Literaturgefluester

2021-08-31

Alles nicht dein Eigen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:07
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Jetzt wird das Hemon-Buch umgedreht und nach den Bericht über die „Eltern“ kommt es zu der „rauschhafteren, rauheren und nicht unkonventionellere Seite der Nedaille“, wie im Beschreibungstext steht.

„Vignetten über den jungen Hemon, seine Wildheit seine Wut. Siefügen Hemons Protagonisten Aleksandar eine bis dato unerwartete Facette hinzu, die des jungen, energiegeladenen (und eben oft wütenden Sohnes, der nicht verstehen kann, was verdammt nochmal so schwer sein soll, irgendwo anzukommen.“

Die Vignetten sind kleine Szenen, wo Aleksandar Hemon von seiner Kindheit erzählt,wo er mit seiner Schwester beispielsweise im Müll des Skihotels herumwühlte und mit ihr das ausgetauschte Geschirr zertrümmert. Viele der Phantasien und Erinnerungen scheinen sehr gewaltsam und sind vielleicht psychoanalytisch zu deuten oder Hemon deutet solches an, wenn er von der Frau mit dem herausgenommenen Zähnen erzählt,die ihn erschreckte oder die Geschichte von der Schlange, die im Lauch verborgen, sich vom Milchgeruch angezogen zum Baby schleppte und dann in seinem Mund verschwand, so daß der kleine Aleksandar immer aufpasste, daß sich eine solche nicht zu seiner Schwester begab.

Eine Geschichte handelt von den Tonaufnahmen, wo der kleine Aleksandar gefragt wurde, wie das Hündchen sagt „Das Hündchen sagt wau!“, antwortete der immer, auch wenn er nach der Kuh etcetera, gefragt wurde.

Er erzählt, wie er ein Polizeiauto zum Spielen in den Park mitnahm, das dann von seinem Freund kaputt gemacht wurde, die Mutter, die danach fragt, schickte ihn in den Park zurück, um danach zu suchen, erwußte aber, daß er es nicht mehr finden würde.

Das Wilde drückt sich darin aus, daß er im Badezimmer der Eltern mit Handchrems und Shampoos chemische Experimente anstellte,aber auch Fliegen tötete. Die Eltern bestanden darauf ihn in ein Winterlager in eine Shihütte zu schicken. Dort wurde er zum Außenseiter, von den anderen gemobbt, die ihn „Fliegenfänger“ nannten und ihm einen Eiszapfen ins Bett steckten, als er sich darauf bei den Betreuern beschwerte, wurde er vvon ihnen „Petze“ genannt. Er vertraute sich einer Silvija an, der er eine Geschiche von einem Selbstmörder erzhlte, wo er gesehen haben wollte, wie sich dessen Gehrin nach dem Fenstersturz auf der Straße verspritzte.

Die ersten Gedichte wurden auch geschrieben und in der Schule war eine Zeitlang in der „Liga der jungen LInguisten“, wurde von Wettbewerb zu Wettbewerb geschickt, wo er den Anschluß zu den anderen womöglich noch einmal versäumte.

Das erste Gedicht hat er übrigens auf Klopapier geschrieben. Er saß dort lange und die Mutter rief „Immer noch darin! Das dauert doch eine Ewigkeit!“

Zum Buchtitel kam es, weil er von einem Nachbarn vermöbelt wurde, weil er gegen eine Kellertür hämmerte „Das ist nicht dein Eigen!“, rief der und verasste ihm Kopfnüße.

Hemon berichtet über die erste sexuelle Aufklärung, die er durch einen Freund erfuhr, berichtete über die erste Liebe zu einer Suzanna und davon,wie er als er eine Rötung auf seinem Penis bemerkte durch das Aufklärungsbuch seine Mutter in der Angst lebte Syphilis zu haben, obwohl er noch keinen Geschlechtsverkehr hatte.

Den ersten Zungenkuß zerredet er, später als er beim Linguisten-Wettbewerb einen Ferienaufeinhalt gewonnen hat, wird er vom Heimleiter mit einem Mädchen im Zimmer erwischt und so weiter und so fort geht es mit den bosnischen Kindheitserinnerungen und den Verhaltensauffälligkeiten, die es in der Pubertät auch außerhalb wohl gibt und die im Vorwort als Wildheit bezeichnet wird. Er klaut, geht ins Arena-Kino, das es schon längst nicht mehr gibt, wird von den stärkeren Kameraden gemobbt, bis ihm der Vater rät zurückzuschlagen.

In der Buchmitte, dort wo sich die beiden Bücher kreuzen, gibt es einen Bildteil mit schwarzweißen Familienfotos, wo man die Skihütte und die Familie am Strand bewundern kann und interessant ist auch, die Bücher wurden von Hennig Ahrens übersetzt und der steht ja mit seiner „Mitgift“ auf der LL, ich habe das Buch gestern auch in Print und als E- pub bekommen.

2021-08-30

Meine Eltern

Filed under: Bücher — jancak @ 00:38
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Jetzt kommt ein Doppelpack, nämlich ein Buch aus dem „Claasen-Verlag“, das man von vorne und von hinten lesen kann. Also zwei Bücher in einem, beide von dem 1964 in Sarajewo geborenen Aleksandar Hemon,der seit 1992 in den Vereinigen Staaten lebt und dort offenbar ein bekannter Autor ist. Jetzt hat er im Doppelpack vorne von seinen „Eltern“ und hinten von seinen Bosnien-Erfahrungen geschrieben.

Interessant einen mir bisher vollkommen unbekannten Autor kennenzulernen, der über einen humorvollen, leicht ironischen Stil verfügt. So beginnt er jedenfalls in Buch eins, also das, das ich als Erstes gelesen habe, über seine Eltern, die Mutter Andja, 1937 geboren ,sowie den 1936 geborenen Vater Petar geschrieben, beiden haben sich in Belgrad während ihres Studiums kennengelernt. Haben sich für Musik und Filme interessiert. Sind also ins Kino und tanzen gegangen. Haben sich dann in Sarajewo angesiedelt und dort zuerst den Sohn Aleksandar, später die Schwester Kristina geboren.

Der Vater hat als Ingenieur viel im Ausland gearbeitet und als der Krieg ausbrach, ist die Shwester mit ihrem Freund nach Beglgrad gegangen, Aleksandar ist in den USA geblieben und die Elternemigrierten 1993 nach Kanada.

Das zweite Kapitel ist dem“Heimatland“ Jugoslawien gewidmet, was für die Mutter, die Jugend bedeutete, wo sie in einer Jugendbrigade an der „Autobahn der Brüderlichkeit“ baute und dazu Tito-Lieder sang. Als der 1980 starb, fiel das ganze Land in Agonie, während der Vater, dessen Familie aus der Ukraine stammte, an der Stadt Vucijak hing,wo er den größten Teil seines Lebens in Bosnien verbrachte.

Dem Wort „katastrofa“ wird ein Kapitel gewidmet, das fürdie kriegsbedingt traumatiserten Eltern eine große Bedeutung hat. Die Eltern sind sehr tierliebend. Der Vater ist Imker, der seine ganze Freizeit mit den Bienen verbringt. Der Ingenieur arbeitet in Kanada als Hausmeister und Fabriksarbeiter und hat mit den Waschbären zu kämpfen. Schwierigkeiten hat er mit dem kanadischen Wohlstand, wo Waschmaschinen und andere Sachen einfach auf den Straßenrand gestellt werden. Der Vater sammelt sie auf und hat inzwischen einen Schuppen, wo er sich mit Reparaturen beschäftigt, während die Mutter mit ihren Tieren, den Hunden, Wellensittiche und Eichhörchen spricht.

