großparteien, wie es immer so wahr, glaubte, hörte, daß van der Bellen vorne liegt. Den wollte ich dann das erste Mal wählen, bis El Awadalla auch kanditieren wollte, aber leider nicht die nötigen Unterstützungserklärugen bekommen hat, um antreten zu können.

Es kam zu einer Stichwahl wischen Alesander von der Bellen und Norbert Hofer von der FPÖ, der diese sehr sehr knapp und mit großen Aufregungen gewann, so daß die Wahl während wir noch in Kroatien waren, angefochten wurde und wiederholt werden mußte. Es gab dann noch eine Panne mit den Wahlkuverts und eine Wahlverschiebung in den Dezember.

Dazwischen ist dann Donald  Trump amerikanischer Präsident geworden und ich habe ein halbes Jahr lang in großer Angst gelebt, daß es vielleicht sein könnte, daß Norbert Hofer gewinnt, obwohl er die Wahl ja im Mai verloren hat.

War zum Glück nicht so, aber der Rechtsruck ging weiter und auch die Hasspostings im Internet, die mich ebenfalls sehr erstaunten und verwirrten. Ich habe da ja auch mit meinem Kritiker Uli den Dritten Schimpfer bekommen, der sich dann als Pegida-Fan entpupte und inzwischen auf seiner Seite die „Linksverzerrten“ beschimpft.

Das „Multikulti“gescheitert ist und die sogenannten „Gutmenschen“ ein Schimpfwort sind, habe ich auch in dieser Zeit erfahren müssen und das politische Klima bezüglich der Flüchtlingsfrage hat sich seit 2015 auch sehr geändert.

Denn da gab es ja im Sommer als die vielen Flüchtlinge kamen eine große Wellle der Solidarität, die Politiker reagierten eher hilflos und redeten herum, aber plötzlich hörte man überall von Flüchtlingsobergrenzen, Sperrung der Flüchtlingsrouten, etcetera.

Als wir im Mai dieses Jahres, die wichtigsten Sachen passieren offenbar immer während unserer Urlaube, mit der Ruth um den Bodensee fuhren, rief sich Sebastian Kurz, gegen dessen Bildungspolitik ich schon einmal angeschrieben habe, was auch in der „Pensionsschockdepression“ thematisiert ist, zum Parteichef aus. Der der ÖVP trat zurück und Neuwahlen wurden ausgerufen, die am fünzehnten Oktober stattgefunden haben.

Da gab es dann sehr viel Geschrei um die Wahlkampfstrategie der SPÖ, die aufgedeckt und entlarvt wurde und Videos der FPÖ, wo plötzlich in einem Wohnzimmer viele meist inländisch ausehende Menschen sitzen und eine eher dunkelhaarige junge Frau ihr „Hasi“ auffordert doch endlich was zu tun, bevor das Licht ausgeht und Parteichef Strache auftritt und den Österreichern erklärt, daß endlich etwas geändert gehört, was er nach der Wahl auch tun würde.

Später gab es dann noch Videos, die sich gegen Sebastian Kurz richteen, weil der die FPÖ Parolen übernommen hat und daherr kein Vordenker sonder nur ein Nachdenker sei, oder so.

Trotzdem hatte dann die ÖVP 31, 5 %, SPÖ  26, 9%, FPÖ 26% und die Grünen sind leider hinausgefallen. Was ich, obwohl ich sie nicht gewählt habe, ich wähle schon sehr lang wieder die KPÖ, habe sie vorher gewählt und nur einmal, bei meiner ersten Wahl, um meinem sozialisten Urgestein-ater eines auszuwischen, die ÖVP, dann eine zeitlang die Grünen, bevor ich wieder zur KPÖ zurückkehrte und habe diesmal natürlich darüber nachgedacht, ob das  noch sinnvoll wäre, weil ja kein Unterschied bei den drei Großparteien und es eigentlich absehbar war, was herauskommen würde?