Es gibt ein Kapitel über das Essen, wo wieder die Sparsamkeit und das nicht Wegwerfen können, sowie die Essenszeiten ein Thema ist. Eines über die Musik. Die väterliche Familie hat viel gesungen und die Eltern haben dem kleinen Buben auf sehr unterschiedliche Art und Weise Geschichten erzählt, was in dem Kapitel „Literatur“ thematisiert wird. Daß die Eltern in Belgrad geheiratet haben, hat man schon im ersten Kapitel erfahren. Später erfährt man, daß die Mutter unter der damals üblichen Haushaltsteilung, die Frau ist im Haus bei den <kindern, der Vater reist in der Welt herum, sehr gelitten hat und das letzte Kapitel ist dem Sterben und dem Tod gewidmet. Da wollten sich die Eltern vor Jahren ein Grab kaufen und haben den Sohn um finanzielle Unterstürzung gebeten. Er hat entsetzt abglehnt. Die eltern haben es trotzdem gekauft und am Schluß schreibt Aleksandar Hemon, daß er in dem Buch eine mögliche Trennung von den Eltern verarbeit, bzw.vorweg genommen hat:

„Wo soll ich jemals wieder solche Eltern finden?“, lautet der letzte Satz.

2021-08-29

Simonelli

Filed under: Bücher — jancak @ 00:31
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Jetzt kommt eine Art Krimi oder ein Roman über Lug und Trug, beziehungsweise Täuschung. Das zweite Buch des 1986 geborenen Denis Pfabe dessen Debut „Der Tag endet mit dem Licht“, ich gelesen habe.

„Denis Pfabe kann Spannung erzeugen. Seine Sprache ist Wucht…Ein ungewöhnlich spannendes, gut geschriebenes und klug erdachtes Buch“,hat SWR2 über das Debut geschrieben.

Das könnte man auch über das neue Buch feststellen. Gut ausgedacht, ein bißchen verwirrend und was ich interessant fand, spult sich der Handlungsfaden auch manchmalzurück.

Da ist also Jonathan Simonelli, der einen ungewöhnlichen Beruf hat, er ist Reqisitenbauer und sammelt auch Waffen aus dem zweiten Weltkrieg. So ist er in den Besitz einer Pistole gekommen, die einmal einem japanischen General gehörte, die will er nun verscherbeln.

Es beginnt, das ist auch interessant mit dem Tod seiner Katze, die begräbt er und bricht dann nach England, die Waffe im Gepäck nach England auf, um dort den Anker der Titanic nachzubauen. Er will auch seine Tochter treffen und scheint in seinem Leben überhaut ein Versager zu sein oder nicht viel durchgehalten zu haben und trinkt auch ziemlich viel.

Während er sich also an den Anker macht und eine Edith kennenlernt, wird in Japan ein Herr Shige Yakomoto, der Verwalter in einem dubiosen Waffenmuseum ist, angeheuert, den Wert der Pistole, abzuschätzen. So bricht er nach England auf, wird dort lang in einem Hotelzimmer gefangengehalten, während es noch einen zweiten Interessenten für die Waffe gibt.

So geht es auf zweihundertsiebzig Seiten hin und her, Leute werden erschossen und ein Requisitenbauer kann natürlich seinen Deal mit der Waffe machen. Kann sie nachmachen und fälschen, so daß es manchmal gar nicht so leicht ist diesem Verwirrspiel zu folgen.

Ich komme aber nicht umhin festzustellen, daß sich Denis Pfabe ein ungewöhnliches, noch nicht so sehr abgelutschtes Thema ausgesucht hat, das er auch auf eine eher ungewöhliche Art und Weise zu erzählen weiß, obwohl ein Roman über eine japanische Waffe, die den zweiten Weltkrieg überlebt und der nun alle nachjagen,vielleicht nicht unbedingt das ist, was meinem Lesemuster entspricht.

2021-08-28

Stadtspaziergang, Torten essen mit Ruth und Afghanistandemo

Filed under: Alltagsgeplauder,Schreibbericht — jancak @ 20:49
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Ich bin ja am Mittwoch mit dem Korrigieren der „Hundert Seiten“ fertig geworden, am Donnerstag habe ich das „Corona-texte-Buch“ durchkorrigiert und am Freitag habe ich dann meine Fenster beziehungsweise die Wohnung geputzt.

Die üblichen Rituale halt, wenn ich mit einem Text fertig bin und der nächste folgen kann. Das der „Seitengewitter“ heißt, habe ich auch schon geschrieben. Ja bei mir gehts wie am Fließband zu und üblicherweise mache ich zwischen den beiden Texten ein paar Recherche-oder Schoppingtouren, was diesmal vielleicht ganz besonders zu empfehlen ist, weil ich ja Strohwitwe bin und außer den Stoff für den neuen Text ist es sicher gut Wien im 3G Rausch zu erkunden, also, wo ich was zu essen bekomme und überhaupt ein bißchen fortzugehen, um meine Abwehrkräfte zu stärken. Schwierig ist da vielleicht noch, daß ich unter der Woche nicht so gerne weggehe, denn ich habe mir ja Bücher bestellt und wenn die kommen und ich bin nicht da, kann ich sie mir nicht abholen, ohne eine Maske aufzusetzen, was ich ja nicht will.

Also das Wochenende dazu nützen und da hatte ich ohnehin von der Ruth eine Einladung zur Jause und bezüglich der Post Glück gehabt, denn es ist ein Buch gekommen, aber da war ich noch zu Hause und, daß ich auch ein bißchen auswärts essen will, habe ich, glaube ich, auch schon geschrieben. Also „Nordsee“. Da kann man sich von der Budel etwas holen und wenn man sich nicht in den Gastgarten setzt, muß man auch keinen Impfpaß hervorholen und auf der Kärntnerstraße, wo ich war, gibt es auch Bänke.

Die Stadt war erstaunlich gut gefüllt, wahrscheinlich bin ich, weil ich ja wie eine Erimitin lebe, die Menschenmassen nicht mehr gewohnt. Ich habe mir eine Box mit Garnelen und Kartoffeln geholt. Da waren zwei Sauce Tatare Becher darin und bin dann zum Donaukanal hinuntergegangen. Da war es ziemlich leer. Also auf eine Bank gesetzt und mein jetzt grau geblümtes Buch, das ich von irgendwo bekommen habe, herausgeholt und ein bißchen aufnotiert.

Das ist auch ein Buch im Doppelpack, also zweiseitig benutzbar. Da konnte ich auf der einen Seiten schreiben, wasich so erlebe. Die Ausladung vom Volksstimmefest beispielsweise und, daß ich denen heute morgen , noch dazu wo sich der Andi Pianka bei mir meldete, ein Mail geschickt habe und auf der anderen Seite, die Plotnotizen und da bin ich gleich ein bißchen gehangen, denn die Grundidee ist ja, auch nichts besonderes Neues. So ein Chefivirologe, der im Fernsehen schreit „Impfgegner sollen scheißen gehen! Wir nehmen Ihnen nicht die Freiheit weg, enteignen sie nicht, aber wenn sie sich ihrer Bürgerpflicht entziehen, können sie eben nicht Kaffeetrinken gehen und ihr Leberkässemmerl überall essen!“, mit einer 3G Verweigerin zusammenzubringen und da hatte ich ursprüglich an die Lotte Füchsel von den „Hundert Seiten“ gedacht. Ich habe da ja schon eine Einstiegsszene geschrieben und da war es auf einmal nicht der Starvirologe Philip Knirsch, der solches äußert, sondern dessen Vater, der ehemalige Primar und Psychiater Hans Knirsch, den sie in einem Park trifft. Der klärt das Corona-Rätsel auf, hatte ich noch vage gedacht. Aber eigentlich wollte ich eine Liebesgeschichte zwischen Lotte und Philip entwickeln, aber die lebt ja mit Richard Schwarz zusammen, also brauche ich überhaupt die Lotte?

Die zweite oder erste Szene könnte sein, daß sich Hans Knirsch, der sich in seiner Seniorenresidenz mit Oberschwester Elfriede streitet, weil er sich nicht testen und auch nicht Maske tragen will, über die Äußerungen seines Sohnes, der ihm den Umzug in die Seniorenresidenz überhaupt erst schmackhaft machte, ärgert. Und in der ersten Szene,die ich nochmals schreiben muß, trifft die Masken- und Tests verweigernde achtunddreißigjährige Alberta Weissmann, von Beruf Übersetzerin auf Hans Knirsch. Sie ärgern sich beide über Hans Sohn und Alberta schreibt ihm dann ein Mail, das er nicht beantwortet. Hans Knirsch bekommt inzwischen einen Anruf von seinen Enkeltöchtern Tanja und Hannah, denn Philip Knirsch will den zwölfjährigen Felix impfen lassen und die wollen das nicht und dann geht die Übersetzerin nach ihrer Übersetzungsarbeit noch ein bißchen spazieren und trifft im Rathaus- oder anderen Park Philip Knirsch und eine Liebes- und Verwechslungsgeschichte bahnt sich an.

Da ist viel Corona dabei und diesmal sogar das Hauptthema, tut mir leid! Also wieder kein Text für das Volksstimmefest und es ist auch noch ziemlich unausgegoren. Trotzdem war der Recherchegang erfolgreich und dann ist noch ein junger, wahrscheinlich ausländischer Mann auf mich zugekommen und hat mir erklärt, daß er mich beobachtet hat und mich kennenlernen will.

„Ich bin aber ziemlich älter!“, habe ich geantwortet.

„Macht nichts!“ -„Mir schon!“ und ich hätte schon den Dialog, der vielleicht beim Volksstimmefest gefordert war oder eine Szene für den nächsten Text und dann zur Ruth zur Jause. Der Kuchen war gut und ein Glas Sekt hat es zu Beginn auch gegeben und später ein Glas Wein. Die Ruth hat mir erählt, daß sie wieder in der Aufnahmejury der GAV ist und sich da nächste Woche zu einer Sitzung trifft. Das ist auch so ein wunder Punkt von mir und ich habe ihr das mit der Ausladung erzählt, beziehungsweise hat sie mir vorgelesen, daß ich schon in der Volksstimme angekündigt bin. Im „Falter“ auch. Sie hat die Einladung nicht bekommen und sie hat auch die Idee geboren, daß ich vielleicht deshalb ausgeladen wurde, weil mein Text nicht der Dialogform entsprach, wie im Programm angekündigt stand.

Das wäre eine Möglichkeit. Ich habe das mit dem Dialog nicht so verstanden oder eher als Gruppenreaktion interpretiert. Aber da hätte es Vernetzungstreffen geben müßen. Sei es wie es sei. Die Torten waren gut. Der Kaffee auch und „Gehen wir nach draußen?“, hat die Ruth um viertel fünf gefragt

„Ja!“, habe ich geantwortet. Denn um vier gabs wieder eine Afghanistan-Demo bei der Oper. Da waren vielen afghanischen Burschen und Mädchen da und noch einmal zur Ruth zurück um ein Glas Wein zu trinken und sich über die Corona-Situation zu unterhalten. Das Notizbuch ist gefüllt und morgen kann ich noch einen Recherchetag beziehungsweise eine Büchertour machen. Vielleicht bei einem Würstlstand etwas essen, um dann am Montag mit dem Text zu beginnen, beziehungsweise mir die Charakterbögen auszudrucken und schauen, ob schon Buchpreis-Bücher kommen.

2021-08-27

Alphabet

Filed under: Bücher — jancak @ 00:56
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Jetzt kommt ein weiteres Wagenbach-Quartbuch und das zweite,das ich von der 1958 geborenen britisch kanadischen Autorin Kathy Page gelesen hat und ich muß sagen, es ist interessant Einblick in das Leben eines englischen Gefängnisinsaßen zu bekommen, der dort wegen Mords an seiner Freundin Amanada dreizehn Jahre verbrachte. Kathy Page schildert am Endedes Buchs, daß sie in den Neunzigerjahren ein Jahr lang Writer in Residence in einem Staatsgefängnis war, dort Notizen machte. Das Manuskript einige Jahre liegen ließ und es erst bei ihrem Umzug nach Kanada in die Hand bekam und es weiterschrieb. 2004 hat es in England einen Preis bekommen und ich, die ich zu Beginn meines Schreibens wohl ähnliche Ideen hatte und ja, als ich mich entschloß Psychologie zu studieren auch die Absicht hatte, später in einem Gefängnis zu arbeiten, fand es sehr interessant. Wenn es mir auch nicht ganz leichtfiel in das Buch hineinzukommen und ich manches was ich da gelesen habe, sehr ungewöhnlich fand und ich mir eigentlich nur schwer vorstellen kann, daß die Verhaltenstherapie, die da geschildertwird, wirklich in einem Gesfängnis bei Mördernund Sexualstraftätern so passiert. Wenn schon, würde ich es als sehr provokantund auch nicht sehrproduktiv finden.

Kathy Page Stil ist aber auch sehr schroff, hart und provokativ. Gut, so geht es in einem Männergefängnis wahrscheinlich zu. Daß, die insaßen dort aberwirklich zu Alphabeten werden und dann Sozialgeschichte studieren ist vielleicht nicht ganz realistisch oder doch natürlich. Jack Unterweger hat sich dort zum Schriftsteller entwickelt und und dann, nach seiner Entlassung, einige Frauen ermordet, also ist es vielleicht doch ganz realisitsich.

Da ist also Sinom Austen, der ist ein Heimkind und hat verschiedene Pflegefamilien durchlaufen. Das wird nur eher kurz angedeutet. Dann hat er, als er, glaube ich, achtundzwanzig Jahre war, seine Freundin Amanda ermordet, weil sie sich weigerte, ihre Kontaktlinsen herauszunehmen, weil sie sich so schöner als mit Brille fand.

Ob das wirklich ein realistisches Motiv ist, kann ich nicht beurteilen. Mir scheint es eher unglaubwürdig. Er kommt dann ins Gefängnis, wird dort alphabetisiert. Das wird auch nur eher kurz geschildert. Simon kann dann aber schreiben und fängt verschiedene verbotene Briefwechsel zu Frauen an. Er hat im Gefängnis auch Therapie und verliebt sich da in seine Psycholoin Bernadette, vielleicht war sie, wie ich spätergelesen habe, auch Sozialarbeiterin. Sie vermittelt ihn jedenfalls in ein besonderes Therapieprogramm und da geht es hart her. Es gibt Einwegspiegel, wo die Psychiater, die zu Therapierenden beobachten. Die müßen über ihre Sexualität Auskunft geben, sagen, ob sie sexuelle Beziehungenzu Ttieren haben, was diese, als sehr hart empfinden.

Ein großer Teil des Buches ist den Gruppentherapiesitzungen, wo Simon den Mord und seine Gefühle dabei, nachspielen muß, gewidmet. Etwas was ich,als zu provozierend und als eher gefährlich betrachten würde. Es gibt auch immer wieder Beziehungen zum Gefängnispüersonal, das sich zum Simon kümmert, was mich auch eher erstaunt hat,weil mir die Grenzen danicht immer klar waren.

Am Schluß gerät Simon in eine Schlägerei, kommt in den Krankentrakt und da mit Vic in ein Zimmer,der sich gerade in Charlotte verwandelt.

Kathy Page schreibt also wahrscheinlich bewußt über sehr provokante Themen. Das mit der Therapie kann ich mir noch irgendwie vorstellen, obwohl ich sie so nicht machen würde. Aber ich habe nie als Psychologin oder Therapeutin in einem Gefängnis gearbeitet. Das mit der Umwandlung zur Frau in einem Gefängnis unter Margaret Thatcher eher nicht. Es wirden aber auch die Beziehungen Simons zu dieser Charlotte geschildert und am schluß meldet sich noch Amandas Mutter, die mit Simon über ihre Tochter sprechen will und der hat darüber achzudenken, wie er nach dieser Erfahrung und dreizehn Jahren Gefängnisaufenthalt damit weiterleben kann?