Aber die Grünen haben sich zuerst mit der grünen Jugend zerstritten, dann hat sich Peter Plz abgespaltet und eine eigene Liste gegründet und jetzt wird es keine alternative Opposion im Parlament geben, weil die KPÖ ja nur in Graz gewinnt und insgesamt 0, 8% erreichte, was auch klar war.

Es ist mir aber keine andere Alternative eingefallen und als ich einmal, um Jörg Haider zu verhindern und Caspar Einem Innenminister war, die SPÖ und seine Vorzugsstimme wählte und er das nachher nicht mehr war, habe ich mir vorgenommen, das nie mehr zu tun und mich auch daran gehalten.

Aber jetzt wieder eine blauschwarze Aussicht und rundherum lauter rechte Regierungen und Martin Sellner, der Chef, der Identitären jubelte in seinen Videos schon kurz vor der Wahl, daß es jetzt die Chance zur Orbanisierung Österreichs geben würde.

Das finde ich nicht sehr lustig und die meisten, um mich herum auch nicht, aber dennoch trotzdem kein Widerstand, wie damals um 2000, der wie man sieht zwar auch nichts nützte, aber sehr stark war, während jetzt alles seinen gewohnten Gang weitergeht, die Grenzen geschlossen sind oder werden, die Sozialhilfe und Grundsicherung weiter gekürzt wird und wahrscheinlich noch vieles andere nicht so Erfreuliches kommen wird.

Aber  eine Veränderung kann man doch bemerken, es gibt sowohl auf den Buchpreislisten, als auch in Frankfurt beim Gastland Frankreich Pavillon, viele politische Bücher.

Robert Menasse hat eines geschrieben und ist damit deutscher Buchpreisträger geworden. Vielleicht wird er auch Österreicherischer, nachdem Doron Rabinovici mit seinen „Außerirdischen“, die ich sehr empfehlen kann, nicht auf die Shortlist kam und Eva Rossmann hat, wenn auch sehr verhalten über die „Patrioten“ geschrieben, die ja inzwischen  noch ein wenig radikaler geworden sind, wenn ich da an den Wirbeil während der Buchmesse denke, die von Martin Sellner auch als Triumpf gefeiert wurde, daß da „Wir alle hassen Antifa“ geschrieen wurde.

Nun ja,  sehr traurig, die politische Entwicklung und außer schreiben fällt mir dazu auch nicht viel dagegen ein und das habe ich auch vor.

Habe ich ja schon 2000 sehr viel über die politische Situation geschrieben. So ist  in der „Viertagebuchfrau“ ein Roman über die ersten hundert Tage von schwarz blau entstanden und weil ich damals auch den „Luitpold Stern Preis“ der Gewerkschaft, den es auch nicht mehr gibt und da war der „Bawag-Skandal“ schuld daran, gewonnen habe und daraufhin in eine Schreibwerkschaft der Gewerkschaft eingeladen wurde, sind auch sehr viele politische Texte entstanden, die im „Best of- Eva Jancak Lesebuch“ zum Teil nachzulesen sind.

Es gab auch eine Widerstandsanthologie vom „Milena-Frauenverlag“, der auch keiner mehr ist, die sogar einen Preis gewonnen hat, in der, glaube ich, mein „Widerstand beim „Zwiebelschneiden“ enthalten ist, ein Text den ich ursprüglich für den „Augustin“ geschrieben habe und der sehr viel Aufmerksamkeit gefunden hat, obwohl er mir gar nicht so gut gefällt.

Im Vorjahr habe ich die „Viertagebuchfrau“ man kann sagen, schon vorausschauend in „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ weiterverarbeitet, ein Text an dem ich immer noch korrigiere, bis er an die Druckerei gehen kann, obwohl es die Vorschau dafür noch gibt und die „Unsichtbare Frau“ mit der ich jetzt doch das sechste Mal beim Nanowrimo mitmachen werde, soll auch sehr politisch werden.

Da will ich ja meine Amanda Siebenstern mit einer Tarnkappe auf dem Kopf sowohl zu Minister Basti, als auch zu Wladimir Putin schicken, stecke aber derzeit noch immer etwas fest, denn die politischen Ereignisse waren in der letzten Zeit ja so dicht, daß ich lieber Wahlkampfrunden gehört habe, als mich in meine Szenen zu versenken, aber das ist  jetzt vorbei und soll spätestens beim Schreibmarathon des Writerstudios, der ja am ersten November beginnt, anders werden, während die politischen Veränderungen wahrscheinlich weiter unerfreulich sein werden.