Das war wohl, wie sie im Nachwort schreibt, Kathy Pages Motivation diesen Roman zu schreiben, wo ich auch nicht glaube, daß es wirklich ein solcher ist. Es gibt eher einblick in den Theapieanlltag, obwohl ich nicht sicher bin, ob es in österreichischen Gefängnissen, jetzt überhaupt, so zu geht.

In den Neunzigerjahren war ich in einer Supervisionsgruppe mit einem Istvav zusammen, den ich während meiner GT-Ausbildung kennengelernt habe, der, glaube ich, stellvertretnder Leiter vom Mittersteig war. Der hat ein bißchen Einblick in seine Arbeit gegeben, ob man dort so provokant therapierte, weiß ich nicht.

Für den Leser ist es wahrscheinlich interessant, solch Provozokantes lesen, unterstelle ich Kathy P(age und den Verlagen einmal, daß sie so gedacht haben und erwähnt wieder die Andekdote, wo mir Jeannie Ebner, die ja beim Mittersteig wohnte, einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ erzählte, daß sie sich vor den Insaßen dort fürchtete und sich daher immer vom Taxifahrer zu ihrer Haustür begleiten läßt.

Birgit Birnbacher merke ich auch noch an, hat mit „Ich an meiner Seite“ ein ähnliches Thema ganz anders beschrieben.

2021-08-26

Keine O-Töne, keine Lesung am Volksstimmefest und mit dem „Hundert Seiten-Rohtext“ fertig

Heute wird es die letzten O-Töne in dieser Corona-Saison geben und da wird Eva Menasse ihr neues Buch „Dunkelblum“ und Ulrike Haidacher ihr Debut „Die Party“ vorstellen, allerdings weil das Wetter kalt und regnerisch ist, im sicheren Hafen der Arena 21, wie seit zwei Stunden auf der O-Töne Facebookseite steht und da kommt man ohne 3G und Mundnasenschutz nicht hinein.

Also werde ich zu Hause bleiben, bloggen, Denis Pfabes „Simonelli“ in der Badewanne auslesen und warten, ob Eva Menasse auf die Öst kommt und Ulrike Haidacher auf die Debutschiene. Die Bücher werde ich sonst wahrscheinlich nicht lesen, da noch einige andere Neuerscheinungen auf mich warten und die ersten Zusagen und E-Books bezüglich der deutschen Longlist auch schon eingetroffen sind.

Schade natürlich, denn die O-Töne sind derzeit ja die einzigen Veranstaltungen, wo eine Masken- und 3G-Verweigerin hingehen kann und die habe ich heuer auch schon zweimal versäumt. Denn beim ersten Mal am Juli waren wir in Harland um den neunundachtzigsten Geburtstag der Schwiergermutter zu feiern und am fünften August, als Hanno Millesi aufgetreten ist, hat es bis cirka halb sechs geregnet. Dann hat es aufgehört. Aber da wollte der Alfred nach Harland fahren und hat gesagt „Es fängt eh gleich wieder an!“ Hat es nicht und ich habe mich geärgert. Derzeit regnet es nicht, schaut aber sehr danach aus und ist windig.

Nun ja, nun ja, vielleicht sollte ich mich doch mehr anpassen und nicht mehr so Corona kritisch sein, denn Texte, die das Wort Corona-Leugner oder Demo-Teilnehmer enthalten, gelten offenbar nicht als linke Wörter und sind offenbar auf dem Volksstimmefest nicht willkommen und dabei hätte ich ohnehin nicht den Text von der Kickl-Demo gelesen, sondern die Szene zwei aus den „Hundert Seiten“ und da ist die Corona-Situation eigentlich nur eine Nebensache. Das Drumherum, denn meine Texte sind ja realistisch und passen sich immer den Zeitumständen an und da hat die Amelia eben gerade ihre Corona-Matura gemacht und der Richard wurde von seiner Redaktion entlassen, weil er auf einer Corona-Demo war. Das soll schon vorgekommen sein. Ansonsten geht es in den „Hundert Seiten“ um eine siebzigjährige Feministin, die mit ihren Freundinnen, die zweite Frauenbewegung aufgebaut hat und auf diese Idee bin ich bezüglich Mieze Medusas neues Buch bekommen, beziehungsweise deshalb, weil die bei der Vorstellung meinte, es gäbe keine alten Frauen in der Literatur bzw. keine alten Autorinnen.

Es geht also um die Frauenbewegung und was daraus wurde und auch um das Verhältnis das der Richard zu seiner Mutter hat und da haben mich einige Erlebnisse geprägt, die meine feministischen Freundinnen, die alle älter sind als ich mit ihren Söhnen hatten, beziehungsweise, die mit ihren Müttern, die, weil sie den Feminismus aufbauen wollten, keine oder wenig Zeit für sie hatten.

„Warum snd wir keine normale Familie?“, hat, glaube ich, der Sohn, der Hansi Berger einmal zu ihr gesagt und das sagt auch der Richard zur Lotte Spielberg und da kommen in der Szene zwei halt die Worte „Männerhassende Feministinnen“ vor und das ist dann nicht „links genug“, obwohl ich mich erinnern kann, daß in den Siebzigerjahren, die Frauen ihre männlichen Babies nicht ins „Frauenzimmer“ oder in den Frauenstützpunkt in der Tendlergasse mitnehmen konnten und dann empfinden dann die Kinder das vielleicht so…

Nun ja, nun ja, ist ja nicht das erste Mal, das mir das passierte. Aus der Szene Margarete wurde ich auch einmal ausgeladen, weil ich nach dem Honorar fragte und bei der Lesung im Cafe Amadeus war ich so gut wie und bei der im Republikanischen Club ziemlich allein.

Macht ja nichts, könnte ich wieder schreiben, wie der Fuchs, der die Trauben nicht bekommt, weil ich mir ohnehin nicht ganz sicher bin, wie das in Zeiten wie diesen mit den 3Gs Maßnahmen am Volkssstimmefest ist, wenn man aufs Donauinselfest, egal ob geimpft, nur mit PCR-Test und Anmeldung darf, obwohl mir die Veranstalter schrieben, daß es keine nennenswerte Corona-Restriktionen gibt.

Gibt es wahrscheinlich doch, wenn eine Corona kritische linke Autorin keinen gar nicht so Corona kritischen Text lesen darf und das haben mir die Veranstalter auch geschrieben, daß die Ausladung nicht wegen meiner Einschätzung der Corona-Politik passierte.

Nun gut, nun gut, ist meine letzte Lesung also schon vor zwei Jahren passiert und ich erinnere, daß ich eigentlich mit nur wenigen Ausnahmen seit 1989 am Volksstimmefest gelesen habe und was die „Freiheit des Wortes“ betrifft, habe ich diese Veranstaltungen für die GAV 2001 und 2003-2009 organisiert und mit den „Hundert Seiten“, wo ich die zweite Szene, die ich eigentlich sehr gut finde, lesen wollte, bin ich gestern mit dem Korrigieren fertig geworden. jetzt liegt der Text am Küchentisch und wartet darauf, daß der Alfred aus Albanien zurückkomt und ihn druckerdeifertig macht.

Das „Corona-Texte-Buch“ wo es cirka fünfzig meiner Corona kritischen Texte gibt, hat er mir vor seiner Abreise auch ausgedruckt. Ich habe es durchgesehen, es gibt bis auf die letzten Szenen, die ich noch angefügt habe, eigentlich keine Fehler und kann mich jetzt an das Recherchieren für das „Seitengewitter“ machen und werde da vielleicht aufpassen, daß er nicht zu Corona kritisch wird!

Aber stimmt, das ist das Thema, das mich seit eineinhalb Jahren am meisten beschäftigt, ich hätte keinen „neutraleren“ Text für das Fest gehabt. Aber das wäre dann auch nicht ehrlich gewesen, wenn ich das Wort „Corona-Leugner“ oder die alte Frau, die sich über Küßchen, das der Richard der Amelia am Bahnhof gibt und die dann „Ich habe den Babyelefanten bei der Oma vergessen!“, sagt herausgestrichen hätte.

Nun gut, nun ja, ich habe mich ja schon länger gewundert, daß de es keine Corona kritischen Linken gibt. Ein paar gibt es natürlich, den meisten scheinen die Freiheitsbeschränkungen aber egal zu sein und ich werde mich die nächsten Tage auf Textrecherche, beziehungsweise auf das Plotten machen.

Mal sehen, wie es geht und wann ich auf andere Themen, als Corona komme? Das wird wohl noch eine Weile dauern, denn noch geht es ja um das Impfen, das G1 und die vierte Welle, vielleicht aber auch um Afghanistan und die Talibans, die dort die Frauenrechte unterdrücken.

Das wäre vielleicht auch ein Thema für den nächsten oder übernächsten Text. Mal sehen, ich bin gespannt und wenn Eva Menasse und Ulrike Hadiacher auf die Buchpreislisten kommen, kann ich ihre Bücher lesen, wenn nicht, habe ich mit den anderen Büchern in den nächsten Monaten genug zu tun, so daß ich zumindestens bis der Alfred aus Albanien zurückkommt, wahrscheinlich wenig aus dem Haus gehe und daher auch als Ungeimpfte niemanden anstecken kann!

2021-08-25

Corona-Strohwitwe

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:41
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Wir leben ja immer noch oder schon wieder oder derzeit ganz besonders in schwierigen Zeiten, denn die Delta-Variante hält uns ja in Schrecken. Die positiv getesteten Coronazahlen steigen an, die Zahl der Impfwilligen nimmt ab, die nächste, noch viel ansteckendere Variante, lauert auch schon hinter den Wänden oder wurde in Amerika gefunden und Österreich oder überhaupt die halbe Welt, diskutiert derzeit über die G1- Regel, die etwas schwierig ist zu entscheiden, unter welchen Umständen man in Zukunft ins Kino, ins Theater oder in den Nachtclub gehen kann?

„Nur Geimpfte!“, sagen Stadtrat Hacker, der Gesundheitsminister, der Ärztekammerpräsident, auch Kanzler Kurz. Aber dann kamen die Zahlen, daß auch die Geimpften ansteckend sein können. Also doch nur Zutritt mit PCR-Test?

Aber dann würden sich die Geimpften vielleicht verarscht vorkommen. Also etwas schwierig. Der Sommer geht langsam zu Ende. Das heißt zwei Wochen sind es noch bis Schulbeginn. Also könnte ich bis dahin noch in Harland bleiben. Bin aber am Montag mit dem Alfred schon zurückgefahren. Denn der ist am Dienstag mit dem Karli nach Albanien gefahren. Ich bleibe in Wien zurück und also, wie schon früher auch, die nächsten vier Wochen Strohwitwe.

Diesmal aber unter besonderen Umständen, denn weil ich ja keine Maske tragen will, sollte ich genügend Milch im Haus haben. Am Naschmarkt kann man derzeit ohne Maske einkaufen. Aber Bürgermeister Ludwig hat zu Schulbeginn, damit die Zahlen nicht zu sehr ansteigen, schon für Schulbeginn neue Verschärfungen angekündigt. Aber wahrscheinlich meint er damit 1G statt 3G. Die Würstlstände sind aber, glaube ich, maskenlos betretbar. Obwohl ich auch da schon die Frage hörte, ob sie nicht auch in die 1G-Verordnung fallen sollen? Also etwas schwierig und klingt ein wenig verrückt, für die, die das vor einigen Jahren gelesen hätten.

Aber der Eiskasten ist voll und ein paar Unterhosen für alle Fälle, habe ich mir am Samstag in St. Pölten beim NKD auch gekauft. Denn dort kann man maskenlos einkaufen. In Wien, das die höchsten Infektionszahlen hat nicht. Also Eiskasten gefüllt. Takeaway gibt es auch und ansonsten habe ich mit meiner Praxis und meinen Schreibprojekten ja genug zu tun und auch mit Lesen, weil ja jetzt das deutsche Buchpreislesen und auch noch einige andere Neuerscheinungen auf mich warten. Also genug zu tun, was die mangelnden Veranstaltungsbesuche ausgleichen könnte.

Aber auch da gibt es vielleicht, wenn nicht neue Verschärfungen kommen, einiges. Nämlich das Volkssstimmefest, am Wochenende vor dem Schulbeginn. Das ja, wie ich hörte, ohne wesentliche Corona-Einschränkungen stattfinden soll. Also habe ich da die zweite Szene aus den „100 Seiten“ hingeschickt. Ich habe überlegt, ob ich vielleicht aus dem „Frühlingserwachen“ lesen soll, mir beim Probelesen aber gedacht, daß das gar nicht mehr aktuell ist, hat sich inzwischen doch schon sehr viel verändert. Und bei den „Hundert Seiten“ bin ich jetzt in der Phase, wo ich beim Korrigieren immer denke, jetzt bin ich fertig und dannn Fehler um Fehler finde. Also ein paar Wochen wird mich das noch hinhalten, denke ich aus Erfahrung. Dabei wäre die Gelegenheit jetzt gut für den nächsten Text, wo ich den Anfang, die erste Szene schon in den Blog gestellt habe, zum Recherchieren.

Mal sehen, wie es geht. Jetzt die „Hundert Seiten“ fertig korrigeren. Das „Corona-Texte- Buch“ hat mir der Alfred vor seiner Abfahrt auch noch ausgedruckt. Also muß auch das noch durchgesehen werden und ansonsten Praxis machen, Fenster putzen, wenn ich fertig bin, ein paar Recherchegänge machen und vielleicht schon den Plot für das „Seitengewitter“ festlegen.

Da habe ich noch nicht sehr viel, außer der Lotte Füchsel, die im Park den alten Hans Knirsch kennenlernt. Ein Corona-Kritiker, dessen Sohn Starvirologe ist und im Fernsehen immer für das Impfen wirbt.

Außer dem Volksstimmefest gibt es, habe ich auf der Literaturhausfecebookseite gesehen, am elften September wieder eine „Kühle Meile Zieglergasse“, da bin ich im Vorjahr mit dem Alfred hingegangen, statt nach Niederhollabrunnzu fahren. Da hat er die damalige Vizebürgermeisterin Birgit Hebein getroffen, für deren Wahl als Spitzenkanditatin, er sich sehr eingesetzt hat. Die ist am Sonntag von den „Grünen“ ausgetreten, weil ihr das Schweigen dieser zur Afghanistanpolitik der Regierung in der sie auch sind,nicht gefällt.

Das wären also zwei größere Veranstaltungen, die ich mir in den vier Wochen Strohwitwenzeit geben könnte. Denn ansonsten, habe ich schon geschrieben, komme ich in Wien wegen der Coronamaßnahmen nicht viel aus dem Haus, weil ja keine Veranstaltungen. Die „Alte Schmiede“ hat ja noch zu. Aber das Weinhaus Sittl gäbe es und ich ja sonst in Wien nicht viel spazieren sondern früher immer nur zu den Veranstaltungen gehe. Wenn ich aber vier Wochen zu Hause bin und höchstens Mal auf die Bank komme, tue ich wieder nichts für mein Immunssstem. Luft, Bewegung, Sonne und natürlich auch Sozialkontakt und der ist ja auch bei mir Corona bedingt eingeschränkt.