Liebwies

Jetzt komme ich zu den Debuts der österreichischen Buchpreisliste und habe da als erstes Irene Diviwak „Liebwies“ gelesen, der erste Roman, der 1991 in Graz geborenen, von der ich ja schon einen kleinen Ezählband gelesen habe, der in den Blogs sehr gelobt wurde. Dann habe ich daraus beii den O Tönen gehört, bin neugierig geworden und war jetzt auch bei der Debutlesung, wo in der Bibliothek der Arbeiterkammer, die drei nominierten Bücher präsentiert wurden.

Da hat, ich war gerade mittendrin im Lesen, Ute Weiner, die Moderatorin, die Autorin gefragt, ob das Buch eine Parodie wäre?

Irene Diwiak hat das entschlossen verneint und gemeint, es gehe um den Kulturbetrieb und, um die Frage, warum der eine Erfolg darin hat und der andere nicht und die Handlung hat sie deshalb in die Zwischenkriegszeit verlegt, weil sie sich dafür sehr interessiert.

Ich habe das Buch jetzt ausgelesen und denke es ist eine Parodie und war eine, die es ganz besonders in sich hat und Irene Diwiak gehört höchstwahrscheinlich zu den hochbegabten Jungautorinnen, die gar keine Schreibschulen nötig haben, weil sie gleich ihren eigenen unverwechselbaren Stil einbringen und das scheint Irene Diwiak, die den Roman unter dem titel „Der Klang der Frauen“ herausbringen wollte, der Verlag war dagegen wunderbar zu verstehen.

Zwar würde sie wenn die das Manuskript bei Wolfgang Tischer vom Literaturcafe für den Blogbuster eingereicht hätte, keine Chancen haben, weil ihr Buch hat nicht nur einen Prolog, sondern auch einen Epilog und sonst vier Teile hat und das will der ja nicht, hat der auf Frankfurter Buchmesse gesagt und würde solche Manuskripte gleich in den Mist werfen.

„Deuticke“ sieht das zum Glück anders und Irene Diwiaks Debut ist wahrscheinlich auch deshalb so ungewöhnlich, weil es noch unverfälscht ist und der Kitsch haarscharf neben der starken Skurilität liegt, mit der sie ihre Charaktäre zeichnet.

Es ist nicht alles logisch in dem Buch und wäre ich  schon bei der Lesung  damit fertig gewesen, hätte ich die Autorin einiges fragen können, so zum Beispiel warum Ida August Gussendorff geheiratet hat, wenn sie doch voll lesbisch und offenbar auch sehr selbstbewußt ist.

Aber sonst glänzt das Werk durch seine Skurrilität und die Zwischenkriegszeit ist, glaube ich, die ich ja auch sehr viel über diese Zeit gelesen habe, gut gezeichnet.

Es ist nicht alles, wie es scheint, hat Daniela Strigl, das Buch, glaube ich, bei den O-Tönen vorgestellt. Die gefeierte Sängerin kann nicht singen und die Oper, die sie berühmt machte, wurde eigentlich von der Frau des vorgeblichen Komponisten geschrieben und das steht auch im Prolog,  beziehungsweise Epilog, woran man sehen könnte, daß manchmal ein solcher doch nicht so unwichtig ist und dann geht es hinein in das Jahr 1924, nach dem verlorenen Krieg und ka kommt ein Musiklehrer mit einer halben Nase zurück, die Frau hat ihn betrogen, die Stelle in dem Gymnasium, gibt es nicht mehr und er zieht aufs Land, in ein Dörfchen namens Liebwies und das ist die Stelle, wo der Roman eigentlich beginnt.