In Wien habe ich den derzeit eigentlich nur zu Ruth Aspöck und die hat mich auch schon eingeladen. Vielleicht sehe ich sie auch am Volksstimmefest. Vielleicht gibt es auch ein paaar Demos. über G1-Maßnahmendemoshört man aber nicht sehr viel. Die wurden vielleicht alle niedergeschlagen, aber vielleicht Afghanistan-Demos. Also spannend, das Strohwitwendasein in Corona-Zeiten, aber da jetzt der Buchpreis-Leseherbst kommt, wird es schon nicht zu einseitig werden und den Plot für das „Seitengewitter“ muß ich mir auch noch erabeiten. Aber erst mit dem Korrigieren der „100 Seiten“ fertig werden und ansonsten aus dem vollen Eiskasten kochen. Der Alfred hat ihn wirklich sehr angefüllt. Ein bißchen über den Naschmarkt schlendern und vielleicht einen „Aperol Spitz“ am Karlsplatz oder ein „Hugo“ beim Museumsquartier, denn richtig die letzten O-Töne gibts in dieser Saison am Donnerstag auch.

2021-08-24

Die neue deutsche Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 21:47
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Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich bin inzwischen ein großer Fan des deutschen Buchpreises, den es seit 2005 gibt, wo der Buchhandel immer vor der Frankfurter Messe zwanzig Neuerscheungen von deutschprachigen Autoren auswählt, die dann auf eine Shortlist zusammenschrumpft und vor der Messeeröffnung dann den Preisträger kürt.

In den ersten Jahren ist die Liste obwohl da Arno Geiger gewonnen hat, ziemlich an mir vorbei gegangen. Ich habe da noch nicht gebloggt und nur Ö1 gehört. Dann hat mich 2008, war das, glaube ich, Christiane Zintzen von „Inadäquat“, die es beide nicht mehr gibt, darauf aufmerksam gemacht.

2009 bin ich dann dem Leseprobenheftchen nachgejabt, das in Österreich nicht zu bekommen ist.

„Buzzaldrin“ hat ist dann 2013 auf die Idee gekommen zusammen mit ein paar anderen, die Bücher zu lesen, da war ich schon angeturnt,habe mich aber noch nicht getraut die Verlage anszufragen.

2014 gabs dann das Longlistlesen und 2015 hat „Buzzaldrin“ sich mit sechs anderen zu den offiziellen Buchpreisbloggern gemacht.

„Wow, wir sind in der Jury!“, haben die dann geschrieben und ich habe „Das kann ich auch!“, gedacht und mir ausgerechnet, was mich das wohl kosten würde, wenn ich mir die Bücher kaufe. Ich habe die Verlage angeschrieben, mir ein par Bücher ausgeborgt, mir einige vom Alfred schenken lassen, habe auch in der Buchhandlung gelesen und eifrig den Bloggern kommentiert, was gar nicht alle so goutierten.

Die Buchpreisblogger haben sich dann verflüchtigt oder wurden ausgetauscht. Jetzt werden je zwanzig Bloggler, Vlogger oder Instagramer ausgewählt, die je ein Buch bekommen. Ich lese aber weiter, weil ich glaube, daß man dadurch wirklich einen guten Einblick in das gegenwärtige Literaturgeschehen bekommt. In der Jury sitzen oder saßen Literaturwissenschaftler und nur wenige Buchhändler. Das hat Petra Hartlieb vor ein paar Jahren beklagt, daß da die falschen Bücher auf der Liste stehen, wämlich die sehr anspruchsvollen, wie die vom Reinhard Jirgl, Ulrich Petzer und solche, die dieDurchschnittsleser nicht lesen und nicht kaufen. Sie wurde von ihren Kollegen sehr angegriffen. Ich glaube sie hat recht und da der Hauptverband des Buchhandels der Veranstalterist, will der ja seine Neuerscheinungen verkaufen. Aber Krimis, Chicklits und das was die Leute wirklich so lesen, steht ohnehin nicht darauf. In der letzten Zeit aber immer mehr Debuts und ich rate im Vorfeld auch immer eifrig mit was könnte darauf kommen könnte?

Das habe ich auch heuer getan, bin aber nicht auf zwanzig Vorschläge gekommen. Da hat Corona mein literarisches Wissen da ich ja zu keinen Veranstaltungen mehr gehe und nur paar Livestreams höre, doch ein wenig reduziert Aber bei einigen Bücher, die ich inzwischen gelesenhabe, habe ich mir schon gedacht, daß sie daraufstehen könnten und das wären etwa:

1.Benedikt Wells“Hardland“

2.Adolf Musch „Aberland“

3.Ulrich Woelk „Für ein Leben“

4. Georg Klein „Bruder aller Bilder“

5.Natascha Wodin „Nastjas Tränen“

und 6. Seven Regener „Glitterschnitter“, das habe ich aber noch nicht gelesen.

Das Christian Krachts „Eurotrasch“ drauf stehen könnte, darauf hat mich der „Papierstau“ gebracht, die den preis als podcast begleiten. Aber das wurde schon für den „Leipziger Buchpreis“nominiert.

Bei den Debuts habe ich nachgedacht, was wohl daraufkommen könnte?, Sharon Douda Otoo, hätte ich geschätzt oder Timon Karl Karleyta, der ja heuer beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat. Die „Kremayr und Sheriau-Bücher“ kommen auch manchmal darauf. Da würde „Mama“ in Frage kommen.

Daß Yulia Marfutova drauf steht, hätte ich eher nicht gedacht und da die O-Töne immer eine gute Schätzung sind, hätte ich auf Ferdinand Schmalz und natürlich auf Michael Köhlmeiers „Matou“, getippt. Das ich mir fast letzte Woche kaufen lassen. Auf Monika Helfers „Vati“ vielleicht. Aber da habe ich die Lesung versäumt und die „Bagage“ habeich schon gelesen. Aber auf jeden Fall Norbert Gstreins „Zweiter Jakob“, obwohl ich ja kein so besonderer Gstein Liebling bin.

Also könnte ich schon sieben Bücher gelesen und ein paar andere bei Lesungen gehört habe, habe ich gehofft und mich wiedermal gehörig verschätzt. Aber das ist ja das Spannende an solchen Listen, daß man neue Bücher und Autoren kennenlernt und es wurden ja, wie auf der Buchpreisseite ersehe, aus197 Büchern von 125 Verlagen die zwanzig von der siebenköpfigen Jury ausgewählt, daß man da nicht alle kennen kann, ist klar.

Hurrah, hurrah, zwei schon Gelesene sind aber dabei und daß Georg Klein und Ulrich Woeks Bücher fehlen, tut mir leid und kann sie meinen Lesern wirklich nur empfehlen, also voila:

  1. 1.Von Hennig Ahrens „Mitgift“, habe ich noch nichts gehört

2.Shida Bazyar „Kameradinnen“, das Buch der ersten Preisträgerin des Bloggerdebuts habe ich vor ein paar Monaten angefragt und nicht bekommen. Vielleicht klappt es jetzt.

3.Dietmar Dath „Gentzen oder: betrunken aufräumen“ Da habe ich von dem Autor, der,, glaube ich, schon mal auf der Buchpreisliste stand, etwas gelesen.

4.Franzobel „Die Entdeckung Amerikas“, den Autor kenne ich natürlich, habe auch sein „Floß der Medusa“, das ja, glaube ich sogar auf der Shortlist stand gelesen und von dem neuen Buch auch schon auf Lesungen gehört, bei meiner Schätzung habe ich darauf vergessen. Jetzt habe ich aber den Abenteuerlesespaß vor mir, denn „Zolsnay“ hat mir schon das PDF geschickt.

5.George Arthur Goldschmith „Der versperrte Weg“, wenn ich mich nicht irre, wurde das Buch bei der letzten „Leseauslese“ empfohlen.