Das ist, glaube ich, auch die Spezialität Irene Diwiaks, daß sie in ihre Teile Figuren einführt, wo man erst später begreift, wozu sie eigentlich wichtig sind. Der Erfinder beispielsweise, der Idas Geburt miterlebt, weil er offenbar sowas, wie das SMS erfunden hat und das Idas <Mutter, einer energischen Fabrikantin und voll häßlichen Frau, das sind auch so die Merkmalen von Irene Diwaks Figuren, verkaufen will oder die Madamme Femina, die eigentlich ein Herr Mann ist.

Der Lehrer kommt jedenfalls in das verschlafene Dörfchen und braucht drei Tage Fußmärsche bis dorthin, sieht in der Volksschule, wo er sich anstellen läßt, ein abgrundhäßliches blindes Mädchen mit einer wunderschönen Stimme, in die er sich gleich verliebt.

Das wird auch sehr skurril geschildert. Er schreibt seinen Freund Wagenbach, den  Kulturkritiker an und lädt ihm zu einem Konzert ein, damit er seine Schülerin fördern kann. Dann kommen ihm aber Zweifel und er holt die bildschöne Schwester der häßlichen Karoline, das ist eben jene Gisela, die nicht singen kann, damit Wagenbach gleich den Unterschied merkt.

Das geht aber schief. Denn Wagenbach verliebt sich in Gisela, weil sie ihn an seine verstorbene Frau erinnert und hört gar nicht zu, wie sie singt, sonder nimmt sie gleich mit nach Wien oder in die Stadt, wo die Handlung spielt. Ein Name wird da, glaube ich, nicht genannt. Schleppt sie  zum Vorsingen in ein Konserervatorium und erpresst den jüdischen Impressario sie zu unterrichten. Der tut das und braucht nun eine Oper, wo eine Sängerin die Hauptrolle hat, die nicht singen muß. Die gibt er dem Dichter August Gussendorff in Auftrag, der eine solche komponieren will, obwohl er das auch nicht kann.

Man sieht, es ist sehr kompliziert und und Irene Diwiaks Buch hat wieder Stoff für hundert Bücher, denn der, ein Sechzigjähriger hat die unscheinbare Ida, die Tochter jener Fabrikantin geheiratet, die lesbisch ist und komponieren will. Der verbietet der Ehemann natürlich als Erstes das Komponieren. Sie fügt sich und tut es heimlich weiter. Sie ißt dann auch nichts und das erscheint mir unlogisch in seiner Übertriebenheit, denn eigentlich ist diese Ida ja eine selbstbewußte Frau und hat den Komponisten freiwillig geheiratet.

Aber das bietet natürlich Stoff für weitere Skurriliät. So taucht auch noch die Köchin Rosl auf und am ende bleibt Gussendorf nichts anderes über, als seiner Frau die Noten, die natürlich doch komponierte, zu steh.en und sie für seine Oper auszugeben.

Da kommen wir schon zum nächsten Teil. Die Oper „Die stumme Gräfin“ wird aufgeführt. Alle sind von der Schönheit der Sängerin, die nicht singen kann, fasziniert. Die Oper wird berühmt. Gisela Liebwies, wie sie nun gennant wird, auch und Ida, die schon ein Verhältnis mit einem Diensttmädchen hatte, weshalb sie ja von ihrer energischen Mutter auch verheiratet wurde, verliebt sich in sie, schreibt ihr Briefe, trifft sich in Cafes und geht mit ihr, ihr Mann ist inzwischen verstorben auf eine Reise.

Da wird sie als sehr herzlos geschildet. Sein Tod interessiert sie nicht. Sie verreist mit Ida nach Deutschland und verkehrt dort mit ihr in einem Transvestitenlokal. Sie würde mit Gisela dort ewig bleiben. Aber die zieht es in die Stadt und zu ihrem Ruhm zurück und außerdem verlobt sie sich mit einem deutschnationalen Arzt, den sie von der Gesellschaft der Musikfreunde kennt, in die Wagenbach sie einführte.

Der verbietet seiner Frau natürlich auch das Singen. Läßt sie Zwillinge, zwei blonde Mädchen namens Brunhilde und Krimhilde gebären und wir sind nun schon im Jahr 1943. Die Zwillinge spielen Hitlers Geburtstag und entweden dem Vater eine Einladung in jene Gesellschaft. Die bekommt nun Gisela, die inzwischen dick und fett geworden und nicht mehr so schön, wie früher ist, zu Gesicht, will unbedingt dorthin gehen  und erpresst ihren Siegfried damit.

Da kommt es nun zur nächsten Katastrophe, beziehungweise Farce. Nämlich Wagner wird gefeiert, die „Wallküre“ dröhnt aus den Lautsprechern. Bier wird gesoffen, der schöne Siegfried möchte am liebsten mit den prallen Maiden im Bett verschwinden, muß sich aber an den Tisch mit den Gastgebern setzen und die stellen ihm nun Ida mit einem Fräulein Hartmann vor und das hält Gisela, obwohl sie Ida ja vor zwanzig jahren verlassen hat, um eine Frau Dr. Römer zu werden, nicht aus. Sie denunziert sie vor ihrem Mann und so kommt es dann dazu, daß Ida plötzlich von einem jungen Mädchen mit einem Kinderwagen angesprochen wird. Sie soll das Baby einen Moment hüten. Sie tut es bereitwillig. Im Wagen befindet sich aber kein Kind sondern „Nieder mit den Nazis-Parolen“.

Die SA kommt und die unbedeutende Ida, wie schon im Prolog und dann noch im Epilog steht, wird verhaftet und das ist ihr einziger Grund in die Weltgeschichte einzugehehn, daß sie die Komponistin der „Stummen Gräfin“ ist, wird die Welt dagegen nie erfahren.

Jawohl, eine Parodie, denke ich, eine Farce, aber ein erstaunlich vergnüglicher Debutroman und Irene Diwiak ein großes Talent. Ich wünsche ihr den Preis, habe aber die beiden anderen Bücher, die sich mit der Migrationsfrage zu beschäftigen schein und in der Gegenwart spielen, noch nicht gelesen. Bin also gespannt.

2017-10-25

Alles über Beziehungen

Jetzt kommt Buch acht des öst Bp und das wahrscheinlich letzte. Doris Knecht „Alles über Beziehungen“, wieder ein Kultubuch der Vorarlberger „Falter-Redakteurin“ von der ich schon „Besser“ und „Wald“, das mir sehr gefallen hat, gelesen habe und bei diesem Bobo-Rroman, über den fickenden Viktor kann man vielleicht auch nur „Na ja!“ sagen.

Na ja, so sind sie halt, die fickenden Männer, die Kulturmanager der intellektuellen Mittelschicht, mit drei Schwestern, zwei Ex-Frauen fünf Kindern, beziechnenderweise natürlich alles Mädchen, die Fahrrad fahren, viel trinken, kiffen und dabei immer die liebenswerten Kinder gleiben, denen die Frauen, die unzähligen Geliebten, die sie natürlich haben, alles verzeihen, denn sie können ja nicht anders, die armen Männer. Sie sind triebgesteuert und Viktor läßt es sich sogar von einem Psychiater bestätigten, daß das sexbesessen ist, also eine Zwangskrankheit hat und nichts dafür kann. Bezahlt ihm dafür genüßlich hundertfünfundsiebzig Euro in der Stunde, denn die Bobos verdienen ja gut und denkt gar nicht daran etwas daran zu verändern.

Kein Zweifel, daß Doris Knecht für ihren Viktor ein Vorbild hatte, vielleicht ein Mann aus ihrer Redaktion, wahrscheinlich eine Mischung aus vielen und die Szene mit dem Psychiater, wo man zuerst an das Kreditkartengerät muß, bevor man auf die Coutch darf, ist auch gut gelungen.

Die beste ist wahrscheinlich die, die Doris Knecht im Literaturhaus gelesen hat, als sie dem „Schule für Dichtung-Leiter“ über ihr Buch geplaudert hat. Da geht der fünfzigjährige, der als unscheinbarer Mann beschrieben wird, zur Gesundenuntersuchung und weiß nicht, wie er den Fragebogen über seinen Alkoholgewohnheiten ausfüllen soll?