6.Dana Grigorca „Die nicht sterben“ mit der, in der in der Schweiz lebenden, in Rumänien Geborenen, bin ich einmal mit dem Schiff von Bratislava nach Wien gefahren, habe ihr Debut gelesen und sie auch in Basel gehört, beim „Bachmann-Preis“ hat sie glaube ich auch gelesen.

7.Norbert Gstrein „Der zweite Jakob. „Richtig geschätzt, da hat er ja schon, als er den Öst bekommen hat, ein Stückchen aus seinem neuen Buch vorlesen lassen.

8.Dilek Güngör „Vater und ich“ Wenn ich mich nicht irre habe ich von der Autorin vielleich schon etwas gehört oder sogar gelesen.

9. Monika Helfer „Vati“. Da habe ich, wie erwähnt die „Bagage“ gelesen und die Lesung bei den O- Tönen versäumt.

10.Felizitas Hoppe „Die Nibelungen“. Da habe ich die Autorin 1996 kennengelernt, als ich nach Klagenfurt zum Zuhören gefahren bin. Das „Picknick der Friseure“ habe ich gelesen und wie die autorin sehr kompliziert gefunden, jetzt bin ich gerspannt und Büchner <preisträgerin ist sidieautorin glaube ich auch

11.Peter Karoshi „Zu den Elefanten“. Buch und Autor sind mir ebenfalls unbekannt.

12.Christian Kracht „Eurotrash“. Das ist, wie erwähnt das eine von den beiden Büchern, die ich gelesen habe.

13.Gert Loschütz „Besichtigung eines Unglücks“. Das stand der Autor schon mal auf der Buchpreisliste.

15 Yulia Marfutova „Der Himmel vor hundert <jahren“, wie geschrieben, das Buch dem ich keine Chance gegeben hätte, ich wünsche aber viel Glück.

16.Sasha Marianna Salzmann „Im Menschen muß alles herrlich sein“, stand sogar schon einmal auf der Shortlist.

17. Mithu Sanyal“Identitti“. Da klingt der Titel spannend, Buch und Autorin ansonsten unbekannt, bin aber gespannt

18.Ferdinand Schmalz „Mein Lieblingstier heißt Winter“, bin gespannt. War bei dem Autor schon im MUSA und bei den O-Tönen und das Buch des „Bachmann-Preisträgers“ wird, glaube ich, überall sehr gelobt.

19.Antje Ravic Strubel „BlaueFrau“ habe von derAuton schon was gelesen und gehört und auch noch einige ungelesene Bücher in den Regalen.

20. Heinz Strunk „Es ist immerso schön mit dir“. Den Namen des Autos kenne ich. Ein paar seiner Bücher habe ich, glaube ich, von ihm gefunden. Sonst bin ich sehr gespannt.

So das wars. Die Bücher habe ich angefragt. Einige wurden mir schon zugesagt. Ich habe aber noch ein paar Neuerscheinungen auf meiner Leseliste, die davor drankommen. dann kann ich mit dem Franzobel beginnen. Bin, wie schon geschrieben, sehr gespannt und werde auch in der vierten Welle des zweiten Corona-Herbstes sehr beschäftigt sein.

2021-08-23

Der kühnste Plan seit Menschengedenken

Filed under: Bücher — jancak @ 00:17
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Jetzt kommt ein E-Book, denn“Wagenbach“ ist so nett mir seine Quartbücher digital zuzuschicken und so habe ich den 1967 geborenen Sachbuchautor Matthias Lohre kennengelernt, der das Wagnis übernommen hat, das Leben des 1895 bis 1952 gelebt habenden Architekt Herman Sörgel romanhaft aufzuarbeiten, denn den hat ein Monsterprojekt sein Leben lang begleitet, wollte er doch Afrika mit Europa durch einen Kanal verbinden und damit den Menschen Frieden, Wohlstand,Freiheit, etcetera zu bringen.

Das ist natürlich gescheitert und da waren erstens wohl die sozialen Umstände schuld daran, denn Sörgel durchlebte ja die Nazizeit und hatte eine jüdische Frau, die er schützen mußte, so daß sein Plan mit allerlei Schwierigkeiten und Verrenkungen verbunden war. Was daran Wahrheit oder Erfindung ist, weiß ich nicht, denn ich hatte den Namen Herman Sörgel noch nie gehört, beziehe mich also auf das, was im Roman beziehungsweise bei „Wikipedia“steht.

Im Letzteren steht nicht sehr viel außer ein paar nüchterne Fakten. Der Roman ist sehr dick. Fünfhundert print, neunhundert E- bookseiten und scheint auch sehr genau aufgebarbeit. Er ist in, glaube ich, sechs Teile gegliedert. Den einzelnen Kapiteln sind immer Zitate aus Romanen, Zitaten aus Sörgels Schriften und auch Gedichte, die von Irene Sörgel stammen, vorangestellt. Ob die wirklich gedichtet hat, weiß ich nicht und auch nichts über die Beziehung der Beiden.

Im Beschreibungstext steht etwas von Lügen und Mißverständnissen, die die Beiden ihr Leben lang begleiteten. Sie haben sich, glaube ich, auf der Überfahrt nach New York 1925 kennengelernt. Sörgel hat damals für eine Bauhhauszeitung gearbeitet.Da wurde er jentlassen. Dann hater sich bei einer anderern Firma beworben, um sein Gibraltarprojekt zu verwirklichen. Da scheitete die Anstellung aber an einem Mißverständnis. War da doch von einem berühmten Bürger des Ortes die Rede. Sörgel dachte an Franz Marc, der andere an Adolf Hitler undaußerdem hätte er der NDSAP beitreten müssen.

Da sieht man schon, worauf es Lohre angelegt hat. Denn später, als die Nazis an die Macht kamen, haben sie sich für das Projekt interessiert, was Sörgel, um seine Frau zu schützen zu einigen Verrenkungen veranlaßte. Sie wollte nach Amerika. Die Ausreise scheiterte. Schließlich erlebten sie das Kriegsende in einer Kellerwohnung. Sörgel gebrochen und krank will trotzdem an seinem Projekt weiterarbeiten und eine NS-Eliteschule zu einer Forschungsstelle umbauen. Die Frau nach Amerika. Sörgel hat aber das Visum verfallen lassen. So wird die Ehe geschieden. Irene Sörgel will mit einem Offizier nach Amerika. Sörgel arbeitet weiter. Hält Vorträge und fährt zu einemsolchen 1952 mit dem Rad dorthin. Da hat er einen Unfall. Wird was nie geklärt wurde, von einem Auto angefahren und ob Irene Sörgel wirklich in Amerika angekommen ist oder in Zürich beim Spazierengehen gesehen wurde, wird auch nurangedeutet.

John Knittel kommt in dem Buch auch vor. Mit dem war Sörgel befreundet und es ist sicher eine sehr interessante Geschichte, die Mathias Lohre da romanhaft aufgebarbeitet hat. Denn sonst hätte ich von Herman Sörgel und seinen Plänen wohl nie etwas erfahren.

2021-08-22

Eine überraschende Begegnung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:09
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„Wir müssen uns sehr anstrengen, um der sehr viel ansteckerenden Delta-Variante zu entkommen und uns nicht im Herbst im von uns allen so gefürchteten vierten Lockdown wiederzufinden!“ erklärte der imposante etwa Fünfzigjährige im weißen Ärztemantel energisch und schaute sowohl entschloßen, als auch grimmig vor sich hin.