Er fälscht dann natürlich, denn er schummelt sich durchs Leben, hat dafür auch Bluthochdruck und andere Sorgen. Denn Magda, seine Lebensgefährtin, eine tschechische Putztrupporganisatorin, will gehiratet werden. Seine Schwestern und sein Freunde wollen, daß er eine Geburtagspüarty schmeißt, seine Sekretärin ruft an, der Minister oder sonst ein Kulturgewaltiger will mit ihm Mittagessen und so geht  Viktor sich durch das Buch. Durch den langen ersten Teil der „Vorher“ heißt.

Er vögelt seine Freundinnen, Helen die Anwältin, Josy, die Biologin, glaube ich, alles Mittelschichtfrauen und natürlich verheiratet mit Kindern. Darunter tut es Viktor oder Ficktor nicht, denn sonst gäbe es ja Schwierigkeiten und er macht das alles so lieb und charmant, daß man dem Bubi nicht bös sein darf.

Dann kommt sie aber doch, die Katastrophe. Sie passiert in dem Kapitel „Dann“.

Da sitzt Magda mit den Kindern und ihren Freundinnen, Viktors Exgeliebte, die jetzt Zwillinge von einer Frau hat und seine Schwester ist dabei, im Schrebergarten, stopft den Kindern Eislutscher in den Mund und scheucht sie aus dem Swimmingpool. Dann kommt ein SMS. Ihr Viktor hat sie betrogen und alles ändert sich.

Das was wird dann im „Dann“ erzählt. Magda schickt die Kinder zu ihren Eltern auf den tschechischen Bauernhof und schmeißt ihn hinaus. Helen, dieAnwältin, der er rührende SMS schickt, daß sie seine Mails löschen soll, trennt sich von ihrem Paul. Viktor schwört Reue, rasiert sich den Bart ab, den Magda nie leiden konnte. Will jetzt heiraten, läßt sich sogar ein „Magda 4 ever“ auf die Brust tätowieren und landet dann doch, reumütig natürlich, mit Josy im Bett.

Für die, die jetzt ein Resume von mir wollen.

„Im Wald“ hat mir besser gefallen. Dieser Reigen plätschert lang so dahin und wenn man bei „Amazon“ nachschaut, wird das bemängelt, so daß ich Frau Knecht oder „Rowohlt“ auch nur raten könnte, das Lektorat daraufzulassen, zu straffen, zu überarbeiten.

Die zwei Szenen beider praktischen Ärztin und dem Psychiater sind eindeutig die besten. Das andere sind meistens nur Aufzählungen aus dem Boboleben und Viktors Heldentaten und dann bleibt natürlich die Frage, wer das lesen soll und, wieso das Buch auf die Bestenliste kam?

Die sexbesessenen Männer wahrscheinlich nicht, denn Männer lesen ja nicht so viel, die Frauen, die Bücherkäuferinnen offenbar schon. Aber wollen die wirklich dreihundert Seiten von einem lieben, sich durchvögelnden Arschloch lesen, das nichts dafür kann, daß er er seine Frau betrügt, weil er halt so ist, wie er ist oder die Frauen ihn erzogen haben?

Warum kam es also auf die Longlist? Die buchhändler werden wahrscheinlich sagen, weil es lustig und leicht lesbar ist und sich daher gut verkauft.

Da nicke ich und schüttle, siehe oben, gleich den Kopf.

Eine gute Mischung zwischen den drei sprachlich sehr anspruchsvollen Büchern, Franh Schuhs Essays, den zwei politischen und Paulus Hochgatterers „Traumatiserungsgeschiche“ ist es wahrscheinlich allemal.

Für mich wahrscheinlich nichts, denn ich habe ja einen eher konservativen Sexgeschmack und mag keine betrügende Männer. Der Alfred hat das Buch übrigens ins Leipzig gekauft und der Anna geschenkt.

Da habe ich mir schon nach der Lesung im Literaturhaus gedacht „Uje!“

Ihr hat es aber, wie sie mir sagte, gefallen, was ich sehr interessant finde.

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