„Jeder von uns muß sein Schärfchen dazu beitragen, um der drohenden Gefahr zu entgehen und kann das auch, denn die Losung heißt, Impfen, impfen, impfen, nur so können wir den Kampf gewinnen und unsere Freiheit sowie unser altes oder neues normales Leben zurückzuerhalten und da befinden wir uns noch immer in einer Krise, nämlich in einem Impfscheckentempo! Vom Impfweltmeister sind wir zur lahmen Ente gworden und haben beispelsweise am letzten Sonntag nur fünfundertfünfundachtzig Erststiche gesetzt und sind da schon an letzter Stelle Europas gelandet! Haben nicht einmal noch eine Durchimpfungsrate von sechzig Prozent erreicht und müßen mindestens fünfundachtzig haben, also anstrengen, anstrengen, anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen und da kann und das ist die gute Nachricht in diesem Pessimismusszenario! Jeder von uns kann sein Schärfchen dazu beitragen, weil ja jeder wahrscheinlich noch ein – oder zwei Ungeimpfte kennt und die gilt es zu überzeugen! Denn das wissen wir, daß das hilft! Nur so haben wir vor einigen Jahren, den Eintritt in die EU geschafft und das müßen wir jetzt wiederholen! Also liebe schon geimpfte Österreicher, gebt euch einen Ruck und sprecht mit euren noch nicht geimpften Schwestern, Ehemännern, Kollegen und überzeugt sie von der Wichtigkeit sich immunisieren zu lassen,!“ sagte er und brach ab, um jetzt etwas freundlicher dreizusehen, während Lotte Füchsel, die in ihrem schwarzen „gesund, frei widerständig“ statt 3G-Leiberl vor dem Fernseher saß, immer noch skeptisch wirkte und den Kopf schüttelte.

„Vielen Dank Herr Professor Knirsch!“, hörte sie jetzt die Moderatorenstimme, die von einer blonden jungen Frau, die ein tiefausgeschnittenes rotes Kleid trug und den Zuschauern erklärte „Das werden wir uns sicher zu Herzen nehmen, was unser bekanntester Starvirologe, der uns eben wieder über die Lage der Nation informierte, riet, denn es ist ja wirklich sehr einfach mit den noch nicht so Informierten zu sprechen und sie aufzukären, wie wichtig die Impfung ist, um einen schönen Herbst und Winter zu erlebenn!“, behauptete sie und Lore Füchsel schüttelte nochmals den Kopf.

„Dabei habe ich gedacht, die Impfung wäre der Gamechanger, die uns allen unser normales Leben zurückbringt, wenn alle ein Impfangebot haben, ist der Spuk vorbei und jeder wieder für sich selbstverantwortlich! Aber jetzt gibt es Gerüchte, daß dann nur mehr Geimpfte Lokale, Restaurants und Veranstaltungen besuchen dürfen und ganz Radikale sprechen sogar schon davon, daß das auch auf den Lebensmittelhandel und die anderen Geschäfte ausgedehnt werden soll, so daß man gar keine Chance mehr haben wird, der Impfung zu entkommen, weil die Schlinge immer enger zugezogen wrd und dabei häufen sich die Studien und die Berichte, daß die Geimpften genauso ansteckend wie, die Ungeimpften sind und, daß in den Intensivstationen Israels, die ja die unbestrittenen Impfweltmeister sind, schon sehr viele doppelt Geimpfte liegen!“, seufzte Lotte Füchsel und stand auf, um den Fernseher abzudrehen.

Denn noch war es nicht so weit. Noch war erst August und der Naschmarkt stand noch auch für ungeimpfte Maskenlose offen, so daß sie einkaufen konnte,um nicht gänzlich von Erika, die das sonst für sie erledigte, abhängig zu sein und es warauch gut, um sich abzulenken, an die frische Luft und auf andere Gedanken zu kommen, wenn die Schlinge schon so eng geworden war und man in den sogenannten Mainstreammedien, nichts mehr anderes, als impfen, impfen, impfen hörte und eine Bedrohungssituation aufbaute, die Angst machen und spalten konnte und das war nicht gut, denn Angst war ein schlechter Ratgeber! Das hatte sie schon in ihrer Bachblütenausbildung gelernt. Also tief durchatmen, die Jacke nehmen, die Handtasche und den Einkaufskorb, um die vielleicht letzten Tage Freiheit zu genießen und spazieren gehen. Frische Luft einatmen, denn auch das war gesund und stärkte die Abwehrkräfte, so daß sie sich vielleicht doch nicht, wie auch der Bundeskanzler vo rein paar Tagen gedroht hatte, sich unvermeidlich anstecken würde und wenn doch, kam sie mit einem Schnupfen davon, wie sie den schon öfter gehabt hatte, denn sie stärkte ja ihre Abwehrkräfte, ernährte sich genund, aß Zitronen und Orangen und das würde sie auch jetzt tun, dachte Llore Füchsel entschloßen eine Stunde später, als sie mit ihrem vollen Einkaufskorb, in dem sich Weintrauben, Melonen, Äpfel, Tomaten und ein paar Gurken befanden,vor dem kleinen Park Halt machte, der zwischen ihr und ihrer Wohnung lag. Eine kleine Rast einlegen und ihre Gedanken ordnem, bevorsie nach Hause ging, sich einen Vitamincocktail und einen griechischen Salat bereiten würden, um sich dann an den Schreibtisch zu setzen oderdas nächste Video, das sie mit Richard drehen wollte, vorzubereiten.

Im Park war es still undruhig. Ein paar Kinder spielten Fußball. Einige junge Mädchen saßen mit einem Kaffeebecher auf den Bänken und unterhielten sich kichdernd und sie suchte sich einen freien Platz auf dem siesich ausruhen und trotzdem den immer noch geforderten Abstand halten konnte.

„Setzen Sie sich zu mir junge Frau! Ich beiße nicht und bin auch nicht ansteckend!“, hörte sie plötzlich die Stimme eines alten Mannes,der mit seinen weißen Haaren und den buschigen Augenbrauen einen vertrauensvollen Eindruc kmachte und ihr zu zwinkerte, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Ich beiße nichtund komme Ihnen auch nicht zu nahe! In jeder Weise, in der das geschehen könnte, tue ich das nicht! Denn ichhabe den Zenit meines Lebens, das heißt, meinen fünfundachtzigsten Geburtstag schon hinter mir, bin Witwer und dreifacher Großvater und ich bin auch nicht ansteckend, auch wenn ich, trotz meiner Risikogruppenangehörigkeit, noch nicht geimpft bin, denn ich bin ein Rebell! Aber das sind Sie, wie ich an ihrem T-Shirt sehe, auch! Frei, gesund, widerständig, kann ich trotz meiner schon etwas schwachen Augen lesen und da blitzen auch meine Gehirnzellen auf! Sie sind die Frau Füchscel vom „CGDF-Kanal“, den ich, da staunen Sie, was, mir in meiner Seniorenwohnung immer mit Vergnügen ansehe! Aber jetzt habe ich vergessen, mich Ihnen vorzustellen und in meiner Geschwätzigkeit alle Höflichkeiten, die ich schon in der Schule gelernt habe, außer Acht gelassen! Verzeihen Sie dem alten Greis seine Unachtsamkeitich! Hans Knirsch ist mein Name!“,sagte er und fügte, als er Lottee Erstaunen bemerkte, fast vergnügt hinzu „Sie kombinieren richtig! Ich bin der Vater des berühmten Starvirologen, der jetzt fast täglich im Fernsehen zur Impfung treibt und über den Sie sich bestimmt schon geärgert haben und somit das schwarze Schaf der Familie, wie es der Philip meint.“

So das war vielleicht der Beginn meines neuen“Work in Progreß“ und fünften Corona-Romans, das „Seitengewitter“heißen könnte und das versprochene Lore Füchsel- Schmankerl, wenn das Bloggen Angesichts der geringen Lesekapzitätund der mangelnden Veranstaltungsbesuchsmöglichkeiten nicht so schnell geht, um das inzwischen üblich gewordene tägliche Geplauder zu bieten. Seien wir gespannt wie es weitergeht, denn das war eine Premiere und der Text im Blog begonnen, weil ich ja noch an meiner „Alten Frauen Geschichte“ korrigiere.

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